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Zirbeiten
AUS DEM MUSEUM
G. FREY
TUTZING BEI MÜNCHEN
(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey)
Band 13
1962
Mit Unterstützung des Vereins
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten
auf dem Gebiet der Entomologie e.V.
Schriftleiter: Dr. E. Haaf
IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY
re
hy
um
Ausgabedatum von Heft 1: 1. Februar 1962
Ausgabedatum von Heft 2: 1. Oktober 1962.
Inhalt
des 13. Bandes, 1962
Breuning, $.: Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des Museums
Frey (Col. Ceramb.) . SE Eee
Breuning, S.: Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Col. Ceramb.)
Breuning, S.: Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst Revision
der Pteropliini der asiatischen Region (Col. Ceramb.) I. Teil .
Demarz, H.: North Queensland- Sammelreise 1961-62 .
Ermisch, K.: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden.. Australiens (Col
Heterom. Mordell.) .
Fagel, G.: Contribution ä la connaissance ee en LXXIV -
Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale .
Frey, G.: Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung einer
dazugehörigen neuen Gattung (Col. Melolonth.) .
Frey, G.: Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungs-
tabelle der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.) .
Frey, G.: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) .
Frey, G.: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) .
Fuchs, E.: Neue Cerambyciden aus der ehem. Sammlung Dr. Itzinger,
2. Teil (Col.) er
Haaf, E.: Nachtrag zu meinen bisher erschienenen Teil-Revisionen der
Gattung Alcidodes (Col. Cure.) .
Haaf, E.: Kurznachrichten aus dem Museum Frey .
Haaf, E.: Personalien RE
Heinze, E. und Pinsdorf, W.: Die Criocerinen Afrikas (Col.
Chrysom.) oe vun er
Jedlicka, A.: Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey
in Tutzing (Col.) .
Kulzer, H.: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) .
Lazorko, W.: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) mit
einer Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini
Petrovitz, R.: Neue und verkannte a aus allen Erdteilen (Col.
Scarab.), Im. Teil
Schedl, K.E.: Scolytidae und ee aus nn EN
nesischen Raum (Col.) .
Scheerpeltz, O.: Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Col.)
Scherer, G.: Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera
(Col. Chrysom.) .
Wittmer, W.: Neue Malachiidae aus Australien aus der Sammlung des
Museums Frey (Col.) .
497
325
nomologische
Arbeiten
AUS DEM MUSEUM
G. FREY
TUTZING BEI MÜNCHEN
(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey)
Band 13, Heft1 ‚g 969
1962
Mit Unterstützung des Vereins
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten
auf dem Gebiet der Entomologie e.V.
Schriftleiter: Dr. E. Haaf
IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY
Ausgabedatum: 1. Februar 1962
Inhalt
des 1. Heftes, Band 13
Breuning, $.: Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des Museums
G. Frey (Col. Ceramb.) .
Fagel, G.: Contribution ä la connaissance u Stäphyliidesn LXXIV-
Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale . A
Frey, G.: Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung einer
dazugehörigen neuen Art (Col. Melolonth.) .
Frey, G.: Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungstabelle
der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.)
Haaf, E.: Nachtrag zu meinen bisher erschienen Teil-Revisionen der Gat-
tung Alcidodes (Col. Curc.) .
Haaf, E.: Kurznachrichten aus dem Museum Frey . j h
Heinze,E. und Pinsdorf, W.: Die Criocerinen Afrikas (Col. RL, y4
Kulzer, H.: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) . :
Petrovitz, R.: Neue und verkannte er aus allen Erdteilen (Col.
Scarab.), III. Teil.
Schedl,K. E.: Scolytidae und Platypodide aus EN ausralsch polen
schen Raum : ATELIER er
71
67
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 l
Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung
einer dazugehörigen neuen Gattung (Col. Melolonth.)
Von G. Frey
(Mit 3 Tafeln und 1 Textabbildung)
Die Gattung Ceraspis wurde von Serville 1825 (Ent. meth. X. 370) be-
gründet und von Lacordaire und Burmeister eingehend beschrieben. Sie
beschränkt sich auf Mittel- und Südamerika.
Die wesentlichen Eigenschaften, die die Gattung Ceraspis von ihren
Nachbargattungen unterscheidet, sind zwei Einschnitte in der Basis des
Halsschildes, welche zwei entsprechende Vorsprünge des Schildchens auf-
nehmen. Diese Vorsprünge sind verschieden stark ausgeprägt, aber bei allen
Arten vorhanden.
Im übrigen hat die Gattung Ceraspis folgende besondere Kennzeichen:
Ciypeus gerundet oder abgestutzt, vorne aufgebogen, beim d höher
und länger als beim ?. Bei einigen Arten ist der Clypeus beim ö eckig, beim
Q aber fast immer abgerundet.
Die Mundteile sind klein, die Oberlippe ausgebuchtet, über den Rand
des Kopfschildes nur wenig vorspringend. Das Ende der Oberkiefer ist ein-
wärts gekrümmt, der Unterkiefer mit 6 feinen, spitzen Zähnchen ausgezeich-
net. Die Unterlippe ist schmal, am Zungenteil etwas vertieft, kurz 2lappig.
Letztes Tarsterglied stark, dick, eiförmig zugespitzt.
Die Fühler sind 9gliedrig, der Fächer ist 3gliedrig mit einer Ausnahme
(quadrifoliata Mos.). Beim Ö, wie bei allen Melolonthiden, länger als beim
?. Gestalt des 5 schlanker als des $. Pygidium bei den ö ö länglich oval
und stark gewölbt, bei den ?? breiter, meist abgestutzt und fast nicht
gewölbt.
Der Halsschild ist bei den meisten Arten stark gewölbt, bei einigen aber
auch abgeflacht, die Seiten sind gerundet oder winkelig, nach hinten ver-
schmälert.
An der Basis in der Mitte zwei Einschnitte, welche den Vorsprüngen
des Schildchens entsprechen.
Beine ziemlich schlank, beim & stets länger als beim $.
Die Schenkel bis auf eine Art (martinezi n. sp.) und Tibien nicht beson-
ders verbreitert. Die Tibien mit 1, 2 oder 3 Randzähnen, deren Zahl und
Ausbildung aber in gewissen Grenzen variabel ist.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 1
2 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Die Beine langborstig behaart, die Krallen meistens gleich, in einigen
wenigen Fällen etwas ungleich.
Sie sind im übrigen wenig von den anderen Gattungen der Macrodacty-
lini verschieden.
Die Flügeldecken und der Halsschild mit schmalen oder breiten oder
mit beiden Arten von Schuppen bekleidet; bei den ersten beiden Gruppen
auch nur mit Borsten ausgezeichnet. Oft sind auch Haare und Schuppen auf
dem Halsschild und den Flügeldecken gemischt vorhanden.
Einzelne Arten der Gattung Ceraspis Serv. bzw. Faula Blanch. (syno-
nym It. Junk Kat. p. 336) wurden von Serville, Gory, Latreille, Germar, Perty
beschrieben. Blanchard brachte dann 1850 (Catalogue de la collection ento-
mologique du Museum d’Histore Naturelle de Paris) eine größere Reihe
Neubeschreibungen; Burmeister, 1855 (Handb. der Ent. IV 2), die erste
Zusammenfassung der Gattung, wobei er die bisher beschriebenen, mit Aus-
nahme der Blanchard’schen Arten neu überarbeitete, so daß man diese Be-
schreibungen infolge der vorher gänzlich ungenügenden zu Grunde legen
kann. Unglücklicherweise hat Burmeister in seinem Vorwort die Arbeit von
Blanchard wohl erwähnt, aber da er nichts damit anfangen konnte, es Blan-
chard überlassen, seine von ihm aufgestellten Arten evtl. einzuziehen. Dies
ist nicht geschehen, so daß sich zwangsläufig einige Synonyme ergaben, die
jetzt berichtigt werden. Nach Burmeister erfolgten dann wieder einige Ein-
zelbeschreibungen, so von Harold, Sharp, Nonfried, Brenske und Bates.
Moser hat ebenfalls eine größere Anzahl Arten beschrieben, leider ohne
Hinweis auf die vorhandenen. Nach ihm wurden nur noch von Arrow und
Ohaus 2 Arten veröffentlicht. Seit 40 Jahren hat sich niemand mehr mit
dieser Gruppe beschäftigt, eine zusammenhängende Arbeit existiert nicht.
Dies ist vielleicht verständlich, denn manche Artengruppen, besonders solche
mit durchwegs beschuppten Flügeldecken weisen außer der Größe und
Schuppenbildung kaum irgendwelche konstante differenzierte Merkmale
auf. Es ist daher geboten, auch die Unterschiede in den Geschlechtsorganen
heranzuziehen. Die Unterschiede der Klauen decken sich teilweise mit mei-
ner Gruppeneinteilung; sie sind aber nur sehr begrenzt für die Unterschei-
dung der Arten zu verwenden.
Bei der Sichtung des gesamten Materials ergab sich, daß nur von ganz
wenigen Arten und zwar von Burmeister und von Moser Typen vorhanden
sind. Für die freundliche Überlassung von Leihmaterial spreche ich hiermit
folgenden Museen meinen herzlichen Dank aus:
British Museum (Natural History), London
Deutsches Entomologisches Institut, Berlin-Friedrichshagen
Institut Royal Sc. Nat. Belg., Bruxelles
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3
A. Martinez, Buenos Aires
P. S. Pereira, Sao Paulo
F. Plaumann, Nova Teutonia
Senckenberg Museum, Frankfurt am Main
Staatl. Museum für Tierkunde, Dresden
U. S. National Museum, Washington
Zoologisches Museum, Berlin
Zoolog. Institut der Universität Halle/Saale
Zoolog. Staatssammlung, München
Die Typen von Blanchard sind It. Auskunft des Pariser Museums ver-
schollen. Ebenso stand mir nur ein ganz kleiner Teil der Burmeister-Typen
zur Verfügung. Die anderen sind ebenfalls nicht auffindbar. So wurde ich
gezwungen, für die nicht vorhandenen Typen Neotypen zu schaffen und
hoffe, daß damit eine gewisse Klärung in die Nomenklatur dieser schwie-
rigen Gruppe gebracht wurde. | |
Die von Moser beschriebenen Arten sind im allgemeinen gut determi-
niert, aber leider gibt der Autor fast nie Unterschiede zu den bereits vor-
handenen Arten an. Immerhin konnte ich in dem Material des Museums der
Universität Berlin und des Deutschen Entomologischen Instituts genügend
von Moser determinierte Arten finden, so daß eine einwandfreie Determina-
tion möglich war.
Die Ceraspis-Arten scheinen alle selten zu sein, denn außer den schon
zu Burmeisters Zeiten bekannten Formen, die ich in größeren Serien vor-
liegen habe, sind alle übrigen nur in kleinen Serien in den Museumssamm-
lungen vertreten. Auch ich selbst habe in meinen außerordentlich großen
Südamerika-Ausbeuten, die ich selbst dort sammelte und von anderen guten
Samnnlern erhielt, nur selten einen Ceraspis entdeckt. Über die Lebensweise
ist so gut wie nichts bekannt. Wahrscheinlich ist die Erscheinungszeit sehr
kurz; die Tiere dürften ähnlich wie die Hoplia-Arten leben. Sie kommen
auch an das Licht, doch sind sie -— wie schon erwähnt - bei vielen Arten bis
jetzt nur in einzelnen Exemplaren gefunden worden.
Bestimmungstabelle der Ceraspis- Gruppen
1 ( 4 ) Flügeldecken, meist auch der Halsschild nur mit Haaren oder
haarförmigen Schuppen bedeckt, niemals ganz beschuppt oder
mit breiten Schuppen ausgezeichnet. Schildchenvorsprung in der
Regel breitwinkelig und nicht sehr stark vorstehend.
2 ( 3 ) Oberseite einfarbig schwarz oder schwarz mit roten Flecken oder
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
1(2)
11 (10)
Streifen. Beine rot oder schwarz. Hinterklauen einfach (mit Aus-
nahme von C. lurida n. sp.).
Gruppe 1
Oberseite bunt, niemals schwarz, Hinterklauen teils einfach, teils
gespalten.
Gruppe 2
Oberseite mit breiten Schuppen teilweise oder ganz bedeckt.
Schuppen ein- oder mehrfarbig. Schildchenvorsprung bei den
Arten, die einen kürzeren und gedrungenen Habitus, ähnlich wie
eine Hoplia haben, sehr betont und spitzwinkelig. Die kleinere
der hinteren Klauen gespalten (Ausnahme pilatei, elongata n.sp.).
Gruppe 3
Bestimmungstabelle der Gruppe 1
2. und 3. Zahn der Vordertibien verwachsen. Clypeus ö beson-
ders stark aufgebogen, vorne flach dreieckig ausgeschnitten.
clypealis n. sp.
Tibien normal.
Halsschild und Flügeldecken mit kurzen Borsten bedeckt. Hals-
schild niemals gekielt und mit Schuppen teilweise bedeckt.
Gestalt langgestreckt, nicht besonders gewölbt.
Oberseite einfach schwarz, Scutellum rot oder schwarz, gelegent-
lich an der Basis der Flügeldecken oder des Halsschildes rötliche
Stellen.
Halsschild gleichmäßig sculptiert ohne glatten Streifen oder
Flecken.
Flügeldecken glänzend.
Halsschild sehr fein und zerstreut punktiert, 7 mm.
lurida n. sp.
) Halsschild grob punktiert.
Halsschild sehr dicht und grob, aber ungleich punktiert, stellen-
weise netzartig, Scutellum rot, Halsschildvorderecken vorgezogen
und sehr spitz, über 10 mm (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/l und
Tafel II/]).
rufoscutellata Mos.
Halsschild dicht und grob, nicht netzartig punktiert, Punkte
nabelförmig, Scutellum schwarz, Halsschildvorderecken nicht
vorgezogen, unter 8 mm.
ocellata n. sp.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5
23 (22)
Flügeldecken matt, Halsschild zerstreut und mittelfein, auf der
Scheibe sehr zerstreut punktiert, Länge 12-13 mm.
opacipennis Mos.
) Halsschild mit glatter Mittellinie oder glatten Flächen.
Halsschild-Seitenrand gezähnt.
immaculata Burm.
Halsschild-Seitenrand glatt.
Flügeldecken glatt, am Grunde chagriniert, ebenso die Rippen
(siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/3).
cornuta Blanch.
(= rufipes Burm.)
Flügeldecken mehr oder weniger gerunzelt mit teilweise glatten
Streifen bzw. Rippen.
Halsschild nur mit äußerst kurzen Borsten in den Punkten, Cly-
peus Ö vorgezogen.
ö mit 4 Rippen, $ auch die Umgebung des Scutellums gerun-
zelt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/2 und Tafel III/2).
moseri n. Sp.
ö mit 3 Rippen, ? die Umgebung des Scutellums glatt, die 4.
Rippe neben der Naht meist nur teilweise vorhanden (siehe
Aedoeagus-Abb. Tafel II/9 und Tafel IIV/9).
innotata Blanch.
Halsschild mit längeren anliegenden Borsten, immer gut sichtbar,
Clypeus ö nicht vorgezogen.
Die glatten Stellen des Halsschildes flach, nicht reliefartig erhöht,
Schulter 6 eckig, Clypeus @ stark abgerundet und hoch aufge-
bogen, kaum ausgeschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/10
und Tafel III/8).
centralis Sharp
Die glatten Stellen des Halsschildes reliefartig erhöht, besonders
die Mittellinie, und stark glänzend. Die Schulter ö abgerundet,
der Clypeus $ eckig und viel weniger aufgebogen, flach ausge-
schnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/6 und Tafel IIl/7).
mexicana Har.
Flügeldecken mit 4 roten Flecken.
Halsschild dicht und grob punktiert, höchstens die glatte Mittel-
linie etwas erweitert. Die Seiten immer durchgehend punktiert,
ö Halsschild normal gewölbt, 10-16 mm (siehe Aedoeagus-Abb.
Tafel I/4 und Tafel III/4).
quadripustulata Blanch.
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
26 (25)
Halsschild grob punktiert, kahle Stellen auf dem ganzen Hals-
schild, besonders auch auf den Seiten, glatte Mittellinie, meist
von der Basis bis zum Vorderrand durchgehend, Halsschild &
stark gewölbt, 9-12 mm (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/5 und
Tafel III/6).
quadrimaculata Blanch.
(= quadrinotata Burm.)
Halsschild gekielt, seitlich und teilweise an der Basis mit Schup-
pen bedeckt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/7 und Tafel III/5).
squamulifera Mos.
) Gestalt gedrungen und hochgewölbt.
Halsschild schwarz, Clypeus d eckig, etwas vorgezogen, wenig aus-
geschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/11 und Tafel IIV/10).
lineata Waterh.
Halsschild rot. Clypeus ö gerundet, nicht vorgezogen, deutlich
ausgeschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/8 und Tafel IIV/3).
ruficollis n. sp.
Bestimmungstabelle der Gruppe 2
(Bunte Flügeldecken mit einfachen Haaren oder Schuppenhaaren bedeckt,
niemals mit breiten Schuppen, Gestalt langgestreckt)
Halsschild schwarz, Flügeldecken braun (siehe Aedoeagus-Abb.
Tafel 11/12).
brunneipennis Bates
Halsschild niemals schwarz, meist ähnlich oder gleich wie die
Flügeldecken gefärbt.
Behaarung der Flügeldecken niemals in Reihen, wenn kahle
Stellen auf den Flügeldecken vorhanden sind, dann sind diese
mit Stichelhaaren ausgezeichnet.
Halsschild und Scutellum sehr dicht mit langen Haaren bedeckt.
Ä ohausi Mos.
Halsschild nur mit kurzen Haaren bedeckt, teilweise auch mit
Schuppenhaaren ausgezeichnet.
Halsschild und Flügeldecken ausschließlich mit einfachen Haaren
bedeckt, dazwischen mit einzelnen Stichelhaaren.
Diese aufrechtstehenden Stichelhaare kaum dicker als die liegen-
den Haare und höchstens 2-3mal so lang wie diese.
) Schildchenvorsprung sehr flach, Schildchen fast gleichschenkelig.
) Große Art über 12 mm.
bivittata Burm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 7
10 (9
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11(8)
12 (6)
132027)
14 (15)
15 (14)
16 (3)
17 (20)
18 (19)
19 (18)
20 (17)
Kleine Art unter 9 mm.
modesta Burm.
Schildchenvorsprung viel stärker, rechtwinkelig, Schildchen lang-
gestreckt.
rubiginosa Latr.
Halsschild auf der Scheibe längs der Mittellinie, das Schildchen,
die Schulter und Apicalbeulen der Flügeldecken mit Schuppen-
haaren bedeckt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/13).
klenei Brenske
Die Stichelhaare sehr lang und dick, gehäuft an der Mittellinie
des Halsschildes und auf dem Schildchen, auf den Flügeldecken
gleichmäßig verteilt.
Wenig glänzend, Clypeus (d) nicht vorgezogen, Ecken zahn-
förmig, Vorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, mittelamerika-
nisch (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/14).
hispida Bates
Stark glänzend (Ö), sehr schlank, Clypeus (ö) vorgezogen, eckig,
Vorderrand gerade, aus Bolivien und Brasilien.
nitida n. sp.
Behaarung der Flügeldecken in regelmäßigen Längsreihen ange-
ordnet.
Halsschild in der Mitte glatt.
Fühlerfächer 5? 3gliedrig.
macrophylla Mos.
Fühlerfächer 5? 4gliedrig.
quadrifoliata Mos.
Halsschild auf der ganzen Fläche mit Schuppenhaaren bedeckt.
rühli Brenske
Bestimmungstabelle der Gruppe 3
(Flügeldecken immer ganz oder teilweise mit breiten oder schmalen Schup-
pen bedeckt. Schildchenvorsprung stark ausgeprägt. Die Arten mit ganz be-
schuppten Flügeldecken fast immer mit Habitus wie die Gattung Hoplia.
Mindestens eine der hinteren Klauen gespalten, meistens die kleinere (Aus-
nahme pilatei Har. und elongata n. sp.)).
1 (6 ) Halsschild so breit wie die Flügeldecken, kugelförmig gewölbt,
10-11 mm.
2 ( 4 ) Schenkel stark verbreitert, Flügeldecken mit Schuppenstreifen
martinezi n. sp.
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
) Hinterschenkel normal, Flügeldecken nicht in Streifen beschuppt.
) Flügeldecken einfarbig, Schuppen einheitlich, 10 mm
globicollis n. sp.
Flügeldecken mehrfarbig, Schuppen teils breit, teils dünn, ca.
8 mm.
mustela n. sp. d
Halsschild schmäler als die Flügeldecken, niemals kugelförmig.
Arten über 12 mm Länge.
Schuppen auf den Flügeldecken in regelmäßigen Längsreihen,
Klauen einfach.
pilatei Har.
(= velutina Bat.)
Schuppen der Flügeldecken niemals in Längsreihen angeordnet.
Vorderer Seitenrand des Halsschildes konkav, Vorderecken sehr
spitz und vorgezogen, Halsschild mit langen Haaren neben den
Schuppen, Hinterklauen gespalten.
Diyunezl Germ.
Halsschildecken nicht vorgezogen. %
-
) Halsschild und Flügeldecken sehr dicht und ee Fanäle be-
schuppt, auf dem Halsschild lange aufrechte Haare.
amazonica n. Sp.
Halsschild und Flügeldecken viel weniger dicht beschuppt, auf
Flügeldecken und Scutellum neben den breiten Schuppen auch
anliegende schmale Borsten.
oblonga Mos.
) Arten unter 11 mm Länge.
Halsschild schwarz oder schwarzbraun, Flügeldecken rotbraun
und nur spärlich beschuppt, sonst behaart.
Gestalt plump und gedrungen.
Die auf 4 kleine Flecken verteilten weißen Schuppen der Flügel-
decken schmal.
bicolor Mos.
Die Schuppen der Flügeldecken breit und mehrfarbig.
mustela ® n. sp.
Gestalt langgestreckt, 4 Flecken mit breiten, weißen Schuppen
auf der apicalen Hälfte der Flügeldecken. Hinterklauen einfach.
elongata n. sp.
Halsschild und Flügeldecken gleich oder ähnlich gefärbt mit glei-
chen oder andersfarbigen Schuppen oder mit Haaren und Schup-
pen bedeckt.
21 (30)
36 (35)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 9
Schuppen auf den Flügeldecken von verschiedener Struktur, die
einen klein oder schmal lanzettförmig, die anderen groß und breit
eiförmig, einzelne große Schuppen an der Basis bleiben hier
außer Betracht, ebenso geringe Unterschiede in der Größe der bei
einzelnen Arten etwas größeren, weißen Schuppen gegenüber
dunkleren Schuppen.
Flügeldecken und Halsschild braun, schmale und breite Schuppen
rein weiß.
albovaria Blanch.
Flügeldecken und Halsschild schwarz, Flügeldecken mit ver-
schiedenfarbig schmalen und weißen Schuppen.
Flügeldecken grau beschuppt mit eingestreuten, breiten, weißen
Schuppen.
sulcicollis Mos.
siehe auch 44 (45)
Flügeldecken symmetrisch gefleckt.
Flügeldecken ohne weißen, aus Schuppen gebildeten Rand, Vor-
der-Tibien mit 2 Zähnen.
conspersa Burm.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
Flügeldecken mit weißem Rand.
variegata Perty
Flügeldecken mit einem weißen Längsstreifen neben der Naht
(siehe Aedoeagus-Abb. Tafel I/16).
burmeisteri n. sp.
Schuppen auf den Flügeldecken gleichförmig ohne oder mit Haa-
ren neben den Schuppen.
Schuppen schmal, lanzettförmig.
Flügeldecken mit 4 dunklen Flecken, Halsschild und Flügel-
decken rötlich.
vulpes n. sp.
Flügeldecken einfarbig, Schuppen grau oder gelbgrau oder weiß-
gelb oder weiß mit grau vermischt.
Arten über 10 mm.
Unterseite überall mit breiten Schuppen, höchstens am Meta-
sternum schmale Schuppen.
tenuisquamosa n. sp.
Unterseite teilweise oder ganz dünn beschuppt.
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Unterseite dünn beschuppt, nur die beiden ersten Ventralseg-
mente mit breiten Schuppen.
ventralis n. sp.
Unterseite überall dünn beschuppt wie die Oberseite, d mit
eckigem Clypeus.
pereirae n. sp.
Arten unter 10 mm.
Schuppen auf den Flügeldecken spärlich, Grundfarbe überall er-
kennbar.
Kleine Art, 5-6 mm.
vestita Blanch.
Größere Art, 7-9 mm.
pauperata Burm.
40 ) Flügeldecken dicht beschuppt.
50 (55)
51 (52)
Halsschild mit seichter Mittelfurche, Flügeldecken weiß mit grau
gemischt beschuppt.
sulcicollis Mos.
siehe auch 24 (25)
Halsschild ohne Mittelfurche, Flügeldecken einheitlich gelblich
weiß beschuppt.
Vorder-Tibien nur mit einem Zahn.
farinosa Burm.
Vorder-Tibien mit gut ausgebildeten 2 Zähnen.
kuntzeni Mos.
Schuppen der Flügeldecken breit eiförmig, mehr oder weniger
zugespitzt.
Schuppen auf dem Halsschild einheitlich und sehr dicht, ebenso
wie auf den Flügeldecken, manchmal auf der Scheibe über dem
Schildchen einige Schuppen aufgerichtet, auch einzelne lange
Borsten auf dem Halsschild eingestreut, aber die Beschuppung
ist immer so dicht, daß der Untergrund nicht sichtbar ist. Die
Borsten treten niemals in Büscheln oder größerer Anzahl auf.
Flügeldecken ohne Schuppenzeichnung, höchstens ö mit un-
deutlichen Längsstreifen.
Flügeldecken und Halsschild einfarbig weißgelb mit dunkel-
gelben Schattierungen, 9-11 mm breite, gedrungene Gestalt.
Hierher gehören systematisch auch die Arten leucosoma Blanch.
und pallida Blanch., deren Halsschild sehr dicht beschuppt ist.
Der Halsschild hat aber einige schwarze, unbeschuppte Stellen
58 (57)
59 (60)
60 (59)
61 (56)
62 (63)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 11
mit Borsten, weshalb diese Arten unter 107 und 108 eingereiht
sind.
citrina Blanch.
Flügeldecken und Halsschild erbsenfarbig oder braun.
4) Flügeldecken und Halsschild erbsenfarbig, ö mit dunklen Längs-
streifen auf den Flügeldecken.
var. pisicolor Burm.
Flügeldecken und Halsschild dunkelbraun, einfarbig (siehe Ae-
doeagus-Abb. Tafel IIV/14).
castaneipennis Blanch.
) Flügeldecken mit deutlichen Schuppenzeichnungen.
61) Flügeldecken und Halsschild mit aus verschiedenfarbigen Schup-
pen gebildeten Flecken.
Halsschild mit 6 kleinen Flecken, 4 in der oberen Reihe, davon
die 2 mittleren größer, 2 in der unteren Reihe. Flügeldecken mit
4 gleichmäßig verteilten kleinen, deutlich abgegrenzten Flecken,
Halsschild und Flügeldecken sind dicht weiß beschuppt, Schup-
pen auf dem Scutellum teilweise zitronengelb, Habitus gedrun-
gen (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel III/16).
bufo n. sp.
Flügeldecken und Halsschild anders gezeichnet, Halsschild eben-
falls mit 6 Flecken; die Flecken auf dem Halsschild und den Flü-
geldecken sind aber viel größer und nicht deutlich abgegrenzt,
teilweise zusammen verbunden. Die Flecken auf den Flügel-
decken sind rehbraun innerhalb eines breiten hellen Längs-
streifens.
Größe 9-11 mm, Parameren asymmetrisch.
signata Blanch.
Größe 7-8 mm, Parameren symmetrisch (siehe Aedoeagus-Abb.
Tafel IIV/11).
mixta Blanch.
Flügeldecken mit Längsstreifen.
Flügeldecken mit einem graubraunen, breiten Längsstreifen von
der Schulter einschließlich der Apicalbeule, Rest der Flügel-
decken rein weiß beschuppt. Graubraune Schuppen manchmal
etwas kleiner als die weißen.
amoena.n.sp.
12
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
63 (62)
64 (49)
65 (104)
72 (69)
73 (74)
Flügeldecken mit einem breiten, in der Mitte eckig verbreiterten,
kahlen Streifen von der Schulter aus zur Apicalbeule der Flügel-
decken.
pulchra n. sp.
Schuppen auf dem Halsschild weniger dicht, besonders auf der
Scheibe entlang der Mittellinie die Schuppen aufgerichtet und
dünn lanzettförmig, auf den Seiten breit beschuppt, zuweilen auf
der Scheibe stark mit büschelartig aufgerichteten braunen oder
schwarzen Borsten vermischt oder auf der Scheibe ausschließlich
braune oder schwarze Borsten und nur die Seiten des Halsschildes
beschuppt.
Auf der Halsschildscheibe schmale, oder aufgerichtete, breite
Schuppen, entweder gleichmäßig oder in Form eines Streifens
entlang der Mittellinie. Grund wegen der offenen Beschuppung
sichtbar. Nur höchstens vereinzelte Borsten, niemals in Büschel
oder verdichtet entlang der Mittellinie.
79) Flügeldecken einfarbig.
) Alle Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken rein-
weiß, auf der Halsschildscheibe mit Ausnahme eines schmalen
Mittelstreifens nur dünne Schuppen, ö mit eckigem Clypeus.
nivea Blanch.
= brenskei Mos.
Schuppen gelblich bis gelblich-weiß, die aufgerichteten Schuppen
auf dem Halsschild von gleicher Art, nur wesentlich zerstreuter
als auf den Flügeldecken.
Schuppen relativ breit und nicht sehr zugespitzt.
1) Größe 7 mm, Halsschild und Flügeldecken gleichfarbig, Grund-
farbe dunkelbraun bis schwarz.
cinerea Mos.
= lepidiota Mos.
Größe 5-6 mm, Halsschild mit breiter, rotgelber Scheibe und
weißem Mittelstreifen, Flügeldecken gelblich einfarbig.
flava Blanch.
Schuppen stark zugespitzt, schmal eiförmig, Flügeldecken und
Halsschild gleichfarbig.
Tibien ohne Zahn, bzw. nur mit einem Zahn, der 2. Zahn höch-
stens angedeutet, ö Clypeus abgerundet.
farinosa Burm.
siehe auch 46 (47)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 13
Tibien mit deutlichen 2 Zähnen.
Clypeus ö eckig (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/15).
plaumanni n. sp.
) Clypeus ö abgerundet.
) Flügeldecken fast 2mal so lang wie der Halsschild.
griseosquamosa Mos.
Flügeldecken fast 1'!/amal so lang wie der Halsschild.
kuntzeni Mos.
Flügeldecken mit durch verschiedenfarbige Schuppen gebildete
Flecken oder Streifen. Halsschild wie bei den vorhergehenden
Arten auf der Scheibe mit aufrechtstehenden Schuppen, so daß
man den Untergrund sieht. Mittelstreifen fast immer weiß aus
anliegenden Schuppen. Arten von 5-6 mm Länge.
Halsschild sehr flach.
obscura Blanch.
Halsschild normal gewölbt.
Flügeldecken mit mehr oder weniger deutlichen Streifen.
Schuppen auf den Flügeldecken gelb bis weißgelb.
Unterseite beschuppt wie die Oberseite.
Halsschildseiten eckig, hinterer Seitenrand fast gerade.
subvittata Mos.
Halsschildseiten in flachem Bogen verlaufend, hinterer Seiten-
rand conkav geschwungen.
zikani Mos.
Unterseite mit deutlichen Borsten.
setiventris Mos.
Schuppen auf den Flügeldecken rotbraun.
fulva Blanch.
Flügeldecken mit Flecken oder sonst anders gezeichnet, kleine
Arten, 5-6 mm.
Halsschild sehr flach.
mutica Mos. ö
Halsschild normal gewölbt.
Flügeldecken mit gelben bis gelbbraunen Schuppen.
Flügeldecken mit gelben Schuppen und deutlich abgegrenzten
weißen Flecken.
Flügeldecken mit 2 weißen Flecken.
squamulata Mos.
14
Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
95 (94)
96 (93)
97 (98)
98 (97)
99 (92)
100 (102)
101 (103)
102 (100)
103 (101)
104 (65)
105 (112)
106 (109)
107 (108)
108 (107)
109 (106)
Flügeldecken mit 4 großen weißen Flecken.
guttata Blanch. ?
= vitticollis Mos.
Flügeldecken mit braunen, gelben und weißen Schuppen, Flek-
ken undeutlich begrenzt.
Schuppen sehr groß, auf dem Halsschild meist anliegend, Hals-
schild mit bunten Schuppen.
diversa Reiche
Schuppen mittelgroß, auf der Scheibe des Halsschildes hochge-
stellt.
colon Burm. ?
Flügeldecken mit großen, grauen Schuppen und weißen Flecken.
Flecken deutlich abgegrenzt.
Flügeldecken mit je 5 weißen Flecken, die mittleren zusammen-
fließend, ö mit abgerundetem Clypeus (siehe Aedoeagus,Abb.
Tafel III/12).
guttata Bl. ö
Flügeldecken mit 2 deutlichen, meist quergestellten Flecken,
Suturalstreifen in der Mitte weiß beschuppt, ö mit abgerunde-
tem Clypeus.
guttata
v. crucifera n.
Flügeldecken mit undeutlich abgegrenzten, weißen oder dunklen
Flecken, ö Clypeus eckig. Halsschildscheibe schwärzlich, mit wei-
Ber Mittellinie.
colon Burm. d
Halsschild mit unbeschuppten dunkelbraunen oder schwarzen
Flecken, welche mit kurzen oder längeren, aufrechten Borsten be-
setzt sind oder mit büschelartig konzentrierten Borsten vor dem
Scutellum.
Kleine Arten unter 7 mm.
Flügeldecken und Halsschild sehr dicht beschuppt (siehe 45 (46)).
Flügeldecken mit kleinen dunkelbraunen Flecken.
leucosoma Blanch.
Flügeldecken rein weiß.
pallida Blanch.
Flügeldecken und Halsschild weniger dicht beschuppt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 15
110 (111)
111 (110)
112 (105)
113 (114)
114 (118)
115 (116)
116 (115)
117 (120)
118 (119)
Flügeldecken und Halsschild schwarz mit weißbeschuppten
Längsstreifen; die schwarzen Stellen mit ganz kurzen Borsten
besetzt, wie kahl aussehend.
brittoni n. sp.
Flügeldecken und Halsschild bunt, Flügeldecken mit Flecken,
Flügeldecken niemals kahl (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IIV/13).
colon Burm.
Größere Arten, über 8 mm.
Halsschild und Flügeldecken mit teilweise orangeroten Schuppen
geschmückt, Halsschildscheibe schwarz mit schwarzen Borsten.
ornata.n. Sp.
Halsschild niemals mit orangeroten Schuppen, sondern mit
schwarzer Scheibe und schwarzen Borsten oder Scheibe heller be-
schuppt mit braunen oder hellen Borsten.
Halsschild und Flügeldecken dunkelbraun, 8 mit schwärzlichen,
? mit helleren Flecken auf den Flügeldecken.
melanoleuca Serv.
Flügeldecken niemals dunkelbraun, entweder einfarbig hell oder
weiß mit grauen Streifen.
Flügeldecken mit breiten, grauen Längsstreifen von der Schulter
bis zur Apicalbeule. Scutellum hell beschuppt oder teilweise hell
beschuppt.
Halsschild vor dem Scutellum stark gewölbt, größere der Para-
meren ziemlich parallel.
gibbicollis Blanch.
119 (118) Halsschild vor dem Scutellum weniger gewölbt, größere der Para-
120 (117)
meren vor dem Ende stark eingeschnürt.
tibialis Blanch.
Flügeldecken einfarbig oder var. mit undeutlichen Flecken, Hals-
schild auf der Scheibe mit zahlreichen lanzettförmigen, aufrecht-
stehenden Schuppen und Borsten, welche sich vor dem Scutel-
lum büschelförmig verdichten. Farbe des Halsschildes variierend.
decora Gory
(= variabilis Burm.)
Beschreibung der einzelnen Arten
1) Ceraspis clypealis n. sp.
Ober- und Unterseite schwarz, mäßig glänzend, Beine und Fühler rot,
Kopf, Halsschild auf den Seiten und sehr spärlich in Reihen die Flügel-
16 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
decken mit kurzen anliegenden weißlichen Borsten ausgezeichnet. Die Unter-
seite ebenfalls mit weißlichen Borsten, aber nicht sehr dicht bedeckt, welche
auf dem Metasternum etwas länger sind.
Clypeus abgesetzt, sehr stark aufgebogen, die Ecken wie stumpfe
Zähne, in der Mitte flach dreieckig ausgeschnitten. Clypeus Oberseite dicht
und grob punktiert, Stirn und Scheitel runzelig.
Halsschild gewölbt, mittelgrob und etwas zerstreut und unregelmäßig
punktiert. Vorderseitenrand gerade, Hinterseitenrand stark geschweift. Vor-
derecken spitz, Basis eingeschnitten und Vorsprünge gut ausgeprägt (Aus-
nahme dieser Gruppe). Scutellum mit anliegenden Borsten dicht besetzt.
Mittellinie frei. Flügeldecken chagriniert und gleichmäßig dicht und fein
punktiert. Sie zeigen je eine ganz schwach entwickelte Rippe. Pygidium grob
und mäßig dicht punktiert.
Tibien mit 3 Zähnen. Der 2. und 3. Zahn zusammen verwachsen.
1 ö, Länge 13 mm, Obidos Prov. Para Amazonas Brasilien, leg. P. M. Oli-
veira.
Type in Mus. Sao Paulo.
2) C. lurida n. sp. (= lurida Brenske i. 1.)
Ober- und Unterseite und Beine einfarbig dunkel rotbraun, mäßig
glänzend, nur am Rand und an der Naht der Flügeldecken, auf der Unter-
seite und am Pygidium kurz anliegend hellgrau behaart. Kleinere der Hin-
terklauen gespalten.
Clypeus kurz aufgebogen und breit gerundet. Oberseite des ganzen
Kopfes dicht und rugos punktiert. Halsschild gleichmäßig fein und zerstreut
punktiert. Vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vor-
derecken spitz rechtwinkelig. Basis des Halsschildes mit 2 Zacken, welche auf
der Flügeldeckenbasis neben dem Scutellum eingreifen. Scutellum zerstreut
punktiert und fein behaart. Flügeldecken mit regelmäßigen Punktstreifen
ohne Rippen. Pygidium grob und dicht punktiert. Vorder-Tibien mit 3 fla-
chen Zähnen.
Länge 8 mm, Brasilien ohne nähere Fundortangabe.
Type (Öö) im Museum Brüssel.
3) C. rufoscutellata Mos.
Schwarz, wenig glänzend, Beine, Fühler und Scutellum rot, Kopf kahl,
Halsschild in den Punkten mit ganz kurzen Borsten, Flügeldecken äußerst
spärlich, Unterseite etwas dichter kurz hellgrau behaart. Scutellum kahl.
Clypeus aufgebogen, beim ö mit abgerundeten Ecken und flach ausgeran-
det. Beim $ breit abgerundet und vorne gerade. Die Oberfläche des Kopfes
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 17
und des Halsschildes ist sehr dicht runzelig und zum Teil netzartig punk-
tiert, ohne glatte Stellen.
Der Halsschild ist auf den Seiten ziemlich stark. verbreitert mit ab-
gerundeten Ecken. Vorderer und hinterer Seitenrand konkav, nicht gekerbt.
Vorderecken sehr stark vorgezogen und spitz. Die Halsschildbasis hat 2 lache
Zacken, das Scutellum die 2 entsprechenden Vorsprünge, das Scutellum hat
in der Mitte einen Einschnitt und trägt ein paar zerstreute Punkte. Flügel-
decken mit 3 flachen Rippen; sie sind auf den Rippen wenig, daneben etwas
deutlicher gerunzelt. Das Pygidium mit dichten und groben Nabelpunkten,
welche kurze Börstchen tragen. Die Art gleicht im Habitus sehr der C. cor-
nuta Blanch (= rufipes Burm.), sie unterscheidet sich aber eindeutig durch
die starke Punktierung des Halsschildes. Aedoeagus siehe Tafel I/l und
Tafel IIV/1.
Länge 12-13 mm, 13 untersuchte Exemplare, Fundort Peru, Type im Ber-
liner Zool. Museum.
4) C. ocellata n. sp.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Basis der Flügeldecken etwas röt-
lich, wenig glänzend. Ober- und Unterseite mit kurzen, hellgrauen Bor-
sten zerstreut bedeckt. An den Apicalbeulen der Flügeldecken stehen die
Borsten etwas dichter.
Clypeus stark aufgebogen, beim 5 vorne gerade, beim $ abgerundet,
er bildet mit den Wangen 5? einen Winkel.
Oberseite des Kopfes und des Halsschildes mit etwas runzeligen Nabel-
punkten bedeckt, auf der Scheibe beträgt ihre Dichte etwa den Abstand
ihres Durchmessers. Vorne und auf dem Kopf ist die Punktierung dichter.
In den Punkten stehen die kurzen Borsten. Halsschildseitenränder vorne und
hinten konkav geschwungen und eingekerbt. Vorderecken etwas spitz und
vorgezogen. Basiszacken ziemlich flach. Scutellum in der Mitte eingeschnit-
ten und ebenfalls mit Borsten ausgezeichnet.
Flügeldecken chagriniert mit 3 ganz flachen undeutlichen Rippen. Sie
sind flach gerunzelt, auf den Rippen etwas weniger wie daneben. Das Pygi-
dium ist dicht mit flachen Nabelpunkten besetzt.
Tibien 3zähnig.
Länge 8-9 mm, untersucht 5 Exemplare aus Cabuna Panama, leg. Busek,
Mai 1941, Type in U.S. N.M. Washington, Paratypen in meinem Mu-
seum.
5) C. opacipennis Mos.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite etwas heller, Beine und
Fühler rotbraun. Flügeldecken matt, sonst schwach glänzend, Ober- und
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 9
18 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Unterseite mit gelblichen Borsten zerstreut bedeckt. Clypeus aufgebogen,
beim ö mit abgerundeten Ecken und seicht ausgerandet, beim ® (lt. Moser)
weniger seicht ausgerandet.
Oberseite des Kopfes fein quergerunzelt. Halsschild zerstreut, unregel-
mäßig und mittelfein punktiert, im Grunde chagriniert. Vorderer Seitenrand
gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vorderecken spitz und vorgezogen.
Basiszacken mäßig ausgeprägt.
Flügeldecken im Grund chagriniert und sehr fein und zerstreut punk-
tiert. 1-2 Rippen kaum angedeutet. Pygidium dicht und ziemlich grob punk-
tiert. Die Borsten sitzen an den Apicalbeulen der Flügeldecken etwas dichter.
Vorder-Tibien mit 4 Zähnen. Wenn diese Eigenschaft konstant ist, was bei
den mir bekannten Stücken nicht ohne weiteres vorauszusetzen ist, so ist
diese Art dadurch von allen Ceraspis unterschieden. Ein weiteres gutes
Kennzeichen sind die matten Flügeldecken.
Länge 12-13 mm, 3 5 ö (1 ohne Kopf) aus Cujaba, Brasilien. Type im Zool.
Museum Berlin, 1 Paratype in meinem Museum.
6) C. immaculata Burm.
Von dieser Art existiert bis jetzt nur 1 Exemplar, von Moser determi-
niert. Dieses Stück hat einen gekerbten Halsschildrand, welcher in der Be-
schreibung von Burmeister nicht erwähnt ist. Sonst unterscheidet sich das
Tier (ich habe es als Neotype bezeichnet) nur noch durch die fehlenden roten
Flecken auf den Flügeldecken von quadripustulata Blanch.: einfarbig
schwarz. Fühler und Beine rot, Halsschildrand gekerbt, sonst wie quadri-
pustulata.
1 Exemplar, Neotype $, aus Columbien im Royal Museum, Brüssel.
7) C. cornuta Blanch. (= rufipes Burm.)
Ober- und Unterseite schwarz, Beine, Fühler und Scutellum rot, Cly-
peus rötlich, Halsschild glänzend, Flügeldecken seidenartig schimmernd.
Ober- und Unterseite mit kurzen weißlichen Borsten zerstreut ausgezeichnet.
Clypeus stark aufgebogen, beim 5 an den Ecken mit stumpfen Zähnen, in
der Mitte ziemlich tief ausgeschnitten. 2 Ecken abgerundet und Vorderseite
gerade. Oberseite des Clypeus glatt, Stirn und Scheitel dicht und grob run-
zelig punktiert.
Halsschild dicht und grob punktiert, mit glatten reliefartigen Stellen auf
der Scheibe und an den Seiten. Vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seiten-
rand geschweift, Vorderecken stumpf und nicht vorgezogen. Seitenränder
glatt. Basiszacken sehr flach, Flügeldecken nicht punktiert, nur chagriniert,
höchstens im apicalen Drittel ganz wenig gerunzelt, sonst glatt. Sie sind mit
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 19
3 flachen, glatten, ebenfalls chagrinierten Rippen ausgezeichnet. Pygidium
dicht und grob punktiert, nur oben mit glatter, verbreiteter Mittellinie.
Diese Art unterscheidet sich von den übrigen mit reliefartig punktiertem
Halsschild durch die glatten, seidenglänzenden, chagrinierten Flügeldecken.
Aedoeagus siehe Tafel 11/3.
Die von Burmeister beschriebene Art rufipes, deren Type ich verglei-
chen konnte, ist völlig identisch und daher einzuziehen.
17 Exemplare aus dem mittleren und südlichen Brasilien, Neotypus in mei-
nem Museum.
8) C. innotata Blanch.
Oberseite schwarzbraun, Unterseite rotbraun, Beine und Fühler rot,
Basis der Flügeldecken, Scutellum und Clypeus oft rötlich schimmernd,
glänzend. Halsschild in den Punkten mit winzigen Borsten, ebenso die
Flügeldecken, Borsten auf der Unterseite etwas länger. Clypeus Ö stark
vorgezogen, aufgebogen, eckig, wenig, ausgerandet, vor dem Rand nicht
ausgehöhlt. Clypeus $ nicht vorgezogen abgerundet, vorne gerade. Ober-
seite des Kopfes und des Halsschildes dicht und grob punktiert, auf dem
Halsschild, besonders an der Basis und in der unteren Seitenhälfte reliefartig
glatte Stellen. Die Mittellinie jedoch meist nur bis zur Hälfte glatt. Basis-
zacken des Halsschildes flach, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seiten-
rand geschweift, Vorderecken spitz und vorgezogen, Halsschildränder glatt.
Flügeldecken ziemlich stark gerunzelt, mit 3 Rippen, davon die 2 ersten
meist glatt (Ö), mit einer angedeuteten 4. Rippe (?). Umgebung des Scutel-
lums beim $ glatt, beim 5 oft auch gerunzelt. Tibien mit 3 Zähnen.
Länge 12-14 mm, 20 Exemplare aus Columbien, Neotypus Ö aus Papayan
in meinem Museum. Aedoeagus siehe Tafel IV/9 und Tafel III/9.
9) C. moseri n. sp.
Von der vorhergehenden Art C. innotata dadurch verschieden, daß die
Umgebung des Scutellums auch beim $ gerunzelt ist und die Flügeldecken
4 Rippen aufweisen, die erste direkt neben der Naht. Die Art ist schwer von
der vorhergehenden zu trennen und sicher nur durch die verschiedenen Para-
meren zu deuten.
Länge 12-13 mm, 5 Exemplare 1 ö 4 29, Typus $, im Museum Brüssel.
Aedoeagus siehe Tafel IV/2 und Tafel IIT/2.
10) C. centralis Sharp.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite etwas heller, Beine und
Fühler rot. Clypeus etwas rötlich schimmernd, glänzend. Ober- und Unter-
20 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
seite mit Ausnahme der kahlen Stellen auf dem Halsschild und den Rippen
der Flügeldecken mit anliegenden weißlichen Borsten ausgezeichnet. Auf
dem Halsschild sind die Borsten länger als auf den Flügeldecken. Clypeus
ö vorgezogen, sehr stark aufgebogen, daher etwas ausgehöhlt. Ecken ganz
rund, Vorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, $ nicht vorgezogen. Ecken
ebenfalls rund, Vorderrand aber nur wenig ausgeschnitten. Clypeus Ober-
seite ö glatt, 2 mit borstentragenden Punkten. Stirn und Scheitel d? mit
Borstenpunkten dicht besetzt.
Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand nur wenig
concav. Seitenecken betont. Vorderecken etwas vorgezogen und spitz. Basis-
zacken ziemlich flach. Halsschild unregelmäßig und flach grob punktiert.
Mittellinien gegen die Basis zu verbreitert und glatt, daneben verschiedene
größere glatte, jedoch nicht erhabene Stellen. Scutellum mit zahlreichen
Borstenpunkten, Mittellinie glatt, Flügeldecken gerunzelt mit glatter Naht,
2 glatte Rippen, die erste verkürzt, Schulter und Apicalbeule, sowie die
Umgebung des Scutellums ebenfalls glatt. Pygidium in der oberen Hälfte
mit groben Borstenpunkten, Mittellinie und Spitze glatt. Tibien mit 3 Zäh-
nen, Schultern (&) eckig, (?) abgerundet.
Länge 9-12 mm. 120 Exemplare aus Costa Rica. Aedoeagus siehe Tafel II/10
und Tafel IIV/8.
11) C. mexicana Harold
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite heller, Beine und Fühler
rotbraun, Clypeus und Flügeldeckenbasis oft rötlich schimmernd, stark glän-
zend. Ober- und Unterseite mit Ausnahme der kahlen Stellen des Hals-
schildes und der Flügeldecken mit anliegenden, weißlichen Borsten bedeckt.
Clypeus ö® nicht vorgezogen, mäßig aufgebogen, eckig und nicht abge-
rundet, Vorderrand wenig ausgeschnitten.
Oberseite nur sehr zerstreut punktiert. Stirn mit groben Borstenpunkten,
Scheitel ebenfalls, nur in der Mitte mit einer kahlen Stelle. Halsschildvorder-
und Hinterseitenrand concav, der hintere jedoch wesentlich stärker. Vorder-
ecken stark vorgezogen und spitz. Seitenecken abgerundet. Basiszacken sehr
flach. Halsschild dicht flach und grob punktiert, mit glatter Mittellinie und
breiten glatten Stellen auf den Seiten, welche zusammen mehr als die Hälfte
der Halsschildoberseite bedecken. Die glatten Stellen sind deutlich erhaben
und wirken reliefartig. Die Mittellinie ist jedoch nicht gekielt. Flügeldecken
gerunzelt mit 3 glatten Rippen, glatter Naht, Schulter und Apicalbeule. Die
Rippen sind alle verkürzt, und erreichen nicht die Spitze der Flügeldecken.
Diese Spitzen sind bis auf die neben der Naht verlaufende, gerunzelte
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 21
Furche fast ganz glatt. Umgebung des Scutellums ebenfalls glatt, Pygidium
unregelmäßig und grob punktiert mit glatter Mittellinie.
Länge 8-12 mm. Von der vorhergehenden Art getrennt durch den verschie-
denen Clypeus, durch die erhabenen glatten Stellen auf dem Halsschild
und die andere Struktur der Flügeldeckenoberfläche. Aedoeagus siehe
Tafel II/6 und Tafel IIL/7. 47 Exemplare aus Guatemala und Mexico.
12) C. squamulifera Moser (Tafel 1/8)
Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler dunkel rotbraun,
Fühlerfahne heller, stark glänzend. Halsschild an der Basis und an der Seite
mit schmalen Schuppen bedeckt. Die übrige Ober- und Unterseite bis auf
die kahlen Stellen des Halsschildes und der Flügeldecken mit anliegenden
weißlichen Borsten bedeckt. Clypeus ö eckig, 2 Ecken abgerundet, nur
mäßig aufgebogen, Vorderrand ö nur wenig, @ gar nicht ausgerandet. Ober-
seite des Kopfes mäßig dicht, aber sehr grob Ö rugos $ punktiert.
Halsschild sehr dicht und grob flach punktiert mit glatter, kielförmig erhabe-
ner Mittellinie und 2-3 glatten erhabenen Stellen auf den Seiten, welche
aber viel weniger ausgedehnt sind als bei mexicana. In den Punkten sitzen
auf der Scheibe Borsten, welche dann an der Basis und auf den Seiten in
Schuppen übergehen. Dieser Übergang ist verschieden stark ausgeprägt und
nicht immer klar erkennbar. Vorderer und hinterer Seitenrand konkav, Vor-
derecken spitz und vorgezogen. Scutellum mit Borstenpunkten und glatter
Mittellinie, Flügeldecken fein gerunzelt mit glatter Naht und 3 glatten ver-
kürzten Rippen, glatter Schulter und glatter Apicalbeule. Spitzen der Flügel-
decken jedoch mit Borsten bedeckt. Umgebung des Scutellums ebenfalls
glatt. Pygidium mit flachen Borstenpunkten bedeckt, ohne deutliche glatte
Mittellinie.
Länge 9-12 mm. Aedoeagus siehe Tafel IV/7 und Tafel IIV/5.
55 Exemplare aus Columbien, Ecuador und Peru. Von den beiden vorher-
gehenden Arten verschieden durch den gekielten Halsschild und durch
die Schuppen auf dem Halsschild. Paratype im Museum Brüssel, Holo-
type anscheinend verloren, da sie sich nicht mehr in der Sammlung
Moser befindet.
13) C. quadripustulata Blanch.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Beine und Fühler rotbraun, Schulter
und Apicalbeule der Flügeldecken sowie das Scutellum rot. Oberseite mit
ganz kurzen, Unterseite mit etwas längeren, weißen Borsten mit Ausnahme
der Rippen zerstreut bedeckt, mäßig glänzend. Clypeus ö% nicht vorge-
zogen, Ecken abgerundet, wenig aufgebogen, Vorderrand kaum ausgeschnit-
23 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
ten. Oberseite dicht und sehr grob und etwas runzelig punktiert. Ebenso
Stirn und Scheitel. Begrenzungslinie Clypeus-Stirn angedeutet. Halsschild
mäßig gewölbt, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand stark kon-
kav, Vorderecken vorgezogen und spitz. Basiszacken flach. Halsschild grob
und sehr dicht punktiert. Nur die Mittellinie ist von der Basis bis zur Mitte
meist kahl, aber wenig verbreitert. Die Seiten sind fast immer durchgehend
punktiert, höchstens ist die Punktierung etwas ungleichmäßig. Scutellum
fast glatt mit eingedrückter Mittellinie. Flügeldecken grob gerunzelt, die
Naht und 3 flache Rippen sind mehr oder weniger glatt, manchmal bes.
beim $ sind auch nur 2 Rippen deutlich unterschieden. Die roten Flecken
sind glatt, höchstens die Apicalbeulen manchmal ein wenig gerunzelt. Pygi-
dium mäßig dicht und grob punktiert bei glatter Mittellinie. Tibien mit
3 Zähnen.
Länge 10-14 mm, 26 Exemplare aus Columbien, Neotypus im Museum
Brüssel. Aedoeagus siehe Tafel I/4 und Tafel IIT/4.
14) C. quadrimaculata Blanch. (= quadrinotata Burm.)
Ober- und Unterseite schwarz, Beine dunkelrotbraun, Fühler rotbraun,
Schulter und Apicalbeulen der Flügeldecken rot. Scutellum schwarz, manch-
mal auch rötlich glänzend. Ober- und Unterseite mit kurzen weißlichen Bor-
sten sparsam bekleidet, mit Ausnahme der Rippen und glatten Stellen des
Halsschildes. Clypeus ö? eckig abgerundet, vorne wenig aufgebogen, Vor-
derrand beim ö etwas mehr ausgeschnitten wie $. Oberseite des Kopfes 5?
dicht und grob runzelig punktiert. Halsschild besonders 5 stark gewölbt,
vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand konkav. Vorderecken nur
sehr mäßig vorgezogen, fast rechtwinkelig. Halsschild Oberseite grob aber
sehr ungleichmäßig punktiert, Mittellinie fast immer glatt von der Basis bis
zum Vorderrand, daneben ausgedehnte kahle Stellen von verschiedener
Größe. Die kurzen Börstchen sitzen wie immer in den Punkten, Basiszacken
sehr flach, Scutellum gerunzelt, meist ohne Mittellinie. Flügeldecken ge-
runzelt mit 3 glatten Rippen, welche mehr betont und glatter sind als bei
quadripustulata; auch ist die Umgebung des Scutellums immer glatt, wenig-
stens beim d. Die roten Schultern glatt, die roten Apicalbeulen etwas gerun-
zelt. Das Pygidium ist grob und wenig dicht unregelmäßig punktiert. Tibien
mit 3 flachen Zähnen.
Länge 8-12 mm. Aedoeagus siehe Tafel IV/5 und Tafel III/6.
Diese Art ist von quadripustulata vor allem durch den stark gewölbten
Halsschild und die kahlen Stellen auf seiner Oberfläche verschieden. Auch
die Parameren sind anders gestaltet. Dagegen ist C. quadrinotata Burm.
ohne Zweifel identisch mit quadrimaculata Blanch. Alle als quadrinotata
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 23
determinierten Stücke sind nicht von dieser Art zu trennen, auch nicht in den
Geschlechtsorganen. Daher ist quadrinotata als später beschriebene Art ein-
zuziehen (siehe auch Vorbemerkung zu Burmeister). Von quadrimaculata
bzw. quadrinotata lagen mir 67 Exemplare vor, alle aus Columbien und
Venezuela, Neotype im Museum Brüssel.
15) C. lineata Wat. (Tafel 1/1)
Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler rot, glänzend, Ober-
und Unterseite des Kopfes, Teile des Halsschildes und die Flügeldecken,
letztere in Reihen mit kurzen hellen Borsten nicht sehr dicht bedeckt. Gestalt
stark gewölbt und verkürzt. |
Clypeus 8 etwas vorgezogen, aufgebogen eckig. Der Vorderrand sehr
seicht ausgeschnitten, Clypeus $ etwas weniger aufgebogen, abgerundet,
Vorderrand gerade. Oberseite des Kopfes dicht und grob punktiert. Hals-
schild in der Mitte und an der Basis glatt, daneben noch glatte Stellen von
verschiedener Ausdehnung. Vorderrand und Seiten ziemlich dicht und grob
punktiert. In den Punkten sitzen ebenso wie auf dem Kopf die kurzen
Borsten. Vorderer und hinterer Seitenrand ein wenig concav, Vorderecken
vorgezogen und spitz. Beim 5 ist der Halsschild etwas länger, Basiszacken
flach. Scutellum mit einigen groben Borstenpunkten.
Flügeldecken an der Naht glatt, außerdem mit 3 breiten sehr flachen
gerunzelten Furchen, von denen die erste bis zur Flügeldeckenspitze reicht,
die nächsten stark verkürzt sind. In den Furchen sitzen die kurzen Borsten.
Der Seitenrand der Flügeldecken ist ebenfalls gerunzelt und trägt Borsten.
Die Zwischenräume sind glatt. Das Pygidium trägt ebenfalls grobe Borsten-
punkte und ist in der Mitte glatt.
6 56,1 %. Gegend von Medellia Columbien, leg. Damit, in U.S.N.M.
Washington. Die Art ist von allen anderen der Gruppe 1 durch die stark
gewölbte und verkürzte Gestalt verschieden. Aedoeagus siehe Tafel
IV/11 und IIV/10.
16) C. ruficollis n. sp.
Ober- und Unterseite bis auf die 3 ersten Ventralsegmente, Fühler und
Schulterbeulen hellrot. Scutellum rot. Die Flügeldecken schwarz mit röt-
lichen Furchen. Die Oberseite des Kopfes, die Seitenränder und der Vorder-
rand sowie die Basis des Halsschildes, die Flügeldecken in den Furchen, der
Seitenrand der Flügeldecken und die Unterseite mit kurzen hellen anliegen-
den Borsten ausgezeichnet. Gestalt stark gewölbt und verkürzt. Clypeus Ö&
nicht vorgezogen, etwas aufgebogen, Ecken stark abgerundet, Vorderrand
24 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
deutlich ausgeschnitten. Oberseite gerunzelt, Stirn und Scheitel grob punk-
tiert.
Halsschild Seitenränder concav, stärker als bei C. lineatus. Vorderecken
vorgezogen und spitz. Basiszacken sehr flach. Oberfläche des Halsschildes auf
der Scheibe fast ganz glatt, mit nur ganz vereinzelten Borstenpunkten, die
Basis und die Seitenränder sowie etwa ?/s des Vorderrandes mit ziemlich
groben Borstenpunkten bedeckt. Das mittlere Drittel des Vorderrandes glatt.
Das Scutellum mit Borstenpunkten, die Flügeldecken wie bei lineata mit
seichten Furchen, die erste bis zu den Flügeldeckenspitzen, die zwei nächsten
verkürzt. Die Furchen sind etwas weniger runzelig, insbesondere ist die rote
Schulterbeule sehr ausgedehnt glatt. Die Zwischenräume der Furchen glatt.
Das rote Pygidium ist nur am oberen Teil punktiert, sonst weitgehend glatt.
Länge 12 mm, 1 ö aus Bucaramanga, Columbien. Type in meinem Museum.
Die Art ist zweifellos mit C. lineata verwandt, aber durch den roten
Halsschild, den Clypeus, sowie auch durch die Parameren eindeutig ver-
schieden. Aedoeagus siehe Tafel Il/8 und Tafel III/3.
17) C. brunneipennis Bat.
Halsschild und Scutellum schwarz bis braunschwarz, Unterseite schwarz-
braun, Flügeldecken rotbraun, Clypeus, Beine und Fühler rotbraun, mäßig
glänzend. Ober- und Unterseite mit steifen kurzen und hellen Borsten aus-
gezeichnet. Auf der Unterseite, besonders auf dem Pygidium und auf den
Apicalbeulen der Flügeldecken sind die Borsten länger und zahlreicher, auf
dem Scutellum büschelförmig, dagegen auf der Halsschildscheibe nur spär-
lich, etwas gedrängt entlang der Mittellinie und auf den Seiten. Clypeus 6
etwas mehr an den Ecken gerundet wie ?. Vorderrand Ö ein wenig ausge-
randet Q fast gerade. Oberseite öQ des Kopfes gerunzelt. Halsschildseiten-
rand geschweift, vorderer Seitenrand gerade, Vorderecken nicht vorgezogen.
Halsschild auf der Scheibe ziemlich glatt. Die Seiten und der Vorderrand
unregelmäßig grob punktiert. Basiszacken gut ausgebildet, aber nicht spitz.
Flügeldecken schwach gerunzelt, nur die Apicalbeulen glatt mit Borsten-
punkten, nicht gerippt. Pygidium dicht mit groben Borstenpunkten ausge-
zeichnet, Tibien mit 3 Zähnen.
Länge 9-10 mm, 42 Exemplare aus Costa Rica. Aedoeagus siehe Tafel IV/12.
18) C. rubiginosa Latr.
Ober- und Unterseite, Beine und Fühler hellrotbraun. Halsschild zu-
weilen etwas dunkler, schwach glänzend, Ober- und Unterseite mit anliegen-
den hellen Borsten dicht bedeckt. Entlang der Mittellinie des Halsschildes,
welche selbst frei von Borsten ist, sind diese länger und dichter, ebenso
etwas dichter und länger auf den Apicalbeulen der Flügeldecken. Auf den
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 25
Flügeldecken einige längliche kahle Stellen. Auf diesen, sowie neben der
Naht und sehr zerstreut auf dem Halsschild stehen einige längere Stichel-
haare. Sie sind jedoch nicht besonders auffallend und kaum dicker als die
Borsten. Die Borsten auf dem Scutellum sind büschelförmig. Clypeus 5%
stark aufgebogen, ö etwas eckig, ? gerundet. Vorderrand Sf fast gerade.
Oberseite des Kopfes und des Halsschildes schwach gerunzelt, oft verdeckt
durch die Borsten. Vorderer und hinterer Seitenrand des Halsschildes konkav
geschwungen. Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken gut ausgebildet,
aber nicht spitz.
Flügeldecken überall wie der Halsschild fein gerunzelt. Rippen nur
angedeutet, Pygidiumoberfläche wie die Flügeldecken, Tibien mit 3 Zähnen.
Länge 9-10 mm. Durch die einf. Oberfläche und die dichte Behaarung von
der vorhergehenden Art verschieden.
25 Exemplare aus Peru. Neotype ö im Smithson. Inst. Washington.
19) C. klenei Brenske (Tafel 1/2)
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Ober- und Unter-
seite ziemlich dicht mit hellen Borsten bedeckt. Auf der Unterseite und dem
Pygidium sind die Borsten länger, entlang der Mittellinie und den Seiten
des Halsschildes, ein wenig auf den Schulterbeulen der Flügeldecken deut-
lich, auf den Apicalbeulen stehen die Borsten dichter und sind zu Schuppen-
haaren umgebildet. Auf dem Scutellum stehen diese als dichte Büschel. Die
Flügeldecken selbst sind auf der Scheibe spärlich, auf den Seiten dicht mit
einfachen Borsten ausgezeichnet, sie sind auch etwas schuppenartig, aber
nicht so deutlich wie auf dem Halsschild und den Apicalbeulen. Einzelne
Stichelhaare fehlen fast vollständig.
Clypeus ö eckig, $ abgerundet, Vorderrand ö? gerade. Oberseite des
Kopfes schwach gerunzelt, Halsschildvorderseiten gerade, Hinterseiten vor
den Hinterecken ein wenig geschweift. Vorderecken stumpfwinkelig und
nicht vorgezogen. Basiszacken rechtwinkelig. Halsschild mit flachen Borsten-
punkten. Scutellum mit Schuppenhaarbüschel. Flügeldecken gerunzelt, Api-
calbeulen und manchmal einige Längsschwielen glatt. Pygidium Oberfläche
wie die Flügeldecken beschaffen. Tibien ö mit 2, ? mit 3 Zähnen.
Länge 8-9 mm, 8 Exemplare 5% aus Ecuador, Type im Zool. Museum Ber-
lin. Aedoeagus siehe Tafel II/13.
20) C. ohausi Mos.
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Ober- und Unter-
seite ziemlich dicht und lang, auf dem Kopf und Scutellum, sowie Halsschild
wesentlich länger und sehr dicht hell behaart. Auf dem Halsschild und Flü-
geldecken ziemlich regelmäßig einzelne aufrechte Stichelhaare eingestreut,
26 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
welche aber nicht viel dicker und nur 2-3mal so lang sind wie die übrigen
Haare. Auch das Pygidium und die Spitzen der Flügeldecken sind etwas
länger behaart. Clypeus ö eckig und seicht ausgeschnitten. Halsschild Vor-
derseitenrand gerade, Hinterseitenrand vor den Hinterecken etwas ge-
schweift. Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken gut ausgebildet. Flügel-
decken überall gerunzelt, keine Rippen vorhanden. Vordertibien mit 2
Zähnen.
Länge 9 mm. Durch die lange, dichte und dünne Behaarung auf dem Hals-
schild von den übrigen Arten dieser Gruppe deutlich unterschieden. 2 d
Loja, Ostcordilleren Sebanilla, leg. Ohaus, Type im Zool. Museum Berlin,
Q unbekannt.
21) C. rühli Brenske
Ober- und Unterseite hellbraun, wenig glänzend, Kopf, Halsschild und
Scutellum sowie Pygidium sehr dicht mit Schuppenhaaren bedeckt, eine
schmale Mittellinie auf der Scheibe kahl. Unterseite dicht mit mittellangen
Borsten besetzt. Auf den Flügeldecken sind kürzere Borsten in 5 Längs-
reihen vorhanden. Die 5. Reihe vereinigt sich in der Mitte mit der Borsten-
reihe auf dem Rand der Flügeldecken, zwischen den Borstenreihen sind die
Flügeldecken kahl und fast glatt. Die Borsten bzw. Schuppenhaare auf dem
Halsschild und der Unterseite sind heller weißgelb, als auf den Flügeldecken.
Clypeus ö verhältnismäßig kurz, stark aufgebogen. Ecken gerundet,
vorne gerade. Vorderer Seitenrand des Halsschildes ein wenig, hinterer
Seitenrand des Halsschildes stärker concav geschweift. Vorderecken nicht
vorgezogen. Scutellum mit schmaler, glatter Mittellinie, Basis- bzw. Scutel-
lum-Zacken gut ausgebildet. Flügeldecken mit Borstenreihen, die Zwischen-
räume glatt und ein wenig gewölbt. Auf dem Pygidium verdecken die Schup-
penhaare die Sculptur, der vortretende Teil (7) trägt keine Schuppenhaare,
aber am Rand einen Kranz langer dunkelgelber Borsten. Vorder-Tibien mit
3 Zähnen.
Länge 10-12 mm, 3 ?? aus Ecuador, Lectotype im Museum Brüssel, 1 $ im
Museum Dresden, 1 2 in meinem Museum; Ö unbekannt.
22) C. macrophylla Mos.
Ober- und Unterseite rotbraun, Halsschild, Stirn und Scheitel etwas
dunkler. Unterseite und Pygidium ziemlich dicht, Halsschild auf den Seiten,
Stirn und Scheitel mit Schuppenhaaren bedeckt. Auf der Scheibe des Hals-
schildes sind sie wesentlich spärlicher, dort sind große kahle und glatte
Flecken, sowie 1 glatter Fleck auf der Seite vorhanden. Auf den Flügel-
decken sind die Schuppenhaare in 5 schmalen Doppelreihen angeordnet. Der
Seitenrand der Flügeldecken trägt ebenfalls Schuppenhaare, das Scutellum
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Ar
ist ganz dicht bedeckt. Die Schuppenhaare auf den Seiten und der Unterseite
des Halsschildes sind breiter, ebenso auf dem Scutellum, die übrigen sind
borstenförmig.
Clypeus ö? stark aufgebogen, fast ausgehöhlt, Ecken abgerundet, Ö
ausgerandet, ? fast gerade. Oberseite mit einigen flachen Borstenpunkten,
Stirn und Scheitel dichter besetzt. Halsschild mit 3 mittleren kahlen breiten
Linien sowie einer glatten Stelle auf der Seite, sonst mit Borstenpunkten
bedeckt. Vorderer Seitenrand fast gerade, hinterer Seitenrand geschweift,
Vorderecken rechtwinkelig und mehr vorgezogen, Basiszacken flach.
Die Flügeldecken zwischen der Borstenreihe gewölbt und glatt, Apical-
beule ohne Borsten, ganz wenig gerunzelt. Pygidium ö mit kahler Mittel-
linie, 2 ohne Mittellinie. Fühlerfahne 5 1!/ı so lang wie der Schaft, 3glied-
rig, Vordertibien mit 3 Zähnen.
Länge 9-10 mm, 3 ö&& 1 (ohne Fühler) aus dem Cauca Tal in Columbien.
Type im Deutschen Entomologischen Institut.
23) C. quadrifoliata Mos.
Unterscheidet sich von C. macrophylla nur dadurch , daß 5% einen
Fühler mit 4gliedriger Fahne besitzt. Er ist ebenso lang wie bei macrophylla.
Der Halsschild weist statt 3 länglichen kahlen Stellen wie bei macrophylla
nur eine in der Mitte V-förmig verbreiterte kahle Linie auf. Die Type ist
anscheinend verschollen, mir sind nur 2 d Ö in meinem Museum bekannt,
darunter 1 Neotype. Fundort: San Antonio Columbien, ex coll. Staudinger.
24) C.hispida Bates
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Unterseite mit
ziemlich langen, anliegenden Borsten, Oberseite, Kopf, Halsschild und Pygi-
dium mit kürzeren, aufrechten Borsten mäßig dicht bedeckt. Wenig glän-
zend. Auf dem Halsschild neben der Mittellinie und auf den Seiten etwas
dichter sowie gleichmäßig und zerstreut auf den Flügeldecken, dicht auf dem
Pygidium befinden sich sehr lange aufrechte, unten dickere, nach oben gleich-
mäßig verjüngte Stichelhaare; sie sind wesentlich dicker und 3-4mal solang
wie die kurzen Borsten der Flügeldecken und des Halsschildes. Auf dem
Halsschild eine schmale kahle Mittellinie.
Clypeus Ö tief ausgeschnitten, so daß er 2lappig erscheint. Die Ecken
nur wenig abgerundet, $ abgerundet und vorne gerade. Oberseite des Cly-
peus ziemlich glatt. Stirn und Scheitel mit dichten Borstenpunkten, Hals-
schild ebenfalls mit dichten Borstenpunkten bedeckt. Vorderer Seitenrand
gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Basiszacken gut ausgebildet. Vorder-
ecken nicht vorgezogen. Flügeldecken mit Borstenpunkten mäßig dicht be-
deckt, dazwischen ein wenig gerunzelt ohne kahle Stellen oder Rippen. Pygi-
28 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
dium dichter punktiert als die Flügeldecken. Vorder-Tibien $ 2, 2 3 Zähne.
Länge 8-9 mm, 5 ö® aus Costa Rica. Diese und die nächste Art sind durch
die dicken und langen Stichelhaare von den anderen Arten der Gruppe ver-
schieden. Aedoeagus siehe Tafel IV/14.
25) C.nitida n. sp.
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, stark glänzend.
Unterseite mit langen, weißen Borsten dicht bedeckt. Halsschild an den
Seiten, je eine Reihe neben der Mittellinie, das Scutellum und Pygidium,
Stirn und Scheitel ebenfalls mit langen, dichtstehenden Borsten geschmückt.
Der übrige Halsschild und die Flügeldecken mit kurzen, aufrechten Borsten
ziemlich zerstreut, aber gleichmäßig bedeckt. Lange Stichelhaare zerstreut
auf dem Kopf, auf der Scheibe des Halsschildes, dichter auf dem Halsschild-
rand und sehr zerstreut auf den Flügeldecken, wo sie nur auf den Apical-
beulen büschelig stehen, einige auch auf dem Pygidium. Clypeus & eckig,
Vorderrand fast gerade, $ abgerundet, ebenfalls fast gerade. Oberseite des
Kopfes etwas rugos. Halsschild mit Borstenpunkten bedeckt. Vorderer Sei-
tenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vorderecken nicht vorge-
zogen, Basiszacken gut ausgebildet. Flügeldecken etwas runzelig, mit zer-
streuten Borstenpunkten, ohne Rippen, Schulterbeule glatt. Pygidium dicht
mit Borstenpunkten bedeckt, beim $ ein unbehaarter, aber punktierter Fleck
an der Spitze.
Vorder-Tibien d mit 2, 2 mit 3 Zähnen.
Länge 10-13 mm. Die Art unterscheidet sich von C. hispida Bates durch den
geraden Clypeus, beim ö durch die spärlichen Stichelhaare und durch den
Fundort, besonders auch durch die stark verschiedenen Geschlechtsorgane
beim ö. Aedoeagus siehe Abbildung 1.
Abb. 1: Seitenansicht
des Aedoeagus von
Ceraspis nitida n. sp.
11 &® aus Brasilien, Peru und Bolivien, 1 Holotype ö im Museum Dresden,
Allotype 2 im Museum Washington, Holotype ö aus Bolivien ohne
näheren Fundort, Allotype $ aus Sao Paulo, Brasilien.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 29
26) C. modesta Burm.
Unterseite und Halsschild rötlich braun, Flügeldecken, Fühler und
Beine hellbraun, wenig glänzend. Unterseite und ein breiter Streifen neben
der Mittellinie, der Halsschild und die Seiten des Halsschildes mit längeren
hellen Borsten ziemlich dicht bedeckt. Der übrige Halsschild und die Flügel-
decken mit kurzen Borsten etwas zerstreuter ausgezeichnet. Pygidium und
Scutellum ebenfalls dicht bedeckt. Clypeus ö etwas eckiger als ?, Vorder-
rand 5% fast gerade. Oberseite des Kopfes und des Halsschildes mit Bor-
stenpunkten ausgezeichnet. Clypeus ö etwas weniger dicht punktiert. Hals-
schild Vorderseitenrand gerade, Hinterseitenrand nur wenig geschweift,
Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken und entsprechende Vorsprünge
des Scutellums sehr flach.
Flügeldecken ziemlich dicht und fein punktiert, in den Punkten sitzen
die Borsten. Die Flügeldecken sind im Grund fein chagriniert, ohne Rippen.
Die Schulterbeulen glatt, ganze Oberfläche ohne Stichelhaare. Pygidium d?
dicht punktiert und behaart.
Länge 8-10 mm, 8 Exemplare aus Columbien, Typenmaterial d? im Mu-
seum Halle (mir vorgelegen). Diese und die folgende Art sind durch den
flachen Vorsprung des Scutellums charakterisiert.
27) C. bivittata Burm.
Oberseite hellbraun, Scheitel, 2 Streifen auf dem Halsschild, Brust und
Hinterleib kupferfarbig. Die ganze Ober- und Unterseite ziemlich dicht mit
hellen Borsten besetzt. Auf der Unterseite, dem Pygidium und am Rande der
Flügeldecken sind die Borsten etwas länger, sonst mittelmäßig lang. Auf
dem Scutellum ein Büschel heller Borsten. Einige Borsten auf den Flügel-
decken sind etwas länger, erreichen aber nie die Länge der Stichelhaare wie
bei C. hispida.
Clypeus ö rechtwinkelig aufgebogen, die Ecken spitzwinkelig, Vorder-
rand tief dreieckig ausgeschnitten. Clypeus $ nicht so scharf aufgebogen.
Ecken rund, Vorderrand ebenfalls ziemlich tief ausgeschnitten. Oberseite des
Kopfes und des Halsschildes ziemlich dicht mit nicht sehr groben Borsten-
punkten bedeckt. Vorderseitenrand des Halsschildes gerade, Hinterseiten-
rand sehr wenig vor den Hinterecken geschweift. Vorderecken nicht vorge-
zogen. Basiszacken und Scutellumvorsprung sehr flach. Die Flügeldecken
sind runzelig punktiert, sehr schwach gerippt. Die Schulterbeulen glatt. Das
Pygidium &Q ist dicht punktiert und behaart. Vorder-Tibien d? mit 3
Zähnen.
Scutellumvorsprung sehr flach. Die Flügeldecken sind runzelig punktiert,
30 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
sehr schwach gerippt. Die Schulterbeulen glatt. Das Pygidium 9 ist dicht
punktiert und behaart. Vorder-Tibien dQ mit 3 Zähnen.
Länge 12-14 mm. Durch die Größe von C. modesta verschieden. 4 &9, dar-
unter die beiden typischen Stücke (SP). Alle Exemplare aus dem Mu-
seum Halle, Coll. Burmeister. Fundort Columbien, ohne näheren An-
gaben.
28) C. globicollis n. sp. (= globicollis Arrow i. 1.)
Ober- und Unterseite dunkelrotbraun, Beine und Fühler heller, Ober-
seite, Halsschild dicht mit Borsten bedeckt. Die Flügeldecken mit gelblichen
Schuppenborsten sehr dicht ausgezeichnet. Am Rande des Halsschildes und
an der Basis sind breite weile Schuppen, ebenso wie auf der gesamten Un-
terseite. Die Schuppen sind auf der Unterseite ziemlich dicht, jedoch ist der
Untergrund sichtbar. Das Scutellum ist mit Schuppenborsten und auf der
Innenseite mit weißen Schuppen bedeckt, ebenso der dem Scutellum gegen-
überliegende Vorsprung des Halsschildes. Im Umkreis des Schildchens auf
den Flügeldecken befinden sich eine Reihe sehr langer, aufrechtstehender
Haare.
Clypeus ö ziemlich kurz, die Ecken abgerundet, die Vorderseiten ge-
rade. Die Oberseite genau wie der Halsschild, nur etwas kürzer behaart.
Halsschild fast halbkugelförmig gewölbt, so breit wie die Flügeldecken,
dicht, abstehend dunkelgelb behaart. Die Seiten des Halsschildes gleich-
mäßig gerundet, nur vor den Hinterecken konkav geschweift. Vorderecken
etwas vorgezogen und spitz.
Die Basiszacken sehr deutlich ausgeprägt, spitzwinkelig. Die Flügel-
decken glatt, ohne Rippen, nur mit dichten Punkten bedeckt, aus denen die
Schuppenhaare entspringen. Auch die Schulter und Apicalbeulen sind mit
Schuppen bedeckt. Das Pygidium ist mit weißen Schuppen, welche konzen-
trisch auf die Mitte zu gerichtet sind, dicht bedeckt.
Vorder-Tibien sind 2zähnig.
Länge 11 mm.
Die Art ist durch den breiten, kugelförmigen Halsschild besonders aus-
gezeichnet. Sie und die nächstfolgende Art unterscheiden sich dadurch von
allen übrigen der Gruppe 3.
4 && aus Santo, Brasilien, leider ohne nähere Fundortangabe, $ unbekannt.
Type im Britischen Museum.
29) C. martinezi n. sp. (Tafel 1/5)
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Halsschild äußerst dicht mit auf-
rechten Schuppenhaaren bedeckt. Die Flügeldecken ebenfalls mit sehr spit-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3l
zen Schuppen ausgezeichnet, welche etwas dichter stehen und anliegen. Auf
dem Halsschild und dem Scutellum sind die Schuppen dunkelbraun, auf den
Flügeldecken weiß-gelb. Das Scutellum ist genau so beschuppt wie der Hals-
schild. Die Unterseite ist ebenfalls weiß-gelb beschuppt. Besonders auf der
Unterseite des Halsschildes ist die Beschuppung außerordentlich dicht.
Clypeus länger als die vorhergehende Art. Die Ecken stark gerundet,
so daß er fast halbkreisförmig erscheint, nur vorne ein kleines Stück gerade.
Kopf genauso dicht wie der Halsschild beschuppt. Halsschild vorderer Seiten-
rand gerade, die Seitenecken breit abgerundet, vor den Hinterecken etwas
ausgeschweift. Die Vorderecken nicht vorgezogen, fast stumpfwinkelig. Die
Basiszacken ebenfalls stumpfwinkelig. Der Halsschild ist so breit wie die
Flügeldecken und ebenfalls stark gewölbt, wenn auch nicht ganz so stark wie
bei C. globicollis.
Vorder-Tibien mit 2 sehr gut ausgebildeten Zähnen.
Länge 12 mm, 2 5 6 Sao Paulo, Brasilien. Type im Museum Sao Paulo.
Die Art unterscheidet sich von der vorhergehenden C. globicollis durch
die Beschuppung des Halsschildes. Bei C. globicollis ist dieselbe haarförmig,
bei C. martinezi sind die Haare durch Borstenschuppen ersetzt. Die Be-
schuppung ist so dicht, daß man den Untergrund kaum sieht; alle Schuppen
stehen aufrecht.
30) C. mustela n. sp. (= mustela Arrow i. ].)
Ober- und Unterseite hellbraun, ebenso die Beine und Fühler. Die
Oberseite des Kopfes ist mit anliegenden braunen Schuppenborsten bedeckt.
Der Halsschild hat in der Mitte eine Linie von weißen Schuppenborsten, die
Scheibe ist entlang dieser Linie mit ganz dunklen Schuppenborsten aus-
gezeichnet. Auf der Seite des Halsschildes sind vorne die Schuppenborsten
gelb, an den Hinterecken fast weiß. An den Hinterecken sind die Schuppen
breiter, während sie auf der Scheibe ausgesprochenen Borstencharakter
haben.
Die Flügeldecken sind mit schmalen, anliegenden, gelben Schuppen
nicht sehr dicht bedeckt, in der apicalen Hälfte befinden sich 2 aus weißen
breiteren Schuppen gebildete Makeln. Neben diesen Makeln ist eine nur
mit schwarzen Borsten ausgezeichnete kahle Stelle.
Das Pygidium und die Unterseite sind mit schmalen, weißen Schuppen-
borsten anliegend bedeckt. Der Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, sehr stark
aufgebogen, die Ecken sind nach außen etwas heraustretend. Die Vorder-
seite ist breit, aber ziemlich flach ausgerandet.
Clypeus ® ist kurz in einem ziemlich flachen Bogen abgerundet. Hals-
schild 5 so breit wie die Flügeldecken, stark gewölbt, vorderer und hinterer
32 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Seitenrand fast gerade. Die Vorderecken etwas vorgezogen und spitz. Hals-
schild ? schmäler als die Flügeldecken und nicht so stark gewölbt. Auch die
Vorderecken sind nicht spitz und nicht vorgezogen. Flügeldecken 5% sind
ohne Rippen, nur mit Borstenpunkten ausgezeichnet. Beschuppung siehe
oben. Die Art ist ausgezeichnet durch die starke Divergenz beim Halsschild
des 2, weshalb auch ö und 2 in der Bestimmungstabelle in verschiedenen
Gruppen erscheinen.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, von denen der 2. Zahn schwächer ausge-
bildet ist.
Von den 2 vorhergehenden, ebenfalls mit kugelförmigem, breitem Hals-
schild ausgezeichneten Arten unterscheiden sich C. mustela durch die Flecken
auf den Flügeldecken und durch die geringere Größe.
Länge 8 mm.
1 51% aus Espiritu-Santo, Type im Britischen Museum.
31) C. pilatei Harold (= velutina Bates)
Ober- und Unterseite, Beine und Fühler hellbraun, Oberseite des Cly-
peus mit Schuppenborsten, Scheitel und Stirn mit anliegenden, weißen, läng-
lichen Schuppen bekleidet.
Halsschild und Flügeldecken mit reihenweise angeordneten, weißen,
schmalen, anliegenden Schuppen bedeckt.
Pygidium und Unterseite mäßig dicht mit anliegenden Schuppen regel-
mäßig bedeckt. Auf dem Pygidium in der oberen Hälfte in der Mitte eine
kahle Stelle.
Clypeus ö6 etwas vorgezogen, stark aufgebogen, die Ecken abgerundet,
Vorderrand seicht ausgeschnitten. Der Halsschild ziemlich flach, etwas länger
als breit, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Die
Vorderecken etwas vorgezogen, fast rechtwinkelig. Die Basiszacken ziemlich
flach. Durch die reihenweise angeordneten Schuppen auf dem Halsschild ent-
stehen kahle Längsstreifen. In der Mitte geht ein Längsstreifen durch, auf
der Seite sind dieselben nicht regelmäßig ausgebildet. Ungefähr die Hälfte
des Halsschildes ist kahl. Das Scutellum ist dicht beschuppt mit ganz schma-
ler, kahler Mittellinie. Auf den Flügeldecken sind 3 flache Rippen vorhanden,
welche kahl sind. Eine 4. kahle Linie geht von der Schulterbeule aus und
endet etwas nach der Mitte der Flügeldecken.
Gestalt ziemlich langgestreckt, Vorder-Tibien mit 3 Zähnen, der 1. Zahn
sehr schwach.
Länge 13-15 mm.
Die Art unterscheidet sich von allen übrigen dieser Gruppe durch die
reihenweise angeordneten Schuppen. C. velutina Bates scheint mir nichts
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33
anderes zu sein, als eine auf dem Halsschild sehr gut beschuppte C. pilatei.
Ich kann beim besten Willen keine sonstigen Unterschiede feststellen. Auch
die Beschreibung bietet keinen Anhaltspunkt. Ich ziehe daher C. velutina ein.
60 Exemplare aus Mexiko, Honduras, Guatemala.
32) C. bivulnerata Germ.
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Kopfoberseite dicht
mit schmalen, langen, weißlich-gelben, spitzen Schuppen ausgezeichnet. Der
Halsschild auf der Mittellinie ziemlich breit mit breiteren weißen Schuppen
bedeckt. Neben dieser Mittellinie beiderseits eine längliche, ebenso breite
Stelle mit dunkleren Borsten, welche vom Vorderrand bis zur Mitte des Hals-
schildes reicht. Der übrige Halsschild mit etwas schmalen, dunkelgelben, an-
liegenden Schuppen dicht bedeckt. An der Basis des Halsschildes die glei-
chen Schuppen wie auf der Mittellinie. Die Bedeckung des Halsschildes mit
Schuppen ist dicht, aber nicht so dicht, daß man nicht die Unterseite er-
kennen kann.
Das Scutellum ist ebenfalls dicht mit anliegenden, breiteren weißen
Schuppen bedeckt. Um das Scutellum herum lange, hellbraune, einzelne auf-
stehende Haare.
Die Flügeldecken in der Mitte ziemlich dicht mit breiteren Schuppen
ausgezeichnet. Auf den Seiten werden die Schuppen etwas schmäler und
sind auch zerstreuter. In der Mitte der Flügeldecken und auf der Apical-
beule schmale Flecken, welche mit dunklen Schuppen ausgezeichnet sind.
Das Pygidium ist in der oberen Hälfte wenig dicht beschuppt, auf der
Unterseite sehr dicht, an der Spitze sind büschelförmig auftretende, lange,
hellbraune Haare.
Die Unterseite ist lang und dicht behaart, die Haare sind nur am letzten
Segment und am Propygidium schuppenförmig.
Clypeus ö sehr stark vorgezogen und etwas verschmälert, fast recht-
winkelig, stark aufgebogen. Die Ecken wenig verrundet, die Vorderseiten
gerade. Clypeus $ stark abgerundet in einem flachen Bogen verlaufend,
nicht so stark aufgebogen wie beim Ö.
Der Halsschild ist normal gewölbt, der vordere Seitenrand länger als
der hintere, etwas konkav, die Vorderecken spitz und vorgezogen. Die Sei-
tenecken flach verrundet, der hintere Seitenrand nur kurz vor den Hinter-
ecken etwas konkav, sonst gerade. Die Basiszacken sehr gut ausgebildet, die
Flügeldecken nicht gerippt. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 13-16 mm.
79 Exemplare aus Brasilien und Guayana. Gestalt ebenfalls ziemlich lang-
gestreckt, die 27? wie üblich, wesentlich plumper.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 3
34 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
33) C. amazonica n. sp.
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Beine und Fühler etwas heller
braun, Kopf Oberseite mit fleischfarbenen, langen, dünnen Schuppen, ebenso
wie der Halsschild dicht bedeckt. Die Schuppen lassen auf dem Kopf den
Untergrund etwas erkennen, dagegen stehen sie auf dem Halsschild sehr
dicht. Beiderseits der Mittellinie des Halsschildes einige lange, aufrecht-
stehende einzelne Haare.
Das Scutellum ist ebenfalls dicht bedeckt und ist außergewöhnlich groß
und zweiteilig gewölbt. Die Flügeldecken sind mit relativ schmalen, eben-
falls Heischfarbenen Schuppen dicht bedeckt, sie lassen aber den Untergrund
erkennen. Die Schulterbeulen sind kahl. Die Unterseite und das Pygidium
sind mit weiß-gelben Schuppen sehr dicht bedeckt. Das Pygidium ($) ist flach
halbkreisförmig, der Halsschild ziemlich kurz gewölbt, der vordere Seiten-
rand fast gerade, der hintere Seitenrand geschweift. Die Vorderecken kaum
vorgezogen, fast rechtwinkelig. Die Basiszacken sind gut ausgebildet, die
Flügeldecken ohne Rippen.
Die Gestalt ist wesentlich kürzer als die der vorhergehenden Arten,
mehr einer Hoplia-Form ähnlich.
Vorder-Tibien mit 2 sehr gut ausgebildeten Zähnen.
Länge 14 mm, nur 1 $, Amazonas, Brasilien.
Durch die dichten, anliegenden Schuppen des Halsschildes bemerkens-
wert. Diese Art hat Ähnlichkeit mit den Arten der Citrina-Gruppe, diese sind
jedoch noch dichter beschuppt, und die Schuppen sind wesentlich breiter.
Type im Britischen Museum.
34) C. oblonga Moser
Ober- und Unterseite, Beine und Fühler braun bis metallisch schim-
mernd, Halsschild und Kopf etwas dunkler, Kopf oben sehr gerunzelt, ziem-
lich dünn mit anliegenden Schuppenborsten bedeckt. Der Halsschild ist sehr
dicht mit lanzettförmigen, weißgelben Schuppen ausgezeichnet. Auf der
Basis neben der Mittellinie 2 große Flecken, welche nur mit dünnen Schup-
penhaaren besetzt sind, so daß der Untergrund gut sichtbar ist.
Das Scutellum ebenfalls mit weißen lanzettförmigen Schuppen dicht
besetzt, die Mittellinie kahl.
Die Flügeldecken neben der Naht mit weißgelben Schuppen bedeckt.
Auf den Seiten der Flügeldecken sind dieselben durch Haare ersetzt. Die
Unterseite am Prosternum und Metasternum behaart, die Ventralsegmente
mit lanzettförmigen Schuppen besetzt. Das Pygidium behaart, nur mit eini-
gen weißen, länglichen Schuppen in der oberen Hälfte ausgezeichnet.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 39
Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand stark ge-
schweift. Vorderecken nicht vorgezogen, flachwinkelig. Basiszacken sehr gut
ausgebildet und spitzwinkelig. Flügeldecken nicht gerippt, nur schwach ge-
runzelt. Gestalt ziemlich lang. Vorder-Tibien mit 2 gut ausgebildeten Zähnen.
Zähnen.
Länge 15 mm.
Aus allen Museen ist mir nur 1 einziges ? zu Gesicht gekommen, das
ich als Neotype bezeichnet habe. Dieselbe befindet sich im Britischen Mu-
seum. Die anderen Exemplare scheinen verschollen zu sein. Moser gibt
leider nicht an, wie viele Exemplare seiner Beschreibung zugrundegelegt
waren. Als Fundort ist in der Beschreibung Novo Friburgo, Brasilien ge-
nannt, die Neotype hat leider keinen Fundort.
35) C. bicolor Moser
Halsschild und Kopf schwarz, Flügeldecken rotbraun, Unterseite dun-
kelrotbraun, Beine und Fühler hellrotbraun. Kopfoberseite gerunzelt mit
etwas abstehenden hellen, bis dunklen Borstenhaaren bedeckt. Der Hals-
schild auf der Mittellinie mit einer schmalen Reihe weißer, länglicher Schup-
pen ausgezeichnet, ebenso befindet sich auf der Basis, den Seiten und am
Vorderrand ein schmaler Rand solcher Schuppen, sowie eine kurze, von den
Vorderecken ausgehende Reihe mit ebensolchen weißen Schuppen. Der
übrige Teil des Halsschildes mit ziemlich langen Borstenhaaren bedeckt. Das
Scutellum weist ebenfalls auf beiden Seiten aufrechtstehende, weiße Schup-
pen auf. Die breite Mittellinie ist kahl.
Die Flügeldecken sind ziemlich zerstreut, mit langen Borstenhaaren aus-
gezeichnet. Auf den Flügeldecken sind verschieden ausgebildete Makeln aus
weißen, lanzettförmigen Schuppen. Die Unterseite und das Pygidium ist
ganz weiß beschuppt. Es ist aber überall die Unterseite sichtbar. In der
Umgebung des Scutellums einige lange, aufrechtstehende hellbraune Haare.
Clypeus $ kurz, Vorderrand in flachem Bogen verlaufend. Clypeus ö etwas
vorgezogen.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 12 mm.
4 Exemplare aus Ceara, Espiritu-Santo, Brasilien.
Type $ im Zool. Museum Berlin.
Die Art ist besonders gekennzeichnet durch den verschiedenfarbigen
Halsschild und die Flügeldecken, ebenso wie die nachfolgende Art.
36) C. elongata n. sp.
Kopf, Halsschild, Unterseite und Beine dunkelbraun, Fühler und Flü-
36 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
geldecken hellbraun. Gestalt außergewöhnlich gestreckt. Flügeldecken 1!/o-
mal so lang wie breit. Kopfoberseite dicht, etwas runzelig punktiert mit
dünnen Borsten. Halsschild punktiert mit dunklen Borsten, welche von den
Punkten ihren Ursprung nehmen. Auf den Zacken gegenüber dem Scu-
tellum und an den Hinterecken einige breite Schuppen, die Flügeldecken
nicht gerippt, kaum gerunzelt und nur auf den Seiten an den Spitzen unter-
halb der Apicalbeulen gerunzelt. Auf der Scheibe fast glatt. Auf der api-
calen Hälfte befinden sich je 2 längliche, aus weißen Schuppen gebildete
Makeln. Die Seiten der Flügeldecken und die Apicalbeulen sind dünn be-
haart, die Unterseite ist überall fein und lang und dünn behaart. Auf den
Seiten der Ventralsegmente jeweils 1 Fleck aus weißen Schuppen bestehend.
Das Pygidium ist lang, fein und dicht behaart ohne Schuppenflecken,
diese befinden sich lediglich am Rand des Propygidiums und zwar einer in
der Mitte und zwei auf den Seiten. Clypeus ö nicht vorgezogen, Ecken ab-
gerundet, Vorderrand gerade.
Diese Art ist schon durch ihre langgestreckte Form mit keiner anderen
zu verwechseln. Vorder-Tibien 2zähnig.
Länge ll mm.
Type ö aus Catchimbo, Prov. Bahia, Brasilien, leg. Ch. Pujol 1890.
Type (Unicum 5) im Museum Brüssel.
37) C. albovaria Blanch.
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellrotbraun. Kopfoberseite mit
langen, weißen bis dunkelbraunen Borstenhaaren bedeckt. Der Halsschild
hat eine aus weißen, breiteren, lanzettförmigen Schuppen bestehende Mittel-
linie, ebenso sind die Seiten und einige ungenaue Flecken auf dem Hals-
schild mit weißen, breiten, lanzettförmigen Schuppen bedeckt. Neben
der Mittellinie und zwischen den weißen Schuppen breitere Stellen, die
nur mit aufrechten Borstenschuppen ausgezeichnet sind. Auch diese stehen
nur zerstreut, so daß der Untergrund vorherrscht. Auch auf dem Scutellum
befinden sich breite weißgelbe Schuppen. Flügeldecken ebenfalls größten-
teils nur mit borstenähnlichen Schuppen ausgezeichnet. Auf der Scheibe der
Flügeldecken und vor den Apicalbeulen symmetrische weiße Makeln, welche
aus wesentlich breiteren Schuppen gebildet sind. Die vorliegende Neotype
hat je 2 solche Makeln in der Mitte der Flügeldecken und je 1 vor den
Apicalbeulen.
Unterseite und Pygidium dicht weiß beschuppt. Die Schuppen sind
etwas schmäler als die breiten Schuppen auf den Flügeldecken. Clypeus ö
kurz, Ecken abgerundet, vorne gerade, wenig aufgebogen. Clypeus $ eben-
falls kurz, stärker abgerundet und fast in flachem Bogen verlaufend.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 37
Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand nur kurz
vor den Hinterecken etwas geschweift, Vorderecken nicht vorgezogen, Basis-
zacken sehr deutlich und fast spitzwinkelig. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Gestalt kürzer als die vorhergehenden Arten.
10 Exemplare aus Brasilien, Espiritu Santo und Mato Grosso und Sao Paulo,
Neotype (7) im Britischen Museum.
38) C. conspersa Burm. (Tafel 1/6)
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Fühler etwas heller, Oberseite des
Kopfes dicht mit weißen Borstenschuppen bedeckt. Halsschild Mittellinie,
Vorderrand, Seitenrand, Basis, eine breite Stelle an den Hinterecken und ein
schmaler Fleck von den Vorderecken ausgehend mit breiteren, lanzettför-
migen, weißlichen Schuppen bedeckt, der übrige Teil des Halsschildes mit
dunkleren, grau-braunen, langen Borsten, nicht sehr dicht, ausgezeichnet.
Das Scutellum ist ebenfalls mit weißen, aufrechtstehenden, aber wesentlich
schmäleren Schuppenborsten bei glatter Mittellinie bedeckt. Die Flügel-
decken sind mit schmalen, grauen Schuppen ziemlich dicht bedeckt. An der
Basis der Flügeldecken, sowie auf der Scheibe befinden sich symmetrische,
aus breiten, weißen Schuppen gebildete Flecken. Bei nicht abgewetzten
Exemplaren sind die Schuppen sehr deutlich und bilden in der oberen Hälfte
der Flügeldecken 2 kleine und in der apicalen Hälfte der Flügeldecken
2 breite, weiße Makel.
In der Umgebung des Scutellums und auch auf dem Halsschild befinden
sich einzelne, besonders lange, graubraune Haare. Die Unterseite und das
Pygidium sind dicht weiß beschuppt. Die Schuppen sind von der gleichen
Art wie die breiten Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken.
Clypeus ö ziemlich stark abgerundet, vorne ein wenig ausgerandet.
Clypeus in flachem halbkreisförmigen Bogen verlaufend. Vorder-Tibien
mit 2 Zähnen.
Länge 7-11 mm.
Gestalt plump.
13 Exemplare öP aus Missiones, Argentinien, Rio de Janeiro, Brasilien.
Der starke Größenunterschied der mir vorliegenden Serie ist auffällig.
Ich habe aber an Hand der Geschlechtsorgane keinerlei Unterschied zwischen
diesen extremen Formen feststellen können. Die Art ist von ©. albovaria
durch die graue Beschuppung verschieden.
Neotype (Ö), Missiones Loretto, im Museum Sao Paulo.
39) C. variegata Perty
Ober- und Unterseite graubraun, Beine und Fühler hellbraun, Hals-
38 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
schild und Kopf dunkler grau, Kopfoberseite außen mit weißen, Stirn und
Scheitel mit grauen Borsten bedeckt. Halsschild Mittellinie, Basis Vorder-
rand und Seitenrand im Bogen von den Vorderecken zu den Hinterecken
laufend mit breiten, weißen Schuppen bedeckt. Die Schuppen lassen die
Oberfläche erkennen. Scutellum mit weißen Schuppen, Flügeldecken, Basis-
rand, Naht und 4 Flecken auf jeder Seite weiß beschuppt. Die übrige Ober-
fläche ist mit schmalen grauen Schuppen bedeckt. Die Unterseite und das
Pygidium sind ziemlich dicht, weiß beschuppt. Die Schuppen sind von glei-
cher Art wie die auf dem Halsschild und den Flügeldecken.
Clypeus ö etwas vorgezogen, ziemlich stark aufgebogen, Ecken ver-
rundet, vorne fast gerade, Halsschild Vorderseite gerade, Hinterseite wenig
geschweift, Vorderecken nicht vorgezogen, Basiszacken gut ausgebildet. Vor-
der-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 7 mm.
Type (ö Unicum) aus Brasilien, ohne nähere Fundortangabe, befindet sich
in der Zool. Staatssammlung in München.
Die Art ist durch die wesentlich stärkere, weiße Beschuppung von
C. conspersa verschieden. Auch der Clypeus ist etwas anders. Leider erlaubt
es der Zustand der Type nicht, Geschlechtsteiluntersuchungen vorzunehmen.
Im übrigen ist die Art auch durch die Größen wesentlich verschieden.
40) C. burmeisteri n. sp.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Kopfoberseite dicht, etwas runzelig
punktiert. Clypeus kahl, Stirn und Scheitel mit ziemlich langen, weißlichen
Borsten ausgezeichnet. Halsschild mit grauen, langen, feinen Borsten dicht
bedeckt. Die Mittellinie des Halsschildes, die Basis, die Seite und der Vor-
derrand tragen schmale, weiße Borstenschuppen. Der Vorderrand und die
Seiten sind außerdem lang und hell bewimpert. Das Scutellum trägt graue
und weiße Borstenschuppen gemischt. Es hat keine sichtbare Mittellinie.
Die Flügeldecken haben ziemlich kurze, graue und schmale Schuppen,
an der Basis und in einer gewissen Entfernung von der Naht befindet sich
ein Streifen mit etwas breiteren, weißen Schuppen. Die Unterseite und das
Pygidium tragen schmale, weiße Borsten. Sie sind nicht sehr dicht, so daß
die Unterseite überall gut sichtbar ist. Clypeus & ziemlich kurz, Vorderseite
gerade, Ecken abgerundet.
Halsschildseiten sehr flach gerundet, Vorderseitenrand gerade, hinterer
Seitenrand sehr wenig geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen und
stumpfwinkelig. Basiszacken bzw. Vorsprünge des Scutellums sehr deutlich
rechtwinkelig. Vorder-Tibien nur mit 1 Zahn.
Länge 6 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 39
1 & Sao Jouo de Rey, Brasilien.
1 ö, im Zool. Museum Berlin.
Diese Art war als dorsata Burm. bestimmt, was sie aber nach der Be-
schreibung unmöglich sein kann.
Aedoeagus siehe Tafel IV/16.
41) C. vulpes n. sp. (= vulpes Arr. i. 1.) (Tafel 1/4)
Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hell-rotbraun, Kopfoberseite
mit hellen gelblichen Schuppenborsten bedeckt. Halsschild dicht mit auf-
rechtstehenden hellgelben Schuppenborsten bedeckt; dazwischen befinden
sich einzelne, aufrechtstehende, dunkelgelbe Haare. Entlang der Mittellinie
auf der basalen Hälfte werden die Schuppenborsten etwas dichter und weiß-
licher. Ebenso auf den Hinterecken des Halsschildes. Neben der Mittellinie
auf der Scheibe einige schwarze Borsten.
Das Scutellum ist mit gelben, aufrechtstehenden Schuppenhaaren dicht
bedeckt. Auch die Flügeldecken sind mit gelben, schmalen Schuppen dicht
ausgezeichnet; der Untergrund ist jedoch gut erkennbar. Auf den Flügel-
decken befinden sich je 2 ziemlich große, etwas längliche, aus dunklen Bor-
stenschuppen gebildete Flecken.
Die Unterseite und das Pygidium sind ebenfalls mit anliegenden, weiß-
gelben Borstenschuppen bedeckt. Die Bedeckung ist aber ziemlich zerstreut.
Auf den Ventralsegmenten und auf der Unterseite des Pygidiums sind lange
und dichte Büschel von rotgelben Haaren.
Clypeus ö? ziemlich stark vorgezogen, stark aufgebogen, die Ecken
nur wenig verrundet, der Vorderrand seicht ausgeschnitten. Clypeus ö oben
kahl, Clypeus $ behaart. Vorder-Tibien nur mit 1 Zahn. Gestalt ziemlich ge-
drungen.
Länge 8-9 mm.
2 56,1%, Espiritu Santo, Brasilien. Type (Ö) im Britischen Museum.
42) C. tenuisquamosa n. sp.
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Fühler und Beine etwas heller,
Oberseite des Kopfes runzelig, mit hellen Borstenschuppen bedeckt. Hals-
schild dicht mit dunkelgelben Borsten bedeckt. Die Basis, der Vorderrand
und Seiten sowie ein Drittel auf der Mittellinie gegenüber dem Scutellum
mit breiten, weißen Schuppen ausgezeichnet. Das Scutellum ist ebenfalls mit
breiteren, weißen Schuppen bedeckt. Die Oberfläche des Halsschildes ist
gut sichtbar. Die Flügeldecken dicht mit dunkelgelben Schuppen bedeckt
ohne Flecken und ohne kahle Stellen.
40 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Die Umgebung des Scutellums und einige Stellen des Halsschildes tra-
gen einige aufrechte hellbraune Borsten.
Die Unterseite und das Pygidium sowie das Propygidium sind dicht mit
weißen, breiteren Schuppen ausgezeichnet. Auch an der Basis der Flügel-
decken befinden sich einzelne, etwas breitere weiße Schuppen. Auf dem
Pygidium sind breite weiße mit dunkelgelben Schuppen gemischt. Die Flü-
geldecken tragen keine Rippen.
Clypeus $ in flachem Bogen gerundet. 6 unbekannt.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 11 mm.
1 2 aus Santos, Brasilien. Type (Unicum) in der Zoologischen Staatssamm-
lung in München.
43) C. ventralis n. sp.
Ober- und Unterseite grau, Beine rotbraun, Fühler dunkelrotbraun,
Tibien ebenfalls dunkelrotbraun. Oberseite des Kopfes gerunzelt und mit
hellen Borsten dünn bedeckt. Die ganze Oberseite des Halsschildes und der
Flügeldecken mit schmalen, weißlichen Schuppen einheitlich, aber mäßig
dicht ausgezeichnet.
Auch das Scutellum ist genau wie die Flügeldecken und der Halsschild
geschmückt. Die Schuppen sind auf den Flügeldecken mit grauen, aber sonst
genau gleichen Schuppen gemischt. Die Schuppen sind sehr schmal, fast wie
Borstenschuppen. Die Unterseite ist ungleich beschuppt. Auf dem Meta-
sternum auf der Seite und in der Mitte breite Schuppen.
Die ersten 3 Ventralsegmente in der Mitte mit ganz schmalen Borsten,
auf der Seite mit breiten Schuppen, die 4. und 5. Segmente ausschließlich
mit breiten Schuppen bedeckt.
Das Pygidium und das Propygidium mit weißlichen, langen Borsten
dicht geschmückt.
Clypeus ö vorgezogen, stark aufgebogen, vorne etwas ausgerandet.
Der Halsschild etwas länger als breit, vorderer und hinterer Seitenrand ge-
schweift, Vorderecken vorgezogen und spitz. Basiszacken bzw. Vorsprünge
des Scutellums sehr spitz.
Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 8 mm.
Type (Unicum) Itatiaya, Brasilien.
Type im Museum G. Frey.
44) C..pereirae n. sp.
Rotbraun. Halsschild, Mittel- und Hintertibien sowie die Tarsen etwas
dunkler. Ober- und Unterseite, Kopf und Beine, Pygidium und Skutellum
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 41
gleichmäßig dicht mit gelblichweißen, schmalen, lanzettförmigen Schuppen
bedeckt. Die Grundfarbe ist jedoch überall durchscheinend.
Clypeus (6) eckig, vorne gerade, stark aufgebogen, beim $ vorne ge-
rade, Ecken breit abgerundet und weniger aufgebogen. Halsschild vorderer
Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand ein wenig geschweift. Halsschild-
zacken ausgeprägt. Vorderecken nicht vorgezogen, stumpf. Vordertibien mit
2 Zähnen, der 1. schwach entwickelt. Fühlerfahne (&) ?/s des Stiels, beim $
etwas kürzer. Die Schuppen auf der Unterseite sind etwas mehr weiß als
die auf der Oberseite. Die kleinere der hinteren Klauen gespalten.
Länge 9-10 mm; 2 56 6,1% aus Missiones Pto. Iquasu, Argentinien,
XI. 1947. Type in Coll. Martinez. Paratype in meinem Museum.
45) C. pauperata Burm.
Ober- und Unterseite rotbraun, Fühlerfahne dunkelbraun, der Kopf
schmal beschuppt, die Schuppen lassen die Oberfläche erkennen. Der Hals-
schild ist auf der Seite mit spärlichen dünnen Schuppen bedeckt. In der
Mitte und an der Basis gegenüber dem Schildchen sind große, längliche
Schuppen vorhanden. Der Halsschild ist aber überall im Grunde sichtbar.
Die Flügeldecken sind ziemlich gleichmäßig beschuppt, die Schuppen
sind relativ klein und ziemlich kurz. Die Schulterbeulen sind breit, die Farbe
der Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken ist gelblich, die
Unterseite und das Pygidium hat weiße, breitere, aber noch lanzettförmige
Schuppen, welche wesentlich größer sind als die auf dem Halsschild und den
Flügeldecken. Auch die Beine sind weiß beschuppt, teilweise haben auch die
einzelnen Stücke auf den Flügeldecken verschiedenfarbige gelbliche und
dunklere Schuppen. Dagegen sind durchweg die Schuppen so spärlich an-
geordnet, daß man überall die Grundfarbe erkennen kann.
Clypeus ö kurz, vorne gerade, Ecken abgerundet, $ flach gebogen,
ohne Ecken.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 7-9 mm, Länge der Type 7 mm.
6 Exemplare 8% aus dem südlichen Brasilien. Die Type (Mus. Halle) trägt
den Fundort Brasilien, Nova Friburgo.
46) C. vestita Blanch.
Hellbraun. Oberseite mit schmalen Schuppen dicht bedeckt, welche je-
doch die Farbe des Untergrunds erkennen lassen. Die Farbe der Schuppen
ist gelblich weiß, auf der Scheibe des Halsschildes gehen die Schuppen teil-
weise in Schuppenhaare über. Die Unterseite und die Beine sind wie die
Oberseite beschuppt, ebenso das Pygidium.
49 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Clypeus vorne gerade, Ecken breit abgerundet und ein wenig aufge-
bogen. Halsschild gewölbt. Der hintere Seitenrand fast gerade. Vorderecken
nicht vorgezogen und stumpf. Basalzacken des Halsschildes gut ausgeprägt.
Das Skutellum ohne erkennbare Mittellinie.
Fühlerfahne ?/3 so lang wie der Stiel. Vordertibien mit 2 Zähnen.
Länge 5!/2 mm.
Mir liegt nur ein stark beschädigtes, sehr altes Exemplar, vermutlich
ein Ö, vor, das ich aus diesem Grunde nicht als Neotype bezeichnen möchte.
Fundort Sao Paulo 1906, in coll. Museum S. Paulo.
47) C. suleicollis Moser
Ober- und Unterseite rotbraun, Beine etwas dunkler, Kopf mit langen
dünnen Schuppen besetzt, auf der Oberseite des Clypeus sind die Schuppen
kleiner. Halsschild in der Mitte mit langen und schmaien lanzettförmigen
Schuppen, an den Hinterecken werden die Schuppen breiter, ebenso gegen-
über dem Schildchen sind die Schuppen verdichtet. Die Schuppen auf der
Scheibe sind dünn gestellt, so daß der Untergrund sichtbar wird. An den
Ecken wird die Grundfarbe verdeckt, die Flügeldecken sind gleichmäßig,
aber nicht ganz dicht mit lanzettförmigen gelblichen und weißen Schuppen
ausgezeichnet. Die Unterseite ist dicht mit weißen, etwas breiteren eiför-
migen Schuppen bedeckt. Die Schuppen auf den Beinen sind ganz schmal
lanzettförmig. Auf dem Halsschild befindet sich eine flache Furche von der
Basis bis zum Vorderrand, sie ist allerdings durch die Beschuppung schwer
sichtbar. Der Halsschild ist breiter als lang, die Hinterseiten sind stark ge-
schweift, die Vorderseiten gerade. Die Farbe der Schuppen ist wechselnd,
meist befinden sich ıınter den braungelben Schuppen auch weiße Schuppen
eingestreut. Zum Teil sind die Schuppen auch auf dem Halsschild bräunlich.
Das Schildchen hat ebenfalls zweifarbige Schuppen. Einzelne aufrecht-
stehende Haare sind gelegentlich auf der Halsschildscheibe vorhanden. Die
Schuppen sind mit Ausnahme der Eckschuppen am Halsschild durchweg
lanzettförmig ausgebildet. Die eingestreuten weißen Schuppen sind etwas
breiter.
Clypeus 8% stark abgerundet, vorne gerade, nur wenig geschweift und
aufgebogen.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 6,5-7,5 mm.
28 Exemplare öQ aus Santa Catarina, Brasilien.
Die Art ist gekennzeichnet durch die verschiedenfarbigen Schuppen auf
den Flügeldecken, sie ist jedoch schwer eindeutig zu unterscheiden, da der
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 43
erhaltene Zustand oft sehr verschieden ist und auch die Schuppen nicht ein-
deutig zu charakterisieren sind.
Type im Zool. Museum Berlin.
48) C. kuntzeni Moser
Der vorhergehenden Art nahe verwandt, rotbraun, Kopf spärlich, Hals-
schild und Flügeldecken dicht mit lanzettförmigen gelbweißen Schuppen be-
deckt. Auch das Schildchen ist einheitlich gelbweiß beschuppt. Eine schmale
Basis der Flügeldecken und 3 Längsstreifen auf dem Halsschild vom Vorder-
rand bis zur Scheibe sind mit weißen Schuppen bedeckt. Auf der Basis des
Halsschildes und an den Vorderecken sind die Schuppen ein wenig breiter.
Die Unterseite und das Pygidium sind sehr dicht weiß beschuppt. Die Schup-
pen sind hier etwas breiter. Auf dem Halsschild und den Flügeldecken ist der
Untergrund noch sichtbar, dagegen auf der Unterseite nicht. Die Beine sind
dünner, aber sehr lang weiß, lanzettförmig beschuppt.
Clypeus ö kurz, vorne gerade, die Ecken breit abgerundet.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 6-7 mm.
7 5@ aus dem südlichen Brasilien.
Type im Zool. Museum Berlin.
49) C. citrina Blanch. (Tafel 1/12)
Breiter und plumper als die vorhergehenden Arten, dunkelrotbraun,
Tibien und Tarsen etwas heller, ebenso der Fühlerschaft. Clypeus gerunzelt,
spärlich mit einzelnen, etwas spitzen Schuppen bedeckt. Stirn, Scheitel und
die ganze übrige Oberfläche des Insekts mit breiten, weiß-gelblichen Schup-
pen bedeckt. Die Schuppen sind außerordentlich dicht und dachziegelförmig
angeordnet. Auf der Unterseite sind die Schuppen rein weiß, auf der Ober-
seite etwas gelblich weiß. Flecken auf dem Halsschild und den Flügeldecken
sind etwas gelb gefärbt. Das Pygidium ist ebenfalls rein weiß beschuppt. Es
sind am Halsschild keine aufstehenden Schuppenreihen sichtbar, auch ist die
Schuppenbildung auf der ganzen Oberfläche sehr gleichmäßig, breit, eiförmig.
Clypeus 8% kurz, vorne gerade, Ecken sehr breit abgerundet.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 7-11 mm.
24 SQ aus dem südlichen Brasilien bis Espiritu Santo.
Gelegentlich sind die gelben Schuppen auch so angeordnet, daß sich auf
der Scheibe ein Längsstreifen abzeichnet.
Neotype in meinem Museum.
44 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
50) C. citrina var. pisicolor Burm.
Genau wie die Stammform, nur etwas kleiner und die Schuppen erbsen-
farbig. Auf dem Halsschild befinden sich einige aufrechtstehende Borsten.
Die Beine sind hellrot-braun, die Spitzen der Tibien und die Tarsen etwas
dunkler. Im übrigen wie die Stammform. Länge im Durchschnitt etwas kür-
zer als die Stammform und zwar 8-9 mm.
17 5% aus Mittel- bis Süd-Brasilien. Eine Fundortangabe Columbien er-
scheint mir zweifelhaft.
Diese Art ist nur eine Varietät der C. citrina Blanch. Aedoeagus siehe Tafel
111/15.
Neotype im Zool. Museum Berlin. Die 6 Geschlechtsorgane sind völlig
identisch mit der Stammform.
51) C. castaneipennis Blanch.
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Kopfoberseite gerunzelt, ganz we-
nig beschuppt. Halsschild und Flügeldecken mit braunen, eiförmig zuge-
spitzten, ziemlich großen Schuppen sehr dicht bedeckt. Die Oberfläche der
Flügeldecken ist samtartig schillernd. Das Schildchen ist mit den gleichen
Schuppen, nur etwas aufrechtstehend, ausgezeichnet.
An der Basis der Flügeldecken und auf der Vorderseite des Halsschildes
sind die braunen Schuppen teilweise durch weiße Schuppen ersetzt, welche
undeutliche Längsstreifen bilden. Der Halschild hat eine deutliche Mittel-
furche.
Auch an den Hinterecken des Halsschildes und auf dem Mittelzacken
des Halsschildes sind die Schuppen heller. Die Beschuppung ist sehr dicht,
besonders auf dem Halsschild, so daß der Untergrund bei unbeschädigten
Exemplaren nicht sichtbar ist. Die Unterseite und die Beine sind weiß be-
schuppt. Die Schuppen auf der Unterseite sind ebenfalls breit eiförmig und
zugespitzt. Die Schuppen auf dem Pygidium sind hellbraun.
Clypeus ö9 breit abgerundet, vorne etwas gerade.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. Aedoeagus siehe Tafel IIV/14.
Länge 8-10 mm.
6 ö® aus Brasilien, ohne nähere Angaben.
52) C. bufo.n. sp. (Tafel 1/9)
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Fühler etwas heller, Kopfoberseite
borstenartig dünn beschuppt, auf dem Scheitel dunklere Schuppen, sonst
sind die Schuppen auf dem Kopf weißgelb.
Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Unterseite mit breiten, eiförmigen
Schuppen bedeckt, das Schildchen mit etwas längeren, aufrechtstehenden
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 45
Schuppen ausgezeichnet. Auf dem Halsschild und in der Umgebung des
Schildchens einzelne aufrechtstehende lange Borsten. Auf dem Halsschild
vier und auf den Flügeldecken je zwei dunkle, durch braune Schuppen ge-
bildete Flecken. Die Halsschildflecken sind vorne zusammenstehend, auf der
hinteren Hälfte des Halsschildes ist der Zwischenraum größer. Auf den Flü-
geldecken befindet sich das vordere Paar etwas oberhalb der Mitte, das hin-
tere Paar ungefähr zwischen dem vorderen Fleck und der Apicalbeule.
Clypeus ö breit, abgerundet, vorne wenig abgestutzt.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Der Habitus entspricht der Art C. citrina, nur daß sie eben gefleckt ist,
statt einfarbig. Arrow hat diese Art bereits als neu erkannt, aber nicht be-
schrieben. Ich habe mir erlaubt, seinen vorgeschlagenen Namen zu ver-
wenden.
Länge 11 mm.
2 ö aus Espiritu Santo, Nova Teutonia, Santa Catarina, Brasilien.
Type in coll. F. Plaumann, Nova Teutonia. Aedoeagus siehe Tafel III/16.
53) C. signata Blanch. (Tafel 1/7)
Ober- und Unterseite rotbraun, Clypeus mit langen, dünnen Schuppen
bedeckt, welche anliegen und den Untergrund erkennen lassen. Halsschild
und Flügeldecken mit breiten, etwas in der Größe unterschiedlichen Schup-
pen bedeckt. Die Beschuppung ist teilweise sehr dicht, teilweise weniger
dicht. Die Schuppen sind teils weiß, teils braun. Die braunen Schuppen bild-
den auf dem Halsschild undeutliche, jedoch symmetrische Flecken, ebenso
auf den Flügeldecken zumindest 4 längliche, größere Makeln. Auf den
Flügeldecken ist die Beschuppung in der Dichte ungleich, so daß auch hier
durch das Durchscheinen des Untergrundes eine weitere Färbung entsteht.
Die Flecken auf den Flügeldecken wirken daher bei Betrachtung mit bloßem
Auge wie verwischt. Die Unterseite und das Pygidium ist dicht weiß und
breit beschuppt. Das Schildchen ist gelblich beschuppt, doch sind die Schup-
pen dort aufgerichtet. Einige Exemplare wirken durch die verschiedenfar-
bigen Schuppen und den verschieden durchscheinenden Untergrund wie
längsgestreift mit Quermakeln. Auf dem Halsschild befinden sich nur ganz
wenige aufrechte Schuppen. Bei den größeren Exemplaren sind die Schup-
pen einheitlich niedergedrückt.
Clypeus 5% ist kurz, an den Ecken stark abgerundet.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 8-11 mm.
Ca. 90 5% aus Brasilien von Sao Paulo bis Minas Geraes.
Die relativ häufige Art ist in der Fleckenbildung nicht einheitlich, je-
46 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
doch die meisten haben sogenannte verwischte Flecken auf den Flügeldek-
ken, wodurch man die Art am ehesten sofort erkennen kann.
Type nach einer Angabe in Coll. Cande£ze, Brüssel.
54) C. mixta Blanch.
Diese Art ist im Aussehen und in der Beschuppung nicht von C. signata
zu trennen; sie ist lediglich im Durchschnitt etwas kleiner. Die Unterschei-
dung ist nur durch die Untersuchung der männlichen Geschlechtsorgane
möglich. C. signata hat unsymmetrische Parameren, während die Parameren
von C. mixta genau symmetrisch angeordnet sind. Aedoeagus s. Tafel IIV/11.
Die beiden mir vorliegenden 5 & von C.mixta sind aus Brasilien, ohne
nähere Fundortangaben.
55) C. amoena n. sp.
Ober- und Unterseite rotbraun, Tibien und Fühler heller braun, Cly-
peus mit dünnen, lanzettförmigen Schuppen bedeckt, Stirn, Scheitel, Hals-
schild und Flügeldecken sowie Unterseite mit breiten, eiförmigen Schuppen
dicht bedeckt. Auf den Flügeldecken von der Schulterbeule bis nahe zur
Apicalbeule ein breiter Streifen von hellbraunen Schuppen. Im übrigen sind
die Schuppen auf der ganzen Oberfläche und Unterseite weißlich mit einigen
gelblichen, undeutlichen Stellen auf dem Halsschild. Auf dem Schildchen
stehen die Schuppen aufrecht.
Gestalt etwas länger als die vorhergehenden Arten.
Clypeus Ö% breit, abgerundet, vorne etwas gerade.
Länge 8-9 mm.
6 ö® aus Nova Friburgo, Brasilien.
Type im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden.
56) C. pulchra n. sp.
Wie amoena, nur der Kopf ganz mit lanzettförmigen, breiten Schuppen
bedeckt. Die Beschuppung des Halsschildes, der Flügeldecken und der Un-
terseite besteht aus breiten, kurzen, eiförmigen Schuppen, ebenso auf dem
Scutellum, wo die Schuppen jedoch aufrecht stehen. Die Schuppen sind auf
dem Halsschild gelblich, in der Mitte und entlang dem Seitenrand des Hals-
schildes befinden sich eine Reihe weißer Schuppen, welche auch die Basis ein-
säumen. Auf den Flügeldecken ein kahler Längsstreifen von der Schulter-
beule bis zur Apicalbeule, welcher in der Mitte der Flügeldecken rechteckig
erweitert ist. Der äußere Rand der kahlen Stelle ist so weit von der Naht
entfernt, wie das Scutellum breit ist. Das Pygidium hat im oberen Drittel
eine starke Erhebung, welche von einer gelben Leiste begrenzt wird. Die
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 47
Oberseite dieser Erhebung ist nur mit dünnen Borsten besetzt. Das übrige
Pygidium wie die Unterseite weiß beschuppt.
Clypeus $ vorne gerade, die Ecken abgerundet.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 8 mm.
Die Art ist durch die Zeichnung auf den Flügeldecken und durch die
merkwürdige Form des Pygidiums von den anderen Arten eindeutig ver-
schieden.
Type (2) im Britischen Museum.
Auch von Arrow schon als neue Art erkannt, aber nicht beschrieben. Ich
habe auch hier den vorgeschlagenen Namen verwendet.
57) C.nivea Serv. (= brenskei Moser)
Ober- und Unterseite heller rotbraun, Oberseite des Kopfes und des
Halsschildes mit breiten, etwas lanzettförmigen Schuppen dicht bedeckt. Auf
den Seiten des Halsschildes und in der Mitte sind die Schuppen sehr dicht,
so daß der Halsschild mit 2 dunklen Streifen neben der Mitte ausgezeichnet
erscheint. Die Flügeldecken und das Scutellum sind dicht mit breiten, ei-
förmigen zugespitzten Schuppen bedeckt. Die Schuppen sind rein weiß. Die
Unterseite und das Pygidium tragen ebenfalls rein weiße Schuppen, auf der
Unterseite und dem Pygidium sind jedoch die Schuppen etwas schmäler.
Auf den Beinen sind sie sehr lang, fast borstenförmig.
Clypeus ö eckig, vorne gerade, etwas ausgeschnitten.
Clypeus $ die Ecken etwas abgerundet und fast gerade.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn jedoch ziemlich schwach.
Länge 8-9 mm.
19 ö2 aus dem mittleren und südlichen Brasilien.
Die Art brenskei Moser unterscheidet sich in keiner Weise von der mir
vorliegenden C.nivea. Auch die Geschlechtsorgane sind nicht verschieden.
Es ist daher die C. brenskei einzuziehen.
1 Paratype von brenskei Moser befindet sich in der Sammlung des Zool. Mu-
seums Berlin.
58) C. cinerea Moser (= lepidiota Moser)
Ober- und Unterseite dunkel-, schwarzbraun, teilweise der Halsschild
dunkler( die zwei mir vorliegenden Paratypen von Moser sind nicht schwarz,
wie in der Beschreibung angegeben). Die Beine und Fühler heller braun.
Ciypeus und Halsschild ziemlich gleichmäßig mit zugespitzten Schuppen be-
deckt, auf den Seiten und an der Basis sind die Schuppen etwas breiter, die
Flügeldecken und das Scutellum mit eiförmigen, zugespitzten Schuppen be-
48 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
deckt, jedoch nicht so dicht, daß der Untergrund nicht sichtbar ist. Im Durch-
schnitt ist zwischen den Schuppen ungefähr der Untergrund in der Breite der
Schuppen selbst sichtbar. Die Unterseite ist rein weiß und wesentlich dichter
beschuppt.
Clypeus Ö breit, abgerundet, vorne ein wenig ausgeschnitten.
Clypeus ® breit, abgerundet, nicht ausgeschnitten.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 6-8 mm.
34 Ö% aus Süd- bis Mittel-Brasilien.
Die C.lepidiota ist in den Geschlechtsorganen nicht verschieden von
cinerea. Auch in der Beschreibung kann ich keine wesentlichen Unterschiede
entdecken. Ich sehe mich daher veranlaßt, C. lepidiota einzuziehen.
Type im Zool. Museum Berlin.
59) C. flava Blanch.
Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus wenig beschuppt, Stirn und
Scheitel ziemlich dicht gelb beschuppt. Die Schuppen sind schmal eiförmig
zugespitzt. Der Halsschild hat auf den Seiten weiß-gelbe Schuppen, in der
Mitte einen Streifen mit weißgelben Schuppen, neben dem Mittelstreifen
2 breite Flecken mit dunkelgelben Schuppen. Auch das Scutellum ist weiß-
lich gelb beschuppt, aber etwas dünner als die Flügeldecken. Die Flügel-
decken sind einheitlich und ziemlich dicht weißgelb beschuppt, nur die Vor-
derecken unterhalb der Schulterbeule sind dunkelgelb beschuppt. Die Unter-
seite ist mit schmalen, weißgelben Schuppen bedeckt, die Beine mit borsten-
förmigen weißgelben Schuppen. Das Pygidium ist wie die Flügeldecken be-
schuppt.
Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, ziemlich stark aufgebogen, eckig, die
Vorderseiten seicht ausgeschnitten. Die Ecken jedoch nicht scharf, sondern
abgerundet.
Clypeus $ Ecken stark abgerundet, vorne gerade.
Die Färbung der Flügeldecken wechselt von gelbweiß bis ockergelb, sie
ist jedoch immer einheitlich, während der Halsschild die Längsstreifen be-
sitzt. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn ziemlich schwach.
Länge 5-6 mm.
10 8% von Santa Catarina bis Espiritu Santo.
Neotype im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden.
60) C. farinosa Burm.
Ober- und Unterseite braun, Kopf spärlich mit schmalen Schuppen be-
deckt, Halsschild und Flügeldecken mit weißen Schuppen ausgezeichnet, auf
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 49
dem Halsschild sind die Schuppen in undeutlichen Flecken etwas gelb, die
Schuppen auf den Flügeldecken sind reinweiß. Ihre Form ist kurz, eiförmig
zugespitzt. Die Halsschildschuppen sind ein wenig mehr zugespitzt, beson-
ders auf der Seite. Die Schuppen lassen noch den Untergrund erkennen, sie
sind jedoch dichter angeordnet als bei C. cinerea. Auch das Schildchen ist
einheitlich mit weißen Schuppen bedeckt. Die Unterseite ist reinweiß be-
schuppt, dort stehen die Schuppen wesentlich dichter, deshalb erscheint der
Untergrund reinweiß, während die Oberseite durch den durchscheinenden
Untergrund wie bestäubt erscheint. Das Pygidium ist ebenfalls reinweiß
und sehr dicht beschuppt.
Clypeus 5% ist abgerundet, vorne etwas ausgerandet.
Vorder-Tibien mit einem Zahn, ohne jede Spur eines 2. Zahnes.
Länge 5-7 mm.
38 ö® aus Rio de Janeiro, ohne nähere Fundortangabe.
Type im Museum Halle.
61) C. plaumanni n. sp.
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Oberseite des Kopfes dünn mit
schmalen, borstenförmigen Schuppen bedeckt. Halsschild sehr fein be-
schuppt, in der Mitte mit einer schmalen Reihe weißer Schuppen, die Seiten
weißgelb beschuppt. In der Mitte neben dem Mittelstreifen einige braune
Schuppen. Die Scheibe ist viel dichter beschuppt als die Seiten, wodurch ein
breiter, dunkelbrauner Längsstreifen entsteht. Die Flügeldecken sind ein-
heitlich gelblich beschuppt, ebenso das Scutellum, die Schuppen sind ziem-
lich dicht, jedoch ist der Untergrund deutlich zu erkennen. Unterhalb der
Schulterbeule ist die Beschuppung auf die Hälfte reduziert. Die Unterseite
ist dünn beschuppt, die Schuppen sind länger als die auf der Oberseite. Die
Beine tragen weißliche Borstenschuppen. Vorder-Tibien nur mit einem Zahn,
der 1. Zahn kaum angedeutet.
Clypeus 5 ziemlich eckig, vorne gerade.
Clypeus $ unbekannt.
Die Art ist von C. farinosa durch die dünnere Beschuppung des Hals-
schildes und die kürzeren und kleineren Schuppen verschieden, besonders
auch durch die Geschlechtsorgane.
2 8Ö& aus Nova Teutonia, Santa Catarina, von Fritz Plaumann gesammelt.
Länge 5!/a mm, Type in Coll. Plaumann. Aedoeagus siehe Tafel 1/15.
62) C. griseosgquamosa Moser
Die ganze Oberseite grau schimmernd, die Schuppen selbst weißgrau
auf rötlichem Untergrund, Halsschild und Flügeldecken gleichmäßig be-
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 4
50 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
schuppt. An der Basis des Halsschildes und auf dem Halsschildzacken sind
die Schuppen etwas dichter. Im übrigen sind sie eiförmig zugespitzt. Auf
dem Schildchen sind die Schuppen ebenfalls sehr dicht, aber aufgestellt. Die
Schuppen bilden keine Streifen oder Flecken, die Unterseite ist einheitlich
weiß beschuppt, die Schuppen sind etwas größer als auf der Oberseite. Auch
die Schuppen auf den Beinen sind etwas dichter als sonst und schmal lan-
zettförmig. Das Pygidium ist wie die Unterseite beschuppt, der Kopf ist
wenig dicht beschuppt, auf dem Clypeus sind nur einzelne Schuppen vor-
handen.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn gut ausgebildet.
Clypeus ö abgerundet, vorne gerade.
Länge 7-8 mm.
4 Ö9 aus Brasilien, Santa Catarina, Type im Zool. Museum Berlin.
63) C. obscura Blanch.
Körper sehr flach im Verhältnis zu den übrigen Arten. Hinterseiten des
Halsschildes verhältnismäßig wenig geschweift, fast gerade. Oberseite des
Kopfes dicht beschuppt mit schmutziggelben und braunen Schuppen. Die
ganze Oberseite des Halsschildes und der Flügeldecken mit breiten, eiför-
migen, nicht zugespitzten Schuppen dicht bedeckt. Die Farbe der Schuppen
ist gelbbraun. Auf dem Halsschild eine Mittellinie mit etwas helleren
Schuppen. Die Unterseite ist nicht sehr dicht weiß beschuppt, ebenso das
Pygidium, die Schuppen sind auf dem Pygidium ebenfalls sehr breit und
wenig zugespitzt.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen und relativ breit.
Clypeus & eckig, vorne etwas ausgeschnitten. $ unbekannt.
Die Farbe der Flügeldecken wechselt von gelbbraun manchmal zu
braun über. Charakteristisch für diese Art ist jedoch die lache Form des
Körpers, die sie von allen anderen unterscheidet.
Länge 6 mm.
4 66 aus Cayenne.
Neotype im Britischen Museum.
64) C. subvittata Moser (Tafel 1/13)
Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus nicht beschuppt, Stirn und
Scheitel weiß beschuppt mit kahler Mittellinie. Die ganze Oberseite des
Kopfes gerunzelt punktiert. Der Halsschild und die Flügeldecken sind weiß-
gelblich beschuppt, der Halsschild hat eine weiße Mitteliinie und zwei
dunkelgelbe, beschuppte Längslinien, die Flügeldecken 2 Längslinien neben
der Naht, von denen der vordere Teil dunkelgelb, der mittlere Teil braun
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 ol
beschuppt ist. Die Seiten der Flügeldecken sind etwas dünner beschuppt als
die Scheibe. Auf dem Halsschild sind einige Schuppen lanzettförmig aufge-
richtet, Halsschildvorderseitenrand konkav, die Ecken zugespitzt und vor-
gezogen. Im übrigen sind die Schuppen anliegend. Das Schildchen ist dun-
kelgelb beschuppt, die Schuppen sind anliegend und wenig aufgerichtet. Die
Unterseite ist weiß beschuppt, die Schuppen der Unterseite sind breit eiför-
mig und nicht zugespitzt. Ebenso ist das Pygidium beschuppt.
Clypeus ö ist eckig, die Ecken abgerundet, vorne gerade.
Clypeus $ stark abgerundet, fast halbkreisförmig.
Die Art wechselt in der Beschuppung etwas wie alle Ceraspis, doch sind
die 4 Längsflecken auf den Flügeldecken, die paarweise nebeneinander
stehen, charakteristisch für die Art.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 5-6 mm.
8 2 Nova Friburgo, Brasilien.
Type im Berliner Zool. Museum.
65) C. zikani Moser
Ober- und Unterseite hellbraun, Kopf, Halsschild und Flügeldecken
dicht weißgelb beschuppt. Die Beschuppung läßt noch den Untergrund
erkennen mit Ausnahme der weißen Schuppen, die dichter gestellt sind. Auf
der Seite des Halsschildes und in der Mitte ein breiter Streifen dichter
weißer Schuppen. Neben dem Scutellum und an den Schulterbeulen kurze
weiße Streifen, in der Mitte der apicalen Hälfte der Flügeldecken ein weißer
Streifen und die Naht bis zu ?/3 der Länge ebenfalls weiß gestreift. Die
Streifen bestehen aus weißen Schuppen, die sehr dicht gestellt sind. Das
Schildchen ist gelb beschuppt, die Schuppen stehen etwas aufrecht. Die Form
der Schuppen ist kurz, eiförmig, zugespitzt. Neben der Mittellinie des Hals-
schildes befinden sich einige aufrechtstehende, lanzettförmige Schuppen. Der
Mittelstreifen des Halsschildes ist sehr ausgeprägt. Halsschild Vorderseiten-
rand gerade, die Ecken rechtwinkelig und nicht vorgezogen.
Clypeus Ö ist rechtwinkelig aufgebogen, die Ecken sind abgerundet, in
der Mitte seicht ausgeschnitten.
Clypeus stark abgerundet, flach halbkreisförmig.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
Länge 6-6!/2 mm.
8 89 aus Santa Catarina bis Minas Geraes, Brasilien.
Type nicht vorhanden.
Die Art ist durch die Tibien von der vorhergehenden verschieden;
außerdem sind die Flecken anders angeordnet.
52 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
66) C. setiventris Moser
Ober- und Unterseite hellbraun, Kopf, Halsschild und Flügeldecken mit
weißgelben und braunen Schuppen bedeckt. Auf den Flügeldecken je 5
undeutliche Längsstreifen, auf dem Halsschild 3 weiße Längsstreifen und
ein weißer Querstreifen. Die Schuppen sind einheitlich, ziemlich kurz, eiför-
mig und wenig zugespitzt. Auf dem Halsschild neben dem Mittelrand einige
wenige etwas spitzere Schuppen aufgestellt. Das Schildchen ist gleichmäßig
mit glatten Schuppen bedeckt, der Kopf ist ebenfalls mit weißen und gelben
Schuppen ausgezeichnet. In der Mitte sind die gelben und auf der Seite sind
die weißen Schuppen. Die Unterseite ist im Gegensatz zu den übrigen Arten
mit Borsten bedeckt, ebenso die Beine. Die Borsten sind gleichmäßig, so daß
man kaum mehr von Schuppenborsten sprechen kann. Das Pygidium hat
Querschuppen, allerdings etwas länger als auf den Flügeldecken; sie sind
einheitlich gelb. Die Beine sind stark weißgelb beborstet.
Clypeus Ö ist eckig, vorne gerade, Clypeus ® ist unbekannt.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
Länge 5!/2 bis 6 mm.
9 5% aus Santa Catarina, Joinville, Brasilien.
Durch die Borsten auf der Unterseite von den Nachbararten deutlich
unterschieden.
Type im Berliner Zool. Museum.
67) C. fulva Blanch.
Ober- und Unterseite braun, Gestalt auffallend kurz, Oberseite des
Clypeus nicht beschuppt, Stirn und Scheitel dünn, braun beschuppt. Hals-
schild braun beschuppt, die Mittellinie gelb, die Seiten ebenfalls dunkelgelb
beschuppt. Die Flügeldecken dunkelgelb beschuppt mit je 2 braunen, unter-
einanderstehenden länglichen Flecken. Die Schuppen auf dem Halsschild
und den Flügeldecken sind breit, kurz, ein wenig zugespitzt. Neben der
Mittellinie des Halsschildes sind die braunen Schuppen länglich, lanzett-
förmig und zum Teil aufgerichtet. Das Schildchen hat gelbliche Schuppen
wie auf den Flügeldecken und sind nur wenig aufgerichtet. Die Unterseite
ebenfalls mit Borsten, jedoch die Ventralsegmente mit schmalen Schuppen
bedeckt. Das Pygidium mit eiförmigen, spitzen und gelben Schuppen.
Clypeus ö stumpfeckig, die Ecken etwas abgerundet, vorne gerade.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
2 6 aus Brasilien ohne nähere Angaben.
Neotype im Zool. Museum, Berlin.
Von C. setiventris durch die dunkelbraune Farbe und durch die etwas
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 93
gedrungene Gestalt verschieden. Auch sind bei C. setiventris die Ventral-
segmente ebenfalls mit Borsten bedeckt.
68) C. mutica Moser
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Schenkel etwas heller. Flügel-
decken und Halsschild mit länglichen, eiförmigen, etwas zugespitzten Schup-
pen bedeckt. Die Schuppen lassen auf dem Halsschild und den Flügeldecken
noch den Untergrund erkennen. Der Halsschild ist auf der Scheibe etwas
dünner beschuppt, doch kann dies auch von Abreibung herrühren. In der
Mitte des Halsschildes ein schmaler Streifen weißgelber Schuppen. In der
apicalen Hälfte der Flügeldecken vorne 2 größere und hinten 2 kleinere
Flecken aus weißen Schuppen. Neben dem Mittelstreifen des Halsschildes
einige aufrechtstehende, glatte, lanzettförmige zugespitzte Schuppen. Die
Unterseite ist mit lanzettförmigen, weißlichen Schuppen dicht bedeckt, eben-
so das Pygidium, auf dem die Schuppen noch etwas breiter sind. Die Beine
sind ebenfalls dicht mit schmalen Borstenschuppen ausgezeichnet.
Clypeus ö Ecken abgerundet, vorne gerade.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
Länge 5 mm.
1 ö aus Porto Alegre, Brasilien.
Type (Unicum) im Zool. Museum Berlin.
69) C. squamulata Moser
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Clypeus mit länglichen, lanzett-
förmigen Schuppen bedeckt. Der Halsschild auf der Scheibe mit braunen,
lanzettförmigen Schuppen, in der Mitte mit einer schmalen, sich gegen die
Basis zu verbreiternde Linie von weißen, lanzettförmigen Schuppen, auf
der Seite des Halsschildes, besonders an den Hinterecken gelblich-weiße,
breite, eiförmige Schuppen. Die Flügeldecken sind dicht beschuppt, mit sehr
breiten, zugespitzten Schuppen. In der Mitte der Scheibe je eine Makel aus
weißen Schuppen bestehend. Die Farbe der Schuppen auf den Flügeldecken
ist schmutziggelb. Die Unterseite trägt weißliche, breite Schuppen, ebenso
das Pygidium. Die Schuppen auf der Unterseite sind noch etwas größer als
die auf den Flügeldecken.
Clypeus 5 vorne gerade, die Ecken sind stark abgerundet.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
1 ö aus Asunciön, Paraguay.
Type (Unicum) im Zool. Museum Berlin.
70) C. guttata Blanch. (= vitticollis Mos. $) (Tafel 1/15) &
Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler braun, die ersten zwei
54 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Fühlerglieder etwas heller braun. Oberseite des Kopfes stark gerunzelt, mit
einzelnen, anliegenden schwarzbraunen Borsten bedeckt. Der Halsschild auf
der Scheibe mit schwarzbraunen, länglichen Schuppen bedeckt, an der Mit-
tellinie und besonders auf dem Halsschildzacken stehen die Schuppen etwas
dichter und sind aufgerichtet. An der Basis neben dem Halsschildzacken zwei
weiße, kleine Flecken, an den Hinterecken 2 große, schmälere, weiße Flek-
ken. Die weißen Flecken werden aus breiten Schuppen gebildet. Auf der
Scheibe einige verstreute weiße Schuppen. Die Flügeldecken sind ebenfalls
schwarzbraun beschuppt. Das Schildchen trägt an den Seiten breite weiße
Schuppen. Die Basis der Flügeldecken ist ebenfalls weiß beschuppt, die
Flügeldecken tragen je 3 verschieden ausgedehnte Flecken aus breiten,
weißen Schuppen. Die Unterseite ist weiß und breit beschuppt. Das Pygi-
dium ist ganz dicht und weiß beschuppt. Der Clypeus ist vorne gerade, die
Ecken sind breit abgerundet. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
C. guttata Blanch. ?
Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus gerunzelt, ohne Schuppen,
Scheitel und Stirn weiß und dunkelgelb beschuppt. Halsschild und Flügel-
decken dicht weiß und hellbraun beschuppt. Auf dem Halsschild bildet die
Beschuppung rechts und links der Mittelnaht ein undeutliches Quadrat. In
den oberen Ecken dieses Quadrates ebenfalls weiße Flecken. Die Flügel-
decken sind an der Basis weiß, an den Spitzen und an der Naht breit be-
schuppt. Auf der Scheibe befindet sich ein brauner, ausgedehnter Fleck, der
bis an den Seitenrand reicht, in dem sich zwei rundliche übereinander
befindliche weiße Makeln zeigen, daneben ein länglicher, ebenfalls weiß-
licher Makel, so daß die Flügeldecken 2 große braune und in denselben
wieder je 3 weiße Makeln aufweisen. Auch auf der Schulterbeule sind ver-
einzelte braune Schuppen.
Die Unterseite und das Pygidium sind breit und sehr dicht weiß be-
schuppt, die Beine sind mit Schuppenborsten ausgezeichnet. Der Clypeus ist
sehr kurz und gleichmäßig halbkreisförmig.
9 58 und 6 2% Teresopolis, Brasilien und Rio de Janeiro.
Länge ö 5 mm.
Länge ? 5-6 mm. Aedoeagus siehe Tafel III/12.
Die von Moser beschriebene Art C. vitticollis ist nichts anderes als das
Q von guttata und daher einzuziehen.
71) C. guttata var. crucifera nov.
Von guttata unterschieden durch die Anordnung der Flecken auf den
Flügeldecken. Bei C. crucifera sind die Basis, die Vorderteile des Schild-
chens, die Naht und 2 Querflecken auf der Scheibe der Flügeldecken weiß.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 538)
Die weiße Beschuppung der Naht reicht teilweise nur bis zur Mitte, erreicht
jedoch teilweise über ?/s der Länge.
12 32 Espiritu Santo, Brasilien.
Neotype von guttata im Britischen Museum.
Type von var. crucifera im Museum Frey.
72) C. diversa n. sp.
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Halsschild etwas heller braun,
Halsschild und Flügeldecken außergewöhnlich breit beschuppt, Farbe der
Schuppen schmutziggelb. Clypeus und Kopf nur dünn beschuppt, Hals-
schild und Flügeldecken sind nicht einheitlich mit Schuppen bedeckt, so daß
der Untergrund überall gut sichtbar ist. Neben der Mittellinie des Hals-
schildes sind die Schuppen teilweise aufgerichtet und mit dunkelbraunen
Schuppen untermischt.
Der gesamte Habitus des Insektes ist sehr flach, die Flügeldecken sind
sehr schwach, der Halsschild ist normal gewölbt. Auf den Flügeldecken be-
finden sich undeutliche, durch etwas dunklere oder hellere Schuppen hervor-
gerufene Flecken. Die Unterseite ist dicht und weiß beschuppt. An der Spitze
befinden sich schmale, aufrechtstehende Schuppen mit Borsten gemischt.
Clypeus ö halbkreisförmig gebogen, vorne nur ganz seicht ausge-
schnitten.
Clypeus @ ebenfalls halbkreisförmig gebogen, nicht ausgeschnitten.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Die Art ist sehr schwierig zu unterscheiden und nur durch die Ge-
schlechtsorgane sicher zu erkennen. Besonders das mir vorliegende deter-
minierte Exemplar ist sehr alt und abgeschabt, so daß mit Sicherheit nichts
über die tatsächliche Beschuppung im juvenilen Zustand gesagt werden
kann. Nach den mir vorliegenden Exemplaren wurde die Art von Reiche als
solche bezeichnet, eine Beschreibung ist jedoch nicht aufzufinden. Ich sehe
mich daher veranlaßt, diese Art als neu zu beschreiben.
Länge 5 mm, Fundort Rio de Janeiro, Brasilien.
Typus im Britischen Museum.
73) C. colon Burm. ö (Tafel 1/14)
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Clypeus kahl, runzelig punktiert,
Scheitel und Stirn mit braunen Borsten anliegend bedeckt. Halsschild auf der
Scheibe mit dunkelbraunen Schuppenborsten, die Mittellinie, der Vorder-
und Seitenrand und die Basis mit gelbweißen Schuppen ausgezeichnet. An
den Hinterecken verbreitern sich diese Schuppen etwas. Die Halsschildseiten
sind vorne und hinten gerade, höchstens an den Hinterecken ganz wenig
56 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
ausgeschweift. Die Flügeldecken und das Schildchen sind dicht und braun
beschuppt. Auf der Scheibe der Flügeldecken befinden sich mehrere undeut-
liche durch helle Schuppen gebildete Flecken. Die Beschuppung der Flügel-
decken macht einen samtartigen Eindruck. Die Unterseite ist mit schmalen,
weißen, lanzettförmigen Schuppen nicht sehr dicht besetzt, auf den Ventral-
segmenten stehen die Schuppen dichter. Das Pygidium ist sehr dicht be-
schuppt, die Schuppen sind wesentlich breiter und größer als auf den Flügel-
decken. Der Clypeus ist etwas vorgezogen, ziemlich scharf eckig aufgebogen
und vorne ganz gerade. Die Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn ist
sehr schwach entwickelt.
Aedoeagus siehe Tafel IIV/13.
C. colon Burm. $ (Tafel 1/16)
Ober- und Unterseite braun, Halsschild weiß beschuppt, neben dem
Halsschildzacken an der Basis mit 2 breiten, ungefähr quadratischen Flecken
ausgezeichnet. Neben den Seitenecken des Halsschildes befindet sich ein
weiterer Flecken, der mit dem äußersten der oberen Reihe undeutlich zu-
sammenhängt. Die Flecken werden gebildet aus dunkelbraunen bis brau-
nen Schuppen, die auf der Scheibe des Halsschildes aufrecht stehen. Die
Flügeldecken haben gelbe bis braune Schuppen, das Schildchen ist oben
gelb, in der Mitte hellbraun und dann dunkelbraun beschuppt. Die dunkel-
braunen Schuppen bilden auf den Flügeldecken in verschiedenen Schattie-
rungen beiderseits mehrere undeutliche abgegrenzte Längsflecken. Der samt-
artige Eindruck ist beim 9 nicht so stark wie beim ö; der ganze Aspekt der
Oberseite ist wesentlich heller. Die Ventralsegmente und das Prosternum
sind ebenfalls dicht mit weißen Schuppen bedeckt, die hintere Hälfte des
Metasternums mit weißen Borsten. Das Pygidium ist ebenfalls sehr dicht mit
weißen Schuppen bedeckt, der Untergrund ist nicht sichtbar. Die ganze
Oberseite ist bei nicht abgeschabten Exemplaren so dicht beschuppt, daß der
Untergrund nicht sichtbar ist, höchstens an den Stellen, an denen die Schup-
pen aufgerichtet stehen. Die Beine sind mit weißen Schuppenborsten bedeckt.
Der Clypeus ist stark abgerundet und vorne gerade. Er ist nicht vor-
gezogen und kurz.
C. colon ist durch den eckigen Clypeus beim ö deutlich von C. guttata
verschieden, obgleich sich die Flügeldeckenzeichnungen bei einigen Exem-
plaren etwas ähnlich sehen.
Länge 5-6 mm.
49 5% aus Rio Grande del Sul bis Rio de Janeiro, Brasilien.
Neotype Ö im Royal Museum Brüssel. (Von Moser determinierte Exempl.)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 31
74) C.pallida Blanch.
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Beine und Fühler heller braun.
Tarsen und Tibienspitze dunkelbraun, Fühlerkeule schwärzlich. Der Clypeus
ist mit weißen, aufrechten Borsten besetzt, die Stirn und der Scheitel mit
weißen, breiten Schuppen und in der Mitte schwarz und mit schwarzen
Borsten ausgezeichnet. |
Der Halsschild ist ganz dicht mit weißen Borstenschuppen bedeckt, auf
seiner oberen Hälfte befinden sich in der Mitte vier schmale, schwarze Strei-
fen, auf der unteren Hälfte zwei dreieckige schwarze Flecken, welche mit den
oberen Streifen lose zusammenhängen. Die Mittellinie ist weiß, die schwarzen
Flecken werden aus schwarzen, aufrechtstehenden Borsten auf hellem Unter-
grund gebildet. Die Flügeldecken sind vollkommen mit kurzen, breiten,
gelbweißen Schuppen bedeckt. Die Schuppen stehen dachziegelförmig an-
einander und lassen auch nicht den geringsten Untergrund durchscheinen.
Auf dem Halsschild und in der Umgebung des Scutellums einige aufrechte
lange hellere Borsten. Das Scutellum ist ebenfalls ganz dicht mit etwas auf-
rechtstehenden Schuppen vollkommen bedeckt, ebenso das Pygidium.
Clypeus ö ist kurz, die Ecken stark abgerundet und vorne gerade. Die
Halsschildhinterecken sind stark geschweift, der vordere Seitenrand gerade,
die Seitenecken befinden sich etwas hinter der Mitte und sind stark abge-
rundet.
Länge 7 mm.
Neotype: Unicum aus Brasilien, ohne nähere Fundortangabe im Zool. Mu-
seum Berlin.
75) C.leucosoma Blanch.
Wie die vorhergehende Art, die Flecken auf dem Halsschild genauso
gezeichnet, jedoch auf den Flügeldecken 4 bräunlichgelbe Makeln, die vor-
deren aus einem Doppelflecken bestehend, die hinteren undeutlich dreieckig
und verschwommen. Im übrigen wie C. pallida. Die beiden, aus dem Briti-
schen Museum unter dieser Bezeichnung erhaltenen Stücke stimmen wohl in
der Beschreibung von Blanchard halbwegs überein, jedoch ist die Größe nur
mit mindestens 51/2 mm zu beziffern, während Blanchard 8 mm angibt. Ich
halte daher diese beiden Stücke als eine Varietät von C. pallida. Die C. leu-
cosoma kann vorläufig nicht definitiv geklärt werden.
76) C. brittoni n. sp.
Oberseite schwarzbraun, Unterseite hellbraun, Fühler und Beine hell-
braun. Clypeus mit weißlichen Borstenschuppen anliegend ausgezeichnet,
Stirn und Scheitel mit anliegenden braunen Borsten dicht bedeckt. An der
58 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Seite der Augen sind die Borsten etwas heller, Halsschild ganz fein runzelig
punktiert. In der Mitte eine Linie mit weißen Borstenschuppen. Neben die-
sem weißen Mittelstreifen ist der Halsschild mit dunkelbraunen schwarzen
Schuppenborsten anliegend bedeckt. Der übrige Teil des Halsschildes glatt,
nur an den Ecken sind einige verstreute, breit eiförmige Borstenschuppen.
Die Flügeldecken sind beim ö fein punktiert, beim ? gerunzelt. Das Schild-
chen ist in der Mitte glatt, außen mit einigen weißen breiten Schuppen.
Neben der Naht ein breiter und zwischen diesem und dem Flügeldecken-
rand ein schmaler Streifen mit breiten Borstenschuppen. Der schmale Strei-
fen erreicht ungefähr die Hälfte der Flügeldecken. Der breite Streifen reicht
nicht ganz bis zur Apicalbeule. Die Unterseite ist mit breiten, weißen Schup-
pen etwas zerstreut bedeckt. Das Pygidium ebenfalls mit glatter unbedeckter
Mittellinie.
Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, abgesetzt, aufgebogen und rechtwin-
kelig verrundet, in der Mitte etwas ausgeschnitten.
Clypeus $ die Ecken breit verrundet, vorne gerade, kurz.
Vorder-Tibien mit einem Zahn.
Länge 7-8 mm.
1 622% aus Espiritu Santo, Brasilien.
Herrn E. B. Britton, Custos im Britischen Museum, gewidmet. Type im Bri-
tish Museum. Paratype in meinem Museum.
77) C. ornata n. sp. (Tafel 1/10)
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Halsschild und Flügeldecken samt-
artig glänzend, auf der Seite der Flügeldecken und am Hinterrand seiden-
glänzend. Halsschild stark gewölbt, Clypeus auf der Oberseite mit anliegen-
den braunen Schuppenborsten, Stirn und Scheitel mit dunkelbraunen Schup-
penborsten. Der Halsschild mit breiter schwarzer Mittellinie, der Seitenrand
des Halsschilds bis zu den Hinterecken ebenfalls sich verbreiternd schwarz,
die Hinterecken mit breiten weißen Schuppen ausgezeichnet. Der übrige
Halsschild von der Basis bis über die Hälfte mit einem breiten Flecken aus
orangefarbenen Schuppen bestehend. Der schwarze Teil des Halsschildes in
der Mitte mit langen aufrechtstehenden schwarzen Borsten bedeckt. Gegen-
über auf dem Halsschildzacken stehen die Borsten besonders dicht und bün-
delförmig. Das letzte Ende des Zackens ist mit einem Büschel heller Borsten
ausgezeichnet. Die Flügeldecken auf der Scheibe dunkelbraun mit Samt-
schimmer, der Rand mit Seidenschimmer. An der Basis beiderseits des Scu-
tellums einschließlich der Schulterbeulen ein großer Fleck aus orangefarbe-
nen breiten Schuppen bestehend. Die Basis ist ganz schmal weiß beschuppt.
Das Schildchen hat eine dünne Mittellinie und ist bürstenartig mit schwarzen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99
Borsten bedeckt. Auch auf den Flügeldecken, besonders in der Umgebung
des Schildchens und an der Basis stehen einzelne lange aufrechte dunkle
Borsten. Die Unterseite einschließlich des Pygidiums ist dicht und weiß
beschuppt. Die Mittellinie der Unterseite einschließlich der Ventralsegmente
ist dicht und braun behaart. Die Schenkel sind mit hellen, die Tibien und
Tarsen mit dunklen Borsten ausgezeichnet.
Clypeus Ö ist vorne gerade, an den Ecken stark abgerundet und nicht
vorgezogen.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 10 mm.
4 66 aus Espiritu Santo, Brasilien, leg. Fruhstorfer.
Type im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden.
Durch die breiten orangefarbenen Flecken von allen anderen Ceraspis
ausgezeichnet.
78) C. melanoleuca Serv. 5 (Tafel /11)
Ober- und Unterseite dunkelbraun, Flügeldecken samtartig glänzend,
Gestalt etwas schmäler als die vorhergehende Art. Clypeus mit einzelnen
braunen, aufrechten Borsten besetzt. Stirn und Scheitel gerunzelt und dicht
mit kurzen braunen Borsten bedeckt, welche sich aber nicht vom Untergrund
abheben. Der Halsschild ist ziemlich gewölbt, die Oberfläche ist sehr dicht
mit anliegenden braunen Borsten und dazwischen durch mit schwarzbrau-
nen, aufrechtstehenden, viel stärkeren Borsten, besonders auf der Mitte, aus-
gezeichnet. Die Grundfläche des Halsschildes ist gerunzelt. Am Basiszacken
des Halsschildes stehen die größeren Borsten am dichtesten. Der Zacken
selbst ist mit einigen hellen, aufrechtstehenden Schuppenborsten geschmückt.
An den Hinterecken des Halsschildes ein breiter Flecken aus anliegenden
sehr dichten weißen breiten Schuppen. Diese Schuppen greifen von der
Unterseite her auf die obere Seite über. Die Flügeldecken sind dicht mit
breiten zugespitzten Schuppen bedeckt. Der Untergrund ist nicht sichtbar.
Auf dem zweigeteilten Schildchen stehen die schwarzen Borsten sehr dicht
wie eine Bürste, an der Spitze des Schildchens einige weiße Schuppenbor-
sten. In der Umgebung des Scutellums auf den Flügeldecken und entlang
der Naht ebenfalls große aufrechtstehende, dunkle Borsten, aber viel weni-
ger zahlreich als auf dem Halsschild. Die Unterseite und das Pygidium sind
dicht mit weißen, anliegenden breiten Schuppen bedeckt. Die Beine sind mit
hellen Schuppenhaaren ausgezeichnet.
C. melanoleuca Serv. ?
Der Clypeus ist nicht vorgezogen, breit abgerundet und vorne gerade.
60 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Das 2 wesentlich heller braun als das ö. Clypeus mit kurzen braunen
Borsten, in den Augenwinkeln mit weißen Schuppenborsten bedeckt, der
Halsschild mit weißer Mittellinie, 2 kurzen Linien auf der Seite und einer
Querlinie aus gelbweißen Schuppen bestehend. Der Seitenrand ist vorne mit
gelbbraunen breiten Schuppen, hinten mit reinweißen Schuppen bedeckt.
Der weiße Fleck geht bis über die Hälfte der Basislinie, die ganze Ober-
fläche des Halsschildes ist außer den gelben Schuppen mit braunen kurzen
und längeren Borsten bedeckt. Die langen Borsten verdichten sich gegen den
Halsschildzacken zu, dort steht ein Büschel gelblicher Schuppenborsten. Das
Scutellum trägt ein dichtes und längliches Büschel distal gelber, apical brau-
ner Schuppenborsten. Die Mittellinie ist frei. Die Flügeldecken sind mit
gelben Schuppen dicht bedeckt, auf der Scheibe befinden sich undeutliche
Flecken aus rein weißen und dunkelbraunen Schuppen bestehend. Die
Schulterbeulen tragen dieselben Schuppen, aber abstehend. Die Unterseite
ist wie das ö beschuppt, die Beine ebenfalls.
Der Clypeus ist noch mehr abgerundet, fast halbkreisförmig und der
gerade Teil des Randes ist kürzer als beim d. Wie üblich ist auch das ?
plumper und breiter gebaut als das 6.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge ö 7-8 mm.
Länge ? 8-10 mm.
37 5® aus Rio de Janeiro, Espiritu Santo, Neu-Freiburg.
Neotype im Royal Museum Brüssel.
79) C. tibialis Blanch.
Ober- und Unterseite braunschwarz, Schenkel rotbraun, Tibien und
Tarsen sowie Fühlerkeule und Halsschild schwarzbraun. Clypeus mit kurzen
Borsten, stark runzelig punktiert, mit kurzen, etwas helleren Borsten, Schei-
tel und Stirn ebenfalls mit kurzen, teils hellen, teils dunkleren Borsten. Hals-
schild auf den dunklen Stellen mit dicht anliegenden braunen kurzen Borsten
und sehr langen aufrechtstehenden dunkelbraunen Borsten. Die Hinterecken
und der Seitenrand, der Vorderrand und die Basis, oft auch die Mittellinie
und einige Längslinien mit breiten weißgelben Schuppen bedeckt. Der Hals-
schild ist stark gewölbt, vorne am Halsschildzacken ein dichtes Bündel weiß-
gelber Schuppen. Das Schildchen ist geteilt mit je einem Büschel gelber
Schuppenborsten. Die Flügeldecken sind an der Basis und entlang der Naht
einschließlich der Apicalbeule bis zur Spitze der Flügeldecken mit einem
breiten Streifen weißer, ziemlich breiter eiförmiger Schuppen bedeckt. Der
Rand nimmt ungefähr !/s bis zur Hälfte der Flügeldeckenbreite ein. Der
übrige Teil der Flügeldecken ist braun beschuppt, mit gelegentlich einge-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 61
streuten weißen Schuppen. Auch an der Basis und um das Scutellum herum
einige lange, hellere, aufrechtstehende Borsten. Die Unterseite und das
Pygidium sind sehr dicht und weiß beschuppt. Die weißen Schuppen sind
dieselben wie auf der Oberseite, nur weniger gelb. Die Mittellinie der Unter-
seite ist lang beborstet, die Beine mit helleren Borsten bedeckt.
Clypeus ö® stark abgerundet, fast halbkreisförmig.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 7-8 mm, 11 Ö8% aus Espiritu Santo, Brasilien, Santa Catarina.
Neotypus im Museum Brüssel (von Moser determiniert).
80) C. gibbicollis Blanch. (Tafel 1/3)
Die Art ist von C.tibialis nur durch Untersuchung der Geschlechts-
organe Zu trennen, sonst gleicht sie völlig der C. tibialis Blanch. Mit dem mir
vorliegenden Material sind weitere Unterschiede nicht feststellbar. Die ??
sind zur Zeit nicht determinierbar.
81) C. decora Gory (= variabilis Burm.)
Die genannte Art ist im wesentlichen unter variabilis bekannt gewor-
den. Burmeister gibt bei C. decora u. a. an: „Diese Art ähnelt beiden vorigen
in der Gestalt und Größe, unterscheidet sich aber von C. variabilis leicht
durch den Mangel des kurzen Borstenbesatzes am Vorderrücken und von
C. melanoleuca durch den Mangel der langen zerstreuten Borsten ebenda.“
Ich habe mir die Type von C. decora aus Oxford kommen lassen und
möchte mich hiermit noch herzlich für die sehr wertvolle Hilfe bedanken. Ich
konnte feststellen, daß die von Gory beschriebene C. decora vollkommen der
bisher mit C. variabilis bezeichneten Art gleicht. Insbesondere sind die
Büschel auf dem Halsschild reichlich vorhanden. Anscheinend hat Burmeister
bei seiner Bemerkung eine andere Art zugrundegelegt. Vielleicht ein aber-
ratives Stück von C. signata. Die C. variabilis ist eine der schwierigsten
Arten, da sie tatsächlich sehr variabel ist. Im Zweifelsfalle kann nur die
Untersuchung der Geschlechtsorgane helfen. Die Tiere sehen ungefähr so aus:
Oberseite und Unterseite braun, Halsschild braun, Beine etwas heller.
Kopf Oberseite mit kurzen abstehenden braunen Borsten bedeckt. Die run-
zelige Oberseite ist sichtbar. Halsschild mit schmutziggelben Schuppen an
den Seiten bedeckt, in der Mitte mit einer breiten dunkelbraunen Fläche,
welche sehr variabel und teils breit, teils weniger breit erscheint. Diese
braune Fläche ist dicht mit braunen, aufrechtstehenden Borsten bedeckt,
welche gegen Mitte der Basis zu immer länger werden und sich mit hellen
62 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
Schuppenborsten vermischt auf dem Halsschildzacken zu einer bürsten-
artigen Stelle vereinigen. Dabei sind die Borsten auf dem Halsschildzacken
etwas dicker und breiter als die Borsten auf der übrigen Fläche. Sie werden
hier zu Schuppenborsten. Diese Beschreibung von Burmeister ist hier absolut
richtig. Ich möchte sie im Original wiedergeben:
„Den Vorderrücken bedeckt ein zottig schuppiges Kleid, in dem die
Schuppen nicht rund, sondern lanzettförmig gestaltet sind. Zwischen ihnen
stehen auf der Mitte des Vorderrückens steife, senkrechte Haare, die in eine
feine, rückwärts gebogene Spitze übergehen; je mehr nach hinten, um so
dichter wird sie. Dadurch bildet sich auf der Mitte des Vorderrückens ein
abgeplatteter, filzartiger Sattel, der scharf von den weißen bloß beschuppten
Ecken sich absetzt. Zwischen diesem Filz stehen keine längeren Borsten zer-
streut. Auf dem Schildchen ist ein ebensolcher Haarschopf vorhanden. Auf
den Flügeldecken sind die Schuppen zwar auch noch zugespitzt, aber doch
breiter und mehr angedrückt. Um das Schildchen steht eine Gruppe längerer
Borsten. Die Fühlerfächer und Füße sind schwarz, oft auch die Schienen,
aber nie die Schenkel. Auch die schwarzen Teile tragen ein weißliches Haar-
kleid.“
Die Flügeldecken sind dicht mit gelben und braunen Schuppen ver-
mischt bedeckt, teilweise bilden die braunen Schuppen auch verschiedene
Zeichnungen, welche dann ähnlich aussehen wie z.B. bei C. signata, doch
bei den bei mir vorhandenen Exemplaren (ca. 60 Stück) überwiegen die
einfarbigen Stücke bei weitem. Die Umgebung des Schildchens braun, das
Schildchen selbst 2teilig und mit einer Bürste von braunen Borstenschuppen
bedeckt. Die Färbung der Schuppen schwankt zwischen gelblichweiß bis
schmutziggelb.
Die Unterseite ist gelbweiß und dicht beschuppt. Ebenso das Pygidium.
Die Schuppen auf der Ober- und Unterseite sind relativ sehr breit, fast so
breit wie lang. Auf den Seiten sind sie manchmal etwas zugespitzt.
Clypeus ö Ecken breit abgerundet, vorne ein kurzes Stück gerade.
Vorder-Tibien mit 2 kräftigen Zähnen. Parameren asymmetrisch (siehe
Abbildung).
Länge 9-11 mm.
55 5% Santa Catarina, Minas Geraes, Espiritu Santo, Brasilien.
Type C. decora im Museum Oxford.
Die Geschlechtsorgane der beiden Arten C. gibbicollis und C. variabilis
sind äußerst ähnlich. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß C. gibbicollis
eine Subspecies von C. variabilis darstellt, doch müßte die Lebensweise der
Tiere hier noch geklärt werden, über die wir gar nichts wissen und vielleicht
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 63
Untersuchungen der weiblichen Geschlechtsorgane vorgenommen werden,
eine Aufgabe, die den Rahmen dieser Arbeit wesentlich überschreiten würde.
Folgende Arten sind mir unbekannt geblieben:
dorsata Burm.
insularis Arrow
elegans Nonfr.
imitatrix Nonfr.
Isoceraspis duckei Ohaus
Nach der Beschreibung dieser Arten gehört insularis zu cornuta Blanch.
Gr. 1, elegans Nonfr. zu bufo n. sp. Gr. 3, imitatrix Nonfr. zu ohausi Moser
Gr. 2. Die Eingruppierung von Isoceraspis duckei Ohaus ist zweifelhaft.
Metaceraspis n. g.
Habitus wie die Ceraspis-Arten der Gruppe 3 und wie die Gattung
Hoplia. Die Fühler haben jedoch 10 Glieder (Ceraspis nur 9). Hintere und
mittlere Klauen einfach, nur vordere Klauen gespalten. (Bei Ceraspis der
Gruppe 3 immer eine der hinteren Klauen gespalten, Fühlerfahne 5 fast
doppelt so lang wie $. Bei Ceraspis nur bei 2 Arten macrophylla Moser und
quadrifoliata Moser, sonst bei Ceraspis ö nur um 1/ı bis !/s länger als 9).
Auch der Fühlerstiel beim 5 der neuen Gattung wesentlich länger als beim
2. Im übrigen wie Ceraspis.
fukiensis n. sp.
Ober- und Unterseite schwarzbraun bis fast schwarz. Beine und Fühler
dunkelbraun, manchmal auch die Flügeldecken heller braun. Oberseite des
Kopfes und Halsschildes mit wenig dicht stehenden, aufrechten dunklen
Borsten ausgezeichnet. Scutellum dicht mit weißlichen Borsten bedeckt, in
der Mitte glatt. Flügeldecken nur mit ganz vereinzelten weißlichen aufrech-
ten Borsten, sonst mit spärlichen, feinen, anliegenden Haaren bis auf die
Seiten verziert. Vorderer Seitenrand des Halsschildes mit weißen Borsten
bewimpert.
Clypeus 5% kurz. Ecken abgerundet, vorne gerade. Oberseite des
Kopfes dicht runzelig punktiert. Halsschildvorderseitenrand gerade, Hinter-
seitenrand geschweift, seitliche Ecken im apicalen Drittel liegend und sehr
flach. Vorderecken nicht vorgezogen, rechtwinkelig. Halsschildbasis zwischen
Hinterecken und den Basiszacken aufgebogen. Basiszacken und Scutellum-
Einschnitt sehr gut ausgebildet, nicht ganz rechtwinkelig. Halsschild dicht
mit flachen Punkten besetzt, die teilweise Borsten tragen. Die aufgebogenen
Teile des Halsschildes glatt. Flügeldecken dicht und grob, etwas runzelig
64 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
punktiert. Schulterbeule glatt. An der Basis befinden sich 2-3 deutliche
Längsfurchen, welche ungefähr ?/s der Länge des Scutellums erreichen.
Einige undeutliche flache Rippen sind ausgebildet, sie sind jedoch individuell
verschieden, manchmal auch teilweise glatt und ohne Punkte. Das Pygidium
ist flach und dicht punktiert und trägt vereinzelte weißliche, anliegende
Borsten. Die Unterseite ist dicht mit anliegenden weißen Borsten besetzt.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
Länge 6-8 mm. 5 6 7 ? aus Kuatung Fukien Chinan, Mai 1946 leg. Tschung
Jen.
Type und Paratypen in meinem Museum.
Die Gattung Xenoceraspis aus Sikkim und Burma mit der einzigen Art
dispar Arr. (Ann. Nat. Hist. 6 p. 453) ist viel schlanker. Das Scutellum hat
ganz flache Zacken, eigentlich mehr eine Ausbuchtung. ö mit sehr dicht
nabelförmig punktiertem Halsschild, $ mit sehr dicht rot behaartem Hals-
schild. Sie kann nicht mit Metaceraspis verwechselt werden.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
1;
2
3
4.
6)
6
7
Systematischer Index
C. clypealis n. sp. 43. C. ventralis n. sp.
. C. lurida n. sp. 44. C. pereirae n. sp.
. C. rufoscutellata Mos. 45. C. pauperata Burm.
C. ocellata n. sp. 46. C. vestita Blanch.
. C. opacipennis Mos. 47. C. sulcicollis Moser
. C.immaculata Burm. 48. C. kuntzeni Moser
. C. cornuta Blanch. 49. C. citrina Blanch.
(= rufipes Burm.) 90. C. citrina Blanch.
C. innotata Blanch. var. pisicolor Burm.
C. moseri n. sp. 5l. C. castaneipennis Blanch.
C. centralis Sharp 52. C. bufo n.sp.
C. mexicana Harold 53. C.signata Blanch.
C. squamulifera Mos. 54. C. mixta Blanch.
C. quadripustulata Blanch. 55. C. amoena n. sp.
C. quadrimaculata Blanch. 96. C. pulchra n. sp.
(= quadrinotata Burm.) 57. C.nivea Serv.
C. lineata Wat. (= brenskei Moser)
C. ruficollis n. sp. 58. C. cinerea Moser
C. brunneipennis Bat. (= lepidiota Moser)
C. rubiginosa Latr. 59. C. flava Blanch.
C. klenei Brenske 60. C. farinosa Burm.
C. ohausi Mos. 61. C. plaumanni n. sp.
C. rühli Brenske 62. C. griseosquamosa Moser
C. macrophylla Mos. 63. C. obscura Blanch.
C. quadrifoliata Mos. 64. C. subvittata Moser
C. hispida Bates 65. C. zikani Moser
C.nitida n. sp. 66. C. setiventris Moser
C. modesta Burm. 67. C. fulva Blanch.
C. bivittata Burm. 68. C. mutica Moser
C. globicollis n. sp. 69. C. squamulata Moser
C. martinezi n.sp. 70. C. guttata Blanch.
C. mustela n. sp. (= vitticollis Mos.)
C. pilatei Harold 71. C. guttata var. crucifera nov.
(= velutina Bates) 72. C. diversa n. sp.
C. bivulnerata Germ. 73. C. colon Burm.
C. amazonica n. sp. 74. C.pallida Blanch.
C. oblonga Moser 75. C. leucosoma Blanch.
C. bicolor Moser 76. C. brittoni n. sp.
C. elongata n. sp. 77. C. ornata n.sp.
C. albovaria Blanch. 78. C. melanoleuca Serv.
C. conspersa Burm. 79. C.tibialis Blanch.
C. variegata Perty 80. C. gibbicollis Blanch.
C. burmeisteri n. sp. 81. C. decora Gory
C. vulpes n. sp. (= variabilis Burm.)
. C. tenuisquamosa n. sp.
Metaceraspis n. g.
M. fukiensis n. sp.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1
65
66 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.)
albovaria Blanch.
amazonica n.Sp.
amoena n.sp.
bicolor Mos.
bivittata Burm.
bivulnerata Germ.
brenskei Mos.
brittoni n. sp.
brunneipennis Bates
bufo n.sp.
burmeisterei n. sp. .
castaneipennis Blanch.
centralis Sharp
cinerea Mos. .
citrina Blanch.
colon Burm.
conspersa Burm. .
clypealis n. sp.
cornuta Blanc. .
crucifera n. var. .
decora Gory .
diversa n.sp. .
dorsata Burm.
duckei Ohaus
elegans Nonfr.
elongata n. sp.
farinosa Burm.
flava Blanch. .
fulva Blanch .
gibbicollis Blanch.
globicollis n. sp. .
griseosquamosa Mos.
guttata Blanch.
hispida Bates .
imitatrix Nonfr. .
immaculata Burm. .
innotata. Blanch.
insularis Arrow .
klenei Brenske
kuntzeni Mos.
lepidiota Mos.
leucosoma Blanch. .
lineata Wat.
lurida n.sp.
macrophylla Mos.
martinezi n. sp.
melanoleuca Serv.
. 90,
. 89,
36
34
46
39
29
33
47
97
24
44
38
44
19
47
43
96
37
15
18
94
61
39
63
63
63
30
48
48
92
61
30
49
94
27
63
18
19
63
25
43
47
97
23
16
26
30
9
Alphabetischer Index
mexicana Har.
mixta Blanch. .
modesta Burm.
moseri n. Sp.
mustela n.sp.
mutica Mos.
nitida n. sp.
nivea Serv.
oblonga Mos.
obscura Blanch. .
ocellata n. sp.
ohausi Mos.
opacipennis Mos.
ornata n.Sp.
pallida Blanch.
plaumanni n.sp.
pauperata Burm.
pereirae n.sp.
pilatei Har.
pisicolor Burm.
pulchra n. sp. .
quadrifoliata Mos. .
quadrimaculata Blanch.
quadrinotata Burm.
quadripustulata Blanch.
rubiginosa Latr.
rühli Brenske
ruficollis n. sp.
rufipes Burm.
rufoscutellata Mos. .
setiventris Mos. .
signata Blanch.
squamulata Mos.
squamulifera Mos. .
subvittata Mos. .
sulcicollis Mos.
tenuisquamosa n. sp.
tibialis Blanch.
variabilis Burm. .
variegata Perty .
velutina Bates
ventralis n. sp.
vestita Blanch.
vitticollis Mos.
vulpes n. sp.
zikani Mos.
20
46
29
18)
31
93
28
47
34
O0
[7
25
17
98
97
49
41
40
32
44
46
27
22
22
21
24
26
23
18
16
92
45
93
21
90
42
39
60
61
37
32
40
41
93
39
ol
- Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 67
Contribution ä la connaissance des Staphylinidae
LXXIV - Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale
par G. Fagel (Bruxelles)
(Institut des Parcs Nationaux du Congo et du Ruanda-Urundi)
Notre excellent Collegue M. Haaf nous a fait le plaisir de nous com-
muniquer un certain nombre de Paederini appartenant aux collections du
Museum G. Frey (Tutzing). Nous l!’en remercions vivement. Parmi ce mat£-
riel il ya deux Paederidus inedits captures par M. G. Frey au Parc National
du Niokolo Koba (Senegal). Il nous a interesse d’autant plus de reconnaitre
ces especes, que recemment nous avons eu l’occasion d’etudier les recoltes
faites par MM. R. Roy et M. Condamin dans ce möme Parc national, etude
dont le resultat est actuellement ä l’impression.
Le type des especes nouvelles se trouve au Museum G. Frey, des para-
types ont &t& deposes dans les collections de V’Institut royal des Sciences
naturelles de Belgique et du Musee Royal de l’Afrique Centrale.
Paederidus senegalensis n. sp.
(Fig. 1)
Tete bleu-violet, pronotum rouge-orange, @lytres bleu-noir, parfois ä
faibles reflets violets ou verdätres, abdomen et pattes entierement noirs,
antennes noires, ä 2 premiers articles jaune bistre, face superieure du ler et
de la moitie terminale du 2e, noire, palpes maxillaires testac6s, le 3e article
entierement d’un noir profond.
Tete plus transverse que chez les especes voisines (1,11), ä yeux egale-
ment plus grands (1,42), fort convexes, tempes arqu&es; convexe, calus
supra-antennaires tres marques, fossettes postfrontales nettes; brillante,
faibles traces de reticulation sur les regions occipitale et temporales; ponc-
tuation me&diocre, assez profonde, Ecart&e; pubescence fine et longue, claire,
avec quelques courtes soies sombres sur l’arriere et les tempes.
Antennes longues et greles, atteignant largement la base des &lytres,
3 beaucoup plus long que 2, penultiemes articles encore 1'/2 fois aussi longs
que larges.
Pronotum nettement plus long que large (1,11), bien moins large (0,88)
mais plus long (1,08) que la tete, fortement &treci vers l’arriere, largeur
maximum situ&e en avant du milieu, cötes arques en avant, rectilignes vers
'arriere; brillant, sans r&ticulation, ponctuation sensiblement plus faible
et moins profonde qu’ä la t&te, de m&me &cartement, portant de courtes et
fortes soies noires dressees un peu crochues.
68 Fagel: Contribution ä la connaissance des Staphylinidae LXXIV
Scutellum noir, mat, entierement coriace.
Elytres sensiblement plus longs que larges (1,11), bien plus larges
(1,36) et plus longs (1,36) que le pronotum, rectangulaires, Epaules larges,
cötes tres faiblement arqu&s, troncature terminale oblique; convexes, avec
un leger aplanissement postscutellaire commun suivi d’une @levation de la
suture, en toit; assez brillants, pas de microsculpture nette, cependant
teguments pas r&ellement lisses, ponctuation ä peu pres comme ä& la t&te,
plus dense, Ecartee assez regulierement de 1 ä& 2 diameötres; pubescence
discale fine et longue, sombre, tout le pourtour, base comprise, ä pubes-
cence claire, pas plus longue mais sensiblement plus forte.
Abdomen ä& forte impression transversale basilaire des premiers seg-
ments; brillant, reticulation fort superficielle et subisodiametrale sur les
premiers tergites decouverts, bien plus nette et fortement transversale sur
les suivants, ponctuation fine et peu profonde, peu dense; pubescence
blanchätre longue et forte, nettement convergente de part et d’autre.
Pattes longues et greles.
ö: encoche du 6e sternite pas particulierement large ni profonde.
Edeage: figure 1.
Longueur: 7,2-8,1 mm.
Holotype: Ö: Senegal: Parc National de Niokolo Koba, II. 1960
(G. Frey), in coll. Museum G. Frey (Tutzing).
Paratypes: 17 ex.: m&me origine, in coll. Museum G. Frey, Institut
royal des Sciences naturelles de Belgique et Muse&e Royal de l’Afrique
Centrale.
Fig. 1ä 3. - Sommet de la face ventrale de l’edeage de:
1: Paederidus senegalensis n. sp., 2: P. Freyi n. sp., 3: P. luctuosus Klug.
Pour la clart&e du dessin les soies ont &t& omises.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 69
La nouvelle espece se place dans le voisinage de P. villiersi Fagel,
du Dahomey, mais en differe par la stature bien plus Epaisse, la tete sen-
siblement plus transverse, ä yeux plus grands et tempes arque&es, la ponc-
tuation abdominale plus faible et la conformation de l’edeage.
P. balfour-brownei Fagel, de ’ Angola, est encore un peu moins £pais,
a les elytres subcarres et a intervalles de la ponctuation @leves en rugosites,
la pubescence abdominale beaucoup plus courte, mais se differencie imme-
diatement par la pubescence claire ne s’etendant pas sur toute la base des
elytres.
Paederidus freyi n. sp.
(Fig. 2)
Ressemble etonnamment ä P. luctuosus Klug, espece fort variable, re-
presentee au Tchad par une race de faible taille, mais en est cependant facile
ä separer avec un peu d attention.
Entierement noir, sauf la face inferieure des 2 premiers articles des
antennes jaune bistre, les palpes labiaux en entier et les 2 premiers articles
des maxillaires testaces, ainsi que les tarses brunfonce.
Tete nettement moins transverse (1,07-1,09 au lieu de 1,18-1,26);
yeux petits (2,20-2,28 au lieu de 2,60-2,72) mais presque plus globuleux
et plus saillants de la courbure de la töte, base plus etroite, tempes subrec-
tilignes; teguments completement lisses, ponctuation un peu plus forte
mais un peu moins abondante, plus irregulierement repartie; pubescence
sans particularite.
Antennes plus greles, tous les articles plus allonges, 9 et 10 toujours
nettement plus longs que larges.
Pronotum plus allong& (1,20), sensiblement moins large (0,83) mais
plus long (1,09) que la tete, rappelant celui de P. cribricollis Bernh. mais a
base plus large que chez celui-ci; assez brillant, pas de microsculpture,
ponctuation moins forte qu’ä la t&te, plus dense sur le disque, plus Ecartee
sur les cötes; pubescence blanchätre, assez forte et longue, un peu crochue,
vers l’arriere convergeant fortement vers un point situe environ au "4
posterieur de la ligne mediane.
Scutellum mat, coriace.
Elytres allonges (1,14), bien plus larges (1,36) et plus longs (1,30) que
le pronotum, rectangulaires, ä cötes subparalleles; submats, ponctuation
fine et rugueuse, le disque ä teguments completement räpeux et mats,
pubescence forte et longue, claire sur le pourtour et ä peine blonde sur le
disque, tandis que la pubescence discale de P. luctuosus est toujours roux
feu, tranchant nettement sur la laterale.
709 Fagel: Contribution ä la connaissance des Staphylinidae LXXIV
Abdomen ä impression transversale basilaire des premiers tergites
decouverts sensiblement moins profonde, teguments ä reticulation fine et
dense, subisodiametrale sur les premiers segments, transversale sur les
derniers, tandis que chez luctuosus elle est fortement transversale pouvant
parfois &tre prise pour de la microstriation; pubescence bien moins visible,
celle du milieu des tergites franchement plus courte, plus fine et sombre.
ö: encoche du 6e sternite plus large, bord posterieur du 5e ä peine
arque& tandis que cet arc est beaucoup plus fort et subanguleux chez luc-
tuosus.
Edeage: figure 2.
Longueur: 9,7-6 mm.
Holotype: 6: Senegal: Parc National de Niokolo Koba, II. 1960
(G. Frey), in coll. Museum G. Frey (Tutzing).
Paratypes: 19 ex.: möme origine, in Museum G. Frey, Institut royal
des Sciences naturelles de Belgique et Musee Royal de l’Afrique
Centrale.
Nous nous faisons un plaisir de dedier cette interessante espece ä M.
G. Frey dont l’intense activite entomologique, tant personnelle, comme
specialiste r&put@ des Onthophaginae, que generale, comme fondateur et
mecene du Musee de Tutzing, est un exemple, malheureusement unique.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 al
Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des
Museums G. Frey (Col. Ceramb.)
von $. Breuning (Paris)
Herr Dr. Frey war so freundlich, mir eine kleine Partie Lamiiden seines
Museums zur Bestimmung zu übersenden, wofür ich herzlichst danke.
Unter dem Material befanden sich zwei neue Formen, deren Beschrei-
bungen hier folgen. Die Typen befinden sich im Museum G. Frey.
Pseudochariesthes superba, n. sp.
Langgestreckt. Fühler um drei Viertel länger als der Körper. Die unte-
ren Augenloben zweimal so lang wie die Wangen. Die beiden inneren
Halsschildquerfurchen gerade und tief eingeschnitten, der Halsschild nur
mit einzelnen feinen Punkten besetzt. Die Decken nicht punktiert.
Schwarz, weißlichgrau tomentiert. Der Kopf außer dem rückwärtigen
Teil des Scheitels hellrotbraun tomentiert. Halsschild mit wenig breiter,
premedianer, hellrotbrauner Querbinde, die sich zu beiden Seiten der
Mittellinie nach rückwärts merklich verbreitert und vorn durch eine
schwärzliche Querlinie begrenzt wird, sowie mit fünf schwarzen Makeln:
eine sehr langovale mittlere und jederseits zwei kleine runde, eine davon
auf den Seiten der Scheibe, die andere auf der Mitte der Seitenteile. Auf
jeder Decke vier ziemlich große, hellrotbraune, größtenteils schmal schwarz
eingefaßte Makeln: eine dreieckige neben dem Schildchen, eine unregel-
mäßig gestaltete laterale unter der Schulterbeule, eine runde laterale post-
humerale und eine mediane neben der Naht, sowie drei schwarze Makeln:
eine ziemlich kleine, runde sublaterale am Beginn des Apikalviertels, eine
sehr kleine, runde subsuturale am Beginn des Apikalfünftels und eine noch
kleinere sublaterale preapikale. Die Seitenteile der Sterna und das Ab-
domen hellrotbraun tomentiert.
Länge: 13 mm; Breite: 4!/a mm.
Typ ein ö von Somaliland: Eil, VII-1959, leg. C. Koch.
Eunidia thomseni Dist. ssp. rubroscapus nov.
Wie die Stammform, aber die preapikale weiße Deckennahtmakel sehr
groß, die zwei Nahtdrittel des Apikalviertels der Decke einnehmend (der
Grund darunter hellrot), das erste Fühlerglied hellrot, die Basalhälfte der
Glieder vier bis elf weiß tomentiert.
Typ ein ö von Somaliland: Eil, VII. 1959, leg. C. Koch. - Die Art war bisher
aus Somaliland noch nicht bekannt.
7622 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum
Scolytidae und Platypodidae aus dem australisch-
polynesischen Raum
206. Beitrag zur Morphologie und Systematik der Scolytoidea
Von Karl E. Schedl, Lienz/Osttirol
In den letzten Jahren sind mir größere Aufsammlungen von der
Californian Academy of Science, vom Museum G. Frey, von Dr. ]J. J.H.
Scent-Ivany aus dem australisch-polynesischen Raum zur Determi-
nation zugegangen. Die dabei zutage gekommenen neuen Fundorte erwei-
tern unsere Kenntnisse über die geographische Verbreitung bekannter Ar-
ten in bedeutendem Maße, ihre Veröffentlichung scheint deshalb als zweck-
mäßig. Dazu kommen einige wenige, aber interessante neue Arten, die
nunmehr beschrieben werden. Die einzelnen Fundortmeldungen werden
im Originaltext der Etiketten wiedergegeben. Einige synonymische Bemer-
kungen sind eingeflochten.
Neue Fundorte
Neu Guinea
Hylesinus porcatus Chap. Finishafen, IV. 1944, FE. S. Ross.
Stephanoderes alter Egg. Papua: Monda, Buna District, 16. VII. 1943,
W. Bodenstein.
Poecilips minutissimus Schedl Hollandia, Deutsch Neu Guinea, 3. V. 1945,
B. Malkin.
Ozopemon angustae Egg. Klamagoen Riv., XII. 1935, G. W. Heid collector.
Ozopemon sirambeanus Hag. Zd. Nw. Guinea, Kloof-bivak, 28. X. 1912,
leg. Versteeg.
Arixyleborus canaliculatus Egg. Finishhafen, 21. IV. und 10. VI. 1944,
E.S. Ross.
Eccoptopterus sexspinosus Motsch. Papua: Monda, Buna District, 9. X. und
15. XII. 1943, W. Bodenstein.
Xyleborus ferrugineus Fab. Hollandia, VIII. 1945, B. Malkin, Cal. Acad. Sci.
Xyleborus perforans Woll. Finishhaven. 2. and 12. V. 1944, E. S. Ross.
Maffın Bay, 28. VI., 10. VII. 1944, E. S. Ross.
Xyleborus riehli Eichh. Papua, Somari, 10. VI. 1939, R. G. Wind collector.
Xyleborus similis Ferr. Hollandia, VIII. 1945, B. Malkin, Cal. Acad. Sci.
Maffin Bay, 8. VII. 1944, E. S. Ross.
Biak I., 2. IV. 1945, B. Malkin.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 783
Crossotarsus biconcavus n. sp. Ned. Nieuw Guinea: Sibil Sterrengeb. 6,.,
15. Juni 1958, Coll. R. T. Simon Thomas.
Crossotarsus mniszechi Chap. W. New Guinea: Manokwari, 4. 57, leg. For.
Service.
Papua, Central District, Brown River Area, 11. VI. 1959, ex cut stem
of Pometia pinnata, Coll. E. Kansiri.
Platypus caliculus Chap. Ned. Nieuw Guinea, Sibil Sterrengeb., 5. VI. 1958,
R. T. Simon Thomas.
Star Range, 1.500 m, mond Ok Tenma, 18. V. 1959, Museum Leiden,
Neth. New Guinea Exp.
Star Range, 1.260 m, Sibil op licht, 14., 16. und 29. IV. 1959, Museum
Leiden, Neth. New Guinea Exp.
Star Range, 1.500 m, bivak 39 a, 30. VI. 1959, Museum Leiden, Neth.
New Guinea Exp.
Platypus chevrolati Chap. Maffin Bay, X. 1944, E. S. Ross. W. New Guinea,
Monokwari, IV. 1957, leg. Lasschuit.
Platypus hybridus Schedl Isl. Halmaheira, Mt. Sembilan, 600 m, 27. IX.-6.
X. 1951, Native Collector.
Platypus jansoni Chap. Baubauguina via Abau, 10.1V. 1959, in fallen
Breadfruit, tree, Coll. B. G. Griffiths and A. Catley.
Papua, Central District, Koitaki Estate, 19. III. 1954, borer of Rubber
tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany.
Platypus lucasi Chap. W. New Guinea, Monokwari, IV. 1957, leg. Las-
schuit.
Platypus pallidus Chap. Maffin Bay, X. 1944, FE. S. Ross.
Platypus radiosus Schedl Ned. Nieuw Guinea, Sibil Sterrengeb. 5. VI. 1958,
R. T. Simon Thomas.
Platypus Selysi Chap. Papua, Central District, Koitaki Estate, 18. III. 1956,
borer of Rubber tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany.
Spathidicerus nobilis Chap. Papua, Central District, Koitaki Estate, 18. II.
1956, borer of Rubber tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany.
Diapus 5-spinatus Chap. Star Range, Sibil op licht, 29. IV. 1959, Museum
Leiden, Neth. New Guinea Exp.
Australien
Aricerus chapuisi Blandf. N. S. W. Lismore (Cal. Acad. Sci.), C. F. Deuquet.
Aricerus fici Lea N. S. W.: Uki Tweed Riv, C. F. Deuquet (Cal. Acad. Sci.).
Hylesinus varians Lea Queensland, Toowcomba, Koebele Collection.
Pachycotes villosus n. sp. West Australien, Murchison River, XII. 1959,
Demarz.
74 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum
Hypothenemus hispidus Egg.
Die in Schedl „Proc. Roy. Soc. Queensland LX, 1949, p. 25“ als
H. erythrinae Egg. gemeldeten Exemplare gehören richtig zu H. hispidus
Egg.
Stephanoderes melasomus Lea Warburton, Vict., XII. 55-1. 57, G. Frey.
Ips cribricollis Eichh. W. Australia, Pinjarra, 16. VI. 1960, von Pinus ra-
diata, Dept. Agric. (eingeschleppt).
Xyleborus cognatus Blandf. Adelaide, 22. IV. 1957, F. R. J. Kepong.
Xyleborus insulindicus Egg. North Q’land (Cal. Acad. Sci.).
Xyleborus novaguineanus Schedl Australien: Wongabel, 11. II. 1930, R. W.
Doggrell, boring in Endiandra Palmerstonii.
Wongabel, 25. III. 1937, A. R. Brimblecombe, ex Black bean.
Xyleborus perforans Woll. Cairns, Koebel (Cal. Acad. Sci.).
Sidney, N. S. W., Wallis Yards, 23. III. 1923, ex Pacific maple. W.W.F.
Sydney, N. S. W., April 1923, ex Shorea sp. Tech. Mus.
Xyleborus saxeseni Ratz. West Australien, Umgeb. Perth, X. 1954, leg.
H. Demarz.
West Australien, Broockton, IV. 1958, H. Demarz.
Xyleborus truncatus Er. Sydney, N. S. W., Deuquet collection.
Platypus omnivorus Lea Illawarro, Deuquet Collection.
Platypus pseudo-opacus Schedl Tweed R., Deuquet Collection (Cal. Acad.
Sci.).
Platypus quadricinctus n. sp. N. S. W., Tweed R., Deuquet Collection.
Neuseeland
Pachycotes ventralis Sharp Greymouth, Helms (B. M.).
North Island, R. N. Parker (B. M.).
Dendrotrupes costiceps Broun = Dendrotrupes vestitus Broun
Thomas Broun beschrieb in den „Manual New Zealand Coleoptera,
1881, Band 2, 3, 4, p. 741” die neue Gattung Dendrotrupes und die Arten
D. vestitus und D. costiceps, wobei sich die letzteren nur durch die Ausfor-
mung der Stirn unterscheiden. Die Nachprüfung einer Serie dieser Arten
ergab, daß D. vestitus (Männchen) und D. costiceps (Weibchen) ein und
dieselbe Art darstellen. D. costiceps ist einzuziehen. Diese Synonymie wurde
auch von Dr. G. Be Rawlings, Forest Research Institute in Rotorua,
New Zealand, brieflich bestätigt.
In demselben Brief teilt Herr Dr. Rawlings auch mit, daß Acran-
tus opacus Broun, Ann. Mag. Nat. Hist. XV, 1895, p. 417, mit Acrantus
(Homarus) mundulus Broun (Manual New Zealand, Coleoptera, Band 2, 3,
4, 1881, p. 740) und Platypus apicalis White (Erebus et Terror, zoolog.,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 )
partie XI, 1846, p. 18) mit Platypus douei (Reiche) Chapuis (Monographie
des Platypides 1866, p. 237) identisch sind. Die Synonymie von Acrantus
opacus Broun zu A. mundulus Broun konnte nicht nachgeprüft werden, doch
ist anzunehmen, daß Dr. Rawlings authentisches Material verglichen
hat. Die Synonymie von Platypus douei Chap. zu Pl. apicalis White geht aus
den Beschreibungen der beiden Arten unschwer hervor.
Polynesien
Hylesinus porcatus Chap. Fiji Islands, 9. XI. 1899, Koebele Coll.
Hylesinus robustus Egg. Fiji Islands, Viti Levu, XI. 1956, G. Frey.
Hylesinus subcostatus Egg. Admirality Islands: Loren Gau, VIII. 1944
(Cal. Acad. Sci.).
Xyleborus bicolor Blandf. Solomon Islands: Malaita, East Kwara’ae, X. 1957,
P. G. Fenemare.
Xyleborus fijianus Schedl Fiji Islands, Viti Levu, XI. 1956, G. Frey.
Xyleborus perforans Woll. Admirality Islands: Loren Gau, VIII. 1944 (Cal.
Acad. Sci.).
Tahiti, 26. VI. 1916, R. Hopping (Cal. Acad. Sci.).
Tahiti: Punaavia, 28. VIII. 1939, G. A. de Witte.
Neue Hebriden: Esperitu Santo (Cal. Acad. Sci.).
Samoa: Vaiteile, 2. VIII. 1895.
Solomon Inseln: Guadecanal, Il.-IX. 1945, B. Malkin (Cal. Acad. Sci.).
Xyleborus similis Ferr. Admirality Islands: Los Negros, IV. 1945, J.R.
Stuntz. (Cal. Acad. Sci.).
Platypus solidus Walk. Solomon Isl., Van Dyke Collection (Cal. Acad. Sci.).
Platypus turbatus Chap. Guadecanal u. Florida Islands, I.-III. 1945, J. R.
Stuntz (Cal. Acad. Sci.).
Pachycotes villosus n. sp.
Weibchen. - Dunkelrotbraun, nahezu matt erscheinend, 2,6 bis
3,0 mm lang, 2,2 mal so lang wie breit. Von den anderen Pachycotes-Arten
durch die kurzen, gedrungenen, sehr dicht stehenden Schuppen des Hals-
schildes und der Flügeldecken leicht zu unterscheiden.
Stirn breit gewölbt, sehr dicht körnelig punktiert, was besonders in
der unteren Hälfte auffällt, die Punkte tragen schief nach oben abstehende
kurze Schuppenhärchen, die nach unten gerichtete Franse am Epistomal-
rand besteht aus längeren gelbroten Schuppenhärchen, Fühler wie in der
Gattung üblich.
Halsschild bedeutend breiter als lang (37:27), nahe der Basis
am breitesten, die letztere deutlich zweibuchtig, mit einem winkeligen Vor-
76 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum
sprung in der Mitte, hintere Seitenecken rechtwinkelig und deutlich gerun-
det, die Seiten in der basalen Hälfte nahezu parallel, leicht gebogen, dann
kräftig schief eingezogen, Apex breit gerundet, subapikale Einschnürung
deutlich; Scheibe der Länge nach schwach gewölbt, ohne Buckel, äußerst
dicht mit Punkten scheinbar verschiedener Größe bedeckt, die aber durch
die daraus entspringenden, gedrungenen abstehenden Schuppen größten-
teils verdeckt sind, eine Reihe von schlankeren Schuppenhärchen entlang
des Vorderrandes bis zur subapikalen Einschnürung. Schildchen nicht sicht-
bar.
Flügeldecken nur wenig breiter (40:37) und doppelt so lang
wie der Halsschild, ausgesprochen walzenförmig in der basalen Hälfte, der
Apex sehr breit gerundet, die Basis zweibuchtig, mit kräftigen abstehenden
stumpfen Höckern besetzt, gegen die Naht noch zwei weitere Reihen ähn-
licher, aber etwas kleiner werdender Schuppenhöcker; Scheibe gestreift-
punktiert, die Streifen deutlich eingedrückt, die Reihenpunkte ziemlich grob
und enggestellt, die Zwischenräume dicht gerunzelt-punktiert, die Punkte
tragen kurze, gedrungene, flache, abstehende rotgelbe Schuppen, deren
Flachseite mit der Längsachse des Käfers übereinstimmt, die die Punktie-
rung größtenteils verdecken; auf dem kurz abgewölbten Absturz laufen alle
Zwischenräume bis zum Hinterrand durch, der dritte Zwischenraum kurz vor
dem Hinterrand mit einem kräftigen mäßig spitzen Höcker, der vierte bis
sechste Zwischenraum mit einer längeren Serie solcher Höcker, die gegen
die Flügeldeckenscheibe allmählich kleiner werden, noch kleinere unregel-
mäßig gestellte Höckerchen auf den seitlichen Zwischenräumen 7 bis 9; auf
dem Absturz die abstehenden Schuppen etwas kräftiger und länger, aber
nicht mehr deutlich spachtelförmig.
Type und Cotypen im Museum G. Frey, Cotypen auch in Sammlung
Schedl.
Fundort: W. Australien, Murchison River, XII. 1959, Demarz.
Das Männchen hat die Stirn etwas stärker abgeflacht, die Behaarung
länger, und die Flügeldecken sind etwas gedrungener.
Crossotarsus biconcavus n. sp.
Männchen. - Schwarzbraun, 8,3 mm lang, nahezu dreimal so
lang wie breit. Die neue Art ist etwas größer als die beiden Verwandten
C. piceus Chap. und C. laratensis Bees. Wie in diesen Arten, endigen die
Zwischenräume 1 bis 6 am Hinterrand der Flügeldecken stumpf, aber frei,
wobei der erste Zwischenraum am längsten ist, die anderen nach dem 4. bis
6. zu kürzer, doch ist im Gegensatz zu diesen Arten die Außenecke jeder
Flügeldecke durch den stumpf endigenden und flach gebauten (nicht nach
unten verdickten) 7. Zwischenraum gebildet, gemeinsam mit den beiden
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 HT,
Verwandten zeigt das 5. Abdominalsternit in der Nähe des Vorderrandes
einen kleinen konischen Höcker, ganz ähnlich, wie bei C. laratensis Bees.,
während der Höcker von C. piceus Chap. viel kräftiger ist und mehr im
Zentrum des 5. Sternites steht.
Stirn fast eben, dicht, netzartig gerunzelt-punktiert, in der Mitte
mit einer glänzenden Längsgrube, Behaarung kurz, spärlich, gegen den
Scheitel etwas dichter stehend, Fühlerschaft ähnlich wie bei C. piceus
Chap., aber mehr rechteckig.
Halsschild kaum breiter als lang (20 : 19), Umriß ganz ähnlich
wie in C. piceus Chap., Scheibe glänzend, winzig chagriniert und zerstreut
mit feinen Pünktchen besetzt, eine Serie größerer Punkte, welche abste-
hende lange Haare tragen, entlang des Vorderrandes.
Flügeldecken ähnlich wie in C. piceus Chap., glänzend, ge-
streift-punktiert, die Streifen leicht vertieft, die Reihenpunkte sehr klein,
etwas unregelmäßig in weiten Abständen gestellt, die Zwischenräume noch
lockerer fein punktiert; am Hinterrand der erste und siebente Zwischenraum
gleich lang, vom ersten Zwischenraum bis zum fünften an Länge abneh-
mend, der sechste wieder etwas länger als der fünfte, wodurch ein kräftig
zweibuchtiger Hinterrand entsteht.
Die Hinterhüften schaufelartig nach rückwärts vorgezogen, rechteckig
abgeschlossen, mit leicht gebogener und mit Borsten besetzter Apikalkante.
Die Sternite 2 bis 5 mattglänzend, zerstreut punktiert, das 5. Sternit wie
üblich konkav.
Type in der Zoologischen Sammlung des Bayerischen Staates in Mün-
chen, Cotype in Sammlung Schedl.
Fundort: Ned. Nieuw. Guinea, Sibil Sterrengeb., 5. und 15. VI. 1958,
hoogte: 1.250 m, op lamplicht gevangen, Gras-bos, R. T. Simon Tho-
mas.
Platypus quadricinctus n. sp.
Männchen. — Rotbraun, 4,4 mm lang, 2,5 mal so lang wie breit;
der Käfer, welcher bisher stark durch Harz verschmutzt unter Platypus ex-
terne-dentatus Fairm. steckte, zeigt einen ähnlichen Flügeldeckenabsturz,
wie dies bei den Platypi lunati üblich ist, doch sind die hinteren Seiten-
ecken wie bei P. externe-dentatus Fairm. spitzig vorgezogen und der breite
Hinterrand zeigt zwischen den leicht angedeuteten Nahtwinkeln und den
Seitenfortsätzen einen kurzen dreieckigen Zahn auf jeder Seite.
Stirn eben, winzig punktuliert, deshalb seidenglänzend und mit
ziemlich großen flachen Punkten, die kurze abstehende Haare tragen, be-
setzt, ein kleines Längsgrübchen in der Mitte der unteren Hälfte ange-
78 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum
deutet, auf dem Scheitel fein zerstreut punktiert, mit einzelnen langen
Haaren.
Halsschild etwas breiter als lang, kurz nach dem Vorderrand am
breitesten, die seitlichen Schenkelgruben seicht, von oben gesehen nur
vorne deutlich begrenzt; Scheibe glänzend, winzig chagriniert und unregel-
mäßig zerstreut mit sehr feinen Pünktchen besetzt, eine Reihe längerer
Härchen aus etwas größeren Punkten entspringend entlang des Vorder-
randes, eine Gruppe von 5 bis 6 größeren Punkten mit ebenfalls abstehen-
den Härchen in einigem Abstand rechts und links der kurzen Miittelfurche.
Flügeldecken gedrungen, deutlich breiter als der Halsschild
und ähnlich gebaut, aber etwas gedrungener als bei Platypus subdepressus
Schedl, die Seiten in den basalen drei Fünfteln gerade, ganz leicht divergie-
rend, dann verengt gerundet und am Hinterrand in schlanke seitliche Fort-
sätze endigend; Scheibe hochglänzend, mit zarten Reihen feiner Pünktchen,
von denen nur die Nahtreihen in eingedrückten Streifen liegen, die Zwi-
schenräume sehr breit, mit winzigen zerstreut liegenden Pünktchen; der Ab-
sturz beginnt nach den basalen zwei Fünfteln, ist oben leicht abgewölbt wie
in P. subdepressus, dabei matt, winzig punktuliert, die Reihenpunkte nicht
mehr erkennbar, anstelle dessen leicht eingedrückte Streifen, die Zwischen-
räume tragen je eine Reihe langer abstehender Härchen, am unteren Drittel
des Absturzes jederseits der Naht ein Quereindruck, die Nahtecken selbst
leicht vorgezogen, der Hinterrand mit den eingangs erwähnten Zähnchen
zwischen Seitenfortsätzen und Naht.
Type in Sammlung Schedl.
Fundort: New South Wales: Tweed River.
Weitere Stücke dürften sich unter den Namen Crossotarsus externe-
dentatus Fairm. im South Australian Museum befinden.
Spathidicerus nobilis Chapuis fem.
Unter meinen Stücken von Spathidicerus nobilis Chap. ist eines ab-
weichend gebaut, indem die Stirn in der oberen Hälfte einen flachen Ein-
druck aufweist, in etwas mehr als der unteren Hälfte sehr fein dicht punk-
tiert ist, wahrscheinlich ein Zeichen, daß hier ein Haarornament abgerieben
wurde, außerdem ist in diesem stark punktierten Teil in dessen oberer
Hälfte ein schwacher Längseindruck gerade noch erkennbar. Der Halsschild
des Weibchens ist jenem des Männchens sehr ähnlich, doch sind die Längs-
strichelchen in den basalen zwei Fünfteln viel kräftiger und dichter gestellt.
Auf den Flügeldecken sind die hinteren Seitenfortsätze etwas gedrungener
und der Fortsatz des dritten Zwischenraumes am oberen Absturzrand we-
sentlich kürzer und mehr dreieckig. Man wird kaum fehlgehen, in diesem
Exemplar das Weibchen zu vermuten.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 79
Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
23. Beitrag zur Kenntnis der Tenebrioniden
von Hans Kulzer, Museum Frey
Peltolobus Lac. (Trimytini).
Peltolobus Lacordaire, Gen. Col, V, 1859, p. 71
(= Megalophrys Waterhouse) Ann. Mag. 16, 1845, p. 322; — Gebien, Kat.
1936, p. 90, homonym zu Megalophrys Kuhl & Wagl. (Amphib.)
(= Alhuena Kulzer), Ent. Arb. Mus. Frey, 7, 1956, p. 912, Abb. 1.
Die Gattung ist durch folgende Merkmale ausgezeichnet:
Mentum transversal, flach, groß, deckt die Mundteile fast zu. Submen-
tum an den Seiten mit einem Zahn. Endglied der Maxillarpalpen schwach
beilförmig. Oberlippe weit vorstehend, bei geschlossenen Mandibeln von
diesen ganz zugedeckt. Mandibeln groß, vorstehend, Außenkante von oben
gesehen scharf gebogen, von der Seite gesehen breit, tief gespalten, der
untere Zahn ist viel länger, glatt und am Ende abgestutzt. Clypeus lappen-
förmig vorgezogen, Gelenkhaut nicht sichtbar. Kopf schwach gewölbt,
Augen von oben gesehen kugelig, etwas vorstehend, mit einer tiefen Furche
umgeben. Wangen breit ausladend, vorne etwas vorgezogen, so daß zum
Clypeus eine Ausbuchtung entsteht, die Wangen sind durch eine Furche
von den Augen getrennt. Fühler fadenförmig, sie überragen etwas den
Halsschild, alle Glieder sind rund und länger als breit, Glied 3 ist am
längsten. Halsschild an der Basis eingeschnürt, leicht gewölbt, manchmal an
den Seiten verflacht. Flügeldecken gewölbt, länglich oval, ohne Seitenrand-
kante. Bei waterhousei oben abgeflacht. An den Seiten in Höhe der Hinter-
hüften haben die Flügeldecken einen * deutlichen Eindruck. Beine schwach,
ohne Auszeichnungen, Vorderschienen am Ende der Außenkante ohne
Zahn.
Bestimmungstabelle der Arten
1 (4) Halsschild schmal, bis zum Seitenrand gewölbt, größte Breite in der
Mitte, zur Basis sanft ausgeschweift verengt, schlankere Formen,
braun bis dunkelbraun.
2 (3) Halsschild an der Basis ohne Eindruck, Zwischenräume der Flügel-
decken sehr fein punktiert. Länge 8-10 mm. Patagonien. Erster
Zwischenraum am Ende stark eingedrückt, so daß die Naht empor-
gehoben ist.
patagonicus Wat.
80 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
3 (2) Halsschild an den Seiten vor der Basis mit einem deutlichen Ein-
druck. Zwischenräume der Flügeldecken gröber punktiert. Länge
7-8 mm. Patagonien (nach Berg).
desertorum Berg
4 (1) Halsschild breit, an den Seiten breit verflacht, größte Breite hinter
der Mitte und im letzten Drittel plötzlich stark verengt. Breitere For-
men, dunkelbraun, fast schwarz.
5 (6) Halsschild und Flügeldecken flach, Flügeldecken subparallel, an den
Schultern mit einem Eindruck, so daß die Schultern etwas empor-
gehoben sind. Das ö hat am Prosternum in der Mitte eine lang ab-
stehende gelbe Behaarung. Länge 10-11 mm. Chile.
waterhousei Bat.
(= Alhuena penai Klzr.)
6 (5) Halsschild in der Längsmitte gewölbt, am verflachten Seitenrand mit
Eindrücken, Seitenrandkante etwas erhaben. Flügeldecken gleich-
mäßig oval, stark gewölbt, an den Schultern ohne Eindruck. Länge
9 mm. Neuquen, Argentinien.
ardoini n. sp.
Peltolobus ardoini n. sp.
Ungeflügelt, schwarz, glänzend, Fühler und Beine dunkel rotbraun, kahl.
Länge: 9 mm, Breite: 3'/2 mm.
Kopf groß, so breit wie die Basis des Halsschildes, mäßig gewölbt,
grob und dicht punktiert. Augen sehr klein, kugelig, mäßig fein fazettiert,
seitlich etwas vorstehend, von einer feinen Furche umgeben, die die Augen
von den Wangen und Schläfen trennt. Wangen groß, 4mal so lang wie der
Durchmesser der Augen, der Seitenrand bildet einen Kreisbogen. Schläfen
kurz, sehr stark verengt, von den Augen im rechten Winkel abgesetzt.
Clypeus im Bogen vorgezogen, ohne Ecken und ohne Clypealfurche. Die
Stirn fällt an den Seiten zu den Augen steil ab. Fühler fein, sie überragen
etwas die Basis des Halsschildes, Glied 1 dick, so lang wie das 3., Glied 3 ist
1!/2 mal so lang wie das 2. und 1'/emal so lang wie das 4. Alle Glieder sind
länger als breit, Endglied oval. Mandibeln sehr groß und breit, kräftig
punktiert, in der Mitte am Außenrand im rechten Winkel umgebogen, an
der vorderen Seite breit gespalten, der obere Teil ist kürzer. Mentum
groß, quer sechseckig, bedeckt den Kehlausschnitt ganz, wie der übrige Teil
des Unterkopfes grob und dicht punktiert. Submentum mit einem großen,
queren und flachen Eindruck, an den Seiten mit einem großen und breiten,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 sl
nach vorne gerichteten Zahn, der sich an der Innenseite eng an das Men-
tum anschließt. Endglied der Maxillarpalpen schwach beilförmig, das der
Labialpalpen sehr klein und oval.
Halsschild doppelt so breit wie in der Mitte lang, nach den
Seiten leicht gewölbt, an den Seiten abgeflacht mit flachen Eindrücken.
Größte Breite hinter der Mitte, nach hinten im Bogen stark verengt und vor
der Basis kurz ausgeschweift, nach vorne im flachen Bogen wenig verengt.
Basis viel schmäler als der Vorderrand, leicht geschwungen, dick gerandet,
Hinterwinkel nicht vorstehend, die stumpfe Spitze zeigt, durch die Aus-
schweifung des Seitenrandes bedingt, etwas nach außen. Vorderrand fast
gerade, nur an den Seiten mit einer Randleiste, Vorderwinkel kaum vor-
stehend und verrundet. Die Scheibe ist kräftig und gleichmäßig dicht punk-
tiert. Schildchen sehr klein, queroval, glatt.
Flügeldecken eiförmig, stark gewölbt, ohne Schulterbeulen und
ohne Seitenrandkante, die Decken sind bis an die Epipleuren gleichmäßig
gewölbt, mit je 9 regelmäßigen und dichten Punktreihen, wovon die 7. von
oben gerade noch, die 8. und 9. nicht mehr sichtbar sind. Die Punkte in den
Reihen sind ziemlich groß und reichen bis ans Ende. Zwischenräume flach,
mit zwei unregelmäßigen Reihen sparsamer und sehr feiner Punkte. An den
Seiten in Höhe der Hinterhüften befindet sich ein kurzer aber deutlicher
Eindruck. Hinten sind die Flügeldecken etwas abgeschrägt, so daß die
Enden schwach vorstehen. Epipleuren glatt, schmal und bis ans Ende rei-
chend.
Prosternum nach vorne schwach, nach den Seiten stärker geneigt,
grob und dicht punktiert, zwischen den Rippen gerunzelt, hinten bis zur
halben Höhe abfallend und in einen kleinen Zapfen endend, kaum vor-
stehend. Mesosternum flach geneigt, ohne erhabene Ränder. Die ganze
Unterseite des Hinterkörpers dicht und grob punktiert. Analsegmente ohne
Gelenkhaut. Beine mäßig lang, fein punktiert, ohne Auszeichnung. Die
Schenkel sind am Ende wenig verdickt. Schienen gerade, dünn, am Ende
etwas verbreitert, Vorderschienen am Ende ohne Zahn. Tarsen dünn,
schwach beborstet, Sohle ohne Härchen. 8 unbekannt.
Patria: 1 2, Loncopue, Neuquen, IX. 1959, Argentinien. Holotype in coll.
Ardoin, Arcachon.
P. ardoini ist mit keiner anderen Art der Gattung verwandt. Kopf und
Halsschild sind so ähnlich wie bei waterhousei, der Hinterleib aber ist stark
gewölbt, glatter und in den Zwischenräumen kaum punktiert. P. patagonicus
und desertorum sind schlanker und haben einen ganz anders geformten
Halsschild.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 6
82 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
Cardigenius bucki n. sp. (Asidini).
Kurz oval, stark gewölbt, schwarz, matt, Beine und Fühler kaum heller.
Oberseite behaart. Länge: 16 mm, Breite 9 mm.
Kopf klein, flach, grob punktiert, mit unregelmäßigen Eindrücken
und mit Börstchen versehen. Augen quer, etwas schräg gestellt, leicht ge-
wölbt, fein fazettiert, ohne Augenfurchen und Falten, von den Wangen
und Schläfen nicht eingeengt, seitlich etwas vorstehend. Wangen doppelt so
lang wie ein Augenlängsdurchmesser, etwas schmäler als die Augen, im
starken Bogen nach vorne verengt. Clypeus kurz, breit, rechteckig, nicht
punktiert, nur am Vorderrand mit einigen Borstenpunkten. Vorderrand ge-
rade, Ecken verrundet, Clypealnaht eingedrückt. Fühler 10gliedrig, sie
erreichen knapp die Mitte des Halsschildes, Glied 3 ist 2mal so lang wie 4,
das 7. und 8. ist rund, 9. quer, Endglied größer als das 9. und queroval.
Mentum groß, breit herzförmig, flach, an den Seiten etwas eingedrückt und
grob punktiert. Endglied der Maxillarpalpen stark beilförmig, das der
Labialpalpen sehr klein und oval. Mandibeln zweizähnig und an der Vor-
derseite gefurcht.
Halsschild 1'2mal so breit wie lang, stark gewölbt, größte Breite
in der Mitte. Seitenrand flach und schmal abgesetzt, ohne Randleiste, nach
hinten schwächer, nach vorne stärker im Bogen verengt. Basis doppelbuch-
tig, Hinterwinkel nicht vorstehend und verrundet. Die Scheibe ist matt,
chagriniert, ohne Punkte und mit langen, braunen Haaren bedeckt.
Flügeldecken kurz oval, breit, nicht punktiert, fein chagriniert,
ohne Rippen. Die Seitenrandkante reicht ungefähr bis zur Mitte, ist grob
gerunzelt und vorne auf der Unterseite ausgehöhlt. Die Oberseite der Flü-
geldecken ist mit braunen, langen, abstehenden, teilweise in Büscheln bei-
sammen stehenden Haaren mäßig dicht bedeckt. Epipleuren sind nur im
letzten Drittel erkennbar. Der umgeschlagene Teil der Flügeldecken ist
spärlich behaart.
Prosternum kurz, nicht punktiert, zwischen den Hüften breit und
behaart, hinten gewölbt abfallend und nicht vorstehend. Die ganze Unter-
seite ist anliegend und spärlich gelb behaart. Abdomen stark gewölbt und
kaum punktiert. Beine kräftig, kurz, gerade, Schenkel kaum verdickt, Schie-
nen geraspelt, Vorderschienen am Ende mit einem dreieckigen Zahn. Tarsen
fein, auf der Unterseite beborstet.
Patria: 2 Exemplare S.F. Paula, I. 1937 und 1. 1958, Rio Grande do Sul,
Bras. leg. Pe. Buck. Holotype im Museum Frey, Paratype in coll. Buck.
C. bucki ist mit C. crinifer Fairm. am nächsten verwandt, diese Art ist
aber kleiner und schlanker. Halsschild ist fast kahl und dicht mit glänzenden,
flachen Tuberkeln besetzt. Die Seitenrandkante der Flügeldecken reicht bis
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 83
ans Ende und besteht aus kleinen, glänzenden Höckerchen. Die Behaarung
der Flügeldecken ist der neuen Art ähnlich. Alle anderen Arten der Gattung
sind nicht behaart. In meiner Bestimmungstabelle der Gattung in Ent. Arb.
Mus. Frey, 12, 1961, p. 208 ist die neue Art unter 7 (10) einzureihen.
Epipedonota riverai n. sp. (Nycteliini).
Länglich oval, ziemlich flach, schwarz glänzend, Beine und Fühler dun-
kel rotbraun, $ breiter und etwas stärker gewölbt. Länge: 131/2-15 mm,
Breite: & 6-6!/a mm, $ 8-9 mm.
Kopf breit kurz, Augen schmal, seitlich etwas vorstehend, leicht ge-
wölbt, von den Wangen und Schläfen nicht eingeengt. Wangen nicht so breit
wie die Augen, vor den Augen kurz verrundet und dann nach vorne gerade
verengt, mit dem Seitenrand des Clypeus fast eine Linie bildend. Schläfen
unmittelbar hinter den Augen verengt. Vorderrand des Clypeus im Bogen
ausgeschnitten, die Ecken sind stumpf, manchmal verrundet. An den Seiten
des Clypeus befindet sich ein # tiefer Eindruck. Zwischen den Wangen und
Augen ist die Stirn tief und gerunzelt eingedrückt. Dieser Eindruck setzt
sich hinten in der Mitte bis zum Scheitel fort und hat vorne in der Mitte ein
feines Längsfältchen. Die Oberseite des Kopfes ist sehr spärlich und fein
punktiert. Fühler mäßig dick, sie überragen etwas die Mitte des Halsschil-
des, Glied 3 ist 11/smal so lang wie 4, Glied 9 und 10 sind am breitesten und
fast kugelig, Endglied klein und stumpf zugespitzt. Mentum groß, breit, der
Vorderrand ist eingebuchtet und gewölbt, an den Seiten und hinten nieder-
gedrückt, vorne grob, hinten fein gerunzelt. Endglied der Maxillarpalpen
fast parallel und am Ende abgestutzt, das der Labialpalpen ebenso gebildet
nur sehr klein.
Halsschild 2mal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite
ungefähr in der Mitte, nach hinten leicht ausgeschweift und wenig, nach
vorne im flachen Bogen etwas stärker verengt. Seitenrandkante wulstig und
etwas aufgerichtet. Basis ohne Randkante, manchmal in der Mitte schwach,
an den Seiten immer etwas ausgebuchtet. Hinterwinkel ziemlich weit vor-
stehend, mit einer stumpfen Spitze. Vorderrand mit einer kräftigen Rand-
kante, im Bogen ausgeschnitten, Vorderwinkel vorstehend und verrundet.
Die 2 Längsschwielen sind sehr kräftig, vorne nach den Seiten etwas ver-
breitert, der Zwischenraum ist tief eingedrückt und unregelmäßig quer- und
längsgefaltet. Die Seiten sind quergerunzelt. Die Scheibe ist spärlich mit
feinen gelben Börstchen versehen und nicht punktiert.
Flügeldecken länglich oval, nicht sehr stark gewölbt, am Ende
stark abschüssig. Seitenrand gleichmäßig gebogen, größte Breite in der
Mitte. Auf jeder Seite befinden sich 2 Rippen, in der Mitte eine stark erha-
84 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
bene, glatte, etwas gebogene, zwischen dieser und dem Seitenrand eine
schwächere, leicht gewellte Rippe. Seitenrandkante kräftig, glatt und stark
gewellt. Naht ebenfalls rippenförmig erhaben. Alle Zwischenräume kräftig
und dicht quergerunzelt. Die ganze Oberseite ist # dicht mit kurzen, gelben
Börstchen bedeckt, die beim @ dichter stehen. Punktur ist keine zu erkennen.
Der umgeschlagene Teil ist glatt, kaum beborstet. Die Epipleuren reichen
bis ans Ende, sind aber schwach markiert.
Prosternum nach vorne und hinten geneigt, zwischen den Hüften
sehr breit, mit Randfurchen, hinten im Kreisbogen abschließend und etwas
vorstehend. Mesosternum breit eingedrückt. Abdomen fast glatt, stark glän-
zend, kaum punktiert und kaum behaart. Beine dünn, alle Schenkel auf der
Unterseite mit goldgelber Behaarung. Vorder- und Mittelschienen gerade,
die hinteren leicht gebogen.
Patria: In Anzahl Fdo. Malcho, Cord. Parral, XII. 1957, leg. M. Rivera,
Holo-, Allo- und Paratypen; 15 Stück Romehual, Cord. Parral, XI. 1960,
leg. M. Rivera, Paratypen; 7 Stück Villegas, Cord. Parral, XI. 1960, leg.
M. Rivera, Paratypen. Holo-, Allo- und Paratypen in Coll. L. Pena,
Santiago de Chile, Paratypen im Museum Frey.
E.riverai gehört in die rugulosa-Gruppe, Arten mit stark gerunzelter
Oberseite und gleichmäßig gebogenem Seitenrand des Halsschildes, diese
Arten haben aber auf den Flügeldecken nur je eine erhabene Rippe. Am
nächsten steht der neuen Art E.rossi Klzr., diese ist aber schlanker, die
Querfalten auf den Flügeldecken sind viel größer, auch hat rossi nur je eine
Rippe und ist fast kahl.
Scotobius ardoini n. sp. (Scotobiini).
Matt, schwarz, mit einem Stich ins Braune, kahl, länglich oval. Länge:
18 mm, Breite 7 mm.
Kopf breit, Oberfläche sehr uneben, grob und dicht punktiert und
stark gerunzelt. Vorderkopf verkehrt. trapezförmig, in der Mitte längsge-
wölbt, die Seiten sind eingedrückt, die Ränder etwas gehoben, Vorderrand
fast gerade. Wangen breiter als die Augen, die Seiten hinten gebogen, nach
vorne gerade verengt. Stirn gewölbt, Amal so breit wie ein Auge von oben
gesehen, in der Mitte mit einer undeutlich abgegrenzten Längsfurche. Augen
schmal, klein, leicht nierenförmig. Fühler sind an dem sonst gut erhaltenen
Exemplar nicht vorhanden. Mentum rauh, eckig gerunzelt punktiert, an den
Seiten eingedrückt. |
Halsschild 1!/smal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite
etwas hinter der Mitte. Seitenrand stark gebogen, nach vorne und hinten
stark verengt, vor der Basis kaum merklich ausgeschweift, breit und sehr
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 85
hoch aufgerichtet, von der Seite gesehen ist der Rand höher als die Mitte des
Halsschildes. Basis leicht gebogen, Hinterwinkel stumpf und nicht vorste-
hend. Vorderrand durch die weit und breit lappenförmig vorgezogenen Vor-
derwinkel sehr schmal. Die Scheibe ist leicht gewölbt, mit undeutlichen Ein-
drücken in der Mitte und vor der Basis, die Mitte ist flach punktiert, die
Seiten und der aufgerichtete Rand leicht gerunzelt. Schildchen breit drei-
eckig und nicht punktiert.
Flügeldecken gleichmäßig länglich oval, ganz flach, größte Breite
in der Mitte. Seitenrandkante scharf, schmal, leicht krenuliert, von der Schul-
ter bis fast ans Ende aufgerichtet, von der Seite gesehen liegt die Randkante
höher als die Naht. An Stelle der Rippen befinden sich je 4 feine, dicht
stehende Tuberkelreihen, die fast das Ende erreichen. Die breiten, flachen
Zwischenräume haben in der Mitte eine mäßig grobe, flache Punktreihe,
sonst ist die Oberseite fein chagriniert. Der umgeschlagene Teil der Flügel-
decken steht, mit Ausnahme an den Schultern, von oben gesehen etwas
bauchig vor und hat ebenfalls wie die Oberseite 3 deutliche und eine 4. un-
deutliche Tuberkelreihe und punktierte Zwischenräume. Die Epipleuren
sind schmal und reichen bis ans Ende.
Prosternum am Vorderrand mit einer deutlichen Randkante, fein
und spärlich punktiert, zwischen den Hüften breit, nach vorne und hinten
stark geneigt, hinten nicht vorstehend und am Grunde verrundet. Mesoster-
num flach geneigt, ohne erhabene Ränder und ohne Aushöhlung am Vorder-
rand. Metasternum und Abdomen fein punktiert, etwas gerunzelt, staub-
artig und spärlich behaart. Beine für den Gattungscharakter ziemlich lang
und sehr dünn, grob und gerunzelt punktiert, alle Schenkel auf der Unter-
seite scharf doppelkantig. Schienen gerade, am Ende kaum verbreitert, eben-
falls scharf gekantet, die Kanten sind kurz beborstet. Aedoeagus nadel-
förmig, der hintere Sack vom Gelenk ab ist ebenfalls sehr schmal, ungefähr
3mal so lang wie der vordere Teil. Auch der Charakter des Aedoeagus ist
etwas abweichend von den übrigen Arten. ? unbekannt.
Patria: 1 ö, Laguna Blanca, Neuquen, Argentinien, 12. XII. 1959. Holotype
in coll. Ardoin, Arcachon.
Sc. ardoini ist von allen anderen, zahlreichen Arten der Gattung sehr
verschieden und mit keiner anderen Art zu verwechseln, charakterisiert durch
die scharfen, aufgerichteten Seitenrandkanten der flachen Flügeldecken und
durch die feinen Tuberkelreihen auf denselben. Sc. akidioides Wat. ist viel-
leicht am nächsten verwandt, doch diese Art hat breite, fast runde Flügel-
decken, die leicht gewölbt, und viel breiter als der Halsschild sind. In meiner
Bestimmungstabelle, Ent. Arb. Mus. Frey, 6, 1955, p. 453 muß die neue Art
unter 3 (6) eingereiht werden.
36 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
Platesthes silphoides ssp. hirtipes nov. (Praocini).
Schwarz, ö schwach, ® stärker gewölbt. Länge: 15-17 mm, Breite:
ö 7-8, 2 8!/2-9 mm.
Die neue Unterart unterscheidet sich von der Stammform wie folgt:
Etwas größer (Stammform Länge 11-14 mm, Breite ö 5-6mm,
6-8 mm), dunkler, weniger glänzend. Kopf und Halsschild wie bei der
Stammform. Flügeldecken auch beim & leicht gewölbt, die Rippen sind
schwächer, nicht so stark erhaben, manchmal sogar sehr flach, besonders
beim 2. Der Seitenrand der Flügeldecken ist stärker gebogen, die Naht ist
flach, bei der Stammform etwas erhaben. Alle Schenkel und Schienen auf
der Unterseite dicht mit gelben, längeren Härchen bedeckt. Bei der Stamm-
form sind alle Schenkel fast kahl und die Schienen nur ganz fein, kurz und
spärlich beborstet. Aedoeagus nicht verschieden.
Patria: 7 Stück Sa. Tepuel (Tecka) Chubut, Argentinien, 11. III. 1961, leg.
L. E. Pena, Holo-, Allo- und Paratypen in Coll. Pena, Paratypen im
Mus. Frey; 8 Stück Tecka, Chubut 11. III. 1961, leg. Pena, Paratypen;
3 Stück S. Tecka, Chubut, 20. X. 1960, leg. Pena, Paratypen.
Praocis (Orthogonoderus) argentina n. sp. (Praocini).
Kurz oval, breit, stark gewölbt, der ganze Käfer schwarz, glänzend,
kahl. Länge: 11!/2-12!/a mm, Breite 6'/4-7 mm.
Kopf klein, breiter als lang, schwach gewölbt, spärlich und fein, am
Scheitel etwas gröber punktiert. Augen schmal, klein, schräg, Stirn 4mal so
breit wie ein Auge von oben gesehen, Hinterrand mit einer feinen Leiste,
seitlich ganz schwach vorstehend. Wangen groß, im Kreisbogen nach vorne
stark verengt. Clypeus sehr kurz, Vorderrand im Bogen ausgeschnitten,
Ecken verrundet. Die Stirnfurche ist leicht gebogen, schmal und tief ein-
geschnitten. Fühler sehr fein, sie überragen nur wenig die Mitte des Hals-
schildes, Glied 3 ist 1?/amal so lang wie 4, Glied 9 größer, so lang wie breit
und hat eine etwas viereckige Form, Glied 10 quer, kurz, Endglied sehr
klein und quer. Mentum kurz und breit, Vorderrand fast gerade. Endglied
der Maxillarpalpen schwach beilförmig, das der Labialpalpen klein und oval.
Halsschild 2!/smal so breit wie in der Mitte lang, nach den Seiten
stark gewölbt, Seitenrandkante deutlich, auch an der Basis nicht abgesetzt,
größte Breite an der Basis, nach vorne im Bogen stark verengt. Basis stark
doppelbuchtig, ohne Randleiste, Hinterwinkel mit einer stumpfen Spitze
vorstehend. Vorderrand im Bogen ausgeschnitten, nur an den Seiten fein
gerandet, Vorderwinkel rechteckig etwas vorstehend. Die Scheibe ist in der
Mitte fein und spärlich, an den Seiten etwas kräftiger und dichter punktiert.
Auf jeder Seite vor der Basis befindet sich ein # deutlicher, flacher Eindruck.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 87
Auf der flachen Unterseite des Halsschildes sind lange, gelbe Härchen vor-
handen, die von oben gesehen an den Seiten vorstehen. Schildchen sehr
klein, halbkreisförmig, nur bei geneigter Halsschildstellung sichtbar.
Flügeldecken etwas breiter als der Halsschild, stark gewölbt,
gleichmäßig kurz oval, größte Breite in der Mitte, mit je drei deutlichen,
glatten und breiten Rippen, und drei undeutlichen, manchmal nur hinten
erkennbaren Zwischenrippen. Die erste Rippe ist in der Mitte der Flügel-
decken, die dritte unmittelbar an der breiten, stark quergerunzelten Seiten-
randkante, die von der äußersten Rippe von oben gesehen fast ganz ver-
deckt ist. Die Zwischenräume der Rippen und der Zwischenrippen sind
kräftig aber flach punktiert. Epipleuren an den Schultern breit, dann schmal
bis ans Ende reichend, nicht punktiert aber etwas runzelig und mit einzelnen
gelben Härchen versehen.
Prosternum stark gewölbt, grob und runzelig punktiert, vorne
steil und gewölbt abfallend, Vorderrand nur an den Seiten fein gerandet,
zwischen den Hüften breit, gewölbt, stark quergerunzelt, nach hinten breit
vorstehend, das Ende ist verrundet und etwas aufstehend. Propleuren in der
Mitte mit flachen Längsfalten, an den Seiten, besonders hinten flach und
granuliert. Mesosternum niedergedrückt, ausgehöhlt, mit wulstigen hohen
Rändern. Metasternum und Abdomen fein und dicht granuliert. Beine nicht
sehr kräftig, grob punktiert, spärlich beborstet, Schenkelunterseite scharf
gekantet. Vorderschienen am Ende breit, Außenkante mit kurzen, dicken
Börstchen, Endzahn so lang wie die ersten 2 Tarsenglieder. Mittel- und Hin-
terschienen geraspelt, gerade. Tarsen kurz, mit wenigen kurzen Börstchen
und ohne weiße lange Behaarung.
Patria: 10 8 ö und 3 29, Loncopu£, Neuquen, Argentinien, IX. 1959. Holo-,
Allo- und Paratypen in coll. Ardoin, Arcachon, Paratypen in Mus. Frey.
P. argentina ist am nächsten verwandt mit P. costipennis Sol. und P.
rugata Sol., diese beiden Arten haben aber einen viel stärker und dichter
punktierten Halsschild, die Rippen der Flügeldecken sind schwächer, Zwi-
schenrippen kaum zu erkennen, und vor allem ist die Punktur der Flügel-
decken viel gröber und etwas gerunzelt. Sehr ähnlich sieht die neue Art
einem $ von P. penai ähnlich, doch diese Art hat an den Tarsen und das Öö
auch am Ende der Flügeldecken lange, helle und steife Härchen, und die
Schienen sind viel dicker.
Oligocara Sol. (Ulomini).
Solier, Studi Ent. 1848, p. 153 (7), p. 224 (78); - in Gay, Chile, V, 1851, p. 226. -
Lac. Gen. Col. p. 328; — Kulzer, Ent. Arb. Mus. Frey 9, 1958, p. 201.
88 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
Die Gattung Oligocara ist sehr nahe verwandt mit Uloma Latr., sie
unterscheidet sich von dieser Gattung nur durch die Vorderschienen und die
verdickten Vorderschenkel. Bei Oligocara sind die Vorderschienen länger,
schlanker, am Ende schwach verbreitert und haben auf der Außenkante
keine Zähne. Bei Uloma sind die Vorderschienen kürzer, nach dem Knie +
stark verbreitert und haben auf der Außenkante 4-7 kräftige, scharfe Zähne.
Die Arten von Oligocara sind ungeflügelt und die Decken sind verwachsen,
die 6 6 haben am Vorderrand des Halsschildes keinen Eindruck, die Uloma-
arten sind geflügelt, die ö ö haben am Vorderrand des Halsschildes einen #
starken Eindruck der manchmal an den Seiten mit Höcker versehen ist, aller-
dings gibt es auch Arten, wo die ö ö am Halsschild keinen Eindruck haben.
Der Bau des Aedoeagus ist in beiden Gattungen sehr ähnlich.
Von Oligocara waren bis jetzt 2 Arten bekannt, nitidum Sol. und tibialis
Klzr., beide aus Chile; eine neue Art erhielt ich von P. Pio Buck aus Rio
Grande do Sul, Brasilien.
Oligocara bucki n. sp.
Länglich oval, schwarz, glänzend, Tarsen und Fühler etwas heller, kahl,
ungeflügelt, Flügeldecken verwachsen. Länge: 10-10!/e mm, Breite: 4 bis
4!/2 mm.
Kopf breiter als lang, schwach gewölbt, sehr fein punktiert. Augen
quer, von den Wangen schwach, von den Schläfen nicht eingeengt, seitlich
wenig vorstehend. Von der Seite gesehen ist der Hinterrand ganz gerade.
Wangen sind an den Seiten schwach gebogen und nach vorne stark verengt.
Clypeus sehr breit, kurz, schwach gewölbt, Vorderrand fast gerade, die
Ecken sind verrundet. Clypealnaht kaum eingedrückt. Oberlippen weit vor-
stehend, Vorderrand leicht gebogen, Gelenkhaut deutlich. Die Fühler sind
kräftig, sie erreichen nicht ganz die Mitte des Halsschildes. Glied 1 ist sehr
dick, viel länger als 2, Glied 3 ist 11/amal so lang wie 4, das 6.-10. ist quer,
Endglied ebenfalls breiter als lang und vorne verrundet. Mentum beim Ö
groß, queroval, schalenförmig ausgehöhlt, glatt, mit einem feinen Börstchen-
kranz umgeben, beim $ ist das Mentum etwas länger als breit, birnenförmig,
in der Mitte mit einem Eindruck, an den Seiten gewölbt, punktiert und ohne
Börstchenkranz. Endglied der Maxillarpalpen schwach beilförmig, Endglied
der Labialpalpen beim ö auf der Unterseite glatt, glänzend, kreisrund,
flach, kaum tellerförmig ausgehöhlt. Beim $ sind die Labialpalpen länglich
oval. Mandibeln kräftig, an den Seiten stark gebogen und scharf zweispitzig.
Halsschild 1'/amal so breit wie lang, gleichmäßig gewölbt, größte
Breite in der Mitte, Seitenrand schwach gebogen, hinten kaum ausgeschweift,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 89
mit sehr feiner Randkante. Die Basis ist ungefähr so breit wie der Vorder-
rand, etwas doppelbuchtig, Randkante undeutlich, Hinterwinkel nicht vor-
stehend und stumpf rechteckig. Vorderrand fast gerade, nur an den Seiten
mit einer Randleiste, Vorderwinkel kaum vorstehend und verrundet. Die
Scheibe ist mikroskopisch fein und gleichmäßig punktiert. Schildchen halb-
kreisförmig, etwas gewölbt.
Flügeldecken gleichmäßig oval, gewölbt, ohne Seitenrandkante,
ohne Schulterbeulen, mit sehr feiner Punktur in den Streifen. Zwischen-
räume leicht gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Epipleuren glatt, an
den Schultern breit, dann schmal bis ans Ende reichend.
Prosternum nach vorne schwach geneigt, zwischen den Hüften
an den Seiten mit einer deutlichen Randfurche, nach hinten gewölbt ab-
fallend. Beim ö ist die Mitte, fast bis zum Vorderrand, mit kurzen, gelben
Börstchen versehen. $ ist kahl. Mesosternum vorne ziemlich stark einge-
drückt. Abdomen kaum punktiert, an den Seiten leicht längsgerieft. Anal-
segment und Pygidium mit kleinen Ausbuchtungen die ineinander greifen,
so daß ein fester Verschluß entsteht. Beine kurz, Schenkel, besonders die
vorderen verdickt, beim & sind die mittleren und hinteren auf der Unter-
seite mit einer aus kurzen, gelben Härchen bestehenden Leiste versehen, die
dem ® fehlt. Sonst sind die Schenkel glatt und unbehaart. Vorderschienen
gerade, schmal, nach vorne schwach verbreitert, an der Außenkante glatt,
von der Seite gesehen in der Mitte mit einem stumpfen Höcker, die Unter-
seite in der zweiten Hälfte ist flach, gehöckert, mit scharfer Außenkante.
Das innere Ende ist etwas vorgezogen, so daß die Tarsen seitlich eingeengt
sind. Außerdem sind die Vorderschienen am Ende beim & dicht gelb be-
haart. Mittelschienen beim Öö im letzten Drittel auf der Unterseite etwas
verbreitert und schwach gekrümmt, beim $ gerade und am Ende nur
schwach verbreitert. Hinterschienen in beiden Geschlechtern gerade und
dünn. Aedoeagus vorne vom Gelenk ab kurz, flach und breit, etwas nach
aufwärts gebogen, an den Seiten parallel, vorne etwas ausgeschweift, Vor-
derrand breit und gerade abgestutzt. Hinter dem Gelenk ist der Aedoeagus
sehr lang, stark gekrümmt und nach hinten ziemlich stark verbreitert.
Patria: 2 dd und 3 ?9, Sao Francisco de Paula, 900 m, Rio Grande do Sul,
Brasilien. Holo-, Allo- und Paratype im Mus. Frey, 2 Paratypen in coll.
P. Pio Buck.
O. bucki ist leicht von den anderen 2 Arten der Gattung durch die
geringere Größe, 10-10!/s mm (die anderen Arten sind 14mm lang), zu
unterscheiden. Bei O. nitidum ist der Halsschild so breit wie lang, und die
Zwischenräume der Flügeldecken sind fast flach. O.tibialis 5 hat stark
gekrümmte Mittelschenkel und in der Mitte der Mittelschienen auf der
90 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
Unterseite einen breiten dreieckigen Zahn. Auch sind die Aedoeagi der bei-
den Arten von dem der O. bucki sehr verschieden. Sehr ähnlich in der Ge-
stalt ist die neue Art einem @ der Uloma retusa var. atrata Geb.
Neue Arten der Gattung Ulosonia Lap. (Ulomini)
und Bestimmungstabelle.
Die Arten dieser Gattung sehen sich alle sehr ähnlich und sind schwer
zu bestimmen, besonders die PP, die keine sekundären Geschlechtsunter-
schiede haben. Die Armierung des Kopfes beim 5 ist sehr variabel, der
Unterschied zwischen schwachen und kräftigen ö Ö ist meistens sehr groß.
Auch ist die Punktur des Halsschildes innerhalb der gleichen Art recht unter-
schiedlich. Durch Genitaluntersuchungen beim ö aber ist es eine Leichtig-
keit die Arten zu identifizieren, denn die Aedoeagi sind für die einzelnen |
Arten sehr charakteristisch.
Unbekannt geblieben ist mir nur U. ceratodera Fairm. aus Venezuela,
aus der Beschreibung dieser Art in Ann. Fr. 41, 1892 p. 85 geht aber hervor,
dal diese Art wohl nicht in die Gattung Ulosonia gehört, denn außer der
Kopfarmierung des Ö ist auch der Halsschild von ceratodera am Vorderrand
mit 2 ziemlich dicken Hörner bewehrt, die allen anderen Arten von Ulosonia
fehlen.
Bestimmungstabelle der Gattung Ulosonia Lap.
1 (10) Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist so lang oder nur wenig
kürzer und # steil aufgerichtet.
2 (7) Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist nicht dicker und hat die
gleiche Form wie die Stirnhörner.
3 (6) Halsschild außer der feinen Punktur noch mit zerstreuten, groben
Punkten besetzt.
4 (5) Größere Art, Länge 8-9 mm, stärker gewölbt. Kopfhörner lang und
dünn, bei starken & ö Stirnhörner etwas nach innen gebogen.
Konzentriert auf die Mitte der Scheibe befinden sich einige grobe
und tiefe Punkte, selten sind auch an den Seiten 2 oder 3 solcher
Punkte. Reihenpunktur der Flügeldecken kräftig, etwas vertieft,
die Punkte stehen ziemlich nahe beisammen. Zwischenräume leicht
gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Seitenrand des Hals-
schildes und der Flügeldecken durch eine Furche abgesetzt, die
Randkante schwach erhaben. Dunkelbraun bis schwarz (Aedoeagus
Abb. la). Am. c.
tricornis Dalm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 91
5 (4) Kleinere Art, Länge 7-8 mm, flacher. Kopfhörner wie bei tricornis
10 (1
Sn
=
aber schwächer. Halsschild fein aber deutlich punktiert, die groben
Punkte sind nicht so groß und flacher als bei tricornis und auf der
ganzen Scheibe zerstreut. Die Reihenpunktur der Flügeldecken ist
feiner, flacher und weniger vertieft. Zwischenräume flach und sehr
fein aber deutlich punktiert. Seitenrandkante des Halsschildes und
der Flügeldecken breit, aber flach abgesetzt. Braun bis dunkel-
braun. Aedoeagus wie bei tricornis nur im vorderen Teil etwas aus-
geschweift. Mexico.
depressa Champ.
Halsschild fast glatt, ohne grobe Punkte dazwischen. In der Form
und in der Kopfarmierung wie tricornis, nur etwas schwächer. Die
Punkte in den Reihen der Flügeldecken stehen etwas weiter aus-
einander. Zwischenräume leicht gewölbt und fein punktiert. Seiten-
randkante des Halsschildes und der Flügeldecken durch eine tiefe
Furche abgesetzt, die Randkante ist deutlich aufgerichtet. Sehr ab-
weichend von den übrigen Arten ist der Aedoeagus (Abb. 1b) Am. c.
canaliculata Champ.
Das Horn am Vorderrand des Clypeus hat eine andere Form und
ist viel dicker als die Stirnhörner.
Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist steil aufgerichtet, im
Umfang 3mal so dick wie ein Stirnhorn, von oben gesehen rund,
parallel, am Ende abgestumpft, von der Seite gesehen an der Basis
breit und nach oben zugespitzt. Stirnhörner gerade, steil aufge-
richtet. Halsschild gewölbt, glänzend, mit deutlichen feinen und
groben, tiefen, auf der ganzen Scheibe zerstreuten Punkten. Seiten-
randkante des Halsschildes kaum, der Flügeldecken breit abge-
setzt. Dunkelbraun. Länge 8mm (Aedoeagus Abb. Ic). Brasilien.
brasiliensis n. sp.
Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist etwas nach vorne geneigt,
auf der Ober- und Unterseite flach, breit, parallel, 2mal so breit wie
ein Stirnhorn, am Ende abgestutzt und etwas eingesattelt, von der
Seite gesehen ist das Horn schmal. Stirnhörner auch etwas nach
vorne gerichtet und nach innen gekrümmt. Halsschild flach, wenig
glänzend, fein aber deutlich punktiert, ohne grobe Punktur dazwi-
schen. Seitenrandkante des Halsschildes kaum, die der Flügeldek-
ken breit abgesetzt. Länge 6!/2-7!/a mm. Am. c. (Am. mer.?)
dejeani Champ.
Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist sehr kurz, dreieckig,
zahnartig, flach, nicht oder schwach aufgerichtet, bei schwachen
92
Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
11 (18)
12 (13)
13 (12)
17)
15 (16)
16 (15)
ö 6 fast ganz verschwunden, manchmal kegelförmig, manchmal ist
ein kleines Zäpfchen gebildet, das dann in der Mitte etwas ausge-
schweift ist (bei vacca), niemals aber !/s der Länge der Stirnhörner
überschreitet und niemals diesen in der Form ähnlich ist.
Vorderschienen beim & auf der Unterseite am Knie ohne Einbuch-
tung, bis ans Ende gerade und schwach verbreitert.
Halsschild und Oberseite des Kopfes matt seidenglänzend, kaum
erkennbar punktiert. Beim 9 ist der Clypeus fein und dicht, die
Stirnhöhle fast grob punktiert. Horn am Vorderrand des Clypeus
kurz, stumpf kegelförmig und etwas aufgerichtet. Die Stirnhörner
sind stark nach vorne gerichtet. Reihenpunktur der Flügeldecken
fein, die Punkte stehen nahe beisammen, Zwischenräume flach,
mikroskopisch fein punktiert. Dunkelbraun, fast schwarz. Länge
91/8-10 mm (Aedoeagus Abb. If). Brasilien.
laevicollis n. sp.
Halsschild und Oberseite des Kopfes glänzend. Punktur des Hals-
schildes # deutlich und immer mit * zahlreichen gröberen Punkten
vermengt.
Horn am Vorderrand des Clypeus ist sehr schwach entwickelt, mei-
stens ganz flach und nur als dreieckiger Vorsprung angedeutet,
nicht aus der Ebene des Clypeus herausragend, nur bei kräftig ent-
wickelten 5 ö hebt es sich etwas ab. Stirnhörner stark nach vorne
geneigt.
Breite, flache Form. Stirnhöhle grob, runzelig und dicht punktiert.
Halsschild an den Seiten gleichmäßig gebogen, die Scheibe ist
mikroskopisch fein, manchmal etwas kräftiger punktiert, mit #
zahlreichen, groben Punkten dazwischen, manchmal sind es nur
einzelne Punkte. Die Reihenpunktur der Flügeldecken ist fein, die
Punkte stehen ziemlich weit auseinander. Zwischenräume leicht, an
den Seiten stärker gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Länge
9-10 mm (Aedoeagus sehr abweichend von dem der übrigen Arten
Abb. 1d und e). Weit verbreitete Art, Mexico, Am. c. u. mer. Cuba.
biimpressa Latr.
Schmäler, gewölbter. Stirnhöhle fein punktiert, nicht gerunzelt,
Halsschild Seitenrand subparallel. Scheibe fein punktiert mit meh-
reren, auf der ganzen Scheibe verteilten gröberen Punkten. Reihen-
punktierung der Flügeldecken fein, die Punkte stehen dichter bei-
sammen. Zwischenräume leicht gewölbt und mikroskopisch fein
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 93
17 (14)
18 (11)
punktiert. Länge 8-8'/a mm. Californien, Arizona (Aedoeagus Abb.
lg und h).
marginata Lec.
Horn am Vorderrand des Clypeus sehr variabel, entweder kurz,
spitzkegelförmig und etwas aufgerichtet, oder wie ein kleines oben
abgestumpftes Zäpfchen, das manchmal in der Mitte etwas ausge-
schweift ist. Stirnhörner gerade, parallel und senkrecht abstehend,
die Stirnhörner sind manchmal sehr dick. Oberseite des Kopfes und
die Stirnhöhle fast glatt oder nur sehr schwach punktiert. Halsschild
ziemlich stark gewölbt, an den Seiten subparallel, die Scheibe ist
fein aber deutlich punktiert, die # zahlreichen gröberen Punkte
sind hauptsächlich an den Seiten konzentriert. Flügeldecken schmal,
subparallel, Punktreihen deutlich, die Punkte stehen weit ausein-
ander, Zwischenräume fast flach, chagriniert oder kaum punktiert.
Länge 5!/2-7 mm. Brasilien, Argentinien (Aedoeagus Abb. li).
vaccaE.
(= parvicornis Fairm.) Syn. nov.!)
Vorderschienen beim Öö auf der Unterseite am Knie mit einer deut-
lichen Ausbuchtung und dann nach vorne etwas stärker verbreitert
als bei den anderen Arten der Gattung. Horn am Vorderrand des
Clypeus kurz, dick, stumpfkegelförmig und etwas aufgerichtet.
Stirnhörner gerade, senkrecht abstehend. Oberseite des Kopfes
glänzend, fein und spärlich punktiert, mit gröberen, auf der ganzen
Scheibe zerstreuten Punkten besetzt. Reihenpunktur der Flügel-
decken mäßig fein. Länge 7'/a-8 mm. Amazonas (Aedoeagus Ab-
bildung Ik).
amazonica n. sp.
1) U. parvicollis Fairm. bezieht sich auf ein sehr schwaches 4 der U. vacca.
Type im Pariser Museum. Die Armierung des Kopfes ist sehr stark reduziert, wie
es bei den anderen Arten der Gattung auch vorkommt. Genitalpräparate des &
haben keinen Unterschied ergeben, außerdem sind Übergänge zu kräftigen 4 d
vorhanden.
94 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
f g h | N
Abbildung 1, a-k: Aedoeagi der Ulosonia Arten
a) tricornis Dalm. f) laevicollis n. sp.
b) canaliculata Champ. g) marginata Lec. (dorsal)
c) brasiliensis n. sp. h) marginata Lec. (lateral)
d) biimpressa Latr. (dorsal) i) vacca F.
e) biimpressa Latr. (lateral) k) amazonica n. sp.
Ulosonia brasiliensis n. sp. (Abb. Ic)
Parallel, flach, schwarz, stark glänzend, Unterseite, Beine und Fühler
kaum heller. Länge: 8 mm, Breite: 3 mm.
Kopf des ö so breit wie lang, vorne verrundet, nur der hintere Teil
des Stirneindruckes ist fein punktiert, die übrige Oberseite glatt. Augen
leicht gewölbt, an den Seiten leicht vorstehend, innen am Horn abschnei-
dend. Wangen fast so breit wie die Augen, schwach gewölbt, nach vorne im
flachen Bogen verengt und mit dem Vorderrand des Clypeus verrundet.
Der Stirneindruck ist breit aber nicht sehr tief, setzt sich an den Seiten bis
zum vorderen Horn in einer Furche fort, dadurch ist der Seitenrand des
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 95
Clypeus erhaben und die Mitte desselben leicht gewölbt. In der Mitte des
Vorderrandes befindet sich ein dickes, fast senkrecht aufstehendes Horn, das
im Umfange Smal so dick und um !/s kürzer ist als ein Stirnhorn, von hinten
gesehen ist es fast parallel und oben abgestumpft, von der Seite gesehen an
der Basis sehr breit und nach oben stark verjüngt. Die Stirnhörner sind lang,
gerade, unten und oben gleich dick und etwas nach vorne gerichtet. Die
Fühler sind kräftig, Glied 3 etwas länger als 4, das 7.-10. so lang wie breit,
Endglied fast rund. Die Maxillarpalpen haben eine sehr schräg abgestutzte
Tastfläche.
Halsschild doppelt so breit wie lang, nach den Seiten und nach
vorne ziemlich stark gewölbt, stärker als bei den übrigen Arten, größte
Breite hinter der Mitte, zur Basis kaum, nach vorne im flachen Bogen ver-
engt. Seitenrandkante schmal abgesetzt. Basis doppelbuchtig, nur ein kurzes
Stück in der Mitte ohne Randkante, Hinterwinkel rechteckig. Vorderrand
ebenfalls doppelbuchtig, die Mitte etwas vorgezogen, ganz gerandet, Vor-
derwinkel vorstehend und breit verrundet. Die Scheibe ist sehr fein punk-
tiert und mit zahlreichen, unregelmäßig zerstreuten, groben und tiefen
Punkten, auch an den Seiten, bedeckt.
Flügeldecken subparallel, Seitenrandkante schmal abgesetzt, die
Punkte in den Reihen sind grob. Die Zwischenräume sind oben schwach, an
den Seiten etwas stärker gewölbt und mikroskopisch fein punktiert.
Prosternum flach, nach vorne und hinten schwach geneigt, fein
punktiert. Prosternalfortsatz vorstehend und am Ende abgestumpft. Ab-
domen in der Mitte fein, an den Seiten stärker punktiert. Beine kurz, Schen-
kel verdickt, Schienen gerade, Tarsen fein und kurz. Charakteristisch bei der
Art ist der Aedoeagus, für die Gattung ziemlich groß, gewölbt, vorderer
Teil ist am Gelenk am breitesten, nach vorne ganz gerade zugespitzt mit
einer stumpfen Spitze ohne Börstchen, der hintere Sack ist etwas länger und
nach hinten schwach verbreitert. 2 unbekannt.
Patria: 2 ö ö, Brasilien, S. Leopoldo. Holo- und Paratype im Museum Frey.
U. brasiliensis ist leicht kenntlich am dicken Horn in der Mitte des Vor-
derrandes des Kopfes. Ein ähnliches Horn hat U. dejeani Champ., dieses
Horn ist aber von der Seite gesehen nach oben nicht verjüngt, außerdem hat
diese Art einen flacheren und viel schwächer punktierten Halsschild.
Ulosonia laevicollis n. sp. (Abb. 1f)
Groß, flach, lang gestreckt, parallelseitig, glänzend schwarz, manchmal
etwas ins Bräunliche übergehend, Beine, Fühler und Unterseite etwas hel-
ler. Länge: 91/2-10 mm, Breite: 31/2-33/4 mm.
Kopf des ö seidenglänzend, die ganze Oberseite, auch die Stirnver-
tiefung mikroskopisch fein punktiert. Die Augen grob fazettiert, sie über-
96 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
ragen etwas den Seitenrand und schneiden am Innenrand direkt am Horn
ab. Wangen fast so breit wie die Augen, gewölbt, hinten an den Seiten stark
gebogen, nach vorne ganz schwach ausgeschweift verengt und mit dem Vor-
derrand verrundet. Der Stirneindruck ist sehr tief und setzt sich nach vorne
in einer flachen Furche fort, diese Furche umschließt kreisförmig den Vor-
derkopf, so daß dieser etwas gewölbt ist, manchmal ist in der Mitte der
Wölbung eine schwache Längsfurche zu erkennen, bei schwach entwickelten
ö 6 ist das kurze stumpfe Horn in der Mitte des Vorderrandes dreieckig,
flach und nicht aufstehend, bei stärkeren 5 Öö etwas gewölbt, länger und
schwach aufgerichtet. Neben den Augen befindet sich ein kräftiges, ziemlich
langes, am Ende stumpfes Horn, das stark nach vorne geneigt und etwas
gekrümmt ist. Beim $ ist der Stirneindruck dicht und kräftig, der Vorderteil
des Kopfes fein aber deutlich punktiert, neben den Augen befindet sich an
Stelle der Hörner eine Beule und der Vorderrand des Kopfes ist gerade
abgestutzt, die Wangen sind nach vorne fast gerade verengt. Die Fühler
erreichen nicht ganz die Basis des Halsschildes, Glied 3 ist etwas länger als
4, vom 6. ab sind sie erweitert, 7-9 breiter als lang, Endglied queroval.
Mentum an der Basis schmal, gerade, nach vorne stark erweitert, Vorder-
rand etwas verrundet und gewölbt, die Mitte ist flach. Endglied der Maxil-
larpalpen schwach beilförmig, am Ende stark schräg abgestutzt, Labial-
palpen klein, schwach beilförmig.
Halsschild 1!/smal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite in
der Mitte, nach vorne im Bogen mäßig, nach hinten kaum verengt. Seiten-
rand mit einer schmalen Furche und einer kräftigen Randkante. Basis in der
Mitte etwas vorgezogen, nur an den Seiten mit einer Randleiste. Auf jeder
Seite mit einem schwachen Eindruck, auch in der Mitte der Basis ist manch-
mal ein schwacher Eindruck zu erkennen, besonders beim d. Hinterwinkel
stumpf rechteckig. Vorderrand im Bogen ausgeschnitten, an den Seiten mit
einer Randleiste, Vorderwinkel vorstehend und stumpf. Die Scheibe ist
nach den Seiten und vorne gewölbt und mikroskopisch fein punktiert, stark
glänzend. Schildchen klein, halbkreisförmig kaum punktiert.
Flügeldecken parallel, flach, Seitenrand schmal aber scharf ab-
gesetzt, an den Schultern rechteckig, Basis am Schildchen etwas zurückge-
zogen und so breit wie der Halsschild. Die Punktstreifen sind sehr fein,
reichen bis ans Ende, die Punkte stehen dicht. Zwischenräume oben kaum
an den Seiten etwas stärker gewölbt, äußerst fein aber deutlich punktiert.
Die Epipleuren reichen bis ans Ende, sind auf der Innenseite dick gerandet
und nicht punktiert.
Prosternum flach, nach vorne und hinten leicht geneigt, fein
punktiert, Prosternalfortsatz ziemlich weit vorstehend, mit stumpfer Spitze
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 97
und an den Seiten ohne Kanten, in der Mitte mit einer ganz flachen Längs-
furche. Mesosternum vorne tief eingedrückt und gewölbt abfallend. Ab-
domen in der Mitte kaum, an den Seiten kräftig punktiert. Beine kurz,
Schenkel etwas verdickt, Schienen gerade, Tarsen dünn. Der Aedoeagus ist
verhältnismäßig groß, der vordere Teil ist am Gelenk am breitesten, nach
vorne gerade verengt, mit stumpfer, etwas nach abwärts gerichteten Spitze
ohne Härchen, der hintere Sack ist nach hinten erweitert und bildet am
Gelenk einen Kreisbogen.
Patria: 7 6& und 5 ?9, Hansa Humbold, Sta. Catharina, Brasilien. Holo-,
Allo- und Paratypen im Museum Frey; 1 6 und 2 ?® Brasilien, Nova
Teutonia 11. XI. 1955, leg. F. Plaumann. Paratypen in coll. Ardoin;
2 öö und 1 ® Brasilien ohne genaue Fundortsangabe, Paratypen, ex
coll. Haag-Rutenberg in Zool. Staatssammlung München; 3 ?%, Bresil,
Prov. Sta. Catarina, Hansa Humboldt. leg. Ant. Maller, 1934, Paratypen
im Pariser Museum.
Ulosonia amazonica n. sp. (Abb. Ik)
Flach, langgestreckt, parallelseitig, glänzend, dunkelbraun bis fast
schwarz, Beine und Fühler etwas heller. Länge: 7'/s-8 mm, Breite 31/a bis
31/2 mm.
Kopf des ö glänzend, fein aber deutlich punktiert, Stirnvertiefung
kräftig, Scheitelkante gröber punktiert. Augen grob fazettiert, gewölbt, sie
überragen den Seitenrand des Kopfes nicht und reichen am Innenrand bis
zum Stirnhorn. Wangen so breit wie die Augen, nach vorne im schwachen
Bogen stark verengt. Der Vorderrand des Clypeus bildet einen Kreisbogen,
in der Mitte mit einem kurzen, kegelförmigen etwas aufgerichteten Horn.
Stirnhörner mäßig lang, parallel, nach vorne gerichtet. Kopf beim $ mit
einem halbkreisförmigen, nicht sehr tiefen Eindruck, der an den Seiten fast
den Vorderrand erreicht. Vorderrand des Clypeus fast gerade, Ecken ver-
rundet. Die Wangen sind nach vorne fast gerade verengt. Am Innenrand
der Augen befinden sich an Stelle der Hörner flache Beulen. Vorderkopf fein
und spärlich, Stirnvertiefung grob und dicht punktiert. Die Fühler erreichen
nicht ganz die Basis des Halsschildes, Glied 3 ist etwas länger als 4, vom 6.
ab sind die Glieder verbreitert, das 9. und 10. ist breiter als lang, Endglied
fast rund, etwas länger als breit. Mentum trapezförmig, punktiert, in der
Mitte gewölbt. Maxillarpalpen stark beilförmig, am Ende stark abgeschrägt,
Labialpalpen klein, fast parallel.
Halsschild 1?/smal so breit wie lang, mäßig gewölbt, größte Breite
in der Mitte, nach hinten kaum und gerade, nach vorne im Bogen mäßig
verengt. Seitenrand mit einer schmalen Furche und einer kräftigen Rand-
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 7
98 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
kante. Basis leicht doppelbuchtig, mit einer feinen, in der Mitte unterbroche-
nen Randkante, auf jeder Seite in der Mitte mit einem schwachen Längs-
eindruck. Hinterwinkel nicht vorstehend und rechteckig. Vorderrand im
Bogen ausgeschnitten, leicht doppelbuchtig, Randleiste fein, in der Mitte
undeutlich, Vorderwinkel vorstehend und stumpf. Die Scheibe ist sehr fein
und mäßig dicht punktiert, dazwischen sind einzelne grobe Punkte unregel-
mäßig eingestreut. Schildchen halbkreisförmig.
Flügeldecken parallel, flach, Seitenrandkante flach abgesetzt, an
den Schultern eckig vortretend, die Punktreihen sind mäßig fein, reichen bis
ans Ende und stehen ziemlich nahe beieinander. Zwischenräume leicht ge-
wölbt, kaum punktiert, fein chagriniert. Die Be sind Be und
reichen bis ans Ende.
Prosternum nach den Seiten gewölbt, glänzend, sehr fein punk-
tiert, zwischen den Hüften etwas eingeengt, hinter den Hüften mit einem
parallelen, glatten, kaum geneigten und vorstehenden Fortsatz. Mesoster-
num tief eingedrückt mit wulstigen Rändern, glatt, glänzend. Abdomen in
der Mitte glatt, an den Seiten und das ganze Analsegment fein punktiert.
Beine kurz, schwach, Schenkel wenig verdickt, Schienen gerade. Beim
sind die Vorderschienen am Knie auf der Unterseite in einem kurzen, aber
deutlichen Bogen ausgeschnitten und dann verbreitert. Sehr auffallend und
abweichend von den übrigen Arten ist der Aedoeagus. Der vordere Teil ist
in der hinteren Hälfte fast parallel, sehr wenig chitinoes, durchsichtig, dann
nach vorne zugespitzt mit einer stumpfen Spitze, die mit langen Härchen
besetzt ist. Der hintere Sack ist wenig verbreitert und ungefähr so lang wie
der vordere Teil (Abb. Ik).
Patria: 3 dd und 2 ?%, Teffe (Ega) Amazones, M. de Mathan, 3. Trimestre
1878, Holo-, Allo- und Paratypen im Pariser Museum (davon 2 Para-
typen, d? im Museum Frey); 2 66 und 2 ??, Amazones, Fontebao,
Dr. Hahnel, Paratypen, im Museum Paris; 1 & und 1 $, Macicore,
Amazones und 1 Öö, Teffe (Ega) Amazones in coll. Ardoin, Arcachon;
2 2? Amazones, ohne genauen Fundort, Paratypen im Ungarischen
Nationalmuseum Budapest. Die Exemplare aus Fontebao und Macicore
sind etwas dunkler gefärbt.
U. amazonica ist von den anderen Arten der Gattung durch die Aus-
buchtung auf der Unterseite der Vorderschienen in der Nähe des Knies beim
ö leicht zu unterscheiden.
Apocrypha ovipennis n. sp. (Apocryphini)
Halsschild fast kugelig, Flügeldecken eiförmig. Dunkel pechbraun bis
fast schwarz, Fühler, Palpen und Beine rotbraun. Halsschild und Flügel-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99
decken mit langen, weichen, senkrecht abstehenden, dunkelbraunen Här-
chen nicht sehr dicht besetzt. Länge: 3-31/2 mm, Breite: 1-1!/ mm.
Kopf breiter als lang, leicht gewölbt, vorne flach, Oberseite grob und
runzelig punktiert. Augen gewölbt, grob fazettiert, von oben gesehen kreis-
rund, seitlich vorstehend, von den Wangen und Schläfen nicht eingeengt.
Stirn 4mal so breit wie ein Auge von oben. Wangen schmäler als die Augen,
nach vorne im Bogen stark verengt. Clypeus vorne sehr schmal, gerade ab-
gestutzt, Clypealnaht sehr undeutlich, durch die grobe Punktur kaum zu
erkennen. Die Fühler sind kräftig, sie überragen mit zwei Gliedern die Basis
des Halsschildes. Die Glieder 3-7 sind in der Länge und Dicke nicht sehr
verschieden, 8 und 9 am Ende sehr verbreitert, Endglied zwiebelförmig.
Alle Glieder ziemlich dicht und fein behaart. Mentum etwas trapezförmig,
in der Mitte mit einem feinen Längskiel und an den Seiten eingedrückt.
Endglied der Maxillarpalpen stark beilförmig, das der Labialpalpen spindel-
förmig.
Halsschild kugelförmig, so breit wie lang, ohne Seitenrandkante.
Basis sehr stark eingeschnürt und tief liegend, ganz schmal abgesetzt. Vor-
derrand fast doppelt so breit wie die Basis. Die Oberseite ist grob und dicht
punktiert. Schildchen winzig klein, im Grunde kaum zu erkennen.
Flügeldecken eiförmig, ebenso stark gewölbt wie der Halsschild,
Basis so schmal wie die des Halsschildes und tief liegend, die Seiten bilden
von oben gesehen ein gleichmäßiges Oval, Seitenrandkante ist keine vor-
handen. Die Reihenpunktur ist kräftig und regelmäßig, die Punkte sind
etwas schwächer als die des Halsschildes und stehen nicht so dicht. Die
Punktur ist auf dem umgeschlagenen Teil der Flügeldecken irregulär und
viel gröber. Epipleuren überall gleichmäßig schmal, etwas gewölbt und am
Ende erloschen.
Prosternum grob punktiert, gewölbt, Vorderrand mit einer Kante,
zwischen den Hüften nach vorne und hinten etwas geneigt und schmal.
Mesosternum geneigt und in der Mitte leicht gewölbt. Metasternum in der
Mitte mit einer runden Grube. Die ganze Unterseite des Hinterkörpers grob
und ziemlich dicht punktiert und mäßig dicht mit feinen Härchen besetzt.
Beine dünn, gerade und spärlich behaart, Vorderschenkel ist etwas dicker,
Schienen rund, Tarsen sehr fein und kurz. Sekundäre Geschlechtsunter-
schiede sind nicht vorhanden.
Patria: 15 Stück, Las Cruces, Cord. Parral V. 1958, leg. L. Pena. Holo- und
Paratypen in coll. Pena, Paratypen im Mus. Frey.
A. ovipennis ist von den übrigen Arten der Gattung durch die lang
abstehende Behaarung der Oberseite, durch den eiförmig stark gewölbten
Hinterkörper und durch die Größe leicht zu unterscheiden. Von den bisher
100 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.)
bekannten Arten kommen 3 in Californien, anthicoides Esch., dyschiriodes
Lec. und clivinoides Horn und eine in Chile, elegans Sol., vor. Alle diese
Arten haben einen gesteckteren, nicht so stark gewölbten Hinterkörper und
eine viel schwächere Behaarung der Oberseite, außerdem sind sie kleiner.
Zur Synonymie.
Peltolobus waterhousei Bates, Ent. Month. Mag. 10. 1873-74, p. 47.
(= Alhuena penai Kulzer) Ent. Arb. Mus. Frey, 7, 1956, p. 912, Abb. 1.
Register
Gattungen
Alhuena Klzr. 79 Peltolobus Lac. 79, 100
Apocrypha Eschsch. 98 Platesthes Wat. 86
Cardigenius Sol. 82 Praocis Eschsch. 86
Epipedonota Sol. 83 Scotobius Germ. 84
Megalophrys Wat. 79 Ulosonia Lap. 90
Oligocara Sol. 87
Arten
amazonica n. sp. (Ulosonia) 93,97 hirtipes n. ssp. (Platesthes) 86
ardoini n. sp. (Peltolobus) 80 laevicollis n. sp. (Ulosonia) 92, 95
ardoini n. sp. (Scotobius) 84 marginata Lec. (Ulosonia) 93
argentina n. sp. (Praocis) 86 ovipennis n. sp. (Apocrypha) 98
biimpressa Latr. (Ulosonia) 92 penai Klzr. (Peltolobus) 80
brasiliensis n. sp. (Ulosonia) 91,94 parvicornis Fairm. (Ulosonia) 93
bucki n. sp. (Cardigenius) 82 patagonicus Wat. (Peltolobus) 79
bucki n. sp. (Oligocara) 88 riverai n. sp. (Epiped.) 83
canaliculata Champ. (Ulosonia) 91 silphoides Wat. (Platesthes) 86
dejeani Champ. (Ulosonia) 91 tricornis Dalm. (Ulosonia) 90
depressa Champ. (Ulosonia) 91 vacca F. (Ulosonia) 93
desertorum Berg (Peltolobus) 80 waterhousei Bat. (Peltolobus) 80, 100
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 101
Neue und verkannte Aphodiinae aus allen Erdteilen
(Col. Scarab.)
III. Teil
(Mit 7 Abbildungen)
von Rudolf Petrovitz, Wien
Aphodius (Megatelus) diadimitus n. sp.
In Gestalt, Größe und Färbung dem Aph. (M.) dimidiatus Roth gleich,
aber der Halsschild ist gröber, dichter und ungleichmäßiger punktiert und
die Basis des Halsschildes über die ganze Breite vollständig und deutlich
gerandet.
Holotypus ö und Allotypus $: Exped. Mus. Frey, Nigeria-Kamerun, Ba-
menda, 13. XII. 1955, leg. Bechyne; im Museum Frey — Paratypen do.,
10., 13. und 19. XII. 1955.
Aphodius (Pleuraphodius) assimilis n. sp.
Von schmaler, nach rückwärts nur wenig verbreiterter Gestalt, gut ge-
wölbt; rotbraun, Clypeus und Vorderecken des Halsschildes heller durch-
scheinend; Oberseite, besonders die Flügeldecken, durch Chagrinierung
matt; fein, z. T. nur staubartig behaart.
Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, Ecken stumpf, Sei-
ten gerade in die nur wenig überragenden Wangen verlaufend; die schwach
gewinkelte Stirnnaht scharf eingegraben; Clypeus und Scheitel mit mittel-
großen Punkten ziemlich dicht und gleichmäßig bedeckt, die Härchen hier
nur bei starker Vergrößerung erkennbar. Halsschild mit geraden, fast pa-
rallelen Seiten, mit — von oben gesehen — abgestutzten Hinterecken und
fein, aber deutlich gerandeter Basis; die Punktur wie die des Kopfes, auch
an den Seiten kaum dichter, der Grund fein chagriniert; die Behaarung auch
hier fein und kurz. Schildchen schmal dreieckig, an der Basis schmaler als
die beiden ersten Zwischenräume zusammen; fein und zerstreut punktiert.
Flügeldecken mit scharfen Schultern und fein eingerissenen, am Grunde
glänzenden Streifen, deren Kanten etwas aufgeworfen erscheinen; Streifen-
punkte sehr klein und undeutlich, nirgends die Zwischenräume kerbend;
diese sind stumpf gekielt, an der Spitze flacher, die dachartigen Seiten matt
chagriniert und reihig fein, gegen die Spitzen etwas länger und deutlicher
behaart, aber auch die Kanten der Kiele sind, wenn auch nicht so stark
wie die Seiten, chagriniert, so daß die ganzen Flügeldecken deutlich matter
als Kopf und Halsschild sind; von den eben beschriebenen Verhältnissen
102 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
machen die beiden Nahtzwischenräume eine Ausnahme, sie sind glänzend
und unchagriniert, jeder trägt eine unregelmäßige Reihe größerer, etwas in
die Länge gezogener Punkte. Metasternalplatte längs eingedrückt (43?)
und fein punktiert; Abdomen punktiert und behaart. Schenkel glatt; Vorder-
schienen vor den normal gebildeten Außenzähnen fein gezähnelt, der be-
wegliche Enddorn klein und gerade; Mittel- und Hinterschienen gegen die
Spitze allmählich und schwach verbreitert, mit undeutlichen Querleisten
und ungleichlangen Endborsten; der Metatarsus um ein Viertel länger als
der obere Enddorn und etwa von der Länge der drei nächsten Tarsenglieder
zusammen. — Länge 2,8 mm.
Typus: Tanganjika, Usa-River, XII. 1959, leg. E. Haaf. - Unikum (Museum
Frey).
Aph. (P.) assimilis nov. ist dem von Landin (Bertil-Hanström-Fest-
schrift 1956, p. 198) als brunneus Thunberg 1818 gedeuteten Käfer recht
ähnlich. Bei Benützung der Tabelle Endrödi’s (Ann. Mus. Congo, Tervuren
88/1960, pp. 108-112) gelangt man zu maynei Paulian, der weder dem
Landin’schen brunneus, noch der neuen Art ähnlich ist. Aph. assimilis weicht
durch etwas plumpere Gestalt und die deutliche Chagrinierung der Ober-
seite, feinere primäre Streifung und die ganz chagrinierten, gegen die
Spitzen flacher werdenden Kiele von beiden ab.
Aphodius (Pleuraphodius) subteter n. sp.
Von der typischen Form der Pleuraphodius-Arten; glänzend, hell rot-
braun, Scheitel, Mitte des Halsschildes und auf jeder Flügeldecke ein #
deutlicher dunkler Nebelfleck; Zwischenräume äußerst fein, staubartig be-
haart:
ö. Clypeus vorn schwach ausgerandet, daneben breit gerundet; die
kleinen Wangen überragen nicht die Augen; Stirnlinie fein, aber deutlich;
der ganze Kopf dicht, gleichmäßig, mittelfein punktiert, die Abstände zwi-
schen den Punkten gleich dem Durchmesser der Punkte. Halsschild mit
ziemlich geraden, schwach konvergierenden Seiten, stumpfen Hinterecken
und leicht doppelbuchtiger, ungerandeter, aber bewimperter Basis; die
Punktur an den Seiten wie die des Kopfes, in der Mitte etwas zerstreuter
und feiner. Schildchen schmal dreieckig, fein punktiert. Schultern der Flü-
geldecken ohne Dorn; Streifen mit sehr undeutlichen, nichtkerbenden Strei-
fenpunkten und scharf aufgeworfenen Rändern; Zwischenräume gewölbt,
in der Mitte glatt und glänzend, an den Seiten schmal, nicht scharf begrenzt,
chagriniert, diese matten Seiten werden von je einer deutlichen, borsten-
tragenden Punktreihe nach innen flankiert; eine Ausnahme bilden die Naht-
zwischenräume, die nur unregelmäßig punktiert sind. Metasternalplatte
flach, mit deutlicher Mittellängsrinne, fein und zerstreut punktiert; das erste
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 103
sichtbare Abdominalsegment chagriniert und über die ganze Breite dicht
punktiert und behaart, die übrigen nur seitlich mit einigen Härchen. Schen-
kel glatt; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen fein gesägt; Mittel- und
Hinterschienen mit schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten;
Metatarsus länger als der obere Enddorn und etwas länger als das zweite
und dritte Tarsenglied zusammen.
Q, Punkte auf Kopf und Halsschild etwas größer; letzterer ist auch
etwas schmäler als beim ö; die Metasternalplatte ist gewölbt. — Länge
4,5-5,0 mm.
Holotypus (S), (Museum Frey) Allotypus (?) und 13 Paratypen: Tangan-
jika, Momella, Mt. Meru, XII. 1959, leg. E. Haaf.
Abb. 1: Parameren von Aph. subteter nov.
Wie schon der Name zum Ausdruck bringen soll, steht die neue Art
dem Aph. (P.) teter Roth nahe. Sie ähnelt ihm durch die Skulptur der Ober-
seite, besonders der Zwischenräume der Flügeldecken, unterscheidet sich
aber von ihm durch ihre Größe, Färbung und Glanz, die schwächer ent-
wickelten Wangen und den Forceps des ö (Abb. 1). Vergleiche: Landin,
Bertil-Hanström-Festschrift 1956, Abb. 2A.
Aphodius (Pleuraphodius) stipulus n. sp.
Breite, flach gewölbte Art; durch die mikroskopisch feine Chagrinie-
rung der Oberseite nicht vollglänzend; hell rotbraun, Scheitel und Scheibe
des Halsschildes etwas dunkler; Kopf, Halsschild und Flügeldecken fein
beborstet.
104 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Clypeus breit und deutlich ausgerandet, Wangen rechteckig, nur wenig
abgestumpft, die Augen etwas überragend, Stirnnaht tief eingegraben; der
ganze Kopf sehr dicht und gleichmäßig, mittelgroß punktiert und staubartig
fein behaart. Halsschild mit schwach gerundeten Seiten, abgerundeten Hin-
terecken und schwach doppelbuchtiger Basis, die Seiten und die Basis bis
zum dritten Punktstreifen gerandet, die Mitte fein bewimpert; die Punkte
wenig größer als die des Kopfes, auf der Scheibe sind die Zwischenräume
zwischen ihnen gleich dem Durchmesser der Punkte, seitlich ist die Punktur
gedrängt, in jedem Punkt steht ein kleines Börstchen; eine glatte, nicht ver-
tiefte Mittellängslinie ist vorhanden, sie erreicht weder den Vorderrand
noch die Basis. Das Schildchen ist schmal dreieckig, an der Basis schmaler
als die beiden ersten Zwischenräume zusammen; es ist unpunktiert. Schul-
tern mit kleinen Humeraldornen; Streifen ziemlich breit, mit aufgeworfenen
Rändern; Streifenpunkte groß, flach, die Ränder der gewölbten Zwischen-
räume deutlich kerbend; neben den aufgeworfenen Rändern die Spur einer
matten Chagrinierung, daneben (nach innen zu) mit je einer deutlichen
Borstenpunktreihe, die Mitte der Zwischenräume feinst retikuliert; der
Nahtzwischenraum unterscheidet sich nicht von den übrigen. Metasternal-
platte flach, deutlich punktiert; die beiden ersten Sternite dicht, die rest-
lichen nur vereinzelt punktiert und behaart, das letzte mit zwei langen Tast-
borsten. Schenkel fein punktiert; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen
fein gesägt, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und Hinterschienen
mit sehr schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten; Metatarsus
um ein Drittel länger als der obere Enddorn und so lang wie die drei näch-
sten Tarsenglieder zusammen. — Länge 4,5 mm.
Typus (Museum Frey) und eine Paratype: Tanganjika, Momella, Mt. Meru,
XII. 1959; leg. E. Haaf.
Aph. (P.) stipulus nov. ist dem Aph. (P.) rothschildi A. Schmidt recht
ähnlich; er ist jedoch flacher gewölbt, die Oberseite ist matter, die Punktur
von Kopf und Halsschild ist noch dichter und die Skulptur der Flügeldecken
gewinnt durch die stark kerbenden Streifenpunkte und die an der äußersten
Kante chagrinierten Zwischenräume einen ganz anderen Charakter; auch
der Metatarsus der Hinterbeine ist bedeutend länger als bei rothschildi.
Aphodius (Loboparius) semiglobulus n. sp. (A. Schmidt i. 1.)
Der Körper sehr kurz und breit, (noch gedrungener als bei Aph. (L.)
globulus Harold;) glänzend, Kopf und Halsschild, ohne die rötlichen Vorder-
ecken, schwarz, Schildchen und Flügeldecken rotbraun, diese mit geschwärz-
ten Streifenpunkten, Fühler schwärzlich, Beine rötlich, die Unterseite dun-
kelbraun; die Oberseite unbehaart.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 105
Abb. 2: Kopf von Aph. semiglobulus nov.
ö. Clypeus vorn sehr breit und seicht ausgerandet, die Ecken als abge-
stumpfte und aufgebogene Lappen vorstehend; Wangen groß, etwas nach
vorn gerichtet, vor ihnen tief ausgerandet, zwischen ihnen und den Vorder-
ecken ein weiterer, den letzteren ähnlicher und ihnen genährter Lappen, so
daß die Seiten des Clypeus, die Wangen eingeschlossen, dreilappig oder
stark doppelbuchtig erscheinen (Abb. 2); Stirnlinie mit großem, konischen
Mitteltuberkel, die seitlichen sehr schwach ausgebildet, quer; Clypeus stark
und dicht, vorn etwas rauh, der Scheitel dicht und feiner punktiert. Die
stark gerundeten Seiten des Halsschildes gehen — von oben gesehen — im
Bogen in die, in der Mitte ungerandete Basis über, seitlich gesehen, sind
die Hinterecken stumpf, hinter ihnen erscheint die Basis schwach ausge-
randet; ihre Mitte ist durch eine Reihe großer Punkte etwas gehoben; der
ganze Halsschild ist (seitlich nicht dichter) mit großen, runden Nabelpunk-
ten dicht bedeckt, zwischen die kleine Punkte eingestreut sind, die Ab-
stände zwischen den großen Punkten sind fast überall gleich dem Durch-
messer der Punkte; die Seitenränder sind fein und spärlich bewimpert.
Schildchen spitz dreieckig, die Mitte vertieft, rauh. Schultern der Flügel-
decken mit von oben sichtbarem Epipleuralkiel; Streifen breit, mit schwach
kerbenden, queren Streifenpunkten; Zwischenräume mäßig gewölbt, sehr
fein und vereinzelt punktiert, der Nahtzwischenraum auf der Scheibe dach-
artig, am abfallenden Teil der Decken wulstig erhöht. Mittelhüften weit
auseinanderstehend; Metasternalplatte blasig aufgetrieben, in der Mitte
schwach eingedrückt und fein punktiert; Adomen dicht punktiert und be-
haart. Vorderschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter gezähnelt;
Mittel- und Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der Metatarsus
der letzteren etwas länger als der obere Enddorn, aber kürzer als die drei
nächsten Tarsenglieder zusammen.
2. Mittelhöcker des Kopfes kleiner und stumpfer; Metasternalplatte
ohne Mitteleindruck. — Länge 4,0-4,2 mm.
Holotypus (Ö): Luzon, Butac. — Allotypus (9): Los Banos. — Paratypen:
Luzon, Butac; Los Banos und Ins. Panaon; in coll. m.
106 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Die neue Art erscheint durch die eigenartige Form des Clypeus hin-
reichend gekennzeichnet.
Aphodius (Loboparius) kumaoensis n. sp.
Von kurzer, sehr gedrungener Gestalt; durch feine Chagrinierung nicht
vollglänzend; Kopf, Halsschild, Schildchen und die Streifen der Flügel-
decken schwarz, die Seitenbeulen des Halsschildes und die Zwischenräume
der Flügeldecken dunkel rotbraun; letztere fein behaart. Unterseite schwarz-
braun, Schenkel und Tarsen gelbbraun.
ö. Clypeus vorn breit und tief ausgerandet, Vorderecken etwas lappig,
abgerundet und aufgebogen; Wangen stark vorstehend, stumpf, durch einen
deutlichen Einschnitt vom Clypeus getrennt; Stirnlinie mit drei kaum er-
kennbaren Höckern; Clypeus fein und wenig dicht, Scheitel ebenso fein,
aber etwas dichter punktiert. Seiten des Halsschildes stark gerundet, Hinter-
ecken stumpf, Seiten und Basis mit Ausnahme der Mitte gerandet, hier nur
mit einer Kette von großen Punkten versehen; Der ganze Halsschild mit
großen, ziemlich dicht stehenden Punkten bedeckt, die Seiten sind nicht
dichter punktiert, eine feine Grundpunktur ist eingestreut. Das spitze
Schildchen ist rauh punktiert, seine Ränder sind aber glatt. Die Schultern
ohne Dorn; die starken Streifen der Flügeldecken sind mit großen, etwas
queren, deutlich kerbenden Punkten versehen; Zwischenräume samt dem
Nahtzwischenraum an der Basis flach, sonst schwach gewölbt und (beson-
ders entlang ihrer Kanten) stark punktiert und behaart, auf der Scheibe sind
die Haare fein und staubartig, sie werden gegen die Spitzen etwas länger
und deutlicher. Die Mittelhüften stehen weit auseinander; Metasternalplatte
flach, dicht borstig behaart; Abdomen normal punktiert und behaart. Vor-
derschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter gekerbt; Mittel- und
Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der untere Enddorn der letz-
teren ist stumpf, etwas gebogen; Metatarsus um ein Viertel länger als der
obere Enddorn und fast so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zu-
sammen.
Q. Halsschild etwas schmaler als beim Ö; die gewölbte Metasternal-
platte feiner punktiert und kahl. — Länge 4,8-5,0 mm.
Holotypus (&), Allotypus (?) und neun Paratypen: Kansrao, 700 m, Dehra-
Duhn, III. 1953, Siwalik-Hills; im Museum Frey.
Nach der Balthasar’schen Tabelle der asiatischen Loboparius-Arten
(Acta Entomologica Musei Nat. Pragae XXX/1955, p. 414) gelangt man bei
dem Versuch, die neue Art zu determinieren bis zu 6 (7) = punctatissimus
Bouc. und 7 (6) = chopardi Paul. Bei punctatissimus ist aber der mittlere
Stirnhöcker stark entwickelt, die Hinterwinkel des Halsschildes sind aus-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 107
geschweift, die Intervalle der Flügeldecken sind an der Basis gewölbt, die
Streifenpunkte kerben nicht und der Metatarsus ist länger als bei kumao-
ensis nov. Auch in der Größe stimmen beide Arten nicht überein. — Bei
chopardi sind die Zwischenräume der Flügeldecken fast unpunktiert, der
Metatarsus ist kürzer und das Tier ist kleiner. Nach einem mir vorliegenden
Exemplar von chopardi (Tonkin, Daplan) ist bei dieser Art auch der Ein-
schnitt vor den Wangen viel seichter als bei kumaoensis.
Aphodius (Loboparius) malabaricus n. sp.
In seiner kurzen und gedrungenen Form den vorstehend beschriebenen
Loboparius-Arten ähnlich; halbmatt; Kopf, Halsschild ohne die Vorderecken
und Schildchen schwarz, Flügeldecken hell rotbraun mit dunklem Nebel-
fleck, welcher die Gegend um das Schildchen, die Schulterbeulen, die schma-
len Seiten und die Spitzen freiläßt, Unterseite schwarzbraun, Fühler und
Beine hell rotbraun.
Clypeus vorn breit abgestutzt, in der Mitte nur schwach ausgerandet,
Vorderecken stumpf, schmal aufgebogen; Wangen abgerundet, vorstehend,
vor ihnen ist der Seitenrand breit und tief ausgerandet; Stirn ohne Stirn-
naht und Höcker, mit sehr kleiner, undeutlicher Beule; die ganze Kopfplatte
dicht und stark, gleichmäßig punktiert, der Abstand zwischen den Punkten
ist gleich dem Durchmesser der Punkte. Die bewimperten Seiten des Hals-
schildes sind stark gerundet, die Hinterecken stumpf, Seiten und Basis deut-
lich gerandet; die ganze Fläche sehr dicht mit großen Punkten bedeckt, die
Zwischenräume zwischen den Punkten nur als Stege erhalten, trotzdem ist
stellenweise eine um die Hälfte kleinere Grundpunktur zu erkennen; die
großen Punkte gehen nach rückwärts bis in die Basalfurche. Schildchen sehr
spitz dreieckig, seine Ränder gehoben, glatt, sonst grob verrunzelt punktiert.
Schultern der Flügeldecken ohne Dorn; Streifenpunkte auf der Scheibe fein
und schwach kerbend, am abfallenden Teil der Decken kaum erkennbar; der
Nahtzwischenraum etwas gehoben, die übrigen schwach gewölbt, alle
chagriniert, groß punktiert und staubartig behaart, gegen die Spitzen wird
die Punktierung feiner, die Zwischenräume werden flach und die Chagrinie-
rung tritt deutlicher hervor. Metasternalplatte flach, dicht und groß punk-
tiert, behaart (Ö). Vorderschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter
nur undeutlich gezähnelt, der bewegliche Enddorn kurz und stumpf; Mittel-
und Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der untere Enddorn ge-
krümmt; Metatarsus der Hinterschienen länger als der obere Enddorn, nicht
so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 3,9 mm.
Typus: Malabar, Mahe; leg. Deschamps.; Unikum; in coll. m.
Aph. (L.) malabaricus bildet mit vitalisi Bouc., scheibei Blth. und lie-
108 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
senfeldti Petrov. die Gruppe der asiatischen Loboparius-Arten mit geran-
detem Halsschild. Während liesenfeldti wegen seiner gestreckten, Bodilus-
artigen Gestalt und semiglobulus nov. wegen seines sechslappigen Clypeus
nicht mit ihm verwechselt werden können, unterscheidet sich die neue Art
von vitalisi durch die starke Punktur von Kopf, Halsschild und Flügeldecken,
von scheibei durch die chagrinierte Oberseite, durch die deutlichen Hinter-
ecken und die dichte Punktierung des Halsschildes, das anders skulptierte
Schildchen und die kaum punktierten Spitzen der Flügeldecken.
Aphodius (Pharaphodius) fiechteri Blth.
Bei den 5& dieser Art finden wir, was bisher offenbar übersehen
wurde, in der Bildung der Vorderschienen und der Einlenkung ihres beweg-
lichen Enddornes die gleichen Verhältnisse, wie sie für die Artengruppe
Cinacanthus A. Schm. charakteristisch sind. Es ist nämlich der äußere End-
zahn weit nach vorn gezogen und der Enddorn weit zurück, gegenüber dem
mittleren Außenzahn eingefügt. Aus wie heterogenen Bestandteilen im
übrigen die Artengruppe Cinacanthus zusammengesetzt ist, zeigt auch die
Tatsache, daß bei Aph. (C.) tibialis A. Schm. die Streifen, wie bei den Pha-
raphodius-Arten, hinten frei auslaufen, diese Art also streng genommen, bei
fiechteri stehen müßte!
Beim ® des fiechteri, das bisher unbeschrieben geblieben ist, zeigt der
Halsschild, wie nicht anders zu erwarten, eine etwas größere Dichte der
Punktur und der untere Enddorn des zweiten Schienenpaares ist zwar fast
ebenso kurz wie beim 6, er ist aber nicht abgestutzt und hakig umge-
bogen, sondern einfach zugespitzt. Die Metasternalplatte ist flach, fein
punktiert und unbehaart. Trotzdem ich bisher keinen Aph. (P.) medius
A. Schm. sah, glaube ich nicht an eine Identität der beiden, offenbar sehr
ähnlichen Arten. Neben anderen Merkmalen fehlt dem fiechteri die für die
ö 6 von medius angegebene dichte Behaarung der mittleren und hinteren
Trochanteren.
Material aus: Addagalla, Ch. de fer du Harrar, km 201 und La Sarra, Dji-
bouti, km 163; alle leg. Dr. Martin.
Aphodius angustatus Klug
Dieseafrikanische Artgehört wegen der unverbunden auslaufendensStrei-
fen der Flügeldecken und der deutlich ungleichlangen Endborsten der
Mittel- und Hinterschienen nicht in die Artengruppe Nialus Muls., sondern
zu Pharaphodius Reitt.
Material: Ägypten, Tschad-See, Blauer Nil und ein von Harold mit der
Klug’schen Type verglichenes Tier ohne Fundort.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 109
Aphodius (Mendidaphodius) fischeri n. sp.
Breit, flach gewölbt; glänzend, Kopf, Halsschild ohne die hell gelbroten
Seiten, Schildchen und Naht schwarzbraun, die Flügeldecken bräunlichgelb,
die Beine gelbbraun; Wangen, Seiten des Halsschildes und Schultern lang
gelb bewimpert; Flügeldecken seitlich und die Spitzen stark behaart.
ö. Der abgerundete Clypeus in der Mitte ausgerandet; die verrun-
deten Wangen die Augen deutlich überragend; die Stirnnaht ist seitlich
etwas erhaben, in der Mitte mündet die vor ihr liegende Stirnbeule in ein
kleines, stumpfes Mittelhöckerchen; Clypeus vorn grob runzelig punktiert,
sein hinterer Teil und der Scheitel groß und dicht punktiert, die Stirnbeule
ausgenommen, wo die Punktur spärlicher und kleiner ist. Halsschild flach
gewölbt, deutlich breiter als die Flügeldecken, seine Seiten gerundet,
Hinterecken stumpf; Basis fein, aber deutlich gerandet; der ganze Hals-
schild mittelstark, nicht ganz gleichgroß, ziemlich dicht punktiert. Das drei-
eckige Schildchen ist auf der ganzen Fläche etwas rauh punktiert. Schultern
der Flügeldecken unbewaffnet; die Streifen haben ziemlich große, deutlich
kerbende Streifenpunkte; die gewölbten Zwischenräume sind groß, fast
so groß wie der Halsschild, punktiert, die Punkte stehen in unordentlichen
Reihen entlang der Ränder; Nahtstreif und Nahtzwischenraum sind am
abfallenden Teil der Decken etwas vertieft. Metasternalplatte napfartig ver-
tieft und stark punktiert; Abdomen lang behaart. Hinterschenkel nicht ver-
breitert; Vorderschienen klein, mit drei kurzen, stumpfen Außenzähnen
(Abnützung?) und dickem, geradem Enddorn; das mittlere Beinpaar ist ver-
lorengegangen; Hinterschienen mit starken Querleisten und ungleichlangen
Endborsten, die dem oberen Enddorn zunächststehenden von dessen halber
Länge; Metatarsus so lang wie der obere Enddorn, aber kürzer als die drei
nächsten Tarsenglieder zusammen. — unbekannt. — Länge 4,7 mm.
Typus: Buchara, Tschardjui, XI. 1904; leg. E. Fischer; Unikum; im Museum
Frey.
Ich glaube, daß die Zugehörigkeit des Aph. (M.) fischeri nov. zur
Artengruppe Mendidaphodius Reitt. trotz der schwach gehöckerten Stirn zu
Recht besteht, da alle anderen Merkmale eindeutig dafür sprechen. Die
geringe Zahl von Mendidius-Arten mit ungezähntem Clypeus (siehe: Rou-
bal, Ent. Bl. 32/1936, p. 99) vermehrt sich hiermit um eine Art, die nicht
nur durch dieses Merkmal, sondern auch durch die stark behaarten Flügel-
decken eine bemerkenswerte Erscheinung darstellt und es trotz ihres nicht
guten Erhaltungszustandes verdient, bekanntgemacht zu werden.
Aphodius (Plagiogonus) separatus n. sp.
Diese Art hat die typische Gestalt der übrigen Plagiogonus-Arten, also
110 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
flach gewölbt, nach rückwärts stark verbreitert; der Kopf ganz, der Hals-
schild mit Ausnahme der hell rötlichbraunen Seiten, die Ränder des Schild-
chens und die Naht der Flügeldecken tief dunkelbraun, fast schwarzbraun,
die Flügeldecken hell gelblichbraun, der erste Zwischenraum angedunkelt,
die Beine rötlichbraun und die Unterseite ohne die hellen Schenkel schwarz-
braun; Ober- und Unterseite glänzend.
ö. Clypeus geradseitig nach vorn verjüngt, in der Mitte tief ausgeran-
det, die Ränder schmal aufgebogen, mit deutlichem Wimperkranz, der an
den kleinen, nicht vorstehenden Wangen in längeren Haarbüscheln endigt;
die Mitte beulig aufgetrieben, davor etwas eingedrückt; die Randfurche ist
fein, aufstehend behaart, der übrige Clypeus gleichmäßig fein und zer-
streut, der Scheitel etwas gröber, aber kaum dichter punktiert; Stirnlinie
fein bogig eingerissen. Halsschild mit ziemlich geraden, schwach konvergie-
renden Seiten, abgestumpften Hinterecken und ungerandeter Basis; die an
den Seiten etwas dichter stehenden, sonst zerstreuten Punkte sehr ungleich
groß, es fehlt aber eine erkennbare, feine Grundpunktur. Schildchen klein,
dreieckig, glatt. Flügeldecken ohne Schulterdorn; Streifen fein eingerissen,
mit kleinen, aber deutlich kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume auf
der Scheibe schwach, gegen die Spitzen stärker-gewölbt, überall nur sehr
fein punktiert, der siebente und neunte vereinigen sich in der für die
Plagiogonus-Arten typischen Weise gegen die Spitze und bilden einen
gemeinsamen, vergleichsweise schwachen Wulst; die äußersten Spitzen ein-
zeln schwach abgerundet, nicht dreieckig ausgeschnitten. Metasternum
glatt, die etwas längs eingedrückte Metasternalplatte mit einigen Borsten-
punkten; Abdomen dicht punktiert und behaart. Fühlerkeule dunkel; Schen-
kel mit einigen Haarpunkten; Vorderschienen dreizähnig, mit normalem
Enddorn; Mittel- und Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten; der
Metatarsus so lang wie der obere Enddorn und wie die drei nächsten Tar-
senglieder zusammen.
®. Die Beule des Kopfes etwas stärker erhaben, der Clypeus dichter und
stärker punktiert, die Wangen erkennbar schwächer entwickelt; auch der
Halsschild stärker punktiert; Metasternalplatte flach. — Länge 4,0-4,2 mm.
Holotypus &, Allotypus $ und zwei Paratypen: Südöstliche Kalahari, Ka-
ruman, 4. V. 1948; im Museum Frey.
Die Entdeckung einer Plagiogonus-Art in Südafrika, aus einer Arten-
gruppe, die bisher nur aus dem paläarktischen und orientalischen Raum be-
kannt war, bedeutet trotz einiger Parallelen in der Gattung Aphodius Ilig.
(z. B. Ammoecius Muls.) eine Überraschung und zeigt wiederum, daß alle
Spekulationen tiergeographischer Art fragwürdig bleiben müssen, solange
die faunistische Zusammensetzung großer Gebiete der Erde nicht gründ-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 111
licher bekannt ist. Im Gegensatz zur Artengruppe Ammoecius, deren süd-
afrikanische Vertreter sich zu einem großen Teil durch eine auffallende
Skulptur von den paläarktischen Arten unterscheiden, weist die neue Pla-
giogonus-Art keinerlei Merkmale auf, die sie von ihren eurasischen Ver-
wandten weit entfernt.
Aphodius (Gonaphodiellus) striatipennis n. sp.
Länglich-eiförmig, stark gewölbt; glänzend; unbehaart; Oberseite
schwarzbraun, der Kopf nach vorn schwach aufgehellt, Halsschild mit helle-
ren Vorderecken, Flügeldecken mit hellerer Scheibe, der erste Zwischen-
raum bleibt in seiner ganzen Länge ziemlich dunkel, der zweite von der
Basis bis zum abfallenden Teil der Decken hell bräunlichgelb, der dritte zur
Spitze immer dunkler werdend, der vierte wie der zweite, er endet in einer
hellen Anteapikalmakel, der fünfte wie der dritte, aber mit einer dunklen
Basalmakel, der sechste hell wie der zweite und vierte, die restlichen blei-
ben, so wie die Spitze, schwarzbraun, nur die Schulterbeule im siebenten
Zwischenraum ist gelb.
Clypeus abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Seiten verlaufen von
den abgerundeten Vorderecken ziemlich gerade in die sehr kleinen, nicht
überstehenden Wangen; die gebogene Stirnnaht fein eingerissen; der ganze
Kopf ist ziemlich dicht und ganz gleichmäßig mit mittelfeinen Punkten be-
deckt; die Augen ziemlich klein. Halsschild mit gerundeten Seiten und ab-
gestutzten Hinterecken; die ungerandete Basis schwach doppelbuchtig;
Punktur auf der Scheibe fein, gleichgroß und gleichmäßig verteilt, die Seiten
größer und dichter punktiert. Das etwas schmale, dreieckige Schildchen
glatt. Die Flügeldecken haben scharfe Schultern; die Streifen auf der
Scheibe mit kleinen, schwach kerbenden Streifenpunkten, die am abfallen-
den Teil der Decken undeutlich werden und z. T. ganz schwinden; die Zwi-
schenräume schwach gewölbt und sehr fein punktiert, die seitlichen sind
nicht querfaltig, die Spitzen fein chagriniert, aber trotzdem glänzend. Meta-
sternalplatte flach und unpunktiert; Abdomen seitlich deutlicher, in der
Mitte fast unpunktiert. Schenkel glatt; die Vorderschienen über den drei
Außenzähnen fein gezähnelt, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und
Hinterschienen mit schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten;
der Metatarsus länger als der obere Enddorn und etwa so lang wie die drei
nächsten Tarsenglieder zusammen. Länge 3,7 mm.
Typus und zwei Paratypen: Costa Rica, Carpintera, V. 1939; im Museum
Frey.
Aph. (G.) striatipennis nov. ist durch die abwechselnd hellen und dunk-
len Zwischenräume auf der Scheibe der Flügeldecken leicht kenntlich.
112 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Aphodius (Aganocrossus) pallidicornis Walker
Seit A. Schmidt, (Tierreich 45/1922, Aphodiinae, p. 130) wird diese aus
Ceylon beschriebene Form als eine Aberration zu dem afrikanischen Aph.
(A). amoenus Bohem. aufgefaßt und auch afrikanische Tiere der gleichen
Färbung dazugestellt. Der wirkliche pallidicornis ist aber schon allein durch
seine stark chagrinierten und matten Spitzen der Flügeldecken sowohl von
amoenus wie auch von den pallidicornis-artig gefärbten Tieren aus Afrika
zu unterscheiden und als eigene Art aufzufassen. Die pechbraun bis schwarz
gefärbten Tiere aus Afrika, die — einschließlich der glänzenden Flügel-
decken - in Skulptur und Behaarung mit amoenus übereinstimmen, sollen —
um sie von pallidicornis zu trennen — als amoenus ab. fuscus nov. bezeichnet
werden. Um Irrtümer zu vermeiden, ist noch zu erwähnen, daß auch der
ähnlich gefärbte Aph. (A.) urostigma Har. auf Ceylon vorkommt.
Es ergibt sich also folgende Reihung:
Aph. (Aganocr.) amoenus Bohem., Aethiopien, Ost-, West- und Süd-
afrika;
ab. fuscus nov., Ost- und Westafrika;
pallidicornis Walker, Ceylon, (Bengalen?).
Aphodius (Aganocrossus) borneensis n. sp.
Ganz vom Habitus der übrigen Aganocrossus-Arten; hell kastanien-
braun, die Scheibe des Halsschildes etwas dunkler; glänzend; Seiten und
Spitzen der Flügeldecken aufstehend behaart.
ö. Clypeus halbkreisförmig, vorn nur ganz schwach abgestutzt, mit
schwacher Mittelbeule; die Wangen nicht über die Augen vorragend; Stirn-
linie winkelig eingedrückt; Kopf vorn fein und dicht punktiert, ebenso der
Scheitel, dieser aber jederseits mit drei oder vier dazwischengestreuten,
deutlich größeren Punkten. Der Halsschild ebenso fein und dicht wie der
Kopf punktiert, die groben Punkte bilden hinter dem Vorderrand eine
dichte, kaum unterbrochene Kette, an den Seiten stehen sie ziemlich dicht,
gruppenweise, die Mitte und die Basis sind frei von ihnen. Das Schildchen
fein punktiert. Die Streifen der Flügeldecken haben kleine, aber kerbende,
etwas quere Streifenpunkte; die Zwischenräume sind überall deutlich ge-
wölbt und so wie Kopf und Halsschild fein und dicht punktiert; die Behaa-
rung erstreckt sich nur über die schmalen Seiten und die Spitzen, die schüt-
ter gestellten Haarreihen sind dem Innenrand der Zwischenräume genähert.
Metasternalplatte schwach längsvertieft, fein und dicht punktiert; das Ab-
domen spärlich, das Pygidium dicht behaart. Metatarsus der Hinterbeine
um ein Viertel länger als der obere Enddorn und deutlich länger als die
drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — 2 unbekannt. — Länge 5,2 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 113
Typus: Borneo, 1860, Post. X.; in coll. m., (Unikum).
Die neue Art ist dem Aph. (A.) urostigma Har. ähnlich, unterscheidet
sich aber von ihm u.a. durch die Färbung, die andere Gruppierung der
Punktur des Halsschildes und besonders durch die deutliche und sehr dichte
Punktierung der Oberseite.
Aphodius (Trichaphodius) olseni n. sp.
Gedrungen-eiförmig, flach gewölbt; glänzend rotbraun, Kopf, Seiten
des Halsschildes und Flügeldecken auf der Scheibe in weitem Umkreis auf-
gehellt, die Präapikalmakel mitunter als kleiner schwarzbrauner, querer
Fleck undeutlich erkennbar, die Flügeldecken — mit Ausnahme der engeren
Umgebung des Schildchens - fein behaart; die Unterseite samt den Beinen
hell gelblichbraun, die Fühlerkeule schwärzlich.
ö. Clypeus vorn breit abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken
verrundet, die Seiten fast gerade in die etwas stumpfen, stark überragenden
Wangen verlaufend; Stirnlinie sehr fein eingerissen; der ganze Kopf mit
mittelstarken, gleichgroßen Punkten gleichmäßig und ziemlich dicht be-
deckt. Halsschild mit wenig gerundeten Seiten, abgestutzten Hinterecken
und in der Mitte etwas nach rückwärts ausgebogener, ungerandeter Basis;
der ganze Halsschild ziemlich dicht mit ungleichgroßen Punkten bedeckt,
an den Seiten sind die Punkte etwas kleiner, stehen aber nicht dichter als
auf der Scheibe. Das spitz-dreieckige Schildchen glatt. Flügeldecken mit
kleinem Schulterdorn; Streifen mit auf der Scheibe deutlich kerbenden Strei-
fenpunkten, seitlich und am abfallenden Teil der Decken werden die
Punkte undeutlich und kerben nicht mehr die Zwischenräume; diese überall
gleichmäßig gewölbt und ziemlich groß (nicht ganz so groß wie am Kopf)
punktiert. Die Mittelhüften stehen weit auseinander; die Metasternalplatte
kurz, schwach eingedrückt und sehr fein und zerstreut punktiert; die Ster-
nite fein punktiert und in der Mitte spärlich, seitlich stärker behaart. Die
Vorderschienen schmal, innen vor der Mitte rundlich eingedrückt, darüber
im apikalen Teil geradlinig verbreitert, an der Außenseite vor den drei
kleinen und spitzen Außenzähnen über die Mitte hinaus fein gezähnelt; der
bewegliche Enddorn nach abwärts gerichtet und hakenförmig nach innnen
gebogen; Mittelschienen etwas verbreitert, diese und die schlanken Hinter-
schienen mit schwach entwickelten Querleisten und ungleichlangen End-
borsten; der Metatarsus um ein Drittel länger als der obere Enddorn und
so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen.
2. Die Punktur auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken etwas größer, die
Vorder- und Mittelschienen normal; die Metasternalplatte flach mit etwas
deutlicheren Punkten. - Länge 4,1-4,3 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 8
114 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Holotypus ö, Allotypus $ und fünf Paratypen: Franz. Guinea, N’Zerekore,
1.-23. V. und 15.-31. VII. 1952; leg. S. H. Olsen; A. O. F.; im Museum
Frey.
Aph. (T.) olseni nov. erscheint durch den stark und gleichmäßig punktier-
ten, aber nicht behaarten Halsschild, sowie die abgestutzten Hinterecken
und die kleinen Schulterdornen gegen ähnliche Trichaphodius-Arten gut ab-
gegrenzt.
Aphodius (Nobius) specularis n. sp.
Lang eiförmig, nach rückwärts verbreitert, hoch gewölbt; sehr glän-
zend, Kopf, Halsschild ohne die Seiten, der erste Zwischenraum und ein
großer Nebelfleck auf jeder Decke dunkel rotbraun, Seiten des Halsschildes
und die restlichen Flügeldecken bräunlichgelb, die Naht der letzteren ge-
schwärzt; Oberseite kahl, Ränder des Kopfes, Wangen und die Seiten des
Halsschildes bewimpert.
ö. Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken ver-
rundet, die Seiten verlaufen ziemlich gerade in die nicht überragenden
Wangen; die Stirnnaht sehr fein eingerissen, etwas geschwärzt, davor eine
mäßig erhabene Beule; der ganze Kopf fein und zerstreut punktiert. Hals-
schild mit schwach gerundeten Seiten, nach vorn deutlich verjüngt, Seiten
und abgerundete Hinterecken normal, die Basis fein und scharf gerandet;
die Punktur ist auf der Scheibe fein und zerstreut, die Punkte sind fast
gleichgroß, sie stehen an den Seiten nur wenig dichter. Schildchen dreieckig,
fein punktiert. Schultern mit kleinem Dorn; die fein eingerissenen Streifen
der Flügeldecken mit deutlich kerbenden Streifenpunkten; alle Zwischen-
räume vollständig flach, unregelmäßig, ziemlich deutlich punktiert. Meta-
sternalplatte flach, beiderseits der feinen Mittellängslinie lang, gescheitelt
behaart; das Abdomen punktiert und behaart. Die Schenkel mit einzelnen
Härchen; Vorderschienen mit drei Außenzähnen, davor mit zwei bis drei
undeutlichen Kerbzähnchen, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und
Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten, der obere Enddorn reicht
bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes; der Metatarsus nur wenig länger
als das zweite und dritte Tarsenglied zusammen. Die Parameren sind lang,
spitz und stark nach unten gebogen. Länge 4,3 mm.
Q. Die Punktur, besonders die der Flügeldeckenzwischenräume etwas grö-
ber; die Metasternalplatte gewölbt, unbehaart. Länge 4,8 mm.
Holotypus ö und Allotypus $: Südafrika, Nouport, 26. X. 1948; leg. Koch;
im Museum Frey.
Aph. (N.) specularis nov. ist leicht durch den oberen Enddorn der Hin-
terschienen, der deutlich länger als der Metatarsus ist, von allen bisher be-
kannten Nobius-Arten zu unterscheiden.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 115
Aphodius (Koshantschikovius) vaalensis n. sp.
Eirund, nach rückwärts wenig verbreitert; Ober- und Unterseite glän-
zend, hell bräunlichrot, die Basalkante des Halsschildes, Seiten des Schild-
chens und die Naht (vorn schmal, am abfallenden Teil der Flügeldecken
etwas breiter) geschwärzt, Fühler gelb; die Oberseite unbehaart.
ö unbekannt.
Q. Clypeus vorn seicht ausgerandet, die Ecken verrundet, die Seiten
von den kaum überragenden Wangen durch eine kleine Ausbuchtung ge-
trennt; Stirnlinie deutlich vertieft, davor eine flache Beule; der ganze Kopf
nur sehr fein punktiert. Seiten des Halsschildes etwas gerundet und wie die
stumpfen Hinterecken und die leicht doppelbuchtige Basis fein gerandet,;
die Seiten und mitunter entlang dem Vorderrand mit kleinen Punkten, die
Scheibe in großem Umfang nur äußerst fein und zerstreut punktuliert, fast
unpunktiert erscheinend. Schildchen schmal dreieckig, glatt. Flügeldecken
mit scharfen Schultern; die fein eingerissenen Streifen mit kaum erkenn-
baren, nicht kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume auf der Scheibe
flach, gegen die Spitzen sehr schwach gewölbt, so wie die Scheibe des Hals-
schildes nur feinst punktuliert. Metasternalplatte fast flach, mit einigen Här-
chen am Rande; Abdomen fein punktiert und behaart. Schenkel kräftig,
einzeln behaart; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen fein gezähnelt;
der Enddorn lang und schlank; Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen
Querleisten und gleichlangen Endborsten, zwischen die einzelne doppelt
längere Härchen eingestreut sind; der Metatarsus so lang wie die beiden
gleichlangen Enddornen und so lang wie zweites und drittes Tarsenglied
zusammen. — Länge 4,8-5,2 mm.
Typus (Museum Frey) und ein Paratypus: N. Transvaal, Bloemhof, XI.
1956; leg. Zumpt. — Ein Paratypus: Betschuanaland (ohne nähere An-
gaben), ex coll. m.
Aph. (K.) vaalensis nov. stellt eine durch die glänzende, fast unpunk-
tierte Oberseite auffallende und leicht kenntliche Art dar.
Aphodius (Koshantschikovius) ukamiensis n. sp.
Große, flach gewölbte, nach rückwärts deutlich verbreiterte Art, die
größte Breite liegt im letzten Drittel der Flügeldecken; glänzend, Kopf,
Ränder des Halsschildes und Flügeldecken rötlichbraun, Scheibe des Hals-
schildes hell gelbbraun, die Beine rötlichbraun, die Fühler gelb; Oberseite
unbehaart.
Clypeus tief ausgerandet, die Ecken verrundet, die Seiten verlaufen
fast gerade in die weit die Augen überragenden Wangen, die gewinkelte
Stirnnaht deutlich eingegraben, auch die Wangen sind durch eine feine
116 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Naht vom Clypeus getrennt; der ganze Kopf fein und dicht punktiert. Seiten
des Halsschildes ziemlich gerade, Hinterecken abgestutzt und deutlich aus-
gerandet, die Basis fein gerandet; die Punkte sind auf der Scheibe feiner als
am Kopf und etwas weniger dicht stehend, an den Seiten sind einige grö-
Bere Punkte daruntergemischt. Schildchen schmal dreieckig, glatt. Die
Schultern mit kräftigen, nach außen gerichteten Dornen; die Streifen mit
kleinen, aber deutlichen, die Zwischenräume nur ganz schwach kerbenden
Streifenpunkten; der Nahtzwischenraum flach, fein und dicht punktiert, die
übrigen schwach gewölbt, ebenfalls fein, aber zerstreuter punktiert. Meta-
sternalplatte schmal, flach, fein punktiert; Abdomen ziemlich dicht behaart.
Schenkel von normaler Breite, feinst punktiert, unbehaart; Vorderschienen
vor den drei Außenzähnen undeutlich gekerbt, der bewegliche Enddorn
auffallend klein; die Tarsenglieder, besonders die ersten drei, an der Innen-
seite dicht bewimpert; Mittel- und Hinterschienen mit schwachen Quer-
leisten, die Hinterschienen auf der Innenseite kurz, starr beborstet; der Me-
tatarsus länger als die gleichlangen Enddornen und deutlich länger als die
beiden nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 6,1 mm.
Typus: D. O. Afrika, Ukami-Berge, (Staudinger,) Unikum; in coll. m.
Die neue Art ist durch ihre Größe, besonders aber durch die eigenartige
Verteilung der Färbung auf der Oberseite (der Halsschild ist deutlich heller
als die Flügeldecken) bemerkenswert.
Aphodius (Mesontoplatys) ovamboensis n. sp.
Ziemlich breit, eiförmig, gut gewölbt; durch feine Chagrinierung der
Oberseite nicht vollglänzend; Kopf, Halsschild, Schildchen, erster Zwischen-
raum der Flügeldecken und die Beine hellbraun, die Seiten des Halsschildes,
die Decken und Fühler hell bräunlichgelb; die Ränder von Kopf, Halsschild
und die Schultern hell bewimpert, sonst kahl.
Clypeus vorn etwas ausgerandet, daneben breit verrundet, die deut-
lich überragenden Wangen durch einen bemerkbaren Einschnitt von den
gerundeten Clypeusseiten separiert; die Stirnlinie ziemlich gerade, breit
und tief; Clypeus gleichmäßig, mittelstark und nicht sehr dicht punktiert,
Scheitel mit den gleichen Punkten, die aber deutlich dichter gestellt sind.
Halsschild mit konvergierenden, schwach gerundeten Seiten, abgerundeten
Hinterecken und fein gerandeter Basis, ihre Mitte ist etwas gegen das
Schildchen ausgebuchtet; der ganze Halsschild mit kleinen und wesentlich
größeren Punkten ziemlich dicht und gleichmäßig bedeckt. Schildchen im
vorderen Teil parallel, schmaler als der erste und zweite Zwischenraum an
der Basis, matt, vereinzelt fein punktiert. Flügeldecken mit gerundeten
Schultern; die Streifen haben undeutliche, etwas quere, daher leicht ker-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Dar
bende Streifenpunkte; die schwach gewölbten Zwischenräume nur fein
punktiert. Metasternalplatte konvex, einzeln fein punktiert; Stermite ein-
reihig punktiert und behaart. Die Mittel- und noch mehr die Hinterschenkel
sind verbreitert; Vorderschienen vor den drei kleinen Außenzähnen glatt;
Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen Querleisten; die Endbeborstung
setzt sich aus einem Kranz ziemlich kurzer, dicker, gleichlanger Borsten zu-
sammen, zwischen denen einige z. T. bis viermal längere, dünne Borsten-
haare stehen; Metatarsus sehr kurz, nur so lang wie der obere Enddorn und
nicht so lang wie die beiden nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge
3,5 mm.
Typus: Ovamboland, Oshikango (Unikum); im Museum Frey.
Die neue Art unterscheidet sich u. a. durch die verbreiterten Schenkel
und den kurzen Metatarsus von den übrigen, zu Mesontoplatys gestellten
Formen.
Aphodius (Mesontoplatys) zulu n. sp.
Länglich-eirund, flach gewölbt; glänzend, Kopf, Halsschild und Ränder
des Schildchens schwarzbraun, Vorderecken des Halsschildes, Flügeldecken
und Beine bräunlichgelb, die Naht der Flügeldecken angedunkelt; oberseits
unbehaart.
ö. Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken abge-
rundet, die Seiten gehen gerade in die kleinen, aber deutlich vorragenden
Wangen über; die Stirnnaht fein eingerissen, vor ihr ist der Clypeus beulig
gehoben; der ganze Kopf ziemlich dicht und fein, gleichmäßig punktiert.
Halsschild mit schwach gerundeten Seiten, breit gerundeten Hinterecken
und sehr fein gerandeter Basis; die Punktur ist auf der Scheibe gleich der
des Kopfes, seitlich sind die Punkte etwas größer und auch dichter gestellt.
Das nur undeutlich punktierte Schildchen dreieckig, an der Basis gleich dem
ersten und zweiten Zwischenraum. Flügeldecken ohne Schulterdornen;
Streifen fein eingerissen, mit kleinen, nicht kerbenden Streifenpunkten; die
Zwischenräume leicht gewölbt und entlang ihrer Kanten, also zweireihig,
punktiert. Metasternalplatte flach, stark punktiert; Abdomen dicht punk-
tiert und behaart. Schenkel schmal; Vorderschienen mit drei kleinen Außen-
zähnen, davor fein gesägt, der bewegliche Enddorn normal; die Querleisten
der Mittel- und Hinterschienen sehr schwach entwickelt, die Endborsten un-
gleichlang; der Metatarsus der Hinterschienen um ein Drittel länger als der
obere Enddorn und so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen.
?. Metasternalplatte konvex, nur sehr fein punktiert. — Länge 2,8 bis
2,9 mm.
Holotypus ö und Allotypus $: Zululand, Hluhluewe; leg Zumpt, 1950. -
118 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Eine Paratype ?: Transvaal, Skukuza, Krüger-Nationalpark, XI. 1959,
leg. E. Haaf. Holo-, Allo- und Paratypus im Museum Frey.
Die neue Mesontoplatys-Art ist durch die Form des Schildchens und
das Fehlen einer Skutellarmakel ausgezeichnet.
Aphodius (Mendidius) beluchistanicus n. sp.
Walzenförmig, nach rückwärts nur wenig verbreitert; Ober- und Unter-
seite glänzend, hell durchscheinend gelbbraun, die Seitenhöcker der Stirn
und die Naht der Flügeldecken angedunkelt, die Fühler gelb; oben unbe-
haart, die Seiten des Clypeus, die Wangen und die Seiten des Halsschildes
bewimpert.
Clypeus tief bogenförmig ausgerandet, daneben mit spitzen, steil auf-
gebogenen Zähnchen; die nur schwach gebogenen Seiten gehen ohne deut-
liche Unterbrechung in die abgerundeten, die Augen deutlich überragenden
Wangen über; die Stirnnaht leistenförmig erhaben, der Mittelhöcker konisch
und kaum höher als die starken, queren Seitenhöcker; Clypeus in der Mitte
beulig aufgetrieben, auf glattem Grund mit großen, aber nicht dichtstehen-
den, glänzenden Tuberkeln bedeckt; der Scheitel hinter dem Mittelhöcker
eingedrückt und einzeln punktiert. Halsschild mit stark gerundeten Seiten,
abgerundeten Hinterecken und fein gerandeter Basis, vorn ungerandet; die
Scheibe fein und zerstreut, die Seiten dichter und deutlich größer punktiert,
die Punkte hier auffallend unscharf begrenzt. Schildchen dreieckig, an der
Basis so breit wie’ die drei ersten Zwischenräume zusammen, zerstreut und
undeutlich punktiert. Schultern unbewaffnet, aber stark entwickelt; die Strei-
fen mit kleinen, schwach kerbenden Streifenpunkten; die gewölbten Zwi-
schenräume fein punktiert, der Nahtstreif an der Spitze nur undeutlich ver-
tieft, die Intervalle hier nicht stärker oder dichter punktiert als auf der
Scheibe. Metasternalplatte gewölbt, seitlich von je einer Reihe großer Punkte
begrenzt; das Abdomen fein punktiert und behaart. Hinterschienen stark
verbreitert; Vorderschienen vor den drei großen Außenzähnen undeutlich
gekerbt; die Hinterschienen von der Basis zur Spitze schmal und gerade
dreieckig verbreitert, innen und an der oberen Kante mit einzelnen, langen
Borstenhaaren, die Enddornen gleichlang, stark verbreitert, bis zur Mitte
des zweiten Tarsengliedes reichend; der Metatarsus nur um die Hälfte
länger als das nächste Tarsenglied, die Klauen lang und dünn. — Länge
5,0-5,3 mm.
Holotypus & und Allotypus ®: Iran, Belutschistan, Bender Tschabahar, XII.
und I. 1937; leg. Brandt. - Eine Paratype: Österr. Iran-Exped., westlich
von Dschaz Morian, 27. III. 1950; ex coll. m.
Aph. (M.) beluchistanicus nov. ist dem Aph. (M.) laevicollis Har. aus
Ägypten sehr ähnlich, letzterer hat aber eine stärker verbreiterte Gestalt; die
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 119
Oberseite ist anders gefärbt, nämlich Kopf und Halsschild sind hell rötlich-
braun mit bräunlichgelben Flügeldecken; die Wangen des Kopfes sind mei-
stens durch einen Einschnitt deutlich vom Clypeus separiert, doch kommen
auch Exemplare vor, wo dies nicht der Fall ist; die Granulen des Clypeus
stehen sehr dicht, bei beluchistanicus sind die Zwischenräume zwischen
ihnen meist größer als die zerstreut stehenden Granulen; das Schildchen des
laevicollis ist sehr gedrängt punktiert und die Metasternalplatte ist fein
punktiert, ihren Rändern fehlen die deutlich gereihten Einfassungspunkte
der neuen Art, sie besitzt aber einige Härchen an den Rändern. Die Para-
meren beider Arten sind ganz verschieden (Abb. 3 und 4).
Abb. 3: Parameren von Aph. beluchistanicus nov.
Abb. 4: Parameren von Aph. laevicollis Har.
120 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Beide Arten zeigen durch die langen und dünnen, wenig gebogenen
Krallen eine nahe Verwandtschaft mit der Artengruppe Sitiphus Fairm. und
hier besonders mit Aph. (S.) sefrensis Petrov., dessen Krallenform sich von
der beider Mendidius-Arten nicht grundsätzlich, sondern nur dem Grade
nach unterscheidet.
Aphodius (Pharaphodius) nigripennis Petrov.
ist in die Artengruppe Loraphodius Reitt. zu versetzen und steht dem
Aph. (L.) motoi Paul. nahe, mit dem er aber nicht identisch ist.
Aphodius (Agrilinus) wassuensis n. sp.
Von kurzer, gewölbter Gestalt; die Oberseite, mit Ausnahme des schma-
len Clypeusrandes, der Vorderecken und mitunter auch der Hinterecken des
Halsschildes und der Spitzen der Flügeldecken, welche schwach rötlich durch-
scheinen, schwarz; durch Chagrinierung ganz matt; unbehaart; Unterseite
pechschwarz, glänzend, Beine pechbraun.
Clypeus vorn schwach ausgerandet, die Ecken stumpf abgerundet; die
gerundeten Wangen überragen deutlich die Augen; die Stirnlinie schwach
gehöckert, die Seitenhöcker quer, undeutlich, der Mittelhöcker konisch,
stumpf, er verlängert und verbreitert sich nach vorn zu einer kleinen Beule,
eine Querrunzel ist nicht vorhanden; der Clypeus, die verrunzelten Ränder
ausgenommen, fein und zerstreut, der Scheitel etwas dichter, aber nicht
größer punktiert. Halsschild mit schwach gerundeten Seiten und stumpfen
Hinterecken, die Basis deutlich und scharf gerandet; der ganze Halsschild
sehr gedrängt mit fast gleichgroßen Punkten bedeckt, seitlich ist die Punk-
tierung noch dichter, hier sind die Zwischenräume zwischen den Punkten
nur als schmale Stege erhalten, eine feinere Grundpunktur fehlt. Schildchen
dreieckig, dicht und grob verrunzelt punktiert. Die Schultern ohne Dorn; die
wenig tiefen Streifen der Flügeldecken am Grunde glänzend, mit kleinen, °
deutlich kerbenden Streifenpunkten, der Nahtstreifen gegen die Spitze
etwas tiefer eingedrückt; die flachgewölbten, fast flachen Zwischenräume
mit nur sehr feiner, zerstreuter Punktur, die zwischen der dichten Chagri-
nierung fast verschwindet. Metasternalplatte flach, fein punktiert. Die
schmalen Schenkel mit deutlicher, wenn auch zerstreuter Punktur; Vorder-
schienen samt dem beweglichen Enddorn normal; Mittel- und Hinterschie-
nen mit gleichlangen Endborsten, der untere Enddorn der ersteren normal,
der Metatarsus der letzteren länger als der obere Enddorn und fast so lang
wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 3,8-4,2 mm.
Typus und drei Paratypen: West-Szechuan, Sankiangkou, Selang, 4000 m
ü. M., Wassuland, VII. und VIII. 1934; leg. Friedrich; im Museum Frey.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 121
Aph. (A.) wassuensis nov. ist durch die Größe, die gedrängte Punktur
des Halsschildes und besonders durch die dichte Chagrinierung der Ober-
seite kaum mit einer anderen Art zu verwechseln.
Aphodius (Agrilinus) lungaiensis n. sp.
Der Gestalt nach etwas gedrungener und plumper als die vorige Art;
Kopf und Halsschild schwarz, die Seiten des letzteren ohne die Hinterecken
gelbrötlich durchscheinend, glänzend, die Flügeldecken dunkel pechbraun,
die Spitzen und ein Punkt vor den Spitzen im vierten Zwischenraum rötlich,
durch Chagrinierung matt; mit Ausnahme einiger staubartig kurzer Härchen
an den Seiten und Spitzen der Flügeldecken ist die Oberseite unbehaart; die
Unterseite ist glänzend schwarzbraun, spärlich behaart.
Clypeus schwach ausgerandet, die Ecken breit verrundet, die Wangen
wenig entwickelt, kaum überstehend; Stimlinie schwach gehöckert, davor
ohne Querkiel; die Seiten sind leicht verrunzelt, die Mitte des Clypeus fein
punktiert, der Scheitel mit größeren und dichter gestellten Punkten. Die
größte Breite des Halsschildes liegt vor der Mitte, dahinter erscheint er -
von oben gesehen — etwas eingezogen, bedingt durch einen, hinter der
Seitenbeule liegenden, breiten, aber seichten Eindruck; die Hinterecken sind
abgerundet, Seiten und Basis gerandet; die Punktur ist eine doppelte, neben
einer kleineren Grundpunktur ist der ganze Halsschild dicht mit großen
Punkten bedeckt, die Zwischenräume zwischen ihnen sind auf der Scheibe
etwa gleich dem Durchmesser der Punkte, an den Seiten sind die Zwischen-
räume schmaler, die Seitenbeulen sind spärlich punktiert, die Basis bleibt in
einer schmalen Zone fast unpunktiert. Das Schildchen ist fast breiter als die
drei ersten Zwischenräume zusammen, in der Mitte dicht punktiert, die
Seiten glatt und eingedrückt. Schultern ohne Dornen; Streifen der Flügel-
decken wie bei der vorigen Art am Grunde glänzend, die Streifenpunkte auf
der Scheibe aber größer und stärker kerbend; die Zwischenräume deutlich
gewölbt und zwischen der dichten Chagrinierung schwer erkennbar, fein
punktiert. Metasternalplatte gewölbt und fein punktiert. Vorderschienen vor
den drei Außenzähnen gesägt, der bewegliche Enddorn so lang wie die
beiden ersten Tarsenglieder zusammen; der untere Enddorn der Mittel-
schienen ist kurz und an der Spitze umgebogen (Ö), die Endborsten gleich-
kurz; der Metatarsus der Hinterschienen länger als der obere Enddorn und
etwas kürzer als die drei folgenden Tarsenglieder zusammen. — Länge 4,3mm.
Typus: West-Szechuan, Sankiangkou, Lungai, 2000 m ü.M., Wassuland,
VII. 1934; leg. Friedrich; (Unikum); im Museum Frey.
Aph. (A.) lungaiensis nov. würde, bedingt durch den umgebogenen
unteren Enddorn der Mittelschienen des Öö, zur Artengruppe Agoliinus ge-
123 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
hören, welche durch A. Schmidt (Arch. Naturg. 79/A/11, p. 162) nur wegen
eines unbedeutenden sekundären Geschlechtsmerkmales, welches sich im
übrigen auch in anderen Artengruppen findet, ohne dort Anlaß zu einer
Abtrennung gegeben zu haben, begründet wurde, und die von mir bereits
früher (Ent. Nachr.-Bl. Österr. u. Schweiz. Entomologen 8/1956, p. 22) als
unhaltbar und überflüssig gekennzeichnet wurde.
Aphodius (Bodilus) wollastoni radjastanicus n. ssp.
Diese Rasse unterscheidet sich von der zwischen den Kanarischen Inseln
und Iran verbreiteten Stammform durch feinere Punktierung der Oberseite,
stärker chagrinierte Spitzen der Flügeldecken und besonders durch die ab-
weichende Form der Parameren des männlichen Genitales (Abb. 5 und 6). -
Länge d 7,5 mm; $ 5,8 mm, letzteres möglicherweise ein extrem kleines Tier.
Holotypus ö und Allotypus : Indien, Radjastan, Alwar, 19. I. 1958; leg.
Dr. G. Frey; im Museum Frey.
b) 6
Abb. 5: Parameren von Aph. wollastoni Har.
Abb. 6: Parameren von Aph. wollastoni ssp. radjastanicus nov.
Aphodius (Calamosternus) subdolus n. sp.
Länglich-eirund, gewölbt; Kopf, Halsschild und Schildchen kastanien-
braun, beim ersteren zwei Flecken am Clypeus, beim zweiten die breiten
Seiten ohne die Seitenbeulen und ein Fleck vor dem Schildchen, sowie die
Flügeldecken mit Ausnahme der geschwärzten Naht, strohgelb, die Seiten
des Metasternums dunkelbraun, die restliche Unterseite wie die Decken
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 1283
gefärbt; glänzend; die Oberseite - mit Ausnahme einiger feiner, leicht über-
sehbarer Härchen - kahl; die Ränder des Clypeus sind kurz, die Wangen
und Seiten des Halsschildes länger, aber spärlich bewimpert.
ö. Clypeus vorn schwach abgestutzt, nicht ausgerandet; die unbedeu-
tenden Wangen überragen die Augen nicht; der Mittelhöcker der Stirn
etwas quer und hinten undeutlich ausgehöhlt, die beiden Seitenhöcker nied-
riger, leistenartig; der Scheitel ist hinter dem Mittelhöcker eingedrückt, vor
ihm erhebt sich eine schwache Beule; die ganze Kopfplatte ist deutlich und
ziemlich dicht mit gleichgroßen Punkten bedeckt. Halsschild mit gerundeten
Seiten, kaum vorragenden Vorder- und breit abgerundeten Hinterecken; die
Seiten sind normal, die Basis sehr fein und nur von rückwärts deutlicher
sichtbar gerandet; zwischen der feinen und zerstreuten Grundpunktur sind
auf der Scheibe nur wenige größere Punkte unregelmäßig eingestreut, gegen
die Seiten stehen die letzteren etwas dichter. Schildchen relativ groß, an der
Basis parallel, überall fein punktiert. Flügeldecken mit gerundeten Schul-
tern; die Streifen auf der Scheibe mit deutlichen, stark kerbenden Streifen-
punkten, am abfallenden Teil der Decken werden die Punkte kleiner und
kerben nicht mehr die Zwischenräume; diese sind gewölbt und fein, an der
Spitze und den Seiten größer punktiert, die äußersten Spitzen sind chagri-
niert. Metasternalplatte längsvertieft und fein punktiert; Abdomen punktiert
und behaart. Schenkel glatt, unbehaart; Vorderschienen basalwärts außen
fein gesägt, der bewegliche Enddorn kurz und stumpf; Mittel- und Hinter-
schienen mit gut entwickelten Querleisten; der Metatarsus länger als der
obere Enddorn und reichlich so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder
zusammen.
Q. Höcker des Kopfes schwach entwickelt; die Punktur des Halsschildes
dichter und die Metasternalplatte schwach konvex.
Holotypus d: Südafrika, Grootmist, 20. XI. 1948; Allotypus $: do., Klein-
see, 19. XI. 1948 und 2 Paratypen: wie Holotypus; alle leg. C. Koch;
im Museum Frey.
Aph. (C.) subdolus nov. ist durch die kleinen, nicht überragenden Wan-
gen und die äußerst feine Basalrandung des Halsschildes ausgezeichnet. Eine
gleich reduzierte Randung besitzen Aph. (C.) paludani Petrov. aus Afgha-
nistan, ussuriensis Petrov. und sauteri Petrov., die beiden letzteren aus Ost-
asien.
Aphodius (Calamosternus) granarius hyxos n. ssp.
Unterscheidet sich von der weit verbreiteten Stammform vor allem
durch geringere Größe, andere Färbung, dichte Punktur der Oberseite und
abweichende Form der Parameren des männlichen Genitals.
124 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Der Kopf (ohne den hell durchscheinenden Vorderrand) und der Hals-
schild dunkel rotbraun, die Flügeldecken und die Unterseite heller rotbraun,
Beine, besonders die Schenkel, gelblichbraun. Halsschild und Zwischen-
räume der Flügeldecken stark und dicht punktiert, die Punkte am ersteren
sehr ungleich groß. Schildchen lang und spitz, tiefer liegend, an der Basis
eingedrückt, unpunktiert, fein retikuliert. Die Sternite in der Mitte nur spär-
lich punktiert und hier unbehaart. Die Parameren des ö wie bei Aph. (C.)
trucidatus Har. gebildet, das heißt, die Spitzen sind stark ventralwärts abge-
bogen, vergleiche: Pilleri, „EOS“ Madrid, XXIX/1953, t. V, f£. 4, 5. - Länge
3,7-4,1 mm.
Holotypus ö und Allotypus $: Ägypten, Alexandria; in coll. m. — Paratypen
ebendaher und eine große Anzahl von Tieren aus Mesopotamien: Dje-
robis, Djinddaris, Assur, Mosul, Meskeneh, leg. Pietschmann, in coll.
mus. vindob. — Außerdem: Totes Meer, leg. Brühl. Die neue Unterart
findet sich auch in Syrien, leg. Helfer; ihr Verbreitungsgebiet scheint
sich aber hier nicht bis in die syrischen Küstengebiete zu erstrecken, von
wo mir der typische granarius in großer Zahl vorliegt.
Es ist möglich, daß hyrax nov. mit Aph. (C.) granarius ab. brunnescens
Reitt. identisch ist, doch ist es derzeit nicht möglich, dies mit Sicherheit fest-
zustellen. — Pilleri beschrieb („EOS“ 1. c., p. 110; t. V, f. 1-3) die Parameren
eines Aph. (C.) mayeri aus Tripolitanien, der möglicherweise auch eine Rasse
des granarius darstellt, doch konnte diese Frage, da mir jedes Material aus
diesem Gebiet fehlt, nicht geklärt werden.
Aphodius Nolicus n. subg.
Kopf mit abgerundetem und ausgerandetem Clypeus, Beule, unge-
höckerter Stirnlinie und großen, weit vorragenden, an der Spitze abgerun-
deten Wangen; Halsschild mit abgestutzten Hinterwinkeln und ungeran-
deter, doppelbuchtiger Basis; das Schildchen im vorderen Teil parallel, längs
eingedrückt; Flügeldecken ohne Schulterdornen, mit einfachen Punktstrei-
fen; Mittel- und Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten; der Meta-
tarsus der letzteren nicht von auffallender Länge, beim ö an der Unterseite
bürstenartig behaart; die Oberseite des Tieres unbehaart. — Typus: Nolicus
veteranus noV.
Aphodius (Nolicus) veteranus n. sp.
Große, langgestreckte, seitlich schwach gerundete Art, in Größe und
Färbung einem Bodilus nicht unähnlich; hell gelblichbraun, der Scheitel und
die Mitte des Halsschildes dunkler, der Scheibenfleck erreicht nirgends die
Seitenränder, in der Mitte ist er längsgeteilt, die äußerste Basalkante und
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 125
die Naht der Flügeldecken sind geschwärzt, Beine und Unterseite hellbraun;
Oberseite glänzend; unbehaart.
ö. Clypeus vorn schwach ausgerandet, seitlich davon breit gerundet;
die großen, abgerundeten Wangen die Augen überragend; Stirnlinie in der
Mitte undeutlich, seitlich etwas gehoben, vor ihr eine mäßig erhabene Beule;
der Kopf nur sehr zerstreut punktiert, die Beule glatt. Halsschild mit fast
geraden, fein bewimperten Seiten, abgestutzten, gerandeten Hinterwinkeln
und doppelbuchtiger, ungerandeter Basis; zwischen der äußerst feinen, zer-
streuten Grundpunktur sind auf der Scheibe nur ganz vereinzelte größere
Punkte zu bemerken, an den Seiten stehen sie etwas dichter, aber immer
noch sehr zerstreut. Schildchen etwa so breit wie der zweite und dritte Zwi-
schenraum an der Basis, im vorderen Teil parallel, mit Längseindruck, fast
unpunktiert. Flügeldecken mit gerundeten Schultern; die Streifen mit un-
deutlichen, nur schwach kerbenden Streifenpunkten, an den Spitzen fehlen
die Punkte ganz; Zwischenräume gleichmäßig gewölbt und nur schwer
erkennbar punktiert. Metasternalplatte längs eingedrückt, unpunktiert; Ab-
domen seitlich lang und dünn behaart, in der Mitte glatt. Vorderschienen
mit drei stumpfen Außenzähnen und plumpem Enddorn; der untere End-
dorn der Mittelschienen ist kurz, nach außen gebogen und — was man nur
bei der Ansicht von unten bemerken kann - in einem Ausschnitt des Apikal-
randes der Schiene eingelenkt (Abb. 7); auch der untere Enddorn der Hin-
terschienen ist etwas gekrümmt; der Metatarsus so lang wie der obere End-
dorn, unten dicht bürstenartig bewimpert und etwa so lang wie die drei
nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 7,5-7,6 mm.
Abb. 7: Rechte Mittelschiene
von Aph. veteranus & nov.,
Ansicht von unten.
126 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
®. Halsschild schmäler, seine Punktur etwas dichter; die Metasternal-
platte nicht eingedrückt, sondern flach; die Einlenkung des nur schwach
gekrümmten unteren Enddornes der Mittelschienen ist normal; der Meta-
tarsus der Hinterschienen hat nur einige feine Härchen auf der Unterseite
und der längere Enddorn reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes, das
erste Tarsenglied ist kürzer als die drei nächsten zusammen. — Länge 7 mm.
Holotypus ö, Allotypus $ und ein Paratypus &: Südöstliche Kalahari, Ka-
ruman, 4. V. 1948; im Museum Frey.
Bei der Begründung einer höheren Einheit, in diesem Falle einer Unter-
gattung (Artengruppe) auf Grund von wenigen Tieren einer Art, ist es nicht
leicht zu entscheiden, welche Merkmale dieser Kategorie zuzusprechen und
welche als arteigen anzusehen sind. In unserem Falle ist mit großer Wahr-
scheinlichkeit der ungehöckerte Kopf mit seinen großen Wangen, die dop-
pelbuchtige, ungerandete Basis, die abgestutzten Hinterwinkel des Hals-
schildes und die ungleichlangen Endborsten der Schienen als der Arten-
gruppe eigentümlich anzusehen, während alle anderen Merkmale, wie Größe,
Glanz, Färbung und die interessanten Bildungen an den Mittel- und Hinter-
beinen einstweilen als arteigentümlich zu betrachten sind.
Aphodius (Ataeniomorphus) ressli n. sp.
Von paralleler, nach rückwärts etwas verbreiterter Gestalt; schwarz, der
schmale Vorderrand des Clypeus, Vorderecken des Halsschildes (sehr un-
deutlich), Seiten und Spitzen der Flügeldecken und die Beine rötlichbraun,
Kopf und Halsschild schwach glänzend, das Schildchen und die Flügeldecken
durch Chagrinierung matt; die Oberseite unbehaart.
ö unbekannt.
?. Clypeus undeutlich ausgerandet, daneben breit verrundet, die abge-
rundeten, deutlich die Augen überragenden Wangen kaum merklich vom
Seitenrand getrennt; die Naht als schmale, glänzende, seitlich etwas geho-
bene Linie markiert; der Kopf ist zwischen der großen Mittelbeule, die nach
vorn steil abfällt und den Seiten des Clypeus einzeln, mittelstark punktiert,
die Beule fast glatt, der Scheitel mit den gleichen Punkten wie vorn, aber
dichter bedeckt. Halsschild mit schwach gerundeten, fast parallelen Seiten,
stumpf abgerundeten Hinterwinkeln und einfach gebogener Basis; Seiten
und Hinterwinkel bis zum fünften Punktstreifen der Decken deutlich, die
Mitte der Basis sehr fein, nur von hinten sichtbar gerandet; die Grund-
punktur spärlich und fein, zahlreicher sind die mittelstarken etwas ungleich
verteilten Punkte vertreten, die Seiten nur wenig dichter punktiert, die
Seitenbeulen sind unpunktiert. Schildchen sehr klein, schmal dreieckig, vorn
parallel, die Mitte chagriniert, die Seiten glänzend. Schultern mit kleinen,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 17
aber deutlichen Humeraldornen; die glänzenden Streifen mit schwach ker-
benden Streifenpunkten; die Zwischenräume auf der Scheibe und an den
Seiten fast flach, am abfallenden Teil der Decken (besonders der zweite
Zwischenraum) etwas deutlicher gewölbt, überall äußerst fein und zerstreut
punktiert; die Nahtzwischenräume auf der Scheibe etwas dachartig gehoben,
nach rückwärts auf die Hälfte verschmälert und deutlich tiefer liegend. Me-
tasternum chagriniert, matt, die Metasternalplatte schwach vertieft, mit
feiner Mittellängsrinne; Abdomen punktiert und — besonders seitlich — lang
behaart. Vorderschienen mit drei kleinen Außenzähnen, davor glatt, der
bewegliche Enddorn sehr lang, spitz und fast gerade; der längere Enddorn
der Mittelschienen so lang wie das erste und zweite Tarsenglied zusammen;
Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen Querleisten; die Tarsen nicht
länger als die Schienen; der Metatarsus der Hinterschienen etwas kürzer als
der obere Enddorn und höchstens so lang wie die beiden nächsten Tarsen-
glieder zusammen. — Länge 4,6 mm.
Typus: Nordsyrien (Hatay), Iskenderun, Hügelland Esentepe, IV. 1960; leg.
Petrovitz u. Ressl; (Unikum).
Meinem lieben Freund und treuen Reisekameraden Franz Ressl in
Purgstall zugeeignet.
Aph. (A.) ressli nov. unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich
von Aph. (A.) isikdagensis Blth. Besonders sind es die matte Oberseite des
Tieres, die bedornten Schultern und die anderen Maßverhältnisse zwischen
Schienen und Tarsen einerseits und der Tarsenglieder untereinander ander-
seits, die als auffallendste Unterschiede gelten können.
Pseudoxyomus nov. gen. (Aphodiina)
Oberseite chagriniert, ganz matt; staubfein; kaum erkennbar behaart.
Clypeus abgerundet, in der Mitte ausgerandet, gekörnt; die Wangen sind
nicht herabgewölbt; Stirnlinie schwach erhaben, nicht gehöckert; die Augen
vom Halsschild nicht bedeckt. Halsschild nach beiden Richtungen gewölbt;
Seiten und Basis gerandet und lang bewimpert; eine sehr seichte Mittel-
längsfurche ist im hinteren Teil der Scheibe erkennbar, Seiteneindrücke
fehlen. Schildchen klein und schmal, tief längs eingedrückt. Schultern ohne
Dornen; die Decken ohne Basalrandung, mit zehn, den Epipleuralkiel ein-
gerechnet, mit elf scharfen Rippen, die siebente bis zehnte unter der Schul-
terbeule beginnend, die zehnte ist nur kurz und wenig erhaben; zwischen
den Rippen je eine, aus großen, flachen, querstehenden Punkten gebildete
Punktreihe; Epipleuren schmal, bauchwärts liegend; das Insekt ist geflügelt.
Metasternum raspelartig punktiert; die chagrinierten und behaarten Sternite
nicht verwachsen; Pygidium von den Spitzen der Flügeldecken bedeckt.
128 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Schenkel dicht punktiert, behaart, die hinteren etwas verbreitert; Vorder-
schienen normal, dreizähnig, mit beweglichem Enddorn; Mittel- und Hinter-
schienen mit starken Querleisten, zwei Enddornen, ungleichlang beborstet;
Tarsen kürzer als die Schienen, der Metatarsus verdickt, Glied zwei bis vier
stark dreieckig; Klauen normal.
Ich hatte ursprünglich die Absicht, die vorliegende Art in die Gattung
Oxyomus Eschsch. einzureihen, da der erste Eindruck sehr für eine Zuge-
hörigkeit zu dieser Gattung spricht. Die genauere Untersuchung brachte
aber eine Anzahl abweichender generischer Merkmale zutage, die es not-
wendig machten, sie von Oxyomus zu trennen.
Zur leichteren Unterscheidung beider Gattungen möge die hier ge-
brachte Gegenüberstellung dienen.
Unterschiede: Oxyomus Pseudoxyomus
Clypeus immer punktiert gekörnt
Halsschild unbewimpert Seiten und Basis be-
wimpert
Rippen d. Flügeld. seitlich bis zur Basis nur bis unter die Schulter
reichend reichend
Mittelhüften getrennt sich berührend
Sternite verwachsen nicht verwachsen
Pseudoxyomus rubescens n. sp. (Genotypus)
Gestalt gedrungen, nach rückwärts schwach verbreitert; die Färbung
des Kopfes und des Vorderteiles des Halsschildes samt den Vorderecken ist
ein eingenartiges, wie von innen her leuchtendes, helles bräunlichrot, das
allmählich nach hinten zu dunkler wird und etwa von der Mitte des Hals-
schildes an in ein dunkles Graubraun übergeht, die Schulterbeule und die
Rippen der Flügeldecken rötlichbraun aufgehellt, aber alle Übergänge sind
unscharf und verschwommen, Fühler gelb, Schienen und Tarsen rötlichbraun.
ö unbekannt. | |
Q. Clypeus vorn deutlich ausgerandet, daneben breit verrundet; die
etwas geschwungenen Seiten von den fast waagerecht stehenden, abgerun-
deten, die Augen weit überragenden Wangen durch eine seichte Einbuch-
tung getrennt; die Granulen sind gut voneinander separiert und von fast
gleicher Größe; der Scheitel ist groß und ziemlich dicht punktiert. Die ge-
rundeten Seiten des Halsschildes gehen in gleichem Bogen in die Basis über;
die Punktur ist mittelgroß und sehr dicht, eine feine Grundpunktur fehlt.
Das Schildchen nur chagriniert. Die Schultern abgerundet; Rippen eins bis
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 129
neun gleichhoch und sehr scharf, die zehnte undeutlich, die elfte (der Epi-
pleuralkiel) wiederum hoch und scharf, die vierte, sechste und achte Rippe
vor der Spitze verkürzt. Metasternalplatte mit Mittellängsrinne. Vorder-
schienen vor den Außenzähnen glatt; beide Enddornen der Mittelschienen
sind schlank und spitz, die der Hinterschienen wohl etwas plumper, aber
nicht verbreitert, der längere reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes;
der Metatarsus verdickt, keulenförmig, die drei nächsten dreieckig, das
Klauenglied schlank, alle zusammen wesentlich kürzer als die Schiene. —
Länge 3,6 und 3,9 mm.
Typus und ein Paratypus: Südafrika, Umgeb. Johannesburg; leg. Stricker;
ex coll. Käufel; in coll. m.
Mysarus nov. gen. (Psammobiina)
Clypeus granuliert, vorn mit zwei Zähnchen; die Augen auf der Unter-
seite liegend, von oben nicht sichtbar. Halsschild mit Seiten- und Basalran-
dung, durchlaufender Mittellängsfurche und je einem kleinen Eindruck in
der Mitte der Seiten; Seiten und Basis bewimpert. Schildchen klein, drei-
eckig. Flügeldecken mit Schulterdorn, eine Basalrandung fehlt; Streifen
punktiert, an der Spitze meist verbunden; Zwischenräume gewölbt. Letztes
Abdominalsegment am Vorderrand breit eingedrückt, alle untereinander
verwachsen; das Pygidium bedeckt. Vorderschienen mit drei Außenzähnen
und beweglichem Dorn; Mittel- und Hinterschienen gezähnelt, ohne akzes-
sorischen Dorn; die Endborsten gleichlang, die Enddornen schlank; die
Tarsenglieder zusammen kürzer als die Schienen, erstes bis viertes Glied
dreieckig, die Krallen klein.
Die neue Gattung unterscheidet sich von Psammobius Heer durch nicht-
verbreiterte Hinterschenkel und spitze Enddornen an den Mittel- und Hin-
terschienen; von Rhyssemodes Reitter durch die glatten, behaarten Zwi-
schenräume der Flügeldecken; von Trichiorhyssemus Clouet und Rhyssemus
Mulsant durch die kurzen, dreieckigen Tarsenglieder; von allen ähnlichen
Gattungen durch den scharf und spitz gezähnten Clypeus und den Umriß
des Körpers. Es ist nämlich die Basis von Kopf, Halsschild und Flügeldecken
stark eingezogen, wodurch eine deutlichere Gliederung des Umrisses, als es
bei den angeführten Gattungen der Fall ist, in Erscheinung tritt.
Mysarus peruanus n. sp. (Genotypus)
Schmal eiförmig; chagriniert, matt, Kopf und Halsschild schwarz, Vor-
derrand des Clypeus und Vorderecken des Halsschildes heller durchschei-
nend, Flügeldecken schwarzbraun, Fühler gelb, Beine rotbraun; Ober- und
Unterseite behaart.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 s)
130 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.)
Clypeus vorn bogenförmig ausgerandet, die Ecken scharf, etwas auf-
gebogen; die Kopfmitte stark beulig aufgetrieben, ohne Stirnnaht; die Wan-
gen abwärts gebogen, die Augen überragend; der ganze Clypeus dicht mit
warzenartigen Erhabenheiten bedeckt, aus jeder Warze entspringt ein klei-
nes, aufrechtstehendes Börstchen; der Scheitel ist runzelig punktiert. Hals-
schild mit schwach gerundeten, nach rückwärts stärker eingezogenen Seiten
und abgerundeten Hinterecken; Seiten und Ecken schmal, die Basis breit
eingedrückt-gerandet; der Abstand zwischen den Vorderecken ist etwas
größer als der zwischen den Hinterecken; die Mittellängsrinne beginnt ziem-
lich breit in der Basalrinne, verjüngt sich allmählich und erreicht als seichte,
feine Furche den Vorderrand; über den etwas undeutlichen Seitenbeulen
befindet sich je ein kleiner, lochartiger Eindruck; der Grund des Halsschildes
ist matt chagriniert, außerdem bedeckt die ganze Fläche ein schwer be-
schreibbares unordentliches Durcheinander von großen, aber flachen Narben-
punkten, glänzenden Körnchen, Raspelpunkten und einzelnen Börstchen.
Schildchen klein, breit dreieckig, in der Mitte uneben. Flügeldecken mit
Humeraldornen, die aber, da die Schultern deutlich eingezogen sind, von
oben nicht sichtbar sind; die am Grunde glänzenden Streifen mit kleinen,
nicht kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume chagriniert und schwach
gewölbt, der erste stark erhaben, die ungeraden bis zum neunten in der
Mitte mit je einer schütteren Reihe kleiner, aufrechtstehender Börstchen, an
der Basis jeder Borste eine sehr kleine Erhabenheit. Metasternum gewölbt
und einzeln behaart, matt; die Mittelhüften etwas weiter auseinanderste-
hend als die Hinterhüften; Abdomen glänzend, seitlich spärlich behaart.
Schenkel von normaler Breite, behaart; Vorderschienen vor den drei Außen-
zähnen glatt, der bewegliche Enddorn normal zugespitzt; Vordertarsen sehr
kurz; Hintertarsen um ein Drittel kürzer als die Hinterschienen, die Spitze
des längeren Enddornes reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes, der
Metatarsus ist kürzer als das zweite, dritte und vierte Glied zusammen,
Glied fünf (Klauenglied) um die Hälfte länger als das vorhergehende. -
Länge 3,4 mm.
Typus: Peru, Mayla u. Urubamba (Staudinger); Unikum; in coll. m.
Ataenius scabrelloides n. sp. (scabrelloides u. scabreboides A. Schmidt i.].)
Parallel, gewölbt; Oberseite matt schwarz, durch einen Sekretüberzug
grau aussehend; Ober- und Unterseite mit kurzen Schuppenborsten versehen.
Clypeus tief ausgerandet, daneben breit verrundet, der Rand vorn nie-
dergedrückt, seitlich breit aufgebogen; Stirnbeule einzeln, der übrige Cly-
peus längszusammenfließend punktiert und kurz beborstet. Halsschild mit
parallelen Seiten und breit abgerundeten Hinterecken, die Basis undeutlich
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 131
gefurcht-gerandet; mit Ausnahme dreier kahler Flecke, deren einer über
dem Schildchen, die beiden anderen auf der Mitte der Seiten gelegen sind,
ist der ganze Halsschild dicht, hinten wabenartig punktiert und kurz be-
borstet, die gleichen Borsten säumen auch Seiten und Basis. Schildchen klein,
länglich, matt chagriniert. Flügeldecken mit kräftigen Schulterdornen und
deutlichen, glänzenden Punktstreifen; die Zwischenräume fast flach, alle
gleichhoch, sie tragen in der Mitte eine Reihe kurzer Borsten. Die Unterseite
groß punktiert, beborstet. Schenkel glänzend, punktiert und behaart, mit
vollständiger Randfurche; der akzessorische Dorn an den Mittel- und Hin-
terschienen klein; der Metatarsus der letzteren ist länger als der obere End-
dorn und länger als die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge
3,4-3,5 mm.
Typus und Paratypen: Matto Grosso, Corumba; im Museum Frey.
Die neue Art ähnelt Ataenius scabrellus A. Schmidt und imbricatus
Melsh. Von der ersten Art unterscheidet sich scabrelloides nov. durch die
fast flachen Zwischenräume der Flügeldecken, von beiden durch die drei
unpunktierten und unbeborsteten Flächen am Halsschild.
Ataenius imbricatus Melsh.
Bei gut erhaltenem Sekretüberzug erscheint der Halsschild genetzt, ist
er verloren gegangen, tritt eine dichte Punktierung zutage und die Flügel-
decken sind fein quer chagriniert, was mitunter den Eindruck erwecken
könnte, als handle es sich um ganz verschiedene Tiere.
Material: Amazonas, Nhamundä.
332 Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.)
Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungs-
tabelle der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.)
von G. Frey
Lasioserica schereri n. sp.
Unter den von Herrn Dr. Scherer gesammelten Lasioserica befanden
sich außer den Arten maculata Brenske (Darjeeling 5 Exemplare) und nobilis
Brenske (Darjeeling, 21 Exemplare) eine Serie von 16 Exemplaren, welche
als neu zu beschreiben sind.
Dank der Liebenswürdigkeit der Museen in Wien und Brüssel, denen
ich hiermit herzlich danke, konnte ich die Typen der Arten pilosella Brenske
und insularis Brenske einsehen; die übrigen Arten dieser Gattung befinden
sich bis auf insperata Brenske und tuberculiventris Moser in meinem Mu-
seum. Sie sind mit der Sammlung Moser verglichen. Die Art pilosa Mos. ist
von maculata Brenske äußerlich nicht zu trennen, aber die d& ö haben ver-
schiedene Geschlechtsorgane, und deshalb ist die Art pilosa Mos. gerecht-
fertigt; braeti Brenske wurde von Brenske selbst als synonym von maculata
Br. bezeichnet. Die Beschreibung der neuen Art lautet wie folgt:
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Clypeus und Stirn stark, sonst
Ober- und Unterseite nur mäßig glänzend. Ober- und Unterseite mäßig
dicht mit mittelmäßig langen, gelblichen Haaren bedeckt; die Scheibe des
Halsschildes ist gelegentlich kahl. Die Fühler sind hellgelb, manchmal auch
braun mit Übergängen. Der Fühler des 5 hat 4 Blätter, von denen das 1.
ein Viertel bis ein Drittel kürzer als die folgenden sind. Der Fühler des
hat 3 Blätter, das 1. Blatt ist um ein Viertel kürzer als die folgenden. Beim
ö ist der Fächer im ganzen so lang wie der Stiel; beim $ ist er etwas kürzer.
Der Clypeus ist vorne etwas aufgebogen, der Vorderrand geschweift,
die Ecken breit abgerundet. Oberseite glänzend, grob punktiert. Eine
schwache gebogene Leiste grenzt den Clypeus von der Stirn ab. Diese ist
ebenfalls glänzend und wie der Clypeus punktiert. Der Scheitel ist fast matt
und ohne Punkte. Halsschildbasis nicht gerandet, beim Scutellum etwas vor-
gezogen. Vorderecken scharf rechtwinkelig, Hinterecken stumpf, vorderer
und hinterer Seitenrand gerade, seitlicher Vorsprung sehr flach gewinkelt.
Die Oberseite des Halsschildes ist chagriniert, neben den Haaren sind
keine Punkte sichtbar. Das Scutellum hat eine abgerundete Spitze und ist
wie die Flügeldecken behaart ohne sichtbare Punkte. Die Flügeldecken sind
nicht sehr tief gestreift, die ca. 9 Zwischenräume etwas gewölbt, und an den
Seiten sind die Streifen mittelfein punktiert. Das Pygidium ist stark überragt
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 133
von den Flügeldecken, seine Oberfläche ist chagriniert und undeutlich punk-
tiert. Mittel- und Hintertibien haben oben eine gut ausgeprägte Kante
(Genusmerkmal). Vordertibien sind zweizähnig. Das 1. Tarsalglied der hin-
teren Beine kaum länger als das 2.
N)
Abb. 1: Aedoeagus (lateral) von
a) Lasioserica pilosa Moser
b) Lasioserica maculata Brenske
c) Lasioserica schereri n. sp.
Abb. 2: Aedoeagus (lateral) von
Lasioserica insperata Brenske
Länge 7-8 mm, 14 5% aus Darjeeling, Indien, leg. Dr. Scherer, VI. 1961.
Zum besseren Verständnis der Gattung Lasioserica füge ich eine Be-
stimmungstabelle an.
Chinesische Arten
1 (2) Oberseite einfarbig schwarz mit gelben Haaren (nach der Be-
schreibung;). tuberculiventris Mos.
2 (1) Oberseite braunrot und gelb gefleckt, etwas streifig mit gelblichen
Haaren. brevipilosa Mos.
134
Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.)
Orientalische Arten
Oberseite deutlich behaart.
Flügeldecken einfarbig schwarzbraun, mäßig glänzend.
schereri n. sp.
Flügeldecken mit dunklen oder hellen Makeln gefleckt, matt.
Halsschild wesentlich länger und dichter behaart als die Flügel-
decken.
pilosella Brenske
Halsschild und Flügeldecken gleichmäßig behaart.
Flügeldeckenbehaarung wenig dicht und kurz, Flecken nicht sehr
ausgeprägt.
thoracica Brenske
Flügeldeckenbehaarung sehr lang und ziemlich dicht, Fleckenbil-
dung wolkenartig. Nur durch die Geschlechtsorgane der ö & unter-
einander verschieden (siehe Abbildung).
maculata Brenske (braeti Br.)
pilosa Mos.
Flügeldecken nicht sichtbar (X 25) behaart, nur ganz kurze Borsten
und sehr vereinzelte aufrechte Schuppenhaare auf den Flügeldek-
ken. Gelegentlich an der Basis der Flügeldecken einzelne längere
Haare.
Arten aus Borneo, Basis der Flügeldecken nicht behaart.
insularis Brenske
Arten aus Vorder-Indien.
5 mm lang, Flügeldecken an der Basis behaart, Halsschild in der
Mitte des Vorderrandes und am Seitenrand behaart. Flügeldecken
bei gut erhaltenen Exemplaren mit einzelnen Stichelhaaren.
insperata Brenske
Arten von 6 mm Länge oder länger.
Flügeldecken parallel, Gestalt langgestreckt, 6 mm.
variipennis Moser
Flügeldecken nach hinten erweitert, nicht parallel, Gestalt mehr
eiförmig.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 135
15 (16) Dunkelrotbraun, hinterer Seitenrand des Halsschildes deutlich con-
cav geschweift.
nobilis Brenske
16 (15) Heller rotbraun, hinterer Seitenrand des Halsschildes gerade.
calva Brenske
Lamproserica manyara n. sp.
Eiförmig, gelbbraun, Kopf und Flügeldecken glänzend, Halsschild und
Unterseite weniger glänzend, etwas tomentiert. Schienen und Tarsen etwas
dunkler gefärbt. Oberseite glatt.
Clypeus etwas breiter als lang, vorne deutlich eingebuchtet, Ecken ge-
rundet, der Rand aufgebogen. Die Oberseite des Clypeus in der Mitte etwas
gewölbt, sehr dicht und grob aber nicht runzelig punktiert. Stirn und
Scheitel ziemlich fein und zerstreut punktiert. Die Begrenzungslinie zur
Stirn verläuft in einem flachen Winkel, von dessen Spitze eine feine glatte
Linie zum Scheitel verläuft.
Der Halsschildseitenrand fast gerade, vor den Hinterecken etwas kon-
vex, vor den Vorderecken ein wenig konkav geschweift, Hinterecken recht-
winkelig, kurz abgerundet, Vorderecken vorgezogen und spitzwinkelig an
der Spitze verrundet. Vorderrand des Halsschildes in der Mitte in flachem
Bogen vorgezogen. Die Oberfläche des Halsschildes dicht chagriniert und
sehr fein und dicht punktiert. Die Basis ist nicht gerandet. Die Flügeldecken
sind in Punktreihen fein gestreift, die Zwischenräume ein wenig gewölbt
und kaum punktiert. Das Pygidium ist gleichmäßig zugespitzt, mit feiner
Mittellinie dicht aber nicht grob punktiert.
Das Metasternum ist an der Seite dicht und flach punktiert, mit einigen
Borstenpunkten, ebenso tragen die Ventralsegmente Borstenreihen. Eine
Klaue der Vorderbeine beim 8 mit breiter Membrane. Die Vordertarsen
sind jedoch nur wenig erweitert oder verkürzt, beim 2 Klauen einfach, Tar-
sen schlanker. Vordertibien mit 2 Zähnen. Die Hinterschenkel sind breit und
ziemlich flach, die Hintertibien ziemlich breit, außen stark länglich punktiert,
auf der Innenseite schräg abgestutzt (Genusmerkmal). Fühlerfächer beim ö
etwas kürzer als der Stiel, bei ö und $ Fächer 3gliedrig.
Länge 7-7,5 mm.
Die Art unterscheidet sich von den 4 übrigen bisher bekannten Arten
dieser Gattung durch ihre größere Länge, etwas dunkleren Farbton und am
deutlichsten durch die winkelige Begrenzungslinie der Stirn (alle übrigen
gerade Linien) Aedoeagus siehe Abbildung 3.
136 Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.)
Abb. 3: Aedoeagus von
L. manyara n. sp.
4 66,1: Manyara See, NO-Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und |
Bernhard Frey auf einer Jagd-Safari am Licht gesammelt; XII. 1961;
Type und Paratypen in meinem Museum.
Empecamenta densipilis n. sp.
Ober- und Unterseite gelbbraun, Clypeus und Stirn sowie Halsschild
und Flügeldeckennaht ein wenig dunkler. Unterseite und Beine lang hell-
gelb behaart. Die Flügeldecken ebenso behaart, aber etwas zerstreuter und
kürzer. Der Kopf ist feiner und wenig dicht, dagegen der Halsschild eben-
falls feiner, aber auch viel dichter als die Flügeldecken behaart. Die Haare
des Halsschildes sind auch etwas länger als die Haare der Flügeldecken,
wenn auch kürzer als die Haare auf der Unterseite.
Clypeusrand etwas aufgebogen, vorne tief eingebuchtet, die Ecken ge-
rundet. Begrenzungslinie zur Stirn geschweift, die Linie zwischen Stirn und
Scheitel wenig deutlich, flach apical gewinkelt. Oberfläche des Clypeus ver-
tieft und fast glatt. Die Oberfläche der Stirn dicht runzelig punktiert, die
Oberfläche des Scheitels weniger runzelig, aber auch dicht punktiert.
Halsschild am vorderen Seitenrand etwas konkav geschweift, am hinteren
Seitenrand gerade. Vorderecken rechtwinkelig gerundet, Hinterecken mit sehr
stumpfen, abgerundetem Winkel. Der seitliche, gut abgerundete Vorsprung
befindet sich in der Höhe eines Drittels der Halsschildlänge von der Basis
an gerechnet. Der Halsschild ist gleichmäßig gewölbt ohne Furchen oder
Wülste, die Basis ist gerandet. Die Oberfläche des Halsschildes ist entspre-
chend der Behaarung sehr dicht punktiert. Scutellum glatt. Die Flügeldecken
sind ohne Rippen und mittelmäßig dicht und mäßig grob punktiert. Die
Punkte tragen die Haare. Das Pygidium ist dicht und fein punktiert und fein
behaart. Die 4gliedrige Fühlerfahne beim ö etwa !/s, beim $ etwa !/s kürzer
als der Stiel, Vorderschienen mit 2 Zähnen.
Länge 7-7,5 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 137
Von allen übrigen Arten der Gattung gut unterschieden durch die
ungleiche, viel feinere und dichtere Behaarung des Halsschildes gegenüber
den Flügeldecken.
10 5%: Mt. Meru, Tanganyika, Ostafrika, leg. A. v. Nagy, Type und Para-
typen in meinem Museum.
Trochalus imitans n. sp.
Schwarzbraun; Kopf, der größte Teil des Halsschildes bis auf eine halb-
kreisförmige Stelle vor dem Skutellum, der vordere seitliche Teil der Flügel-
decken einschließlich der Schulterbeule, sowie die ganze Unterseite und die
Beine glänzend, sonst matt.
Clypeus-Vorderrand ganz gerade bis etwas unduliert und nicht krenu-
liert wie bei Abb. 4, Oberseite des Clypeus, der Stirn und des Scheitels dicht
punktiert. Die Punkte der letzteren ein wenig feiner. Mittelkiel auf dem Cly-
peus angedeutet. Halsschild und Flügeldecken dicht und mittelfein punktiert.
Halsschild Vorderecken vorgezogen und sehr spitz, Seitenrand davor
etwas konkav geschweift, hinterer Seitenrand gerade. Hinterecken fast recht-
winklig abgerundet. Pygidium ziemlich dicht und mäßig grob punktiert.
Fühlerkeule des ö so lang wie der Stiel. Vorder-Tibien mit 2 Zähnchen.
Länge 6,5-7 mm.
Die Art gleicht in allen Teilen dem Trochalus byrrhinus Fahr., jedoch
ist der Aedoeagus von dieser Art grundverschieden (Abb. 5) vom Aedoeagus
des Trochalus byrrhinus Fahr. (in der Arbeit von Burgeon, Rev. Zool. Bot.
Afr. 88, p. 16).
51 5%, Manyara-See, NO-Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und
Bernhard Frey auf einer Jagd-Safari am Licht (XII. 1961) gesammelt.
Type in meinem Museum.
Abb. 4: Konturen des Tr. imitans n. sp.
Die punktiert gezeichnete Fläche matt,
die übrige Oberseite glänzend. Abb. 5: Aedoeagus von Tr. imitans n. sp.
138 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
Nachtrag zu meinen bisher erschienenen Teil-Revisionen
der Gattung Alcidodes (Col. Curc.)!
von E. Haaf
Obwohl kaum die erste Hälfte der nach geographischen Gesichtspunk-
ten aufgegliederten Gesamt-Bearbeitung der Alcidodes gedruckt vorliegt,
erscheint hiermit schon der 1. Nachtrag dazu. Aller Voraussicht nach werden
in naher Zukunft weitere Ergänzungen folgen müssen. Denn, auf meine
Studien an den Alcidodes aufmerksam gemacht, bekomme ich in zeitlichen
Abständen immer wieder undeterminiertes Leihmaterial, dessen Eigen-
tümer auf baldige Bearbeitung drängen. Fast alle diese Sendungen enthal-
ten nicht nur neue Arten, sondern auch neue und wichtige Fundorte für
bereits bekannte und von mir revidierte Arten.
Im vorliegenden Artikel behandle ich erstmals auch zwei madagassische
Arten im Zusammenhang mit ihrem gleichzeitigen Vorkommen in Ost- und
Südafrika. Das geschieht unabhängig von meiner schon lange geplanten
Revision der madagassischen Alcidodes. Diese beabsichtigte Arbeit muß ich
aber auch weiterhin zurückstellen, weil das Typen- und große Madagaskar-
material des Pariser Museums nicht erreichbar ist und die übrigen euro-
päischen und überseeischen Museen zusammengenommen nur einen gerin-
gen Prozentsatz an madagassischen Alcidodes besitzen.
Alcidodes tomentosus Fairm.
(= modestus Klima)
Fairmaire, 1902, Ann. Soc. Ent. France 71, p. 368 — Hustache, 1924, Bull. Acad.
Malgache (N. S.) 7, p. 345.
Klima (modestus), 1934, Col. Cat. Junk-Schenkl. 135, p. 48.
Type: Museum Paris.
Länge: 3,5-4,6 mm; Breite: 1,8-2,1 mm.
Verbreitung.
Madagaskar (siehe Hustache 1924, 1. c.).
Südafrika: Natal: Durban (VIII. 1920, A. F. J. Gedye); Pietermaritzburg/
Town-bush (XII. 1959, leg. E. Haaf);
Kap Provinz: Port St. John (Mai 1924).
1) 1960, Ent. Arb. Mus. Frey 11, p. 640 - 673; 1961, Ent. Arb. Mus. Frey 12,
p. 1-59, p. 373 — 435, 452 - 501; 1961, Ann. Mus. Roy. Afr. Centr. Tervuren, Sci.
Zool. 99, p. 1 - 166.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 139
Bisher nur aus Madagaskar bekannt und von Hustache (1924) als
Varietät des A.larinoides Fairm. angesehen. A. Klima (1934) hingegen
betrachtete den tomentosus sensu Hustache als eine von tomentosus Fairm.
verschiedene Art und stellte für das durch diesen Gedankengang entstan-
dene Homonym den neuen Namen modestus (als Varietät des larinoides
Fairm.) auf, wobei allerdings tomentosus Fairm. als selbständige Art er-
halten bleibt.
Meiner Ansicht nach ist tomentosus Fairm. von tomentosus sensu
Hustache aber nicht verschieden und somit der von Klima im Katalog kom-
mentarlos aufgestellte modestus als nomen nudum anzusehen. Die von
Hustache aufgeworfene Frage einer möglichen subspezifischen Differenz
zwischen tomentosus und larinoides bleibt heute noch offen. Es liegt sogar
durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß eine spätere Genitaluntersuchung
od
Abb. 1: Aedoeagus von
A.tomentosus Fairm.
N
der 3 sehr sauberen und gut erhaltenen typischen Stücke des larinoides
Fairm. (im Museum Paris) eine Identität mit tomentosus ergibt, also tomen-
tosus als Synonym eventuell fallen kann. Bis zur Klärung dieses Problems
führe ich tomentosus Fairm. (et sensu Hustache) als selbständige Art.
Im Dezember 1959 fand ich bei Pietermaritzburg 2 Exemplare einer
sehr kleinen Alcidodes-Art, die sich zu meiner großen Überraschung ein-
wandfrei und ohne irgendwelche morphologischen Abweichungen (Genital-
vergleich, siehe Abb. 1) zu zeigen, als zu tomentosus Fairm. gehörig bestim-
men ließen. Inzwischen sind mir von anderen südafrikanischen Fundorten
(siehe oben) weitere Belegstücke des tomentosus bekannt geworden. Das
Vorkommen dieser nicht panafrikanischen Art sowohl auf Madagaskar, als
auch in Südafrika ist somit bestätigt. Unter den Arten der Gattung Alcido-
des kennen wir bisher keinen analogen Fall einer solchen äußerst bemer-
140 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
kenswerten diskontinuierlichen Verbreitung. Selbst bei dem nachfolgend
erwähnten brevirostris ssp. curtirostris Fairm. liegen leichter verständliche
Verhältnisse vor.
Alcidodes brevirostris ssp. curtirostris Fairm.
Fairmaire, 1871, Ann. Soc. Ent. Fr. (5), p. 50 — Fairmaire, 1899, Mem. Soc. Zool.
Fr. p. 25 — Alluaud, 1900, in Grandidier Hist. Nat. Madag. p. 319 — Boheman,
1844, in Schoenh. Gen. Spec. Curc. VIII, p. 62 (brevirostris Boh. var. $) —
Haaf, 1961, Ann. Mus. Roy. Afr. Centr. Tervuren, Sci. Zool., 99, p. 39.
Verbreitung: Madagaskar.
Type: Museum Paris.
Eine genaue Untersuchung der Typen von Alcidodes brevirostris Boh.,
brevirostris Boh. var. f und simus Chevr. mit der Type des curtirostris
Fairm. ergab, daß der madagassische curtirostris als eine Unterart des bre-
virostris aufgefaßßt werden muß. Mit Ausnahme eines kleinen, aber kon-
stanten Unterschieds im Genital (Abb. 2) ist tatsächlich kein Differenz zum
ostafrikanischen brevirostris ssp. simus Chevr. zu erkennen.
Boheman (1944, 1.c.) hat den curtirostris von Madagaskar als brevi-
rostris var. ß bezeichnet und kurz beschrieben. Von Fairmaire wurde so-
wohl diese Boheman’sche Diagnose, als auch die Tatsache übersehen, daß
eine äußerst nahe Beziehung zu A. brevirostris besteht. Die von mir (1961,
l.c.) vermutete Identität mit ssp. simus Chevr. trifft nicht zu, da die ein-
gangs erwähnte Genitaldifferenz im ö Geschlecht vorliegt.
Abb. 2: Aedoeagus (lateral)
von A. brevirostris Boh.
ssp. simus Chevr. (a) und
ssp. curtirostris Fairm. (b) -
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 141
Alcidodes vossi sp. n.
Unter meiner Curculioniden-Ausbeute aus Ostafrika befindet sich auch
eine neue Alcidodes-Art, die ich in den ersten Januar-Tagen 1960 in mehre-
ren Exemplaren auf der Südostseite des Kilimandscharos in etwa 2800 m Höhe
am Waldrand direkt hinter der bekannten Bismarckhütte von niederen
Pflanzen sammelte. Ein weiteres Stück dieser Art erbeuteten die Damen
Dr. Christa Lindemann und Nina Pavlitzki an derselben Stelle am 18. De-
zember 1952.
Länge: 8,2-9,4 mm; Breite: 3,2-3,9 mm.
Vorkommen: Tanganjika: Kilimandscharo/Bismarckhütte, 2800'm., auf niede-
ren Pflanzen.
Type ($): Museum Frey.
Paratypen: Museum Frey und Zoologische Staatssammlung, München.
Grundfarbe schwarz. Behaarung kurz, dorsal goldgelb, ventral und
an den Beinen mehr silbrig; stellenweise durch eine leicht anhaftende
Kruste von zitronengelbem oder bräunlichem Blütenstaub verdeckt. Hals-
schild an den Seiten und manchmal entlang der Mediane dichter behaart.
Die Behaarung der Flügeldecken ebenso, jedoch ungleichmäßiger und wie
gesprenkelt aussehend, ohne allerdings Querbänder zu bilden. Miittel-
schenkel auf der Innenseite gegenüber der Schiene deutlich länger und ab-
stehend behaart.
Rüssel beim 5 etwa so lang wie Kopf und Halsschild zusammen, dicht
und grob punktiert mit feinen Längsrunzeln und matt; beim $ schwarz
glänzend, merklich länger als Kopf und Halsschild, sehr fein und äußerst
spärlich, an den Seiten der Basis jedoch kräftiger punktiert. Rüsselspitze
(52) dorsal angekerbt, die Fühlereinlenkung vor der Rüsselmitte. Sub-
mentum beim ö nur mit einem schwach ausgeprägten, stumpfen Höcker-
chen, also ohne scharfes Zähnchen. Das 1. Geißelglied der Fühler ungefähr
so lang wie das 2. Glied, aber etwas breiter; das 7. Glied sowohl von der
Geißel, als auch von der Keule merklich abgesetzt.
Halsschild breiter als lang und dicht punktiert, jedem Punkt entspringt
ein Härchen; die Seiten von der basalen Einschnürung an im leichten Bogen
nach vorne bis zur Einschnürung hinter den Augenloben verengt. Das
Schildchen von der Elytralnaht zu ?/s3 eingeschlossen.
Flügeldecken breiter als der Halsschild, die Seiten in der basalen Hälfte
parallel, die Basallappen deutlich gegen den Halsschild angehoben. Die
Punktstreifen etwas unregelmäßig verlaufend, die Punkte relativ klein; die
viel breiteren Zwischenräume mehr oder weniger gewölbt und bisweilen
chagriniert, die beiden ersten Zwischenräume in der Mitte stark verflacht
142 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
oder eingedrückt. Analsternit beim & beiderseits des Mitteleindrucks mit je
einer Beule.
Metasternum gewölbt, aber ohne Erweiterung gegen die Hinterhüften.
Vorderhüften zusammenstoßend oder wenig voneinander getrennt. Vorder-
schenkelzahn spitzig mit fein gesägter Außenflanke. Vorderschiene gerade,
in der Mitte der Innenseite kaum erweitert und am Ende mit einem dornför-
migen, spitzen Zahn; ein Subapikalzahn fehlt. Apikalzahn der Hinterschiene
beim ö mit gebogener und zweigeteilter Spitze.
Diese neue, dem bekannten Curculioniden-Spezialisten Herrn Eduard
Voss gewidmete Art ist im System zwischen kilimanus Auriv. und meruanus
Auriv. einzureihen. Habituell und in der Grundfärbung kommt sie dem
meruanus am nächsten, in der Form des Aedoeagus aber dem braunen
kilimanus!). Bei A. meruanus ist aber der Mittelschenkel auf der Innenseite
noch länger abstehend behaart, die elytralen Zwischenräume sind weniger
gewölbt und der 1. Zwischenraum in der Elytralmitte weder besonders ver-
flacht, noch eingedrückt.
Während meruanus nur in den Hochlagen des Meru-Berges in ca.
3000 m Höhe heimisch ist, wurde sowohl die vorliegende neue Art, als auch
kilimanus Auriv. ausschließlich amKilimandscharo gefunden. Der A. kilimanus
wurde von Sjöstedt in Kibonoto am Südwestabhang des Kibos und zwar in
der Kulturzone in etwa 1000-1500 m erbeutet, mein A. vossi dagegen in
2800m am Südosthang des Kilimandscharo-Massivs. Ich halte es für durchaus
möglich, daß kilimanus über die ganze Kulturzone des Kilimandscharos ver-
breitet ist, also auch bei Madschame und Marangu zu finden sein wird, ob-
wohl ich selbst an diesen Orten vergeblich danach suchte. Im Gegensatz
dazu ist A. vossi ein Bewohner des oberen Urwaldgürtels, genau wie der
viel schlankere Alcidodes bifasciatus Aurivillius. Daß eins der erwähnten
Arten auch auf dem Meru oder gar in den Pare- und Usambara-Bergen
vorkommt, halte ich für ausgeschlossen.
Alcidodes thompsoni sp.n.
Länge: 5-6 mm; Breite: 1,9-2,2 mm.
Verbreitung.
Südafrika: Pt. Natal (Type); Durban (H. Bell-Marley); Viktoria;
Pt. St. John/Pondoland (10.-31. Juli 1923, R. E. Turner); Old Umtali/S.
Rhodesia; Salisbury/S. Rhodesia (II. 1895, leg. G. A. K. Marshall).
Type (ö): British Museum (N. H.), London.
1) Der Aedoeagus-Unterschied zwischen kilimanus und meruanus ist nur ge-
ringfügig, jedoch konstant. Bei kilimanus ist die apikale Spitze etwas breiter als
bei meruanus. |
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 143
Diese kleine und zylindrische Art, zu deren Beschreibung ich 4 86
und 5 22 vorliegen habe, findet in meiner Bestimmungstabelle der afrika-
nischen Alcidodes (1961) in der Gruppe D : 22 (31) bei rufus Boh. ihren
Platz. Tatsächlich ist diese Art mit dem einfarbig rotbraunen A. rufus Boh.
sehr nahe verwandt.
Grundfarbe rotbraun, aber Rüssel, Kopf und Halsschildscheibe
schwarz; Unterseite und Beine stellenweise schwarz oder dunkelbraun. Die
haarförmigen weißen oder fahlgelben Schüppchen bilden einen ziemlich un-
deutlichen schmalen Längsstreifen entlang der Halsschildmediane und auf
jeder Halsschildseite ein meist sehr deutliches Längsband, das sich über die
Episternen und Epimeren von Mittel- und Hinterbrust fortsetzt; Elytra mit
einzelstehenden Schuppenflecken von unterschiedlicher Größe.
Rüssel zylindrisch, leicht gebogen, in beiden Geschlechtern ziemlich
dicht und grob punktiert, die Fühlereinlenkung vor der Mitte. Submentum
des ö mit einem deutlich nach unten abstehenden Zähnchen. Fühlerschaft
reicht bis zur Rüsselwurzel; das 1. Geißelglied länger als das folgende.
Stirn etwas schmäler als die Rüsselbreite an der Basis.
Halsschild quer, nicht oder nur wenig schmäler als die Flügeldecken,
die Seiten im basalen Drittel parallel oder schwach gebogen, dann jedoch
nach vorne stark im Bogen verengt. Mit Ausnahme des breit abgesetzten,
spärlich fein punktierten und braunen Vorderrands ist der ganze Halsschild
sehr dicht und relativ grob punktiert. Vorderrand des Prosternums tief ein-
gebuchtet. Skutellum von der Elytralnaht nicht völlig eingeschlossen.
Flügeldecken parallelseitig oder die Seiten apikalwärts leicht konver-
gierend. Basallappen vorgezogen und schwach angehoben. Schulterbeule
nur minimal entwickelt. Die Punkte der Streifen breit und tief grubig, die
chagrinierten Zwischenräume nur selten breiter und wenig konvex.
Metasternum ohne Vorsprung gegen die Hinterhüften. Der Abstand
zwischen den Vorderhüften schmäler als zwischen den Mittelhüften, aber
mindestens so breit wie die Fühlerkeule. Vorderschenkelzahn groß und
scharf mit 1 oder mehreren Zähnchen an seiner Außenflanke. Vorderschiene
in der Mitte der Innenseite mit einem dreieckigen Zahn; Apikal- und Sub-
apikalzahn (öf) etwa von gleicher Größe und mehr dornförmig.
A.thompsoni sp. n.!) schließt sich eng an A. rufus Boh. an (Aedoeagus
Abb. 3), ist aber nicht einfarbig rotbraun und sein Zähnchen am Submentum
(ö) nicht ganz so lang, aber trotzdem sehr prägnant. Bei A. fasciculatus und
sparsus Boh. (ö) finden wir dagegen kein oder nur ein minimal angedeu-
tetes Submentumzähnchen.
1) Meinem lieben Freund, dem Scientific Officer am British Museum (N.H.)
Mr. Richard T. Thompson gewidmet, der mich auf diese Art aufmerksam machte.
144 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
Abb. 3: Aedoeagus von
A.thompsoni sp.n. (a) und
A.rufus Boh. (b).
Alcidodes nudiusculus sp. n. (Abb. 4)
Länge: 10,5-12 mm; Breite: 5,3-6 mm.
Verbreitung.
Borneo: Sarawak (Type).
Malaya: Pahang, „Irolak“ (ex Palaguium gutta/Samen, 16.1. 1928,
G. H. Corbett).
Type (2): British Museum (N. H.), London.
Kastanienbraune Art mit der Andeutung einer breiten Querbinde aus
unscheinbaren, sehr kurzen, fahlgelben Härchen hinter der Elytralmitte auf
der sonst kahlen, bisweilen sogar glänzenden Oberseite. Unterseite ziemlich
dicht mit breiten, federartig geschlitzten Schüppchen besetzt.
Rüssel in beiden Geschlechtern mehr oder weniger gerade und zy-
lindrisch, an der Fühlereinlenkung (deutlich hinter der Mitte) und an der
Spitze kaum verdickt, beim $ sehr lang, sehr fein und spärlich punktiert und
glänzend, beim 5 kürzer, aber doch etwas länger als der Halsschild und
kräftiger punktiert als beim $. Das Submentum auch beim ö ohne ein
vertikal abstehendes Zähnchen. Fühlerkeule reicht knapp bis zur Rüssel-
wurzel. Das 1. Geißelglied der Fühler ungefähr doppelt so lang wie das
2. Glied. Die Stirnmitte mit einem punktförmigen Einstich in einem flachen
Eindruck.
Halsschild quer und die Seiten nach vorne bis zur starken Einschnü-
rung hinter dem Vorderrand gerade bis leicht gebogen und konisch ver-
engt. Mit Ausnahme der breit abgesetzten und punktierten Vorderrand-
partie ist der ganze Halsschild mit runden oder ovalen und ziemlich gleich-
mäßig gewölbten Körnchen mäßig dicht besetzt. Die Scheibe auch der
Länge nach gewölbt, ohne Furche oder Kiel entlang der Mediane. Antesku-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 145
tellarlappen gut entwickelt mit stumpfer Spitze oder breit abgestutzt.
Schildchen klein, von der Elytralnaht nicht völlig eingeschlossen.
Flügeldecken viel breiter als die Halsschildbasis, von der Schulter api-
kalwärts ziemlich gerade und deutlich konvergierend. Die glatte Schulter-
beule wird durch den stark erweiterten 7. elytralen Zwischenraum gebildet
Abb. 4: Alcidodes nudiusculus sp. n.
und ist in Dorsalansicht verrundet und lateral nicht konisch abstehend. Basis
innerhalb der Schulterbeule und rings um das Schildchen mehr oder minder
tief eingedrückt. Basallappen breit verrundet und gegen den Halsschild
nicht aufgerichtet. Die Punktstreifen unterschiedlich tief, die Punkte bis-
weilen sehr tief und grubig, die Zwischenräume aber breiter, stark gewölbt
bis rippenartig, nicht oder nur äußerst fein punktiert und glänzend, stellen-
weise leicht gebogen, dann also nicht mehr parallel zur Elytralnaht verlau-
fend; der 4., 5. und 6. Zwischenraum bildet eine auffallende Subapikalbeule.
Der Abstand zwischen den Mittelhüften doppelt bis dreifach so breit
wie zwischen den Vorderhüften. Die fein bis runzelig punktierte Hinter-
brust gegen die Hinterhüften nicht erweitert. Vorderschenkel in Höhe des
Zahns verdickt, der Zahn nicht besonders groß, aber scharf und an seiner
Außenflanke gesägt. Vorderschiene schlank, leicht gebogen, in der Mitte
seiner Innenseite mit einem spitzen Zähnchen (3%). Vor dem Apikaldorn
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 10
146 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
ohne jegliche Spur eines Subapikalzähnchens, das durch 2 Borsten vertreten
ist. Das Knie des hinteren Beinpaars reicht nur bis zum Vorderrand des letz-
ten Abdominalsegments.
Die neue Art gehört zur crassus-Gruppe, wofür allein schon der Rüssel
und die Aedoeagus-Form (Abb. 5) spricht. Die übrigen Arten der crassus-
Gruppe sind aber viel kürzer gebaut und darum leicht davon zu trennen.
Abb. 5: Aedoeagus (dorsal
und lateral) von
A. nudiusculus sp. n.
Alcidodes glabratus sp. n.
Länge: 11-12,5 mm; Breite: 4,5-5,4 mm.
Verbreitung: Philippinen: Mindoro (G. Boettcher, 10. 2. 1916);
Manila.
Type: Naturhistor. Rijksmus. in Leiden.
Diese neue Art, von W. Roelofs (1893) als A. obscurus Roel. (i. litt.)
bestimmt, liegt mir in mehreren, aber nur männlichen Exemplaren vor.
Nach meiner Bestimmungstabelle der philippinischen Alcidodes (1961) wäre
sie bei leucospilus ab. burmeisteri Boh. einzureihen. Von ab. burmeisteri
unterscheidet sie sich sowohl durch eine noch feinere oder ganz fehlende
Punktur und Runzelung der Elytren und eine deutliche, von hellgrauen,
haarförmigen Schuppen gebildete rhomboidale Streifenzeichnung, die über
beide Decken verläuft und sich seitlich mehr oder weniger x-förmig ver-
zweigt; die hintere Verzweigung fließt entlang dem 9. (bisweilen auch 10.)
Zwischenraum apikalwärts und bildet mit dem kurzen und schmalen sub-
apikalen Längsstreifen (entlang dem 3. Zwischenraum) einen Winkel.
Die Elytralbasis ist wie bei vielen Nachbararten deutlich kurz auf-
gebogen, die Halsschildscheibe dicht punktiert, die Halsschildbasis ver-
worren granuliert, das Schildchen ziemlich groß und nur zu ?/s3 von der Ely-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 147
tralnaht eingeschlossen. Fühlerinsertion beim & vor der Rüsselmitte; das
1. Geißelglied der Fühler nicht oder nur wenig länger als das 2. Glied. Sub-
mentum beim d mit einem sehr kleinen Zähnchen. Schenkelzahn mittelgroß
und nach außen umgebogen, seine breite Außenflanke fein und unregel-
mäßig gesägt.
Bei flüchtigem Vergleich kommt die neue Art, besonders hinsichtlich
Größe, Form und Rhomboid-ähnlicher Zeichnung der Elytren, dem A. min-
dorensis Schultze sehr nahe; die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten
sind aber trotzdem groß und sehr konstant: Der Halsschild ist bei mindo-
rensis granuliert, bei glabratus (die Basis ausgenommen) punktiert, die
Elytren im basalen Drittel bei mindorensis grob runzelig, bei glabratus fast
glatt oder nur äußerst fein und spärlich punktiert oder unmerklich gerunzelt.
Die Beschuppung ist bei mindorensis breit und federartig geschlitzt, bei
unserer neuen Art einfach haarförmig.
Alcidodes leechi sp. n.
Länge: 7-11 mm; Breite: 2,6-4,3 mm.
Verbreitung: Philippinen: Luzon, Mt. Makiling/Laguna (1931, F. C. Had-
den).
Type ($): Californ. Acad. Sciences, San Francisco.
Diese neue Art ist meinem lieben Kollegen in San Francisco Mr. Hugh
B. Leech gewidmet. Sie hat eine matte bis glänzend schwarze Grundfarbe
mit Schuppenflecken und gehört in die nächste Nähe des A.leucospilus ssp.
honestus Heller. Diesem honestus ist sie sowohl habituell ‚als auch hinsicht-
lich der Anordnung seiner Schuppenflecken äußerst ähnlich, jedoch wie
folgt verschieden: Flecken hellgrau, relativ wenig markant und nicht selten
sogar stark reduziert. Jedoch bleiben auf jeder Elytra immer 5 Flecken er-
halten, von denen der Subapikalfleck einen Winkel bildet. Halsschildscheibe
bei leechi kräftiger gekörnt, nach vorne gröber runzelig punktiert und mit
einer glatten Längslinie. Fühlereinlenkung im d-Geschlecht bei honestus
deutlich vor der Rüsselmitte, bei leechi in der Mitte, im P-Geschlecht bei
honestus in der Mitte, bei leechi kurz hinter der Mitte. Der Abstand zwi-
schen Vorder- und Mittelhüften bei leechi gleichbreit, bei honestus sind die
Vorderhüften etwas weiter voneinander entfernt als die Mittelhüften. Vor-
derschienen an der Innenseite hinter der Mitte beim honestus- ö mit einem
großen, dreieckigen, bei der vorliegenden Art mit einem stumpfen Zahn.
Der Aedoeagus von leechi entspricht etwa dem des leucospilus Er., hat
also eine stumpfe Spitze und kein breit abgestutztes Ende, wie das bei
honestus der Fall ist.
Zur Beschreibung liegen mit etwa 2 Dutzend Exemplare vor.
148 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
Alcidodes macellus sp. n.
Länge: 6,3-9 mm; Breite: 2,3-3,5 mm.
Verbreitung.
Philippinen: Luzon: Rizal/Mt. Irid (coll. W. Schultze; Type); Imu-
gan (G. Böttcher, VI. 1917)
Type (): Staatl. Museum f. Tierkunde, Dresden.
Kleine, schwarze Art mit gelblich-weißer Streifenzeichnung auf der
Oberseite und Flecken auf der Unterseite. Halsschildseiten mit je einem
Schuppenstreifen, der lateral von der Hinterecke schräg nach oben gerichtet
ist, die Scheibenmitte aber nicht erreicht; hinter den Augenloben befindet
sich ein rundlicher Fleck, durch dessen Mitte die tiefe Einschnürung ver-
läuft. Flügeldecken mit zwei sehr deutlichen Querstreifen und einem
spitzen, prägnanten Subapikalwinkel. Der vordere Querstreifen bildet
über beide Elytren hinweg am Schildchen einen Winkel, dessen Äste die
Schulterpartie mehr oder weniger halbkreisförmig umfassen; diese Äste
sind in ihrer Mitte am schmälsten. Der hintere Querstreifen verläuft ziem-
lich gerade über beide Decken hinweg, höchstens an der Naht knapp unter-
brochen, lateral aber verbreitert (7), beim & sogar mit dem vorderen Quer-
band entlang dem 9. und 10. elytralen Zwischenraum breit verbunden.
Ventral mit Flecken auf den Seiten der Abdominalsegmente, dem Metaster-
num, zwischen den Vorder- und Mittelhüften und zwischen Mittelhüften
und Elytralseite.
Rüssel zylindrisch, vor der Spitze erweitert, leicht und gleichmäßig
gebogen, länger als Kopf und Halsschild zusammen, in der basalen Hälfte
grob bis längsrunzelig, in der vorderen Hälfte fein und zerstreut punktiert.
In Höhe der Fühlereinlenkung, die beim ö vor, beim $ in der Rüsselmitte
liegt, mit einer seichten und kurzen Längsrinne. Submentum auch beim
Q ohne abstehendes Zähnchen. Das 1. Geißelglied der Fühler etwas länger
und dicker als das folgende.
Halsschild quer, schmäler als die Flügeldecken, die Seiten in der basa-
len Hälfte mehr oder weniger parallel, dann nach vorne bis zur tiefen Ein-
schnürung hinter den Augenloben stark verengt. Scheibe auch der Länge
nach gleichmäßig konvex; der Anteskutellarlappen abgerundet. Fast der
ganze Halsschild mit Ausnahme der vorderen Partie mit kleinen und klein-
sten Körnchen dicht besetzt. Schildchen nur zur Hälfte von der Naht einge-
schlossen.
Flügeldecken breiter als der Halsschild, die Seiten gerade und meist
schwach nach hinten konvergierend. Die verrundeten Basallappen nur
wenig vorgezogen, aber gut sichtbar gegen den Halsschild aufgebogen.
Die Punkte der Streifen sehr tief eingestochen und länglich, die Zwischen-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 149
räume viel breiter, gewölbt, querrunzelig und bisweilen mit winzigen
Körnchen besetzt.
Vorderschenkel mit einem dornförmigen Zahn, dessen Außenflanke
fein gesägt ist. Vorderschiene schlank, gebogen, gegenüber dem Schenkel-
zahn stumpf erweitert und ohne Subapikalzahn. Hinterschiene in der Mitte
mehr oder minder stark depress. Der Abstand zwischen den Mittelhüften
etwas breiter als zwischen den Vorderhüften.
Dieser A. macellus unterscheidet sich von allen anderen Arten der va-
riabilis-Gruppe u. a. durch die Halsschildzeichnung. Sein Halsschild besitzt
nämlich an jeder Seite einen gelblich-weißen Schuppenstreifen, der an den
Hinterecken des Halsschilds beginnt und schräg nach oben zieht, aber noch
vor der Mitte der Scheibe endet.
Alcidodes liciatus sp. n.
Länge: 7-11,1 mm; Breite: 3,1-4,9 mm.
Verbreitung: Philippinen: Siargao (G. Böttcher; Type).
Type (ö): Staatl. Museum f. Tierkunde, Dresden.
Tiefschwarze, zylindrische Art mit gelblich-weißen, durch krusten-
förmig anhaftendem Blütenstaub oft leicht orange gefärbte, scharf mar-
kierte Schuppenstreifen. Halsschild mit 2 Querstreifen, einem entlang der
Basis und einem hinter dem Vorderrand; der vordere Querstreifen ist dorsal
breit, der basale in der Mitte nicht oder nur kurz unterbrochen. Außer dem
Subapikalwinkel zeigen die Flügeldecken noch 2 sehr auffällige Querbän-
der. Das hintere Band befindet sich vor der Mitte der apikalen Elytralhälfte
und verläuft gerade oder im leichten Bogen über beide Decken hinweg. Das
vordere Band bildet im Gegensatz zu vielen anderen philippinischen Nach-
bararten am Schildchen keinen Winkel, sondern verläuft zuerst vom Schild-
chen ausgehend entlang dem 1. elytralen Zwischenraum gerade, biegt erst
dann im weiten Bogen nach außen um, wobei in Höhe des 6. elytralen Zwi-
schenraums beinahe die Mitte der Flügeldecken erreicht wird. Ventral zwi-
schen den Vorder- und Mittelhüften und auf dem Metasternum direkt vor
den Hinterhüften dichter beschuppt.
Rüssel zylindrisch, leicht und gleichmäßig gebogen, in beiden Ge-
schlechtern etwas kürzer als der Vorderschenkel; beim & besonders im
basalen Teil sehr dicht, manchmal leicht runzelig punktiert; beim 2 schwä-
cher und zerstreuter punktiert. Submentum beim & mit deutlichem Zähn-
chen. Fühlereinlenkung beim Ö vor, beim $ in der Rüsselmitte. Die beiden
ersten Geißelglieder fast von gleicher Länge. Stirn mit einem Grübchen und
punktförmigen Einstich in der Mitte.
150 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
Halsschild etwa so breit wie die Flügeldecken mit parallelen Seiten in
der basalen Hälfte und scharfer Einschnürung hinter den Augenloben. Von
der punktierten Vorderrandpartie abgesehen, ist der ganze Halsschild mit
mäßig konvexen, kleinen Körnchen relativ gleichmäßig dicht besetzt. Schild-
chen von der Elytralnaht zu !/2 bis ?/s eingeschlossen.
Flügeldecken zylindrisch oder die Seiten gerade nach hinten leicht
konvergierend. Basallappen gegen den Halsschild nur wenig angehoben
und nicht geknickt. Die Punkte der Streifen tief, in der Regel länglich,
manchmal grubig, aber stets schmäler als die runzeligen Zwischenräume.
Vorderschenkel mit einem außerordentlich kräftigen Zahn, dessen
Außenflanke nicht gesägt ist. Vorderschiene in Höhe des Vorderschenkel-
zahns innen geknickt oder scharf gebogen und in der Mitte etwas, jedoch
nicht zahnförmig erweitert; ein Subapikalzahn fehlt. Der Abstand zwischen
den Vorder- und Mittelhüften nahezu gleichbreit.
Versuchen wir die neue Art nach meiner Bestimmungstabelle der phi-
lippinischen Arten (1961) zu determinieren, so gelangen wir bis 133 (132)
mit Alcidodes bohemani Heller und A. variabilis Heller. Von diesen beiden
Arten läßt sich liciatus sp. n. wie folgt trennen:
1. Die vordere elytrale Querbinde bildet am Schildchen keine verkehrt V-
förmige Zeichnung, sondern verläuft hinter dem Schildchen zuerst ge-
rade entlang dem 1. elytralen Zwischenraum und biegt erst dann bogen-
förmig nach den Seiten um.
2. Der Vorderschenkelzahn ist außergewöhnlich groß und an seiner Außen-
flanke nicht gesägt.
3. Die Vorderschiene auf der Innenseite im basalen Viertel geknickt oder
scharf gebogen.
Abb. 6: Aedoeagus von A. liciatus sp. n.
(a) und A. pumilus sp.n. (b)
q b
4. Der Aedoeagus ist nicht, wie bei A. pumilus sp. n., ziemlich gleichmäßig
nach vorne verjüngt (Abb. 6).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 151
Hätte A. liciatus einen weniger spezifisch gebildeten Aedoeagus, dann
würde ich ihn bei der nachfolgenden Art einreihen, der er bei flüchtiger
Betrachtung nicht unähnlich sieht. So bin ich aber außerstande, einen nahen
Verwandten anzugeben.
Der liciatus liegt mir in über 1 Dutzend von Exemplaren aus Siargao
vor. Es ist der Typenfundort. Ich kenne aber auch Vertreter dieser Art aus
Mindanao (Surigao), Bucas (Socorro) und Samar (Borogan). Jedoch weichen
alle Stücke, die nicht auf der Insel Siargao gesammelt wurden, durch schwä-
cher ausgeprägte Zeichnung und etwas schlankeren Aedoeagus ab. Ich halte
es nicht für notwendig, dieser geographischen Rasse einen besonderen Na-
men zu geben.
Alcidodes pumilus sp. n.
Länge: 5,8-8,1 mm; Breite: 2,2-3,3 mm.
Verbreitung.
Philippinen: Siargao (Type).
Type ($): Zoologisches Museum, Berlin.
Dem vorhergehenden A. liciatus sp. n. habituell und in der Zeichnung
ähnlich, aber durch folgende Merkmale verschieden:
Das vordere elytrale Querband beschreibt schon direkt hinter dem
Schildchen nach beiden Seiten hin einen gleichmäßigen Bogen, verläuft also
auf jeder Elytra nicht erst ein Stück entlang dem 1. Zwischenraum. Ventral
finden wir stets entlang der Außenseite von Mittel- und Hinterbrust einen
markanten, breiten Längsstreifen, der am Vorderrand der Epimeren des
Mesosternums beginnt und am Hinterrand des Metasternums einen undeut-
lichen Winkel bildet. Fühlereinlenkung sowohl beim Ö, als auch beim $ in
der Rüsselmitte. Das 1. Geißelglied der Fühler merklich länger als das 2.
Glied. Körnchen des Halsschilds noch dichter angeordnet und stark abge-
flacht. Basallappen der Flügeldecken stark, fast winklig aufgebogen. Vorder-
schenkelzahn mittelgroß mit fein gesägter bis stumpf krenulierter Außen-
flanke. Vorderschiene im basalen Drittel gleichmäßig umgebogen, auf der
Innenseite hinter der Mitte mit einer scharf dreieckigen (5) oder stumpfen
(2?) Erweiterung. Vorderschenkel beim 5 länger, beim $ kürzer als der
Rüssel. Aedoeagus siehe Abbildung 6 b.
In meiner Bestimmungstabelle der philippinischen Alcidodes (1961)
müßten wir diese neue Art, genau wie A. liciatus sp.n., unter den Ziffern
133 (132) einreihen. Sie steht dem A. variabilis Heller am nächsten, ist je-
doch kleiner und zeichnet sich durch eine sehr prägnante Streifenzeichnung
aus.
Von dieser Art sind mir noch weitere Fundorte bekannt, deren Exem-
152 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
plare dann aber nicht 100°/oig mit den typischen Stücken übereinstimmen.
Es handelt sich um folgende Lokalitäten: Mindanao (Surigao); Samar (Na-
val Base); Catanduanes (Virac); Luzon (Antimonan, Los Bafos, Rizal/Mt.
Irid, Laguna/Paete, Cabugao, Mt. Banahao).
Alcidodes tenellus sp. n.
Länge: 6,3-9,2 mm; Breite: 2,6-3,9 mm.
Verbreitung.
Philippinen: Mindanao: Zamboanga (1932, F. C. Hadden_ coll.;
Type); Zamboanga/Kabasalan (VIII. 1982, H. C. Muzall leg., coll. W.
Schultze).
Type (5): Californ. Acad. Sciences, San Francisco.
Schwarze, zylindrische Art mit weißer Schuppenzeichnung. Halsschild
an der Basis in Höhe des 5. elytralen Zwischenraums meist mit einem rund-
lichen Fleck und an den Seiten mit einem geraden Längsstreifen, der von
den Hinterecken bis knapp zum Vorderrand des Halsschilds reicht. Flügel-
decken im typischen Fall mit einer scharf begrenzten Schuppenstreifung, die
etwa die Breite eines elytralen Zwischenraums hat und über beide Decken
hinweg fast ein Sechseck bildet: sie beginnt hinter dem Schildchen als ein
verkehrt liegendes V, trifft seitlich auf den 9. Zwischenraum und verläuft
auf diesem ein Stück apikalwärts, um dann im stumpfen Winkel dorsalwärts
gegen die Elytralnaht abzubiegen. Ein Subapikalwinkel auf der Elytra ist
meist nur angedeutet. Unterseite mehr oder weniger gleichmäßig beschuppt
und ohne markante Flecken.
Rüssel zylindrisch, schwach gebogen, länger als Kopf und Halsschild
zusammen, beim $ sehr zerstreut und fein, beim & im basalen Teil dichter
und deutlicher punktiert. Submentum beim & mit sehr kleinem Zähnchen.
Fühlereinlenkung etwa in der Rüsselmitte (P), bzw. kurz davor (Ö). Die
beiden ersten Geißelglieder ungefähr gleichlang. Stirn mit einem Grübchen
in der Mitte.
Halsschild so breit wie die Flügeldecken und auch der Länge nach rela-
tiv kräftig konvex, die Seiten in der basalen Hälfte parallel, hinter den
Augenloben tief eingeschnürt. Halsschildseiten und entlang der Basis mit
stark abgeflachten, kleinen Körnchen besetzt, Scheibe sowohl (sehr schwach)
granuliert, als auch punktiert, hinter dem Vorderrand ausschließlich punk-
tiert. Schildchen von der Elytralnaht zu ?/s3 eingeschlossen.
Flügeldecken in der Regel absolut parallelseitig. Basallappen gegen
den Halsschild nur leicht angehoben. Die Punkte der in der hinteren Hälfte
tiefer eingsschnittenen Streifen fast grubig, die Zwischenräume aber breiter,
gewölbt und bisweilen dicht querrunzelig.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 153
Vorderschenkelzahn spitzig mit meist undeutlich gesägter Außenflanke.
Auf der Innenseite der Vorderschiene beim 5 mit dreieckigem Zahn, der
beim ? durch eine stumpfe Erweiterung nur angedeutet ist.
Drei Merkmale zeichnen diese neue Art aus. Auf den Halsschildseiten
verläuft ein gerader Längsstreifen aus weißen Schuppen von den Hinter-
ecken bis zu den Augenloben; auf der Halsschildbasis finden wir regelmäßig
einen rundlichen Schuppenfleck beiderseits in Höhe des 5. Elytralstreifens.
Die beiden elytralen Querbänder sind an der Elytralnaht mehr oder weniger
gewinkelt und seitlich durch einen Längsstreifen entlang dem 9. elytralen
Zwischenraum miteinander verbunden, wodurch fast ein Sechseck entsteht.
Die Halsschildskulptur kann weder als punktiert (wie bei A. insularis
Schultze), noch als granuliert (wie bei A. variabilis Heller) angesprochen
werden.
Vorläufig muß tenellus sp. n. in der Nähe des A. bohemani Heller pla-
ziert werden.
Alcidodes longirostris Heller
Heller, 1917, Stett. Ent. Zeit. 78, p. 211, 221 — Haaf, 1961, Ent. Arb. Mus. Frey 12,
p. 474.
Von dieser nicht häufigen Art erhielt ich kürzlich weitere Exemplare
zur Untersuchung. Dabei ergaben sich neue Gesichtspunkte sowohl hin-
sichtlich der geographischen Verbreitung, als auch in Bezug auf die mor-
phologischen Merkmale.
Die beiden typischen Stücke, welche K. M. Heller zur Beschreibung
vorlagen, stammen von zwei ganz verschiedenen Inseln der Philippinen.
Sie sind auch von sehr unterschiedlicher Größe und wurden deshalb vom
Autor versehentlich als Angehörige verschiedener Geschlechter gedeutet. Es
sind aber weibliche Tiere. Das kleinere Exemplar davon wurde von mir als
Lectotype ausgewählt (8 mm Länge) und ist auf der Insel Luzon (Mt. Maki-
ling) gesammelt worden, das größere Exemplar (Paratypoid, 10,3 mm
Länge) kam von der Insel Mindanao (Dapitan).
Zwei weitere, mir jetzt aus Mindanao vorliegende, der Paratypoide in
der Größe entsprechende $? mit etwas deutlicheren elytralen Schuppen-
bändern lassen vermuten, daß die Größenunterschiede bei den typischen
Stücken einen subspezifischen Wert haben. Der Typenfundort der Art ist
jedoch Luzon.
Unter einer anderen neuen Leihsendung fand ich 2 Exemplare einer
longirostris-Rasse aus Malakka (ohne nähere Fundortsangabe). Jene Tiere
zeigen aber einen merklich schlankeren Habitus.
154 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes
In meiner Übersicht über die philippinischen Arten (1961) müssen nun
folgende morphologischen Merkmale für diese Art nachgetragen werden:
Die Rüsselseiten bei $ eine Keulenbreite vor der Fühlereinlenkung mit
einer tiefen, rundlichen oder länglichen Grube, die meist von einer wachs-
artigen Substanz ausgefüllt ist. Der Fühlerschaft vor der keulenartigen Ver-
dickung am Ende mehr oder weniger gebogen. Das erste Geißelglied der
Fühler in der Regel länger, bisweilen aber auch nur knapp so lang wie die
folgenden 3 Glieder zusammengenommen.
Alcidodes pauxillus sp. n.
Länge: 3,6-4,6 mm; Breite: 1,3-1,8 mm.
Verbreitung.
Philippinen: Mindanao (Surigao).
Type: Zoologisches Museum, Berlin.
Winzige, zylindrische, schwarze Art mit teils rotbraunen, teils schwar-
zen Beinen. Flügeldecken mit einem schmalen, nicht besonders deutlichen,
nach hinten gebogenen, von gelblich-weißen Schüppchen gebildeten, an
der Naht kurz unterbrochenen Querband vor der Mitte der hinteren Hälfte.
Ein subapikaler Schuppenwinkel ist meist gut erkennbar. Unterseite, haupt-
sächlich die Vorder-, Mittel- und Hinterbrust relativ dicht weiß beschuppt.
Rüssel zylindrisch, etwas kürzer als der Vorderschenkel, mäßig gebo-
gen, im basalen Teil stärker und dichter punktiert als im vorderen Drittel.
Fühlereinlenkung in oder kurz vor der Mitte. Die beiden ersten Geißelglie-
der der Fühler fast von gleicher Länge.
Halsschild so breit wie die Flügeldecken oder nur wenig schmäler, die
Seiten gleichmäßig gerundet und hinter den Augenloben tief eingeschnürt.
Mit Ausnahme des breit abgesetzten Vorderrandes ist der ganze Halsschild
mit relativ großen Körnchen dicht besetzt, deren Spitze nach vorne gerichtet
ist und ein fast anliegendes Börstchen besitzt. Schildchen stets kleiner als
die Durchschnittsgröße eines Halsschildkörnchens.
Flügeldecken mit ziemlich stark vorgezogenen und angehobenen Basal-
lappen. Die Seiten parallel oder von den Schultern nach hinten gerade und
leicht konvergierend. Die Punkte der Streifen tief grubig und in der Mitte
des 5. und 6. Streifens besonders auffällig groß; die Zwischenräume meist
schmäler als die Punkte und unregelmäßig stark gewölbt bis leistenförmig
erhaben.
Vorderschenkel im vorderen Drittel allseitig leicht verdickt, der Zahn
auf der Innenseite scharf und rechtwinklig abstehend mit 1 bis 3 kleineren
Zähnchen an seiner Außenflanke. Vorderschiene depress, im basalen Drittel
deutlich gebogen und in Höhe des Schenkelzahns minimal erweitert; ein
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 105
Subapikalzahn fehlt. Der Abstand zwischen den Vorderhüften nicht oder
nur wenig schmäler als zwischen den Mittelhüften.
Sämtliche mir vorliegende Stücke scheinen weiblichen Geschlechts zu
sein, also auch die Holotype. Ich kann deshalb nicht feststellen, ob das Sub-
mentum des ö ein abstehendes Zähnchen besitzt oder nicht.
A. pauxillus sp. n. ist allein schon durch seine winzige Gestalt, durch
den Besitz eines zeichnungsfreien Halsschilds und durch die schmale, leicht
gebogene Querbinde vor der Mitte der hinteren Elytralhälfte ausgezeichnet.
Der größere A. dignus m. von Catanduanes unterscheidet sich von ihm so-
wohl durch seine weniger zylindrische Form, sein relativ viel größeres
Schildchen, seinen im vorderen Drittel in Höhe des Innenzahns nicht ver-
dickten Vorderschenkel (Abb. 7a u. b) und schließlich noch durch seine
kräftig gebogene Vorderschiene, deren Innenseite keine Spur einer Erwei-
terung zeigt.
Abb. 7: Schenkel und Schiene des vorderen Beinpaares
von (a) A. dignus Haaf und (b) A. pauxillus sp. n.
156
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
(31. Beitrag zur Kenntnis der Criocerinen)
von
Erich Heinze, Berlin
Manuskript revidiert und durch Neubeschreibungen und
Zeichnungen ergänzt von Walter Pinsdorf, Museum Frey.
Inhalt
Vorwort
I. Allgemeiner Teil
oananı Aw DTM
en
—
Systematische Stellung der Criocerinae N
Charakterisierung der Criocerinae nach ihren ah h
Allgemeine Morphologie
Sekundäre Geschlechtsmerkmale
Stridulations-Apparate .
Verhalten der Imagines
Fortpflanzung und Ertwiclung
Schädlichkeit gewisser Arten
Bekämpfungsmethoden
Literaturverzeichnis zum aleemeinen Teil
II. Spezieller Teil
Einleitung
1:
2
3.
4
Übersicht der Triben und der Gattungen .
. Beschreibung der Gattungen und Arten .
Systematisches Verzeichnis der Gattungen und Ken
. Alphabetisches Verzeichnis der Gattungen und Arten .
Vorwort
Die letzte zusammenfassende Darstellung der Criocerinae ist im Jahre
1845 in der „Monographie des Phytophages“ von Lacordaire erschienen. Sie
ist also jetzt
weit mehr als hundert Jahre alt. Seitdem hat über afrikanische
Criocerinen lediglich Weise eine Bestimmungstabelle für die Ostafrikaner
veröffentlicht (Arch. f. Naturg. 1901, p. 146). Außerdem habe ich selber da-
mit begonnen, die afrikanischen Criocerinen zusammenfassend darzustellen
(Ent. Bl. XXXI, 1935, p. 185; Ent. Bl. XXXII, 1986, p. 252; Ent. Bl. XXXIV,
1938, p. 1), bin hierbei jedoch nur bis zu der Gattung Lilioceris einschließlich
gekommen.
Diese Arbeiten sind inzwischen aber auch bereits zum Teil
wieder überholt. Im übrigen haben sich die Autoren darauf beschränkt, gele-
gentlich der
Bearbeitung von Determinationssendungen eine Beschreibung
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 19%
der ihnen unbekannt erscheinenden Arten zu publizieren. Daß hierdurch
eine ganze Reihe von Synonymen geschaffen wurde, ist nicht weiter ver-
wunderlich, zumal infolge der anschwellenden Literatur diese von den Be-
arbeitern nicht immer restlos übersehen werden konnte. Dazu wirkte sich
noch aus, daß die Beschreibung oft nicht genügend kritisch abgefaßt wur-
den, weil ja nur ein intensives Spezialstudium dieser in manchen Gruppen
nicht gerade „leichten“ Unterfamilie der Chrysomeliden erst einige Sicher-
heit in der Unterscheidung und Kennzeichnung der Arten verschafft. Auch
mir ist heute bewußt, daß meine Diagnose aus der Anfangszeit meiner
„Criocerinen-Laufbahn“ nicht immer mustergültig waren und daher einen
Typenvergleich erforderlich machen.
Die nachfolgende Arbeit kann gleichfalls noch nichts Endgültiges und
Abschließendes in der Systematik der Criocerinen darstellen. Denn einmal
ist es mir nicht gelungen, von einer Anzahl von Arten die zur Beschreibung
verwendeten Originalstücke einsehen und vergleichen zu können. Sodann
ist zu berücksichtigen, daß für einige Spezies, die einen entwicklungsge-
schichtlich jungen Eindruck machen, bei ihrer starken Variabilität die Fest-
legung der Artgrenzen noch durchaus strittig ist. Hier erscheinen auch Kreu-
zungen zwischen nahe verwandten Spezies nicht ausgeschlossen. (So berich-
tete mir Herr Dr. Andreae aus Kapstadt, daß er Lema macrodera Weise und
Lema marshalli Jacoby in Kopulation gesehen habe.) Dennoch halte ich es
für angebracht, alles das schon jetzt zu veröffentlichen, was ich’ bisher zu
erkennen glaubte, um damit die Möglichkeit zur Kritik und zur Weiterarbeit
auf dem Wege der Vervollkommnung zu geben.
Es wird noch etliche Mühe kosten und viel Zeit erfordern, bis für alle
Criocerinen-Arten Afrikas ein wirklich klarer und eindeutiger Überblick zu
gewinnen ist. Und sicherlich ist der Artenreichtum dieses Erdteils durch die
bisherigen Beschreibungen noch lange nicht erfaßt. Denn es zeigte sich
immer wieder, daß fast jede Exploration selbst eng umgrenzter Gebiete
auch bei nur geringer Anzahl von gesammelten Individuen stets noch unbe-
kannte Spezies zu Tage fördert. Selbst als Schädlinge an Kulturpflanzen
auftretende Criocerinen sind für lange Zeit unbekannt geblieben. So ist
beispielsweise Crioceris viridissima Bryant, eine an Spargel fressende Art,
erst im Jahre 1922 beschrieben und bis dahin auch tatsächlich nie gefunden
worden.
Bei den Untersuchungen, die sich über eine Reihe von Jahren hinzogen
und, infolge beruflicher Tätigkeit gehemmt und immer wieder unterbro-
chen, nur langsame Fortschritte machten, haben mir neben meiner eigenen
Sammlung eine Anzahl von Museumsbeständen ganz oder teilweise als
Unterlage gedient. In erster Linie muß ich hier die gerade an afrikanischen
158 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Arten reiche Sammlung des Zoologischen Museums der Universität Berlin
nennen. Ferner konnte ich die Kollektion des Deutschen Entomologischen
Instituts in Berlin-Friedrichshagen benutzen, weiterhin die des Staatlichen
Museums für Tierkunde in Dresden, die des Naturkundemuseums der Stadt
Stettin (jetzt in Warschau), sodann die einiger anderer deutscher Museen
und die einiger Privatsammler sowie die Sammlung des Muse&e National
d’Histoire Naturelle, Paris. Außerdem habe ich große Bestimmungssendun-
gen des Musee Royal de I’Afrique Centrale, Tervuren, und die aus der Kol-
lektion de Witte stammenden Tiere des Instituts des Parcs Nationaux du
Congo, Brüssel, bearbeitet. Schließlich erhielt ich zwar kleinere, jedoch in-
folge der sorgfältigen Auswahl durch Mr. Bryant, dem diese Käfergruppe ja
nicht fremd ist, nur weniger häufige Tiere enthaltende und deshalb immer
sehr interessante Determinationssendungen aus dem Imperial Institute of
Entomology, London. Für die mir hierdurch von so vielen Seiten gewährte
Unterstützung, ohne die ich überhaupt nicht zum Ziel gekommen wäre,
möchte ich auch an dieser Stelle meinen Dank zum Ausdruck bringen. Einen
speziellen Dank habe ich ferner den Herren des Deutschen Entomologischen
Instituts in Berlin-Friedrichshagen abzustatten, insbesondere meinem seit
Ende des Krieges verschollenen Freunde Richard Korschefsky, für die Hilfe,
die sie mir bei der Erlangung der weit verstreuten Literatur gewährt haben,
sei es durch Ausleihung, Beschaffung von Fotokopien oder gar durch Anfer-
tigung von Abschriften.
Bei der Bearbeitung des oben genannten Käfermaterials habe ich eine
gewisse Anzahl von historischen Exemplaren besichtigen können, insbe-
sondere diejenigen, die in den Berliner Museumsbeständen enthalten sind.
Es wird aber noch in vielen Fällen nötig sein, weitere Typenvergleiche anzu-
stellen. Daher habe ich zunächst einmal begonnen, den Verbleib der Typen
festzustellen. Das bisherige Ergebnis dieser Bemühungen ist in der hier
vorliegenden Arbeit festgehalten, indem ich bei der Beschreibung der ein-
zelnen Arten jeweils vermerkt habe, in welchen musealen oder privaten
Sammlungen die Originalstücke enthalten sind.
Die nachfolgende Arbeit war bereits während des letzten Krieges
fertiggestellt. Ich hatte mich bemüht, soweit dies möglich war, durch zahl-
reiche Abbildungen lange Beschreibungen zu vermeiden und besonders cha-
rakteristische Eigentümlichkeiten der Gestalt, der Zeichnung oder Skulptur
durch annähernd 300 fotografische oder zeichnerische Darstellungen in an-
schaulicherer Weise vor Augen zu führen, als dies durch das Wort geschehen
kann. Die beabsichtigte Drucklegung ist dann aber infolge der kriegsbeding-
ten Schwierigkeiten unterblieben. Das Original-Manuskript mit sämtlichen
Illustrationen ist mir durch Maßnahmen einer Besatzungsmacht in Deutsch-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 159
land nicht mehr zugänglich, vielleicht auch gar nicht mehr vorhanden, so daß
mir nur noch eine Kopie des Textes zur Verfügung steht, an Hand deren die
vorliegende Publikation erfolgt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß ich im Ori-
ginal-Manuskript noch im letzten Augenblick einige Veränderungen vorge-
nommen habe, die in der Kopie keine Berücksichtigung mehr fanden. Ich
hoffe aber, daß dieses dann Abänderungen ohne größere Bedeutung waren,
möchte es jedoch nicht unerwähnt lassen, weil es mir unmöglich ist, noch
einmal eine kritische Durchsicht der Arbeit vorzunehmen. Denn da meine
sämtlichen optischen Hilfsmittel und meine gesamte Literatursammlung, die
ich in fast zwanzigjähriger Mühe lückenlos zusammengetragen hatte, durch
Kriegseinwirkung zerstört worden ist (und es erscheint mir ziemlich hoff-
nungslos, diese Arbeit ein zweites Mal unter den heute so viel schwierigeren
Umständen durchzuführen), bin ich auf lange Zeit hinaus zu größeren kri-
tischen Arbeiten nicht in der Lage. Abgesehen hiervon sind im alten Origi-
nal viele der Illustrationen an Hand von Museumsmaterial angefertigt wor-
den, das mir heute nur noch zu einem kleinen Teil erreichbar wäre. Unter
diesen Umständen habe ich resigniert und die Beifügung von Abbildungen
und die kritische Durchsicht der Arbeit dem Museum Georg Frey, Tutzing,
überlassen.
Wenn ich auch nicht die Klarheit der Diagnosen des Altmeisters Lacor-
daire erreicht haben werde, so hat mir doch stets die minutiöse Arbeitsweise
dieses hervorragenden Entomologen vor Augen gestanden. Mein Wunsch
wäre es, eine für eine lange Zeit brauchbare Grundlage zu weiteren Arbeiten
auf diesem Gebiet geliefert zu haben, ähnlich wie es die „Monographie des
Phytophages“ gewesen ist.
I. Allgemeiner Teil.
1. Systematische Stellung der Criocerinae.
Criocerinae: Jacoby, 1908, Fauna India Col. II, p. 13
Criocerinae: Clavareau, 1913, Col. Catal., ed. Jung - Schenkling LI, p. 39
Criocerides: Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 222
Criocerides: Lacordaire & Chapius, 1874, Ins., Gen. Col. X, p. 63
Crioceridae: C. G. Thomsen, 1866, Skandinav. Col. VIII, p. 136
Crioceridae: Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins. Col. Fasc. 23, p. 1
Criocerini: Weise, 1893, Naturg. Ins. Dtschl., I. Abt. Col. VI, p. 54
Criocerini: Wickham, 1896, Canad. Ent. XXVIII, p. 73
Die Criocerinae gehören zur großen Familie der Chrysomelidae
(= Blattkäfer), die nach Lacordaire und Chapius in die folgenden vier Ab-
teilungen oder Divisionen eingeteilt werden (vergl. Weise 1893):
160 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
1 (2) Kopf vorgestreckt, hinter den Augen halsförmig verengt; Halsschild
viel schmaler als die Flügeldecken und ohne Seitenrandleiste; Man-
dibeln einfach, zugespitzt.
Eupoda
2 (1) Kopf bis zu den Augen in den Halsschild eingezogen; dieser so breit
oder wenig schmaler als die Flügeldecken, an den Seiten meist ge-
rade; Mandibeln mit mehreren Zähnen oder Spitzen versehen.
3 (4) Körper zylindrisch, vorn und hinten abgestutzt; die beiden letzten
Abdominalsegmente verwachsen; Pygidium groß, nach unten gebo-
gen, meist unbedeckt.
Camptosomata
4 (3) Körper rund, oval oder gestreckt; zuweilen die beiden ersten Abdo-
minalsegmente miteinander verwachsen; Pygidium klein, nach hin-
ten gerichtet und unter den Flügeldecken verborgen.
5 (6) Stirn geneigt oder senkrecht; der Mund nach unten gerichtet; die
Zähne der Mandibeln stehen an der Spitze und zu dessen beiden
Seiten.
Cyclica
6 (5) Stirn unterhalb der Fühler und der Mund nach unten und hinten
gerichtet, niemals von oben sichtbar; Mandibeln nur am oberen
Rande gezähnt.
Cryptostoma
Die Criocerinae werden zur Abteilung der Eupoda gerechnet. Diese
lassen sich in vier Unterfamilien nach folgendem Schema aufgliedern:
1 (6) Flügeldecken gereiht punktiert; Epipleuren nicht untergebogen, von
einem tiefen Punktstreifen begrenzt.
2 (3) Vorderhüften durch einen erhöhten Längsstreifen des Prosternums
getrennt.
Unterfam. Sagrinae
3 (2) Vorderhüften fast aneinanderstoßend, Prosternum zwischen ihnen
nicht oder nur sehr schmal sichtbar.
4 (5) Erstes Abdominalsegment mindestens so lang wie alle übrigen zu-
sammen, vorn nicht in eine Spitze verlängert; Fühler an der Basis
genähert, ihr erstes Glied ziemlich langgestreckt, meist schwach ge-
bogen.
Unterfam. Donaciinae
5 (4) Erstes Abdominalsegment nicht viel länger als eines der folgenden,
vorn in eine Spitze ausgezogen, die den Vorderrand der Hinterhüften
nen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 161
meist etwas überragt; Abb. 7 Fühler an der Basis weit voneinander
entfernt, ihr erstes Glied eiförmig bis länglich oval, nicht gekrümmt.
Unterfam. Criocerinae
6 (1) Flügeldecken unregelmäßig punktiert; Epipleuren untergebogen und
vom scharf leistenförmigen Seitenrand begrenzt.
Unterfam. Orsodacninae
2. Charakterisierung der Criocerinae nach ihren Larven.
Einige Gruppen der Chrysomelidae besitzen Larven, die sich aus ihren
eigenen Exkrementen Hüllen verfertigen und mit sich herumtragen. Dieses
bemerkenswerte Verhalten zeigen auch die Larven der Criocerinen. Nach
der Beschaffenheit ihrer Hüllen kann man die so charakterisierten Tiere in
folgende Gruppen einteilen:
1. Die einzeln und in größeren Zwischenräumen abgelegten Eier werden
vom Weibchen mit einer Kotrinde überzogen und an die Pflanzen ge-
klebt. Die erhärtete Kotrinde dient der Larve als Anfang eines Sackes,
den sie nach Maßgabe ihres Wachstums aus ihren eigenen Exkrementen
vergrößert und mit sich herumträgt. Dieser Sack ist trocken und von
unterschiedlicher Festigkeit. Er ist vorn verengt, so daß die Larve, deren
Hinterleib verdickt und gekrümmt ist, ihn nicht verlassen, sondern aus
dem sie nur die vordere Körperhälfte herausstrecken kann. Die Ver-
puppung erfolgt in diesem Sack.
Abteilung Camptosomata
2. Die feuchten Larven verfertigen aus ihrem Kot ein Dach, indem sie die
Exkremente aus dem dorsal geöffneten After allmählich nach vorn sto-
Ben. Zuletzt bedeckt ein geschlossener Kotüberzug den ganzen Körper.
Die Verpuppung, bei der die Larve ihren Kotüberzug verliert, erfolgt
zumeist in der Erde innerhalb eines von der Larve aus Erdteilen zusam-
mengeklebten Kokons. (Einzelheiten über einige afrikanische Arten
siehe im Kapitel „Fortpflanzung und Entwicklung‘“.).
Unterfamilie Criocerinae
(Abteil. Eupoda)
3. Die Larven tragen ein aus ihren Exkrementen hergestelltes Dach auf
dem Rücken. Dieses ist an einer Gabel des Afters befestigt und kann
über dem ziemlich flachen, an den Seiten bedornten Körper auf- und
abbewegt und sogar ganz zurückgeschlagen werden.
Unterfamilie Cassidinae
(Abteil. Cryptostoma)
Die Larven der Criocerinae sind denen der Unterfamilie der Chryso-
melinae aus der Abteilung der Cyclica am ähnlichsten. Nach Böving &
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 11
162 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Craighead unterscheiden sie sich durch nachstehende Eigentümlichkeiten:
a. Die ersten Abdominalsegmente in der Mitte der Bauchseite mit Geh-
warzen; Analöffnung dorsal gelegen; Labialpalpen eingliedrig.
Criocerinae
b. Die ersten acht Abdominalsegmente ohne irgendwelche Gehwarzen;
Analöffnung ventral in der Mitte der Saugscheibe des zehnten Abdo-
minalsegmentes gelegen; Labialpalpen zweigliedrig.
Chrysomelinae
3. Allgemeine Morphologie.
Die Unterfamilie der Criocerinen umfaßt nur Tiere von geringer bis
mäßiger Größe. Die kleinsen Arten messen in der Länge etwas über 2 mm,
während andererseits 14mm als größte Länge wohl kaum überschritten
wird. Im allgemeinen sind die Tiere als schlank zu bezeichnen, wobei aber
auch die extremsten Formen nicht übermäßig gestreckt sind. Die Oberseite
ist gewöhnlich mäßig gewölbt, bei einigen Arten jedoch mehr oder we-
niger abgeflacht. Die plumpsten, d. h. breitesten und gleichzeitig am stärk-
sten gewölbten Arten finden sich in der Gattung Bradylema. Dagegen weist
die Gattung Incisolema die gleichzeitig schmalsten und flachsten Tiere auf.
Der Kopf ist durchweg schmaler als der Prothorax in den Vorderecken,
erreicht aber einschließlich der Augen in vielen Fällen dessen Breite oder
ist manchmal an dieser Stelle sogar noch etwas breiter. Er wird mäßig weit
vorgestreckt, meistens wenig, gelegentlich aber ziemlich steil nach unten
geneigt. Hinter den Augen ist er mehr oder weniger tief eingeschnürt und
geht hier in den zumeist kugelig gewölbten Hals über, der mit seiner hin-
teren Hälfte in den Prothorax eingezogen ist.
Die Mundteile sind mäßig vorstehend, die Mandibeln ziemlich
kräftig und zugespitzt. Die Maxillartaster sind in einigem Umfange verän-
derlich, indem das letzte Glied gewöhnlich länglichoval bis zugespitzt oder
leicht abgestutzt, manchmal aber (Bradylemoides) quadratisch bis leicht
quer gestaltet sein kann.
Die elfgliedrigen Fühler sind immer mehr oder weniger fadenför-
mig. Sie werden von der Basis zur Spitze allmählich stärker, wobei jedoch
die dicksten Glieder nur selten etwas kürzer werden als ihrer größten Breite
entspricht. In ihrer Gesamtlänge erreichen die Antennen wenigstens die
Halsschildbasis und sind im extremsten Falle (Lema nimicornis Heinze) an-
nähernd von Körperlänge.
Eine gewisse Abhängigkeit der Fühlerlänge von der Körpergestalt ist
in der Gruppe um Lema thoracica Lacordaire festzustellen. Diese Tiere, die
in naher Verwandtschaft zueinander stehen und unter sich ziemlich ähnlich
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 163
sind, haben um so längere Fühler, je breiter ihr Körper ist. Die gestreck-
testen, fast walzenförmigen Arten in dieser Gruppe (z. B. Lema elongata
Weise) besitzen die kürzesten, die breitesten Arten (z. B. Lema calabarica
Clark) die längsten und verhältnismäßig schlanksten Antennen.
Die einzelnen Fühlerglieder zeigen etwa folgende Form und Längen-
verhältnisse zueinander:
Glied 1 ist oval mit der größten Breite meist gegen die Spitze.
Glied 2 ist perlförmig bis leicht quer.
Glieder 3 und 4 sind zumeist leicht flaschenförmig mit der schmalsten Stelle
an der Basis. Glied 3 ist gewöhnlich etwas länger als das 4. Glied.
Glied 5 ist das verhältnismäßig längste aller Glieder; an der Basis ist es
manchmal nicht viel dicker als die Glieder 3 und 4, mindestens aber zur
Spitze ist es leicht erweitert. In der Mehrzahl der Fälle gleicht es im Quer-
durchmesser jedoch den folgenden Gliedern, ist also etwas dicker als die
vorhergehenden.
Glieder 6 bis 11 sind gegenüber den Basalgliedern immer mehr oder weni-
ger erweitert. Glied 7 ist meist etwas länger als die übrigen, Glied 11 ist
an der Spitze abgerundet bis zugespitzt.
Die Glieder 5 bis 11 sind immer matt, pubeszent und mit zahlreichen
Porengruben besetzt. Wenn sie in stärkerem Maße verdickt sind, erscheinen
sie nicht mehr genau zylindrisch, sondern sind leicht abgeflacht. Im Quer-
schnitt haben sie also (von oben gesehen) eine ovale Form und sind auf der
Innenseite an der Basis stärker abgerundet als auf der Außenseite.
An der Spitze des 7., häufig auch an der des 6. und 5. Fühlergliedes:
aller Criocerinen vermute ich ein besonderes Sinnesfeld. Es zeigt sich auf
der Innenseite am Ende des Gliedes als eine kleine, meist sehr fein punk-
tierte Stelle, die durch ihren stärkeren Glanz aus der pubeszenten und run-
zelig punktierten Umgebung hervorsticht. Weiterhin ist das Feld im ganzen
meist etwas gewölbt, manchmal sogar tuberkelförmig ausgebildet, gleich-
zeitig aber oben etwas abgeflacht oder in der Mitte leicht eingesenkt. Außer-
dem ist der Bezirk oft bei im übrigen schwarzen Fühlern rötlich gefärbt.
Bei Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant) ist diese Bildung besonders gut
sichtbar (Abb. 1). Es zeigt sich innerhalb der glatten Fläche, die etwas
schnabel- oder schaufelförmig seitlich über die Gliedspitze gezogen ist, ein
kleines, scharf begrenztes, querovales Grübchen. Gleichzeitig weist bei die-
ser Art auch das 6. Fühlerglied eine allerdings viel schwächere ähnliche
Bildung auf, während am 5. Glied eine Andeutung hierzu vorhanden ist.
Bei anderen Arten, bei denen das Feld am 7. Glied weniger stark entwickelt
164 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
ist, kann man es am 6. oder 5. Glied mit größerer Schwierigkeit entdecken,
jedenfalls scheint es bei allen Arten vorhanden zu sein. Es macht den Ein-
druck, als ob diese Organbildung bei den Männchen etwas stärker entwickelt
ist als bei den weiblichen Tieren.
Abb. 1: Fühlerglieder (4-8) von Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant)
a) von der Seite, b) von oben.
Über die Funktion des vermutlichen Sinnesfeldes ist bisher noch nichts
bekannt. Wahrscheinlich wird es sich um eine Konzentration von Geruchs-
sinnesorganen handeln, worauf insbesondre die feine Punktierung und die
grübchenförmigen Einsenkungen hindeuten. Aber erst genauere Unter-
suchungen an frischem Material oder gar Experimente mit lebenden Tieren
könnten hierüber endgültige Klarheit schaffen.
Die Augen sind zumeist ziemlich groß und nach den Seiten halb-
kugelig vorgewölbt. In wenigen Fällen (Lema tibialis Laporte und Ver-
wandte) bildet ihre äußere Begrenzung (von oben gesehen) eine geradlinige
Fortsetzung des Halses, selten sind die Augen zwar halbkugelig aber ver-
hältnismäßig klein (Incisolema planicollis Heinze). In der Regel weisen die
Augen vorn auf der Innenseite einen mehr oder weniger tiefen Einschnitt
auf. Dieser Einschnitt hat eine spitzdreieckige oder eine halb-ovale Form.
Seltener ist er stumpf-dreieckig und klein oder nur flach gerundet. Gelegent-
lich fehlt er ganz.
Die Augen sind dem Kopf auf einem mehr oder weniger hohen, meist
ziemlich grob gerunzelten oder runzelig punktierten Sockel angefügt. Er ist
insbesondere in der Gattung Lilioceris hinten sehr breit und eckig, in der
Gattung Pseudocrioceris dagegen am schwächsten ausgebildet. Gegen den
Hals sind die Sockel durch eine scharfe Einschnürung geschieden.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 165
Die Stirn der Criocerinen ist durch ihre eigentümliche Erhabenheit
besonders ausgezeichnet und charakterisiert. Diese Erhebung hat stets eine
deutlich dreieckige bis herzartige Form und ist nach vorn gewöhnlich zu-
gespitzt, seltener leicht abgerundet. In der Regel ist sie in der Längsrich-
tung mehr oder weniger leicht gewölbt. Zumeist wird sie in der Mitte durch
eine Längsfurche, die manchmal auf ein Längsgrübchen reduziert sein kann,
halbiert, wobei sich die beiden Hälften oft knötchen- oder gar wulstartig
emporwölben. Von den Seitenstreifen der Stirn, die den Augensockel mit
bilden helfen, ist die Erhebung durch die ziemlich tiefe Frontalnaht ge-
schieden. Rückwärts gegen den Hals wird sie durch eine Querfurche, gele-
gentlich auch durch einen Querwulst im Scheitel begrenzt.
Ihre extremste Ausbildung erfährt die Erhabenheit der Stirn in der
Gattung Sigrisma. Hier ist sie zu zwei kammartigen, in der Mitte durch
einen tiefen Einschnitt getrennten und V-förmig zueinanderstehenden Er-
höhungen emporgewölbt. Nach vorn fallen die Kämme steil, nach rückwärts
allmählich ab. Ihre Hinterecken sind zumeist in rundliche Spitzen ausgezo-
gen. Ebenfalls recht stark ist die Stirnerhebung in der Gattung Elisabethana
entwickelt. Sie tritt durch einen oben abgerundeten, in den Hinterecken sich
knötchenartig verlängernden Wulst noch besonders hervor.
Bei den Mimolema-Arten ist die Stirnerhebung beulig aufgeblasen und
wölbt sich in fast gleichmäßiger Rundung vom Hals bis in die Höhe der
Augenmitte. Die Seitenstreifen der Stirn aber sind eingesenkt, so daß sie
als breite Vertiefung zwischen der Stirnerhöhung und den Augen liegen. In
den Gattungen Pseudocrioceris, Crioceris und bei den meisten Lema-Arten
ist die Stirn insgesamt recht flach und geht hinten ohne jeden Absatz in
den Hals über.
Abb. 2: Halsschild von a) Pseudocrioceris elisabetha (Heinze)
b) Crioceris nigropunctata Lacordaire.
166 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Der Prothorax ist immer schmaler als die Flügeldecken. Seine
Gestalt ist in gewissen Grenzen variabel und bildet folgende Hauptformen
aus:
l.
3.
N
etwas kürzer als breit, an den Seiten einen flachen Bogen nach außen
bildend; an der Basis nicht eingeschnürt (z. B. Pseudocrioceris elisabetha
(Heinze). Abb. 2a
etwas länger als breit, seitlich schwach rundlich erweitert und kurz vor
der Basis leicht eingeengt (z.B. Crioceris nigropunctata Lacordaire).
Abb. 2b.
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Abb. 3: Halsschild von a) Atactolema cribaria (Jacoby),
b) Trichonotolema coelestina (Klug)
tolema und Trichonotolema). Abb. 3a, b
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Abb. 4: Halsschild von a) Lema verticalis Lacordaire,
b) Lema viridiaenea Lacordaire.
länger als breit, an den Seiten in weitem Bogen ausgehöhlt (z. B. Atac-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 167
meist ungefähr so lang wie breit, in der Mitte oder etwas dahinter mehr
oder weniger tief eingeschnürt und hierdurch (von oben her gesehen)
ungefähr sanduhrförmig (z. B. Lilioceris, Bradylema und die meisten
Lema-Arten); es sind die Vorderecken entweder leicht abgerundet oder
stumpf tuberkuliert oder in einem ziemlich großen dreieckigen Lappen
seitlich vorgezogen (z.B. Lema uhensis Heinze und Verwandte) oder
im vorderen Teil in großem Bogen seitlich rundlich erweitert, so daß sie
wie geschwollen erscheinen (z. B. Lema verticalis Lacordaire und Ver-
wandte), oder mit einem großen, spitzen Tuberkel besetzt, so daß sie ge-
zähnt wirken (z. B. Lema viridiaenea Lacordaire). Abb. 4a, b
Seiten vorn stark rundlich vorgewölbt und an der breitesten Stelle noch
mit einem rundlichen, nach den Seiten weisenden Höcker versehen; da-
hinter ziemlich stark verengt (z.B. Elisabethana). Abb. 5b
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Am Inn
Abb. 5: Halsschild von a) Sigrisma cylindrica (Klug),
b) Elisabethana triocolor Heinze.
Vorderrand stark gerundet und in den Ecken seitlich schmal rundlich
erweitert; in der hinteren Hälfte verschmälert und annähernd parallel
(z. B. Sigrisma). Abb. 5a
vorderer Teil annähernd kugelförmig, an der Basis mehr oder weniger
tief verengt (z. B. Hapsidolema). Abb. 6a
Vorderrand fast einen Halbkreis bildend, Vorderecken von oben nicht
sichtbar; Seiten gegen die Basis leicht eingezogen, Oberseite stark flach-
gedrückt (z. B. Incisolema planicollis sp. n. Heinze). Abb. 6b
168
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Alle diese Formen sind aber nicht fest gegeneinander abgegrenzt, son-
dern es lassen sich zumeist Übergänge zwischen den verschiedenen Arten
finden. Dieses trifft auch in gleicher Weise für die nach folgendem Schema
variierende Oberflächenskulptur zu:
MM: A N \W N
Q
Tmm mm
Abb. 6: Halsschild von a) Hapsidolema raffrayi (Chapuis),
b) Incisolema planicollis n. sp. Heinze
a. Punktierung:
1:
2.
4.
gänzlich unpunktiert.
die ganze Oberfläche mehr oder weniger dicht gleichmäßig mit Punk-
ten unterschiedlicher Größe bedeckt.
ein Längsstreifen über die Mitte und die Vorderwinkel mit Punkten
besetzt, die gröber sind als die der übrigen Oberfläche.
die Punktierung ist teilweise durch Querrunzeln miteinander ver-
bunden oder durch dichte Querfältelung ersetzt.
b. sonstige Unebenheiten:
r
parallel zur Basis läuft fast immer eine Querfurche, die in Breite und
Tiefe veränderlich ist und in der Seitenverengung beginnt oder diese
durch eine seitliche Erweiterung direkt bildet; in der Mitte der Quer-
furche ist sehr oft ein tiefer Punkt oder ein Grübchen eingestochen.
im vorderen Teil der Scheibe befinden sich jederseits der Mitte zwei
rundliche Vertiefungen, die sich zu einer mehr oder weniger deut-
lichen Querfurche miteinander verbinden können und ebenfalls seit-
lich in der Einschnürung des Halsschildes enden.
nn
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 169
3. im vorderen Teil sind zwei Längsfurchen eingedrückt, die in Länge
und Tiefe variieren.
4. die Scheibe wird in fast ihrer ganzen Länge von einer scharf einge-
schnittenen, schmalen Längsfurche durchzogen (z. B. Mimolema lata
Heinze).
Vorder- und Hinterrand des Halsschildes sind immer deutlich gerandet,
der Vorderrand meist kräftiger als die Basis. Die nahe der Basis verlaufende
Querfurche der Oberseite, die sog. Basalfurche, setzt sich an den Seiten
meist verbreitert auch auf der Unterseite fort und ist fast immer bis an den
Hinterrand der Vorderhüften zu verfolgen. Gegen die Scheibe ist sie oft
durch einen rundlichen bis kantigen Wulst abgegrenzt. Die Vorderhüften
sind kugelig bis rundlich kegelförmig, die Brust zwischen ihnen wird nur in
der vorderen Hälfte schmal sichtbar. Nur bei Pseudocrioceris, die ziemlich
flache und etwas weiter auseinanderstehende Vorderhüften besitzt, wird
die Vorderbrust zwischen diesen deutlich sichtbar.
Das Schildchen ist an den Seiten annähernd parallel oder häu-
figer nach hinten leicht konvergierend. Die Spitze kann gerade abgeschnit-
ten, stärker oder schwächer eingekerbt oder mehr oder weniger breit abge-
rundet sein, niemals ist sie dagegen direkt zugespitzt. Eine Behaarung ist
bei den afrikanischen Criocerinen im Gegensatz zu vielen asiatischen und
australischen Arten kaum vorhanden. Höchstens am Vorderrand stehen
manchmal vereinzelte Börstchen. Die in den Prothorax hineinragende und
von diesem verdeckte Verlängerung des Schildchens ist in dem Kapitel
„Stridulations-Apparate“ näher beschrieben.
Die Flügeldecken sind immer länger als zusammen breit, in
ihren Längenverhältnissen aber variabel. Die Schulterbeulen sind stets gut
ausgebildet. Sie werden nach innen jeweils durch die von der 5. ganzen
Punktreihe gebildeten Längsfurche begrenzt und dadurch meist besonders
deutlich herausmodeliert. In einiger Entfernung hinter dem Schildchen be-
findet sich bei der Mehrzahl der Arten ein gemeinsamer Quereindruck.
Gleichzeitig ist der das Schildchen umgebende Teil, der vor dieser Quer-
vertiefung liegt, oft leicht beulig emporgewölbt.
Die Punktierung besteht im allgemeinen aus zehn Längsreihen von Punkten
und einer abgekürzten Reihe am Schildchen. Bei den Arten der Gattungen
Bradylemoides, Bradylema und Mimolema fehlt die verkürzte Reihe, wäh-
rend sie andererseits bei manchen Incisolema-Arten verdoppelt bis verdrei-
facht ist. Die vollen Punktreihen verlaufen grundsätzlich so, daß die 4. und
170 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
die 5., die 3. und die 6., die 2. und die 7., die 1. und die 10. Reihe sich ge-
gen die Spitze vereinigen, während die 8. und die 9. Reihe parallel zur 10.
Reihe weniger deutlich an der 2. oder 3. Reihe enden. Manchmal schieben
sich in der hinteren Hälfte zwischen diese normalen Reihen weitere zwei
bis vier Längsreihen ein, die die Ordnung der Punktreihen gegen die Spitze
mehr oder weniger in Verwirrung bringen (Atactolema, Lilioceris livida
(Dalman)).
Die Punktreihen sind manchmal in Rinnen gestellt, wodurch die zwi-
schen ihnen gelegenen Intervalle, die teilweise oder sämtlich fein gereiht
punktiert oder runzelig sein können, leicht rippenartig emporgedrückt wer-
den. Diese Rinnenbildung tritt zumeist nur gegen die Spitze und den
Außenrand auf. Allein die 10. Reihe, die die Schulterbeule nach außen hin
begrenzt, ist immer kräftig vertieft. Hierdurch erhält gleichzeitig der Außen-
rand der Flügeldecken die Form eines schmalen Längswulstes. Die 1. Punkt-
reihe trägt sodann meistens eine fein eingeritzte Längslinie. Eine gleiche
Linie begleitet die eigentliche Nahtkante.
Der Nahtschluß der Elytren erfolgt gewissermaßen „in Nut und
Feder“, wobei der „Nut“ auf der Kante der rechten Flügeldecke liegt, wäh-
rend die linke Flügeldecke die „Feder“ trägt. Am Schildchen sind die
Elytren am Nahtschluß wulstartig in solcher Länge verstärkt, wie die
Decken auf ihrer Oberseite hinter dem Schildchen emporgedrückt werden.
Diese Verstärkungen sind auf den sich berührenden Seiten nahe der Naht
mit runzelartigen Erhebungen und Vertiefungen besetzt, die sicher den
Zusammenschluß der Flügeldecken in der Ruhelage noch fester gestalten.
Für die Aufnahme der Verstärkungen ist unterhalb der Elytrennaht dadurch
Platz geschaffen, daß der Metathorax in der Mitte eine kräftige Längsvertie-
fung trägt, in der zwei noch etwas tiefer eingedrückte Längsfurchen ver-
laufen. Verbunden mit diesen Einrichtungen ist ein Stridulations-Apparat,
den ich weiter unten genauer beschreibe.
Die Innenfläche der Elytren ist immer viel glatter als die Oberseite; so
sind beispielsweise die Reihenpunkte auf der Innenseite kaum skulpturell
ausgebildet. Dagegen befinden sich auf der Innenfläche aber an drei Stellen
Stridulations-Einrichtungen. Es sind dieses:
1. eine rundliche Stelle hinter der Schulter an den Epipleuren,
2. eine Längsleiste oder ein Kamm in der halben Länge zwischen der 9.
und der 10. Punktreihe und
3. ein Längsstreifen nahe der Naht an der Spitze der Elytren.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 171
Die Gegenstücke zu diesen Stridulations-Einrichtungen liegen auf den
Seiten des Metathorax, an den Unterflügeln und auf der Oberseite des
Analsegmentes. Näheres hierüber ebenfalls im Abschnitt „Stridulations-
Apparate“.
Die Unterflügel sind entsprechend dem ausgezeichneten Flug-
vermögen der Tiere stets gut ausgebildet und enerviert. Sie zeigen innerhalb
der Unterfamilie nur geringe Unterschiede.
Die Unterseite des Körpers trägt stets eine mehr oder weniger
dichte Behaarung, die auf den von den Epipleuren nicht überdeckten Seiten-
teilen der Mittel- und Hinterbrust immer gedrängter stehen als auf der
übrigen Unterseite. Der Mesothorax fällt vorn mehr oder weniger steil ab
und ist zwischen den querovalen bis kugeligen Mittelhüften in einem mäßig
breiten, hinten gerade abgeschnittenen Streifen sichtbar. Dieser Streifen
reicht bis fast an den Hinterrand oder nur bis zur Mitte der Mittelhüften.
Im letzteren Falle sendet der Metathorax zwischen die Mittelhüften bis zu
deren Mitte einen breiten, vorn gerade abgeschnittenen Fortsatz. Der Meta-
thorax ist in der Mitte durch eine feine Naht halbiert. Unter dieser Naht
innerhalb der Körperhöhle steht wie eine Scheidewand ein hoher, dünner
Längskiel, der in der Mitte etwa !/a so hoch wie insgesamt lang und nach
vorn und hinten gerundet verschmälert ist. Am Hinterrand des Metathorax
befindet sich oft ein kleiner, dreieckiger Einschnitt, in den die Spitze des
1. Abdominalsegmentes hineinreicht. Die Hinterhüften sind wesentlich brei-
ter als lang.
Das Abdomen wird immer in seiner ganzen Länge von den Elytren
bedeckt und ist infolgedessen auf seiner Oberseite schwächer chitinisiert und
in getrocknetem Zustand stark eingesunken. Mit Ausnahme des stets mehr
oder weniger dicht behaarten Analsegmentes ist seine Oberseite unbehaart.
Das 1. Abdominalsegment ist, vom Hinterrand der Hinterhüften aus ge-
messen, immer etwas länger als eines der folgenden Segmente, die jedoch
unter sich ungefähr gleich lang sind. Vorn läuft das 1. Segment in eine zu-
meist ziemlich lange, scharfe Spitze aus, die die Vorderhüften noch etwas
überragt (Abb. 7a). Auf dieser Verlängerung befindet sich beim Männchen
vieler Lema-Arten ein Längskiel. Die Männchen der Lilioceris-Arten mit
schlanken Fühlern tragen auf den Abdominalsegmenten jederseits der Mitte
eine Reihe schräg nach der Körpermediane weisender, aufrechter Borsten,
die aus einer feinen Querfalte entspringen (Abb. 7a). Bei Pseudocrioceris
elisabetha (Heinze) befindet sich auf diesen Segmenten des Männchens eine
in der Mitte nicht unterbrochene Reihe ähnlicher aber kürzerer Borsten
(Abb. 7b).
172 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Pa IL 0)
Imm
Abb. 7: Abdomen von der Unterseite her gesehen a) von Lilioceris
fasciata Weise, b) von Pseudocrioceris elisabetha (Heinze).
Die Beine sind in den beiden vorderen Paaren kaum unterschieden.
Ihre Schenkel sind immer nur ziemlich wenig verdickt, die Schienen höch-
stens leicht gekrümmt. Dagegen besitzen die Käfer durchweg wenigstens
etwas kräftigere Hinterschenkel. Bei manchen Arten, besonders bei den
Männchen einiger Bradylema-Arten sind die Femora stark keulig verdickt
und gegen die Spitze zu auf der Innenseite mit einem kräftigen, manchmal
auch ziemlich langen und gekrümmten Zahn bewehrt (Abb. 8a). Alle Schie-
Abb. 8: Linkes Hinterbein der Bradylema jolofa (Lacordaire) von oben
a) des Männchens, b) des Weibchens.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 173
nen tragen an der Spitze innen zwei kleine, schlanke Dornen, die oftmals
infolge der an dieser Stelle meist besonders dichten Behaarung schwer zu
finden aber immer vorhanden sind (Abb. 9). Außerdem sind die Miittel-
schienen der Männchen manchmal auf der Unterseite mit einem spitzen,
mm
Abb. 9: Linkes Hinterbein der Männchen von a) Trichonotolema
coelestina (Klug), b) Atactolema cribaria (Jacoby),
c) Lema calcarata Dalman.
dreieckigen Zahn versehen, der entweder ungefähr in der Mitte (z.B. Tri-
chonotolema coelestina (Klug), Atactolema cribaria (Jacoby)) (Abb. 9a, b)
oder kurz vor der Spitze (z. B. Lema calcarata Dalman (Abb. 9c) steht. Die
Schienen derjenigen Bradylema-Arten, die bewehrte Hinterschenkel besit-
zen, tragen auf der Unterseite unregelmäßige Höcker und sehen hierdurch
wie gezähnt aus (Abb. 8a).
Die Tarsen sind mäßig breit und lang und auf der Unterseite der
ersten drei Glieder dicht bürstenartig behaart (Abb. 8, 10). Das 1. Glied ver-
breitert sich zur Spitze nur wenig, das 2. Glied, dessen Spitze selbst rundlich
ausgeschnitten ist, meist stärker. Das 3. Glied ist fast in seiner ganzen Länge
geteilt und bildet zwei schmale, rundliche Lappen, zwischen denen das
4. Glied entspringt, das auf ein kurzes Knötchen reduziert und mit dem
nachfolgenden 5. Glied, dem Krallenglied, verwachsen ist (Abb. 8, 10). Das
Krallenglied ist meist lang, zur Spitze leicht verdickt und mäßig gekrümmt
174 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
und ragt weit aus den Lappen des 3. Gliedes hervor. Allein bei Pseudo-
crioceris überragt das Klauenglied die Lappen des 3. Gliedes nur sehr wenig
(Abb. 10a).
Abb. 10: Tarsen und Klauen von a) und b) Pseudocrioceris de wittei n. sp.
Heinze, c) Lilioceris duodecimmaculata (Jacoby).
Die Klauen stehen sich entweder zangenförmig gegenüber (z. B. Pseu-
docrioceris) (Abb. 10a, b) oder sie sind parallel nebeneinander eingefügt
(Abb. 10c, 11). Im letzteren Falle können sie am Grunde frei (Sigrisma, Eli-
sabethana, Crioceris, Lilioceris) (Abb. 10c) oder an der Basis in mehr oder
weniger großer Länge miteinander verwachsen sein (Bradylema, Lema usw.)
(Abb. 11a, b). Vorn sind sie nadelförmig zugespitzt (Abb. 11a) oder leicht
ausgeschnitten bis schräg abgestutzt (Abb. 11b). Ihre Form ist insgesamt
stärker oder schwächer gebogen.
Abb. 11: Klauen von a) Bradylema ignota n. sp. Heinze,
b) Xoidolema rhodesiana n. sp. Heinze.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 175
4. Sekundäre Geschlechtsmerkmale
Von einem Geschlechtsdimorphismus kann bei den Criocerinen nicht
gesprochen werden. Es sind jedoch bei den Männchen einiger Arten deut-
liche sekundäre Geschlechtsmerkmale in folgender Weise ausgebildet:
1. die Vergrößerung der in solchen Fällen auch bei den Weibchen vorhan-
denen Schenkelzähne mancher Bradylema-Arten (Abb. 8a, b);
2. die Ausbildung eines schmalen Längskiels auf dem zwischen die Hinter-
hüften ragenden Fortsatz des ersten Abdominalsegmentes bei einigen
Lema-Arten;
3. die Bewehrung der Mittelschienen ungefähr in der Mitte oder in der
Spitzenhälfte mit einem spitzen Zahn bei einigen Lema-Arten (Abb.
Ya,b,c);
4. das Auftreten von Borstenquerreihen auf den Abdominalsegmenten der
Lilioceris-Arten mit schlanken Fühlern sowie bei Pseudocrioceris elisa-
betha (Heinze) (Abb. 7a, b).
Die unter 1. bis 3. genannten Eigentümlichkeiten dienen wahrscheinlich
der Sicherung des Kopulationsvorganges. Die Zähne an den Schenkeln oder
Schienen gewährleisten sicherlich eine festere Verbindung zwischen den
beiden Kopulationspartnern, und der Kiel auf dem 1. Abdominalsegment
der Männchen, der sich während der Begattung zwischen die Flügeldecken
des Weibchens drängen muß, wird wohl ebenfalls eine bessere Fixierung
des Männchens auf dem Rücken des Weibchens herbeiführen. Die unter 4.
erwähnten Reihenborsten auf den Abdominalsegmenten der Männchen
dürften vielleicht als Tastborsten anzusehen sein, welche dann Reizfunk-
tionen auszuüben hätten.
Die etwas gedrungenere Gestalt der Weibchen, die aus organischen
Gründen und im Zusammenhang mit dem zum Zeitpunkt der Eireife oft
stark geschwollenen Hinterleib bedingt, jedoch allgemein verbreitet ist, wird
dagegen ebensowenig als Dimorphismus zu bezeichnen sein wie die gerin-
gen Differenzen in der Relation der Fühlergliederlänge.
5. Stridulations-Apparate
Die Criocerinen sind seit alters her als zirpende Käfer bekannt, worauf
schon die deutschen Namen „Spargelhähnchen, Lilienhähnchen, Getreide-
hähnchen“ hinweisen. Die Vielgestaltigkeit der hierfür bei ihnen vorhande-
nen Einrichtungen ist jedoch meines Erachtens bisher nicht erkannt worden.
Allgemein bekannt war bislang nur das Stridulationsorgan, dessen Schrill-
fläche auf der Oberseite des Analsegmentes und dessen Ergänzung hierzu
176 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Die Stridulationsorgane aller Insekten bestehen nach der Terminologie
von Dudich aus der „pars stridens“, dem aktiven Teil, und aus einem „plec-
trum“, dem passiven Teil. Es wird jedoch nicht immer ganz leicht sein,
richtig zu entscheiden, welcher der beiden Teile der aktive ist. Besonders bei
verborgen liegenden Zirpeinrichtungen, deren Betätigung sich der direkten
Beobachtung am lebenden Tier entzieht, wird der Nachweis sehr schwierig
sein.
Nachstehend beschreibe ich nunmehr die Einrichtungen, die ich bei den
Criocerinen für solche Stridulations-Apparate halte, wobei diese Angaben
allerdings nur eine vorläufige Mitteilung darstellen. Eine genauere Beschrei-
bung der mikroskopischen Beschaffenheit dieser Organe behalte ich mir für
eine eventuell später zu veröffentlichende Spezialarbeit vor.
1. Das bekannteste „organum stridens“ befindet sich, wie oben bereits
gesagt wurde, am Körperende und ist allen Criocerinen in beiden Geschlech-
tern eigentümlich. Das letzte Hinterleibstergit zeigt schon bei schwacher
Vergrößerung unmittelbar hinter seinem Vorderrande eine ovale Fläche,
die durch ihren matten Seidenglanz und die auf ihr fehlende Behaarung von
der übrigen Oberfläche absticht. Sie ist zwischen den verschiedenen Arten in
mäßigen Grenzen veränderlich. Sie hat je nach der Gestalt des Analsegmen-
tes bald eine querovale, bald eine längsovale Form. In der Mitte ist sie
durch eine feine Längslinie geteilt und nimmt etwa ?/s der Gesamtlänge des
Tergits ein. Diese Fläche mit ihren zahlreichen feinen, parallel-laufenden
Querrillen (,„striolae“) stellt also die „pars stridens“, die Reibplatte dar. Die
Ergänzung hierzu, das „plectrum“, befindet sich auf der Unterseite der
Elytren und besteht aus einer schmalen Leiste, die annähernd parallel zur
Nahtkante der Flügeldecken verläuft und sich an deren Spitze ein kurzes
Stück seitwärts am Außenrand verlängert. Es variiert ebenfalls in geringem
Maße bei den verschiedenen Arten.
Das Plectrum ist nach Dingler mit einer großen Zahl kleiner, spitziger,
nach hinten gerichteter Höckerchen besetzt. Der Ton wird dadurch erzeugt,
daß das Tier die Spitze des Abdomens sehr schnell hintereinander ausstreckt
und wieder einzieht und hierbei die Pars stridens am Plectrum reibt. Es
entsteht dabei ein hohes, in kurzen Intervallen aufeinanderfolgendes, zwit-
scherndes Geräusch, das z. B. bei Crioceris duodecimpunctata (L.) noch aus
Entfernungen von mehr als einem Meter hörbar ist. Durch die nach hinten
gerichteten Zähnchen des Plectrums ist erklärlich, daß nur beim Einziehen
des Abdomens ein Ton entstehen kann. Das Geräusch muß also intermit-
tierend sein. Die Bewegung ist schon mit bloßem Auge zu beobachten. Sie
an der Nahtspitze der Flügeldecken liegt. Allerdings hatte Haller bereits auf
I n
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 177
einen weiteren Stridulations-Apparat vor dem Scutellum hingewiesen. Die-
ser wurde jedoch von Prochnow kurzerhand als falsch abgetan.
kann sich z.B. bei Lilioceris merdigera (L.) nach Landois in der Minute
gegen 200mal wiederholen, bei Crioceris duodecimpunctata (L.) nach den
Zählungen von Baier 480- bis 1080mal.
2. Ein weiterer Stridulations-Apparat befindet sich, wie schon von Haller
beschrieben, vor dem Scutellum. Dieses sendet eine Verlängerung in die
innere Höhlung des Prothorax, die aus einer etwa viereckigen, sowohl längs
als auch quer leicht gewölbten und meist etwas breiteren als langen Platte
besteht. Diese Platte ist fernerhin in der Mitte fein längsgeteilt, in den
Hinterecken abgerundet, in den Vorderecken zu rundlichen Spitzen ausge-
zogen und am Vorderrande in der Mitte leicht ausgeschnitten. Nach Haller
soll die Ergänzung hierzu eine feine, scharfkantige Leiste am hinteren Innen-
rande des Prothorax sein, die bei nickenden Bewegungen des Prothorax auf
der besagten Verlängerung des Scutellums reibt und einen Ton erzeugt. Ich
möchte jedoch annehmen, daß diese Beschreibung des Autors auf einem
Sehfehler beruht. Vielmehr halte ich eine stark querovale, schmale Fläche
vor dem Hinterrand des Prothorax für die Ergänzung des Organs, zumal sie
bei schwacher Vergrößerung den gleichen Seidenglanz zeigt wie die am
Hinterleibsende.
Weitere Stridulationsflächen liegen wahrscheinlich noch auf den in die
Höhlung des Prothorax hineinragenden Seitenteilen des Mesothorax. Ihre
entsprechende Vervollständigung finden sie wohl in schmalen Streifen auf
der Innenfläche der Prothoraxseiten neben dessen Hinterrand.
Die Entscheidung, welcher dieser Teile das Pars stridens und welcher
das Plectrum darstellt, wird erst eine genaue mikroskopische Untersuchung
erbringen. Aus anatomischen Gründen wird man zunächst den beweglicheren
Prothorax für den aktiven Teil dieses Stridulations-Apparates ansehen.
3. Auf der Innenseite der Flügeldecken mancher Criocerinen-Arten
befindet sich zwischen der 9. und 10. Punktreihe ein scharf erhobener Längs-
kiel, der sich ungefähr in der Mitte zwischen Basis und Spitze der Flügel-
decken über 4-7 Punkte (je nach deren Größe und Abstand) erstreckt. Dieser
Längskiel ist vielen Lema-Arten eigentümlich und z. B. besonders schön bei
Lema armata Fabricius ausgebildet. Er besteht aus einem etwas breiteren
Basalteil und einem vom Basalteil deutlich abgesetzten Kamm, dessen obere
Kante ziemlich scharf ist. Dieser Kamm ist vielleicht der passive Teil des
hier vorliegenden Stridulations-Apparates. Den aktiven Teil würde dann
der Unterflügel darstellen. Bei ihm hat sich die starke Ader der Vorderkante
an der korrespondierenden Stelle auf der Unterseite längsgeteilt. Der hier-
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 12
178 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
durch umschlossene Teil ist vertieft und gekörnelt. Der Kiel paßt genau in
die Vertiefung der Alae, wenn diese und die Elytren in Ruhestellung liegen.
Bei anderen Lema-Arten ist der Kiel schwächer entwickelt und bildet nur
eine schmale, rundliche Schwiele verschiedener Länge. Dementsprechend hat
sich auch die Vertiefung der Vorderrandader der Unterflügel schwächer her-
ausgebildet. In der Gattung Pseudocrioceris sind die beschriebenen Bildun-
gen scheinbar sehr rudimentär oder nur schwach entwickelt. Der Zwischen-
raum zwischen der 9. und 10. Punktreihe auf der Unterseite der Flügel-
decken ist sehr schwach gewölbt und rugos, während die Vorderkante der
Unterflügel matt oder gerillt erscheint. In der Gattung Lilioceris fehlt dieser
Stridulations-Apparat offensichtlich ganz.
4. Die Flügeldecken aller Criocerinen sind, von oben gesehen, immer
unmittelbar hinter der Schulterbeule auf dem senkrechten Abfall vor der
Außenkante bald mehr, bald weniger nach innen eingezogen. Dieser äuße-
ren Vertiefung entspricht auf der Innenseite eine leichte Erhöhung, die ver-
schieden stark ausgebildet oben aber stets abgeflacht ist und einen matten
Seidenglanz aufweist. Die matte Stelle ist bei den meisten Arten kreisrund
bis breitoval, manchmal aber auch (z. B. bei Pseudocrioceris de wittei n. sp.
Heinze) etwa nierenförmig. Die Ergänzung zu diesem Stridulations-Apparat
befindet sich auf den Seitenteilen der Hinterbrust. Ob hier die Flügeldecken
der aktive Teil sind, oder ob die Hinterbrust die stridulierende Tätigkeit
ausübt, ist ebenfalls noch zu klären.
9. Schließlich ist auch noch die Oberfläche der Hinterbrust mit einer
Zirpeinrichtung ausgestattet. Neben der Längsvertiefung in ihrer Mitte, die
dazu dient, die verstärkte Flügeldecken-Nahtkante aufzunehmen, befinden
sich zwei schmale Dreiecke, die wiederum den für alle diese Einrichtungen
charakteristischen Seidenglanz zeigen. In Ergänzung hierzu sind die Ver-
dickungen der Flügeldecken-Nahtkante an ihrer äußeren, rundlich wulst-
artig gewölbten Kante gleichfalls mattiert. Denkbar wäre, daß zum Zwecke
des Stridulierens die Flügeldecken in zitternden Bewegungen seitlich ge-
öffnet und geschlossen werden müssen.
Wie weit die Töne, die durch alle diese Einrichtungen hervorgebracht
werden können, für das menschliche Ohr überhaupt wahrnehmbar sind, ist
nicht ohne weiteres zu entscheiden. Es ist aber auch möglich, daß die Stridu-
lations-Apparate sämtlich oder zum größten Teil gleichzeitig betätigt wer-
den. In diesem Falle würde die verhältnismäßig große Lautstärke dieser
doch im einzelnen recht winzigen Einrichtungen ihre Erklärung finden. Den
Tieren stände dann ja nicht nur ein Instrument zur Verfügung, sondern ein
ganzes Orchester.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 179
Die biologische Bedeutung der Lauterzeugung findet verschiedene Be-
urteilung, zumal bei den Criocerinen beide Geschlechter hierzu in der Lage
sind. Die Annahme, es handle sich um einen Lockruf des Männchens zur
Herbeirufung des Weibchens, wird wohl kaum zutreffen. Größere Wahr-
scheinlichkeit kommt der Ansicht zu, daß beide Geschlechter wechselseitig
Locktöne ausstoßen, die sich dann irgendwie voneinander unterscheiden
müßten. Dabei wäre noch die Frage eindeutig zu klären, ob die Tiere über-
haupt akustische Perzeptionsorgane besitzen. Am ehesten ist wohl der Mei-
nung zuzustimmen, daß} es sich bei der Lauterzeugung der Criocerinen um
„Schrecktöne“ handelt, die die Tiere bei Störungen und auch noch einige
Zeit danach hervorbringen. Allerdings konnte bisher noch nicht beobachtet
werden, daß Feinde (z. B. Vögel) hierdurch irritiert und veranlaßt wurden,
ihre Beute fahren zu lassen.
6. Verhalten der Imagines
Das Verhalten der Criocerinen im Freiland ist mir aus persönlicher
Erfahrung nur von den deutschen Arten bekannt. Die Tiere reagieren auf
Bewegungen oder Lichtveränderungen in ihrer näheren Umgebung ziemlich
empfindlich. Nähert man sich beispielsweise einem Spargelkäfer, so bewegt
er sich ruckartig und mit huschender Schnelligkeit auf die dem Beschauer
abgewandte Seite des Zweiges, um sich der Sicht zu entziehen. Dieses ge-
schieht im Sonnenlicht auch schon oft, wenn man einen Schatten auf das Tier
fallen läßt.
Im übrigen zeigen die beiden deutschen Arten von Spargelkäfern(Crio-
ceris duodecimpunctata (L.) und C.asparagi (L.)) nach Dingler in ihrem
individuellen Verhalten charakteristische Unterschiede. Der Autor schreibt
hierüber u. a.: „Das Spargelhähnchen (C. asparagi) ist trotz seines zierlichen
Körperbaues träger, schwerfälliger, weniger zum Fliegen geneigt als der
Zwölfpunkt.*) Ganz besonders ausgeprägt ist bei ihm das „Sichtotstellen“
und das „Sichfallenlassen“ auf die geringste Erschütterung hin. Will man
die Käfer von den Pflanzen absammeln, so ist dies kaum durch unmittelbares
Zugreifen möglich, sondern nur, indem man die Hand oder irgendein Fang-
mittel vorsichtig unterhält; und selbst bei dem Versuch, sich auf diese Weise
der Pflanze zu nähern, wird man es nicht verhüten können, daß die Käfer
sich oft schon in dem Augenblick, in welchem die erste Berührung mit der
Pflanze stattfindet, zu Boden fallen lassen. Ich könnte mir denken, daß dieses
*) Im Zusammenhang hiermit dürfte die bei C. duodecimpunctata bedeutend
stärker ausgebildete Schulterbeule stehen, die auf kräftigere Muskulatur der Unter-
flügel schließen läßt.
180 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Verhalten ein sehr wirksames Schutzmittel insbesondere gegen den Angriff
von Spinnen darstellt. Der auf den Boden gefallene Käfer benimmt sich je
nach der Temperatur verschieden. Bei kühler Witterung verbleibt er länger
in der „Totstellung“, an warmen, sonnigen Tagen beginnt er entweder schon
nach wenigen Sekunden zu laufen oder, was noch häufiger der Fall ist, fliegt
alsbald von der Stelle, auf die er niedergefallen ist, auf. Sehr selten nur
entzieht er sich einer Gefahr unmittelbar durch Abflug.
Der Zwölfpunkt dagegen ändert hierin sein Verhalten mit der Jahres-
zeit. Die ersten, noch verhältnismäßig trägen Individuen in der niedrigen
Apriltemperatur lassen sich leicht von der Pflanze nehmen und klammern
sich dabei fest an die Finger des Sammlers, der infolgedessen geradezu
Mühe hat, sie ins Glas zu bringen. Im Sonnenschein der Sommermonate
(Mai-Juli) jedoch fliegen die Käfer bei Annäherung sofort ab, und als wir
Ende Juli bei regnerischem Wetter Freilandbeobachtungen machten, fand
ich, daß sie sich (einzeln oder in Copula) noch schneller fallen ließen, als wir
das von Crioceris asparagi gewohnt waren.“
Dingler erwähnt weiterhin: „Ein auffallender Unterschied im Verhalten
der beiden Arten ist ferner der, daß von den ungestört an den Pflanzen
sitzenden Käfern der Zwölfpunkt die Antennen stets in einem spitzen, zu-
weilen nahezu rechten Winkel gespreizt trägt, während das Hähnchen sie
dicht nebeneinander-, wenn auch nicht vollständig aneinandergelegt nach
vorn gestreckt hält.“ '
Diese verschiedene Fühlerhaltung der beiden Arten muß wohl, so ver-
mute ich, im Zusammenhang mit der Form ihrer Augenausschnitte stehen.
Bei C. duodecimpunctata bzw. C. nigropunctata Lacordaire ist dieser merk-
lich tiefer als bei C. asparagi. Der breitere Ausschnitt ermöglicht es den
Tieren, die Fühler weiter auseinanderzuspreizen, ohne einem Teil der Fa-
zettenaugen die Sicht zu nehmen. Trifft diese Annahme zu, so ließe auch bei
den afrikanischen Arten der jeweilige Augenausschnitt Schlüsse auf ihre
Fühlerhaltung zu.
Über afrikanische Criocerinen berichtete mir Herr Geheimrat Methner
aus seiner Sammeltätigkeit, daß sie so flüchtig seien, wie hierzulande etwa
die Cicindeliden, die ja auch schon bei der Annäherung eines Schattens auf-
fliegen. Die gute Flugfähigkeit geht jedenfalls schon äußerlich erkennbar
aus den immer mehr oder weniger stark entwickelten Schulterbeulen der
Elytren und aus den gut ausgebildeten Alae hervor. Die Beobachtung Meth-
ner’s entspricht also voll und ganz dem Verhalten der C. duodecimpunctata,
der die afrikanische C. nigropunctata Lacordaire sehr nahe steht.
Über Quasilema bilineata (Germar) aus Afrika berichtet van der Merve,
daß sie eine gute Flugfähigkeit besitzt. Bei Störungen lassen sich die Tiere
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 181
gewöhnliche fallen und stellen sich tot, zuweilen fliegen sie aber auch davon.
Fernerhin geben sie bei Berührung einen ziemlich intensiven Geruch von
sich. In den frühen Morgenstunden und an trüben Tagen sind auch diese
Käfer träger und infolgedessen leichter einzusammeln. Van der Merve hält
die Männchen für aktiver als die Weibchen. Die Larven werfen bei Störun-
gen ihren Kopf nach hinten und lassen eine grüne Flüssigkeit aus der Mund-
öffnung austreten, die sie, wenn die Störung vorüber ist, unter kauender
Bewegung der Mundwerkzeuge wieder aufsaugen.
7. Fortpflanzung und Entwicklung
Über die Biologie der afrikanischen Criocerinen ist noch sehr wenig
bekannt. Die Literatur hierüber ist dürftig und bezieht sich fast ausschließ-
lich auf die wenigen Arten, die bisher als Schädlinge an Kulturpflanzen auf-
getreten sind. Im folgenden führe ich die von den Autoren gemachten Be-
obachtungen nach Arten geordnet an.
a) Crioceris asparagi (L.)
Irgendwelche Angaben aus Afrika über die Biologie dieser Art fehlen.
Daher halte ich mich an Dingler’s Publikationen über die deutschen Spargel-
schädlinge. Er sagt hierüber etwa folgendes:
Alsbald nach seinem Hervorkommen aus dem Winterlager beginnt das
Spargelhähnchen mit der Eiablage. Die Feststellung des jeweiligen Beginns
der Eiablage wird durch die gute Sichtbarkeit der Gelege, die weithin auf-
fallen, sehr erleichtert.
Besondere Schwierigkeit macht der Nachweis der jährlichen Genera-
tionenzahl. Nach anderen Autoren legen die Weibchen noch Eier ab, wenn
ihre ältesten Kinder bereits die ganze Metamorphose durchgemacht haben
und als Jungkäfer erschienen sind. Die meisten Beobachter sprechen sich
für zwei Generationen aus, die wohl auch in Deutschland die Regel sind.
Dagegen soll es der Käfer in Amerika auf zwei bis drei, gelegentlich sogar
auf vier Generationen bringen. Für Afrika wird man gleichfalls eine hohe
Zahl von Generationen im Jahr annehmen dürfen.
Die Copula weicht nicht von derjenigen der übrigen Chrysomeliden, ja
überhaupt der meisten Käfer ab. Das Männchen sitzt dabei, etwas schräg
nach vorn-aufwärts gerichtet, auf dem Weibchen auf und hält sich mit den
Vordertarsen am Schulterrand von dessen Flügeldecken fest. (Die Männchen
vieler afrikanischer Lema-Arten werden bei der Fixierung dieser Stellung
sicherlich durch den auf dem ersten Abdominalsegment befindlichen Längs-
kiel bzw. durch die Bewehrung ihrer Schenkel und Schienen unterstützt).
182 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Das Ei von Crioceris asparagi ist unmittelbar nach der Ablage hell-
gelb, geht aber bald über ein bräunliches Grün in fast reines Schwarz mit
bräunlichgrünem Schimmer über. Seine Form ist länglich-oval mit etwas
größerer Verengung nach dem einen Pol, so daß die größte Dicke nicht in
der Mitte, sondern etwa zwischen dem ersten und dem zweiten Drittel liegt.
Die Größe des Eies wird allgemein mit einer Länge von etwas über 1 mm
und einer Breite von ungefähr !/s mm angegeben.
Bei der Ablage werden die Eier vom Weibchen mit dem schmaleren Pol
mittels eines zunächst hellen, an der Luft jedoch völlig schwarz werdenden
Sekretes derart an der Unterlage befestigt, daß sie von dieser senkrecht
abstehen. Anfangs findet man die Eier besonders häufig an den grünen
Trieben der ein- und zweijährigen Pflanzen, nach der Blattbildung auch an
deren Stengel, später an den chlorophylihaltigen Teilen älterer Pflanzen
(Stamm, Zweige, Blätter), häufig auch an Blüten. Nicht selten kommt es vor,
daß ein Ei auf ein vorher abgelegtes geklebt wird.
Der Käfer vermag eine ziemlich große Anzahl von Eiern unmittelbar
hintereinander abzulegen, was ihm zweifellos mit Hilfe der ansehnlichen
Eikelche (Calyx) möglich ist, in welchen sich jeweils die reifen Eier aus den
Ovariolen eines Ovars ansammeln. Dingler stellte bei einem massenhaften
Auftreten der Käfer Mitte Mai an mehreren Stengeln, die auf einer Strecke
von 15-23 cm belegt waren, z. B. folgende Eizahlen fest:
Belegte Länge des Stammes Anzahl der Eier:
20 cm 368
21 cm 296
16,5 cm 218
23 cm 343
Solche mit Eiern belegte Pflanzen erwecken den Eindruck, als seien sie
dicht mit schwarzen Borsten besetzt. Die Eier kleben nach Erhärtung
der Kittsubstanz ungemein fest an ihrer Unterlage, so daß es kaum gelingt,
die Verbindung mechanisch zu lösen, ohne an dieser Stelle das Pflanzen-
gewebe zu verletzen.
Die Dauer der Eientwicklung geht über 5-12 Tage, wobei wärmere
Witterung eine entsprechend kurze Embryonalzeit bedingt. Die Larve
ist beim Verlassen des Eies etwas über 1m lang und ungefähr 0,35 mm
breit. Im ausgewachsenen Zustand erreicht sie eine Länge von etwa 8mm
und eine Breite von ca. 4,6 mm. Die gekrümmte Altlarve mißt in der Länge
etwa 6-7 mm. Ihre größte Breite liegt vor dem Hinterende beim 4. bis
5. Abdominalsegment. Sie ist grünlichgrau gefärbt, die Kopfkapsel und die
Beine sind glänzend schwarz. Am Prothorax dicht hinter dem Kopf trägt
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 183
sie zwei quergestellte, schmale, schwarze Chitinplatten, die median von-
einander getrennt sind. In jede dieser Platten ist in der Mitte eine Querrinne
(in Bezug auf die Plattenform: Längsrinne) eingeschnitten, die der Run-
zelung aller Segmente entspricht. Das Hinterende der Larve ist zumeist
nach unten eingekrümmt. Die Larve ist schon gleich nach dem Schlüpfen
imstande, als Abwehr gegen Angriffe eine braune Flüssigkeit aus dem
Munde auszuscheiden.
Zur Verpuppung kriechen die Larven in die Erde und spinnen
sich hier einen länglichovalen Seidenkokon, der durch anhaftende Erdteil-
chen eine unregelmäßige Form bekommt. Auf der Innenseite ist er vollstän-
dig glatt und schmiegt sich der Larve dicht an.
Die Überwinterung der Käfer erfolgt unter Pflanzenresten
usw. am Boden. Dingler vermutet, daß C. asparagi auch im Puppenstadium
überwintert.
b) Crioceris duodecimpunctata (L.)
Über die Crioceris nigropunctata Lacordaire, die sehr nahe mit der
C. duodecimpunctata (L.) verwandt ist und die sich wahrscheinlich nur geo-
graphisch gegenseitig vertreten, liegen aus Afrika keine Beobachtungen vor.
Daher beschränke ich mich darauf, an Hand von Dingler’s Feststellungen
den europäischen Vertreter zu behandeln. Danach tritt der Zwölfpunkt un-
gefähr eine Woche später in den Kulturen auf als das Spargelhähnchen,
und zwar zunächst in bedeutend spärlicherer Anzahl als das letztere. Dieses
Verhältnis kehrt sich gegen Mitte des Sommers in das Gegenteil um. Zum
Ende des Sommers ist jedoch die Anzahl der Zwölfpunktkäfer gegenüber
der der Spargelhähnchen wieder erheblich geringer. C. asparagi erscheint
also in der ersten, mit der überwinterten Generation früher und hält sich
vermutlich in seiner zweiten Generation länger als die mithin wärmebedürf-
tigere C. duodecimpunctata.
Die Eiablage verzögert sich bis etwa einen Monat nach dem Er-
scheinen der Käfer. Verschiedene Autoren vermuten, daß die Tiere zunächst
die Entwicklung der Spargelbeeren abwarten und erst nach der Blüte der
Spargelpflanzen mit dem Brutgeschäft beginnen, da ihre Larven vielleicht
ausschließlich in den Beeren leben.
Die Anzahl der Generationen wird allgemein mit zwei ange-
nommen. Vielleicht gelangt aber auch ein Teil der im Verlauf des Sommers
auftretenden Käfer erst im nächstfolgenden Frühjahr zur Eiablage, so daß
eine doppelte Generation die Ausnahme wäre (wenigstens in Mitteleuropa
und Nordamerika).
Während C. asparagi bald nach dem Erscheinen der neuen Spargel-
triebe mit seinem platzweisen Fraß an den Stengeln beginnt, tritt bei
184 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
C. duodecimpunctata eine wahre Freßgier erst ein, wenn an den weiblichen
Pflanzen die Früchte erscheinen. Die Käfer nagen in die Beeren tiefe Löcher
von oftmals eigener Körperlänge und lassen sich gelegentlich mit den an-
gegriffenen und abbrechenden Früchten auf den Boden fallen, um dort
ihren Fraß weiterzuführen.
Das Ei ist anfangs hellgelb gefärbt und geht erst allmählich in ein
bräunliches Grün über. Da es mit Vorliebe zwischen Fiederblättchen oder
Zweige abgelegt wird, ist es durch seine Farbe besonders gut gegen Sicht
geschützt. Im Gegensatz zu C. asparagi legt C. duodecimpunctata die Eier
flach auf die Unterlage, so daß man sie der Länge nach angeheftet findet.
Die Anheftungsstelle ist aber meist nur eine ziemlich kleine, langovale
Fläche, die dem spitzen Pol genähert ist. Die Kittsubstanz besteht hier aus
einem hellen, die ganze Oberfläche bedeckenden Sekret, das sich an der
Luft nicht so verfärbt. Es besitzt jedoch auch nicht die Klebkraft des Kittes
von C. asparagi. Das Ei des Zwölfpunktes ist nicht nur heller, sondern auch
zarthäutiger als dasjenige des Hähnchens. In der Form gleicht es ihm, in
der Größe steht es ihm um etwa !/; nach. In solchen Anhäufungen wie bei
C. asparagi werden die Eier des Zwölfpunkts jedoch niemals angetroffen.
Im Freien hält es schwer, überhaupt ein Gelege zu finden. Andere Autoren
geben an, daß die Eier vorzugsweise auf ältere, bereits belaubte Pflanzen
abgelegt werden, und zwar besonders an den belaubten Enden jener
Sprosse, die weiter unten Blüten oder gar reifende Beeren tragen. Die Mög-
lichkeit hierzu ist wieder durch den späten Beginn der Eiablage geboten.
Die Dauer der Eientwicklung wird auch beim Zwölfpunkt mit 5-12 Tagen
angegeben. Vor dem Auskriechen der Junglarve macht sich an dem helleren
Ei eine deutliche Verfärbung bemerkbar, indem an einem Pol der dunkle
Kopf des Embryos durchscheint.
Die auskriechende Larve beißt die Eihülle auf*), verläßt diese
daraufhin schnell, ohne davon zu fressen, und begibt sich sogleich zum Fraß
auf die Pflanze. Sie ist blaßgelb (fast weiß) bis blaßorange gefärbt mit
schwarzem Kopf und schwarzen Beinen und jederseits einem schwarzen
Fleck am dritten Segment. Am ersten Thorakalsegment besitzt sie zwei
längliche, dunkelbraune Platten. Nach der ersten Häutung verfärbt sich der
Kopf hellgelb und der Körper dunkler orangegelb. In diesem Stadium er-
reicht die Larve eine Länge von 4 mm. Im dritten Stadium zeigt die Körper-
farbe größere Mannigfaltigkeit. Einige Individuen sind bräunlichgelb, an-
dere ganz gelb, weitere gar grau oder grauorange gefärbt. Der Kopf ist ganz
gelb, die Beine hellbraun. Jedes Segment mit Ausnahme des Analsegmentes
trägt jederseits ein Stigma. Die Abwehrflüssigkeit, die auch diese Larve bei
Störungen aus dem Munde ausscheidet, scheint von gelber Farbe zu sein.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 185
Zur Verpuppung begibt sich auch die Larve des Zwölfpunktes
in die Erde und bildet dort einen Kokon, der dem von C. asparagi sehr
ähnlich ist. In ihm verbleibt das Tier anscheinend noch mindestens drei
Tage als Larve. Die Dauer der Puppenruhe wird mit 12-20 Tagen an-
gegeben.
*) Es ist fraglich, ob der Vorgang richtig beobachtet wurde und ob die Öff-
nung der Eihaut tatsächlich mit Hilfe der Kauwerkzeuge erfolgt. Wie von Lenger-
ken in seiner Publikation über Eischalensprenger bei Insekten erwähnt, gehört
Lilioceris lilii (Scop.) zu den sog. „abdominalen“ Eischalensprengern. Die nahe
Verwandtschaft der Crioceris-Arten zur Gattung Lilioceris wirft nun die Frage
auf, ob nicht die Larven aller Arten aus diesem Verwandtschaftskreis sich in glei-
cher Weise aus ihrer Eihülle befreien. Erst genaue Einzelbeobachtungen werden
diese offene Frage beantworten können.
Bei den „abdominalen“ Eischalensprengern befindet sich ein paares Organ
auf dem ersten Hinterleibssegment in Form von zwei seitlich gelegenen Chitin-
plättchen, denen in der Mitte ein mehr oder weniger kräftiger Zahn aufsitzt.
Neben dem Schalensprenger steht eine gewöhnliche Borste. In Analogie zu den
Coccinelliden, bei denen ähnliche Verhältnisse vorliegen (wenn sich auch die
Schalensprenger auf Vorder-, Mittel- und Hinterbrust befinden), dürfte bei den
Schlüpfanstrengungen der Larve die Eihaut in zwei Längsschlitzen aufgerissen
werden, durch deren einen sich die Junglarve herauszwängt. Die Schalensprenger
sind als typische provisorische Organe zu bezeichnen, weil sie mit der ersten
Häutung abgeworfen werden.
Die Puppe ist anfangs hellgelb, später lebhaft dunkelgelb gefärbt.
Nach einer Woche heben sich die Augen braun ab, und die Beine beginnen
gelb mit schwarzer Zeichnung durchzuschimmern. Die Spitzen der Flügel-
scheiden ragen bis an den Hinterrand des vorletzten Bauchsegmentes. Auf
der Rückenseite sind acht Segmente des Abdomens sichtbar. Über die
Medianlinie des Rückens zieht sich eine seichte Rinne, die vor allem auf
dem ersten, dem größten Segment deutlich ausgeprägt ist. Die Fühlerschei-
den sind rückwärts hinter die Tibiofemoralgelenke der Beine gelegt. Die
Länge der Puppe beträgt 5,4 mm, ihre Breite 2,2 mm. Die leere Puppen-
exuvie ist glashell, in allen Falten ist sie weiß gefärbt.
Für die gesamte Entwicklungsdauer der Sommergeneration wurden in
Nord-Amerika 20-32 Tage errechnet.
Als Überwinterungsplätze werden Spargelstümpfe, Fang-
gürtel und ähnliche Verstecke angegeben. Die Überwinterung scheint auch
im Puppenzustand zu erfolgen.
c. Lilioceris livida (Dalman)
Über diese Criocerinen-Art berichtet Peacook folgendes:
In Süd-Nigeria beginnt die Eiablage der Käfer im Mai oder Juni. Die
Eier sind etwa 2 mm lang und von „würstchenförmiger“ Gestalt. Ihre Farbe
ist zunächst fleischfarbig und geht allmählich in ein Rotbraun über. Sie wer-
186 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
den in kleinen Häufchen von durchschnittlich 6 Stück auf der Unterseite der
Blätter und an den Stengeln der Yamspflanze abgelegt. Die Larven be-
decken sich mit einer Hülle aus ihren eigenen Exkrementen. Die Verpup-
pung erfolgt wahrscheinlich in der Erde. Bei den Versuchen Peacook’s, die
er in Gläsern ohne Erde vornahm, befestigten die ausgewachsenen Larven
ihre klebrige Hülle zum Zweck der Verpuppung jedoch auch in einer Blatt-
falte. Es wurde nur eine Generation im Jahr festgestellt.
d. Bradylema ignota n. sp. Heinze
Ein offenbar frisch geschlüpftes Exemplar dieser im speziellen Teil neu
zu beschreibenden Art, das im Januar 1930 von J. Ghesquiere in Sankuru
(Komi) gesammelt wurde und im Mus. Royal Afrique Centr., Tervuren, auf-
bewahrt wird, trägt den Vermerk: „Parasite des feuilles de Glayeul (larve)“.
Unter Glayeul ist wohl eine Gladiolus-Spezies zu verstehen. Der Kokon des
Tieres liegt ebenfalls vor. Er ist eirund, am oberen Ende durch die ausge-
schlüpfte Imago weit geöffnet und mißt in diesem Zustande in der Länge
etwa 9mm. Der Rand der Schlüpföffnung ist zerfranst. Die Farbe des
Kokons ist ein blasses, schmutziges Beige mit kleinen schwärzlichen Verun-
reinigungen. Die Außenfläche ist matt und leicht uneben oder höckerig, die
Innenfläche etwas glänzender, sonst aber ebenso beschaffen. Der Kokon
hat papierdünne Wände und ist in fast ganzer Länge mit einer Längsseite
an einem Blattstück angeklebt.
e. Quasilema bilineata (Germar)
Über diesen Käfer berichtet van der Merve aus Afrika folgendes:
Die vollentwickelten Tiere sind ziemlich langlebig. Die längste Lebensdauer
erreichen mit 194-284 (durchschnittlich 230) Tagen die überwinterten Weib-
chen. Im Frühjahr geschlüpfte Weibchen lebten dagegen nur bis 131
(durchschnittlich 80) Tage. Bei den Männchen wurde eine maximale Le-
bensdauer von 219 (durchschnittlich 87) Tagen beobachtet. Eine Überwin-
terung von Männchen konnte nicht festgestellt werden, sie ist aber trotzdem
als möglich anzunehmen. Für die vorgenannten Zahlen ist zu berücksich-
tigen, dal die Beobachtungen aus dem recht heißen Durban (Natal) stam-
men. In kühlerem Klima wird sich die Lebensdauer wahrscheinlich beträcht-
lich verlängern.
Die Kopulation erfolgt oft schon am ersten Tag nach dem Schlüpfen
noch vor der Aufnahme irgendwelcher Nahrung. Die Eiablage der Weib-
chen beginnt aber in der Regel wohl nicht vor der ersten Nahrungsauf-
nahme. Zwar können auch unbegattete Weibchen Eier ablegen, doch ge-
schieht dieses dann in geringeren Mengen und stärker verstreut oder gar nur
einzeln. Außerdem scheinen diese Eier alle taub zu sein. Dagegen können
einmal befruchtete Weibchen auch nach ihrer Überwinterung ohne neue
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 187
Paarung Eier legen, aus denen sich normale Larven entwickeln. Daraus wird
ersichtlich, daß zur Sicherung der Art eine Überwinterung der männlichen
Käfer nicht erforderlich ist. Beobachtungen zufolge beginnen die Weibchen
4-7 Tage, manchmal auch erst 8-14 Tage nach dem Schlüpfen mit der Ei-
ablage und setzen diese bis 1-9 Tage vor ihrem Tode fort. Dabei legen sie
praktisch jeden Tag. Die größte von einem Weibchen an einem Tage abge-
legte Anzahl von Eiern belief sich auf 69. Im Durchschnitt legte jedes Tier
22 Eier pro Tag. Die maximal größte Eizahl eines kontrollierten Weibchens
betrug 2421, der Durchschnitt je Käfer 1225. Die Legezeit dauerte 15-124
(durchschnittlich 65) Tage, wobei die Zeit der Überwinterung nicht berück-
sichtigt wurde. Der Anteil tauber Eier schwankt von Tier zu Tier.
Die Eier haben eine ovale Form, sind etwa !/20o Zoll (1!/ mm) lang
und halb so breit (nach Frers messen sie 0,9 : 0,4 mm) und von schmutzig
weißer bis (meistens) gelber Farbe. Sie sind mit einem für lange Zeit klebrig
bleibenden Schleim bedeckt, der sich allmählich dunkler färbt. In ihrem Aus-
sehen ähneln sie so den Eiern der Coccinelliden, haben aber oft schwarze
Spitzen. Diese Schwarzfärbung der Spitzen wird dadurch hervorgerufen,
daß hier entweder besonders viel Schleim angehäuft ist, der sich beim
Trocknen schwarz verfärbt, oder daß der schwarze Kopf der schlüpfbereiten
Larve durchschimmert. Die Ablage der Eier erfolgt gewöhnlich auf der
Unterseite der Blätter in Gruppen von 10-30 aber auch bis zu 57 Stück. Sie
stehen aufrecht und dicht nebeneinander. Das Eistadium schwankt in Dur-
ban zwischen 4 und 7 Tagen. Die Dauer wird vornehmlich natürlich durch
die Witterung beeinflußt, vielleicht bestehen aber auch individuelle Unter-
schiede.
Die Larve erreicht beim Schlüpfen ungefähr die Länge des Eies.
Sie ist ebenfalls klebrig, obwohl Schleim an ihr noch nicht sichtbar ist. Nach
Frers schlüpft sie durch eine Öffnung an der Spitze des Eies aus. Der letzt-
genannte Autor beschreibt sie wie folgt: Die Junglarve besitzt einen zum
übrigen Körper unverhältnismäßig großen Kopf, der merklich breiter ist als
der Thorax. Auch die Beine sind im Verhältnis zu denen der erwachsenen
Larven sehr groß. Das Tier ist zunächst gelblich gefärbt, sein Kopf und die
Beine bräunlich. Etwa vier Tage nach dem Schlüpfen nehmen die Larven
ihre endgültige Form und Farbe an. Sie sind dann dunkelgrau gefärbt, der
Kopf und die Beine schwarz. Die Unterseite des Abdomens trägt eine weiße
Binde, der Rücken drei Reihen heller, fast weißer Flecken. Die Larven sind
stark gekrümmt, vorn schmal, nach hinten seitlich stark verbreitert. Ihr Kopf
ist wenig gewölbt und nur spärlich behaart. Die Mandibeln sind kräftig ent-
wickelt, bräunlich gefärbt, gegen die Spitze verdunkelt und mit zwei gut
erkennbaren Zähnen besetzt. Die Maxillen und das Labium sind borstig
188 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
behaart, die Maxillarpalpen viergliedrig, die Labialpapillen eingliedrig.
Von den drei Antennengliedern sind die ersten beiden kegelförmig abge-
stutzt, das 2. merklich schlanker als das 1., das 3. klein, subzylindrisch mit
abgerundeter Spitze. Die Thorakalsegmente haben unter sich die gleiche
Länge, ebenfalls sind die Abdominalsegmente fast gleich groß und sämtlich
spärlich und kurz behaart. Die ovalen Stigmenporen sind gut sichtbar. Die
Beine sind kurz, dreigliedrig, mit einigen Haaren besetzt und tragen eine
bräunliche Klaue.
Nach dem Schlüpfen beginnen die Larven sofort zu fressen und
wachsen dann schnell heran. Sie fressen zunächst in der Nähe des Geleges
auf der Unterseite der Blätter, von denen sie nur die Oberfläche angreifen.
Anfangs bleiben alle Tiere gesellig beisammen und fressen, eine neben der
anderen, in einem allmählich immer größer werdenden Kreis. Später tren-
nen sie sich und fressen große, unregelmäßige Löcher in das Blatt hinein.
Wenn viele Larven auf einem Blatt fressen, bleibt nach kurzer Zeit nur noch
die Mittelrippe mit einigen derben Seitenrippen stehen. In den Saatbeeten
ist die Art des Befalls ähnlich, und zwar werden die mittleren Pflanzen, die
am dichtesten stehen, zuerst angegriffen. Die erste Häutung der Larve
erfolgt nach 2-4 Tagen. Das Tier hat dann eine Länge von !/ıo Zoll (ca.
21/2 mm). Die zweite Häutung folgt in einem Alter von 4-7 Tagen und bei
einer Körperlänge von !/s Zoll (ca. 3,1 mm), die dritte und letzte Häutung
im Alter von 6-10 Tagen und bei einer Länge von ungefähr !/a-?/ıo Zoll
(ca. 6,4-7,5 mm). Zwei bis vier Tage später ist die Larve bereit zur Verpup-
pung, die im Erdboden vor sich geht. Die Gesamtdauer des Larvenstadiums
bis zum Einkriechen in den Boden beträgt 7-14 Tage, im Sommer gewöhn-
lich 8-10 Tage. Die Larve bedeckt sich während der Entwicklungszeit mit
ihren eigenen Exkrementen, wobei der Überschuß von Zeit zu Zeit abfällt.
(Nach Frers bleiben der Kopf und die Thorakalsegmente sichtbar.) Die Ex-
kremente werden durch wellenförmige Bewegungen des Körpers von hinten
nach vorn befördert und scheinen durch eine aus dem After austretende
Flüssigkeit feuchtgehalten zu werden. Dieser schleimige Überzug verstärkt
das schneckenartige Aussehen der Larven, so daß sie in Afrika auch als
„Tabakschnecken“ bezeichnet werden.
Zur Verpuppung geht die Larve in den Boden. Gewöhnlich ver-
kriecht sie sich am Grunde der Tabakpflanzen bis in eine Tiefe von !/a-1 Zoll
(11/a-2!/g cm). Hier verfertigt sie sich aus einem aus dem Munde tretenden,
weißen Schaum einen Kokon, der jedoch nur dann gut ausgebildet wird,
wenn das Tier ziemlich mit Erde bedeckt ist. Andemfalls verbraucht die
Larve zu viel Schaum. Sie kann sich aber auch nackt verpuppen. In den
Tabakschuppen fallen die verpuppungsreifen Larven auf die Erde herunter
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 189
und verpuppen sich dann in dem auf dem Boden liegenden losen Sand.
Manchmal bauen sie sich ihren Kokon auch zwischen den in den Schuppen
aufgehängten Tabakpflanzen. Sogar in den Ritzen von Dachsparren wurden
gelegentlich Kokons gefunden. Der Kokon ist fast so lang wie die er-
wachsene Larve, seine Wand ist papierartig dünn und von weißer Farbe,
die jedoch durch die anhaftende Erde verdeckt wird.
Drei Tage nach der Fertigstellung des Kokons wurden in diesen ausge-
bildete Puppen gefunden. Das Puppenstadium nackter Puppen dauert 6-8
Tage. In Kokons sich entwickelnde Käfer warten aber anscheinend, wenn sie
nicht gestört werden, einige Tage mit ihrem Ausschlüpfen. Daraus erklärt
sich, daß vom Eindringen der Larve in die Erde bis zum Schlüpfen des fer-
tigen Käfers 10-19 Tage verstreichen. Die gesamte Entwicklungsdauer vom
Ei bis zur Imago beträgt 17-30 Tage, wobei sich während der warmen Som-
merzeit diese Spanne verkürzt.
Die Puppe beschreibt Frers folgendermaßen: Verhältnismäßig klein,
gelblich gefärbt, auf dem Rücken mit einem großen Längseindruck. (Wahr-
scheinlich ist hier die Vertiefung vorgebildet, die beim fertigen Insekt die
Verdickung der Flügeldeckennaht am Schildchen aufnimmt. (Vergl. den
Abschnitt „Allgemeine Morphologie“). Der Kopf ist nach unten eingezogen
und läßt die Mundteile deutlich erkennen. Die Fühlerscheiden liegen den
Seiten des Körpers an und reichen bis hinter die Tibiofemoralgelenke des
2. Beinpaares. Die Abdominalsegmente sind sämtlich von gleicher Länge,
verlieren nach hinten aber allmählich an Breite. Das letzte Segment trägt
zwei kleine Zähnchen, die mit der Larvenhaut verbunden sind. Die beiden
vorderen Beinpaare sind frei. Das letzte Beinpaar aber ist durch die Flügel-
scheiden verdeckt, doch ragen die Tibiofemoralgelenke und die Tarsen dar-
unter hervor.
Die Anzahl der jährlichen Generationen beträgt in Durban offensicht-
lich höchstens acht. In kühleren Gegenden wird die Zahl ensprechend klei-
ner. Ein Weibchen kann längere Zeit auch dann noch Eier ablegen, wenn
seine Nachkommen bereits selber zur Fortpflanzung beitragen.
Die Überwinterung erfolgt im Freiland unter Steinen, in den
Tabakschuppen unter losem oder verpacktem Tabak. In einem Falle wurden
die Tiere zu tausenden in Schränken, Kleidern und überhaupt an allen
warmen Stellen innerhalb von Gebäuden aufgefunden. Den Winter über
können die Käfer monatelang am gleichen Platz verbleiben, was sie bei
kühler Witterung auch sicherlich durchweg tun werden. Nach Beobachtun-
gen aus Durban bewegen sie sich im Verlaufe der Winterruhe gelegentlich
aber doch mal von ihrem Ruheplatz fort. Sie fressen dann jedoch niemals,
selbst nicht wenn sie auf eine Futterpflanze aufgesetzt werden. Dagegen
190 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
müssen sie vor der Überwinterung Nahrung aufgenommen haben, denn spät
geschlüpfte Käfer, die nicht mehr zur Nahrungsaufnahme gekommen waren,
starben innerhalb von 2-4 Tagen.
8. Schädlichkeit gewisser Arten.
Schadwirkungen afrikanischer Criocerinen an Kulturpflanzen sind bis-
her nur von wenigen Arten bekannt geworden. So meldete Bryant bei der
Neubeschreibung seiner Crioceris viridissima, daß diese in Kenya an Spar-
gel schädlich auftrete. Ferner liegen Berichte über die Quasilema bilineata
(Germar) vor, wonach diese südamerikanische Art in die Tabakkulturen
Südafrikas eingeschleppt worden ist. Weiterhin wird über ein schädliches
Auftreten der Lilioceris livida (Dalman) an Yamspflanzen in Süd-Nigeria
berichtet. Sodann wurde auch Crioceris nigropunctata Lacordaire subsp.
occidua Heinze als Schädling an Spargelkulturen in Somaliland festgestellt.
Ein Schadauftreten dieser Art war vorauszusehen, weil C. nigropunctata
wahrscheinlich nur eine afrikanische Rasse der europäischen Crioceris duo-
decimpunctata (L.) ist, die ja schon lange als Spargelschädling bekannt ist.
Schließlich wurde bei Madibira in Tanganjika (Uhehe) ein Exemplar des
Spargelhähnchens Crioceris asparagi (L.) gefunden, das wahrscheinlich dort-
hin eingeschleppt worden ist und das sich jetzt im Senckenberg-Museum in
Frankfurt am Main befindet. Da sich die beiden letztgenannten Arten in
europäischen Spargelanbaugebieten sehr schnell auszubreiten pflegen, halte
ich es für nützlich, auch auf diese Tiere näher einzugehen, wobei ich mich
wiederum auf die Arbeiten von Dingler stütze.
a. Crioceris asparagi (Linne)
Der Käfer ist neben dem Zwölfpunkt, Crioceris duodecimpunctata (L.),
der Spargelfliege, Platyparea poeciloptera Schrank, und der kleinen Spargel-
fliege, Melanagromyza simplex Loew, in Deutschland als Spargelschädling
lange bekannt. Die Art ist darüber hinaus in Europa weit verbreitet und
nach Nordamerika angeblich schon 1856 verschleppt worden. „1862 drohte
er bereits in Queens County (New York) die gesamte Spargelernte zu zer-
stören.“ Später ist in den Vereinigten Staaten eine jährlich zunehmende
Ausbreitung festgestellt worden. „1898 kommen beide Arten (d. h. C. aspa-
ragi und C. duodecimpunctata) in Kanada an, 1901 beginnt die Ausdehnung
westwärts. C. asparagi hat 1903 Columbus (Ohio), 1905 Cincinnati (Ohio)
erreicht. Für das Vordringen in das Innere des Kontinents ist bemerkens-
wert, daß es an die Nähe von Wasser gebunden war.“ Schließlich wird die
Art auch von Buenes Aires erwähnt.
Die Käfer und insbesondere ihre Larven skelettieren durch ihren Fraß
die grünen Spargeltriebe und berauben sie oft völlig ihres ChlorophyliIs. Die
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 191
Pflanzen sind infolgedessen als weiße Gerippe schon von weitem zu er-
kennen. Bei stärkerem Auftreten des Schädlings wird durch den Larvenfraß
oft über ganze Feldreihen hin die Mehrzahl der Pflanzen, wenigstens in den
oben verästelten Teilen völlig skelettiert. Zwanzig Larven vermögen einen
kräftigen, belaubten Trieb einer zwei- oder dreijährigen Pflanze schon in
wenigen Tagen seines Chlorophyllis vollständig zu berauben; die kahlge-
fressenen Teile starren dann wie dünne, weiße Besenreiser in die Luft. Ein-
jährige Pflanzen sind am meisten gefährdet. Crioceris asparagi ist also unter
allen Spargelschädlingen derjenige, der durch seinen Larvenfraß (zu dem
noch der bescheidenere Käferfraß kommt) den auffälligsten Schaden an der
Pflanze anrichtet. Von den Spargelbeeren scheinen die Larven der C. aspa-
ragi nicht zu fressen.
b. Crioceris viridissima Bryant
Einzelheiten über den Umfang und die Art der Schädigung von Spar-
gelpflanzen durch diesen Käfer sind bisher leider nicht bekannt geworden.
Bei der nahen Verwandtschaft der Art mit Crioceris asparagi kann man in-
dessen vermuten, daß die Schadwirkung ähnlich der des Spargelhähnchens
ist.
c. Crioceris nigropunctata Lacordaire
Wie schon weiter oben gesagt, wurde diese Art als Spargelschädling
aus Somaliland gemeldet. Der angerichtete Schaden gleicht durchaus dem
der europäischen Stammform C. duodecimpunctata. Somit befällt sowohl
der Käfer als auch seine Larve die Spargelpflanzen (die bisher in Somaliland
nur wenig kultiviert wurde) derart, daß sie die eben aus dem Boden kom-
menden Sprosse befressen, die Blätter dagegen weniger angreifen. Bei
einem vermehrten Spargelanbau in Afrika kann also erwartet werden, daß
sich der Käfer schließlich sehr unangenehm bemerkbar macht, weshalb ich
auch hier die Beobachtungen Dingler’s über C. duodecimpunctata anfüge:
Der Schadfraß der Larve von C. duodecimpunctata ist im Vergleich
zum Fraß der Larve von C. asparagi als harmloser zu bezeichnen, weil die
Zwölfpunkt-Larve anscheinend die Spargelbeeren bevorzugt. Sind die
Beeren erst ausgebildet, so werden die übrigen Teile der Pflanzen offen-
sichtlich weniger angegriffen. Solange die Früchte aber noch nicht entwickelt
sind, wird auch vom Zwölfpunkt die gleiche Schadwirkung verursacht, wie
ich sie bereits für das Spargelhähnchen geschildert habe. Der an den grünen
Pflanzenteilen angerichtete Schaden äußert sich in der Schwächung des
Wurzelstockes und damit in den zunehmenden Ernteverlusten der folgen-
den Jahre. In Kulturen, in denen man die Spargel „blau werden“, d. h. Chlo-
rophyll bilden und zu diesem Zweck ein Stück weit aus dem Boden schießen
läßt, tritt eine weitere Schädigung dadurch ein, daß die überwinterten Käfer
192 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
im Frühling die eßbaren Spargelsprossen annagen und so für den Markt
unbrauchbar machen. Soweit die Larve sich vorzugsweise von den Beeren
ernährt, kann sie höchstens der Samenzucht schaden, aber auch das nur in
geringem Maße.
Über den Samenfraß der C. duodecimpunctata wird folgendes berich-
tet: Die aus dem Ei geschlüpfte Larve beginnt nicht sogleich zu fressen, son-
dern wandert zunächst auf der Wirtspflanze umher (bis zu vier Stunden
wurden beobachtet), bis sie auf eine geeignete Beere trifft, in die sie sich
sodann einbohrt. Nach etwa 45 Minuten ist sie völlig in die Beere einge-
drungen. Zum Einbohren bevorzugt sie eine Stelle entweder unter einem
Kelchblatt oder zwischen zwei Kelchblättern. Daß das Bohrloch auf diese
Weise durch das Kelchblatt verdeckt wird, wirkt sich als Schutz für das Tier
aus. In einer Beere wurde stets nur jeweils eine Larve vorgefunden. Die
Larve frißt für einige Tage in der befallenen Frucht, verläßt diese dann
nach der ersten Häutung unter Zurücklassung der leeren Haut und bezieht
eine neue Beere. Die zweite Häutung erfolgt in der zweiten oder auch schon
in der dritten befallenen Beere. Nach dieser zweiten Häutung ist das Tier
bereits so weit herangewachsen, daß es den Inhalt einer Frucht, je nach
deren Größe, in 24 Stunden oder in noch kürzerer Zeit völlig ausfressen
kann. Bis zu ihrer vollen Entwicklung vermag eine Larve also vier Beeren
zu vertilgen.
d. Lilioceris livida (Dalman)
Die bisher einzige Meldung über ein Schadauftreten dieser Art stammt
aus Süd-Nigeria. Im Mai 1912 wurden in Uyo Larven und am 22. Juni 1912
in Ibadan Larven und Käfer gefunden, die Yamspflanzungen befallen hat-
ten. Beide Stadien fraßen Blätter und die weichen Teile der Ranken. In vie-
len Fällen wurden auch die Stengel am Beginn der noch saftigen Triebe
durchgefressen. Durch diese besonders unangenehme Schädigung, verbun-
den mit dem Fraß an den Blättern, wurde das Wachstum der Pflanzen er-
heblich beeinträchtigt. Nach dem Verschwinden der Larven, die sich wahr-
scheinlich zur Verpuppung in die Erde begeben hatten, erholten sich die
Pflanzen zwar wieder, es war jedoch bereits ein großer Schaden angerichtet.
Dem Bericht nach verschwanden die Schädlinge im Juni 1913 wieder. Ein
erneuter Befall von Yamspflanzen durch L. livida ist mir nicht bekannt ge-
worden.
e. Quasilema bilineata (Germar)
Wie bereits in dem Abschnitt über Fortpflanzung und Entwicklung er-
wähnt, richtet der Käfer in den Tabakkulturen Südafrikas großen Schaden
an. Insbesondere wird er durch den Fraß seiner Larve an den Blättern der
Pflanzen schädlich. Die Imagines dagegen sind nicht so gefräßig, der von
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 193
ihnen verursachte Blattverlust ist infolgedessen nicht sehr groß. In Saat-
beeten kann sich der Schaden besonders empfindlich bemerkbar machen.
Meldungen zufolge wurden hier auf jedem Tabakblatt Dutzende von Lar-
ven gefunden und durch den Fraß die Hälfte der Pflanzen vernichtet. Auch
in den Zubereitungsschuppen und sogar noch in Ballen wurde der Tabak
angegriffen, sofern er noch grün war.
In erster Linie wird von ©. bilineata der Tabak befallen. Außerdem
nehmen die Käfer aber noch folgende Futterpflanzen an: Physalis peruviana
(Kap-Stachelbeere), Ph. minima, Ph. lobata und andere Physalis-Arten,
ferner Datura stramonium und D. tatula (Stechapfel). Alle diese Pflanzen
gehören ebenso wie Salpichroa origanifolia (= rhomboidea), auf der der
Käfer in seinem Heimatlande Argentinien lebt, zu den Solanaceen. Von
diesen aufgeführten Futterpflanzen ist jedoch keine in Süd-Afrika heimisch.
Als Wirtspflanze für den Käfer scheinen nicht alle Nachtschattengewächse
geeignet zu sein. Tomate, Kartoffel, Spanischer Pfeffer, Solanum melongena,
S. aculeatissimum, S. auriculatum und zwei weitere Solanum-Arten sowie
Cestrum aculeata wurden nach van der Merve von den Tieren verschmäht.
Pflanzen der Datura stramonium, die innerhalb von Kartoffelfeldern stan-
den, wurden durch den Käfer fast völlig ihrer Blätter beraubt, während die
Kartoffelstauden ringsum kaum von den Tieren angerührt wurden. Von
anderer Seite wird berichtet, daß die Käfer jedoch auch Kartoffelpflanzen
annehmen. Der angerichtete Schaden war allerdings gering. Der Befall der
Wirtspflanzen scheint von Fall zu Fall zu wechseln. So wurden in Piet Retief
Physalis- und Datura-Pflanzen, die in der Nähe stark befallener Tabak-
felder standen, von den Käfern praktisch nicht angenommen, während die
an der gleichen Stelle stehende Nicandra physaloides noch stärker befallen
war als die Tabakstauden.
In Süd-Afrika war der Käfer bisher über Transvaal, Natal, Oranje und
die Kap Kolonie verbreitet. Es wird vermutet, daß die erste Einschleppung
während des Burenkrieges erfolgt ist, und zwar durch in den Tabakballen
überwinternde Weibchen. Erstmals wurde der Käfer 1911 in Natal beob-
achtet, dann 1913 in Cedara (Natal), 1915 in Ixopo Division (Natal), im Fe-
bruar 1915 in Swinburne (Oranje), im April 1915 in Tarkastad (Kap Pro-
vinz), zur gleichen Zeit, jedoch wahrscheinlich schon länger anwesend, bei
Malvern (Durban), 1917 bei Rietvlei, Mooi River District, wo das Tier
bereits fünf Jahre vorher schädlich auftrat, 1919 in Wakkerstroom und
Swaziland, 1920 in der Nähe von Bathurst und bei Middelburg (Transvaal),
ferner bei East London (Kap Provinz), in Verulam und Unkomaas (Natal),
1921 in Bathurst (Kap Provinz).
Dürre wirkt sich auf die Entwicklung der Käfer nachteilig aus, feuchter
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 13
194 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Boden und niederschlagsreiche Witterung begünstigen sie. Es ist deshalb zu
hoffen, daß sich der Schädling in trockeneren Gebieten nicht so stark aus-
breitet.
9. Bekämpfungsmethoden.
Für die Bekämpfung der Spargelkäfer (Crioceris asparagi, C. viridis-
sima und C. nigropunctata) dürften die Vorschläge Dingler’s, wenn sie auch
auf deutschen Verhältnissen basieren, im großen und ganzen ebenso auf die
Tropen anwendbar sein.
Danach ist im kleinen das Absammeln der Schädlinge besonders zu
Beginn ihres Auftretens zu empfehlen und in seiner Wirksamkeit nicht zu
unterschätzen. Durch Zuhilfenahme von Fangvorrichtungen (trichterförmige
Blechgefäße usw.) läßt sich diese Art der Bekämpfung wirksamer machen.
Wo es tunlich erscheint, wird Hühnereintrieb empfohlen. Durch Schonung
der Coccinelliden, die den Crioceris-Larven eifrig nachstellen, ist eine biolo-
gische Bekämpfung anzustreben. Parasiten der Schädlinge sind zwar vor-
handen, haben aber (in Deutschland) keine wirtschaftlich fühlbare Bedeu-
tung. Das gleiche gilt von den insektenfressenden Vögeln. Die Spinnen sind
dem Wirtschaftszweck eher abträglich als nützlich, weil es sich bei ihren
Beuteobjekten nach deutschen Erfahrungen um indifferente Arten, zu einem
weiteren Teil um ausgesprochene Nützlinge (Coccinelliden usw.) handelt.
Da den Käfern vielfach das alte Spargelkraut als Schlupfwinkel während
der vegetationslosen Periode dient, werden mit dessen sorgfältiger Vernich-
tung auch die Schädlinge wirksam bekämpft.
Wenn, wie einige Autoren annehmen, die Larven der C. duodecim-
punctata und in Afrika dementsprechend die der C.nigropunctata aus-
schließlich oder wenigstens in einer Generation ausschließlich in den Beeren
der Spargelpflanzen leben, so könnte man den Käfern durch Anbau nur
männlicher Pflanzen eine wesentliche Lebensbedingung entziehen und damit
eine Maßnahme ergreifen, die sich speziell gegen diesen Schädling richten
würde. Unter deutschen Verhältnissen mißt Dingler dieser Maßnahme aller-
dings keinen praktischen Wert bei, weil „eine derartige Ausschaltung von
C. duodecimpunctata auf Grund allgemein-ökologischer Erfahrung zweifel-
los durch eine desto stärkere Vermehrung des anderen Spargelkäfers (C.
asparagi) kompensiert würde“.
Im Großbetrieb muß sich jedoch zu dem oben erwähnten Verfahren
eine direkte Bekämpfung mit chemischen Mitteln gesellen, die in mannig-
facher Auswahl und Anwendungsmöglichkeit erhältlich sind. Unter euro-
päischen Verhältnissen macht es dadurch keine Schwierigkeit, diese Schäd-
linge in erträglichen Grenzen niederzuhalten.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 195
10. Literaturverzeichnis zum allgemeinen Teil
I. Allgemeine Morphologie
Böving, A. G. & Craighead, F. C., 1931, An Illustrated Synopsis of the Prin-
cipal Larval Forms of the Order Coleoptera (Brooklyn).
Eidmann, H., 1941, Lehrbuch der Entomologie (Berlin).
Lacordaire, M. Th., 1845, Monographie des Coleopteres subpentameres de
la famille des Phytophages, Tome I (Brüssel, Leipzig, Paris).
Weise, J. 1893, Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, begonnen von
Dr. W. F. Erichson, I. Abteil. Coleoptera, 6. Band (Berlin).
II. Stridulations-Apparate
Baier, L. J., 1980, Contribution to the physiology of the stridulation and
hearing of insects. Zoolog. Jahrbuch XLVII, Abtlg. für allgemeine Zoologie
und Physiologie, Jena.
Dingler, M., 1934, Über unsere beiden Spargelkäfer (Crioceris duodecim-
punctata (L.) und C. asparagi (L.)). Z. f. angew. Ent. XXI, Heft 3, p. 420.
Dudich, E., 1920, Über den Stridulations-Apparat einiger Käfer. Ent. Bl.
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Haller, G., 1874, Über einige bis jetzt weniger bekannte Tonapparate der
Insekten. Der Zool. Garten, p. 106, Frankfurt/M.
Landois, H., 1874, Tierstimmen (Freiburg i. Br.).
Prochnow, O., 1907, Die Lautapparate der Insekten. Ein Beitrag zur Zoo-
physik und Deszendenz-Theorie (Guben).
II. Eischalensprenger
Emden, van, F., 1925, Zur Kenntnis der Eizähne der Arthropoden, insbe-
sondere der Coleopteren. Z. f. wissensch. Zool. CXXVI, p. 622.
Heymons, R., 1926, Über Eischalensprenger und den Vorgang des Schlüp-
fens aus der Eischale bei den Insekten. Biolog. Zbl. XLVI, p. 51
Lengerken von, H., 1926, Über Eischalensprenger bei Insekten. Der Natur-
forscher III, p. 113, f. 11.
IV. Verhalten, Entwicklung, Schädlichkeit,
Bekämpfung
Bryant, G. E., 1922, Some new injurious Phytophaga from Africa. Bull. of
Ent. Research, London, p. 473, £.1.
Chiaromonte, A., 1933, Considerazioni entomologiche sulla coltura delle
plante ortensi nella Somalia Italiana. Agric. colon. XXVII, p. 528.
Dingler, M., 1934, Die Tierwelt des Spargelfeldes. Z. f. angew. Ent. XXI,
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Dingler, M., 1934, Über unsere beiden Spargelkäfer, Crioceris duodecim-
punctata (L.) und C. asparagi (L.). Z. f. angew. Ent. XXI, p. 415.
196 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Dingler, M., 1935, die Bekämpfung der tierischen Spargelschädlinge. Z. £.
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Dingler, M., 1935, Über die Lebensweise und Bekämpfung der Spargel-
feinde aus dem Tierreich. Nachr. über Schädlingsbekämpf. 2, p. 1.
Frers, A. G., 1918, Metamorfosis de la „Lema bilineata Germar“. Physis,
Buenos Aires, IV, p. 336.
Lounsbury, C. P., 1926, The continuous war against insects. (Farming in
South Africa) p. 336.
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de Lema bilineata Germar. Convertida en peste de las plantaciones de
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mar). J. of Dep. of Agricult., Pretoria, II, 1921, p. 28, p. 113, p. 303, p. 400;
IV, 1922, p. 301, p. 400; VI, 1923, p. 118, p. 289; X, 1925, p. 379.
The Tobacco Slug. Rhodesia Agricult. J. Salisbury, XIX, Nr. 2, April 1922,
p. 130.
II. Spezieller Teil
Einleitung
Unter Afrika ist in der vorliegenden Arbeit nur der allgemein als „Äthio-
pische Region“ verstandene Teil des schwarzen Erdteils gemeint. Es sind
also hier die an das Mittelmeer angrenzenden Teile, die ja zoogeographisch
sowieso zur paläarktischen Region gerechnet werden, unberücksichtigt ge-
blieben. Ferner habe ich Madagaskar und die benachbarten Inseln nicht be-
handelt, da sie auch bezüglich der Criocerinen eine durchweg endemische
Fauna beherbergen und als eine eigene Region bezeichnet werden. Außer-
dem steht aus diesem Gebiet verhältnismäßig wenig Material zur Verfü-
gung, und infolgedessen ist die Unklarheit über viele der dort vorkommen-
den Arten besonders groß.
Bei meinen Untersuchungen und insbesondere bei den hier folgenden
Art-Diagnosen, die ich fast sämtlich nach dem Augenschein neu angefertigt
habe, benutzte ich ein Binokular mit 30facher Vergrößerung. Ich erwähne
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 197
dieses, weil die Erkennung der Oberflächenskulptur mit dem Grad der Ver-
größerung parallel ansteigt, und demzufolge ein beispielsweise bei gerin-
gerer Vergrößerung noch vollkommen glatter Halsschild bei stärkerer Ver-
größerung oft schon Spuren von Punktierung zeigt. Bei Angaben wie „nur
schwer erkennbar“ ist also die von mir benutzte Lupenstärke zu berück-
sichtigen.
1. Übersicht der Tribus und Gattungen
Die Unterfamilie der Criocerinae zerfällt in drei natürliche Gruppen,
die in der nachstehenden Aufstellung als Triben bezeichnet sind und sich
insbesondere durch die Klauenbildung unterscheiden.
A. Pseudocriocerini — Klauen einander zangenförmig gegenübergestellt.
B. Criocerini — Klauen nebeneinandergestellt, am Grunde frei.
C. Lemiini — Klauen nebeneinandergestellt, am Grunde mitein-
ander verwachsen.
In dem Bemühen, eine bessere Übersicht über die große Artenzahl zu
gewinnen, habe ich eine Anzahl von Gattungen akzeptiert oder früher neu
begründet, obgleich hiervon einige bei Anlegung eines schärferen Maßstabes
vielleicht nur den Wert einer Untergattung oder nicht einmal dieser haben.
Solange jedoch nicht sämtliche Criocerinen der Welt kritisch bearbeitet sind
(und hiermit wird es wohl noch gute Weile haben), bin ich der Meinung, daß
die Beurteilung dieser Gruppe in Bezug auf ihre generische Wertigkeit
zurückzustellen ist. Bis dahin aber werden die jetzt aufgestellten Gattungen
ihren Dienst tun, uns die Übersicht in dem großen Artenreichtum zu erleich-
tern. Insbesondere die Gruppen Trichonotolema und Atactolema, die auf
Grund der Behaarung der Flügeldecken bzw. des Vorhandenseins über-
zähliger Punktreihen auf den Elytren von mir gegründet wurden, werden
später daraufhin zu prüfen sein, ob diese Merkmale spezifischer Art sind
oder einen Gattung- bzw. Untergattung-begründenden Wert besitzen. Es
ist durchaus möglich, daß es sich dabei nur um einen „Isomorphismus“, d.h.
morphologischen Entwicklungs-Parallelismus im Sinne Wagner’s handelt
(vergl. Einleitung zur Monographie der paläarktischen Ceutorrhynchinae;
Ent. Bl. XXXIV, 1938, p. 145). Um hierüber endgültig urteilen zu können,
muß man meines Erachtens aber abwarten, bis die Criocerinen der übrigen
Welt durchgearbeitet sind. Die Diagnosen der früheren Autoren kann man
jedenfalls nicht ohne weiteres zu Rate ziehen, denn selbst Lacordaire, dem
man doch wohl mit Recht nachsagen kann, Beschreibungen von minutiöser
Genauigkeit geliefert zu haben, ist es nicht aufgefallen, daß den jetzt unter
Bradylema zusammengefaßten Arten die abgekürzte Punktreihe auf den
Flügeldecken neben dem Schildchen fehlt.
198
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Die in Afrika vertretenen Gattungen der Criocerinen lassen sich in
folgender Weise übersehen:
1(2)
10:63)
11 (16)
12 (15)
Klauen einander zangenförmig gegenübergestellt, Klauenglied die
Lappen des 3. Tarsengliedes kaum überragend (Abb. 10a, b), Vor-
derbrust zwischen den Hüften schmal sichtbar.
(Pseudocriocerini)
Nur eine Gattung.
Pseudocrioceris Pic
Klauen einander nicht zangenförmig gegenüber-, sondern neben-
einandergestellt; Klauenglied weit über die Lappen des 3. Tarsen-
gliedes hinausragend (Abb. 8, 9, 10c). Vorderbrust zwischen den
Hüften nicht sichtbar.
Klauen am Grunde getrennt (Abb. 10c).
(Criocerini)
Stirn zwei kammartige Erhöhungen bildend, die nach vom zur
Mitte zusammenführen und vorn steil, zum Scheitel allmählich
abfallen.
Sigrisma Fairmaire
Stirn nicht kammartig ausgebildet.
Stirnerhöhung stark erhaben, dreieckig; in den Hinterecken kräf-
tige, nach außen und oben weisende Höcker bildend. Halsschild an
den Seiten zumeist eckig vorgewölbt (Abb. 5b).
Elisabethana Heinze
Stirnerhöhung dreieckig oder herzförmig, höchstens mäßig ge-
wölbt; in den Hinterecken keine Höcker bildend. Halsschild an den
Seiten nicht eckig.
Stirn flach, ohne Absatz in den Scheitel übergehend. Hals hinter
den Augen mäßig tief eingeschnürt. Halsschild an den Seiten sehr
schwach vorgewölbt oder fast parallel (Abb. 2b).
Crioceris Geoffroy
Stirnerhöhung schmal dreieckig bis herzförmig, zum Scheitel durch
eine rundliche Querfurche begrenzt. Hals hinter den Augen sehr
tief spitzwinklig eingeschnürt. Halsschild an den Seiten nahe der
Mitte mehr oder weniger tief rundlich verengt.
Lilioceris Reitter
Klauen am Grunde verwachsen (Abb. 11).
(Lemiini)
Flügeldecken mit nur zehn ganzen Punktreihen.
Stirn mäßig gewölbt; mittlere Erhabenheit nicht höher als die
durch Schrägfurchen abgetrennten Seitenstreifen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 199
13 (14)
14 (18)
15 (12)
23 (26)
24 (25)
25 (24)
26 (23)
Letztes Palpenglied quer. Fühler kräftig, vom 5. Glied an erwei-
tert und deutlich abgeflacht.
Bradylemoides Heinze
Letztes Palpenglied länglich. Fühlerglieder nicht abgeflacht.
Bradylema Weise
Erhabenheit der Stirn stark nach vorn gewölbt; Seitenstreifen der
Stirn gegenüber der Stirnerhöhung vertieft. Kleine, höchstens 4 mm
lange Tiere.
Mimolema Pic
Flügeldecken mit zehn ganzen Punktreihen und außerdem mit
einer abgekürzten Reihe neben dem Schildchen.
Flügeldecken behaart.
Trichonotolema Heinze
Flügeldecken unbehaart.
Flügeldecken im hinteren Teil mit überzähligen Punktreihen zwi-
schen den normalen Reihen.
Atactolema Heinze
Flügeldecken ohne überzählige Punktreihen im hinteren Teil.
Halsschild an den Seiten ungefähr in der Mitte mehr oder weniger
tief verengt oder ausgehöhlt (Abb. 4).
Lema Fabricius
Halsschild nicht in der Mitte, sondern unmittelbar vor der Basis
seitlich eingeschnürt; davor mehr oder weniger stark bis fast kugel-
förmig gewölbt, oder die Seiten fast parallel, ohne Einschnürung
(Abb. 6).
Halsschild oberseits gewölbt, mehr oder weniger kugelförmig
(Abb. 6a); Flügeldeckenspitze neben der Naht ohne Einschnitt.
Halsschild nie mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten in der
Mitte, sondern entweder mit mehreren Reihen oder mit keiner.
Klauen an der Spitze mehr oder weniger schräg zugespitzt.
Hapsidolema Heinze
Halsschild mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten in der
Mitte. Klauen an der Spitze fast waagerecht abgestutzt (Abb. 11b)
Xoidolema Heinze
Halsschild oberseits stark abgeflacht, an den Seiten fast parallel, vor
der Basis kaum verengt, Vorderrand manchmal einen Halbkreis
bildend (Abb. 6b). Flügeldecken schmal und langgestreckt, an der
Spitze neben der Naht mit einem kleinen Einschnitt.
Incisolema Pic
200 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
2. Beschreibung der Gattungen und Arten
A. Pseudocriocerini
a. Pseudocrioceris Pic
(= Brachydactyla Lacordaire)
Pic, (Pseudocrioceris) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 3
Bryant, 1924, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) XIII, p. 300
Crowson, 1953, Ent. month. Mag. 89, p. 195
Crowson, 1955, The natural classification of the families of Coleoptera. p. 187
Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 171
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 139, 166
Lacordaire, (Brachydactyla) 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 599
Lacordaire & Chapuis, 1874, Gen. Col. X, p. 77
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 2
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 185, f. 1, 2
Von Monrös wurde der alte Gattungsname Brachydactyla als Homo-
nym erkannt und eingezogen und diese Gattung dafür mit dem Namen der
von Pic aufgestellten Untergattung Pseudocrioceris belegt.
Gestalt verhältnismäßig breit und flach. Kopf nur wenig nach unten
geneigt, nicht oder nur verloschen punktuliert oder gerunzelt. Erhabenheit
der Stirn nur schwach ausgebildet, dreieckig, in der Mitte meist mit
einem Längsgrübchen; vorn nicht ganz rechtwinklig zugespitzt, gegen den
Scheitel nicht oder kaum abgesetzt; Seitenstreifen der Stirn durch zwei
mäßig tiefe Frontalnähte, die um die Augen herumlaufen, gegen die Stirn-
mitte geschieden. Augen mäßig bis stark gewölbt, rundlich oder länglich;
dem Kopf auf einem ziemlich hohen oder nur niedrigen Sockel angefügt;
neben den Fühlern mit dreieckigem Ausschnitt. Kopfschild vorn ziemlich
gerade abgeschnitten. Oberlippe in kleinem oder größerem Bogen ausge-
randet. Letztes Glied der Maxillartaster länglich, zugespitzt, doppelt so lang
wie an der dicksten Stelle breit.
Fühler kräftig, kurz, die Halsschildbasis nur wenig überragend;
Glieder zylindrisch, vom 5. Glied an verdickt, dicht punktiert und pubeszent;
von den vier ersten Gliedern ist das 2. das kürzeste (kürzer als breit), das
3. mindestens doppelt so lang wie das 2., das 4. etwas kürzer als das 3.; oder
das 3. und 4. Glied sind annähernd gleich lang, jedes etwa 1'/amal so lang
wie das 2.
Halsschild verhältnismäßig klein, subquadratisch oder quer; an
den Seiten leicht nach außen gewölbt oder im hinteren Teil schmaler als
vorn; ohne deutliche Querfurche vor der Basis, aber meist mit schwachen
Vertiefungen verschiedener Art (Abb. 2a).
Schildchen bei den mir bekannten afrikanischen Arten ungefähr
ein halbes Oval bildend, unbehaart, unpunktiert. Flügeldecken breit,
an den Seiten parallel oder hinter der Mitte bauchig erweitert; an der Spitze
u —
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 201
in weitem Bogen gemeinsam abgerundet, hinten an der Naht einzeln leicht
abgerundet oder neben ihr leicht ausgeschnitten; Oberseite ziemlich flach,
mit zehn ganzen Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen. Epi-
pleuren von vorn nach hinten allmählich verschmälert.
Körper auf der Unterseite flach; Abdomen gleichmäßig oder nur
der Hinterrand jedes Segmentes fein behaart; Seitenteile der Mittel- und
Hinterbrust sowie die Vorderbrust mäßig dicht bis dicht behaart, alles übrige
nur spärlich oder gar nicht behaart. Vorderhüften schmal bis undeutlich
getrennt, Mittelhüften mäßig voneinander entfernt, Hinterhüften weit aus-
einanderstehend. Mittelbrust zwischen den Hüften hinten gerade abgestutzt.
Vorderer Fortsatz des ersten Abdominalsegmentes vorn rundlich zugespitzt
oder ziemlich breit gerundet; dieses Segment etwa ebenso lang wie die bei-
den folgenden zusammen oder etwas kürzer (Abb. 7b).
Beine kurz, kräftig; Schenkel leicht verdickt, untereinander wenig
verschieden; Schienen gerade, Tarsen kurz; das Klauenglied nicht oder nur
wenig über das tief gelappte dritte Glied hinausragend; Krallen an den
äußeren Ecken des Klauengliedes eingefügt und sich zangenförmig einander
gegenüberstehend (Abb. 10a, b).
Gattungstypus: Crioceris discoidea Gu£rin aus Java.
Über die Biologie der Arten, die in den Sammlungen verhältnismäßig
selten vertreten sind, ist bisher nichts bekannt geworden. Der gesamte Kör-
perbau läßt aber den Schluß zu, daß die Tiere nicht zu den stengelumklam-
mernden gehören, sondern auf der Oberfläche von Blättern leben. Sowohl
die lache Unterseite des Körpers als auch die Stellung der Krallen befähigen
sie jedenfalls hierzu ganz besonders.
Orientierungstabelle zu Pseudocrioceris
Oberseite gänzlich ziegelfarbig bis gelbbraun.
(4)
(3) Oberschenkel gelbbraun mit schwarzer Spitze. annulipes (Pic)
(2) Oberschenkel einfarbig rotbraun. brachydactylus Monrös
)
Wenigstens die Flügeldecken an der Naht, der Spitze und am Außen-
rand schwarz.
9 (8) Die ersten vier Fühlerglieder deutlich schlanker als die folgenden.
Halsschild hinten verschmälert (Abb. 12). Flügeldecken fein bis mäßig
gereiht punktiert.
6 (7) Flügeldecken fein gereiht punktiert. Halsschild vorn stark verbreitert,
ohne Reihenpunktierung in der Mitte. Unterseite, Beine, Kopf und
Halsschild rötlich, Flügeldecken schwarz.
fulvicollis (Bryant)
202 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
eo
7 (6) Flügeldecken ziemlich kräftig punktiert. Halsschild vorn mäßig stark
erweitert, mit zwei feinen Punktreihen in der Mitte. Fühler, Unter-
seite und Beine schwarz; Halsschild gelblich; Flügeldecken gelblich
mit schwarzer Spitze und Naht und mit schwarzem Außenrand (Abb.
12, 13a, b); oder auch die Flügeldecken im ganzen schwarz (Abb. 18c);
oder Flügeldecken und Halsschild gleichfalls schwarz, gelbbraun blei-
ben allein Oberlippe und Stirn (Abb. 13e).
de wittei n. sp. Heinze
Basalglieder der Fühler fast so dick wie die folgenden. Halsschild
hinten nicht verschmälert (Abb. 2a). Flügeldecken sehr grob gereiht
punktiert. Gelblich, Flügeldecken kaffeebraun bis schwarz.
elisabetha (Heinze)
00
SG
1. Pseudocrioceris annulipes (Pic)
Pic, 1913, Melanges Exot. Ent. V, p. 20 (Brachydactyla)
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 186 (Brachydactyla)
Die Art ist mir unbekannt. Nach der Beschreibung muß sie aber skulp-
turell der P. elisabetha (Heinze) ziemlich ähnlich sein. Der Autor gibt fol-
gende Beschreibung:
«Nitidus, fere glaber, testaceus, antennis pedibusque pro maxime parte
nigris, femoribus testaceis, apice nigris.
Tete plus &troite que le prothorax; antennes robustes, noires avec les
premiers articles teintes de roux en dessous; prothorax court et assez large,
bien plus &troit que les Elytres, multiimpressionne en dessus; Elytres courts
et larges, ä &paules arrondies, courtement retrecis au sommet, faiblement
stries avec les stries ponctu6s de points larges et profonds; pattes tres robus-
tes. Long. 8 mill. Zanguebar.
Differe de B. microdera Lac. par la forme du prothorax, les antennes plus
epaisses, les cuisses bicolores, etc.» (Pic)
Type wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic.
2. Pseudocrioceris brachydactylus Monrös
Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 172
Die Art, die nur nach einem Einzelexemplar beschrieben worden ist,
ist mir gleichfalls unbekannt. Sie scheint der vorhergehenden Art sehr ähn-
lich zu sein, unterscheidet sich von den nachfolgenden Spezies aber deutlich
durch ihre Färbung und durch die Form des Halsschildes. Der Autor gibt
folgende Beschreibung:
„Congo belga, Stanleyville, 1 holötipo en col. Monrös, ex Mouchamps.
7,6X 3,3 mm; largo antenal 2,8 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 203
De color fulvo, con la cabeza, las patas y los cuatro antenitos basales
ferrugineos; antenitos 5-11, tarsos y mancha pronotal lateral de bordes mal
.definidos, negro piceo. Brillo moderado.
Forma menos ancha y algo mäs convexa que en las otras especies.
Cabeza alargada, con los surcos cruzados bien impresos, la escotadura
‘ocular angular y poco profunda y la superficie lisa y moderadamente bril-
lante. Antenas algo mäs largas que cabeza y pronoto, engrosändose hacia al
äpice, con 4 antenitos basales glabros y brillantes y el resto subopaco y
pubescente. Escapo subglabosa; pedicelo subeilindrico corto; antenitos 3-6
‘obcönicos, 6 transverso, los precedentes poco mäs largos que anchos, los
siguientes cilindricos transversos con excepciön del ültimo que termina en
un cono obtuso y es algo mäs largo que el precedente.
Pronoto de diämetros subiguales y ängulos romos, ligeramente con-
strenido en la mitad de los lados, con una impresiön punctiforme poco
aparente delante de la base y el ersto de la superficie impunteado y algo
brillante.
Elitros mucho mäs anchos que el pronoto, de lados subparalelos en los
3/4 basales y luego anchamente redondeados en comün. Sin impresiones y
‚con las lineas de puntos regulares y medianamente impresas.
Patas robustas. Tarsos anchos y con el ültimo tarsito sobresaliendo
apenas del tomento plantar del tercero.
Observationes: Esta especie se distingue de Ps. fulvicollis (Bryant) y
Ps. elisabetha (Heinze) por su cara dorsal unicolor. De Ps. annulipes (Pic) y
Ps. microdera (Lacordaire), ambas unicolores, se separa por el pronoto im-
punteado y sin impresiones. De Ps. annulipes, ademäs, por el äpice femoral
no oscurecido y de Ps. microdera por la puntuaciön elitral mäs superficial
y los tarsos mäs anchos.“
Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Wash-
ington.
3. Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant)
Bryant, 1924, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) XIII, p. 299 (Brachydactyla)
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 187, Fig. 3 (Brachydactyla)
Rötlich; Flügeldecken, Fühlerglieder 5 bis 11 und die Tarsen schwarz.
Stirndreieck flach, äußerst verloschen mikroskopisch punktuliert;
am Übergang zum Scheitel mit einem kleinen Längsgrübchen; Seitenstrei-
fen der Stirn grob punktiert und pustuliert, im oberen Teil an den Innen-
seiten zu den Frontalnähten leicht emporgewölbt. Augen auf einem
hohen Sockel dem Kopf angefügt und hierdurch stark vorstehend.
204 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Fühler robust, die Halsschildbasis wenig überragend; Glied 1 oval,
2 quer, 3 länglich und mindestens doppelt so lang wie 2; Glied 4 wenig
länger als breit, 5 bis 11 erweitert, annähernd quadratisch; 1 bis 4 rötlich
oder mehr oder weniger angedunkelt.
Halsschild an den Außenkanten des Vorderrandes nach hinten
abgeschrägt; in den Vorderwinkeln etwas breiter als die Augen, dahinter in
der vorderen Hälfte parallel, dann plötzlich verschmälert und bis zu den
Hinterecken wiederum ziemlich parallel; Oberseite leicht matt, vor der Basis
mit einem schwachen Quereindruck; davor ragt die Seitenverengung etwas
auf die Scheibe herauf und verursacht jederseits der Mitte eine schwache
Vertiefung.
Schildchen halboval. Flügeldecken an den Seiten parallel,
hinten gemeinsam breit abgerundet, an der Naht einzeln abgerundet; Ober-
seite flach, ohne jeden Quereindruck hinter dem Schildchen; Schulterfurche
flach; Punktreihen fein, regelmäßig, auch hinten nicht rinnenartig vertieft.
Unterseite auf dem Abdomen und der Vorderbrust mäßig, auf
den Seitenlinien der Mittel- und Hinterbrust dicht behaart, sonst unbehaart.
Tarsen breit, Klauenglied etwas über das dritte Glied hinausragend.
In der Ausfärbung können abweichend die Flügeldecken an der Naht
aufgehellt sein.
Länge 8 mm, Breite 3,5 mm.
Vorkommen: Westafrika: Insel San Thome.
Type im British Museum (N. H.), London.
4. Pseudocrioceris de wittei n. sp. Heinze (Abb. 12)
Schwarz oder schwarzbraun. Mundteile, Stirn, bei einigen Exemplaren
auch die Halsoberseite, der Halsschild, der größte Teil der Flügeldecken und
einige Flecken auf der Unterseite der Vorderbrust vor den Vorderhüften
bräunlichgelb. Halsschild mit schmal dunkelbraun bis schwarz gesäumtem
Vorder- und Hinterrand (Abb. 13a); oft jederseits der Mitte mit je einem
verwaschenen, bräunlichen Längsfleck; weiterhin kann in der Mitte der hin-
teren Hälfte ein bräunlicher Längsstrich oder vor der Basis ein Querstrich
auftreten (Abb. 13b). Schildchen schwarz, schwarzbraun oder gelbbraun mit
dunklen Rändern. Flügeldecken mit schwarzer Zeichnung der Nahtkante, des
Außenrandes bis zur letzten Punktreihe, der Epipleuren und der Spitze in
geringer Ausdehnung (etwa !/s der Länge der Flügeldecken).
Stirnerhabenheit schwach vorhanden, dreieckig; an den Außen-
rändern spärlich punktiert und schwach kurz behaart; am Hinterrand leicht
aber deutlich zum Scheitel abgesetzt (was bei den andern afrikanischen
Arten der Gattung nicht zutrifft), hier in der Mitte mit einem kurzen Längs-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 205
grübchen versehen; die hinteren Außenecken scharfrandig hervortretend
und wie der Stirnseitenstreifen an dieser Stelle leicht emporgehoben. Seiten-
streifen dicht grob punktiert. Augen auf einem mäßig hohen Sockel dem
Kopf angefügt, neben den Fühlern mit breit dreieckigem Ausschnitt.
Abb. 12:
Pseudocrioceris de wittei
n. sp. Heinze
Fühler robust; Glieder 1 bis 4 glänzend, 5 und folgende pubeszent
und breiter als die Basalglieder; Glied 1 eiförmig, 2 kürzer als breit, 3 birn-
förmig, 4 so breit wie lang, 5 ungefähr so lang wie breit, 6 bis 10 kürzer
als breit.
Halsschild in der vorderen Hälfte seitlich leicht vorgewölbt, da-
hinter etwas verschmälert und annähernd parallel; Basalfurche sehr schwach;
Scheibe manchmal vorn mit undeutlichen Eindrücken; Punktierung ziemlich
fein und schwach und sehr spärlich vorhanden, bestehend aus je einer
Gruppe in den Vorderecken und zwei Längsreihen über die Mitte (aus
höchstens je 7 Pünktchen gebildet); die übrige Oberfläche ziemlich glänzend
und nur sehr undeutlich und spärlich punktiert.
Flügeldecken mit mäßig starken, regelmäßigen Punktreihen;
Zwischenräume zwischen den Reihen kaum erkennbar chagriniert.
Auf der Unterseite sind die Seitenteile der Mittel- und Hinter-
brust ziemlich dicht, das Abdomen ein wenig schwächer gelblich behaart.
206 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Anden Beinen sind die Klauenglieder der Tarsen so kurz, daß sie kaum
aus den Lappen des letzten Gliedes hervorsehen.
Neben der Normalform treten sehr häufig aberrante Formen auf (Ver-
hältnis der Normal- zur Aberrationsform etwa wie 2 : 3) mit folgenden Fär-
burgsmerkmalen (Abb. 13):
a b c d e
Abb. 13: Variation der Halsschild- und Flügeldeckenzeichnung
bei Pseudocrioceris de wittei n. sp. Heinze.
a) Wie die Nominalform, die Flügeldecken aber im ganzen schwarz
(Abb. 18c).
b) Wie unter a), die dunkle Zeichnung des Halsschildes aber wird kräftiger
und dehnt sich weiter aus, so daß nur noch einige gelblichbraune Flek-
ken bleiben (Abb. 13d).
c) Wie unter a), der Halsschild aber wird gleichfalls ganz schwarz; gelb-
braun bleiben nur die Stirn und die Oberlippe (Abb. 13e).
Länge 6-7,5 mm; Breite 2,8-3 mm.
Eine in der Färbung sehr variable Art, die in naher Verwandtschaft zu
P. fulvicollis (Bryant) steht. Sie ist jedoch etwas schlanker als diese und auf
den Flügeldecken viel kräftiger punktiert, wenn auch nicht so grob wie
P. elisabetha (Heinze).
Vorkommen: Kongo: Rutshuru, Vuhovi.
Es liegt eine Serie von 35 Exemplaren vor. Davon sind 19 Tiere aus dem
Inst. Royal Sci. Natur. Belgique (Parc Nat.), Brüssel, gesammelt von G.F.
de Witte in Rutshuru am 25. X. 1933, 19./25. X. 1934 und 7./24. VI. 1935
(6 Tiere der Nominatform, 9 der ab. a, 4 der ab. c). 16 Tiere kommen aus
dem Mus. Royal Afrique Centr., Tervuren, gesammelt von H. J. Bredo in
Vuhovi am 21. VII. 1935 (2 Tiere der Nominatform, 2 der ab.c) und von
]. Ghesquiere in Rutshuru im Mai und Dezember 1937 und im März 1938
(5 Tiere der Nominatform, 5 der ab. a, und je 1 der ab. b und c).
Type im Inst. Royal Sci. Natur. Belgique (Parc Nat.), Brüssel.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 207
5. Pseudocrioceris elisabetha (Heinze)
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 188, Fig. 4 (Brachydactyla)
Gelb; Beine und Fühler schwarz; Schildchen und Flügeldecken dunkel
kaffeebraun.
Stirn flach, relativ kurz; Stirndreieck fein punktuliert oder schwach
gerunzelt, in der Mitte mit schmaler Längsfurche, die sich bis in den Scheitel
erstreckt; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, unbehaart. Augen fast
unmittelbar dem Kopf angefügt.
Fühler sehr robust; Glied 1 kurz oval, 2 quer, 3 und 4 annähernd
quadratisch, 5 und folgende verhältnismäßig wenig dicker als die Basal-
glieder, jedes wenig länger als breit.
Halsschild vorn und hinten fast gerade abgeschnitten und gleich
breit; Seiten ziemlich gleichmäßig nach außen gerundet, größte Breite etwas
vor der Mitte (Abb. 2a); Oberseite vereinzelt verloschen punktuliert und mit
fünf seichten Vertiefungen versehen: zwei längliche und nach hinten schwach
konvergierende am Vorderrand, zwei halbkreisförmige und nach den Hin-
terecken zu offene in der hinteren Hälfte nahe den Seitenrändern, eine
längsgerichtete kurz vor der Basis.
Flügeldecken breit, flach, hinter der Mitte bauchig erweitert;
hinten gemeinsam breit abgerundet, an der Naht einzeln zugespitzt und
daneben mit einem kleinen rundlichen Einschnitt versehen; hinter dem
Schildchen befindet sich ein undeutlicher, gemeinsamer Quereindruck; Punkt-
reihen grob, regelmäßig, hinten und an den Seiten vertieft; die Färbung ist
ein helleres bis dunkleres schmutziges Kaffeebraun, das an der Naht meist
aufgehellt ist.
Unterseite gelb, hier und da braun gefleckt; am Hinterrand jedes
Abdominalsegmentes steht eine einzelne Reihe feiner Härchen; Seitenteile
der Mittel- und Hinterbrust und die Vorderbrust fein behaart, sonst unbe-
haart. Tarsen breit, kurz; Klauenglied nur wenig über das dritte Glied
hinausragend.
Länge 7?/s-81/3 mm, Breite 31/2-3?/ı mm.
Verbreitung: Kongo, Südafrika.
Type wahrscheinlich im Pariser Museum.
B. Criocerini
- a. Sigrisma Fairmaire
Fairmaire, 1888, Ann. Soc. Ent. Franc. (6) VIII, p. 200
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 25
Weise, 1905, Dtsch. Ent. Z. XLIX, p. 54
Weise, 1919, Arch. f. Naturg. LXXXIII, 4 (1917), p. 176
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 189
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 153, 181
208 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Gestalt langgestreckt, zylindrisch. Kopf steil nach unten geneigt.
Stirn mit zwei schräg von hinten und außen nach vorn zur Mitte zusam-
menführenden, kammartigen Wülsten besetzt; die Kämme fallen zum Cly-
peus steil, zum Hals allmählich ab; in der Mitte sind sie durch einen tiefen
Längseinschnitt voneinander getrennt, an der hinteren Außenkante zu einer
rundlichen Spitze leicht ausgezogen und in ihrer ganzen Ausdehnung mit
sehr groben Punkten mehr oder weniger dicht besetzt. Die grobe Punktie-
ıung setzt sich, allmählich immer feiner werdend, auf dem Scheitel und dem
kugelförmig emporgewölbten Hals fort. Augen auf einem hohen Sockel
angefügt, halbkugelig, stark vorstehend, neben den Fühlern mit dreieckigem
Einschnitt. Kopfschild vorn ziemlich gerade abgeschnitten, spärlich
behaart; Ränder breit eingesenkt, grob punktiert. Oberlippe in weitem
Bogen ausgerundet. Letztes Glied der Maxillartaster schlank, etwa
doppelt so lang wie breit, vorn zugespitzt.
Fühler kurz, robust, höchstens die Basis des Halsschildes erreichend;
Glied 1 eiförmig; von den drei folgenden Gliedern ist das 2. das kürzeste
(viel kürzer als breit), das 3. das längste (etwas länger als breit); die Glieder
5 bis 11 sind erweitert, jedes höchstens so lang wie breit, häufig aber kürzer.
Halsschild an den Seiten im vorderen Drittel rundlich-dreieckig
erweitert, dahinter schräg verengt, im letzten Drittel meist annähernd par-
allel (Abb. 5a); auf der Oberseite zerstreut bis mäßig dicht mit groben Punk-
ten besetzt.
Schildchen länglich dreieckig, hinten abgerundet, soweit sichtbar
unbehaart. Flügeldecken schlank, parallel, stark querüber gewölbt;
erst kurz vor der Spitze in kurzem Bogen gemeinschaftlich abgerundet, an
der Naht einzeln abgerundet; jede Decke mit 10 ganzen Punktreihen und
einer abgekürzten am Schildchen. Epipleuren von den Schultern zur
Spitze allmählich verschmälert; kurz hinter der Schulter mit einer kleinen
Vertiefung versehen, in die ein dornartiger Fortsatz der Seitenteile der
Hinterbrust hineinragt.*)
Unterseite stark gewölbt; Seitenteile der Mittel- und Hinterbrust
ziemlich dicht, alles übrige sehr vereinzelt behaart. Vorderhüften
zusammenstoßend, Mittelhüften hinten gerade bis rundlich abge-
stutzt, Hinterhüften nur wenig mehr auseinanderstehend als das vor-
hergehende Paar. Erstes Abdominalsegment etwa so lang wie die
drei folgenden zusammen; vorn in einer scharfen, schlanken Spitze zwischen
die Hinterhüften ragend.
*) Diese Bildung, die allen Criocerinen, ausgenommen Pseudocrioceris,
eigen aber vielfach verkümmert ist, zeigt Sigrisma am deutlichsten. Sie dient offen-
bar dazu, die Flügeldecken in der Ruhelage zu fixieren.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 209
Beine kurz, kräftig; Schenkel ziemlich keulig, die vorderen nur wenig
schwächer als die übrigen. Tarsen schlank, Klauenglieder zur Hälfte über
das 3. Tarsenglied hinausragend. Klauen ziemlich weit auseinanderstehend,
stark nach unten gekrümmt.
Gattungstypus: Sigrisma tuberifrons Fairm. aus Afrika.
Die wenigen Arten dieser auf Afrika beschränkten Gattung sind sich in
Gestalt und Skulptur sehr ähnlich. Über ihre Biologie kennt man bisher noch
kaum etwas. Allein von der Sigrisma cylindrica (Klug) (ab. thoracica Weise)
ist Asparagus als Futterpflanze bekannt geworden, auf dem sie durch Lesne
in Mozambique gesammelt wurde.
Orientierungstabelle zu Sigrisma.
1 (2) Flügeldecken metallisch; grün, blau oder violett.
viridipennis Pic
2 (1) Flügeldecken nicht metallisch, sondern schwarz mit je einer gelben
Längsbinde.
3 (4) Größere Art, wenigstens 5,5 mm lang. Halsschild vorn stark verbrei-
tert, mäßig dicht bis zerstreut punktiert.
cylindrica (Klug)
4 (3) Kleinere Art, 4-5 mm lang. Halsschild weniger stark verbreitert, dicht
und grob punktiert.
korschefskyi Heinze
1. Sigrisma viridipennis Pic
= (Sigrisma ventralis Pic) syn. nov.
Pic, 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17
Pic, 1937, Rev. Suisse Zool. XLIV, 6, p. 108
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 64
Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. XX, p. 23
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 192
Pic, (S. ventralis) 1934, Melanges Exot. Ent. LXIV, p. 2
Schwarz; Unterseite und Schenkel mit schwachem Metallglanz. Hals-
schild rötlichgelb mit einer schwarzen, von vorn nach hinten allmählich ver-
schmälerten Längsbinde. Flügeldecken metallischgrün, -blau oder -violett.
Der weiter unten beschriebenen S. cylindrica (Klug) sehr ähnlich, wenn
auch in der Färbung stark abweichend. Die skulpturellen Merkmale sind fast
genau wie bei dieser, jedoch ist der Halsschild etwas dichter und ausge-
dehnter punktiert. Die Zwischenräume zwischen den Punktreihen der Flü-
geldecken sind manchmal (besonders in dem schwachen Obereindruck hinter
dem Schildchen) leicht querrunzelig.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 1 14
210 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Abweichend von der Normalform können folgende aberrante Formen
auftreten:
a) Wie die Nominatform, lediglich die schwarze Längsbinde des Halsschil-
des ist in der Mitte mehr oder weniger unterbrochen oder wenigstens
stark verschmälert. = (ab. interrupta Heinze 1930; und ab. elongata Pic
1937).
b) Wie die Nominatform, das Abdomen aber rötlich gefärbt. = (S. ventralis
Pic 1934).
Länge 5,5-6,5 mm; Breite 1,8-2,1 mm.
Verbreitung: Kongo: Katolo, Kiambi, Kuvangu, Sankisia, Jodotville, Elisa-
bethville; N. W.-Rhodesia: Nr. Kafue Bridge.
Type wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic.
Type der S. ventralis Pic und die der ab. elongata Pic wahrscheinlich eben-
falls im PariserMuseum, Sammlung Pic. Type der ab. interrupta Heinze
wahrscheinlich im Musee Royal de l!’Afrique Centrale, Tervuren.
2. Sigrisma korschefskyi Heinze
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 192, Fig. 6
Schwarz; Halsschild rötlichgelb mit einer schwarzen Längsbinde in der
Mitte; Flügeldecken gelb, an der Naht, am Außenrand und an der Spitze
schwarz; letztes Abdominalsegment auf jeder Seite mit einem kleinen röt-
lichen Fleck.
Ebenfalls der S. cylindrica (Klug) sehr ähnlich. Von ihr aber wie folgt
deutlich unterschieden: Erheblich kleiner; die kammartigen Erhebungen der
Stirn schwächer; Halsschild an den Seiten weniger erweitert, viel dichter
und ausgedehnter punktiert, ohne glatten Längsstreifen in der Mitte. Der
schwarze Längsstreifen des Halsschildes ist von vorn bis hinten parallel,
vorn nicht breiter, sondern eher schmaler. Die schwarze Färbung der Flügel-
deckenspitzen ist viel weniger ausgedehnt.
Länge 4,5-5,3 mm; Breite 1,6-1,8 mm.
Verbreitung: Albertsee; Nord-Rhodesia; Natal.
Type im Museum G. Frey, Tutzing.
3. Sigrisma cylindrica (Klug)
—= (Auchenia ? frontalis Laporte)
= (Sigrisma tuberifrons Fairmaire)
= (Sigrisma posticina Weise)
Klug, 1835, Erman’s Naturhistor. Reiseatlas, p. 46 (Lema)
Gu£rin, 1829-44, Icon. regne anim. Ins. p. 263 (Crioceris)
—
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 a
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 596 (Crioceris)
Weise, 1905, Dtsch. Ent. Z. XLIX, p. 54 und 323
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 190, Fig. 5
Laporte, (Auchenia frontalis), 1851, Hist. Natur. Ins. II, p. 509
Fairmaire, (S. tuberifrons) 1888, Ann. Soc. Ent. Franc. (6) VIII, p. 201
Peringuey, (S. tuberifrons) 1892, Trans. S. Afr. Phil. Soc. VI, 2, p. 83
Weise, (S. posticina) 1919, Arch. f. Naturg. LXXXIIL 4 (1917), p. 175
Schwarz. Halsschild gelb mit einem schwarzen Längsstreifen in der
Mitte. Flügeldecken gelb; Naht, Seitenrand und Spitze schwarz.
Fühler die Halsschildbasis erreichend, ihre mittleren Glieder unge-
fähr quadratisch.
Halsschild mit ziemlich spärlich und unregelmäßig angeordneten
großen Punkten besetzt, die die Seiten und einen schmalen Mittellängs-
streifen frei lassen und gegen den Vorderrand zu stark abgeschwächt oder
mit feineren Punkten untermischt sind. Basalfurche schmal aber ziemlich
deutlich (Abb. 5a).
Flügeldecken etwas schmaler als der Halsschild an seiner brei-
testen Stelle; hinter dem Schildchen undeutlich quer niedergedrückt; Punkt-
reihen ziemlich kräftig, gegen die Spitze leicht vertieft; Zwischenräume
zwischen den Reihen sehr selten und nur auf kurze Strecken gereiht punk-
tuliert, jedoch steht eine Reihe feiner Pünktchen zwischen der Naht und der
abgekürzten Reihe neben dem Schildchen.
Zur möglichen Färbungsabänderung von der Normalform ist folgendes
zu sagen: Auf dem Halsschild ist die schwarze Längsbinde mäßig breit,
meist am Vorderrand am breitesten. Sie wird aber häufig:
a) in der Mitte unterbrochen = (ab. thoracica Weise 1905) und
b) manchmal auf einen kurzen dreieckigen Quersaum am Vorderrand und
einen Punkt in der Basalfurche reduziert = (S. posticina Weise 1919).
Die wenig veränderliche schwarze Färbung der Flügeldecken erstreckt
sich normalerweise an der Naht in der Schildchengegend bis zur 2. (ganzen),
dahinter bis zur 3. Punktreihe. Am Außenrande reicht sie in der Mitte bis
zwischen die 8. und 9. Reihe und erweitert sich an der Schulterbeule vier-
eckig bis zur 5.; nach hinten zu erweitert sich die Färbung am Außenrand
allmählich schräg bis zur 7. Reihe, wo sie sich mit der Spitzenfärbung ver-
bindet, die etwas über den Abfall der Flügeldecken hinaufreicht. Es kann
nun die Spitze der Flügeldecken statt schwarz rötlich sein. = (S. posticina
Weise 1919).
Länge 5,5-6,5 mm; Breite 1,9-2,1 mm.
Verbreitung: Die Art ist in Afrika weit verbreitet (wenn auch in den Samm-
lungen nicht sehr zahlreich vertreten) und zwar im Westen von Senegal,
212 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
im Osten von Erythraea bis hinunter zum Kap. Bisher wurde die Art im
einzelnen gemeldet von: Senegal, Guinea, Uamgebiet, Angola, Avambo,
Bogoland (Keren), Ituri, Kilimandscharo, Uhehe, Rhodesia, Mozambi-
que, Transvaal, Orange Freistaat, Natal.
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. Type der ab. thora-
cica Weise und die der S. posticina Weise wahrscheinlich ebenfalls im
Zoologischen Museum der Universität Berlin. Die Type der S. tuberi-
frons Fairmaire und die der Auchenia frontalis Laporte befinden sich
wahrscheinlich im Pariser Museum.
b. Elisabethana Heinze
= (Conradsia Pic) syn. nov.
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 252, Fig. 7
Jolivet, 1955, Explorat. Parc Nat. Upemba, Mission de Witte 1946- 1949, Fasc. 38
(4), p. 77
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 152, 180
Pic, (Conradsia) 1936, Melanges Exot. Ent. LXVIII, p. 10
Gestalt meist schlank, langgestreckt, zylindrisch, selten mäßig breit.
Kopf steil nach unten geneigt. Stirnerhebung mehr oder weniger
breit pfeilspitzenförmig mit ausgerundeten Seiten, in ihrer ganzen Ausdeh-
nung stark erhaben mit senkrecht abfallenden Rändern; in den Hinterecken
in eine rundliche, nach außen oben gerichtete Spitze verlängert, in der Mitte
durch eine Längsfurche geteilt; Seitenstreifen der Stirn breit, stark punk-
tiert. Augen auf einem hohen Sockel dem Kopf angefügt, halbkugelig,
stark vorstehend, neben den Fühlern dreieckig ausgeschnitten. Kopf-
schild vorn gerade abgeschnitten, im oberen Teil häufig zu einem Längs-
wulst erhoben. Oberlippen ebenfalls fast gerade abgeschnitten. Letz-
tes Glied der Maxillartaster eiförmig zugespitzt. Scheitel und
Hals an den Seiten stark eingeschnürt; Hals hinter der Einschnürung fast
kugelig gewölbt.
Fühler ziemlich robust, die Halsschildbasis meist etwas überragend;
Glieder sämtlich zylindrisch, vom 5. Glied an verdickt; Glied 1 eiförmig,
2 etwa quadratisch, 3 etwa doppelt so lang wie breit, 4 ungefähr 1'/amal so
lang wie breit, 5-11 etwas länger als breit, 5 und 7 am längsten.
Halsschild hinten und vorn fast gerade abgeschnitten, an den
Seiten nach außen kräftig gerundet erweitert; die Rundung meist durch
einen mehr oder weniger kräftigen Höcker prononziert und hierdurch leicht
eckig; an dieser Stelle hat der Halsschild die größte Breite, dahinter ist er
mehr oder weniger stark aber immer ziemlich tief eingeschnürt (Abb. 5b),
von der Einschnürung zieht sich dicht vor der Basis eine immer deutliche
Querfurche über die Oberseite; die Punktierung besteht im Prinzip immer
— _ _
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 213
aus folgenden Elementen: eine Querreihe am Vorderrande, die mehr oder
weniger tief ist, und ein Längsstreifen über die Mitte, der von seinem hin-
teren Ende jederseits einen schrägen bis bogenförmigen Ast zu den Vorder-
ecken sendet und dort in einer Gruppe von Punkten endet.
Schildchen mit annähernd parallelen Seiten, quadratisch bis läng-
lich, hinten abgerundet oder abgestutzt, unbehaart. Flügeldecken
schlank bis mäßig breit, parallel oder hinten sehr wenig erweitert, stark quer-
über gewölbt oder leicht abgeflacht; Quereindruck hinter dem Schildchen —
wenn überhaupt vorhanden — nur seicht; hinten gemeinsam kurz abgerun-
det, an der Naht einzeln abgerundet; jede Flügeldecke mit zehn ganzen
Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen, zwischen der letzteren
und der Naht immer eine feine Punktreihe; Epipleuren von der Schul-
ter zur Spitze allmählich verschmälert; kurz hinter der Schulter mit einer
kleinen Vertiefung am Innenrand, auf die eine schmale, in leichtem Bogen
vorgerundete Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust übergreift.
Unterseite mäßig bis wenig gewölbt; Behaarung entweder auf
der ganzen Hinterbrust oder nur auf deren Seitenteilen am stärksten, im
übrigen spärlich bis fehlend. Vorderhüften zusammenstoßend, Mit -
tel-und Hinterhüften nicht weit getrennt. Mittelteil der Mittel-
brust hinten abgerundet oder gerade abgestutzt. Erstes Abdominal-
segment mit einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften
ragend, etwas länger als die beiden folgenden zusammen.
Beine in den beiden ersten Paaren ziemlich schlank, letztes Schenkel-
paar leicht verdickt. Tarsen schlank, Klauenglied mehr als zur Hälfte aus
den Lappen des dritten Gliedes herausragend; Klauen an der Basis mäßig
weit voneinander getrennt oder leicht genähert, mäßig lang und gekrümmt
oder kurz und dann nur wenig gekrümmt.
Gattungstypus: Crioceris balyi Harold aus Afrika.
Auch diese Gattung scheint nur in Afrika beheimatet zu sein. Sie bildet
‚einen Übergang zwischen den Gattungen Sigrisma Fairmaire und Crioceris
Geoffroy. Der ersteren ähnelt sie durch die gestreckte Gestalt und die Um-
risse des Halsschildes, der letzteren, der sie am nächsten steht, durch die
Stirnbildung, die gewissermaßen die Form der Crioceris-Stirn übertreibt.
Elisabethana picturata (Clavareau) könnte man, was die Form des Hals-
schildes angeht, auch zur Gattung Crioceris stellen. Wegen der knötchen-
artig verlängerten Hinterecken der Stirn sehe ich jedoch hiervon ab.
Über die Biologie der Arten ist nichts Näheres bekannt. Lediglich von
E.militaris (Jacoby) sagt der Autor, daß die Art auf „lily of the valley“
gefunden wurde, d. h. auf dem Maiglöckchen, Convallaria maialis, von dem
ich aber bezweifele, daß es in Afrika vorkommt.
214
1(2)
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Orientierungstabelle zu Elisabethana
Halsschild an den Seiten gerundet, nicht eckig erweitert; rötlich-
braun mit fünf schwarzen Flecken. Flügeldecken gelb mit folgen-
den schwarzen Zeichnungen: ein nierenförmiger Schulterfleck, ein
gemeinsamer Fleck am Schildchen, eine gemeinsame Querbinde
hinter der Mitte, je ein Fleck nahe der Spitze, ein schmaler Saum
am Außenrand. picturata (Clavareau)
Halsschild an den Seiten eckig erweitert (Abb. 5b), Oberseite anders
gezeichnet.
Oberseite ganz oder größtenteils gelblich bis bräunlich; Flügel-
decken ohne scharf begrenzte schwarze Zeichnungen.
Unterseite und alle Gliedmaßen schwarz. Oberseite einfarbig bräun-
lichgelb. inornata Heinze
Unterseite und Gliedmaßen höchstens teilweise schwarz.
imitata Heinze
Mittel- und Hinterbrust schwarz.
Halsschild gelblich oder höchstens mit verwaschenen Flecken.
imitata Heinze
Halsschild schwarz mit rotem Vorderrand. clorindae Jolivet
Unterseite im ganzen gelblich. gambiensis Monrös
Oberseits wenigstens die Flügeldecken mit scharf begrenzten,
schwarzen Zeichnungen.
Flügeldecken mit einer oder drei Längsbinden, die jedoch stark
reduziert sein können bis auf einen Schulterflecken.
Halsschild einfarbig gelb, gelbbraun oder rötlich, höchstens mit
etwas dunkler getönten, undeutlichen Fleckchen.
Flügeldecken mit einem schmalen, schwarzen Nahtstreifen und
einer rötlichen Längsbinde am Außenrand.
Flügeldecken strohgelb mit ganz leichtem grünlichem Schimmer,
Nahtstreifen schwarz. angulicollis (Jacoby)
Flügeldecken gelb bis bräunlichgelb, außer dem schwarzen Naht-
streifen mit einer rötlichen, innen manchmal schwarz begrenzten
Längsbinde am Außenrand.
Fühler ganz schwarz. Halsschild rötlich. transvaalensis (Jacoby)
Fühler erst vom 7. Glied an schwarz. variabilis (Clavareau)
'Flügeldecken mit einem schwarzen Nahtstreifen und schwarzen
Außenrändern; Epipleuren, Beine und Fühler meist ebenfalls
schwarz oder auch teilweise bis gänzlich hell. trilineata Heinze
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 219
19 (12) Halsschild gelb mit drei scharf abgesetzten, länglichen, schwarzen
Flecken. Flügeldecken auf der Naht und vor dem Außenrand mit
drei schwarzen, hinten verkürzten Längsbinden (Abb. 14), die je-
doch bis auf die Schulterflecken reduziert sein können.
zumpti n. sp. Pinsdorf
20 (11) Flügeldecken stets mit wenigstens einer gut ausgebildeten Quer-
binde.
21 (22) Halsschild rot, mit zwei großen, im hinteren Teil zusammenfließen-
den, schwarzen Flecken. Flügeldecken gelb, ein Schulterfleck, eine
gemeinsame Makel hinter dem Schildchen, der Außenrand und eine
gemeinsame Querbinde hinter der Mitte schwarz.
militaris (Jacoby)
22 (21) Halsschild rot bis bräunlichrot, einfarbig oder mit fünf schwarzen
Flecken. Flügeldecken gelblich mit zwei gemeinsamen, schwarzen
Querbinden an der Basis und hinter der Mitte; Außenrand eben-
falls mehr oder weniger schwarz.
23 (24) Wenigstens 5,5 mm lang, in den Flügeldecken breit bis mäßig
breit. Halsschild kräftig blutrot, einfarbig oder mit fünf (2,3)
schwarzen Flecken. Flügeldecken außer den zwei Querbinden zu-
meist mit schwarzer Spitze, die jedoch auch ganz fehlen kann.
tricolor Heinze
24 (23) Höchstens 5 mm lang, meist etwas kleiner. Halsschild einfarbig
gelblich- bis bräunlichrot. Auf den Flügeldecken außer den zwei
Querbinden die hintere Nahtkante und die äußerste Spitze schwarz.
balyi (Harold)
1. Elisabethana picturata (Clavareau)
Clavareau, 1912, Ann. Soc. Ent. Belgique LVI, p. 172 (Sigrisma)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 58
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 255, Fig. 9
Papp, 1946, Additam. Faunist. Col. IV, p. 3
Bräunlich, Kopf schwarz gefleckt. Fühler vom fünften Glied an schwarz.
Halsschild mit fünf schwarzen, länglichen Flecken (2,3). Schildchen schwarz.
Flügeldecken gelb, schwarz mit schwachem, gelblichem Metallglanz sind:
die Naht, der Außenrand, ein nierenförmiger Fleck auf der Schulter, ein
gemeinsamer lanzenförmiger Fleck am Schildchen, eine gemeinsame, mäßig
breite, geschweifte Querbinde hinter der Mitte und ein rundlicher Fleck
nahe der Spitze, der dem Außenrand näher steht als der Naht. Auf der
bräunlichen Unterseite trägt das Prosternum zwei schwarze Flecken; Vorder-
hüften schwarz, Abdomen schwärzlich, Segmente fein gelb gerandet.
216 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Schlank, schmal, stark querüber gewölbt. Erhebung der Stirn drei-
eckig, stark erhaben, mit schmaler Mittelfurche, grob vereinzelt punktiert,
Hinterecken rundlich erhöht. Hals dicht und fein punktiert. Fühler
die Halsschildbasis leicht überragend, die mittleren Glieder etwas länger als
breit.
Halsschild länger als breit, vorn und hinten leicht geschweift, an
den Seiten stark rundlich erweitert; größte Breite vor der Mitte, dahinter
stark verengt; Basalfurche tief; Punktierung der Scheibe mäßig grob, An-
ordnung nach dem bei der Gattung üblichen Schema, aber sehr ausgedehnt,
so daß jederseits der Mitte nur eine ziemlich kleine, längliche Stelle frei
davon bleibt.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken
hinter dem Schildchen mit kleinem Quereindruck; Punktreihen ziemlich
kräftig, hinten viel feiner werdend und nur schwach vertieft. Unter-
seite spärlich, auf den Seitenteilen der Mittel- und Hinterbrust dicht
behaart.
Neben der Normalform können Formen mit etwas abweichender Zeich-
nung und Färbung auftreten:
a) Abdomen hellgelb mit je einem schwarzen Fleck auf jedem Segment
jederseits der Mitte. = (ab. abdominalis Papp 1946).
b) Spitzenfleck der Flügeldecken mit dem Außenrand mehr oder weniger
deutlich verbunden. = (ab. conjugata Papp 1946).
Länge 6-6,5 mm; Breite 2,2-2,5 mm.
Verbreitung: Uganda: Bussu Bosoga; Kongo: Albertville;
Franz. Guinea: Reg. Kindia, Mt. Gangan.
Type im Musee civique de G£nes.
2. Elisabethana inornata Heinze
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 62
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 25
Schwarz, Oberseite bräunlichgelb; Kopf mit Ausnahme der Stirn
schwarz.
Schlank, schmal, mäßig abgeflacht. Stirnerhabenheit herz-
förmig, von einzelnen groben Punkten zerstochen, mit schwacher Mittel-
furche. Hals unpunktiert. Fühler kurz, robust; Glieder 3 und 4 an-
nähernd quadratisch, die mittleren Glieder etwas länger als breit.
Halsschild an den Seiten ziemlich kräftig, in stumpfem Winkel
erweitert; Punktierung aus einzelnen Reihen nach dem bei der Gattung
üblichen Schema bestehend, ziemlich kräftig; Basalfurche schmal aber tief,
in der Mitte mit einem Längsgrübchen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 217
Schildchen kurz, hinten leicht verschmälert und abgerundet.
Flügeldecken oberseits etwas abgeflacht, hinter dem Schildchen
seicht niedergedrückt; Punktreihen vorn kräftig, hinten schwächer und kaum
vertieft. Unterseite spärlich, Seitenteile der Mittel- und Hinterbrust
dicht behaart.
Länge: 71/2 mm, Breite 21/2 mm.
Vorkommen: Uamgebiet: Bosum.
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin.
3. Elisabethana imitata Heinze
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 256, Fig. 8
Hellgelb bis braungelb, Unterseite und Gliedmaßen mehr oder we-
niger teilweise schwarz. Kopf auf der Unterseite und vor der Stirn schwarz
oder nur ein Fleck auf jeder Seite des Halses oder der Seitenstreifen der
Stirn schwarz. Fühler gänzlich oder Glieder 5-11 ganz und 2-4 teilweise
schwarz. Vorderbrust oder nur die Vorderhüften und je ein Fleck neben
ihnen schwarz; Mittel- und Hinterbrust immer schwarz; Abdomen meist
gelblich, manchmal die Segmente 2-5 schwarz oder nur je ein Fleck auf
jeder Seite dieser Segmente. Tarsen und Schienenspitze immer, manchmal
auch die Schienen in der Spitzenhälfte schwarz. Schenkel manchmal ein-
farbig gelb, oft auf der Oberseite oder gänzlich (mit Ausnahme der Spitze
und der äußersten Basis) schwarz.
Die Färbung der Art kann in der angegebenen Weise sehr mannigfach
wechseln. Bemerkenswert ist eine besonders dunkle Form mit folgenden
Merkmalen: Schwarz, Abdomen gelb. Stirn und vorderer Teil des Halses
bräunlich. Halsschild bräunlich mit fünf schattenhaft begrenzten, großen,
teils ineinanderlaufenden, schwarzen Flecken, die ungefähr den von der
normalen Makropunktierung freien Raum einnehmen; Vorderkante und
Basalfurche behalten jedoch die hellere Grundfarbe. Schildchen und Flügel-
decken bräunlich, letztere zur Spitze und zum Außenrand mäßig dunkel
bis hell, an der Naht aber dunkel pechbraun; diese dunkle Färbung reicht
deutlich bemerkbar von der Basis bis etwa zur Schulterfurche, verschmälert
sich nach hinten dann allmählich bis zur zweiten Punktreihe und endet vor
der Spitze; sie geht überall ohne feste Grenze in die hellere Grundfärbung
über.
Länge: 5,5-8,5 mm; Breite 2,3-2,8 mm.
Der vorstehend aufgeführten E.inornata Heinze sehr ähnlich und
skulpturell und habituell kaum von ihr unterschieden, so daß sich einzelne
Angaben hierüber erübrigen. Da aber selbst bei der oben beschriebenen
218 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
sehr dunklen Koloritform Unterseite und Gliedmaßen noch nicht einfarbig
schwarz sind wie bei E. inornata, möchte ich zunächst noch von einer Ver-
einigung der beiden Arten absehen.
Verbreitung: Kamerum: Buar; Kongo: Lulua — Kasaifluß, Kapanga, San-
doa -, Kafakumba, Elisabethville und südwestlich hiervon; Tanganika-
Moero: Nyunzu. Nyassaland: Mlanja;
Type im British Museum (N. H.), London.
4. Elisabethana clorindae Jolivet
Jolivet, 1955, Explorat. Parc Nat. De L’Upemba, Mission De Witte, Fasc. 38, p. 51
Die Art ist mir noch unbekannt. Nach der Beschreibung steht sie in
nächster Verwandtschaft zur E. imitata, von der sie der Autor jedoch nach
folgender Diagnose unterscheidet:
„Long.: 9 mm, larg.: 3 mm.
Allonge, peu convexe. Dessus noir luisant, ä l’exception des &Elytres
(suture et apex jaunätres), d’une tache mediane sur le vertex et de deux
taches syme&triques, sur le rebord en arriere du front qui sont rousses, du
bord anterieur du pronotum roux et des pattes qui ont les genoux et une
partie des tibias roux. Dessous lisse, Juisant, pubescent, noir sauf !’abdomen
qui est jaune d’or.
Ressemble beaucoup ä Elisabethana imitata Heinze, mais s’en Ecarte ä
premiere vue par la coloration (E. imitata est presque entierement jaunätre).
Le pronotum d’E. clorindae est plus &troit, sa ponctuation plus reguliere.
Tete fortement retrecie en arriere des yeux, ceux-ci etroitement et assez
profund&ment fendus, les canthus oculaires, triangulaires et en relief, ponc-
tues; labre Echancre, lisse, avec une ligne de soies au milieu; clype&us lisse
au centre, avec quelques gros points et des poils ä l’entour; calus suranten-
naires glabres, aplatis, subtriangulaires, lisses; front assez relev&, luisant,
fortement ponctue-rugueux, poilu, avec un sillon median profond, reborde,
qui le coupe completement en deux, avec, un rebord basal roux et im-
ponctusg, les sillons lateraux larges, fortement rugueux, tres poilus en dessus
des calus surantennaires; vertex pratiquement lisse; antennes ä articles 1 et
2 globuleux, glabres, ä articles 3 et 4 subegaux, peu poilus, subarrondis, les
autres articles fortement &largis et pubescents.
Pronotum legerement plus large que long, peu convexe, lisse avec de
gros points ainsi repartis: deux doubles lignes longitudinales medianes,
s’ecartant ä la base pour former un amas de gros points irreguliers, de cet
amas part, de chaque cöte, une ligne de points qui rejoint les tres nombreux
points des angles anterieurs, egalement une ligne simple de points bordant
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 219
le bord apical du pronotum. En somme, le dessin de ces points figure gros-
sierement un W ferme&. Le bord apical avance&, releve, suivi en dedans d’une
depression, le bord basal reborde, egalement avec une depression en dedans,
les cöt&s avanc&s en pointe &moussee vers le milieu. Ecusson triangulaire,
pointu ä l’apex, pratiquement lisse, roux mele de noir.
Elytres allonges, subparalleles, avec une impression en dedans des
epaules, l’apex subarrondi, couverts de series lineaires regulieres de gros
points enfonces, avec les interstries lisses, larges et plates, non relevees ä
l’apex. Pattes poilues ä l’apex des tibias et sur les tarses.
Holotype: Mukana, 1310 m, 4. III. 1948.“ (Jolivet).
Type im Institut des Parcs Nationaux du Congo et du Ruanda-Urundi.
5. Elisabethana gambiensis Monrös
Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 182
Diese Art ist mir gleichfalls noch unbekannt. Der Autor beschreibt sie
als der E. imitata sehr ähnlich und gibt folgende Diagnose:
„Senegal, Haute Gambie: Kedougu, III. 1941, 1 holötipo F. Palau leg. en
col. Monrös.
9,8X2 mm; largo antenal aprox. 2 mm.
Coloraciön amarilla. Antenas parduscas. Pronoto y &litros anaranjados,
cabeza amarillo-anaranjada. Quinto distal del ültimo tarsito negro. Brillo
vitreo.
Cabeza con los triängulos elevados bien marcados y con algunos puntos
poco densos, de igual diämetro que los que bordean los ojos. Cuello con
algunos pequenos puntos. Antenas gradual y moderadamente engrosadas
hacia el äpice.
Pronoto con el tuberculo lateral poco aesarrollado. Angulos anteriores
con puntos grandes, pero poco densos; disco con una banda longitudinal
formada por dos o tres lineas irregulares de puntos y a cada lado de ella y
separada por un ärea lisa, una linea de puntos; ninguna de estas lineas llega
a la base.
Elitros alargados, algo deprimidos y con la puntuaciön regular y ate-
nuäandose hacia el äpice.
Observaciones: Esta especie es algo semejante a E. imitata Heinze y se
caracteriza por su coloraciön clara y sin diseno dorsal y por la talla, menor
que la de cualquier otra especie de dorso unicolor.“ (Monrös).
Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Washing-
ton.
220 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
6. Elisabethana angulicolles (Jacoby)
Jacoby, 1895, Trans. Ent. Soc. London, p. 162 (Crioceris)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 57
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 256
Strohgelb mit ganz schwachem grünlichem Schimmer; schwarz sind
die Fühler, der Kopf mit Ausnahme der Stirnerhebung, der Hals bis auf ein
gelbliches Querband, die Flügeldeckennaht, die Basis der Schenkel, die
Tarsen, die Brust und je ein Fleck auf jedem Abdominalsegment jederseits
der Mitte.
Schlank, schmal, parallel. Stirn breit, insgesamt grob punktiert,
spärlich fein behaart; Erhabenheit der Stirn durch eine breite, etwas feiner
punktierte Längsspalte völlig durchtrennt; die Längsspalte endet in einer
kleinen Grube innerhalb der Scheiteleinsenkung. Fühler kurz, die mitt-
leren Glieder etwa quadratisch.
Halsschild vor der Mitte eckig erweitert; Basalfurche schmal
und tief, in der Mitte mit einer kleinen, dunkel gefärbten Längsgrube;
Punktierung mäßig dicht, in der üblichen Anordnung.
Flügeldecken vorn tief, nach hinten hin immer flacher wer-
dend punktiert; Punktierung an der Spitze recht fein; Zwischenräume zwi-
schen den Reihen fein punktiert und leicht fein gerunzelt.
Länge 5,5 mm; Breite 2,1 mm.
Vorkommen: Natal.
Type im British Museum (N. H.), London.
7. Elisabethana transvaalensis (Jacoby)
= (Conradsia suturalis Pic)
Jacoby, 1901, Trans. Ent. Soc. London, p. 213 (Crioceris)
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 5, t. 5 (Lema)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 58
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 257
Pic, (Conradsia suturalis) 1936, Melanges Exot. Ent. LXVIII, p. 10
Pic, (Conradsia suturalis) 1937, Echange, 469, p. 12
Bräunlichgelb. Kopf außer der braunen Oberlippe und des braunen
Ciypeus, die Fühler, Schildchen, Flügeldeckennaht, Schenkelbasis, äußere
Schienenkanten und die Brust schwarz. Halsschild rot mit bräunlichgelbem.
Vorder- und Hinterrand. Außenrand der Flügeldecken von der Schulter
bis fast zur Spitze rötlich. Abdomen gelb mit je einem schwarzen Flecken
auf den Seiten jedes Segmentes,
Schlank, schmal, parallel, ziemlich flach. Stirn grob punktiert, spär-
lich fein behaart; Erhabenheit der Stirn dreieckig, durch eine breite Längs-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 221
spalte völlig durchtrennt, die in einer kleinen Grube innerhalb der Scheitel-
einschnürung endet. Fühler kurz, robust, die mittleren Glieder ungefähr
quadratisch. Hals fein punktiert.
Halsschild vor der Mitte eckig erweitert; Basalfurche mäßig tief,
in der Mitte stärker ausgeprägt und zu einer schmalen Längsgrube erweitert;
Punktierung grob, in der üblichen Anordnung.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken
mäßig stark gereiht punktiert. Unterseite mäßig dicht, am dichtesten
auf den Seitenteilen der Mittel- und Hinterbrust behaart.
Die Art kann in ihrer Ausfärbung erheblich variieren. Pic beschreibt
für seine Conradsia suturalis folgende aberrante Formen:
a) Flügeldecken mit schwarzem Nahtstreifen
|
1. Unterseite einfarbig gelblich (Conradsia suturalis 1936)
2. Abdominalsegmente an den Seiten
schwarz gemakelt = (ab. notativentris 1936)
3. Außenrand der Flügeldecken rötlich = (ab. tricoloratus 1937)
b) Flügeldecken ohne schwarzen Nahtstreifen
4. Unterseite einfarbig gelblich = (ab. insuturalis 1936)
5. Abdominalsegmente an den Seiten
schwarz gemakelt = (ab. pallida 1937)
Länge etwa 6 mm; Breite etwa 2 mm.
Verbreitung: Transvaal, Tanganjika.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der Conradsia suturalis Pic und die der Pic’schen Aberrationen wahr-
scheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic.
8. Elisabethana variabilis (Clavareau)
Clavareau, 1912, Ann. Soc. Ent. Belgique LVI, p. 171 (Sigrisma)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 258
Rötlichgelb; Stirnseitenstreifen, Fühler vom siebten Glied an, Schild-
chen, Flügeldeckennaht und Schulterbeule, ein Fleck auf dem Prosternum
zwischen den Hüften und den Epipleuren schwarz. Außenrand der Flügel-
decken rot, durch eine in der Mitte manchmal unterbrochene schwarze
Längslinie gegen die Scheibe abgegrenzt.
Länglich, parallel, ziemlich flach. Stirnerhebung herzförmig,
glatt (laut Clavareau). Fühler robust.
Halsschild an den Seiten gerundet erweitert mit der größten
Breite vor der Mitte; Basalfurche seicht; Punktierung spärlich, in der üb-
lichen Anordnung.
2939 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Schildchen abgestutzt. Flügeldecken mit seichtem Quer-
eindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen vorn mäßig stark, hinten
feiner. Unterseite unbehaart (laut Clavareau).
Länge 4,5-6 mm, Breite 1,5-2 mm.
Vorkommen: Togo: Dahomey (Porto Novo).
Type wahrscheinlich im Musee Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren.
Ob diese Art mit der vorstehend aufgeführten E. transvaalensis (Ja-
coby) identisch ist, ist bisher noch ungeklärt. Handelt es sich tatsächlich um
eine Synonymie, dann würde die E. variabilis der dunkelsten, Conradsia
suturalis ab. insutralis Pic der hellsten Koloritform entsprechen.
9. Elisabethana trilineata Heinze
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 61
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXX, p. 258, Fig. 10
Gelblich bis hellbräunlich. Schwarz sind die Seitenstreifen der Stirn,
Fühler, ein Fleck an den Seiten des Kopfes hinter den Augen, der sich
nach hinten auf die Unterseite des Thorax verlängert, die Beine, die Naht
der Flügeldecken bis über die zweite Punktreihe und der Außenrand der
Elytren mit den Epipleuren.
Schlank, parallel, Oberseite leicht abgeflacht. Stirnerhebung
pfeilspitzenförmig, von groben Punkten zerstochen, in ganzer Länge von
der tiefen, mäßig breiten Mittelfurche geteilt; Stirn insgesamt spärlich fein
behaart, Seitenstreifen grob punktiert. Fühler kurz, robust, die Hals-
schildbasis kaum überragend; die mittleren Glieder nicht oder nur wenig
länger als breit.
Halsschild an den Seiten gerundet erweitert, mit knötchen-
artigem Vorsprung an der breitesten Stelle, dahinter mäßig verengt; Basal-
furche schmal, tief, mit einer kleinen Längsgrube in der Mitte.
Schildchen kurz, hinten abgestutztr. Flügeldecken
parallel, oben etwas abgeflacht, hinter dem Schildchen mit kleinem, seich-
tem Quereindruck; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten abgeschwächt;
Zwischenräume zwischen den Punktreihen hier und da fein gereiht punk-
tiert, hinten kaum gewölbt. Unterseite spärlich, Seitenteile der Mittel-
und Hinterbrust mäßig dicht behaart.
Neben der Normalform können hellere Exemplare auftreten mit fol-
genden Abweichungen: Fühler und Beine teilweise bis gänzlich hell. Die
schwarze Zeichnung der Unterseite ist mehr oder weniger geschwunden.
Naht- und Seitenstreifen der Flügeldecken hinten verkürzt, Außenrand der
Elytren und Epipleuren hell. = (ab. abbreviata Heinze 1928).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 293
Länge 6-6,8 mm; Breite 2-2,2 mm.
Vorkommen: Uamgebiet: Bosum.
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin.
10. Elisabethana zumpti n. sp. Pinsdorf (Abb. 14)
Strohgelb; am Kopf die Seitenstreifen der Stirn und die ersten zwei
bis vier Antennenglieder schwarz; die übrigen Fühlerglieder hellbraun, ihr
Spitzensaum auf der ganzen Vorderseite aber angedunkelt bis schwarz;
schwarz sind fernerhin Scheitel und Hals (oft mit einem gelben Querring),
Imm
Abb. 14: Elisabethana zumpti n. sp. Pinsdorf
drei (2,1) längliche Flecken auf dem Halsschild, die so groß sein können,
daß sie sich einander berühren; sodann sind das Schildchen schwarz, die
Naht der Flügeldecken bis zur ersten Punktreihe, wobei sich weiter hinten
die Zeichnung oft bis zur zweiten Reihe erweitern kann, und ein seitlicher
Streifen auf den Elytren zwischen der siebten und neunten Punktreihe,
der sich weiter hinten teils erweitert bis zur sechsten und zehnten Reihe;
Naht und Seitenstreifen der Flügeldecken sind hinten verkürzt. Auf der
Unterseite ist die Brust bis auf einen hellen Fleck auf dem Prothorax
schwarz; Abdomen schwarz oder angedunkelt mit mehr oder weniger brei-
tem, hellem Saum am Hinter- und Seitenrand der Segmente oder im ganzen
224 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
hellgelb. An den beiden vorderen Beinpaaren ein Längsfleck auf den Schen-
keln und die Seiten der Schienen schwarz; an allen Beinen die Spitzen der
Tarsenglieder und die Klauen schwarz oder angedunkelt.
Schlank, Oberseite etwas abgeflacht. Stirn spärlich hell behaart,
grob punktiert, besonders die sehr breiten, schwarzen Seitenstreifen; die
gelb gefärbte Stirnerhebung ausladend V-förmig, ihre Außenecken am
stärksten hervorgehoben, in der oberen Hälfte durch eine flache, schwarze
Mittelfurche eingeschnitten, die sich nach rückwärts zur Scheitelgrube ver-
tieft; Erhabenheit oft weniger stark oder spärlich punktiert. Augen mit
abgerundetem, spitzkeilförmigem Einschnitt. Clypeus und die ange-
dunkelte Oberlippe mäßig dicht hell behaart; Oberlippe leicht aus-
geschweift.
Fühler robust, kurz, die Halsschildbasis kaum überragend; Glieder
5-11 pubeszent; Glied 1 kugelig, 2 breit scheibenförmig, 3, 5 und 11 etwas
länger als breit, 11 zugespitzt, die übrigen Glieder quadratisch.
Hals oberwärts stark fein punktiert. Scheitel eingeschnürt, glatt,
stark glänzend. Halsschild breiter als lang (etwa 7 : 6); an den Seiten
gerundet erweitert, mit knötchenartigem Vorsprung an der in der Mitte
breitesten Stelle; dahinter mäßig verschmälert mit steilem Seitenabfall;
Basalfurche nur an der erweiterten Mittelgrube deutlich; sonst durch einen
dahinterliegenden, wallartigen Ringwulst überdeckt, der besonders an den
Seiten hervortritt; Vordersaum des Halsschildes durch eine flache Rinne gut
abgesetzt; übliche Punktierung grob.
Schildchen stumpf abgerundet, glatt, an der Basis weiß behaart.
Flügeldecken leicht abgeflacht, hinter der Mitte etwas erweitert;
zwischen Naht und Schulterfurche mit leichtem Längsbuckel, dahinter mit
seichtem Quereindruck; Punktierung regelmäßig; Punkte mittelgroß, nicht
tief eingestochen, zur Spitze hin noch seichter und kleiner. Brust dicht
behaart, Abdomen mäßig dicht.
Es können neben der Normalform helle Exemplare auftreten, bei
denen die Flügeldecken nur an den Schulterecken mehr oder weniger aus-
gedehnt schwarz gezeichnet sind; Schildchen schwarz oder gelb mit schwar-
zem Außsenrand.
Länge 5,8-6,3 mm; Breite 2,3-2,5 mm.
Eine der Elisabethana trilineata Heinze nahestehende Art, in der Flü-
geldeckenzeichnung der hellen Aberrationsform der Vergleichsart (ab. abbre-
viata Heinze) fast gleich. Die neue Art ist von E. trilineata jedoch deutlich
unterschieden durch die Breite der Flügeldecken, die Struktur des Hals-
schildes und durch die Form der Stirnerhabenheit. In diesen abweichenden
morphologischen Strukturen kennzeichnet sich die nahe Verwandtschaft zu
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 225
den Arten Elisabethana militaris (Jacoby), E. tricolor Heinze und E. balyi
(Harold). Wie bei diesen drei zuletzt genannten Vergleichsarten ist bei der
neuen Species die Stirnerhabenheit ausladend V-förmig, während sie bei
E. trilineata die Form eines rechtwinkligen, gleichseitigen Dreiecks hat, das
von der durchgehenden, schmalen Längsfurche abermals in zwei recht-
winklige Dreiecke geteilt ist. Der Halsschild ist bei der E. trilineata flacher
als bei der neuen Art, dem Seitenhöcker ist ein durch eine Rinne getrennter,
breiter Querwulst vorgelagert, so dal3 der Schild vorn fast so breit ist wie
in der Mitte. Bei der E. zumpti n. sp. ist dieser Wulst jedoch schwächer, so-
mit die Verengung des Schildes nach vorn und die Rundung von der Ober-
seite zu den Vorderecken stärker. Der hinter der Basalfurche liegende wall-
artige Ringwulst fehlt der E. trilineata. Die Flügeldecken dieser Vergleichs-
art sind schmaler als die der neuen Art. Das Verhältnis von Länge zur
Breite beträgt im Durchschnitt bei E. zumpti 44 :24,5 bei E. trilineata
44 : 21,5.
Verbreitung: Transvaal: Johannesburg; Kapland: Queenstown.
Drei Exemplare der Normalform und eines der hellen Koloritform aus
Johannesburg, gesammelt von Zumpt im November 1952. Ein Exemplar der
hellen Aberrationsform aus Queenstown, gesammelt von R. E. Turner, 16.1.
bis 10. 2. 1923.
Type im Museum Frey, Tutzing.
Die Art sei nach ihrem Entdecker, Herrn Dr. Zumpt, aus Johannesburg,
Südafrika, benannt.
10. Elisabethana militaris (Jacoby)
Jacoby, 1900, Proc. Zool. Soc., London, p. 206 (Crioceris)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 259
Papp, 1946, Additam. Faunist. Col. IV, p. 3
Rötlich; Fühler braungelb, Beine rot- bis bräunlichgelb. Seitenstreifen
der Stirn und zwei große Flecken auf dem Halsschild, die im hinteren Teil
zusammengeflossen sind und den größten Teil der Scheibe einnehmen,
schwarz. Flügeldecken gelb; Schultern, ein gemeinsamer Nahtfleck an der
Basis, ein schmales Querband hinter der Mitte und der Außenrand von
vorn bis zum Querband schwarz.
Erhabenheit der Stirn kurz, breit dreieckig; Seitenstreifen der Stirn
gerunzelt punktiert. Fühler kurz, robust, die Halsschildbasis kaum über-
ragend; Glied 2 kugelig, 3 und 4 dicker und etwas größer, die restlichen
Glieder erweitert und ungefähr quadratisch. Hals fein punktiert.
Halsschild an den Seiten rundlich erweitert, mit knötchenartigem
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 15
226 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Vorsprung an der breitesten Stelle; Basalfurche mäßig tief; Punktierung
grob, mäßig dicht, in üblicher Anordnung.
Flügeldecken breit, hinten etwas erweitert; Punktierung vorn
stark, hinten weit schwächer.
Länge 6 mm; Breite 2,5 mm.
Vorkommen: Mashonaland: Salisbury (gesammelt auf „lily of the valley“,
der Convallaria maialis L., von G. Marshall).
Type im British Museum (N. H.), London.
11. Elisabethana tricolor Heinze
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 60
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 259, Fig. 11
Heinze, (ab. signaticollis) 1931, Wien. Ent. Ztg. XLVIIL, p. 175
Blutrot; Fühler braungelb, Beine und Unterseite rot- bis bräunlichgelb;
die Spitzen der Schienen und der Tarsenglieder können angedunkelt sein.
Seitenstreifen der Stirn immer mehr oder weniger schwarz. Scheitel und
Hals oberwärts gelegentlich schwarz. Schildchen schwarz oder gelb mit
schwarzem Saum. Flügeldecken gelb mit folgender schwarzer Zeichnung:
eine Querbinde an der Basis, eine zweite hinter der Mitte, der hintere Teil
der Naht, die Spitze und der Außenrand einschließlich der Epipleuren.
Die breiteste Art der Gattung, hinten leicht erweitert, oberseits etwas
abgeflacht. Stirnerhebung kurz, breit dreieckig, mäßig dicht punk-
tiert oder glatt; meist von einer mehr oder weniger tiefen Mittelfurche ge-
teilt; Seitenstreifen der Stirn unregelmäßig grob punktiert und gerunzelt.
Fühler kurz, robust, die Halsschildbasis wenig überragend; die mittleren
Glieder etwas länger als breit.
Hals fein punktiert. Halsschild leicht quer, an den Seiten rund-
lich erweitert, mit kräftigem, knötchenförmigem Vorsprung an der breitesten
Stelle (Abb. 5b); Basalfurche kräftig, in der Mitte mit einem Längsgrübchen;
Punktierung grob, mäßig dicht, in der für die Gattung üblichen Anordnung.
Schildchen viereckig, hinten leicht verschmälert und abgerundet.
Flügeldecken verhältnismäßig breit, hinten leicht erweitert, hinter
dem Schildchen kaum niedergedrückt; Punktreihen vorn mäßig grob, hinten
viel feiner und kaum vertieft. Auf der Unterseitesind die ganze Mittel-
und Hinterbrust meist recht dicht mit ziemlich langen Haaren besetzt, sonst
sehr spärlich behaart.
Die Art variiert in ihrer Ausfärbung erheblich, insbesondere in der
Zeichnung der Flügeldecken. Die Basalquerbinde der Elytren kann in der
Mitte jeder einzelnen Flügeldecke mehr oder weniger stark verschmälert
sein. Die zweite Querbinde schwankt in ihrer Breite und in dem Grad ihrer
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Don
Auszackung. Die schwarze Spitzenfärbung kann ganz fehlen und das
schwarze Band am Außenrand in der Mitte oder am Hinterende unter-
brochen sein. Abweichend von der Normalform kann weiterhin der Hals-
schild fünf (2,3) längliche, schwarze Flecken aufweisen = (ab. signaticollis
Heinze 1931).
Länge 5,8-7,5 mm; Breite 2-2,8 mm.
Verbreitung: Uamgebiet: Bosum; Kongo: Dungu, Haut-Uele (Moto), Lulua
(Kapanga); Uganda: Gulu.
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin.
Type der ab. signaticollis Heinze wahrscheinlich im Musee Royal de l’Afri-
que Centrale, Tervuren.
13. Elisabethana balyi (Harold)
= (Crioceris coronata Baly)
Harold, 1877, Mitt. München. Ent. Ver. I, p. 100 (Crioceris)
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 260, Fig. 12, 13
Jolivet, 1955, Explorat. Parc nat. Upemba, Mission de Witte 1946-1949, Fasc. 38
(4), p. 78
Baly, (Crioceris coronata) 1878, Ent. Monthly Mag. XIV, p. 177
Gelblichrot bis bräunlichgelb; Beine und Fühler heller als der Körper.
Flügeldecken hellgelb, an der Basis und hinter der Mitte mit je einer schwar-
zen Querbinde. Seitenstreifen der Stirn und ein Querband des Halses
schwarz. Schienen und Tarsen des ersten Beinpaares auf der Oberseite mehr
oder weniger dunkelbraun angelaufen. Abdomen manchmal stellenweise
angedunkelt.
Mäßig schlank, fast parallel, oben leicht abgeflacht. Erhabenheit der
Stirn pfeilspitzenförmig, von einzelnen groben Punkten zerstochen, in der
Mitte durch eine manchmal etwas unterbrochene, schmale Längsfurche ge-
teilt. Fühler verhältnismäßig schlank, die Halsschildbasis deutlich über-
ragend; die mittleren Glieder deutlich länger als breit.
Hals in der hinteren Hälfte fein punktiert. Halsschild an den
Seiten im Bogen zu den knötchenförmigen Winkeln erweitert, dahinter
gerundet verengt; Basalfurche schmal, mäßig tief; Punktierung spärlich,
mäßig grob, wie üblich angeordnet.
Schildchen hinten abgerundet. Flügeldecken nicht sehr
langgestreckt, mit seichtem Quereindruck hinter dem Schildchen; Punkt-
reihen vorn ziemlich kräftig, hinten schwächer und nur wenig vertieft.
Unterseite spärlich behaart, auf den Seitenteilen der Mittel- und Hin-
terbrust am dichtesten.
Neben den normal gefärbten Tieren treten recht häufig Exemplare mit
abweichender Färbung folgender Art auf:
228 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
a) Schildchen schwarz; Flügeldeckennaht hinter der hinteren Querbinde
schwarz; Beine einfarbig hell. — (Crioceris coronata Baly)
b) Hintere Querbinde der Flügeldecken in der Mitte breit unterbrochen
und/oder am Außenrand verkürzt. — (Cr. coronata Baly var. b)
c) Außenrand der Flügeldecken pechbraun gesäumt.
d) Vordere und hintere Querbinde am Außenrand der Flügeldecken durch
einen mehr oder weniger breiten Marginalstreifen verbunden.
e) Hals ohne schwarze Zeichnung.
f) Fühlerglieder oberseits mehr oder weniger angedunkelt.
Länge 4,5-5,5 mm; Breite 1,9-2,1 mm.
Verbreitung: Nyassa-See; Kongo: Jadotville (Katanga).
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin.
Type der Crioceris coronata Baly im British Museum (N. H.), London.
c. Crioceris Geoffroy
Geoffroy, 1762, Hist. Ins. Paris, I, p. 237
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 546
Lacordaire & Chapuis, 1874 Gen. Col. X, p. 76
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 26
Reitter, 1912, Fauna German. IV, p. 79, 80
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 29
Chüjö, 1951, Technic. Bull. Kagawa Agricultur. Coll. II, 2, p. 77
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 150, 175
Gestalt schlank, gestreckt oder ziemlich robust. Kopf schräg nach
unten geneigt. Stirnerhabenheit nur flach, mäßig breit dreieckig,
vorn winklig, hinten ohne Absatz in den Scheitel übergehend; an den Seiten
durch eine schmale, tiefe Furche begrenzt, in der Mitte durch eine schmale
Längsfurche geteilt; ziemlich grob punktiert und unbehaart (bei den metal-
lischen Arten) oder fein punktiert und mehr oder weniger dicht behaart (bei
den nichtmetallischen Arten); der Seitenstreifen der Stirn ist grob punktiert
oder gerunzelt. Augen auf einem hohen Sockel (nichtmetallische Arten)
oder auf einem nur mäßig hohen Sockel (metallische Arten) dem Kopf
angefügt, neben den Fühlern mit dreieckigem Einschnitt. Kopfschild
vorn leicht vorgerundet, gerade abgeschnitten oder leicht ausgerundet; hin-
ten dreieckig, vereinzelt punktiert. Oberlippe vorn meist gerade abge-
schnitten, seltener leicht gerundet. Letztes Glied der Maxillartaster
schlank, mindestens doppelt so lang wie breit.
Fühler robust, die Halsschildbasis deutlich überragend; Glieder
sämtlich zylindrisch, die ersten vier meist deutlich schmaler als die folgen-
den; Glied 1 kurz eiförmig bis fast kugelig, Glied 2 immer kürzer als breit,
3 immer wenigstens etwas länger als breit, 4 meist annähernd quadratisch,
5 und folgende etwas länger als breit bis 1'!/amal so lang wie breit, 5 und 7
am längsten.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 229
Hals hinter den Augen an den Seiten mehr oder weniger tief und
spitzwinklig eingeschnürt. Halsschild ungefähr so lang wie breit oder
länger als breit; vorn leicht bis kräftig gerundet, an den Seiten nach außen
in leichtem Bogen vorgerundet; an der Basis schwach geschweift, ohne Quer-
furche vor der Basis (metallische Arten) oder mit schmaler, nicht tiefer
Furche an dieser Stelle (nicht-metallische Arten) (Abb. 2b, Abb. 15); Makro-
punktierung entweder über die ganze Oberfläche gleichmäßig verteilt, oder
in der Mitte bleibt ein Längsstreifen davon frei, oder die Makropunktierung
ist nur in zwei Längsreihen über die Mitte und zu einer Gruppe in den
Vorderecken angeordnet oder sie fehlt gänzlich und ist dann durch eine
Mikropunktierung ersetzt.
Schildchen kurz, hinten breit abgerundet oder im ganzen halb-
kreisförmig, unbehaart. Flügeldecken ziemlich gewölbt, bei den me-
tallischen Arten schlank, bei den nichtmetallischen ziemlich breit, immer an
den Seiten fast parallel; hinter den Schultern wenig oder gar nicht verengt;
hinten gemeinsam abgerundet, an der Naht leicht eckig (metallische Arten)
oder einzeln abgerundet (nichtmetallische Arten); jede Decke mit 10 ganzen
Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen; Reihen hinten manch-
mal leicht vertieft, Zwischenräume nur bei Crioceris viridissima Bryant
kräftig querrunzelig, Epipleuren von den Schultern zur Spitze all-
mählich verschmälert, kurz hinter den Schultern mit einer kleinen Vertie-
fung, auf die eine sehr kleine Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust
übergreift. Bei C. viridissima scheint diese Bildung allerdings gänzlich zu
fehlen.
Unterseite ziemlich stark gewölbt; Behaarung auf der Mittel-
und Hinterbrust am stärksten (auf deren Seitenteilen nicht dichter), auf den
übrigen Teilen mäßig dicht bis fehlend.. Vorderhüften zusammen-
stoßend, Mittelhüften mäßig weit, Hinterhüften ziemlich weit
getrennt; Mittelbrust hinten abgerundet. Erstes Abdominal-
segment mit einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften
ragend.
Beine schlank bis mäßig kräftig, Hinterschenkel wenig dicker als die
vorderen. Tarsen mäßig schlank, Klauenglied mehr als zur Hälfte aus
den Lappen des dritten Gliedes herausragend; Klauen am Grunde weit von-
einander getrennt bis leicht genähert, ziemlich stark nach unten gekrümmt.
Gattungstypus: Chrysomela asparagi Linne aus Europa.
Nimmt man an, daß die Lebensweise der europäischen Arten für die
Gattung Allgemeingültigkeit hat, so würden für die Arten als Futterpflan-
zen lediglich Asparageen in Betracht kommen. Ein solcher Schluß scheint mir
aber doch sehr gewagt, wenn auch die Tatsache, daß die Crioceris viridis-
230
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
sima an Spargel schädlich auftritt, wenigstens für die afrikanischen Vertreter
eine gewisse Bestätigung darstellt. Eine solche Verallgemeinerung wird je-
doch vor allem durch den Nachweis ungerechtfertigt, daß Elisabethana mili-
taris (Jacoby) auf einer Liliacee gefunden wurde. Denn gerade Elisabethana
halte ich für am nächsten verwandt mit den schlanken metallischen Arten
der vorliegenden Gattung.
8(9)
Orientierungstabelle zu Crioceris
Verhältnismäßig schlank, wenigstens teilweise metallisch gefärbt,
Stirn unbehaart.
Unterseite metallisch-blauschwarz, -blaugrün oder -blauviolett.
Halsschild rot, manchmal in der Mitte mehr oder weniger schwarz;
spärlich punktiert. Flügeldecken dunkelblau, Außenrand und Spitze
rot; drei Makeln auf jeder Decke gelb, eine länglich an der Basis,
je eine quer vor und hinter der Mitte, mit dem roten Außenrand
zusammenhängend; Zwischenräume der Flügeldecken-Punktreihen
glatt. Fühler und Beine ganz bis fast ganz schwarz bis schwarzblau.
asparagi Linne
Gänzlich leuchtend metallisch-blaugrün. Vorderkopf, ein großer
Fleck auf der Stirn, die Beine und die letzten Abdominalsegmente
hellrötlich. Halsschild dicht und grob punktiert, an den Seiten
manchmal quer gerunzelt. Zwischenräume der Flügeldecken-Punkt-
reihen querrunzelig.
viridissima Bryant
Unterseite, Kopf und Halsschild bräunlichgelb. Fühler bräunlich
bis schwarz. Flügeldecken hellgelb mit grünlichem Metallglanz und
breitem, schwarzgrünem Nahtband.
viridimicans Heinze
Gedrungen; nirgends metallisch gefärbt. Stirn mehr oder weniger
dicht behaart. (Die mir unbekannten Arten C. piliceps Monrös und
C. variabilis Pic sind hier unberücksichtigt.)
Halsschild außer der Mikropunktierung mit zwei Längsreihen
(auch Doppelreihen möglich) stärkerer Punkte in der Mitte und je
einer Gruppe ähnlicher Punkte in den Vorderecken.
4-4,5 mm lang, aber selten länger als 41/a mm; etwas gedrungen.
Halsschild-Reihenpunktierung in der Mitte fein. Halsschild und
Flügeldecken fast einfarbig gelb bis hellbraun, höchstens die Flü-
geldecken an der Naht und der Schulterbeule schwach angedunkelt.
(Abb. 15)
piceosuturalis n. sp. Heinze
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 231
9 (8) 4,5-6 mm lang, aber selten kürzer als 5 mm; ziemlich gedrungen.
10 (7
11 (12
12 (11
—
)
SS
Halsschild-Reihenpunktierung in der Mitte stärker. Färbung va-
riabel; Unterseite, Kopf, Fühler und Beine mehr oder weniger
schwarz oder rötlich; Oberseite rötlichgelb oder bräunlichrot mit
folgender schwarzer Normalzeichnung: (Abb. 16a) auf dem Hals-
schild zwei längliche Flecken, auf den Flügeldecken je sechs rund-
liche, kleine Flecken (1 auf der Schulterbeule; 2 kurz dahinter; 3
dicht an der Naht, etwa in der Höhe von 2; 4 hinter der Mitte auf
der äußeren Hälfte; 5 noch weiter nach hinten, nahe der Naht;
6 kurz vor der Spitze). Die Art variiert sehr stark von fast einfarbig
rötlichgelb bis gänzlich schwarz.
nigropunctata Lacordaire
a) Naht der Flügeldecken nie geschwärzt.
subsp. nigropunctata Lacordaire
b) Naht der Flügeldecken wenigstens in der Schildchengegend
bräunlich bis schwarz.
subsp. occidua Heinze
Halsschild ohne Reihenpunktierung in der Mitte.
Halsschild gleichmäßig nur mit äußerst feiner Punktulierung be-
deckt; Seiten fast gerade, von den Vorderecken zu den Hinter-
winkeln schwach erweitert. Unterseite, Kopf, Fühler und Schild-
chen schwarz. Halsschild einfarbig gelbbraun oder mit einem klei-
nen, bräunlichen Pünktchen vor dem Schildchen. Flügeldecken
gelbbraun, die Naht bis zur 2.-3. Punktreihe sowie die Schulter-
beule schwarz, Abdomen kann mehr oder weniger gelblich sein,
die Flügeldecken können einfarbig gelblich sein.
suturata Heinze
Halsschild mit im vorderen Teil feiner Punktierung bedeckt, die
sich nach hinten zu allmählich vergröbert; an den Seiten vorn stark
bauchig erweitert, vor den Hinterecken kräftig rundlich verengt.
Schwarz; Flügeldecken mit einer gelblichen Längsbinde, die an
der Basis beginnt und kurz vor der Spitze endet und von der 3. bis
zur 7. Punktreihe oder etwas über letztere hinausreicht.
korschefskyi Heinze
1. Crioceris asparagi (Linne)
Linne, 1758, System. Natur. ed 10, p. 376
Heinze, 1929, Senckenbergiana 11, p. 104
Von dieser bekannten europäischen und auch in Nord-Amerika weit
verbreiteten Art wurde ein Stück bei Madibira in Tanganjika gefunden. Im
232 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Hinblick auf die Gefährlichkeit der Art für Spargelkulturen möchte ich
einige Angaben über sie machen. Ich sehe aber davon ab, die umfangreiche
Literatur darüber anzuführen, weil sich diese in der Hauptsache mit der
großen Variabilität der Art, insbesondere ihrer Flügeldecken befaßt, und
weil ich mit anderen Autoren der Ansicht bin, daß die vielen stark flukturie-
renden und ineinander übergehenden Koloritformen nicht wert sind, durch
besondere Namen gekennzeichnet zu werden.
Die in Deutschland dominierende Form ist folgende: Schwarzgrün;
Halsschild oben und an den Seiten rötlich, oft mit zwei schwarzen, meist
verschwommen begrenzten Flecken, die sich manchmal zu zwei leicht
bogenförmigen Strichen verlängern; diese sind oft vorn breiter als hinten
und verbinden sich ebensooft hinten, so daß sie eine V-förmige Zeichnung
bilden; bei südeuropäischen Tieren ist die Scheibe in der Mitte meist von
einem großen, schwarzen Fleck bedeckt (die Ausdehnung der schwarzen
Zeichnung auf dem Halsschild steht in keiner Beziehung zu der helleren
oder dunkleren Färbung der Flügeldecken). Flügeldecken elfenbeinfarbig,
Außenrand und Spitze rötlich; ein breiter, bis zur 3. Punktreihe reichender
gemeinsamer Nahtsaum, der an der Spitze plötzlich verschmälert ist und
dort nur bis zur 1. Punktreihe reicht, sowie drei von diesem Nahtsaum aus-
gehende und seitwärts bis an die rote Färbung des Außenrandes reichende
Querbinden metallisch-schwarzgrün bis -schwarzblau, manchmal auch mes-
singfarben überflogen; von den Querbinden beginnt die erste hinter dem
Schildchen und bedeckt auch die Schulterbeule, so daß von ihr ein elfen-
beinfarbiger, etwa viereckiger Basalfleck umschlossen wird; die zweite
Binde befindet sich ungefähr in der Mitte, und die dritte schließt sich an
den Vorderrand des roten Spitzensaumes an. Schienen an der Basis mehr
oder weniger ausgedehnt rötlich.
Die sehr zahlreichen Aberrationen kommen dadurch zustande, daß
die Querbinden unterbrochen, auf isolierte Flecken reduziert oder gänzlich
geschwunden sind, wobei die Auflösung meist am Nahtstreifen aber auch
an anderen Stellen beginnt und oft auch auf den beiden Flügeldecken nicht
gleichmäßig erfolgt. Selten umschließen die hellen (elfenbeinfarbigen) Stel-
len verwaschen pechbraune Flecken.
Stirn sanft gewölbt, gegen den Hals nicht abgesetzt; Stirnerhebung
in der vorderen Hälfte durch einen schmalen, tiefen Längseinschnitt hal-
biert; sehr dicht und fein punktuliert und außerdem (wie der Hals) spärlich
mit größeren, tief eingestochenen Punkten besetzt. Fühler kurz und
kräftig; Glied 5 und folgende etwa 1'/amal so lang wie breit.
Halsschild länger als breit; vorn kräftig gerundet, hinten fast
gerade, Seiten schwach vorgewölbt; Basalfurche nicht vorhanden oder durch
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 233
ein Grübchen in der Mitte ersetzt; hinter dem leicht emporgewölbten Vor-
derrand ist die Scheibe oft quer furchenartig niedergedrückt; Punktierung
sehr dicht und sehr fein; außerdem sind tiefe, größere Punkte über die
ganze Scheibe mäßig dicht verteilt, wovon aber meist ein schmaler Längs-
streifen über die Mitte ausgenommen bleibt.
Schildchen hinten halbkreisförmig gerundet. Flügeldek-
ken ziemlich schlank, oben leicht abgeflacht; Punktreihen verschieden
stark ausgebildet: 1-3 ziemlich stark, 4 etwas schwächer, 5-8 ziemlich fein,
9 etwa so stark wie die ersten drei, 10 rinnenartig vertieft; Intervalle zwi-
schen den Reihen flach, höchstens außen an der Spitze leicht gewölbt. Un-
terseite spärlich behaart.
Länge 5,3-7 mm; Breite 1,9-2,5 mm.
Das afrikanische Exemplar, das ich seinerzeit gesehen habe, befindet sich
im Senckenberg-Museum, Frankfurt a. M.
2. Crioceris viridissima Bryant
= (Crioceris testaceipes Pic) syn. nov.
Bryant, 1922, Bull. Ent. Research, London, XII, p. 473, Fig. 1
Heinze, 1929, Zool. Anz. (Wasmann-Festband), p. 89
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 32, Fig. 14
Pic, (C. testaceipes) 1933, Boll. Soc. Ent. Ital. LXV, p. 128
Leuchtend metallischgrün, auf der Unterseite stellenweise violett;
Vorderkopf, ein großer Fleck auf der Stirn, die Beine und die letzten Abdo-
minalsegmente rötlich bis gelblich.
Schlank, parallel. Erhabenheit der Stirn flach, wie der Hals mäßig dicht
grob punktiert; in der vorderen Hälfte mit schmaler, hinten verkürzter
Längsfurche; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert bis runzelig. Fühler
sehr kräftig; Basalglieder nur wenig dünner als die übrigen, die mittleren
Glieder ungefähr quadratisch.
Halsschild relativ lang, im Verhältnis zu den Flügeldecken sehr
groß; an den Seiten in weitem Bogen vorgewölbt; ohne Basalfurche, jedoch
mit einem Grübchen vor dem Hinterrand; ganze Oberseite dicht mit groben
Punkten besetzt, die sich an den Seiten öfter zu Querrunzeln verbinden;
zwischen den Punktreihen hier und da fein punktuliert.
Schildchen hinten fast halbkreisförmig, Flügeldecken
schlank, parallel, ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; grob gereiht
punktiert, Zwischenräume zwischen den Punktreihen überall dicht quer
gerunzelt. Unterseite ziemlich gleichmäßig behaart, auf dem Ab-
domen etwas schwächer als auf der Mittel- und Hinterbrust. Beine kurz,
ziemlich schlank.
34 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Neben der normal gefärbten Form können Tiere auftreten, deren Stirn
keine gelbe Makel aufweist. = (Crioceris testaceipes Pic).
Länge etwa 6 mm; Breite etwa 2,2 mm.
Verbreitung: Erythraea: Adi Caie; Kenya: Nakuru (Migori Valley, S. Kavi-
ronda; an Spargel schädlich auftretend).
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der Crioceris testaceipes Pic wahrscheinlich im Pariser Museum,
Sammlung Pic.
3. Crioceris viridimicans Heinze
Heinze, 1931, Wiener Ent. Ztg. XLVIII, p. 176, Fig. 1
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 32, Fig. 15
Hellgelb bis hellbräunlich, auf der Oberseite (besonders auf den Flü-
geldecken) mit schwach grünlichem Metallglanz. Fühler rötlich oder bräun-
lich bis schwarz. Schildchen und Flügeldeckennaht bis zur 2.-3. Punktreihe
und nicht ganz bis zur Spitze metallisch-schwarzgrün. Nahtwinkel der Flü-
geldecken an der Spitze und die Schulterbeule sowie die Tarsen bräunlich
angedunkelt.
Schlank, parallel. Stirnerhebung flach, mäßig dicht und ziem-
lich grob punktiert, Punktierung gegen den Hals stärker aufgelockert und
feiner werdend; im hinteren Teil in der Mitte mit einer flachen Längsgrube,
die nach vorn in eine mehr oder weniger lange, flache Längsfurche über-
geht; Seitenstreifen der Stirn grob und gerunzelt punktiert, sehr spärlich
fein behaart. Augen mäßig vorstehend. Fühler kräftig, mittlere
Glieder deutlich länger als breit.
Halsschild etwas länger als breit, an den Seiten in weitem Bogen
wenig erweitert; Basalfurche kaum merkbar; Punktierung in der Größe
etwas veränderlich, im ganzen aber ziemlich grob und spärlich; ein hinten
etwas erweiterter Längsstreifen über die Mitte bleibt von der Punktierung
frei, an den Seiten verbinden sich die Punkte selten zu leichten Quer-
runzeln.
Schildchen hinten fast halbkreisförmig. Flügeldecken
schlank, ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen kräftig,
hinten leicht vertieft. Unterseite mäßig dicht behaart, am spärlich-
sten auf dem Abdomen.
Länge 4,5-5,5 mm; Breite 1,6-1,8 mm.
Verbreitung: Natal: Drakensberge, Weenen, Ladysmith; Transvaal: Pre-
toria, Potchefstroom. |
Type im British Museum (N. H.), London.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 235
4. Crioceris suturata Heinze
Heinze, 1931, Wiener Ent. Ztg. XLVIII, p. 178, Fig. 2
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 33, Fig. 16, 17
Kopf, Fühler, Schildchen und Unterseite schwarz. Beine schwarz,
Basalhälfte der Schenkel und der Schienen aber gelblich. Halsschild ein-
farbig gelbbraun oder mit kleinem, schwarzem Flecken in der Mitte der
Basalfurche. Flügeldecken gelbbraun, der Nahtstreifen bis zur 2.-8. Punkt-
reihe und die Schulterbeule schwarz.
Ziemlich gedrungen. Erhebung der Stirn mäßig dicht gelblich be-
haart, sehr flach, im vorderen Teil fein und dicht punktiert; in der Mitte
mit schmaler, tiefer Längsfurche; die grob punktierten Seitenstreifen durch
tiefe Schrägfurchen abgetrennt. Augen stark vorstehend. Fühler ro-
bust, mittlere Glieder ungefähr quadratisch. Hals unpunktiert, glänzend.
Halsschild ungefähr quadratisch, hinten ein wenig breiter als
vorn; an den Seiten wenig vorgewölbt; mit schmaler, deutlicher Basalfurche,
in deren Mitte ein tiefer, manchmal bräunlicher Punkt eingestochen ist;
Oberseite gleichmäßig sehr fein punktuliert.
Schildchen länglich, hinten breit abgerundet, in der Mitte nie-
dergedrückt. Flügeldecken ziemlich breit, ohne Quereindruck hinter
dem Schildchen; Punktreihen ziemlich kräftig, nirgends vertieft; in den mitt-
leren Reihen stehen die Punkte teilweise sehr weit auseinander. Unter-
seite ziemlich gleichmäßig und recht dicht gelblich behaart.
Neben der Normalform können Exemplare auftreten, bei denen das
Abdomen mehr oder weniger gelblich und die Flügeldecken einfarbig gelb-
lich gefärbt sind = (ab. insuturata Heinze 1931).
Länge etwa 4,5 mm; Breite etwa 2 mm.
Verbreitung: Tanganjika: Arusha-Ju; Kenya: W. Slopes of Kenya on Meru-
Nyeri. |
Type im Museum G. Frey, Tutzing.
Type der ab. insuturata Heinze im British Museum (N. H.), London.
9. Crioceris piceosuturalis n. sp. Heinze (Abb. 15)
Hellgelb bis bräunlichgelb. Stirn (manchmal mit Ausnahme eines ver-
waschenen, hellen Fleckens in der Mitte), Fühler, Hals, Schildchen und
Unterseite des Körpers ohne Vorderbrust pechbraun bis schwärzlich. Ab-
domen meist heller als die übrige Unterseite. Flügeldeckennaht etwa vom
hinteren Ende der verkürzten Punktreihe am Schildchen bis zum Abfall der
Flügeldecken (selten früher beginnend und später endend) rötlich bis
bräunlich angelaufen, wobei die dunkle Färbung seitlich nicht über die
236 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
erste (ganze) Punktreihe hinausreicht. Schulterbeule in sehr geringer Aus-
dehnung wie die Flügeldeckennaht gefärbt. Häufig sind die Schulterbeule
oder die Flügeldeckennaht farblich nicht besonders hervorgehoben.
Klein und etwas gedrungen. Kopf meist bis ziemlich weit auf den
Hals herauf mit gelblicher, langer Behaarung bedeckt, wovon im hinteren
Teil der Stirn oft ein Längsstreifen in der Mitte ausgenommen bleibt.
Abb. 15:
Crioceris piceosuturalis
n. sp. Heinze
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Stirnerhebung sehr flach, ohne jeden Absatz in den Scheitel über-
gehend; durch eine schmale, mehr oder weniger kurze Längsfurche halbiert,
dahinter am Übergang zum Scheitel manchmal in einem undeutlichen
Längswulst erhoben; Seitenstreifen der Stirn durch sehr schmale, oftmals un-
deutliche Längsfurchen abgegrenzt. Augen auf einem hohen, dicht aber
verloschen punktierten Sockel dem Kopf angefügt; seitlich stark vorgewölbt,
hierdurch der Kopf an dieser Stelle deutlich breiter als der Halsschild in
seiner größten Ausdehnung; Augeneinschnitt neben den Fühlern tief drei-
eckig. Die dunkle Färbung des Kopfes läßt den Clypeus und die Mundteile
und meistens die Seitenstreifen der Stirn frei.
Fühler robust, ungefähr bis an die Schulterbeule reichend; Glied 1
kurzoval, 2 perlförmig, 3 und 4 wenig länger als breit, unter sich annähernd
gleich, Glieder 5 bis 11 kräftig erweitert, 5 bis 10 ungefähr quadratisch oder
wenig länger als breit, Glied 5 am längsten, 11 abgerundet; Glieder 1 bis 4
spärlich, 5 bis 11 dicht behaart. In der Färbung ist meist Glied 1 heller als
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 237
die Glieder 2 bis 4; auch die folgenden erscheinen meist heller als 2 und 4,
was aber in der Hauptsache durch die dichte Pubeszenz hervorgerufen wird.
Halsschild wenig länger als breit; Vorderrand leicht gerundet,
Hinterrand fast gerade; Seiten im vorderen Teil in weitem Bogen schwach
bis mäßig vorgewölbt, manchmal auch fast parallel; hinter der Mitte mit
ziemlich tiefer aber schmaler Einschnürung, von der aus sich die dicht vor
dem Hinterrand liegende, schmale und tiefe Basalfurche über die Oberseite
zieht; Scheibe vor der Furche ziemlich stark gewölbt, ohne Spur eines Ein-
drucks im vorderen Teil; Punktierung fein, bestehend aus zwei eng neben-
einanderliegenden Längsreihen über die Mitte, aus einer Querreihe am Vor-
derrand und einer großen Gruppe in den Vorderecken.
Schildchen länglich, parallel, hinten abgerundet; Färbung immer
dunkler als die der Flügeldecken, mindestens an den Rändern angebräunt.
Flügeldecken an den Seiten annähernd parallel, hinter den
Schultern ausgeschweift, ziemlich stark querüber gewölbt; hinter dem
Schildchen nicht oder nur undeutlich quer niedergedrückt; Punktierung
ziemlich stark, hinten abgeschwächt; Punkte mäßig dicht aufeinanderfol-
gend, in der Basalhälfte in sehr weiten Abständen eingestochen, besonders
in der zweiten und dritten (ganzen) Reihe; die erste Reihe von der Mitte ab,
die zehnte gänzlich rinnenartig vertieft; Zwischenräume zwischen den Rei-
hen nicht gewölbt, unpunktiert. Die dunkle Färbung der Naht erstreckt sich
nur selten weiter als oben angegeben. Immerhin kann sie aber bei einzelnen
Stücken vom Schildchen bis in die Spitze reichen. Unterseite sehr
dicht und fast gleichmäßig mit anliegenden, ziemlich langen, weißlichen
Haaren bedeckt. Schenkel mäßig dicht behaart.
Länge 4-4,5 mm; Breite 1,6-2 mm.
16 Exemplare von Rives du Moyen Chari: De Bousso, Mission Chari-
Tchad; gesammelt durch Dr. J. Decorse, Juni bis August 1904.
Type im Pariser Museum.
6. Crioceris piliceps Monrös
Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 174
Die Art, die nur nach einem Einzelexemplar beschrieben wurde, ist mir
unbekannt. Sie scheint in nächster Verwandtschaft zu Crioceris piceosutu-
ralis n.sp. Heinze und C. nigropunctata Lacordaire zu stehen. Der Autor
gibt folgende Beschreibung:
„Union of South Africa, British Bechuanaland: Vryburg, IV. 1948,
1 holötipo an col. Monrös, Koch leg., obtenido por gentileza del Sr. W.
Wittmer.
4,3x 1,7 mm; largo antenal 1,6 mm.
238 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Coloraciön amarillo tostada. Meso, metasteno y parte central del pri-
mer ventrito negras. Los cuatro antenitos basales castano oscuros, el resto
de la antena aclarändose gradualmente hacia el äpice. Cabeza con un tinte
rojizo y una mancha negra occipital. Elitros amarillo blanquecinos, cada uno
con una mancha humeral y un pequeno punto postmediano discal entre las
lineas 6 y 7 de color amarillo tostado. Tibias y tarsos oscurecidos hacia el
apice; ültimo tarsito con el cuarto distal negro. Pelosidad argentada.
Cabeza grande y ancha, aplanada y densamente pelosa. Los pelos ocul-
tan la escultura, que es muy superficial y en la cual es dificil descubrir los
surcos cruzados caracteristicos del grupo. La superficie, ademäs de pelosa,
es densamente puncteado-rugosa. Ojos grandes muy prominentes. Antenas
mäs cortas que medio cuerpo, engrosändose gradual y moderadamente
hacia el äpice.
Pronoto subcilindrico, algo mäs largo que ancho y con una muy ligera
constricciön basal lateral, que no se prolonga por el disco. Superficie glabra
y con brillo vitreo, con una impresiön pre-escutelar punctiforme y puntos
medianos y poco densos dispuestos en una banda discal longitudinal y en
los ängulos anteriores.
Elitros subparalelos en los ?/4 basales, conjuntamente redondeados en
el äpice, apenas deprimidos deträs del escudete y con 10!/2 lineas de puntos
regulares y bien impresas, algo atenuadas hacia el äpice, donde las exterio-
res forman pequenos surcos.
Patas gräciles y relativamente largas. Unas divergentes en ängulo
agudo.
Observaciones: Esta pequena especie de coloraciön muy pälida se sin-
gulariza por la cabeza muy pelosa, condiciön que oculta los surcos cruzados
que, aunque presentes, estän muy poco marcados.“
Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Washington.
7. Crioceris variabilis Pic
Pic, 1952, Bull. Inst. franc. d’Afrique Noire, XIV, p. 511
Diese Art ist mir gleichfalls unbekannt. Nach der Beschreibung des
Autors steht sie in naher Verwandtschaft zur C. nigrifrons. Möglicherweise
ist die Spezies auch ein Synonym zu der außerordentlich stark variierenden
Vergleichsart. Der Autor gibt folgende Diagnose:
„ITransvaal: Ventersdorp. Plusieurs exemplaires dont un paratype dans
ına collection.
Longueur: 4—4,5 mm.
Minutus, oblongus, nitidus, supra fere glaber, capite et infra corpore
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 239
argenteo pubescentibus, his diverse nigris; antennis crassis, plus minusve
rufis; pedibus testaceis; thorace, scutello, elytrisque luteis, his postice
minute nigro maculatis.
Petit, oblong, brillant, sauf sur la t&te subopaque, presque glabre en
dessus, avec la töte et le dessous du corps reve&tus d’une pubescence argen-
tee, ces m&mes parties largement ou brievement noires avec le reste clair.
Antennes robustes, plutöt rousses, parfois un peu obscurcies sur la base;
pattes, thorax, ecusson et Elytres jaunes päles, ces derniers avec trois petites
macules posterieures noires sur chacun, pas toujours marqu&es. T&te avec
les yeux saillants plus large que le thorax, dens&ement ponctuee, presque
opaque, ä coloration claire marquee diversement de fonc& parfois tres peu
et sur le vertex seulement. Thorax presque carr& et ä peu pres droit sur les
cötes, ä faible sillon transversal prebasal et une petit fossette mediane,
eparsement et diversement ponctue. Elytres tres courts et larges, ä rangees
de points forts, substries, ayant une faible impression pr&suturale anteme-
diane ä& fond parfois rembruni et ornes chacun, posterieurement, de trois
petites macules noires (disposees triangulairement, la mediane rapproches
de la suture, les autres discales) pouvant en partie devenir peu distinctes,
meme s’obliterer.
Peut se placer pres de C.nigropunctata Lac., autrement macule de
noir, sans macule humerale, etc... .“ (Pic).
8. Crioceris nigropunctata Lacordaire
= (Lema laticollis Jacoby)
= (Crioceris nigrita Weise)
= (Crioceris curtipennis Pic)
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 585
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins. Fasc. 23, p. t.5, f. 2
Weise, 1910, in Sjöstedt, Kilimandscharo-Meru Exped. I, 7, Col. p. 160
Heinze, 1924, Koleopt. Rdsch. XV, p. 199
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 222
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. Afrique XX, p. 24
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 33, f. 18, 19
Jacoby, (Lema laticollis) 1888, Trans. Ent. Soc. London, p. 191,t. 7.1
Jacoby, 1893, Ann. Soc. Ent. Belgique XXXVII, p. 271
Weise, 1904, Arch. f. Naturg. p. 158
Weise, (Crioceris nigrita) 1912, Dtsch. Zentralafrika Exped. IV, p. 130
Pic, (Crioceris curtipennis) 1920, Echange XXXVI, p. 20
Schwarz; Halsschild und Flügeldecken rötlich; Flügeldecken mit je
sechs schwarzen Flecken in folgender Verteilung: 1 auf der Schulter, 2 dicht
dahinter, 3 dicht an der Naht und wenig weiter nach hinten als 2, 4 etwas
240 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
hinter der Mitte, von 3 aus schräg nach hinten außen, 5 hinter 3 am Beginn
des Abfalls der Flügeldecken, 6 kurz vor der Spitze (Abb. 16a); Beine röt-
lich; Basalhälfte der Schenkel, ein Fleck vor deren Spitze, die Schienen kurz
vor der Spitze und die Spitzen der Tarsenglieder schwarz.
Ziemlich gedrungen. Stirn mäßig dicht hell behaart; Erhebung der
Stirn flach, ohne Absatz in den Scheitel übergehend; in der Mitte mit schma-
ler, tiefer Längsfurche, die einen mehr oder weniger breiten, unbehaarten
Saum aufweist; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, weniger stark be-
haart. Fühler robust, die mittleren Glieder etwas länger als breit.
Hals fein punktiert. Halsschild ungefähr quadratisch, hinten
etwas breiter als vorn, an den Seiten leicht gewölbt; mit sehr feiner Grund-
punktierung, aus der sich zwei Längsreihen etwas stärkerer Punkte über
die Mitte abheben, je eine Gruppe kräftigerer Punkte bedeckt auch die
Vorderecken; Basalfurche schmal, wenig vertieft, in der Mitte am stärksten
und an dieser Stelle manchmal mit einem kleinen Grübchen versehen.
(Abb. 2b)
Schildchen kurz, hinten breit abgerundet. Flügeldecken
robust, um das Schildchen herum etwas erhöht, dahinter leicht quer nieder-
gedrückt; Punktreihen kräftig, hinten nur wenig vertieft; Zwischenräume
zwischen den Reihen hier und da mit feinen Pünktchen besetzt. Unter-
seite ziemlich dicht behaart, auf dem Abdomen spärlicher. Beine
mäßig kräftig.
Die Art variiert in ihrer Ausfärbung, insbesondre in den Einzelheiten
der Elytrenzeichnung sehr stark. Dabei können neben der Abwandlung der
Flügeldeckenzeichnung folgende aberrante Merkmale auftreten:
a) Fühler insgesamt oder ihre Basalglieder aufgehellt.
b) Beine und Unterseite des Körpers mehr oder weniger aufgehellt.
= (Crioceris curtipennis Pic).
c) Beine mehr oder weniger bis gänzlich schwarz.
An Hand der Flügeldeckenzeichnung läßt sich die Art in zwei Lokal-
rassen trennen, die in ihrer Ausfärbung jeweils wieder stark variieren
können.
A. subsp. nigropunctata Lacordaire.
Verbreitungsgebiet: Ostküste Afrikas bis hinunter zum Kap.
Grundfarbe rötlichgelb, oft stärker aufgehellt. Naht der Flügeldecken nie
geschwärzt. (Abb. 16a-f)
1. Halsschild ohne schwarze Zeichnung. (Abb. 16b-f)
a) Flügeldecken ohne Makeln. (Abb. 16b)
b) Flügeldecken nur mit den beiden schräg zueinanderstehenden
Makeln vor dem Spitzenfleck. (Abb. 16c)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 241
c) Flügeldecken mit vollständigen aber nur punktartig angedeuteten,
undeutlichen Flecken. (Abb. 16d) = (ab. incompleta Heinze 1927)
d) Flügeldecken mit den normalen Makeln. (Abb. 16e)
— (Lema laticollis Jacoby 1888).
e) Flügeldecken mit sämtlichen Makeln, die quere Spitzenmakel ist
aber in zwei kleine Fleckchen aufgelöst. (Abb. 16f)
SIDE TRIETE
0:
BEREE
Abb. 16: Variation der Halsschild- und Flügeldeckenzeichnung
bei Crioceris nigropunctata Lacordaire.
d
i k l m n
U
2. Halsschild mit zwei Längsflecken und manchmal mit einem kleinen
Punkt vor der Basis. Flügeldecken normal gemakelt. (Abb. 16a)
—= (ab. nigropunctata Lacordaire)
B. subsp. occidua Heinze 1927
Verbreitungsgebiet: Westafrika, östliche Grenze ungefähr im Meru-Gebiet.
Grundfarbe bräunlichrot oder rötlichgelb, vielfach stärker aufgehellt. Naht
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 16
242 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
der Flügeldecken (wenigstens in der Schildchengegend) stets schwarz oder
bräunlich. (Abb. 16g-u)
3.
Halsschild und Flügeldecken einfarbig hell, nur die Naht der Elytren
(wenigstens in der Schildchengegend) und eine Makel auf.der Schulter-
beule braun bis schwarz. (Abb. 16g)
= (ab. defecta Weise 1910).
Halsschild ohne Zeichnung; Flügeldeckennaht gebräunt bis schwarz;
Flügeldecken mit den normalen Makeln und zwar: (Abb. 16h-1)
a) sämtliche Makeln isoliert. (Abb. 16h)
b) die hinteren Nahtflecken mit der Naht verbunden. (Abb. 16i)
c) auch die vorderen Nahtflecken mit der Naht verbunden. (Abb. 16k)
d) sämtliche Makeln stark vergrößert. (Abb. 161)
Halsschild mit zwei Längsmakeln oder außerdem mit einem kleinen
Fleckchen vor dem Schildchen. Flügeldeckennaht braun bis schwarz; mit
folgender Flügeldeckenzeichnung: (Abb. 16m-s
a) mit normalen Flecken. (Abb. 16m)
b) die vorderen beiden Nahtflecken fehlen. (Abb. 16n)
c) die beiden hinteren Flecken sind mit der Naht verbunden. (Abb. 160)
d) auch die vorderen Nahtflecken sind mit der Naht verbunden.
(Abb. 16p)
e) die hinteren Nahtflecken sind mit der Spitzenmakel mehr oder weni-
ger deutlich verbunden. (Abb. 16q)
f) ein breites Nahtband verbindet die beiden Nahtfleckenpaare und
das Schildchen miteinander. (Abb. 16r)
g) die Nahtspitze ist in geringerer Ausdehnung geschwärzt. (Abb. 16s)
= (ab. occidua Heinze 1927).
Zwischen den Makeln der Flügeldecken färbt sich der Untergrund all-
mählich schwarz, so daß schließlich nur noch die Spitze mehr oder we-
niger rötlich bleibt. Der Halsschild ist:
a) am Vorder- und Hinterrand schwarz. (Abb. 16t)
b) gänzlich schwarz. = (Cr. nigrita Weise 1912).
Zum größten Teil oder gänzlich schwarz. Flügeldecken gänzlich
schwarz. (Abb. 16u) = (ab. nigrissima Heinze 1924).
Länge 4,5-6 mm; Breite 2-2,5 mm.
Verbreitung: Ost-, Süd- und Westafrika.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der Lema laticollis Jacoby wahrscheinlich im Museum Comparat.
Zoologie, Cambridge, die der Crioceris curtipennis Pic wahrscheinlich
im Pariser Museum, Sammlung Pic. Type der Crioceris nigrita Weise,
EEE
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 243
die der ab. incompleta Heinze, die der ab. nigrissima Heinze und die
der subsp. occidua Heinze wahrscheinlich im Zoologischen Museum
der Universität Berlin. Type der ab. defecta Weise wahrscheinlich im
Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm.
9. Crioceris korschefskyi Heinze
Heinze, 1938, Ent. Bl. p. 37, f. 20
Schwarz; Flügeldecken mit einer gelblichen Längsbinde, die von der
3. bis zur 7. Punktreihe oder etwas über letztere hinausreicht, an der Basis
beginnt und kurz vor der Spitze endet.
Ziemlich gedrungen. Erhebung der Stirn flach gewölbt, mikrosko-
pisch fein und dicht punktiert, außerdem von groben Punkten spärlich zer-
stochen; in der Mitte durch eine tiefe, scharf eingeschnittene Längskerbe
halbiert; Seitenstreifen grob runzelig punktiert. Fühler robust, mittlere
Glieder quadratisch oder wenig länger als breit.
Halsschild ziemlich stark gewölbt, im vorderen Teil seitlich kräf-
tig vorgerundet, vor den Hinterecken tief rundlich verengt; Basalfurche
breit aber ziemlich flach; Punktierung der Oberseite im vorderen Teil fein,
nach hinten zu allmählich gröber werdend, nicht sehr dicht, ohne Reihen-
bildung.
Schildchen hinten abgestutzt. Flügeldecken mäßig breit,
ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen vorn kräftig, nach
hinten zu abgeschwächt, unmittelbar vor der Spitze rinnenförmig. Unter-
seite spärlich behaart.
Länge 4,5-4,8 mm; Breite 1,8-1,9 mm.
Vorkommen: Natal: Howick.
Lectotype im British Museum (N. H.), London.
d) Lilioceris Reitter
Reitter, 1912, Fauna Germanica IV, p. 79
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 1, f. 1 (21)
Chüjö, 1951, Technic. Bull. Kagawa Agricultur. Coll. II, 2, p. 80
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 144, 168
Gestalt robust bis mäßig gestreckt. Erhabenheit der Stirn ziemlich
schmal dreieckig oder schwach herzförmig; von vorn nach hinten gleich-
mäßig und meist ziemlich stark gewölbt; an den Seiten durch tiefe, schmale
Längseinschnitte begrenzt; in der Mitte durch eine unbehaarte Längsfurche
halbiert, die hinten meist tief, breit, scharfrandig und mit vereinzelten,
ziemlich groben Punkten zerstreut besetzt ist und nach vorn zumeist fein
ausläuft; Seitenstreifen der Stirn sehr dicht und mäßig grob punktiert.
Augen auf einem hohen Sockel dem Kopf angefügt, so daß sie sehr stark
244 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
vorstehen; neben den Fühlern mit sehr tiefem und spitzem oder abgerun-
detem Einschnitt, der mehr oder weniger dicht behaart ist. Kopfschild
flach, vorn gerade abgeschnitten, an den Ecken abgerundet, oft spärlich be-
haart. Oberlippe vorn fast gerade oder leicht zweilappig. Letztes
Glied der Maxillartaster langgestreckt oder langoval. Kopf im
Scheitel gegen den Hals durch eine breite, tiefe Querrinne geschieden, die
den Hals an den Seiten hinter den Augen tief und spitzwinklig einschnürt.
Fühler robust oder schlank; in letzterem Falle immer, in ersterem
Falle manchmal sämtliche Glieder zylindrisch; manchmal vom 5. Glied an
mehr oder weniger abgeflacht, die ersten 4 Glieder meist deutlich schlanker
als die übrigen.
Halsschild länger als breit, quadratisch oder leicht quer; vorn
mehr oder weniger stark gerundet, hinten leicht geschweift, an den Seiten
ungefähr in der Mitte mehr oder weniger tief rundlich verengt; vorn und
hinten fein gerandet; vor der Basis mit schwachem Quereindruck, der jedoch
auch gänzlich fehlen kann; Punktierung in Anordnung, Dichte und Stärke
verschieden.
Schildchen meist ziemlich lang, hinten abgerundet, unbehaart.
Flügeldecken meist etwas gewölbt, grundsätzlich zwei Formen an-
gehörend: a) ziemlich langgestreckt, hinter den Schultern kaum oder nicht
ausgebuchtet, dahinter allmählich erweitert, so daß die größte Breite hinter
der Mitte liegt; am Schildchen nicht erhöht; b) plump, hinter den Schultern
ausgebuchtet, hinter der Mitte bauchig erweitert; am Schildchen beulig
emporgewölbt; — jede Flügeldecke mit zehn ganzen Punktreihen und mit
zwei verkürzten Reihen am Schildchen, von denen die innere stets viel
feiner als die äußere ist; Reihen meist hinten vertieft; von den Zwischen-
räumen trägt zumeist der 1. und der 3. einige feine Reihenpünktchen;
Epipleuren von den Schultern zur Spitze allmählich verschmälert; die
übliche Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust ist nur knötchenför-
mig und greift kaum auf die Epipleuren über.
Unterseite mäßig gewölbt; Behaarung spärlich, meist auf die
Segmentränder beschränkt, manchmal auf dem Abdomen am dichtesten;
bei den Arten mit schlanken Fühlern (z. B. L. africana Jacoby) trägt jedes
Abdominalsegment der Männchen in der Mitte eine Querreihe schräg nach
innen und unten gerichteter, kammartig angeordneter, feiner Reihenborsten
auf jeder Seite (Abb. 7a). Vorderhüften zusammenstoßend, Mit-
telhüften mäßig getrennt, Hinterhüften weit auseinanderste-
hend. Mittelbrust hinten gerade abgestutzt: Erstes Abdominal-
segmentin einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften ragend.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 245
Beine meist ziemlich kräftig; Hinterschenkel gewöhnlich merklich
dicker als die übrigen Schenkel; Tarsen mäßig schlank, Klauenglied wenig-
stens zur Hälfte aus den Lappen des 3. Gliedes herausragend; Klauen am
Grunde ziemlich weit voneinander getrennt, stark gekrümmt. (Abb. 10c)
Gattungstypus: Chrysomela merdigera L.
Die Bezeichnung eines Typus’ für die Gattung ist nicht ganz einfach.
Der Name Crioceris Geoflroy bezeichnet ursprünglich das Gleiche wie Lema
Fabricius. Lacordaire hat jedoch den Namen akzeptiert und ihn für die
Arten mit an der Basis nicht verwachsenen Klauen verwandt. In seiner
„Monographie des Phytophages“ sagt er dazu auf Seite 303: „... le merdi-
gera qu’on peut regarder comme le type du genre Crioceris de Geoflroy ....”.
Konsequenterweise hätte Reitter daher bei der Aufteilung der Gattung
Crioceris Geoffroy in Crioceris und Lilioceris den ersten Namen für die Ver-
wandten der Crioceris merdigera L. reservieren müssen. Er hat das jedoch
nicht getan, sondern im Gegenteil die Art C. merdigera und ihre verwandten
Arten in die neue Gattung Lilioceris gestellt. Nachträglich würde aber ein
Tausch der Namen aus dem Grunde unglücklich sein, weil die Verwandten
(wenigstens die europäischen) der L. merdigera (L.) auf Liliaceen leben,
worauf der Name Lilioceris ja hinweisen soll, während die übrigen (euro-
päischen) Arten Asparageen als Futterpflanze annehmen. Ich möchte daher
Reitters Namensgebung anerkennen.
Biologische Daten sind von den afrikanischen Arten der Gattung bisher
leider nicht bekannt geworden. Die paläarktischen Vertreter leben auf
Liliaceen.
Orientierungstabelle zu Lilioceris.
1 (26) Fühler kräftig, vom 5. Glied an mehr oder weniger stark verbrei-
tert; Glied 5 kürzer als doppelt so lang wie breit. Abdominal-
segmente (ausgenommen bei L.latipennis (Clark)) in beiden Ge-
schlechtern ohne kammartig angeordnete Reihenbehaarung.
2 (7) Flügeldeckengrundfarbe ganz oder zum Teil hellgelb bis bräunlich
mit pechbrauner bis schwarzer Reihenpunktierung, die auf den
hellen Teilen durch ihre dunkle Färbung stark hervortritt.
3 (4) Punktreihen der Flügeldecken im hinteren Teil durch Hinzukom-
men von zwei kurzen Reihen etwas verwirrt. Unterseite rötlich bis
schwarz, Halsschild manchmal mehr oder weniger mit Ausnahme
des Vorder- und Hinterrandes schwarz.
livida (Dalman)
4 (3) Punktreihen der Flügeldecken durchaus regelmäßig.
Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
10 (11)
11 (10)
12 (15
nn
13 (14)
14 (13)
15 (12)
Ziemlich schlank. Gänzlich schwarz mit Ausnahme eines breiteren
oder schmäleren Querstreifens an der Basis der Flügeldecken, der
sich nach den Schultern dreieckig erweitert.
elongata (Jacoby)
Breit. Gelblich bis bräunlich, selten Unterseite, Gliedmaßen, Hals-
schild oder Flügeldecken teilweise angedunkelt.
latipennis (Clark)
Flügeldeckengrundfarbe rötlich; Reihenpunktierung nicht oder
nur sehr wenig durch dunklere Färbung hervortretend.
Arten von West-, Südwest- und Zentralafrika. (Die mir unbe-
kannte L. validicornis (Pic) ist hier nicht berücksichtigt worden.)
Punktierung des Halsschildes gleichmäßig über die ganze Ober-
fläche verteilt.
Kopf, Fühler, Beine und die Unterseite mit Ausnahme der Spitze
des Abdomens schwarz.
atrimembris (Pic)
Kopf und Unterseite gänzlich rötlich; Fühler höchstens teilweise
und an den Beinen höchstens die Tarsen mehr oder weniger
schwarz.
Punktreihen der Flügeldecken kräftig bis mäßig kräftig, hinten
stärker abgeschwächt; Zwischenreihen glatt mit vereinzelten feinen
Reihenpünktchen.
Fühlerglieder 5 bis 11 mehr oder weniger flachgedrückt, auf der
Innenseite einzeln stark abgeschrägt (besonders Glieder 8 bis 10),
so daß die Fühler hierdurch leicht gesägt erscheinen. Körperfarbe
kräftig rötlich; Punkte der Flügeldecken nicht merklich dunkler
als die Grundfarbe.
aestivalis (Clark)
Fühlerglieder 5 bis 11 nicht flachgedrückt, mit ziemlich kreisrun-
dem Querschnitt, auf der Innenseite nicht gesägt, sondern in der
Aufsicht ziemlich rechteckig. Körperfarbe rötlichgelb, besonders
auf den Flügeldecken recht hell und hier die Punktierung deutlich
dunkler als die Grundfarbe.
lembensis Heinze
Flügeldecken fein gereiht punktiert, Punktierung im hinteren Teil
besonders fein und dicht; Zwischenreihen ganz fein gerunzelt und
alle mit einer feinen Punktreihe versehen; Elytren trotz der feinen
Runzelung stark glänzend.
| consobrina (Clark)
16 (9)
17° (:8
18 (21)
19 (20)
SS
20 (19
N
23 (22)
24 (25)
25 (24)
26 (1)
31 (80)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 247
Punktierung des Halsschildes auf einen Längsstreifen in der Mitte
beschränkt.
ertli (Weise)
Arten von Ost- und Südafrika.
Größere Arten, wenigstens 9!/a mm lang.
Halsschild recht grob, ziemlich dicht aber unregelmäßig punk-
tiert. Flügeldecken mit kräftigen, im hinteren Teil rinnenartigen
Punktreihen.
bohemani (Baly)
Halsschild im allgemeinen spärlich punktiert, mit einer feinen
Punktreihe in der Mitte. Flügeldecken fein punktiert, Punktreihen
nicht oder nur sehr schwach vertieft.
nitidissima (Weise)
Höchstens 9!/ mm lange Arten.
Halsschild dicht und grob punktiert. Flügeldecken ziemlich
schlank, mit groben, oft im Grunde etwas dunkleren Punkten;
Schildchengegend kaum erhöht.
puncticollis (Lacordaire)
Halsschild zerstreut mit mäßig groben bis ziemlich feinen Punkten
besetzt. Flügeldecken ziemlich robust, ihre Punktierung mäßig
stark bis ziemlich fein, im Grunde nicht dunkler.
7 bis 8!/a mm lang. Halsschildpunktierung verhältnismäßig dicht.
cafra (Lacordaire)
Rund 6!/2 mm lang. Halsschildpunktierung recht fein, manchmal
fast verloschen.
lumbwensis (Weise)
Fühler schlank; vom 5. Glied an nicht oder kaum dicker als in den
Basalgliedern; Glied 5 mindestens 2-mal so lang wie breit. Abdo-
minalsegmente beim Männchen jederseits der Mitte mit einer kur-
zen Querreihe kammartig aufgerichteter Borsten (Abb. 7a).
Halsschild an den Seiten mit tiefer, rundlicher Einschnürung.
Oberseite einfarbig rötlich.
africana (Jacoby)
Flügeldecken mit schwarzen Zeichnungen.
Flügeldecken mit je 6 (2, 2, 2) schwarzen, rundlichen Makeln, die
sich manchmal quer verbinden (meist 3 + 4 oder auch 5 + 6),
manchmal auch teilweise bis gänzlich verlöschen (Abb. 17).
duodecimmaculata (Jacoby)
Flügeldecken mit anderen Zeichnungen.
248 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
32 (33) Flügeldecken mit zwei schwarzen Querbinden (Abb. 18). Punktie-
rung des Halsschildes ohne Reihenbildung.
fasciata (Weise)
33 (32) Flügeldecken mit Ausnahme der Spitze schwarz. Halsschild mit
einer einzelnen Punktreihe in der Mitte. |
| apicalis (Heinze)
34 (27) Halsschild an den Seiten sehr schwach verengt.
35 (36) Flügeldecken mit je zwei kurzen, schwarzen Längslinien nahe der
Basis, die längere innerhalb, die kürzere außerhalb der Schulter-
beule.
quadristriolata (Weise)
36 (35) Flügeldecken mit zwei schwarzen Querbinden oder mit Ausnahme
der Spitze ganz schwarz.
bryanti Heinze
1. Lilioceris livida (Dalman)
= (Crioceris crampeli Pic)
Dalman, 1823, Analecta Ent. p. 73 (Lema)
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 568 (Crioceris)
Weise, 1901, Arch. f. Naturg. LXVI, p. 162 (Crioceris)
Weise, 1910, in Sjöstedt, Kilimandscharo-Meru Exped. I, 7, Col. p. 160 (Crioceris)
Weise, 1915, Zweite Dtsch. Zentralafrika Exped. I, 7, p. 156 (Crioceris)
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 217 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 5 f. 2 (22)
Pic, (Crioceris crampeli) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17
Rötlich, rotbraun oder dunkelbraun bis fast schwarz. Flügeldecken hell-
gelblich bis bräunlich mit im Grunde pechbraunen oder schwarzen Punkten.
Fühler vom 7. oder 5. Glied an (ab. lacordairei Weise 1915) oder häufiger
gänzlich oder vom 2-3. Glied an schwarz.
Verhältnismäßig schlank. Erhabenheit der Stirn länglich, leicht ge-
wölbt; in der Mitte durch einen vorn schmalen, hinten breiteren, scharfran-
digen Längseinschnitt halbiert, der aber oftmals nicht bis an den Vorder-
rand reicht; Erhebung spärlich punktiert und an den Außenrändern ver-
einzelt behaart; nach hinten in eine tiefe, rundliche Quervertiefung des
Scheitels abfallend.
Fühler robust, vom 5. Glied an kräftig erweitert; Glied 4 kürzer als
das längliche 3. Glied (fast nur halb so lang), Glieder 5 und 6 ungefähr qua-
dratisch, die folgenden quer.
Halsschild länger als breit, hinten etwas breiter als vorn; Vorder-
rand gerundet, Hinterrand geschweift; Seiten mäßig tief und breit rundlich
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 249
bis schwach viereckig verengt; Vorderecken stumpf tuberkuliert, Hinter-
ecken winklig; Scheibe mäßig gewölbt; vor der Basis manchmal mit einer
seichten Vertiefung; manchmal befindet sich auch im vorderen Teil jeder-
seits der Mitte je eine seichte Vertiefung; eine Basalfurche fehlt dagegen;
Punktierung grob, in der Stärke etwas variierend, zerstreut aber über die
ganze Oberfläche verbreitet; meist bleibt ein schmaler Längsstreifen über
die Mitte von der Punktierung ausgenommen.
Schildchen länglich, hinten abgerundet, im vorderen Teil mehr
oder weniger dicht gelblich behaart. Flügeldecken verhältnismäßig
langgestreckt, hinter den Schultern nicht ausgebuchtet, im hinteren Teil aber
erweitert; Quereindruck hinter dem Schildchen undeutlich; Punktierung
grob und durch die im Grunde schwarzen Punkte sehr auffällig; hinten nicht
schwächer als vorn. Vorhanden sind 10 ganze Punktreihen, wobei sich zwi-
schen die 5. und 8. Reihe an der breitesten Stelle der Flügeldecken zwei
kurze, meist unordentliche Reihen einschieben und so die Reihenbildung
etwas verwirren. Außerdem tragen die Flügeldecken am Schildchen die
üblichen zwei abgekürzten Punktreihen, von denen die innere fein und un-
deutlich, die äußere aber nicht schwächer als die übrige Punktierung ist.
Die Punktreihen bilden in der hinteren Hälfte nur nahe der Naht schwache
Rinnen, so daß an dieser Stelle die Zwischenräume leicht gewölbt erschei-
nen. Hier und da sind auf diesen Aufwölbungen feine Reihenpünktchen
sichtbar, jedoch ohne jedes System angeordnet. |
Unterseite ziemlich dicht mit langen, anliegenden, weißlich-
gelben Haaren bekleidet; aber mindestens die Mitte des Abdomens bleibt
hiervon frei. Beine mäßig kräftig, Schenkel nicht sehr verdickt.
Neben der Normalform treten vielfach abweichend gefärbte Exemplare
mit folgenden Merkmalen auf:
a) Sehr häufig ist der Halsschild mit Ausnahme des Vorder- und Hin-
terrandes und meist auch eines schmalen, hinten verkürzten Längsstreifens
in der Mitte pechbraun bis schwarz gefärbt.
= (Crioceris crampeli Pic 1916).
b) Die schwarze Färbung der Flügeldeckenpunkte fließt unregelmäßig
mehr oder weniger ausgedehnt ineinander. Gelegentlich werden die Flügel-
decken fast ganz schwarz (besonders in der hinteren Hälfte).
= (ab. obscuridorsis Heinze 1937).
Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,2-4 mm.
Verbreitung: Über ganz West-Afrika und ostwärts wohl bis zum Kili-
mandscharo verbreitet.
Type wahrscheinlich im Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm.
250 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Type der Crioceris crampeli Pic wahrscheinlich im Pariser Museum, Samm-
lung Pic, die der Crioceris livida ab. lacordaire Weise wahrscheinlich
im Zoologischen Museum der Universität Berlin und die Type der
Lilioceris livida ab. obscuridorsis Heinze wahrscheinlich im Musee
Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren.
2. Lilioceris elongata (Jacoby)
Jacoby, 1898, Proc. Zool. Soc. London, p. 215 (Crioceris)
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 30, t. 4, f. 8 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p.7, f.3 (23)
Schwarz; ein schmaler Basalstreifen auf den Flügeldecken, der sich
nach den Seiten rasch dreieckig erweitert, und manchmal noch ein kurzes
Stück der Naht gelb; der übrige Teil der Flügeldecken pechbraun bis
schwarz.
Verhältnismäßig langgestreckt. Stirnerhebung länglich drei-
eckig, gewölbt; gegen den Scheitel durch eine kräftige Querfurche begrenzt;
vereinzelt punktiert und an den Außenrändern spärlich behaart; in der
Mitte durch eine tief eingeschnittene, manchmal vorn verkürzte Längsfurche
mit scharfen Rändern halbiert.
Fühler sehr kräftig, vom 5. Glied an erweitert; Glied 4 quadratisch,
etwas kürzer als das 3.; Glied 5 wenig länger als breit, 6 und 7 ungefähr
quadratisch, Glieder 8 bis 10 quer.
Halsschild in Form und Skulptur dem von Lilioceris livida (Dal-
man) sehr ähnlich, jedoch ist die Punktierung dichter und etwas gröber.
Schildchen länglich, mit parallelen Seiten; hinten abgerundet,
vorn vereinzelt behaart. Flügeldecken in den Umrissen denen von
L.livida sehr ähnlich, vielleicht durchschnittlich etwas gestreckter; Quer-
eindruck hinter dem Schildchen deutlich kräftiger; Punktreihen sehr grob,
sehr regelmäßig, in der hinteren Hälfte leicht vertieft und hierdurch die
Zwischenräume leicht rippenförmig empordrückend; die inneren der bei-
den abgekürzten Punktreihen am Schildchen fein; sämtliche Zwischenräume
oft mit feinen Reihenpünktchen besetzt; die gelbe Färbung an der Basis ist
in ihrer Ausdehnung in geringem Umfange veränderlich und verwaschen
begrenzt.
Unterseite ziemlich dicht gelblich behaart, am schwächsten auf
dem Abdomen. Beine mäßig kräftig, Hinterschenkel ziemlich keulig.
Länge 8-9 mm, Breite 4,2-4,4 mm.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 251
Verbreitung: Süd-Rhodesia: Salisbury (Mashonaland), Selukwe (Matebele-
land); Transvaal: Zoutpansberge (800 m)
Type im British Museum (N. H.), London.
3. Lilioceris latipennis (Clark)
= (Crioceris sibutensis Pic)
Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 25 (Lema)
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Is., Fasc. 23, p. 30, t. 4, f. 8 (Crioceris)
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 217 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1931, Wien, Ent. Ztg. XLVII, p. 179
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25 p. 9, f.4 (24)
Pic, (Crioceris sibutensis) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17
Rötlich, auf der Unterseite meist etwas dunkler. Flügeldecken hellgelb oder
graugelb bis bräunlich mit im Grunde pechbraunen bis schwarzen Punkten.
Fühler vom 5. oder 6. Glied an schwarz.
Robust. Stirnerhebung gewölbt, gegen den Hals durch eine
kräftige Furche begrenzt; sehr spärlich punktiert und an den Außenrändern
vereinzelt behaart; in der Mitte mit kurzem, scharfrandigem Längsgrübchen.
Fühler mäßig kräftig, vom 5. Glied an etwas erweitert; Glied 4 wenig
kürzer als 3, Glied 5 etwa 1'!/e-mal, 6 und folgende etwa 1'/a-mal so lang
wie breit.
Halsschild sehr wenig länger als breit; Vorderrand gerundet,
Hinterrand geschweift, Seiten kräftig rundlich verengt; Vorderecken stumpf
tuberkuliert, Hinterecken winklig; Scheibe ziemlich stark gewölbt, grob und
unregelmäßig punktiert, in der Mitte gewöhnlich mit einem glatten Längs-
streifen, auf dem eine einzelne Reihe feinerer Punkte steht; manchmal ist
die Punktierung sehr grob und verfließt zu unregelmäßigen Runzeln = (C.
punctatissima Weise i. litt. — Heinze 1927); Basalfurche manchmal leicht
angedeutet.
Schildchen länglich, parallel, hinten abgerundet. Flügel-
decken robust, annähernd parallel, hinter den Schultern kaum ausge-
schweift, dahinter nur andeutungsweise erweitert; Quereindruck hinter dem
Schildchen fehlt; Punktreihen sehr grob und sehr regelmäßig, hinten nicht
schwächer als vorn; Punkte durch pechbraune bis schwarze Färbung auf
dem gelblichen Untergrund stark hervortretend; die Zwischenräume zwi-
schen den Reihen in der hinteren Hälfte der Elytren manchmal andeutungs-
weise rippenförmig, hier und da mit vereinzelten Reihenpünktchen besetzt;
die innere der beiden abgekürzten Punktreihen am Schildchen ist sehr fein.
2523 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Unterseite ziemlich spärlich behaart; die Abdominalsegmente der
Männchen tragen in der Mitte die gleichen Borstenreihen wie bei den am
Schluß der Gattung aufgeführten Arten mit schlanken Fühlern. Beine
mäßig schlank, Hinterschenkel nicht sehr verdickt.
Gelegentlich können Koloritformen auftreten, bei denen die schwarze
Färbung der Flügeldeckenpunkte teilweise und unregelmäßig untereinander
verfließt. = (Lema latipennis Clark ab. collarti Pic i. litt. - Heinze 1931).
Fernerhin können Exemplare mit schwarzen Tarsen auftreten. — (Crioceris
sibutensis Pic 1916).
Länge 6-9,5 mm; Breite 2,8-4,4 mm.
Die Art ist der Lilioceris livida (Dalman) auf den ersten Blick sehr ähn-
lich, jedoch von ihr durch die viel robustere Gestalt, den viel dichter punk-
tierten Halsschild und die durchaus regelmäßige Reihenpunktierung der
Flügeldecken zu unterscheiden. Im übrigen variiert sie in sehr starkem
Maße in der Größe. Die kleinsten Stücke (etwa 6 mm) sind gewöhnlich ver-
hältnismäßig schlank.
Verbreitung: Über ganz Westafrika ziemlich weit verbreitet und wohl nicht
selten.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der ab. punctatissima Heinze im Zoologischen Museum der Universi-
tät Berlin, die der Crioceris sibutensis Pic wahrscheinlich im Pariser Mu-
seum, Sammlung Pic, die der ab. collarti Heinze wahrscheinlich im Musee
Royal de I’ Afrique Centrale, Tervuren.
4. Lilioceris atrimembris (Pic)
Pic, 1937, Rev. Suisse Zool. XLIV, p. 107 (Crioceris)
Die Art ist mir unbekannt. Der Beschreibung nach müßte sie an dieser
Stelle einzuordnen sein. Der Autor gibt folgende Charakterisierung des
Käfers:
„Elongatus, nitidus, supra fere glaber, niger, collo, thorace supra,
elytris abdomineque apice rufis. Capite sat lato, supra inaequale, antice
fortiter et sparse punctato, postice pro parte dense, inaequale punctato, in
vertice trisulcato; antennis brevibus et latis, articulis 4-10 opacis, plus
minusve transversis, articulo ultimo breve; thorace breve et lato, ad medium
paulo strangulato, antice lateraliter subarcuato, postice fera recto, ad basin
lateraliter oblique sulcato et medio paulo impresso, fortiter, irregulariter
sparseque punctato; scutello lato, subtriangulare, nigro, ad basin paulo
rufescente, impunctato; elytris thorace valde latioribus, elongatis, ante
medium paulo strangulatis, apice breve attenuatis, marginatis, antice parum
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 253
fortiter lineato punctatis, postice minute lineato punctatis et substriatis;
pedibus parum validis.
Lang. 11 mill.
Kuvangu (deux exemplaires).
Se distinguera facilement des especes africaines voisines par la colo-
ration entierement moire des antennes et des pattes. Peut se placer pres de
C. cafra Lac., de forme plus allong&e avec la t&te bicolore, les pattes entiere-
ment noires.“ (Pic).
Type wahrscheinlich im Musee d’histoire naturelle de La Chaux-de-Fonds
oder im Pariser Museum, Sammlung Pic.
9. Lilioceris aestivalis (Clark)
Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 66 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 91
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 11, f.5 (25)
Bräunlichrot. Fühler vom 5. bis 8. Glied an schwarz. Scheibe des
Halsschildes außer dem Vorder- und Hinterrand und einem Längsstreifen
über die Mitte zumeist leicht angedunkelt. Flügeldecken bräunlich- bis
gelblichrot mit im Grunde dunkelroten Punkten. Schienen und Tarsen
schwarz oder angedunkelt, gelegentlich aber auch gleichfarben rot wie die
Schenkel = (Crioceris brevicornis Weise i. litt. - Heinze 1929). In selteneren
Fällen können auch die Schenkel teilweise angedunkelt sein.
Robust. Stirnerhebung kaum hervortretend, stark gewölbt;
gegen den Hals durch eine tiefe Quergrube des Scheitels begrenzt; glatt
oder ganz: vereinzelt grob punktiert, an den Seiten oft spärlich gelb behaart;
im hinteren Teil durch eine mehr oder weniger tiefe und oft ziemlich breite
Längsfurche halbiert, die nach vorn zu meist sehr fein ausläuft; Seitenstrei-
fen der Stirn fein dicht punktiert und locker gelb behaart. Clypeus ganz
spärlich grob punktiert und wie die geschweifte Oberlippe mäßig dicht gelb
behaart.
Fühler die Halsschildbasis deutlich überragend, kräftig; vom 9.
Glied an erweitert und abgeflacht; Glied: 5 ungefähr 1'!/smal, 6 etwa 1'/a-
mal so lang wie breit, 7 ungefähr quadratisch, Glieder 8 bis 10 quer.
'Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, Seiten ziemlich tief
bis mäßig tief rundlich verengt; Durchmesser des Hinterrandes manchmal
etwas größer als der des Vorderrandes; Vorderecken stumpf tuberkuliert;
Scheibe ziemlich stark gewölbt, ohne deutliche Querfurche an der Basis;
Punktierung verstreut bis mäßig dicht und unregelmäßig, in der Mitte aber
zumeist mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten, die sich in der Stärke
254 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
von der übrigen Punktierung nicht unterscheiden, jedoch jederseits durch
einen schmalen und etwas glatteren Längsstreifen begrenzt sind.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken rvo-
bust, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, danach bauchig erweitert;
hinter dem Schildchen seicht quer niedergedrückt, um das Schildchen herum
aber stark höckerartig erhoben; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten
stärker abgeschwächt; mit Ausnahme der 10. und der hinteren Hälfte der
1. Reihe nicht vertieft; von den beiden verkürzten Punktreihen neben dem
Schildchen ist die innere sehr fein; der 1. und 3. Zwischenraum zwischen den
Reihen oftmals mit vereinzelt feinen Reihenpünktchen. Unterseite
spärlich gelblich behaart, meist auf dem Abdomen am dichtesten.
Länge 7-11 mm; Breite 4-5 mm.
Verbreitung: Senegal, Aschanti, Kamerun, Kongo.
Type im British Museum (N. H.), London.
6. Lilioceris lembensis Heinze
Heinze, 1929, Rev. Zool. Bot. Afric. XVIII, p. 114 (L. lembaensis)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 14
Rötlichgelb bis gelbbraun, besonders die Flügeldecken ziemlich hell
mit im Grunde bräunlichen oder dunkelroten Punkten. Fühlerglieder 5-11
und die Tarsen schwarz.
Mäßig robust. Stirn wie bei L.aestivalis (Clark) ausgebildet; Er-
hebung der Stirn glatt, am vorderen Seitenrand spärlich fein gelb behaart;
in der hinteren Hälfte mit einem mehr oder weniger tiefen Längsgrübchen
versehen, das nach vorn oft in eine flache Längsrinne ausläuft; Seitenstreifen
der Stirn dicht punktiert und wie Clypeus und Oberlippe locker mit längeren
gelben Haaren besetzt.
Fühler verhältnismäßig kurz, nur ungefähr bis an die Halsschild-
basis reichend; vom 5. Glied an erweitert; Glied 2 quer, 3 etwa 1!/smal so
lang wie breit, 4 ungefähr quadratisch, Glieder 5 bis 7 wenig länger als
breit, 8 bis 10 eine Spur kürzer als breit.
Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, an den Seiten rund-
lich mäßig tief verengt; Vorderecken rundlich, Scheibe mäßig gewölbt;
Basalfurche nur an den Seiten schwach angedeutet, in der Mitte fehlend;
Punktierung sehr spärlich, sehr seicht, doch teilweise durch dunklere Fär-
bung etwas deutlicher.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken mä-
Big robust, hinter den Schultern schwach ausgeschweift, hinter der Mitte
undeutlich erweitert; am Schildchen ziemlich kräftig beulig erhoben, da-
|
|
|
|
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 299
hinter schwach niedergedrückt; Punktreihen regelmäßig, Punkte vorn groß,
hinten etwas kleiner; 10. Punktreihe gänzlich, 1. nur hinten und schwach
vertieft; von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere
sehr fein; 1. und 3. Zwischenraum zwischen den Punktreihen mit einer spär-
lichen Reihe feiner Pünktchen. Unterseite nur spärlich mit gelben
Haaren besetzt.
Länge 6-7 mm; Breite 2,8-3,5 mm.
Verbreitung: Kongo: La Lemba, Mayidi, Sankuru (Kondue), Lomami (Ka-
niama), Lac Kivu (Bukima), Nioka.
Type im Musee Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren.
7. Lilioceris validicornis (Pic)
Pic, 1916, Melanges Exot. Ent. XXI, p. 17
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 13
Die Art habe ich noch nicht gesehen. Der kurzen Beschreibung nach
müßte sie an dieser Stelle einzuordnen sein. Vielleicht habe ich sie auch
unter dem Namen L.lembensis m. beschrieben. Der Autor gibt folgende
Diagnose:
„Oblongus, nitidus, rufus, thorace et pedibus pro parte pallidioribus,
elytris testaceis, rufo punctatis, articulis 6-11 antennarum unguiculisque
nigris, antennis validis. Thorace breve et lato, ad medium distincte coarc-
tato, in disco minute et disperse punctato; elytris substriatis, fortiter lineato-
punctatis.
Long. 8 mill.
Sierra Leone.
Espece tres distincte par ses membres robustes et sa ponctuation & fond
roussätre sur les elytres. Peut se placer pres de weisei Chevr.“
Wäre in der Diagnose Pic’s nicht die Angabe „elytris substriatis“ ent-
halten, so könnte man die Art als eine Koloritform der L. aestivalis (Clark)
ansprechen. Gegen eine Vereinigung mit L.latipennis (Clark) spricht die
anscheinend ziemlich feine Halsschildpunktierung.
8. Lilioceris ertli (Weise)
Weise, 1919, Arch. f. Naturg. LXXXII, 4 (1917), p. 74 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 91
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 15
Hellrötlich; die letzten 4 bis 5 Fühlerglieder schwarz.
Robust. Stirnerhebung stark gewölbt, gegen den Hals durch
eine tiefe Querfurche begrenzt, hinten durch eine tiefe Längsfurche halbiert.
256 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Fühler die Halsschildbasis überragend, kräftig, vom 5. Glied an erweitert
und leicht abgeflacht; Glieder 5 bis 7 etwas länger als breit, 8 bis 10 quer.
Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, Seiten ziemlich tief
rundlich verengt; Scheibe mäßig stark gewölbt, mit undeutlicher Querfurche
vor der Basis; ein breiter Längsstreifen in der Mitte ist mit 4 bis 5 unregel-
mäßigen Punktreihen versehen.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken ro-
bust, hinter den Schultern leicht ausgeschweift, hinter der Mitte leicht
bauchig erweitert; um das Schildchen herum beulig erhoben, dahinter
schwach niedergedrückt; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten schwächer;
die inneren Punktreihen von der Mitte an, die 10. Reihe gänzlich vertieft;
von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere sehr fein;
der 2. und 3. Zwischenraum zwischen den Reihen trägt eine Reihe feiner
Pünktchen. Unterseite sehr spärlich behaart.
Länge 7 mm.
Das Hauptmerkmal der Art besteht in der Reihenpunktierung des Hals-
schildes und der geringen Anzahl schwarzer Fühlerglieder. Allerdings sind
seit der Beschreibung, die an Hand von zwei Exemplaren angefertigt wurde,
weitere Stücke nicht bekannt geworden.
Vorkommen: Angola: Bailundo.
Type in der Zoologischen Staatssammlung München.
9. Lilioceris consobrina (Clark)
Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 67 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 12
Dunkelrot bis bräunlichrot; Thorax insgesamt etwas dunkler als der
übrige Körper; die ersten beiden Fühlerglieder dagegen etwas heller bräun-
lichrot, die Oberlippe noch mehr aufgehellt.
Ziemlich schlank, parallel. Stirnerhebung länglich-dreieckig, bis
in die Scheitelquerfurche stark gewölbt; sehr zerstreut grob punktiert und
nur an der vorderen Spitze mit einer seichten Längsrinne; Seitenstreifen der
Stirn sehr grob punktiert, wie der spärlich punktierte Clypeus und die sehr
hohe Oberlippe locker lang behaart. Augeneinschnitt breit zungenförmig;
spärlich mit feinen, kurzen Härchen besetzt.
Fühler etwas feingliedriger, vom 5. Glied an leicht erweitert: Glie-
der 1 bis 4 glatt und glänzend, die folgenden grob punktiert und matt, alle
locker behaart; Glied 5 etwa 1'/amal so lang wie breit, die folgenden Glieder
quadratisch oder gar kürzer als breit, etwas abgeflacht und dabei zur Spitze
und nach außen und unten leicht ausgezogen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 2a
Hals vorn glatt, stark glänzend, hinten fein punktiert. Halsschild
kaum länger als breit, hinten etwas breiter als vorn; die Seiten in der Mitte
mäßig stark eingeschnürt; Vorderecken zurückgebogen und stumpf tuberku-
liert; Vorderrand mit leichter Aufwölbung, Hinterrand geschweift; Scheibe
etwas abgeflacht, glänzend, grob punktiert; vorn in der Mitte mit leichter
Längseindellung und hier die Punktierung etwas dichter; Basalfurche nur
schwach angedeutet, Hintersaum sehr fein runzelig und matt.
Schildchen länglich dreieckig, abgerundet, glatt, leicht glänzend.
Flügeldecken parallel, annähernd doppelt so lang wie breit; hinter
dem Schildchen schwach höckerig erhöht; Humeralfurche schwach entwik-
kelt; fein gereiht punktiert, im hinteren Teil Punktierung besonders fein und
dicht; 10. Punktreihe rinnig vertieft; Zwischenreihen ganz fein gerunzelt
und alle mit feiner Punktreihe, an der Spitze etwas gewölbt; Elytren trotz
der feinen Runzelung stark glänzend. Unterseite sehr spärlich behaart.
Länge etwa 8,3 mm; Breite etwa 3,3 mm.
Verbreitung: Senegal.
Type im British Museum (N. H.), London.
10. Lilioceris bohemani (Baly)
= (Crioceris crassicornis Weise)
= (Crioceris weisei Clavareau)
Baly, 1863, Trans. Ent. Soc. London (3) I, p. 612 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 15
Weise, (Crioceris crassicornis) 1901, Arch. f. Naturg. LXVII, p. 162
Clavareau, (Crioceris weisei) 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 30
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 219
Oberseite meist ziemlich dunkelrötlich, manchmal auf den Flügeldecken
aufgehellt bis gelblichrot; Kopf, Fühler, Beine und die Unterseite mit Aus-
nahme der Abdomenspitze schwarz.
Ziemlich langestreckt. Stirnerhebung vorn zugespitzt, hinten
oft etwas eingeschnürt; an den Seiten mit groben Punkten spärlich besetzt;
durch eine tiefe, scharfrandige Längsfurche halbiert, die im hinteren Teil
breit ist, vorn jedoch sehr fein ausläuft; Seitenstreifen der Stirn durch tiefe
und recht breite Schrägfurchen abgetrennt.
Fühler sehr kräftig, die Halsschildbasis erreichend; die ersten vier
Glieder glatt, nur wenig schmäler als die folgenden; Glieder 5 bis 11 grob
punktiert, matt, pubeszent; alle Glieder von ziemlich kreisrundem Quer-
schnitt; Glied 2 stark quer, 3 etwas länger als breit, 4 ungefähr quadratisch,
5 schief viereckig, auf der inneren Seite am kürzesten, Glieder 6 bis 10 quer.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 17
258 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Halsschild plump, etwa so breit wie lang; vorn stark gerundet,
Vorderecken mit in diese Rundung einbegriffen; Seiten in der Mitte schwach
rundlich verengt, Hinterrand leicht geschweift; größter Durchmesser in den
ziemlich rechtwinkligen Hinterecken; Scheibe stark gewölbt, Basalfurche in
der Mitte durch eine seichte Vertiefung angedeutet; Punktierung grob, von
wechselnder Stärke, unregelmäßig angeordnet, am Vorder- und Hinterrand
meist spärlicher; die Oberfläche zwischen den Punkten manchmal leicht
uneben.
Schildchen ziemlich kurz, hinten abgerundet. Flügeldek-
ken langgestreckt, hinter den Schultern nicht ausgeschweift, dahinter all-
mählich erweitert und hinter der Mitte etwas breiter als in den Schultern;
um das Schildchen herum nicht emporgewölbt, hinter dem Schildchen nicht
oder kaum merklich niedergedrückt; Punktreihen sehr grob, sehr regelmäßig,
in der hinteren Hälfte meist leicht rinnenartig; Punkte hinten verhältnis-
mäßig wenig kleiner als vorn; von den beiden abgekürzten Reihen am
Schildchen ist die innere sehr lückenhaft und äußerst fein; ähnlich feine
Pünktchen stehen manchmal auf dem ersten Zwischenraum zwischen den
Punktreihen. Unterseite meist nur spärlich behaart.
Die Art variiert etwas in der Stärke der Fühlerglieder und in der Breite
des Halsschildes und der Flügeldecken. Fernerhin können Exemplare auf-
treten, bei denen abweichend von der Normalform die Unterseite des Kör-
pers und manchmal auch die Schenkel mehr oder weniger rötlich gefärbt
sind. = (C. weisei Clavareau ab. infrarufa Heinze).
Länge 9,5-12,3 mm; Breite 4-5,2 mm.
Verbreitung: Natal: Sarnia; Transvaal; Mozambique: Delagoa Bay (Lou-
renco Marques), Beira, Tschinde; Tanganjika: Sadani; Nyassa-See;
Katanga.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der Crioceris crassicornis Weise, die der Crioceris weisei Clavareau
und die der Crioceris weisei Clav. ab. infrarufa Heinze im Zoologischen
Museum Berlin.
11. Lilicceris nitidissima (Weise)
= (Crioceris nitida Weise)
Weise, 1913, Wiener Ent. Ztg. XXXL, p. 18 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 17
Weise, (Crioceris nitida) 1912, Dtsch. Zentralafrika Exped. IV, p. 129
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 259
Die Art habe ich bisher noch nicht gesehen. Stimmt die Größenangabe,
so müßte die Art durch ihre Gestalt auffallen. Der Autor gibt folgende
Beschreibung:
„Rufa, nitidissima, antennis ab articulo quinto, femorum apice, tibiis
tarsisque nigris, pothorace parce punctulato, elytris subtiliter punctatis,
punctis latera et apicem versus subtilioribus.
Long. 9,5 mm.
Mawambi am Ituri.
Der Cr. cafra Lac. nahe verwandt, etwas größer, oberseits durchweg
feiner punktiert und glänzender, an den Fühlern die ersten 4 Glieder glän-
zend, rot, der Thorax hat eine feine weitläufige Punktreihe in der Mittel-
linie und eine dichtere, unregelmäßig verdoppelte oder verdreifachte jeder-
seits davon, außerdem liegen noch einige Punkte an den Seiten. Die Punkte
der Flügeldecken sind fein, auf der inneren Hälfte vor der Mitte am stärk-
sten, nach außen und hinten feiner, dicht vor der Spitze werden sie plötzlich
etwas größer, liegen hier aber nicht in Streifen wie bei cafra.” (Weise).
Die Beschreibung ist leider nicht sehr sorgfältig verfaßt, so daß man,
ohne Tiere der Art vor sich zu haben, etwas Kritisches nicht sagen kann.
Type wahrscheinlich im Zoologischen Museum Berlin.
12. Lilioceris puncticollis (Lacordaire)
—= (Crioceris fuscopunctata Clark)
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 567 (Crioceris)
Bryant, 1923, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) 12, p. 131
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 18
Clark, (Crioceris fuscopunctata) 1866, Cat. Phytophag. App. p. 67
Dunkelrot; Flügeldecken heller rotbraun, Tarsen pechbraun, Fühler
mit Ausnahme des ersten oder der ersten beiden Glieder dunkelbraun bis
schwarz.
Ziemlich schlank. Erhebung der Stirn nur mäßig gewölbt, vorn zu-
gespitzt; in der Mitte durch eine tiefe, hinten ziemlich breite Längsfurche
geteilt, vereinzelt grob punktiert; Antennalcalli (Stirnhöcker) an der Innen-
seite in weitem Bogen eingebuchtet, auf der Fläche ausgekehlt, so daß sie
zur Mitte schaufelförmig schräg abfallen; die untere Spitze ist etwas aus-
gezogen und mit längeren Haaren besetzt, die die leicht geschwungene
Form der Calli noch unterstreichen.
Fühler kräftig, die Halsschildbasis mindestens erreichend; vom 5.
Glied an stark erweitert, nicht abgeflacht; die ersten vier Glieder glatt und
glänzend, die folgenden grob punktiert und matt; die ersten zwei Glieder
260 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
spärlich, die folgenden stark behaart; Glied 2 scheibenförmig, Glieder 3 und
5 etwas länger als breit, 4 und 6 bis 8 ungefähr quadratisch, 9 und 10
leicht quer.
Halsschild etwas länger als breit, in den Hinterecken am breite-
sten; vorn gerundet, hinten leicht geschweift, an den Seiten in der Mitte
mäßig tief rundlich verengt; Vorderecken abgerundet und leicht tuberku-
liert; Scheibe mäßig gewölbt, Basaleindruck seicht angedeutet; Punktierung
grob, dicht und hierdurch die Oberfläche stellenweise leicht uneben; Punk-
tierung am dichtesten in der vorderen Hälfte, am schwächsten am Vorder-
rand und (in größerer Ausdehnung) am Hinterrand, wo sie oft gänzlich
fehlt; die Punkte wechseln in Größe und Dichte und stehen ungeordnet, nur
in der Mitte wird häufig eine einzelne Längsreihe deutlich, besonders bei
schwächer punktierten Exemplaren.
Schildchen etwas länglich, hinten abgerundet. Flügeldek-
ken ziemlich schlank, hinter den Schultern nicht oder kaum ausgeschweitft,
hinter der Mitte etwas breiter als in den Schultern; am Schildchen schwach
oder auch nicht erhöht, dahinter seicht quer niedergedrückt; Punktreihen
grob, hinten nicht abgeschwächt, in der hinteren Hälfte oft schwach rinnen-
artig; von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere sehr
fein; außerdem tragen der 1. und 3. und das erste Stück des 4. Zwischen-
raumes zwischen den Reihen ähnlich feine Reihenpünktchen. Die grobe
Punktierung ist meist etwas dunkler als der Untergrund der Flügeldecken
und erscheint hierdurch noch gröber. Unterseite mäßig dicht behaart,
am dichtesten auf der Mitte und den Außenrändern der Abdomensegmente.
Die Art kann in der Ausfärbung etwas variieren, indem die Fühler
gänzlich, die Schienen und Tarsen sowie der größte Teil der Unterseite
schwarz gefärbt sind. = (Crioceris fuscopunctata Clark).
Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,8-4,4 mm.
Verbreitung: Kapland; Natal: Durban, Sarnia; Tanganjika.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der Crioceris fuscopunctata Clark ebenfalls im British Museum (N.H.),
London.
Die Art ist zu L. bohemani Baly sehr nahe verwandt, unterscheidet sich
aber von der Vergleichsart leicht durch die schwächeren und in den ersten
Gliedern wesentlich dünneren Fühler, durch den längeren Halsschild und
durch die Form der Antennalcalli, die bei L. bohemani auf der Oberfläche
eben und an der Innenseite gerade sind.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 261
13. Lilioceris cafra (Lacordaire)
= (Crioceris rufosanguinea Clark)
= (Crioceris kwaiensis Weise)
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 567 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 20
Clark, (Crioceris rufosanguinea) 1866, Cat. Phytophag. App. p. 70
Weise, (Crioceris kwaiensis) 1901, Arch. f. Naturg. LXVII, p. 163
Bräunlich- oder gelblichrot. Fühler mit Ausnahme der Glieder 1-5, die
Schienen und Tarsen schwarz.
Ziemlich robust. Stirnerhebung mäßig stark gewölbt, vorn zu-
gespitzt; im hinteren Teil mit einer meist tiefen und breiten Längsgrube,
die zur Spitze in eine feine Längsrinne ausläuft; vereinzelt punktiert und
spärlich behaart; Seitenstreifen der Stirn dicht punktiert und stärker mit
teils langen Haaren besetzt; die Antennalcalli dreieckig mit abwärts wei-
sender, etwas ausgezogener Spitze.
Fühler mäßig stark, die Halsschildbasis erreichend; vom 5. Glied an
leicht erweitert, punktiert, matt und pubeszent, aber nicht abgeflacht (wie
z.B. Lacordaire schreibt); die ersten vier Glieder glatt, glänzend, wenig
behaart; Glieder 3 und 5 etwas länger als breit, die folgenden annähernd
quadratisch.
Halsschild länger als breit, vorn leicht gerundet, hinten schwach
geschweift, an den Seiten in der Mitte ziemlich tief rundlich verengt; Vor-
derecken gerundet und schwach tuberkuliert; Scheibe mäßig gewölbt, vor
der Basis leicht niedergedrückt; Punktierung zerstreut, überwiegend mäßig
grob, jedoch in Stärke und Dichte veränderlich, ziemlich bis zur Basis
reichend.
Schildchen langgestreckt, hinten abgerundet. Flügeldek-
ken ziemlich robust, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, hinter der
Mitte leicht bauchig erweitert; am Schildchen höckerig erhoben, dahinter
mit deutlichem Quereindruck; Punktierung vorn mäßig kräftig, hinten fei-
ner, dabei aber meist leicht rinnenartig; 1. und 3. Zwischenraum und das
erste Stück der 4. Zwischenreihe jeweils mit feiner Punktreihe; die innere
der beiden verkürzten Punktreihen am Schildchen ebenfalls mit feiner Punk-
tierung. Unterseite sehr spärlich gelblich behaart.
Es können Exemplare auftreten, bei denen das Rot in der Gesamt-
färbung stärker überwiegt; jedoch die Tarsen und manchmal auch die
Schienenspitzen schwarz. = (Crioceris rufosanguinea Clark und Crioceris
kwaiensis Weise).
Länge 7-9,5 mm; Breite 3,4-4,4 mm.
262 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Verbreitung: Im Osten und Süden Afrikas ziemlich weit verbreitet. Bisher
nachgewiesene Fundorte liegen in: Kilimandjaro, Usambara, Mozam-
bique, Transvaal, Zulu-Territorium, Natal, Kaffrarien, Kapland.
Type wahrscheinlich im Pariser Museum.
Type der Crioceris rufosanguinea Clark im British Museum (N. H.), Lon-
don, die der Crioceris kwaiensis Weise wahrscheinlich im
14. Lilioceris lumbwensis (Weise)
Weise, 1926, Ark. f. Zool. XVIII, Nr. 34, p. 27 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 21
Blaß rötlichgelb; Fühler mit Ausnahme des ersten Gliedes, Schienen
(manchmal mit Ausnahme der Basis) und Tarsen schwarz.
Die Art ist der Lilioceris cafra (Lacordaire) äußerst ähnlich und nur in
folgenden Punkten verschieden: Kleiner, Gestalt etwas schlanker; Fühler
insgesamt etwas schlanker; Flügeldecken-Punktierung und insbesondere die
Halsschild-Punktierung feiner und spärlicher; die Schienen meist gänzlich
schwarz, während sie bei L. cafra sehr selten mehr als an der äußersten
Spitze geschwärzt sind.
Länge etwa 6,5 mm. (Die Angabe von Weise mit 5,5 mm muß auf einem
Meßfehler beruhen.)
Verbreitung: Kenya: Lumbwa, Kabele; Kapland: Katberge.
Type im Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm.
15. Lilioceris africana (Jacoby)
Jacoby, 1895, Dtsch. Ent. Z. XXXIX, p. 167 (Crioceris)
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, t. 5, £. 7 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XII, no 25, p. 22
Hell- bis dunkel-rotbraun; die ersten 2 bis 5 Fühlerglieder hell- oder
mittelbraun, die übrigen mehr oder weniger angedunkelt bis schwarz; Tar-
sen schwarz.
Robust. Erhebung der Stirn nur leicht gewölbt, vorn zugespitzt,
ganz vereinzelt punktiert; in der Mitte durch einen hinten und vorn ver-
kürzten, tiefen Längsritz geteilt; Seitenstreifen spärlich punktiert, mäßig
dicht lang behaart. Clypeus oft leicht punktiert und gelb behaart. Fühler
schlank, nicht erweitert, bis über die Basis der Flügeldecken reichend; Glied
5 etwa 21/a- bis 2!/amal so lang wie breit, die folgenden etwas kürzer.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 263
Halsschild ungefähr so lang wie breit, hinten etwas breiter als
vorn, an den Seiten wenig rundlich verengt; vorn schwach gerundet, hinten
stärker geschweift; Vorderecken stark abgerundet, kaum tuberkuliert; Ober-
seite stark gewölbt, mit ziemlich feinen Punkten zerstreut besetzt, Basal-
furche fehlt.
Schildchen schlank dreieckig, hinten abgerundet, an den Seiten
oft leicht eingebuchtet. Flügeldecken ziemlich plump, glänzend; hin-
ter den Schultern schwach ausgeschweift, hinter der Mitte leicht bauchig
erweitert; an der Basis fast in ganzer Breite erhöht, dahinter mit weitem
aber seichtem Quereindruck; Punktreihen fein, besonders hinten sehr fein,
mit Ausnahme der 10. Reihe unvertieft; die innere verkürzte Reihe am
Schildchen ist sehr verloschen; Zwischenräume zwischen den Reihen nicht
gewölbt, unpunktiert. Unterseite nur spärlich behaart. Beine ziem-
lich schlank, Schenkel nur schwach verdickt.
Es können neben der Normalform Exemplare auftreten mit gänzlich
roten Fühlern. Weiterhin können die Unterseite mit Ausnahme des Abdo-
mens und die Beine mehr oder weniger ganz schwarz sein.
Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,8-4,8 mm.
Verbreitung: Guinea; Togo: Bismarckburg; Kamerun: Mundame; Kongo:
Moyen — Congo.
Type im British Museum (N. H.), London.
16. Lilioceris duodecimmaculata (Jacoby)
Jacoby, 1894, Novit. Zool. i, p. 510 (Crioceris)
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, t. 5, f. 6 (Crioceris)
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 219 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 23, f. 10
Gelblich- bis bräunlichrot; Flügeldecken oft etwas aufgehellt, mit je
sechs schwarzen, rundlichen Makeln (2,2,2) (Abb. 17a); Fühler gewöhnlich
vom 5., seltener vom 6. oder schon vom 3. Glied an dunkelbraun bis schwarz;
Beine größtenteils schwarz.
Breit, robust. Erhebung der Stirn fast flach, vorn stumpfwinklig zu-
gespitzt; an den Seiten mit vereinzelten Punkten und spärlichen gelben
Haaren besetzt; in der Mitte mit einem kurzen, scharfrandigen Längsgrüb-
chen; Seitenstreifen der Stirn stark punktiert und wie der Clypeus mit
längeren, gelben Haaren besetzt. Fühler schlank, die Halsschildbasis
überragend; Glied 5 etwa 2!/ı-2!/smal so lang wie breit, die folgenden
weniger.
Halsschildnur wenig länger als breit, Hinterrand stark geschweitft,
264 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
Seiten in der Mitte mäßig rundlich verengt; Vorderecken kräftig abgerundet
und schwach bis angedeutet tuberkuliert; Oberseite stark gewölbt, mit ziem-
lich feinen Punkten zerstreut bis mäßig dicht besetzt; Basalfurche fehlt,
dagegen befinden sich vor dem Hinterrand manchmal 1 bis 2 verloschene
Querfalten, hinter denen die Oberfläche schwach runzelig ist.
Schildchen gerundet dreieckig. Flügeldecken plump, hin-
ter den Schultern leicht eingebuchtet, hinter der Mitte bauchig erweitert; an
der Basis querüber leicht erhöht, dahinter mit flachem Quereindruck; Punkt-
reihen mäßig stark, Punkte hinten viel feiner und dichter aufeinanderfol-
gend; die 1. Punktreihe nur in der hinteren Hälfte, die 10. Reihe gänzlich
rinnenartig; die innere der beiden abgekürzten Punktreihen am Schildchen
sehr fein und spärlich; die Zwischenräume zwischen den Reihen sind nir-
gends gewölbt, 3. und 4. Zwischenreihe an der Basis vielfach mehr oder
weniger schwach punktiert. Die schwarzen Makeln, die paarweise in drei
Reihen hintereinanderfolgen, stehen derart, daß die inneren Makeln etwas
weiter nach vorn liegen als die äußeren. Unterseite spärlich behaart.
Beine schlank, Schenkel mäßig kräftig.
Die Art variiert in ihrer Ausfärbung ein wenig, insbesondere in der
Flügeldeckenzeichnung, die wie folgt abgeändert sein kann:
a) Die Makeln der Flügeldecken fehlen ganz oder teilweise; die Makeln 3
und 4 halten sich am längsten (Abb. 17b-k). = (Crioceris duodecim-
maculata (Jacoby) ab. deficiens Heinze 1927).
b) Die Makeln der Flügeldecken sind quer miteinander verbunden, in erster
Linie 3 und 4 aber auch 5 und 6; einzelne Makeln können dabei fehlen
(Abb. 171-v). = (Crioceris duodecimmaculata (Jacoby) ab. transverso-
confluens Heinze 1927).
Unabhängig von der Flügeldeckenzeichnung können noch folgende
Abänderungen in der Ausfärbung auftreten:
a) Unterseite mehr oder weniger schwarz, wovon das Abdomen am läng-
sten ausgenommen bleibt.
b) Fühler ganz aufgehellt, bräunlichgelb.
c) Sämtliche schwarzen Fühlerglieder auf der Unterseite rötlich.
d) Beine mehr oder weniger aufgehellt.
subsp. camerunica Heinze 1927
Die in Kamerun vorkommenden Vertreter der Art unterscheiden sich
auffällig durch ihre anscheinend konstant kleinere und gedrungenere Ge-
stalt von der typischen Form, so daß man sie wohl als zu einer eigenen
Unterart gehörig abgrenzen kann. Die Unterschiede zur Nominatform sind
folgende:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 265
Etwas heller rötlichgelb als die Nominatform; kleiner bei fast gleicher
Flügeldeckenbreite (Länge 8-9 mm, Breite 4,2-4,8 mm); Halsschild kleiner,
an den Seiten schwächer verengt, auf der Oberseite spärlicher punktiert und
meist von den Seitenverengungen aus durch zwei schräg nach hinten lau-
fende Quervertiefungen eingedrückt. Die Färbung ist jedoch in gleicher
Weise veränderlich wie bei der Nominatform.
Länge 9-11 mm; Breite 4,3-5,3 mm.
Verbreitung: Kongo, Gabun, Kamerun.
Type im British Museum (N. H.), London.
Type der L. duodecimmaculata (Jacoby) subsp. camerunica Heinze im Zoo-
logischen Museum Berlin, die der Crioceris duodecimmaculata (Jac.)
ab. deficiens Heinze im Museum G. Frey, Tutzing, die der C. duode-
cimmaculata (Jacoby) ab. transversoconfluens Heinze wahrscheinlich
im Deutschen Entomologischen Institut, Berlin.
b c d e hi
q g
M
h i k l m n [)
p q r Ss t u v
Abb. 17: Variation der Flügeldeckenzeichnung bei Lilioceris
duodecimmaculata (Jacoby).
266 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
17. Lilioceris fasciata (Weise)
= (Crioceris zonalis Clavareau)
= (Crioceris donckieri Pic)
Weise, 1904, Arch. f. Naturg. LXX, p. 158 (Croceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 26
Clavareau, (Crioceris zonalis) 1909, Ann. Soc. Ent. Belgique LIII, p. 26
Heinze, 1929, Rev. Zool. Bot. Afric. XVIII, p. 115 (Lilioceris)
Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. Afric. XX, p. 26 (Lilioceris)
Pic, (Crioceris donckieri) 1916, Melanges Exot. Ent. XX, p. 16
Gelblich- bis bräunlichrot, auf den Flügeldecken am hellsten; das Basal-
drittel der Flügeldecken und ein mehr oder minder breiter Querstreifen vor
der Spitze der Elytren schwarz (Abb. 18); Fühler gelbbraun, manchmal die
letzten 3—8 Glieder auf der Dorsalseite schwarz.
Gedrungen, robust. Erhebung der Stirn nur ganz leicht gewölbt,
spatelförmig, vorn dreieckig zugespitzt. Fühler schlank, die Halsschild-
basis erheblich überragend; Glied 5 etwa 21/e-3mal so lang wie breit, die
folgenden etwas weniger.
Halsschild annähernd quadratisch, vorn gerundet, hinten stark
geschweift, an den Seiten ziemlich tief rundlich verengt; Vorderecken abge-
rundet, ganz schwach tuberkuliert.
Flügeldecken plump, vorn leicht eingebuchtet, hinter der Mitte
bauchig erweitert; an der Basis querüber leicht erhöht, der folgende Quer-
eindruck nur schwach; fein gereiht punktiert, Punktierung im hinteren Teil
sehr dicht; Zwischenreihen ohne Aufwölbung.
Die Art variiert in ihrer Ausfärbung ebenfalls etwas, wobei wieder in
erster Linie die Zeichnung der Flügeldecken schwanken kann. Abweichend
von der Normalform zeigen sich folgende Abänderungen:
a) In der Basalquerbinde der Flügeldecken ist ein kleiner rötlicher Fleck
zwischen der ersten und zweiten (ganzen) Punktreihe eingeschlossen
(Abb. 18b).
b) Wie unter a), außerdem die Schulterbeule rötlich (Abb. 18c).
c) Die Basalquerbinde der Flügeldecken ist an der Naht mehr oder weniger -
breit unterbrochen (Abb. 18d); schließlich bleibt auf jeder Flügeldecke
nur ein großer, bis zum Außenrande reichender, viereckiger Fleck, in
dessen Mitte die Schulterbeule rötlich gefärbt ist (Abb. 18e).
Unabhängig von der Flügeldeckenzeichnung können noch folgende Ab-
änderungen in der Ausfärbung auftreten:
Ent. Arb. Mus. Frey 135, 1962 267
=2225
Abb. 18: Variation der Flügeldeckenzeichnung bei Lilioceris
fasciata (Weise)
a) Seiten des Metasternums und die Beine schwarz. = (Crioceris donckieri
Pic).
b) Seiten des Metasternums und die Beine schwarz; Fühler mehr oder
weniger angedunkelt. = (Crioceris zonalis Clavareau).
Länge 8-10 mm; Breite 4-4,8 mm.
Die Art gleicht im Habitus sehr der L. duodecimmaculata (Jacoby).
Außer durch die verschiedene Flügeldeckenzeichnung unterscheidet sie sich
von der Vergleichsart durch die etwas gestrecktere Stirnerhebung, durch die
dünneren und gestreckteren Fühlerglieder, durch die stärkere Seitenver-
engung des Halsschildes und durch die feinere Punktierung der Elytren.
Verbreitung: Kongo: Uele (Bambesa, Dingila), Stanleyville (Basoko, Yan-
gambi), Kasai (Luebo), Sankuru, Kibombo, Kunzulu; Tanganika: Niam-
Niam, Kwango, Kwese-Kilo; Angola: Dundo.
Type im Zoologischen Museum Berlin.
Type der Crioceris zonalis Clavareau wahrscheinlich im Institut Royal des
Sciences Naturelles des Belgique, Bruxelles, die der Crioceris donckieri
Pic wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic.
18. Lilioceris apicalis (Heinze)
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 220 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 27, f. 14
Hell-rotbraun; Flügeldecken mit Ausnahme der hellbraunen Spitze
schwarz, glänzend.
Gedrungen, robust. Stirnerhebung ähnlich wie bei L. fasciata
(Weise), nur schwach gewölbt, vorn zugespitzt. Fühler schlank, Glied 5
und folgende etwa 2!/amal so lang wie breit.
Halsschild ungefähr so lang wie breit, Seiten stärker als bei L.
fasciata tief rundlich verengt; Vorderrand schwach gerundet, Hinterrand
268 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
kräftig geschweift; Vorderecken abgerundet, Tuberkulierung nur angedeu-
tet, schwächer als bei der Vergleichsart; Scheibe mäßig gewölbt, von den
Seitenverengungen aus manchmal von zwei vor der Basis zusammenlaufen-
den Schrägeindrücken überquert, Basalfurche fehlt; Punktierung zerstreut,
ziemlich fein, jedoch von etwas wechselnder Stärke; Punktierung in der
Mitte zu einer zumeist vorn kräftigeren und hinten verlöschenden, einzelnen
Längsreihe angeordnet, die oft in einer seichten Vertiefung steht;
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken
plump, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, danach bauchig erweitert;
an der Basis hinter dem Schildchen leicht querüber erhöht, der folgende
Quereindruck breit, mäßig tief; Punktreihen fein, im Quereindruck am kräf-
tigsten, auf den hellen Teilen oft von einem bräunlichen Hof umgeben; die
1. Reihe von der Mitte an, die 10. gänzlich rinnenartig vertieft; Zwischen-
räume zwischen den Reihen nirgends gewölbt, unpunktiert. Unterseite
spärlich behaart. Beine schlank, Schenkel mäßig verdickt.
Die schwarze Färbung der Flügeldecken ist hinten meist stark ver-
waschen begrenzt und in ihrer Ausdehnung etwas veränderlich. Schließlich
können Formen auftreten, bei denen die gelbbraune Färbung der Spitze am
Seitenrand und in der Mitte der Scheibe in je einem Längsstreifen nach vorn
verlängert ist. Unabhängig von der etwas veränderlichen Flügeldeckenzeich-
nung können Beine und Fühler teilweise dunkelbraun gefärbt sein.
Länge 8-10 mm; Breite 4,2-5 mm.
Verbreitung: Franz. Westafrika: Oberssanga; Kamerun: Joko; Kongo: Ubangi
(Yalinga), Haut-Uele (Abimva), Kasenyi.
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin.
19. Lilioceris quadristriolata (Weise)
Weise, 1926, Ark. f. Zool. XVIII, 34, p. 27 (Crioceris)
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XII, no. 25 p. 29, f. 15
Rötlichbraun; Flügeldecken etwas heller mit je zwei schmalen, schwar-
zen Längslinien nahe der Basis in der 5. und 10. Punktreihe; der innere
Längsstreifen endet in der Quervertiefung hinter dem Schildchen, der
äußere ist noch etwas kürzer; Fühlerglieder 3 und 4 teilweise dunkelbräun-
lich, Glieder 5 bis 11 mehr oder weniger schwärzlich; Schienen, Tarsen und
die Innen- und Außenseiten der Schenkel dunkelbräunlich; Fühler und Beine
können jedoch im ganzen auch aufgehellt sein.
Robust, jedoch nicht so plump wie die vorhergehenden Arten. Erhe-
bung der Stirn flach, vorn zugespitzt, von einzelnen groben Punkten zer-
stochen; in der Mitte mit schmaler, mäßig tiefer Längsfurche, die in der
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 269
Mitte unterbrochen sein kann. Fühler schlank, Glied 5 und die folgen-
den aber nur gut doppelt so lang wie breit.
Halsschild annähernd quadratisch, an den Seiten nur mäßig tief
verengt; vorn leicht gerundet, hinten geschweift; Vorderecken wenig abge-
rundet, fast winklig; Scheibe leicht uneben, spärlich mit mittelgroßen Punk-
ten besetzt; Basalfurche kaum sichtbar, jedoch ist parallel zum Hinterrand
eine dünne Querlinie eingeritzt, hinter der die Oberfläche schwach runzelig ist.
Flügeldecken ziemlich breit, hinter den Schultern leicht einge-
buchtet, hinten leicht bauchig erweitert; an der Basis mäßig stark erhöht, der
anschließende Quereindruck breit, mäßig tief; Punktreihen fein, insbeson-
dere hinten; die 10. Punktreihe ganz, die 1. nur an der Spitze rinnenartig
vertieft; Zwischenreihen nur in der äußersten Spitze wenig aufgewölbt.
Unterseite spärlich gelblich behaart. Beine ziemlich schlank, Schen-
kel nicht verdickt, auf der Oberseite kurz vor dem Kniegelenk mit sehr
groben Punkten besetzt.
Länge 8-8,5 mm (nicht 7 mm, wie Weise angibt; an Type nachgemessen),
Breite etwa 4 mm.
Vorkommen: Kenya: Kaimosi (2000 m).
Type wahrscheinlich im Naturhistor, Riksmuseet, Stockholm.
20. Lilioceris bryanti Heinze
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 30, f. 16
Rot- bis gelbbraun; Fühler und Schienen meist heller; Flügeldecken im
Basalteil und eine breite Querbinde vor der Spitze schwarz.
Robust, plump. Stirnerhebung schwach gewölbt, im vorderen
Teil spärlich hell behaart; Mittelfurche schmal, tief, vorn und hinten oft ver-
kürzt; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, mäßig dicht mit hellen, lan-
gen Haaren besetzt. Fühler mäßig schlank, Glied 5 nur etwa 2mal so
lang wie breit, die folgenden Glieder noch kürzer.
Halsschild ungefähr quadratisch, Seiten sehr wenig verengt; Vor-
derrand ziemlich gerade, Hinterrand geschweift; Vorderecken schwach eckig
und tuberkuliert, Hinterecken winklig; Scheibe verhältnismäßig flach, leicht
uneben, ohne Basalfurche; Punktierung zerstreut, spärlich, ziemlich kräftig,
ohne Reihenbildung.
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken
plump, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, dahinter bauchig erweitert;
an der Basis hinter dem Schildchen leicht erhöht, der folgende Quereindruck
breit und seicht; Punktierung regelmäßig, Punkte vorn ziemlich kräftig,
hinten viel feiner und dichter; 1. Reihe in der hinteren Hälfte, die 10. gänz-
lich rinnenartig vertieft; die innere der abgekürzten Punktreihen am Schild-
270 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae)
chen völlig fehlend oder durch wenige feine Pünktchen angedeutet. Un-
terseite spärlich behaart. Beine schlank, Schenkel mäßig verdickt.
Die Art kann in ihrer Ausfärbung etwas variieren. So treten aberrante
Formen auf, bei denen die Flügeldecken mit Ausnahme der Spitze gänzlich
schwarz sind. = (L. fasciata ab. testaceoapicalis Heinze 1931).
Länge 7!/ı-8 mm; Breite etwa 3,8 mm.
Diese Art, ursprünglich von mir als L. fasciata (Weise) bzw. eine deren
Koloritformen gedeutet, ist durch die Gestalt des Halsschildes nur mit L.
quadristriolata (Weise) zu vergleichen. Charakteristisch an ihr sind die ver-
hältnismäßig kurzen Fühlerglieder. Die schwarze Färbung der Elytren ist in
der gleichen Weise ausgedehnt und angeordnet wie bei L. fasciata (Weise)
oder L. apicalis Heinze.
Verbreitung: Nyassaland: Mlanje, Cholo; Kenya: Kisii-District, S. Kavironde
und Südfuß und Abhänge des Mt. Elgon (5100-5800 Fuß).
Type wahrscheinlich im British Museum (N. H.), London.
(Fortsetzung folgt im nächsten Heft dieser Zeitschrift)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 2
Kurznachrichten aus dem Museum Frey
Auch in dem hinter uns liegenden Jahr 1961 fanden wieder mehrere
namhafte Entomologen den Weg nach Tutzing zu einem Besuch des Mu-
seums Frey. So konnten wir schon zu Anfang des Jahres Mrs. Doris H. Blake
(U.S. National Museum, Washington) hier willkommen heißen. Später folg-
ten u. a. die Herren Dr. M. Chuju (Japan), Dr. H. J. Strohecker (Universität
Miami, Florida), Dr. A. Horion (Überlingen) und Dr. S. von Breuning (Paris).
Das Museum Frey war bei der 9. Wanderversammlung Deutscher Ento-
mologen in Berlin durch Herrn Dr. G. Frey und den Unterzeichneten ver-
treten. Diese Tagung bot u. a. auch eine günstige Gelegenheit zum unge-
störten Besuch des Berliner Zoologischen Museums, um dort Vergleichs-
Studien an Melolonthiden- und Curculioniden-Typen auszuführen.
Einen beachtlichen Aufschwung hat unsere Chrysomeliden-Sammlung
genommen. Gleichzeitig mit dem Erwerb der Crioceriden von Herrn Erich
Heinze, Berlin, wurde Dr. Walter Pinsdorf als neuer Mitarbeiter angestellt
und mit den Crioceriden betraut. Die Aufgabe von Dr. Pinsdorf besteht nun
augenblicklich darin, das noch nicht veröffentlichte Manuskript von E. Heinze
über die afrikanischen Crioceriden (Chrysom.) neu zu überarbeiten. Auch in
Zukunft wird sich Dr. Pinsdorf den in systematischer Hinsicht stark „unter-
entwickelten“ Gruppen innerhalb der Chrysomeliden widmen. So besitzt
das Museum Frey jetzt mit Dr. Scherer und Dr. Pinsdorf zwei aktive Spe-
zialisten für diese Riesenfamilie.
Dr. G. Scherer, zur Zeit mit der Aufstellung einer Bestimmungstabelle
der neotropischen Alticiden-Gattungen beschäftigt, unternahm von Mai bis
August dieses Jahres eine erfolgreiche Sammelreise nach Indien. Durch die
Monsunzeit begünstigt, brachte Dr. Scherer besonders viele Chrysomeliden
und kleine Curculioniden von seiner Reise mit nach Hause.
Nachzutragen ist noch die anstrengende Amerika-Reise der Familie
Dr. G. Frey von November 1960 bis Januar dieses Jahres. Diese, im eigenen
Auto unternommene Tour, begann in Caracas (Venezuela), führte über
Rancho Grande und die Kordilleren von Merida über die beiden östlichen
Ketten der kolumbischen Anden (bis ca. 4000 m Höhe) und endete in Pa-
nama (Kanal-Zone, Natur-Reservat). Als Ergebnis darf besonders der hohe
Prozentsatz an erbeuteten süd- und zentralamerikanischen Arten hervor-
gehoben werden, die uns bisher gefehlt hatten.
272
Etwa 15 000 Käfer erhielten wir aus Kolumbien von Pater B. Schneble,
den wir als neuen Mitarbeiter gewinnen konnten und der sich mit viel
Geschick und größtem Eifer am Oberlauf des Magdalenen-Stroms der „Kä-
ferjagd“ widmete.
An anderen Original-Ausbeuten gelangte beachtliches Käfermaterial
folgender Sammler an das Museum Frey: P. S. Nathan (Süd-Indien), Dr. A.
v. Nagy (Meruberg in Tanganjika), Dr. F. Zumpt (Transvaal und Mocam-
bique), M. E. Nikitin und H. Demarz (Australien), M. Alvarenga (Rio de
Janeiro) und Herbert und Bernhard Frey (Manyara-See in Tanganjika).
Herr H. Demarz (Perth) unternimmt momentan im Auftrag des Mu-
seums Frey eine ausgedehnte Sammelreise zum Atherton Tableland in
Queensland. Die dortigen Urwaldbezirke sind entomologisch noch sehr
wenig bekannt. So dürften unsere optimistischen Erwartungen auf eine
reichhaltige und interessante Ausbeute sicher nicht enttäuscht werden.
Wie bereits als Nachtrag zu „Walther Horn & Ilse Kahle: Über ento-
mologische Sammlungen“ von Prof. Dr. H. Sachtleben vermerkt (1961, Beitr.
z. Ent., p. 536), ging nun auch die Anthribiden-Sammlung von Dr. P. Wolf-
rum in den Besitz des Museums Frey über. Es handelt sich um eine äußerst
artenreiche Spezial-Sammlung, deren Erwerb für uns eine echte Bereiche-
rung darstellt.
Zum Jahresschluß überraschte uns schließlich noch Herr M. Bänninger,
Zürich, mit einem großzügigen Geschenk in Gestalt einer umfangreichen
Auswahlsendung seiner Carabiden-Dubletten.
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Blach.
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Seitenansicht der Aedoeagi
2
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n. Sp.
6
mexicana
Har.
10
centralis
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14
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Bates
3
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7
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Blanch.
11
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Wat.
15
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n. sp.
Erklärung zu Tafel II
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Blanch.
8
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12
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Frey: Revision der Gattung Ceraspis Tafel II
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Dorsalansicht des distalen Teils der Aedoeagi
3
ruficollis
n. Sp.
7
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11
mixta
Blanch.
15
citrina var.
pisicolor
Burm.
Erklärung zu Tafel III
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4-pustulata
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centralis
Sharp
12
guttata
Blanch.
16
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n. sp.
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Frey: Revision der Gattung Ceraspis Tafel III
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Mode
Ent. Arb. Mus. Frey 13
Die „Entomologischen Arbeiten“ dienen als Publikationsorgan für die Mitarbeiter
resp. Bearbeiter der wissenschaftlichen Sammlung des Museums G. Frey. Entspre-
chend den Aufgaben des Museums Frey werden vornehmlich Arbeiten veröffent-
licht, die Beiträge zur Förderung der systematisch-morphologischen Coleopterologie
darstellen.
Die Autoren werden um Beachtung folgender Punkte gebeten:
a) Manuskriptsendungen und Anfragen bezüglich der Drucklegung sind an den
Schriftleiter Dr. E. Haaf, Museum G. Frey, Tutzing bei München, zu richten.
b) Die Manuskripte sollen druckfertig in Maschinenschrift in doppeltem Zeilen-
abstand mit breitem Rand auf einseitig beschriebenen Blättern abgefaßt sein.
c) Art- und Gattungsnamen, die in Kursivschrift erscheinen, sind zu unterschlän-
geln, zu sperrende Textstellen mit unterbrochener Linie zu unterstreichen.
Der in Kleindruck erwünschte Text ist am Rande mit einer vertikalen ge-
schlängelten Linie zu kennzeichnen.
d) Textzeichnungen können nur in klischierfertigem Zustand angenommen werden.
e) Die Verfasser sind für Form und Inhalt ihrer Arbeiten allein verantwortlich.
f) Jedem Autor werden 30 Sonderabdrucke seiner Arbeit gratis zugesandt.
BO 7/7 >
(46
nF:
Eromologische
rbeiten
AUS DEM MUSEUM
G. FREY
TUTZING BEI MÜNCHEN
(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey)
elozl
Band 13, Heft 2
1962
Mit Unterstützung des Vereins
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten
auf dem Gebiet der Entomologie e.V.
Schriftleiter: Dr. E. Haaf
IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY
Ausgabedatum: 1. Oktober 1962.
Inhalt
des 2. Heftes, Band 13
Breuning, St. v.: Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Col.
Ceramb.)
Breuning, St. v.: Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst Revision
der Pteropliini der asiatischen Region (Col. Ceramb.) I. Teil .
Demarz, H.: North Queensland- Sammelreise 1961-62
Ermisch, K.: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden a U (Col.
Heterom. Mordell.) .
Frey, G.: Neue Melolonthiden aus Asien he Et (Col).
Frey, G.: Neue Onthophagus- Arten (Col. Scarab.) .
Fuchs, E.: Neue Cerambyciden aus der ehemal. Sammlung Dr. Itzinger,
2..Teil, (Col):
Haaf, E.: Personalien .
Jedlicka, A.: Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey
in Tutzing (Col.) .
Lazorko, W.: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. ..\ mit
einer Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini .
Scheerpeltz, O.: Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Col.)
Scherer, G.: Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera
(Col. Chrysom.) .
Wittmer, W.: Neue Malachiidae aus a aus der Se nr
Museum G. Frey (Col.)
esreeeehsicäh ns ie he
Dr. Georg Frey 60 Jahre
Am 3. April dieses Jahres vollendete Dr. Georg Frey in Tutzing sein
60. Lebensjahr. Das war ein Anlaß für seine Freunde, Mitarbeiter und den
weltweiten Kreis der Koleopterologen seiner zu gedenken und ihm zu die-
sem Jubiläum herzlichst zu gratulieren.
Von frühester Jugend an ein scharf beobachtender Naturfreund und
Sammler, widmet sich Dr. Frey nun seit mehr als 30 Jahren mit bewunderns-
werter Begeisterung der Systematik der Koleopteren. Aus den ersten Anfän-
gen einer kleinen bayrischen Käfersammlung hat er in 3 Jahrzehnten die der-
zeit zweifellos größte entomologische Privatsammlung der Welt aufgebaut.
Dank seiner beruflichen Erfolge als Leiter und Inhaber der Münchner Loden-
frey-Werke und dem Verständnis seiner Gattin war es ihm schon sehr bald
möglich, mehrere Entomologen als hauptamtliche Mitarbeiter und Spezia-
listen zu gewinnen, ein eigenes Publikationsorgan für die entomologischen
Arbeiten ins Leben zu rufen und durch die Errichtung eines modernen Mu-
seumsbaus in Tutzing auch den äußeren Rahmen für eine entomologische
Forschungsstätte zu schaffen.
Für eigene wissenschaftliche Betätigung hat sich Dr. Frey den Scara-
baeiden verschrieben. Zahlreiche Abhandlungen, darunter 2 umfangreiche
Monographien, entstammen bisher seiner Feder. Sie sind Beweise für seine
hervorragende Formenkenntnisse und den geschulten Blick für das Wesent-
liche in der Systematik.
Seine zahllosen anderen Verdienste um die Wissenschaft im allgemei-
nen und die Systematik im speziellen sind zu allgemein bekannt, als daß sie
an dieser Stelle noch einer besonderen Würdigung bedürften. Unter den vie-
len Ehrungen, die unserem Jubilar zuteil wurden, sei hier nur erwähnt, daß
ihn die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität München schon vor
einigen Jahren mit dem Doktorgrad h. c. auszeichnete.
Die Sammelreisen Dr. Freys in fast alle Faunengebiete der Erde nah-
men auf die rasche Aufwärtsentwicklung seines Museums einen entscheiden-
den Einfluß. Jede dieser Reisen, die nachfolgend in chronologischer Reihen-
folge aufgezählt sind und meist in Begleitung seiner Familie ausgeführt wur-
den, brachten dem Museum Frey aber nicht nur große Schätze an Insekten,
sie gaben Dr. Frey auch vielseitige Anregungen und vermochten seine Be-
geisterung für die Entomologie immer wieder aufs Neue zu entfachen.
Wir wünschen dem Jubilar noch recht viele Jahre erfolgreicher beruf-
licher und entomologischer Tätigkeit bei voller Gesundheit und Schaffens-
freude! al
a
e
|
|
EEE NN
Verzeichnis der entomologischen Sammelreisen von Dr. G. Frey
1929:
1930:
1931:
1932:
1933:
1934:
1935:
1936:
1937:
1938:
1939:
1940:
1942:
1943:
1948:
1949:
1950:
1951:
1952:
1953:
1953/54:
1954:
1955:
1956/57:
1958:
1960:
1960/61:
Spanien.
Tripolitanien.
Spanisch Marokko, Süd-Spanien.
Kleinasien, Rhodos.
Kanarische Inseln, Südl. Marokko, Großer Atlas.
Südamerika: Kolumbien, Venezuela.
Sizilien (Lentini).
Irak (Beirut, Basra).
Dalmatien.
Tripolitanien, Cyrenaika.
Südfrankreich.
Süd-Italien.
Sizilien.
Spanien.
USA (Umgebung New York).
USA (Umgebung Washington).
USA (Florida).
Mittel- und Westalgerien (Algier, Oran).
Afrika: Kongo (Leopoldville), Südafrika (Johannesburg, Krüger Natio-
nal Park, Durban).
Indien, Ceylon.
Mittel- und Südamerika: Trinidad, Venezuela.
Ägypten, Sudan.
Brasilien (Rio, Santos, Iquassu, Belem).
Weltreise: Californien (USA), Hawai, Fidji, Neuseeland, Australien,
Java, Singapore, Siam.
Nord- und Mittelamerika: Canada, USA, Mexiko, Guatemala, Panama.
Afrika: Senegal (Dakar, Niokolo-Koba), Tunis.
Süd- und Mittelamerika: Venezuela, Kolumbien, Panama.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 273
Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) mit einer
Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini.
Von
W,. Lazorko
In vorliegender Arbeit schließe ich mich der von Machulka 1933 aus-
gebauten Systematik der ehemaligen Tribus Cephenniini an. Nach dem
Weglassen der Gattungen Euthia Steph. und Euthiconus Reitt. umfaßt die
Tribus Cephenniini drei Gattungen, nämlich: Cephennium Müller, Cephen-
nodes Reitt. (Chelonoides Croiss.) und Nanophthalmus Motsch. Für alle
Einzelheiten soll die betreffende Arbeit Machulkas konsultiert werden.
Die Tribus Cephenniini umfaßt äußerlich sehr homogene und ähnliche
Gattungen und Arten. Ihre Systematik und ihr Studium ist sehr schwierig,
weil die die einzelnen Gattungen und besonders Arten trennenden Merk-
male meistens nicht sehr auffallend sind. Schon die geringe Körpergröße der
Käfer selbst bietet große Schwierigkeiten. Ihr Studium erfordert gute mikro-
skopische Ausrüstung und eine sehr gute präparatorische Geschicklichkeit.
Da eine absolut zuverlässige Bestimmung der Arten dieser Tribus die
Erkennung des männlichen Geschlechtes und Präparation des männlichen
Kopulationsapparates erfordert, müssen alle Exemplare zweckmäßig und
sauber präpariert sein. In den meisten Fällen sind die vorderen Schienen
der 6 besonders ausgezeichnet, was die Erkennung des Geschlechtes
wesentlich erleichtert. Seltener sind auch bei den 5 ö die Vorderschienen
einfach (besonders in der Gruppe carpathicum-slovenicum) und die Männ-
chen sind dann meistens nach dem Vorhandensein des Kopulationsapparates
erkennbar. Auch in solchen Fällen, wo das Metasternum im männlichen Ge-
schlecht überhaupt nicht eingedrückt ist, ist die Präparation des Kopula-
tionsapparates häufig erforderlich. Grundsätzlich soll der Kopulationsap-
parat in allen männlichen Exemplaren präpariert sein. Überraschungen
sind immer zu erwarten, und neue Arten sind nur auf Grund des Öd- Kopu-
lationsapparates zu erkennen.
Präparation des 5-Kopulationsapparates ist ziemlich leicht und auch
ohne Beschädigung des Käfers auszuführen. Frisches und zweckmäßig mit
Essigäther getötetes Material bietet keine Schwierigkeiten. Schwieriger und
gelegentlich ganz unmöglich ist das Herauspräparieren des Kopulations-
apparates bei alten oder in Alkohol getöteten Tieren. Um in solchen Fällen
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 18
274 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
den Penis ohne Beschädigung des Käfers herauszupräparieren, muß das
Abdomen abgetrennt sein.
Bisher hat niemand eine Präparations-Methode des ö-Kopulationsappa-
rates bei diesen winzigen Tierchen beschrieben. Erst im Jahre 1957 hat
Besuchet eine allgemeine Beschreibung in Mitt. Schweiz. Ent. Ges. veröf-
fentlicht. Da ich meine eigene Methode seit 1938 benutze, gebe ich hier
eine genauere Beschreibung.
Zuerst müssen die Käferchen in verdünnter Essigsäure (10-15 Tropfen
des Acidum aceticum glaciale für ungefähr 15-20 cm von Aqua destillata)
für die Dauer von 2-5 Stunden gelassen werden. Kleinere Arten und ganz
besonders nicht zu alte Exemplare erfordern 2-3 Stunden, größere, sehr alte
und unzweckmäßig getötete 5 und mehr Stunden. Die überflüssige Feuch-
tigkeit soll mit Fließpapier beseitigt werden. Dann wird das Käferchen mit
seiner Dorsalseite auf einen weißen, starken, entsprechend großen Karton
mit wasserlöslichem Klebstoff (Syndetikon )geklebt. Die Präparation ist nun
unter mäßig starker Vergrößerung (40X‘) mit der Hilfe des Binokularmikro-
skopes auszuführen. Man muß rasch arbeiten, da das winzige Käferchen
schnell wieder trocken ist. Nach entsprechender Mazeration ist bei frisch
gesammelten Tieren die Analöffnung weit geöffnet, und häufig ist das End-
stück des ö-Kopulationsapparates sichtbar oder auch nach außen vortre-
tend. Bei alten Stücken verbleibt die Analöffnung meistens geschlossen und
muß mit der Hilfe einer sehr scharfen Nadel zuerst geöffnet werden. Wenn
die Analöffnung endlich weit gespalten ist, erfolgt das eigentliche Heraus-
präparieren des ö-Kopulationsapparates mit Hilfe einer winzigen Minutie,
die am Ende mit einem mikroskopisch feinen Häckchen versehen ist und .
die in ein entsprechend langes und starkes Holzstielchen eingeschoben wird.
Um den winzigen Apparat nicht zu verletzen, soll die Minutie weit genug
in die Analöffnung eingeführt und der Apparat von hinten nach vorne her-
auspräpariert werden. Nach erfolgreicher Präparation ist der Käfer wieder-
um in seine ursprüngliche Position auf ein Klebeplättchen anzukleben. Ob
der ö-Kopulationsapparat als Dauer-Präparat in Kanadabalsam eingebettet
oder nach Besuchet in einen Tropfen von Balsam auf einem kleinen Zello-
phan-Plättchen aufbewahrt wird, ist ganz gleichgültig.
Eine absolut zuverlässige Bestimmung der Arten ist ohne Abbildungen
des &-Kopulationsapparates nicht möglich. Die 5 ö der meisten ukraini-
schen Arten sind aber auch nach äußerlichen Merkmalen verhältnismäßig
leicht, obwohl nur bei großer Aufmerksamkeit, bestimmbar. Die QOQ stim-
men, vom Fehlen der sekundären Geschlechtsauszeichnungen abgesehen,
mit den dd überein und können, besonders zusammen gefangene Indivi-
duen, den entsprechenden & & zugeteilt werden. Dagegen sind einzelne ??
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 275
meist nicht verläßlich bestimmbar. Glücklicherweise leben in der Ukraine
höchstens nur 2-3 Arten an denselben Orten, so daß auch die Bestimmung
der 2? meist möglich ist. Meine Bestimmungstabelle kann deshalb nur für
die Bestimmung der Männchen benutzt werden. Die Abbildungen der Ko-
pulationsapparate bilden eine gute Ergänzung hierzu.
Für alle Einzelheiten der Anatomie des ö-Kopulationsapparates müs-
sen entsprechende Arbeiten von Machulka konsultiert werden. Was die
Terminologie betrifft, ist der in dieser Arbeit benutzte Ausdruck „Humeral-
fältchen“ (Plica humeralis) mit Schulterfältchen und Subhumeralfältchen
identisch. „Humeralfurche“ ist entsprechend mit Intrahumeralfurche, Intra-
humeralstreifen, Sublateralstreifen und Subhumeralstreifen der Autoren
identisch.
Bisher waren ukrainische Cephennium-Arten, wie überhaupt alle Ce-
phennium-Arten, sehr mangelhaft bekannt. Es wimmelt in der Literatur
von Fehlbestimmungen. Man kann sagen, daß nur sehr wenige Arten bis-
her zuverlässig determiniert waren, manche waren schlecht gedeutet und
einige bis heute unbekannt geblieben. Aus einigen großen Gebieten der
Ukraine sind bisher keine Cephennium-Arten bekannt. Die Ursache ist ge-
wiß die sehr mangelhafte Erforschung der Terrikolfauna der Ukraine, größ-
tenteils aber bieten die weiten ukrainischen Flächen keine günstigen Lebens-
bedingungen für diese Tiere. Die größte Zahl der Arten bewohnt die
Karpathen und das Karpathenvorland, einige sind aus dem Jaila-Gebirge
bekannt und einige wiederum bewohnen das Kaukasische Gebirge. Nur
sehr wenige Arten sind aus anderen Teilen der Ukraine bekannt. Wahr-
scheinlich leben keine Cephennium-Arten in den südlichen, feuchtigkeits-
armen urkrainischen Steppen.
Bisher waren folgende Cephennium- und Nanophthalmus-Arten (viele
irrtümlicherweise) aus der Ukraine angegeben:
.laticolle Aube. (Weise, Lomnicki, Reiter, Csiki, Roubal)
. majus Reitt. (Csiki)
.reitteri Bris. (problematicum Tömösv.)
banaticum Ganglb. (jeanneli Mach. in litt.)
. difficile Reitt. (Lokay, Patkiewicz teste Reitter, Fleischer-Mazura-Trojan)
carnicum Reitt. (Lomnicki)
hungaricum Reitt. (Rybinski)
thoracicum Müll. & Kunze. (Nowicki, Lomnicki, Fleischer-Mazura-Trojan)
ruthenum ruthenum Mach.
ruthenum zoufali Mach.
ruthenum fleischeri Mach.
Sea cooansesean
carpathicum Saulcy.
276 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
. carpathicum var. hajnyi Mach.
.slovenicum Mach.
. slovenicum var kocii Mach.
. minutissimum Aube. (Hochhuth)
.lJatum Motsch. (Nowicki, Lomnicki)
.tauricum Winkl.
.robustus Roub.
. armeniacus Reitt.
a’ Zee HM SFTO
. megaloderoides Motsch. (ditomum Saulcy)
Cephennium laticolle Aube, carnicum Reitt.,thoracicum Müll & Kunze,
minutissimum Aube und latum Motsch. waren offenbar falsch bestimmt
und gehören nicht zur urkrainischen Fauna. Cephennium difficile Reitt.,
hungaricum Reitt., perispinctum Kol. und Cophennodes turgidum Reitt.,
sind in meine Tabelle mit gewissen Bedenken einbezogen. Ich bin über-
zeugt, dal diese Arten in der Ukraine nicht vorkommen. Cephennium dif-
ficile Reitt. wurde von Reitter selbst in den Exemplaren von Dolzka (Ho-
hen Beskiden) erkannt, aber eine genaue Überprüfung ergab eine Fehl-
bestimmung. Es ist nämlich C. ruthenum ruthenum Mach. Auch C. difficile
Reitt. von Lokay (vom Berge Rebrowatsch in den Huzulischen Karpathen)
angegeben, hat sich als C. ruthenum zoufali Mach. entpuppt. Cephennium
hungaricum Reitt. wurde von Rybinski aus der Umgebung von Ternopil
in Podolien gemeldet. Die Bestimmung ist falsch und die entsprechenden
Stücke gehören bestimmt zu anderen Arten. Aber das Auffinden von den
beiden Arten in dem südöstlichsten Teil der ukrainischen Karpathen ist,
obwohl sehr unwahrscheinlich, doch möglich. Auch C. perispinctum Kol. und
C. turgidum Reitt., die bisher aus Grusien bekannt sind, sind wahrschein-
lich in dem ukrainischen Anteil des Kaukasus zu finden.
Die artliche Identität des Nanophthalums megaloderoides Motsch. aus
der Krim mit ditomum Saulcy aus Grusien ist etwas fraglich. Leider habe
ich keine kaukasischen Exemplare gesehen, um die Sache entsprechend zu
klären.
In der vorliegenden Arbeit ist also eine neue Art aus Rumänien be-
schrieben. Da bestimmt ein rumänisches Endemit, ist diese Art nicht in die
Bestimmungstabelle mit einbezogen.*)
Ich habe hier Herrn Hans Kulzer meinen ganz besonderen und herz-
lichen Dank für das Verleihen des Materials aus dem coll. Mus. G. Frey
zum Studium abzustatten.
*) Den Umfang dieser Arbeit habe ich auf das gesamte ukrainische Sprach-
gebiet ausgedehnt. Gegenwärtige politische Grenzen habe ich gänzlich unberück-
sichtigt gelassen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 277
Den Herren Prof. Dr. St. Smreczyhski und Dr. W. Szymczakowski bin ich
für die Anfertigung einer Liste der Fundorte, der in dem Zool. Museum
der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakau vorhandenen Ce-
phennium-Arten und für die leihweise Übersendung von einigen Arten be-
sonders dankbar.
Herrn Dr. G. Frey, möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen
für die Veröffentlichung dieser Arbeit in seiner Museums-Zeitschrift.
Bestimmungstabelle der Gattungen der Tribus Cephenniini
1 (4) Fühler mit mäßig abgesetzter, dreigliedriger Keule. Augen mei-
=
stens vorhanden, falls nicht, dann anstelle der Augen keine lateral
vortretende Kante. Flügeldecken mit mehr oder weniger deutlichen
Humeralfältchen und Humeralfurche. Die Grenze zwischen Hals-
schild und Flügeldecken seitlich schwächer ausgeprägt. Körper
etwas weniger als bei Nanophthalmus gewölbt.
Ungeflügelt. Die Flügeldecken längs der Naht verwachsen. Die
Flügeldecken an der Basis mit mehr oder weniger deutlichen, bis-
weilen sehr feinen Humeralfältchen und mit einer deutlichen Hu-
meralfurche. Die Vorderhüften aneinander stoßend, d.h. nicht durch
einen ziemlich breiten, dreieckigen Prosternalfortsatz getrennt.
Cephennium Müll. & Kunze.
Geflügelt. Die Flügeldecken längs der Naht nicht verwachsen. Die
Flügeldecken an der Basis außer den üblichen Humeralfältchen
und der Humeralfurche, die sehr reduziert, d. h. sehr kurz und
undeutlich sind, noch mit einer accessorischen Längsfurche, die das
Basalgrübchen außen berührt. Die Vorderhüften durch einen ziem-
lich breiten, dreieckigen Prosternalfortsatz getrennt.
Cephennodes Reitt.
(Chelonoides Croiss.)
Im Gebiet vielleicht nur 1
Art: turgidum Reitt.
Fühler mit stark abgesetzter, zweigliedriger Keule. Augenlos —
anstelle der Augen befinden sich eine lateral vortretende Kante.
Flügeldecken ohne Humeralfältchen und Humeralfurche. Die
Grenze zwischen Halsschild und Flügeldecken seitlich stark als
deutliche Einbuchtung ausgeprägt. Körper viel stärker als bei
Cephennium und Cephennodes gewölbt.
Nanophthalmus Motsch.
278
10 (21)
11 (12)
W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Bestimmungstabelle der ukrainischen Cephennium -Arten
Die vom Humeralfältchen außen begrenzte Humeralfurche der
Flügeldecken vom Basalgrübchen getrennt.
Untergattung Cephennium s. str.
Körper größer und verhältnismäßig breiter. Long. 1,3-1,4 mm. Die
Vorderschienen beim ö innen vor der Spitze mit einem winkeligen
Ausschnitt, zwischen diesem und der Spitze gerade abgestutzt und
deutlich kantig.
Kleiner, 1,3 mm lang. Die Fühler gedrungener, 7. Glied kugelig.
Die paarigen, sehr stark chitinisierten Sklerite des Internalsackes
einfach, kurz und gerade, das Endstück des Kopulationsapparates
nicht überragend. (Fig. 1.)
majus Reitt. problematicum
Tömösv. (reitteri Bris.)
Größer, 1,4 mm lang. Die Fühler ziemlich schlank, 7. Glied wesent-
lich länger als breit. Die paarigen, sehr stark chitinisierten Sklerite
des Internalsackes federartig aufgespalten, lang und bogenförmig
nach vorne gerichtet, das Endstück des Kopulationsapparates arm-
artig umfassend oder auch ihn überragend. (Fig. 2a und b.)
majus Reitt. banaticum Ganglb.
Körper kleiner und verhältnismäßig schlanker. Long. 0,8-1,25 mm.
Die Vorderschienen beim 5 anders gebaut.
Die Trochanteren der Vorderbeine des Ö in ein kleines, scharfes,
dreieckiges Zähnchen ausgezogen.
difficile Reitt.
Die Trochanteren der Vorderbeine des ö einfach, ohne Zähnchen.
Vorderschienen des ö allmählich gegen die Spitze schwach erwei-
tert, das unterste Fünftel an der Spitze schaufelförmig nach innen
vortretend und um eine longitudinale Achse gedreht. Kaukasische
Art.
perispinctum Kol.
Vorderschienen des ö gegen die Spitze erweitert verdickt, die ver-
dickte Partie in ihrem unteren Drittel vor der Spitze innen breit
und flach ausgebuchtet. Mittel- und osteuropäische Arten.
Ausgefärbt pechschwarz, der Halsschild und der Kopf etwas hel-
ler. Long. 1,0-1,25 mm.
Körper verhältnismäßig auffallend schlank gebaut. ö-Kopulations-
apparat sehr breit und kurz. (Fig. 5.)
dariae n. sp.
12 (11)
13 (18)
14 (15)
15 (14)
16 (17)
17 (16)
18 (13)
19 (20)
20 (19)
21 (10)
22, (23)
23 (22)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 279
Körper verhältnismäßig breiter gebaut. ö-Kopulationsapparat
schlanker und länger. (Fig. 4, 7a, b und c.)
Körper größer, 1,19-1,25 mm lang.
Metasternum beim ö überhaupt nicht eingedrückt. Long. 1,19 mm.
ruthenum Mach. ruthenum Mach.
Metasternum beim ö flach, aber doch bemerkbar eingedrückt.
Long. 1,19-1,25 mm.
ö-Kopulationsapparat länger und enger, dessen Spitze lang und
sehr eng. (Fig. 7c.) Long. 1,25 mm.
ruthenum Mach. fleischeri Mach.
(hungaricum Mach. nec Reitter)
ö-Kopulationsapparat kürzer und breiter, ziemlich kurz zur Spitze
verjüngt. (Fig. 7b.) Long. 1,19 mm.
ruthenum Mach. zoufali Mach.
Körper kleiner, nur 1 mm lang.
Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusammentreffenden
Längsfältchen sehr kurz. Metasternaleindruck beim Ö tiefer, eine
runde Grube bildend. Ostkarpathische Art.
hungaricum Reitt.
Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusammentreffenden
Längsfältchen viel länger. Metasternaleindruck beim ö etwas fla-
cher und mehr herzförmig dreieckig. Eine Art der Ostalpen nach
Osten bis Böhmen verbreitet.
carnicum Reitt:
Ausgefärbt pechbraun, der Halsschild und der Kopf rotbraun oder
der ganze Körper einfarbig rotbraun oder gelbbraun. Long 0,8-1,0
mm.
Augenlos. Die Punktur der Oberseite, speziell der Basalhälfte der
Flügeldecken sehr rauh, fast raspelartig. Körper sehr schlank. Das
letzte Sternit beim Ö mit einem sehr kleinen Grübchen. Eine Art
der Krim-Halbinsel.
tauricum Winkler.
Kopf mit kleinen, aber doch sehr deutlichen, schwarzen Augen. Die
Punktur der Oberseite fein, nicht raspelartig. Körper etwas breiter
und kürzer. Das letzte Sternit beim ö ohne Grübchen. Mittel- und
osteuropäische Arten.
280
W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
24 (25)
25 (24)
Sehr klein, die kleinste ukrainische Art nur 0,8 mm lang. ö-Kopu-
lationsapparat mit vollkommen dorsalwärts gelegenen Orificium
mediale (Fig. 11). Die Ventral und Dorsalfläche sind bis zur Spitze
vollkommen vereinigt.
delicatulum Reitt.
Größer, 0,9-1,0 mm lang. ö-Kopulationsapparat mit Orificium
mediale durch die ganze Breite zwischen Dorsal und Ventralplatte
gebildet.
26 (29) Das Metasternum beim ö flach aber deutlich eingedrückt. $-Ko-
27 (28)
28 (27)
29 (26)
30 (31)
31 (80)
32 (1)
33 (34)
pulationsapparat: verhältnismäßig länger und schlanker. Die Para-
meren sind verhältnismäßig lang, aber schwächlich, ihre freien
Enden überragen etwas die Spitze der Ventralplatte, welche vorne
verlängert und sanft zugespitzt und ventralwärts ein wenig zuge-
bogen ist. Die Ränder der Spitze sind schwach wulstig verdickt.
(Fig. 9)
Die Vorderschienen des ö von zwei Drittel der Länge bis zur
Spitze deutlich ausgebuchtet. Die Flügeldecken dunkel pechbraun,
der Halsschild rotbraun.
carpathicum Saulcy forma typica.
Die Vorderschinenen des 5 nur sehr schwach ausgebuchtet. Ein-
farbig rostrot.
carpathicum Saulcy forma hajnyi Mach.
Das Metasternum beim Öö fast flach. ö-Kopulationsapparat: ver-
hältnismäßig kürzer und breiter. Die Parameren sind stark ent-
wickelt und nur um sehr wenig kürzer als die verlängerte Ventral-
platte. Diese ist sanft nach vorne zugespitzt und in der Mitte der
Länge nach durch ein ziemlich breites und abgestumpftes Kielchen
durchgesetzt. (Fig. 10)
Die Vorderschinenen des ö innen fast gerade, ohne irgendeine
Skulptierung.
slovenicum Mach. forma typica.
Die Vorderschienen des ö innen schwach ausgebuchtet.
slovenicum Mach. forma kocii Mach.
Die vom Humeralfältchen außen begrenzte Humeralfurche der
Flügeldecken beginnt am Außenrande des Basalgrübchens.
Untergattung Neocephennium Apf.
Die Punktur der Besalhälfte der Flügeldecken sehr rauh, fast
raspelartig. Körper auffallend lang. Augenlos. Eine Art der Krim-
Halbinsel.
tauricum Winkler.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 281
34 (33) Die Punktur der Flügeldecken fein. Körper kürzer. Kopf mit äußerst
1.
kleinen, schwer erkennbaren Augen. Eine Art der Ostalpen und
Balkanhalbinsel.
latum Motsch.
Bestimmungstabelle der ukrainischen Nanophthalmus Arten
1(2)
Große, 1,4 mm lange, stark gebaute und stark gewölbte Art. Alle
Organe entsprechend größer und stärker. Schultern mit einer, sehr
deutlichen, dreieckigen Erhabenheit.
robustum Roub.
Kleinere, nur 0,75-1,0 mm lange, schwächer gebaute und weniger
gewölbte Arten. Alle Organe entsprechend kleiner und grazieler.
Schultern mit einer sehr kleinen oder fast unmerklichen, dreiecki-
gen Erhabenheit.
Größer, 1,0 mm lang. Die Fühler länger, ihr vorletztes Glied fast
quadratisch. Vorderschienen sehr stark nach vorne gebogen und
innen stark ausgebuchtet. Metasternum beim ö mit einer sehr
deutlichen und ziemlich tiefen, herzförmigen Vertiefung, die am
Mesosternum zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang
und deutlich. Penis: Fig. 14.
armeniacus Reitt.
Kleiner, nur 0,75 mm lang. Die Fühler kürzer, ihr vorletztes Glied
schwach quer. Vorderschienen schwach nach vorne gebogen. Meta-
sternum beim Ö flach, ohne Vertiefung, die am Mesosternum zu-
sarmmentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum angedeutet. Pe-
nis: Fig. 15.
megaloderoides Motsch.
(ditomum Saulcy)
Cephennium (s. str.) majus Reitt. problematicum Tömösv. (reitteri Bris.)
C.thoracium Müll. sensu Reitter. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881.
p. 390.
C. laticolle Aub& sensu Reitter. ibidem.
C. laticolle Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 153.
Anisosphaera problematica Tömösv. Magy. Tud. Akad. math. termtud.
Köslem. XVIII. 1882. pp. 119-131.
C.thoracicum Müll. sensu Reitter. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXIV.
1884. p. 83.
C. reitteri Bris. Ann. Soc. Ent. Fr. XXIX. 1886.
C. reitteri Bris. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 15.
282 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
2
C. reitteri Bris. (laticolle Reitt., non Aub&) Reitter. Fauna Germ. II. p. 223.
C. reitteri Bris. Scholz. Ent. Bl. XXII. 1926. pp. 103-104.
C. problematicum Tömösv. Dudich. Ent. Bl. XXIII. 1927. pp. 85-87.
C. problematicum Tömösv. Horion. Nachtrag. 1935. p. 184.
C. problematicum Tömösv. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II.
1949. p. 176 und 178.
Ausgefärbte Stücke oben pechschwarz, der Kopf, bisweilen auch der
Halsschild braunrot, unten pechschwarz oder pechbraun mit rotbraunem
Abdomen oder ganz braunrot. Unausgefärbte Stücke ganz rötlichgelb. Die
Fühler und Beine gelbrot, die Taster und Tarsen heller. Long. 1,3 mm.
Dem C. majus Reitt. banaticum Ganglb. sehr ähnlich aber der Körper ist
kürzer und enger.
Der Kopf mit kleinen aber sehr deutlichen Augen.
Die Fühler kürzer und gedrungener als bei majus Reitt. banaticum
Ganglb., ihr 7. Glied kugelig, das 9. und 10. schwach aber deutlich quer.
Der Halsschild im vorderen Drittel etwas schmäler als die Flügeldek-
ken, etwas breiter als lang, nach vorne gerundet, nach hinten leicht und
geradlinig verengt, mit rechtwinkeligen, an der Spitze schwach abgerun-
deten Hinterecken, stark gewölbt, nicht oder kaum erkennbar punktiert,
fein und spärlich behaart. Die Hinterecken ohne Grübchen.
Die Flügeldecken doppelt so lang als der Halsschild, an der Spitze
abgerundet, stark gewölbt, sehr fein und spärlich punktiert, spärlich und
mäßig lang behaart, mit feinem ziemlich langem Humeralfältchen und kur-
zer nicht sehr tiefer Humeralfurche. In der Mitte zwischen dieser und der
Naht mit einem tiefen rundlichen Basalgrübchen. Die Schulterecken selbst
mit einem kleinen, nach außen gerichteten Zähnchen. Die Flügeldecken an
der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum in der Mitte mit ziemlich breitem und sehr seichtem
Metasternaleindruck. Dieser zeigt eine weitläufige aber deutliche Punktie-
rung. Der Eindruck ist vorne von zwei ziemlich langen und kräftigen, am
Ende des Mesosternalkieles unter einem spitzen Winkel zusammentreffen-
den Längsfältchen begrenzt.
Intercoxalplatte einfach, fast flach, ihr Hinterrad fast gerade abgestutzt.
Die Vorderschienen innen vor der Spitze mit einem kleinen winkeligen
Ausschnitt, zwischen diesem und der Spitze gerade abgestutzt und deutlich
kantig.
Der 8-Kopulationsapparat (Fig. 1) ist stark chitinisiert, dem C. majus
Reitt.banaticum Ganglb. und anderen Rassen sehr ähnlich. Die zwei paa-
rigen, sehr stark chitinisierten Sclerite des Internalsackes sind sehr kurz,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 283
Fig. 1. C. majus Reitt. problematicum Tömösv. — Ukraine: Lwiw-Pohulanka.
gerade und zeigen keine Tendenz das Endstück des Penis bogenförmig zu
umfassen. Long. ca. 0,385 mm.
Ökologie: Unter normalen Verhältnissen ein subalpines humicol der
Buchen, Fichten und gemischten Wälder. In der Ukraine auch in die Ebene
transgredierend (Umg. von Lwiw und Danister-Flußtal). Aus faulenden
Laublagen, Moos und modernden Stöcken zu sieben. Gelegentlich als myr-
mekophil zu bezeichnen (in Gesellschaft von Formica rufa L., Lasius brun-
neus Latr. (meine Beobachtungen) und Lasius fuliginosus Latr.).
Allgemeine Verbreitung: Deutschland und Tschechoslowakei (Sudeten
und Beskiden in Schlesien, Südkarpathen in Slowakei), Polen (Nordwest-
Karpathen), Ukraine (Ostkarpathen, Transkarpathien, Karpathisches Vor-
gebirge, Galizien, West-Podolien). Nach Machulka (Horion: Faunistik I)
auch in Rußland, was sehr unwahrscheinlich ist. Wenn alte Angaben von
Jakobson der Wirklichkeit entsprechen (Livonien und Gouv. Petrozawodsk),
ist die Art auch in Estonien und Latvien sowie in der Karelofinnischen Re-
publik verbreitet.
Verbreitung in der Ukraine:
Karpathen:
Niederen Beskiden: Bardiiw (Chyzer) loco typ. problematicum Tömösv.
(larva). Zegiestiw Umg.: Palenycia, Lopata, Berg Pusta Welyka (La-
zorko).
Hohen Beskiden: Bezmihowa Hora ad Lisko (Kinel). Ustriky (Kotula-
Coll. Acad. Sc. Pol.). Peremyschl Umg. (Kotula, Trella-Coll. Acad. Sc.
Pol.). Bolechiw (Patkewicz-Coll. Tenenbaum). Tuchla (Rybinski-Coll.
Acad. Sc. Pol.).
284 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Transkarpathien: Uzhorod (Roubal, Vavra). Uzhorod Gebiet: wahrscheinlich
Umg. von Zorniawa-Stawne (Fleischer, Mazura, Trojan).
Karpathisches Vorgebirge: Boryslaw (Rybinski — als carnicum und hungari-
cum. Coll. Acad. Sc. Pol.).
Bukowyna: Cecyna bei Tscherniwci (Marku)
Galizien: Umg. von Lwiw: Pohulanka, Wenhlinskyj Lisok, Pasiky Hal.,
Holosko Welyke, Bilohorschtscha (Lazorko, Polanskyj).
Podolien: Dnister-Flußtal (Marku).
Die genaue Verbreitung dieser Rasse in den Karpathen ist sehr man-
gelhaft bekannt. Nach verschiedenen Autoren ist sie auch im Czornohora-
Gebirge und Marmarosch-Gebiet verbreitet. Nach Reitter (als laticolle Aube)
im Marmarosch-Gebiet häufig. Nach Roubal in Czornohora häufig (Oben-
berger leg., Lokay det.) Nach Kuthy von Howerla bekannt. Von Weise als
laticolle Aube von Rachiw und Howerla unter Buchenlaub gemeldet. Lokay
zitiert die Art vom Berge Rebrowatsch bei Worochta in den Huzulischen
Karpathen.
Nach Besuchet, der im Jahre 1957 Cephennium-Arten der Rybinski-
schen Sammlung revidiert hat, ist C. problematicum Tömösv. (C. majus
Reitt. var. reitteri Bris. nach Besuchet) auch im Czornohora-Gebiet verbrei-
tet: Ardzeluza (Rybinski), Gadzyna (Rybinski als laticolle) und Wojtul
(Rybinski als hungaricum).
Ich bin nicht ganz überzeugt, daß alle diese Exemplare in Wirklichkeit
zum typischen problematicum Tömösv. gehören. Wahrscheinlich sind es
Übergangs-Stücke zu majus banaticum Ganglb. Leider habe ich zu wenige
Stücke aus mehr östlichen Teilen der Karpathen gesehen, um die Frage ent-
gültig zu lösen. Meine Exemplare vom Berge „Jajce Perehinske“ (Gorgany-
Kette), von Worochta (Huzulische Karpathen) und Rachiw (Südöstliches
Transkarpathien) sind äußerlich dem problematicum sehr ähnlich aber dem
Penisbau nach als Zwischenformen zwischen majus problematicum und ma-
jus banaticum zu betrachten. Zu diesen Zwischenformen, die mit gleichem
Recht zu problematicum wie zu banaticum zu stellen sind, rechne ich die
Stücke von folgenden Fundorten zu:
Gorgany-Kette: Berg „Jajce Perehinske“ (Lazorko). Sehr große Stücke, fast
wie banaticum groß.
Huculische Karpathen: Worochta (Stöck]).
Berg „Rebrowatsch“ ad Worochta (Lokay - als reitteri Bris. gemeldet).
Südöstliches Transkarpathien: Rachiw (Roubal), (Weise als laticolle Aube).
Wahrscheinlich gehören hier auch Exemplare von Howerla (Kurthy
und Richter nach Roubal Katalog), die auch von Weise als laticolle Aube
gemeldet sind.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 285
Wie weit nach Norden der Ukraine ist C. majus problematicum Tö-
mösv. verbreitet, weiß ich nicht. Wahrscheinlich gehört das vom Tenenbaum
von Walde „Kosobudy“ bei Zwirynec in Cholmgebiet gemeldete C. thora-
cicum Müll. zu problematicum Tömösv.
2. Cephennium (s. str.) majus Reitt. banaticum Ganglb. (jeanneli
Mach. in litt.).
C. banaticum Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 15.
C. banaticum Ganglb. (jeanneli Mach. in litt.) Mach. Cas. XXXII. 1935.
pp. 126-127.
Dem C. majus Reitt. problematicum Tömösv. in vielen Einzelheiten
sehr ähnlich aber größer 1,3-1,4 mm lang.
Die Fühler ziemlich schlank, etwas länger und schlanker als bei
C. majus Reitt. problematicum Tömösv. Ihr 5. und 7. Glied etwas größer
als die einschließenden Glieder, das 7. Glied wesentlich länger als breit,
das 9. Glied so lang als breit, das 10. schwach quer.
Der Halsschild im vorderen Drittel so breit oder etwas schmäler als
die Flügeldecken, etwas breiter als lang, sonst wie bei problematicum Tö-
mösv. gebaut.
Die Flügeldecken wie bei problematicum Tömösv. aber entsprechend
größer und robuster.
ö. Metasternum in der Mitte mit ziemlich breitem und seichtem Me-
tasternaleindruck. Dieser zeigt eine weitläufige aber deutliche Punktierung.
Der Eindruck ist vorne von zwei ziemlich langen und kräftigen, am Ende
des Mesosternalkieles unter einem weniger als bei C. majus Reitt majus
Reitt. spitzen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt.
Intercoxalplatte einfach, fast flach, ihr Hinterrad fast gerade abgestutzt.
Die Vorderschienen wie beim problematicum Tömösv.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 2a und b.) ist stark chitinisiert, dem
C. majus Reitt. und dessen anderen Rassen sehr ähnlich. Das wichtigste
Unterscheidungsmerkmal vem C. majus Reitt. problematicum Tömösv. bie-
ten zwei langen, paarigen, sehr stark chitinisierten, federartigen Sklerite
des Internalsackes, die bogenförmig nach vorne gerichtet das Endstück des
Penis armartig umfassen. Long. ca. 0,375-0,4 mm.
Ökoligie: Wie bei C. majus Reitt. problematicum Tömösv. aber wahr-
scheinlich nur in dem Gebirge.
Allgemeine Verbreitung: Rumänien (Banat, Transsylvanische Alpen),
Ukraine (Südöstliche Karpathen).
Verbreitung in der Ukraine:
Karpathen: Südöstliches Transkarpathien: Umg. von Kobylecka Poljana,
Kuzy, Kwasy bei Rachiw (Machulka).
286 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Swydowec Gruppe: Blyznycia (leg. Dr. J. Fleischer). (loco typ. jeanneli
Mach. in litt.). (sec. Laco, Roubal).
C. majus Reitt. banaticum Ganglb. wurde auch von anderen Autoren
von verschiedenen Fundorten der ukrainischen Karpathen gemeldet. Roubal
zitierte es von Howerla (Richter leg.) Weise auch von Howerla (als laticolle
Aube) und Reitter vom Marmarosch Gebiet (als laticolle Aube). Nach Roubal
auch bei Rachiw.
ob um.
QZ. --no
Fig. 2a. C. majus Reitt. banaticum Ganglb. — Rumänien: Herkulesbad.
Fig. 2b. C. majus Reitt. banaticum Ganglb. - Rumänien: Bihargebirge: Cucurbeta.
Die Verbreitung dieser Rasse in den ukrainischen Karpathen ist auch
sehr mangelhaft bekannt. Nach Machulka sind ukrainische Exemplare mit
banatischen identisch. Die von mir gesehenen Stücke aus der Ukraine ge-
hören aller Wahrscheinlichkeit nach zu den Übergangsformen zu problema-
ticum Tömösv. Sie sind nicht ganz so groß, wie banatische und transsyl-
vanische banaticum Ganglb. und häufig nur $o groß wie problematicum
Tömösv. Ob die von Machulka als banaticum erwähnten Stücke die Größe
der typischen banaticum erreichen, weiß ich nicht. Der ö-Kopulationsappa-
rat der von mir gesehenen Exemplare von nordöstlichen aber auch südöst-
lichen Teilen der ukrainischen Karpathen ist nicht ganz mit typischen bana-
ticum identisch. Nämlich sind die bogenförmigen Sklerite nicht so lang wie
bei typischen banaticum und umfassen das Endstück des Penis nur sehr
wenig. Diese Exemplare sind gewiß kein typisches problematicum, obwohl
äußerlich von ihnen kaum zu unterscheiden. Die unter C. problematicum
Tömösv. zitierten Zwischenformen von „Jajce Perehinske“, „Worochta“,
„Rebrowatsch“ und „Rachiw“ gehören hierher. Wahrscheinlich sind auch
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 287
die von Besuchet bestimmten Stücke von Czornohora, wie auch die von
[
verschiedenen Autoren gemeldete „reitteri Bris.“ und „laticolle Aube“ von
Howerla hier einzuordnen.
Die Stücke von „Jajce Perehinske“ sind fast so groß (obwohl doch
kleiner) wie die typische banaticum Ganglb. aber Sklerite sind sehr kurz
und nur sehr wenig federförmig nach vorne verbreitet. Im Gegenteil Stücke
von „Worochta“ sind nur so groß wie problematicum Tömösv. aber Sklerite
sind viel länger und federartig gebildet und nach vorne das Endstück des
Penis armartig umfassend. Das einzige Ex. von „Rachiw“ (leg. Roubal) in
meiner Sammlung ist nur so groß wie problematicum aber Sklerite sind
lang und federartig.
Es ist möglich, daß nur die von Machulka zitierten Stücke zum typi-
schen banaticum Ganglb. gehören und die Rasse nur auf den südöstlichsten,
dem Marmarosch-Gebiet und den Transsylvanischen Alpen angrenzenden
Anteil der ukrainischen Karpathen beschränkt ist.
3. Cephennium (s. str.) difficile Reitt.
C. difficile Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. p. 548.
C. difficile Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur. IH. p. 16.
Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild etwas dunkler braun-
rot, Unterseite pechbraun mit rotbraunem Abdomen. Die Fühler und Beine
gelbrot, die Taster und Tarsen heller. Long. 1,2 mm.
Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber deutlichen Augen.
Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Mitte der Körperlänge nicht
ganz erreichend. Ihr erstes Glied etwas länger als breit, zweites fast so lang
als das erste. Endglied so lang als die zwei vorletzten zusammengenommen.
Der Halsschild vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich stark
abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt, die Hinterecken ziemlich
deutlich, nicht abgerundet, in der Nähe der Hinterwinkeln mit der Spur
eines kaum angedeuteten, kleinen, sehr flachen Eindruckes. Halsschild fast
glatt.
Die Flügeldecken lang oval, doppelt so lang wie der Halsschild, zur
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen nach außen verflacht,
ziemlich groß. Humeralfältchen deutlich, ziemlich kurz, gerade. Humeral-
furchen sehr flach. Punktierung sehr undeutlich, die Behaarung ziemlich
lang und nicht sehr dicht. Die Flügeldecken an der Naht verwachsen. Un-
geflügelt.
ö. Metasternum mit breitem und sehr flachem aber doch deutlichem
Metasternaleindruck. Der Eindruck ist vorne von zwei, ziemlich kurzen,
am Ende des Mesosternalkieles unter einem spitzen Winkel zusammentref-
fenden Längsfältchen begrenzt.
288 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrad in einen flachen Bogen.
ausgerandet.
Die Vorderschienen sind innen vor der Mitte erweitert, gegen die
Spitze wiederum verengt, außen sanft gebogen und innen sehr breit und
flach ausgebuchtet.
Die Trochanteren der Vorderbeine beim Ö innen in ein scharfes, drei-
eckig-dornförmiges Zähnchen ausgezogen. Dieses Zähnchen ist am besten
sichtbar, wenn Vorderbeine nach vorne gerichtet sind.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 3) ist sehr stark chitinisiert. Long.
ca. 0,425 mm.
Fig. 3. C.difficile Reitt. - Rumänien: Banat: N. Bogsan.
Ökologie: Mir unbekannt.
Allgemeine Verbreitung: Banat (ehemaliges Ungarn, heute Rumänien
und Jugoslavien), Transsylvanien (Rumänien). Aus der Ukraine bisher nicht
bekannt, obwohl irrtümlicherweise von verschiedenen Autoren gemeldet.
Die Stücke von „Doizka“ bei Bolechiw in Hohen Beskiden (leg. Patkiewicz)
wurden von Reitter selbst als difficile Reitt. bestimmt. Die von mir über-
prüften Exemplare gehören dem C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. Von
Lokay wurde die Art vom Berge „Rebrowatsch“ in den Huzulischen Kar-
pathen angegeben. Stöckl hat „difficile“ vom benachbarten Worochta ge-
meldet. Beide Bestimmungen sind falsch, die Stücke gehören dem C. ruthe-
num Mach. zoufali Mach. Nach Roubal hat Lokay zahlreiche Stücke von
Czornohora (leg. Obenberger) als difficile bestimmt. Es handelt sich um
C.ruthenum Mach. zoufali Mach. oder um C. ruthenum Mach. fleischeri
Mach. Die von Fleischer-Mazura-Trojan von Zorniawa und Stawne im
Uzhorod-Gebiet gemeldete „difficile“ (leg. Dr. Joseph Fleischer) wurden
von Machulka revidiert und als ruthenum Mach. ruthenum Mach. anerkannt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 289
Das Auffinden des C.difficile Reitt. in dem südöstlichsten Teile der
ukrainischen Karpathen ist, obwohl wenig wahrscheinlich, doch möglich.
4. Cephennium (s. str.) hungaricum Reitt. (C. hungaricum Saulcy in litt.)
C. hungaricum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. p. 550.
C. carnicum Reitt. (partim) Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 155.
C. carnicum Reitt. (Partim) Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 16.
C. hungaricum Reitt. (ruthenum Mach. fleischeri Mach.) (partim) Mach. Cas.
XXIII. 1925. pp. 64-66.
Pechschwarz oder braunschwarz, oft auch der Halsschild dunkel braun-
rot, unausgefärbte Stücke ganz rötlichgelb. Unterseite braunrot, Abdomen
heller. Die Fühler, Taster und Beine rostrot oder rötlichgelb. Long. 1 mm.
Der Kopf mit kleinen, deutlichen Augen.
Die Fühler ziemlich lang und schlank, das 5. und 7. Fühlerglied etwas
größer als die einschließenden Glieder, so lang oder ein wenig länger als
breit, das 9. Glied nicht oder nur sehr schwach, das 10. meist deutlicher quer.
Endglied so lang als die zwei vorletzten zusammengenommen, sanft zuge-
spitzt.
Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich
stark abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt. Die Hinterecken
stumpf, ohne Grübchen. Die Punktierung nahe den Hinterecken viel stär-
ker ausgeprägt.
Die Flügeldecken etwa an der Basis des ersten Drittels am breitesten,
ziemlich kurz oval, zur Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen
ziemlich groß. Humeralfältchen fein, aber deutlich, ziemlich kurz, dem
Seitenrande parallellaufend. Humeralfurchen sehr seicht und kurz. Punktie-
rung sehr undeutlich, Behaarung entsprechend stark.
ö. Metasternum breit und ziemlich tief, in der Form einer fast runden
Grube, eingedrückt. Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusam-
mentreffenden Längsfältchen fein und kurz.
Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrad sehr flach (fast abgestutzt),
bogenförmig ausgerandet.
Die Vorderschienen allmählich etwas erweitert, innen von der Spitze
bis nahe zur Mitte schwach und breit ausgerandet.
Der &-Kopulationsapparat (Fig. 4) schwach chitinisiert. Long. ca.
0,325 mm.
Ökologie: Nach Holdhaus-Deubel in Wäldern aus feuchtem Buchen-
laub und Moos gesiebt. Auch in der Gipfelregion in den Grasbüscheln. Ex-
clusiv montane Art der Karpathen (Irrtümlicherweise als carnicum Reitt.
bestimmt).
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 19
290 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Allgemeine Verbreitung: Rumänien: Banat und Transsylvanische Al-
pen. Aus der Ukraine bisher unbekannt obwohl von Rybinski für die Um-
gebung von Ternopil in Podolien gemeldet. (Ternopil-Stadtpark, Kutkiwei,
0 wm.
Fig. 4. C. hungaricum Reitt. - Rumänien: Transsylv. Alpen: Brasov (Kronstadt).
Haji). Die Bestimmung ist offenbar falsch, obwohl die in der Literatur zi-
tierten Stücke nicht eruirbar sind (teste Dr. Szymczakowski). Wahrscheinlich
handelt es sich um C. dariae Laz., das vom westlich von Ternopil gelegenem
Zolotschiw bekannt ist. C. hungaricum Reitt. wurde auch von verschiedenen
Autoren (Roubal, Maschulka, Kli&ka) von zahlreichen Fundorten der ukrai-
nischen Ostkarpathen gemeldet. Es handelt sich aber um Rassen des C.
ruthenum Mach. (hungaricum Mach. nec Reitter) nämlich zoufali Mach. und
fleischeri Mach.
Das Auffinden des echten hungaricum Reitt. in dem südöstlichsten
Teile der ukrainischen Karpathen ist, obwohl sehr unwahrscheinlich, doch
möglich.
5. Cephennium (s. str.) dariae n. sp.
Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild etwas dukler braun-
rot. Unterseite pechbraun mit rotbraunem Abdomen. Die Fühler und Tar-
sen heller. Long. 1,1 mm.
Körper besonders beim 5 ziemlich auffallend schlank gebaut.
Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber deutlichen Augen.
Die Fühler ziemlich schlank, verhältnismäßig kurz, die Hälfte der.
Körperlänge nicht erreichend, mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Ihr
erstes Glied länger als breit, zweites fast so lang als erstes, verkehrt konisch,
3., 4. und 5. Fühlerglieder nur sehr wenig länger als breit. Endglied so lang
als die zwei vorletzten zusammengenommen, sanft zugespitzt.
Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 291
stark abgerundet, zur Basis schwach verengt. Die Hinterecken stumpf recht-
winkelig, ohne Grübchen.
Die Flügeldecken etwa im ersten Drittel am breitesten, lang oval, zur
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen
sehr kurz, aber deutlich, gerade. Humeralfurchen sehr kurz, zur Basis etwas
bogenförmig verlaufend. Punktierung sehr undeutlich, fast unsichtbar, die
Behaarung ziemlich dicht, lang und abstehend. Die Flügeldecken an der
Naht verwachsen. Ungeflügelt.
d. Metasternum in der Mitte mit breitem, seichtem, etwas herzförmi-
gem Metasternaleindruck, glatt. Dessen Basis gegen Intercoxalplatte gerich-
tet. Der Eindruck ist vorne von zwei, ziemlich kurzen, am Ende des Me-
sosternalkieles unter einem spitzigen Winkel zusammentreffenden Längs-
fältchen begrenzt.
Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrand stark bogenförmig aus-
gerandet.
Die Vorderschienen gegen die Spitze verdickt und in ihrem unteren
Drittel vor der Spitze innen breit und flach ausgebuchtet.
Dim
Fig. 5. C. dariae n. sp. — Ukraine: Bilohorschtscha prope Lwiw.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 5) ist stark chitinisiert, verhältnismä-
Big kurz und breit gebaut. Dem allgemeinen Bau nach dem des C. trebin-
jense Mach. etwas ähnlich. Orificium mediale gänzlich an der Dorsalseite
gelegen. Die Endspitze breit erweitert und fast gerade abgestutzt, in der
Mitte in ein kleines, dreieckiges Zähnchen ausgezogen. Die Parameren lang,
ihre freien Enden so lang als der Penis, die Terminalborsten die Endspitze
überragend. Long. 0,31 mm.
Unter ukrainischen Arten am besten mit C. ruthenum Mach. zu ver-
gleichen. Die neue Art ist aber viel kleiner und schlanker. Ihr zweites Füh-
292 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
lerglied ist deutlich kürzer als bei ruthenum Mach. ruthenum Mach. 3., 4.
und 5. Glied nur sehr wenig länger als breit, während solche beim ruthenum
Mach. ruthenum Mach. länger als breit sind. Metasternum ist deutlich ein-
gedrückt, während es beim ruthenum fast flach ist. Vordere Schienen sind
beim C. dariae viel schwächer als beim ruthenum Mach. ausgerandet. End-
lich der ö-Kopulationsapparat ist gänzlich verschieden gebaut.
Ökologie: Die Art wurde am Rande eines Buchen- und Mischwaldes
aus alten, verfaulten Baumstöcken gesiebt. Sie kommt im Flachlande sowie
im Hügellande vor.
Verbreitung:
Ukraine: Bestimmt ein ukrainisches Endemiit.
Umgebung von Lwiw: Allotypus: Ein 5 in einem Mischwalde (Eichen,
Birken, Föhren) am Rande der berühmten Bilohorschtscha-Sümpfen
aus ganz verfaultem Baumstock am 21. VIII. 1942 gesiebt. Höhe un-
gefähr 301 m. (Lazorko leg.). Paratypus: Ein ö Umg. von Lwiw:
Tschortiwska Skala, Nordseite, am Rande eines alten Buchenwaldes
aus einem alten Buchenstock am 10. X. 1940 gesiebt. Höhe 418 m.
(Lazorko leg.). Beide Exemplare in meiner Sammlung.
Galizien: Zolotschiw (coll. Rybinski in coll. Acad. Sc. Pol. Gracoviense).
Ein d und 5 7% vidi. Die Stücke sind von Besuchet als C. polonicum
n. sp. in litt. bezettelt.
Zu dieser Art gehören wahrscheinlich die Stücke, die von Rybinski in
der Umgebung von Ternopil gefunden und als hungaricum Reitt. gemeldet
waren. Leider sind die Stücke nicht eruirbar (vidi unter hungaricum Reitt.).*)
*) Die Herkunft der Rybinskischen Exemplare von Zolotschiw ist sehr pro-
blematisch. Alle diese Exemplare wurden ursprünglich von Rybinski als C. hunga-
ricum Reitt. bestimmt. C. hungaricum Reitt. wurde von Rybinski in seinen Arbei-
ten (1903) für Ternopil und Umgebung (Stadtpark, Kutkiwci, Haji) gemeldet.
Nun hat sich erwiesen, daß Rybinskische Exemplare von C. hungaricum Reitt.
mit gedruckten Fundortzettelchen „Zloczow“ (ukrainisch „Zolotschiw“) versehen
sind und keine Exemplare von Ternopil oder Umgebung zu finden sind.
Nach Dr. Szymezakowski (Krakau) gibt es praktisch nur eine logische Erklä-
rung. Ursprünglich waren alle Rybinskischen Exemplare des C. hungaricum Reitt.
nur mit Nummern und nachträglich, auf Grund der hypothetischen Notizen mit
gedruckten Zettelchen versehen. Leider sind Rybinskische Original-Notizen wahr-
scheinlich verloren gegangen.
Auf Grund der genauen literarischen Angaben bin ich überzeugt, daß eine
Fundortsverwechslung stattgefunden hat und daß alle Exemplare, die mit „Zo-
lotschiw“ bezettelt sind, in Wirklichkeit von Ternopil und seiner Umgebung
stammen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 293
Diese Art wurde von mir seit 1940 als neue Art erkannt und als dariae
n. sp. in meiner Sammlung bezettelt.
Ich widme die neue Art der treuen Begleiterin meiner entmologischen
Sammelfahrten, meiner Frau Daria.
6. Cephennium (s. str.) kulzeri n. sp.
Das einzige bisher bekannte Stück oben pechschwarz, der Kopf und
Halsschild braunrot. Unterseite rotbraun. Die Fühler und Beine gelbrot.
Long. 1,2 mm.
Der Kopf mit kleinen aber sehr deutlichen Augen.
Die Fühler schlank, ihr 5. und 7. Glied, wie gewöhnlich etwas größer
als die einschließenden Glieder, das 7. Glied wie gewöhnlich länger als
breit, das 9. Glied so lang als breit, das 10. schwach quer.
Der Halsschild im vorderen Drittel fast so breit als die Flügeldecken,
mehr weniger so lang als breit, nach vorne gerundet, nach hinten leicht und
geradlinig verengt, mit rechtwinkeligen Hinterecken, die etwas nach hinten
verlängert sind. Die Hinterecken ohne Grübchen. Halsschild fast ohne er-
kennbare Punktierung, fein gelblich behaart.
Die Flügeldecken mehr als doppelt so lang als der Halsschild, an der
Spitze abgestutzt abgerundet, sehr fein aber ziemlich deutlich punktiert
(stärker als bei hungaricum Reitt.) und gelblich behaart. Humeralfältchen
Oma
Fig.6. C. kulzeri n. sp. - Rumänien: Transsylvanische Alpen:
Umg. Kronstadt (Brasov, Brasso).
294 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
kurz (kürzer als bei hungaricum Reitt.) aber deutlich. Humeralfurchen kaum
angedeutet, fast grübchenartig. Basalgrübchen tief und sehr deutlich. Die
Flügeldecken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum in der Mitte mit breiten, sehr seichten fast unmerk-
lichen etwas herzförmigen Metasternaleindruck, der in eine flache, einfache
Intercoxalplatte übergeht. Der Eindruck ist vorne von zwei sehr kurzen
und kaum angedeuteten, am Ende des Mesosternalkieles unter einem schar-
fen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt.
Intercoxalplatte ist am Hinterrande quer abgestutzt und nahe der Hin-
terhüften in sehr lange, dreieckige Zähnchen verlängert.
Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert, außen sanft
gebogen, ungefähr von der Hälfte zur Spitze innen bogenförmig ausge-
randet.
Die Vordertrochanteren ohne Zähnchen.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 6) ist sehr stark chitinisiert, sehr groß,
lang und schlank gebaut. Dem allgemeinen Bau nach dem des C. ruthenum
Mach. ruthenum Mach. etwas ähnlich aber in Einzelheiten ganz verschieden.
Orificium mediale ist an der Dorsalseite gelegen. Long. 0,575 mm.
Ökologie: Unbekannt.
Verbreitung: 1 ö (Allotypus) Rumänien: Transsylvanische Alpen: Umg.
Kronstadt (Brasov, Brasso).
Das einzige bisher bekannte Stück aus der coll. Breit (jetzt in coll. Mus.
Frey-Tutzing b. München) wurde als nova species bei der Gelegenheit der
Untersuchung des zum Studium einvertrauten Materials aus dem Museum
G. Frey erkannt. Die kulzeri n. sp. verdankt ihre Entdeckung dem Umstand,
daß ich stets ein Genitalpräparat anfertige. Sonst würde diese interessante
Art niemals entdeckt worden sein. Sie war zwischen die von Machulka als
hungaricum Reitt. determinierte Stücke eingereiht.
Äußerlich ist die neue Art dem ruthenum Mach. ruthenum Mach. sehr
ähnlich fast so groß aber der Penis ist viel größer und in Einzelheiten ganz
verschieden gebaut.
Vom C. hungaricum Reitt. unterscheidet sich kulzeri n. sp. schon durch
die bedeutendere Größe (kulzeri 1,2 mm, hungaricum 1 mm) und deut-
lichere, etwas rauhere Punktierung der Flügeldecken. Penis ist ganz ab-
weichend gebaut.
Vom C. fovangulum Reitt. unterscheidet sie sich durch die bedeuten-
dere Größe (fovangulum nur 1,1 mm) und den Mangel eines Grübchens in
der Nähe von Halsschildhinterecken.
Vom C. difficile Reitt. unterscheidet sich kulzeri schon durch den Man-
gel eines Zähnchens an den vorderen Trochanteren.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 295
Ich widme die neue Art Herrn Hans Kulzer in Anerkennung seiner
erfolgreichen koleopterologischen Tätigkeit, gleichzeitig auch in Dankbar-
keit für die Unterstützung meiner Studien.
7. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. ruthenum Mach.
C. ruthenum Mach. Acta Entom. Mus. Nat. Pragae III. 1925. pp. 169-170.
C. ruthenum Mach. Roubal. Catal. Col. I. 1930. pp. 276-277.
C. ruthenum Mach. Sbornik prirod. slov. vlastiv. Muz. Bratislava.
1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61.
Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild gewöhnlich auch pech-
schwarz, gelegentlich aber dunkel braunrot, unten fast pechschwarz, mit rot-
braunem Abdomen. Die Fühler und Beine gelbrot, die Palpen und Tarsen
heller. Long. 1,19 mm (es gibt aber auch etwas kleinere Stücke).
Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber sehr deutlichen Augen.
Die Fühler ziemlich kurz, den Basalrand des Halsschildes deutlich über-
ragend, mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Ihr 2. Glied lang, 9. Glied
quadratisch, 10. deutlich quer, Endglied so lang als die zwei vorletzten
zusammengenommen.
Der Halsschild nicht ganz so breit als Flügeldecken, vor der Mitte am
breitesten, nach vorne abgerundet, nach hinten fast geradlinig verengt.
Die Hinterecken rechtwinkelig, mit ziemlich gut angedeuteter, flacher Ver-
tiefung und dort etwas deutlicher punktiert. Punktierung der Oberfläche
sehr schwach aber deutlich erkennbar.
Die Flügeldecken ziemlich stark gewölbt, etwa im ersten Drittel am
breitesten, kurz oval, die Spitze fast gerade abgestutzt. Basalgrübchen sehr
deutlich, fast 1/3 der Flügeldeckenbreite einnehmend. Humeralfältchen deut-
lich, ziemlich kurz, sehr undeutlich nach außen gerichtet. Humeralfurchen
schwach angedeutet. Punktierung ziemlich deutlich und besonders an der
Basis der Flügeldecken stärker und dichter vortretend. Die Behaarung nicht
sehr dicht, etwas länger als an dem Halsschild. Die Flügeldecken an der
Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum einfach, überhaupt nicht eingedrückt, fast wie beim $
gewölbt und nur in der Nähe von Hinterhüften beiderseits mit einer sehr
kleinen, unauffälligen Vertiefung. Metasternum vorne mit zwei sehr feinen
und ziemlich langen, am Ende des Mesosternalkieles unter einem ziemlich
spitzigen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen, begrenzt.
Die Intercoxalplatte ziemlich flach, am Hinterrande fast gerade ab-
gestutzt.
296 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Die Vorderschienen bis zum ?/5 der Länge verbreitet, dann zur Spitze
innen schwach bogenförmig ausgebuchtet.
Vordere Trochanteren ohne Zähnchen.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 7a) ist durch eine ovoide, ziemlich
dünnwandige Kapsel gebildet, in welcher ventralwärts Ductus ejacula-
torius eintritt und welche distalwärts in ein Rohr übergeht, welche durch
das vollkommene Zusammenwachsen der theoretischen Ventral und Dorsal-
platte entsteht. Orificium mediale ist rundlich und vollkommen dorsalwärts
gelegen. Der Dorsalteil vom Orificium mediale bis zur Spitze ist deutlich
und ziemlich breit gerinnt und von ihm durch einen scharfen Rand abge-
sondert. Long. ca. 0,425 mm.
Ökologie: Humicol der karpathischen Wälder, auch in das Vorgebirge
transgredierend. Aus faulenden Laublagen, Moos und modernden Stöcken
zu sieben.
Verbreitung: Bisher nur aus der Ukraine bekannt.
Karpathen: Hohen Beskiden: Polonyna „Plaj“ (loco typ.) leg. Machulka.
Aus Moos und verfaultem Buchenlaube gesiebt.
Dolzka ad Bolechiw (leg. Patkiewiez. Von Reitter als difficile Reitt. be-
stimmt).
Dub ad Bolechiw (leg. Patkiewicz).
Gorgany-Kette: Berg „Jajce Perehinske“. (Lazorko.) In Gebirgswäldern aus
Laub und Moos gesiebt.
Transkarpathien: Zorniawa und Stawne in Uzhorod-Gebiet (Dr. Joseph
Fleischer leg. Von Fleischer-Mazura-Trojan als difficile Reitt. ange-
geben, aber von Machulka als ruthenum Mach. ruthenum Mach. revi-
diert).
Karpathen Vorland: Stryj (leg. Dr. Obenberger-teste Machulka).
8. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. zoufali Mach.
C.ruthenum Mach. zoufali Mach. Sbormik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bra-
tislava. 1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61.
Dem ruthenum Mach. ruthenum Mach. sehr ähnlich, von fast dersel-
ben Größe (ca. 1,19 mm lang), aber manche Exemplare erscheinen etwas
breiter gebaut und heller gefärbt. Sie sind etwas heller pechschwarz und
der Halsschild ist häufig etwas heller braunrot. Von den äußerlichen Merk-
malen, durch welche sich die Männchen unterscheiden lassen ist nur die
Form des Metasternaleindruckes diagnostisch wichtig. Bei ruthenum Mach.
zoufali Mach. ist das Metasternum flach aber doch bemerkbar eingedrückt.
Die Vorderschienen wie bei ruthenum Mach. ruthenum Mach. skulptiert.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99
—I
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 7b) ist kürzer und breiter als bei
ruthenum Mach. ruthenum Mach. und ziemlich kurz zur Spitze verjüngt.
Long. ca. 0,420 mm.
Fig. 7a. C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. — Ukraine: Gorgany-Kette:
Jajce Perehinske.
Fig. 7b. C. ruthenum Mach. zoufali Mach. — Ukraine: Huzulische Karp.: Worochta.
Fig. 7c. C. ruthenum Mach. fleischeri Mach. — Ukraine: Czornohora:
Berg Mentschul.
Ökologie: Wie bei C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. aber nur in
dem Gebirge.
Verbreitung: Bisher nur aus der Ukraine bekannt.
Karpathen: Huzulische Karpathen: Worochta (leg. Stöckl).
Berg „Rebrowatsch“ (leg. Dr. Lokay und Stöckl.
Von Lokay als difficile Reitt. gemeldet).
Transkarpathien: Kobylecka Poljana, Kuzy, Kwasy bei Rachiw, Umg. von
Rachiw, Jasinia (teste Machulka). Sehr selten. Bytschkiw (Machulka
in litt.).
Swydowec Gruppe: Abhänge des Berges „Blyznycia“ bei der Jagdhütte
„Diana“ (loco typ.). Ziemlich selten. (teste Machulka. leg. Zoufal,
Hajny und Roubal.)
Czornohora: Rizky und Ardzeluza (leg. Rybinski — Coll. Acad. Sc. Pol.
Von Rybinski irrtümlicherweise als hungaricum Reitt. bestimmt. Be-
suchet hat die Stücke revidiert und als zoufali Mach. erkannt).
Zu dieser Rasse gehören wahrscheinlich auch „C. thoracicum Müll. &
Kunze“, die vom Berge „Pip Iwan Marmaroschskyj“ von Fleischer-Mazura-
Trojan angegeben sind.
298 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
9. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. fleischeri Mach.
(hungaricum Mach. nec. Reitter).
C. hungaricum Reitt. Machulka, Cas. XXII. 1925. pp. 64-66.
C.ruthenum Mach. fleischeri Mach. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz.
Bratislava. 1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61.
Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild selten dunkel braun-
rot. Long. 1,25 mm (nach Machulka).
Die Fühler den Basalrand des Halsschildes überragend, ihr 9.-10.
Glied etwas quer.
Der Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, vor der Mitte am
breitesten, nach vorne abgerundet, nach hinten sehr undeutlich, fast gerad-
linig verengt. Punktierung sehr schwach.
Flügeldecken gewölbt, vor der Mitte am breitesten, deren Spitze fast
gerade abgestutzt. Basalgrübchen sehr deutlich fast '/s der Flügeldecken-
breite einnehmend. Humeralfältchen deutlich, ziemlich lang, etwas nach
außen gerichtet. Punktierung ziemlich deutlich und besonders an der Basis
der Flügeldecken stärker und dichter vortretend. Die Behaarung nicht sehr
dicht, nur etwas länger als an dem Halsschild.
ö. Metasternum flach aber doch bemerkbar eingedrückt und in der
Nähe von Hinterhüften beiderseits mit einer, sehr kleinen, unauffälligen
Vertiefung. Metasternum vorne mit zwei sehr feinen und ziemlich langen,
am Ende des Mesosternalkieles unter einem ziemlich spitzigen Winkel
zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt.
Die Vorderschienen wie bei ruthenum Mach. zoufali Mach.
Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 7c) ist viel schlanker als bei C. ruthe-
num Mach. ruthenum Mach. und seine Spitze ist viel enger und länger.
C. ruthenum Mach. fleischeri Mach. ist von C. ruthenum Mach. zoufali
Mach. nur nach der Form des ö-Kopulationsapparates zu bestimmen.
Ökologie: Unter verfaultem Buchenlaube und Moos.
Verbreitung: Ukraine: Karpathen: Czornohora Gebiet. Nach Machulka
scheint diese Rasse nur auf das linke Ufer des Flusses Tschorna Tyssa be-
schränkt zu sein.
Von Machulka Ende Juni 1924 in der Umgebung von Borkut-Kwasy
am Berge Mentschul in drei männlichen Exemplaren gefunden (loco typ.).
Nach Roubal (Ent. Bl. 22. 1926) vom benachbarten Berge Pietros im Moose
an alten Ahornbäumen in 2 Ex. gefunden (durch auffallend breiten Hals-
schild abweichend. Als hungaricum Reitt. gemeldet).
Nach Roubal auch von Marmarosch (ibidem) und Howerla (Cas. XXH.
p. 107), nach Kliecka (Roubal Catal.) von Kozmeschtschek, Pietros, Osa und
Szeszul (alle in Czornohora) gemeldet.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 299
Ob alle diese Exemplare in Wirklichkeit der Rasse fleischeri Mach.
oder noch der zoufali Mach. gehören, müssen weitere Untersuchungen ent-
scheiden.
Vielleicht auch „C. thoracicum Müll. & Kunze“ von Pip Iwan Marma-
roschskyj (siehe unter C. zoufali Mach.) gehört zu fleischeri Mach.
10. Cephennium (s. str.) perispinctum Kol.
C. perispinctum Kol. Meletemata Entomologica (Coleoptera Caucasi cum
distributione geographica) Petropoli. 1845-1846.
C. perispinctum Kol. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. pp. 549-550.
C. perispinctum Kol. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949.
P179:
Schwarz oder kastanienbraun, der Halsschild heller braunrot, der Kopf
noch etwas heller, manchmal ganz einfarbig braunrot oder gelbrot. Die
Unterseite rostrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster und Tarsen
gelb Long. 1,2 mm. Körper länglich, stark gewölbt.
Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen, vorstehenden Augen.
Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Hälfte der Körperlänge
nicht erreichend. Das siebente Glied nur sehr wenig größer als die ein-
schließenden Glieder, etwas länger als breit. Das 10. fast quadratisch. End-
glied so lang als die 2 vorletzten zusammengenommen, sanft zugespitzt.
Der Halsschild im vorderen Drittel am breitesten, nach vorne stark
abgerundet, die Seiten vor der Mitte zur Basis fast geradlinig verengt.
Die Hinterecken rechtwinkelig mit der Spur eines flachen, verwischten
Grübchens. Halsschild kaum oder sehr undeutlich punktiert und entspre-
chend fein behaart.
Die Flügeldecken reichlich doppelt so lang als der Halsschild, zur Spitze
gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen kurz,
ziemlich deutlich, sehr schwach nach außen gerichtet. Humeralfurchen sehr
kurz. Die Schultern mit sehr deutlichen, nach außen vorstehenden Zähn-
chen. Punktierung äußerst fein, erloschen, die Behaarung ziemlich deutlich
und lang. Die Flügeldecken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum breit herzförmig, fast grubenförmig eingedrückt, zur
Basis in sehr schwach erhöhte Intercoxalplatte übergehend. Die am Meso-
sternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum angedeu-
tet, einen sehr weiten Winkel bildend. (Nach Reitter ist die Hinterbrust
nur äußerst schwach und flach eingedrückt.)
Die Intercoxalplatte schwach in die Höhe gehoben, ihr Hinterrand
sehr schwach ausgerandet.
300 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Die Vorderschienen innen gegen die Spitze schwach erweitert und
dort innen schwach schaufelförmig vortretend. Der äußere Rand am Ende
fast gerade abgestutzt und das ganze Ende nach innen wie um eine Längs-
achse gedreht.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 8) sehr stark chitinisiert, groß und
robust, von sehr kompliziertem Bau, in ein langes, verdünntes Endstück
auslaufend. Die Parameren sehr stark und breit, die Terminalborsten sehr
lang. Long. ca. 0,525 mm.
Ökologie: Mir unbekannt.
Verbreitung: Kaukasus, wahrscheinlich nur am Südabhang verbreitet. Nach
Jakobson nur aus Grusien (ehemaligen Kutaisschen und Elisabethpol-
schen Gouvernements) bekannt. Alle mir bekannt gewordenen Stücke
tragen den Fundortzettel „Meskisches Gebirge (Suram Gebirge)“.
Aus der Ukraine bisher unbekannt, aber das Auffinden dieser Art in dem
südöstlichen, ukrainischen Anteil des Kaukasus ist nicht ganz ausge-
schlossen.
orm-
Fig. 8. C. perispinctum Kol. — Kaukasus.
11. Cephennium (s. str.) carpathicum Saulcy.
C. carpathicum Saulcy. Reitter. D. ent. Zeitschrift XXH. 1878. p. 45.
C. carpathicum Saulcy. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. pp. 550
bis 591.
C. carpathicum Sauley. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 156.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 301
C. carpathicum Saulcy. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 17.
C. carpathicum Saulcy. Machulka. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz.
Bratislava. 1924-1931. pp. 60-61. fig. pag. 58.
C. carpathicum Saulcy. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949.
pp... 177, 180.
C. carpathicum Saulcy var. hajnyi Mach. Cas. XXXI. 1935. pp. 126., 133.
C. carpathicum Saulcy var. hajnyi Mach. Horion. Faunistik der mitteleur.
Käfer. II. 1949. pp. 177., 180.
Dunkel pechbraun oder braunrot oder rostrot, der Halsschild heller
braunrot oder rostrot. Die Fühler und Beine rötlich gelb. Long. 0,9 mm.
DerKopf klein, mit sehrkleinen aber deutlichen, punktförmigen Augen.
Die Fühler ziemlich kurz, ihr 3. Glied verkehrt konisch, nicht länger
als breit, das 4. bis 8. Glied kugelig, das 7. deutlich größer als das 6. und 8.,
das 9. und 10. Glied deutlich quer, das 9. schmäler als das 10., das End-
glied länglich oval, so lang als die zwei vorgehenden zusammengenommen.
Der Halsschild so breit oder etwas schmäler als die Flügeldecken, höch-
stens anderthalbmal so breit als lang, vorne ziemlich stark gerundet, nach
hinten schwach und fast geradlinig verengt, äußerst fein oder kaum erkenn-
bar punktiert, sehr fein behaart.
Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild (nach Ganglbauer
beim & mehr als doppelt so lang als der Halsschild, beim $ kürzer, was
ich nicht bestätigen kann), hinter der Basis leicht gerundet erweitert, an
der Spitze abgerundet. Basalgrübchen groß und tief, rundlich. Humeral-
fältchen fein, länglich, schräg nach hinten und etwas nach außen gerichtet.
Humeralfurchen flach. Die Flügeldecken fein, aber sehr deutlich und dicht
punktiert, fein und mäßig lang behaart. Die Flügeldecken an der Naht
verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum der Länge nach breit, leicht eingedrückt, die Seiten
des Eindruckes punktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden
Längsfältchen kaum angedeutet.
Die Intercoxalplatte deutlich, zerstreut punktiert, flach, am Hinter-
rande kaum deutlich ausgebuchtet.
Die Vorderschienen gegen die Spitze allmählich schwach erweitert, im
vorderen Drittel innen schwach aber deutlich und breit ausgebuchtet.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 9) viel länger als bei C. slovenicum
Mach., die Parameren sind verhältnismäßig lang aber schwächlich. Ihre
freien Enden überragen etwas die Spitze der Ventralplatte, welche nach
vorne verlängert und sanft zugespitzt und ventralwärts ein wenig zuge-
302 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
bogen ist. Die Ränder der Spitze sind schwach wulstig verdickt. Orificium
mediale ist durch die ganze Breite zwischen der Dorsal- und Ventralplatte
gebildet. Long. 0,25 mm. (Nach Machulka 0,275 mm.)
van
Fig. 9. C. carpathicum Saulcy. — Ukraine: Transkarpathien: Uzhorod.
Var. hajnyi Mach. Einfarbig rostrot. Die Vorderschienen des ö sind
nur sehr schwach ausgebuchtet.
Ökologie: Nach Roubal humicol. In niederer Waldzone in Moos, fau-
lenden Laublagen und modernden Stöcken. Auch in den Stöcken, die von
Formica rufa L., Lasius brunneus Latr. und fuliginosus Latr. bevölkert sind.
In Querceten der Niederungen aber auch im Hügellande und im Gebirge.
Allgemeine Verbreitung: Tschechoslowakei: Beskiden in Mähren, Kar-
pathen in Slowakei, Schlesien. Ungarn. Österreich: Voralpengebiet. Ukraine.
Verbreitung in der Ukraine:
Transkarpathien: Uzhorod (Vavra, Roubal, coll. mea.).
Uzhorod Gebiet: Von Fleischer-Mazura-Trojan gemeldet. Wahrschein-
lich Umg. von Zorniawa-Stawne.
Mukatschiw (Klicka).
Die Verbreitung in der Ukraine ist sehr mangelhaft bekannt. Ursprüng-
lich von Reitter aus Marmaroschskyj Syhit beschrieben. Nach Machulka
handelt es sich aber wahrscheinlich um C. slovenicum Mach.
Nach Rybinski in Zarwanycia in West-Podolien gesiebt. Die entspre-
chenden Stücke, die sich in der Sammlung der Polnischen Akademie der
Wissenschaften befinden, wurden von Besuchet revidiert und als C. deli-
catulum Reitt. bestimmt. Ich hatte die Gelegenheit gehabt ein Stück (Ö)
von Zarwanycia zu revidieren und konnte die Besuchetsche Bestimmung
bestätigen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 303
Trella hat C. carpathicum Saulcy von Peremyschl angegeben. Die
Stücke hat Besuchet als C. slovenicum Mach. erkannt und ich konnte seine
Bestimmung nur bestätigen.
C. carpathicum Saulcy. var. hajnyi Mach. ist bisher nur aus der Ukraine
bekannt.
Transkarpathien: Jelschawa (Olschawycia?) (Machulka).
Umg. von Uzhorod (Machulka).
12. Cephennium (s. str.) slovenicum Mach.
C. slovenicum Mach. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bratislava. 1924
bis 1931. pp. 59-61. fig. pag. 58.
C. slovenicum Mach. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer II. 1949.
pp: 177., 180.
C. slovenicum Mach. var. kocii Mach. Sbornik ibidem p. 61.
C. slovenicum Mach. var. kocii Mach. Horion. Faunistik ibidem p. 177.
Pechschwarz oder pechbraun, Kopf und Halsschild kastanienbraun, un-
ausgefärbt ganz rötlichgelb, Beine, Fühler und Taster gelbrot. Long. 1 mm.
Der Kopf ein wenig breiter als die Hälfte der größten Breite des Hals-
schildes, äußerst fein und sehr spärlich punktiert und sehr fein behaart.
Die Augen sind deutlich, aus dem Umrisse des Kopfes sehr wenig vor-
stehend.
Die Fühler mäßig schlank mit gut abgesetzter und mäßig abgeplat-
teter, dreigliedriger Keule.
Der Halsschild mäßig stark gewölbt, etwas vor der Mitte am breite-
sten, nach vome sanft und gleichmäßig abgerundet, zur Basis schwach in
einem sehr niedrigen Bogen verengt; der Basalwinkel beträgt etwa 100°.
Vor der Mitte der Basis ist eine sehr flache beulenartige Erhabenheit nach-
weisbar. Die Punktierung des Halsschildes ist sehr fein, nur bei starker
Vergrößerung (60X) erkennbar, die Behaarung ist der Punktierung ent-
sprechend dicht, mäßig lang, sehr dünn, gelblich.
Die Flügeldecken sind mäßig gewölbt, etwa vor der Mitte am brei-
testen, ihre Spitze ist gemeinschaftlich abgerundet. In der Mitte der Basis
befindet sich auf jeder Flügeldecke ein rundes Grübchen, welches etwa
ein Viertel der Flügeldeckenbreite einnimmt. Humeralfältchen fein, aber
deutlich, etwa den siebenten Teil der Flügeldeckenlänge erreichend. Hume-
ralfurche mäßig breit, deutlich, Humeralfältchen der ganzen Länge nach
begleitend. Die Punktierung der Flügeldecken ist sehr fein, aber doch ein
wenig deutlicher als jene des Halsschildes, ziemlich weitläufig, nicht auf-
304 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
fallend dicht. Behaarung der Punktierung entsprechend dicht, ein wenig
länger und dicker als jene des Halsschildes, gelblich. Die Flügeldecken
an der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum der Länge nach sehr flach, kaum bemerkbar einge-
drückt. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr
kurz, kaum angedeutet.
Die Intercoxalplatte einfach, hinten sehr flach ausgerandet.
Die Vorderschienen sind bei der typischen Form ganz einfach, fast
gerade, ohne irgendeine Skulptierung.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 10) ist verhältnismäßig breit. Seine
Parameren sind stark entwickelt und nur um sehr wenig kürzer als die
verlängerte Ventralplatte. Diese ist sanft nach vorne zugespitzt und in der
Mitte der Länge nach durch ein ziemlich breites und abgestumpftes Kiel-
chen durchgesetzt. Orificium mediale ist durch die ganze Breite zwischen
Dorsal und Ventralplatte gebildet. Long. ( 0,25 mm.
Fig. 10. C. slovenicum Mach. — Ukraine: Peremyschl.
Var. kocii Mach. Bei dieser Form sind Vorderschienen innen schwach
ausgebuchtet. Sonst der typischen Form ganz ähnlich.
Ökologie: Unbekannt aber wahrscheinlich wie bei carpathicum Saulcy.
Nach den bisherigen Meldungen nur in dem Gebirge und im Hügellande.
Allgemeine Verbreitung: Tschechoslowakei: Slowakei: fma. typ. Umg. von
KoSice (Machulka), Berg Zihlavnik bei Trencianske Teplice (Koßi).
Var. kocii Mach. Umg. von Kosice (Machulka). Ukraine.
Verbreitung in der Ukraine:
fma. typ. Transcarpathien: Umgebung von Uzhorod (Machulka, Rou-
bal). Hohen Beskiden: Umgebung von Peremyschl (Kotula, Trella).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 305
Die Stücke von Peremyschl wurden von Trella irrtümlicherweise als
carpathicum Saulcy gemeldet. Besuchet hat sie als slovenicum Mach. be-
stimmt. Ich habe zwei Exemplare von Peremyschl (leg. B. Kotula) gesehen,
es sind echte slovenicum Mach. Wahrscheinlich wurde diese Art auch nörd-
lich von Uzhorod von Fleischer-Mazura-Trojan gefunden (Umg. von Zor-
niawa-Stawne) aber als carpathicum Saulcy gemeldet.
Nach Machulka ist C. slovenicum Mach. weiter nach Osten verbreitet
und die Angabe der Originalbeschreibung über das Vorkommen des €. car-
pathicum Saulcy bei Marmarosch$kyj Syhit ist mit großer Wahrscheinlich-
keit auf das C. slovenicum zu beziehen.
Var. kocii Mach. Transkarpathien: Geraltiwci (Depta leg.).
13. Cephennium (s. str.) delicatulum Reitt.
C. delicatulum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXIX. 1879. pp. 337-538.
©. delicatulum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 551.
C. delicatulum Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p 157.
C. carpathicum Saulcy fma. delicatulum Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur.
IT». 17.
C. carpathicum Saulcy subsp. delicatulum Reitt. Horion. Nachtrag 1935.
les,
C. delicatulum Reitt. Machulka. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bra-
tislava. 1924-1931. p. 61. fig. pag. 58.
C. delicatulum Reitt. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949.
pp: 177, 180-181.
Hell braunrötlich, der Halsschild heller gelbrot, der Kopf noch heller
gefärbt. Unterseite hell gelbrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster
und Tarsen heller. Long. ca. 0,8 mm. Die kleinste ukrainische Cephennium-
Art. Alle von mir gesehenen ukrainischen delicatulum Reitt. sind etwas klei-
ner und graziler als ungarische und österreichische und gehören vielleicht
einer besonderen Form an.
Körper ziemlich schlank gebaut.
Der Kopf glänzend glatt, mit sehr kleinen aber deutlichen Augen.
Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Hälfte der Körperlänge
nicht erreichend. Ihr 7. Glied deutlich größer als die einschließenden Glie-
der, 9. und 10. deutlich quer. Endglied so lang als die zwei vorletzten zu-
sammengenommen, sanft zugespitzt.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 20
306 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, länger als breit, nach
vorne ziemlich stark abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt, die
Hinterecken stumpf rechtwinkelig, ohne Grübchen. Punktierung kaum an-
gedeutet.
Die Flügeldecken etwa im ersten Drittel am breitesten, lang oval, zur
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen
schwach aber deutlich, gerade und ziemlich kurz. Humeralfurchen sehr
schwach angedeutet. Punktierung sehr fein aber viel deutlicher als auf dem
Halsschilde, die Behaarung kurz, ziemlich spärlich, anliegend. Die Flügel-
decken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
ö. Metasternum flach, nicht eingedrückt, glänzend, sehr undeutlich
punktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen
kurz, sehr undeutlich und einen ziemlich scharfen Winkel bildend.
Die Intercoxalplatte hinten sehr deutlich und ziemlich tief bogenför-
mig ausgebuchtet.
Die Vorderschienen gegen die Spitze sehr undeutlich verbreitet und
innen im apikalen Drittel sehr flach, kaum bemerkbar ausgebuchtet.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 11) ist sehr schwach chitinisiert, viel
länger als breit, seine Parameren sind lang und schmal, aber erreichen nicht
die Länge des Apparates. Orificium mediale ist vollkommen dorsalwärts
gelegen. Die Ventral- und Dorsalplatte sind bis zur Spitze vollkommen
vereinigt und bilden vorne eine sehr kurze, stumpfe und fast gerade Spitze
(nach Machulka). Nach meinen Beobachtungen an ukrainischen Exempla-
ren ist die Penisspitze fast abgerundet und die von Machulka abgebildete
„kurze, stumpfe und fast gerade Spitze“ ist nur bei gewisser Lage mit
Schwierigkeit zu sehen. Long. 0,23 mm.
Fig. 11. C. delicatulum Reitt. — Ukraine: a. Kyjiw. b. Podolien: Bucyky.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 307
Ökologie: Über die Lebensweise in der Ukraine sind bisher nur lite-
rarische Angaben bekannt. Nach Hochhuth, der die Art für Kyjiw Umge-
bung als „minutissimum Aube“ zitiert, wurde ©. delicatulum Reitt. im
Nachsommer und Herbst unter trockenem Laube zwischen Haselnuß und
Weißdorn gesammelt. Sehr selten. Nach Lomnicki (1870) wurde diese Art
am Rande einer feuchten Wiese unter faulenden Blättern und im Geniste
unter Weiden im Juni und August gesammelt. Nach Rybinski, der die
Art als C. carpathicum Saulcy für Zarwanycia in Podolien zitiert, wurde
C. delicatulum Reitt. „gesiebt“.
C. delicatulum Reitt. ist höchstwahrscheinlich ein Steppentier, der zu
den pontischen Faunelementen gehört. Bisher bekannte Verbreitung in
Österreich, Ungarn, Slowakei und der Ukraine spricht für diese Möglich-
keit. Machulka hat das Tier in der Krass-Steppe bei Cachticky Hrad in der
Slowakei gesammelt. Auch Petrzalka bei Bratislava, wo die Art gefunden
wurde, liegt in der pontischen Zone.
Nach original Beschreibung wurde C. delicatulum in Zentral-Ungarn
aus Buchenlaub gesiebt.
Allgemeine Verbreitung: Österreich: Niederösterreich. Ungarn. Slowakei.
Ukraine.
Verbreitung in der Ukraine:
Podolien: Zarwanycia östlich von Zolotschiw 19. IV. (leg. Rybinski — in
coll. Acad. Sc. Pol. Cracoviense). Vidi (Ö).
Pluhiw östlich von Zolotschiw (leg. Rybinski — in coll. Acad. Sc. Pol.
Cracoviense).
Bucyky ad Hrymaliw (6. VIII. leg. Lomnicki) 1 ö in coll. mea.
Kyjiw (leg. Hochhuth, Sec. Chaudoir, Tscherkunow und Tenenbaum. 1 Ö
in coll. Acad. Sc. Ukrainiense Kyjivense-vidi).
C. delicatulum Reitt. wurde zuerst von M. Lomnicki in Bucyky in
West-Podolien gesammelt und als Cephennium sp. in seiner Arbeit (1870)
gemeldet.
Im Jahre 1872 wurde diese Art als „minutissimum Aube“ von Hoch-
huth für die Umgebung von Kyjiw angegeben. Diese Angabe wurde von
Chaudoir, Tscherkunow und Tenenbaum wiederholt. Die betreffenden
Stücke sind in der Hochhutschen Sammlung nicht zu finden, obwohl das
Original Plättchen noch vorhanden ist. Höchstwahrscheinlich wurde das
Original Exemplar umpräpariert und in die Lebedews Sammlung (coll.
Acad. Sc. Ukr. Kyjivense) übertragen. Ich hatte Gelegenheit gehabt das
Stück (5) aus der Lebedews Sammlung zu untersuchen. Es ist ein delica-
tulum Reitt.
308 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Rybinski hat C. delicatulum Reitt. irrtümlicherweise als carpathicum
Saulcy von Zarwanycia in West-Podolien angegeben. Die entsprechenden
Stücke, die sich in der Sammlung der Polnischen Akademie der Wissen-
schaften in Krakau befinden, wurden im Jahre 1957 von Besuchet revidiert
und als delicatulum Reitt. bestimmt. Ein ö von Zarwanycia habe ich ge-
sehen, es ist ein delicatulum Reitt. Weitere Exemplare dieser Art, von
Rybinski in Pluhiw in West-Podolien gesammelt und als carpathicum
Saulcy bestimmt, aber in seinen Publikationen nicht erwähnt, befinden
sich auch in Krakau und wurden von Besuchet als C. delicatulum Reitt.
erkannt.
14. Cephennium (subg. Neocephennium Apf.) tauricum Winkl.
C. (Phennecium) tauricum Winkl. Col. Rundschau. II. 1913. p. 199.
Gelblichrot, die Fühler, Beine, Taster und Tarsen gelbrot. Long. ca.
l mm. Körper ziemlich flach und auffallend lang und schlank gebaut.
Der Kopf klein, glänzend glatt, augenlos. Unter gewisser Beleuch-
tung sind aber anstelle der Augen sehr kleine, mikroskopische, schwer
sichtbare blasse Punkte bemerkbar.
Die Fühler schlank mit deutlich abgesetzter, dreigliedriger Keule. Das
9. Fühlerglied quadratisch, das 10. Glied schwach quer. Endglied fast so
lang als die zwei vorletzten zusammengenommen, abgerundet zugespitzt.
Halsschild verflacht, so lang als breit und fast so breit wie die Flügel-
decken. Die Seiten nach hinten geradlinig und wenig verengt, vor den
Hinterwinkeln mit einem, sehr flachen, Grübchen. Die Hinterecken fast
rechtwinkelig. Die Oberseite fast glatt, bei mikroskopischer Vergrößerung
erkennbar äußerst fein und zerstreut punktiert. Behaarung spärlich.
Flügeldecken auffallend lang, fast doppelt so lang als der Halsschild
und mindestens doppelt so lang als breit, auf der basalen Hälfte ziemlich
grob, fast raspelartig punktiert, hinten fast glatt. Behaarung gelb, länger
und gröber als am Halsschilde, schräg abstehend. Basalgrübchen ziemlich
tief. Humeralfältchen sehr deutlich und kräftig, bis zum basalen Drittel
der Flügeldecken reichend, etwas bogenförmig nach innen gerichtet. Hume-
ralfurchen knapp den inneren Rand des Humeralfältchen begleitend, aber
in Wirklichkeit sich innen in einen breiten Eindruck erweiternd, der wie
eine flache Furche den äußeren Rand des Basalgrübchens berührt. (Die Art
gehört deswegen in das subgenus Neocephennium Apf.). Die Schultern mit
einem sehr kräftigen, nach außen vorspringendem Zähnchen. Die Flügel-
decken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 309
ö. Metasternum mit einem ziemlich tiefen, langen, dreieckigen Metas-
ternaleindruck. Die am Mesosternum zusamemntreffenden Längsfältchen
ziemlich lang und deutlich.
Die Intercoxalplatte einfach, flach und hinten in einen flachen Bogen
ausgerandet.
Das letzte Sternit mit einem sehr seichten aber deutlichen, rundlichen
Eindruck versehen.
Die Vorderschienen gegen die Spitze sehr schwach erweitert, deren
Außenrand deutlich bogenförmig, innen in ihrem unteren Drittel mit
einem starken, fast winkeligen Ausschnitt versehen.
Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 12) sehr schwach chitinisiert, von der
Seite gesehen sehr flach. Parameren stark entwickelt, Terminalborsten sehr
kurz. Long. ca. 0,3 mm.
©
x
Fig. 12. C. tauricum Winkl. -— Ukraine: Krim: Jaila Gebirge.
Ökologie: Die Art wurde von Moczarski und Winkler im Mai 1911
am Südabhang der Jaila-Gebirge aus Laublagen und Baumwurzelmoos
gesiebt.
Verbreitung: Ukraine: Krim-Halbinsel: Jaila-Gebirge.
15. Cephennodes turgidum Reitt.
C. turgidum Reitt. D. ent. Zeitschrift. XXI. 1877. p. 292.
C. turgidum Reitt. Verh. Nat. Ver. Brünn. XVI. 1877. p. 139. T. II. Fig. 20.
C. turgidum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 551.
C. turgidum Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 157.
310 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Chelonoides turgidum Reitt. Croissandeau. Ann. Soc. Ent. Fr. LXII. 1893.
p. 434 pl. 14. f. 59.
C. subg. Chelonoides turgidum Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 13.
C. subg. Chelonoides turgidum Reitt. Scholz. Ent. Bl. XVIII. 1922. p. 139.
Cephennodes Reitt. (Chelonoides Croiss.) Machulka. Cas. XXX. 1933.
p. 124.
C. subg. Chelonoides Croiss. turgidum Reitt. Horion. Nachtrag. 1935. p. 183.
Cephennodes turgidum Reitt. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer.
II. 1949. pp. 181-182.
Hell rotbraun oder rostrot, die Fühler, Taster und Beine heller. Long.
1,2-1,3 mm. Kurz und gedrungen gebaut und durch seine Form ganz isoliert
stehend. Nahezu glatt, fast unpunktiert, mit feiner, aber ziemlich langer
Behaarung bekleidet.
Der Kopf mit verhältnismäßig großen Augen.
Die Fühler mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Das dritte bis
sechste Fühlerglied kaum länger als breit, das 7. etwas länger als das 6.
und 8., das 8. klein, schwach quer, die zwei ersten Glieder der Keule so
lang als breit, das Endglied eiförmig, zugespitzt.
Der Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, in der Mitte etwa
eineinhalb so breit als lang, von der Mitte nach vorne gerundet, nach hinten
schwach und geradlinig verengt, stark gewölbt, innerhalb der Hinter-
ecken mit einem Grübchen. Die Hinterecken scharf zugespitzt.
Die Flügeldecken bauchig oval, an der Spitze abgerundet, stark ge-
wölbt, an der Basis mit einem großen und tiefen Basalgrübchen, das der
Naht etwas mehr genähert ist als der Schulterbeule. Dieses Grübchen ist
nach hinten in eine sehr kurze Furche verlängert. Die Flügeldecken an der
Basis außer der üblichen Humeralfältchen und Humeralfurchen, die sehr
reduziert, d. h. sehr kurz und undeutlich sind, noch mit einer akzesso-
rischen Längsfurche. Die akzessorische Längsfurche ist scharf eingeschnit-
ten, ziemlich lang, gerade und etwas schräg nach außen gerichtet und an
der Basis stärker vertieft und fast zu einem kleinen Grübchen erweitert.
Das Humeralfältchen ist an der Basis mit einem kleinen, nach außen gerich-
teten Zähnchen versehen. Die Flügeldecken nicht verwachsen. Geflügelt.
Die Vorderhüften sind durch einen genug breiten, dreieckigen und sehr
deutlichen Fortsatz des Prosternum getrennt.
ö. Metasternum ziemlich stark gewölbt, ohne Spur von einem Ein-
druck. Die Seitenstücke des Metasternums ziemlich lang, gelblich behaart.
Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang
und deutlich.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 st
Die Intercoxalplatte einfach, fast lach, am Hinterrande bogenförmig
ausgerundet.
Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert und dann unge-
fähr von der Hälfte der Länge bis zur Spitze innen bogenförmig eingeengt.
Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 13) schwach chitinisiert. Long. 0,4 mm.
Fig. 13. C. turgidum Reitt. — Österreich: Donau-Auen.
Ökologie: Nach literarischen Angaben wurde C. turgidum in Grusien
„gesiebt“, in Dalmatien unter Steinen gefunden, in Österreich in Donau-
Auen im Anspülicht und in Bayern im Isargenist gefunden.
Verbreitung: Grusien (loco typ.): Letschgumien bei dem Orte Laylaschy
am Tskeni-Tskali von Leder im Mai in mehreren Exemplaren gesiebt.
Später auch in Dalmatien, Bosnien, Kroatien, Krain und Banat gefun-
den. In Deutschland bei München und in Österreich bei Wien.
Aus der Ukraine bisher unbekannt aber das Auffinden dieser Art in
dem ukrainischen Anteil des West-Kaukasus ist nicht ganz ausgeschlossen.
16. Nanophthalmus robustus Roub.
N. robustus Roub. Ent. Mitteil. II. 1913. pp. 21-22.
Mehr oder weniger kastanienbraun. Die Fühler und Beine hell gelb-
braun. Stark glänzend, sehr undeutlich punktiert, ziemlich lang und ziem-
lich sparsam behaart.
Körper auffallend groß und robust gebaut. Long. 1,4 mm.
Der Kopf sehr glänzend, augenlos. Anstelle der Augen nur eine Kante,
wie bei anderen Nanophthalmus-Arten, vorhanden. Der Kopf von dem
Vorderrande zum Scheitel etwas länger als bei N. armeniacus Reitt.
312 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Die Fühler lang, ziemlich stark verdickt, mit scharf abgesetzter, zwei-
gliedriger Keule. Die zwei ersten Glieder (besonders 2.) etwas länger und
dicker als die nächsten, Glied 3.-5. gleich, länger als breit, 6. Glied länger
als breit aber kleiner als die vorhergehenden, 7.-9. bei gewisser seit-
licher Ansicht perlschnurförmig (in Wirklichkeit etwas länger als breit), das
10. Glied so lang als breit und ebenso breit wie das Endglied. Das End-
glied fast zweimal so lang als das vorletzte, deutlich zugespitzt.
Der Halsschild sehr gewölbt, die Wölbung in der Vordermittte nach
vorne vortretend, an den Seiten ist der Halsschild stark gerundet verbrei-
tet und etwa in der Mitte am breitesten, nach vorne viel mehr als nach
hinten gerundet verengt. Die Hinterecken gerundet. Basis gerade abgestutzt,
Hinterecken ohne Grübchen.
Die Flügeldecken sehr gewölbt, verhältnismäßig kurz, nach vorne sehr
stark verengt, in der Mitte stark eiförmig erweitert, nach hinten etwas mehr
verengt als bei den verwandten Arten. Basalgrübchen ziemlich groß. Schul-
tern ohne angedeuteten Humeralstreifen und Humeralfurche aber nahe dem
Außenrande mit einer dreieckigen Erhabenheit.
ö. Metasternum mit einer sehr deutlichen, weiten Vertiefung. Die am
Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang und
deutlich, einen weiten Winkel einschließend.
Die Intercoxalplatte einfach, flach, am Hinterrande fast gerade.
Die Vorderschienen sehr stark gebogen, zum Ende schwach verbreitet,
an der Spitze mit einem kleinen, scharfen Ausschnitt.
Die Mittelschienen innen gerade, am Außenrande zur Spitze verbreitet.
Der ö-Kopulationsapparat bis jetzt unbekannt. Ich hatte die Gelegen-
heit gehabt, ein 5 aus der coll. Frey zu untersuchen. Um das Objekt nicht
zu beschädigen, wagte ich nicht den Penis zu präparieren.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß N. robustus Roub. nur eine Rasse des
N. armeniacus Reitt. darstellt.
Verbreitung: Ukraine: West-Kaukasus: Umg. von Krasna Poljana, wo die
Art in drei Exemplaren im Juli 1910 von Roubal erbeutet wurde.
Davon ein 5 in coll. Frey.
17. Nanophthalmus armeniacus Reitt.
N. armeniacums Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXIV. 1884..p. 84.
N. armeniacums Reitt. W. E. Z. VII. 1888. pp. 318-319.
N. armeniacums Reitt. Roubal. Cas. VII. 1910. pp. 139 et 144.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 313
Dunkler oder heller gelbrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster
und Tarsen heller. Glänzend, Punktierung der Oberseite, speziell des Hals-
schildes kaum wahrnehmbar, sehr fein und kurz behaart. Long. ca. 1 mm.
Der Kopf glänzend, augenlos. Anstelle der Augen nur eine Kante, wie
bei anderen Nanophthalmus-Arten, vorhanden.
Die Fühler lang, ziemlich dünn, mit scharf abgesetzter, zweigliedriger
Keule. Die zwei ersten Glieder etwas länger und dicker als die nächsten,
Glied 3.-5. länger als breit, 6. etwas kürzer als die vorhergehende, 7.-9. bei
gewisser seitlicher Ansicht perlschnurförmig, in Wirklichkeit aber etwas
länger als breit, das 10. Glied so lang als breit (nach Reitter fast quadra-
tisch), und ebenso breit wie das Endglied, zur Basis schwach verengt. Das
Endglied zweimal so lang als das vorletzte, deutlich zugespitzt.
Der Halsschild stark gewölbt, nahe der Mitte am breitesten, nach vorne
viel stärker als nach hinten gerundet verengt. Die Hinterecken sehr stumpf
rechtwinkelig. Basis nicht ganz gerade, die Mitte derselben schwach nach
hinten vorgezogen. Die Hinterecken ohne Grübchen.
os
Fig. 14. N. armeniacus Reitt. — Ukraine: West-Kaukasus: Circassien.
Die Flügeldecken stark gewölbt, verhältnismäßig lang, nach vorne
ziemlich stark verengt, im vorderen Drittel erweitert und hier am breitesten,
nach hinten ziemlich stark verengt. Basalgrübchen flach, ziemlich klein und
nicht sehr auffallend. Schultern ohne angedeutete Humeralstreifen und
Humeralfurche aber nahe dem Außenrande mit einer kleinen, dreieckigen
Erhabenheit.
ö. Metasternum mit einer sehr deutlichen und ziemlich tiefen, herz-
förmigen Vertiefung, unpunktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentref-
fenden Längsfältchen ziemlich lang und deutlich, einen weiten Winkel ein-
schließend.
314 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
Die Intercotalplatte einfach, flach, am Hinterrande gerade abgeschnitten.
Die Vorderschienen sehr stark nach vorne gebogen, zum Ende schwach
erweitert, innen im vorderen Drittel stark ausgebuchtet und am Ende mit
einem kleinen Häckchen versehen.
Die Mittelschienen etwas zur Spitze verbreitet.
Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 14) stark chitinisiert. Long. ca. 0,430
mm.
Ökologie: Nach Reitter wurde diese Art in den höheren Gebirgen ge-
sammelt. Nach Roubal ist N. armeniacus Reitt. eine typische Art für Kasta-
nien und gemischte Kastanien-Wälder, die nur in niederen Lagen unter
Moos und faulenden Blättern in der Nähe von Buchen und Kastanien-
Stümpfen zu finden ist.
Allgemeine Verbreitung: Grusien: Von Leder im Meskisches Gebirge (Su-
rampaß) und in Helenendorf bei Elisabethpol gesammelt. Ukraine.
Verbreitung in der Ukraine: West-Kaukasus: Circassien. In den höheren
Gebirgen zwischen Tuapse und Sotschi (Fischt-Gruppe) vom April bis
August 1887 von Leder gesammelt. Von Raubal in 4 Exemplaren in
der Umgebung von Krasna Poljana in 1910 gefunden. Kubanj-Gebiet
(1 Ex. von Leder gesammelt in coll. Frey).
18. Nanophthalmus megaloderoides Motsch.
? megaloderoides Motsch. Bull, Soc. Nat. Moscou. XXIV. 1851 (die Original-
beschreibung ist mir unbekannt geblieben).
Cephennium ditomum Saulcy. Verh. Nat. Ver. Brünn. XVI. 1877. p. 139
bis 140. T. II. fig. 21.
N. megaloderoides Motsch. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 559.
N. megaloderoides Motsch. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXIV. 1884. p. 84.
Dunkler oder heller gelblichrot, die Fühler und Beine gelbrot, die
Taster und Tarsen heller. Schwach glänzend, schwer erkennbar punktiert,
sehr fein und kurz behaart. Long. 0,75 mm.
Der Kopf glänzend, augenlos, sonst wie alle Nanophthalmus-Arten
skulptiert.
Die Fühler kurz, die Halsschildbasis wenig überragend, mit scharf ab-
gesetzter, zweigliedriger Keule. Zwei erste Glieder etwas größer, 3.-9. fast
gleich groß und perlschnurförmig. Das 10. Glied breiter als lang. Das letzte
Glied etwas breiter als 10., aber nicht !/zmal so lang als 10., obwohl es viel
länger als 10. erscheint.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 315
Der Halsschild sehr gewölbt, im vorderen Drittel am breitesten, länger
als breit erscheinend, nach vorne abgerundet verengt, nach hinten auch
gerundet verengt. Die Hinterecken stumpf rechtwinkelig, ohne Grübchen.
Die Flügeldecken sehr gewölbt, ziemlich lang oval, nach vorne ziemlich
stark verengt, fast in der Mitte der Länge am breitesten. Basalgrübchen
klein. Schultern nach Reitter ohne Humeralfältchen und Humeralfurche.
Nach meinen Beobachtungen ist aber eine äußerst zarte, kaum wahrnehm-
bare Erhabenheit, die nicht gerade gegenüber den Hinterecken entspringt,
vorhanden.
ö. Metasternum nach Reitter eingedrückt, in Wirklichkeit aber ganz
flach, ohne Vertiefung, eine sehr deutliche herzförmige Platte bildend. Die
am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum
angedeutet und einen sehr weiten Winkel bildend.
Die Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrand gerade abgeschnitten.
Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert und schwach
aber doch deutlich gebogen, an der Spitze mit einer kleinen aber scharfen
Ausbuchtung versehen.
Die Mittelschienen schwach zur Spitze erweitert und schwach gebogen.
Der ö5-Kopulationsapparat (Fig. 15) stark chitinisiert, gedrungen und
kurz gebaut. Long. ca. 0,375 mm.
Fig. 15. N. megaloderoides Motsch. - Ukraine: Krim: Jaila Gebirge.
Ökologie: Wahrscheinlich wie C. tauricum Winkl. am Südabhang aus
Laublagen und Baumwurzelmoos gesiebt.
Verbreitung: Ukraine: Krim-Jaila-Gebirge, von Moczarski und Winkler im
Mai 1911 gesammelt.
316 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae)
?P Grusien: Meskisches Gebirge (Surampaß). Von Saulcy als C. ditomum
beschrieben und von Reitter als identisch mit megaloderoides Motsch.
erkannt. Ob die grusinischen Exemplare wirklich zu derselben Art gehören,
vermag ich ohne entsprechendes Material nicht zu beurteilen. Wahrschein-
lich ist ditomum Saulcy eine besondere Art.
(Die von mir studierten ukrainischen Exemplare stimmen nicht ganz
genau mit der Reitterschen Beschreibung und Saulcys Beschreibung ist zu
kurz und nichtssagend.)
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DD
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 317
14.
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ir
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Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 32)
Neue Cerambyciden aus der ehemaligen Sammlung
Dr. Itzinger, 2. Teil (Col.)
Von E. Fuchs, Wien
Cerambycinae
Tryphocaria freyi n. sp.
@ Kopf, Halsschild, Flügeldecken, Fühler und Beine rotbraun, Unter-
seite hellbraun; auf jeder Flügeldecke zwei elfenbeinfarbige Flecken, der
erste Fleck in der Mitte der Länge, nahe dem Seitenrand, oval, etwas schräg
gestelit (das vordere Ende näher der Naht als das hintere Ende), der zweite
am Apex, größer als der erste, länglicher, nach vorn zugespitzt, schräg (das
hintere Ende näher der Naht als das vordere Ende).
Kopf und Halsschild schütter mit anliegenden, gelblichen Haaren be-
deckt, Schildchen dicht gelb pubeszent, Unterseite, vor allem Mittel- und
Hinterbrust dicht anliegend hellgelb behaart; Flügeldecken mit sehr spär-
lichen, schräg abstehenden hellen Haaren besetzt; an den Enden der ersten
Fühlerglieder wenige Härchen; Schenkel und Schienen spärlich pubeszent.
Kopf schmäler als der Prothorax, hinter den Augen eingeschnürt; Stirn
mit einer Quervertiefung, fein punktiert, mit einer Mittellängsfurche zwi-
schen den Insertionshöckern der Fühler; Augen grob fazettiert, tief ausge-
randet; Wangen äußerst kurz; Kehle quergerieft; Mandibeln stark ge-
krümmt; Insertionshöcker der Fühler fach; Fühler mit der Mitte des neunten
Gliedes die Flügeldecken überragend; das dritte Glied ist ungefähr gleich
lang wie das erste, das vierte bis sechste Glied nehmen an Länge etwas ab,
das sechste bis zehnte Glied sind gleich lang, das elfte länger als das zehnte;
die Glieder sind vom dritten an Nach zusammengedrückt, das erste gegen
das Ende etwas verdickt, dicht und fein punktiert, das dritte bis sechste am
Ende außen und innen mit einem Zahn, das siebente bis zehnte innen am
Ende eckig erweitert.
Prothorax etwas breiter als lang, viel schmäler als die Flügeldecken,
vorne und hinten etwas eingeschnürt, in der Mitte der Seiten je ein kurzer,
etwas stumpfer Dorn; Scheibe mit fünf Erhabenheiten, die mittlere länglich
und glatt, dazwischen unregelmäßig gerunzelt-punktiert, vor der Basis und
hinter dem Vorderrand mit einer Querfurche. Schildchen gerundet-dreieckig.
Flügeldecken mehr als fünf mal so lang wie der Prothorax, die Seiten
fast parallel, vor dem Ende verengt, die Enden abgestutzt, Randwinkel
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 al
322 E. Fuchs: Neue Cerambyciden
und Nahtwinkel mit je einem Dorn, die Dornen stehen weit auseinander;
Scheibe der Decken in der vorderen Hälfte sehr grob und dicht punktiert,
die Punkte werden von der Mitte ab flacher und kleiner und verschwinden
vor dem Apex fast völlig.
Vorderbrustfortsatz nach hinten gerundet-abfallend; Mittelbrustfort-
satz etwas breiter, nach hinten etwas verschmälert, vorn geneigt, hinten
tief ausgeschnitten; Abdomen mikropunktuliert, das fünfte Segment hinten
gerade abgeschnitten; Schenkel und Schienen mikropunktuliert; das erste
Glied der Hintertarsen gleich lang wie das zweite und dritte zusammen-
genommen.
Die Farbe der Paratype ist etwas dunkler rotbraun, der vordere elfen-
beinfarbige Fleck auf den Flügeldecken ist größer (fast so groß wie der
hintere Fleck), mehr schräg gestellt und unregelmäßig geformt.
Länge: 26-33 mm.
Holotypus 2: Arfak Gebirge, Niederl. Neu Guinea (Museum Frey);
Paratypus $: Mt. Goliath, Zentral Niederl. Neu Guinea.
Verwandt mit T. montana Gress. Unterscheidet sich von dieser Art
durch die kürzeren Flügeldecken, die anders ausgebildeten Enden, sowie
die Punktierung derselben und durch die Zeichnung.
Lamiinae
Acanthoderes (Psapharochrus) flavitarsis n. sp.
(A. bahiae Itz. in lit.) Schwarz, schwarz und hellbraun fleckig pubeszent;
Stirn dicht hellbraun behaart; Augen schmal hellbraun umgrenzt, am
Scheitel zwei schwarze Fleckchen nebeneinander; das erste Fühlerglied in
der Mitte, sowie das dritte Glied an der äußersten Basis und in der Mitte
undeutlich hell geringelt, das vierte bis elfte Glied auf der Basalhälfte hell
und auf der Endhälfte schwarz behaart; Halsschild schwarz und hellbraun
gefleckt, das hellbraune Toment dominiert an den Seiten und auf den ver-
tieften Stellen; Schildchen schwarz, seine Basis undeutlich gelb; auf jeder
Flügeldecke drei schwarze gegen die Naht fallende, stark gewellte Binden,
die die Naht fast erreichen und hellgelb gerändert sind, die erste beginnt
hinter der Schulterbeule und endet im ersten Drittel der Länge, die zweite
beginnt in der Nähe der Mitte des Seitenrandes und endet am Beginn des
Apikaldrittels, die dritte vor dem Ende mehr transversal. Die übrige Ober-
fläche der Decken ist dunkel und mit grauem Toment mehr oder weniger
bedeckt; zwischen der ersten und zweiten dunklen Binde befindet sich am
Seitenrand eine hellgelbe, gezackte, kurze Querbinde; die gesamte Unter-
seite schwarz; Schenkel schwarz; Schienen mit gelbem Ring in der Mitte;
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 323
Enden der Hinterschienen gelb; Mittel- und Hintertarsen und das dritte
und vierte Glied der Vordertarsen leuchtend goldgelb behaart.
Stirn quadratisch, mit schwacher Mittellängsfurche; Kopf zwischen den
Fühlerhöckern flach, die unbehaarten Teile des Scheitels fein und dicht
punktiert; Augen ziemlich fein fazettiert, sehr stark ausgerandet, die unte-
ren Lappen kürzer als die Wangen, die oberen Lappen klein; die Fühler
reichen bis zum Ende der Flügeldecken, das erste Glied gegen das Ende
verdickt, das dritte etwas länger als das erste oder das vierte, das vierte
bis elfte an Länge stark abnehmend, das erste bis vierte auf der Unterseite,
die folgenden Glieder am Ende kurz bewimpert.
Der Prothorax hat auf jeder Seite, etwas hinter der Mitte, einen koni-
schen Seitenhöcker, in der Mitte der Scheibe ein schwach ausgebildeter
Längskiel, jederseits davon ein flacher Buckel; am Vorder- und Hinterrand,
in der Nähe der Seitenhöcker und auf den vertieften Teilen der Scheibe
einige größere Punkte. Schildchen klein, viereckig, mit abgerundeten Seiten,
etwas erhaben.
Flügeldecken kurz, Enden schräg abgestutzt, Nahtwinkel abgerundet,
Randwinkel in eine kurze Spitze ausgezogen; Schulterhöcker stark ausge-
bildet, auf der Mitte der Basis je ein länglicher Höcker, der nach hinten in
einen Kiel verlängert ist und nach der Mitte verschwindet; am Beginn der
Höcker und auf den Schultern einige Körner, auf den Längskielen wenige
größere Punkte.
Vorderbrustfortsatz hinten senkrecht abfallend mit zwei kleinen Hök-
kern, Mittelbrustfortsatz breiter, nach vorn geneigt; das zweite bis vierte
Abdominalsegment kurz; Schenkel stark gekeult; Vorderschienen gegen das
Ende verbreitert; Mittelschienen gefurcht; Klauen gespreizt; Vordertarsen
beim ö verbreitert.
Länge: 10 mm.
Typus ö und Paratypus $: Una Bahia; im Museum Frey.
Acanthoderes (Psapharochrus) virescens n. sp.
(A. lichenea Itz. in lit.) Schwarz; die Oberseite grünlich anliegend be-
haart; nachstehende Teile sind unbehaart oder spärlich behaart und erschei-
nen dadurch dunkel: Scheitel, die Seiten des Prothorax, auf den Flügel-
decken ein gemeinsamer Fleck zwischen den Längskielen, dessen Begren-
zung am Schildchen beginnt und schräg nach rückwärts zu den Längskielen
verläuft, diese im ersten Viertel der Länge erreicht, von hier wieder zurück
zur Naht geht und diese in der Mitte erreicht; ferner auf jeder Decke eine
breite, gewellte Querbinde nach der Mitte, die am Seitenrand am breitesten
ist und schräg nach hinten zur Naht geht. außerdem ein Apikalfleck; das
324 E. Fuchs: Neue Cerambyciden
erste bis dritte Fühlerglied, sowie die Enden der übrigen Glieder sind
dunkel; die Unterseite des Körpers und die Schenkel sind spärlich gelb-
grün behaart, die Schienen sind in der Mitte hell geringelt; die Tarsen dicht
gelbgrün behaart.
Stirn ungefähr quadratisch, spärlich grob punktiert; Scheitel mit Mittel-
längsfurche, dicht und fein punktiert; Augen ziemlich grob fazettiert, sehr
stark ausgerandet, die unteren Lappen weniger als halb so lang wie die
Wangen; die Fühler erreichen das letzte Drittel der Flügeldecken; das erste
Glied gegen das Ende verdickt, fein und dicht punktiert; das dritte länger
als das erste oder vierte, das fünfte bis elfte sehr kurz, das erste bis dritte
unten spärlich bewimpert.
Der Prothorax hat jederseits einen stumpfen Seitenhöcker, auf der
Scheibe drei weitere Höcker, der mittlere kleiner, weiter hinten, die beiden
anderen größer, etwas seitlich gerichtet; am Vorder- und Hinterrand, um
die Seitenhöcker und zwischen den Scheibenhöckern einzelne grobe Punkte;
Schildchen klein, viereckig.
Flügeldecken kurz, nach hinten verengt, Enden senkrecht zur Naht
abgestutzt, Naht- und Randwinkel stumpf; zwischen Schildchen und Schul-
ter beginnt je eine Längsrippe, die etwas geschwungen nach rückwärts ver-
läuft und vor dem Ende verschwindet; etwas weiter gegen den Seitenrand
in der rückwärtigen Hälfte der Decken eine weitere schwache Längsrippe
und noch weiter außen vor dem Ende eine dritte kurze, schwache Rippe;
der vordere Teil der Decken, besonders auf den Schultern und auf den
Hauptlängsrippen verstreut grobgekörnt, längs der Naht je eine Reihe
kleiner, kurzer, schwarzer Haarbüschel.
Vorderbrustfortsatz nach rückwärts senkrecht abfallend, mit zwei star-
ken Höckern, Mittelbrustfortsatz nach vorn schräg geneigt; Schenkel stark
gekeult, Vorderschienen gegen das Ende stark verbreitert; Mittelschienen
gefurcht; Klauen gespreizt; Vordertarsen beim Öö verbreitert.
Länge: 11-12 mm.
Typus ö und Paratypus ® aus Peru; im Museum Frey.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 325
Neue Malachiidae aus Australien aus dem
Museum G. Frey (Col.)
Von W. Wittmer, Herrliberg-Zürich
Dicranolaius magnificus n. sp. ö Kopf gelb, Stirnbasis bis zur Hälfte
der Augen schwarz mit grünlichem Schimmer; Halsschild gelb bis gelb-
orange, Schildchen schwarz, Flügeldecken orangerot mit einem blauen,
metallischen Querbande an der Basis, welches sich an der Naht ein wenig
nach hinten verlängert und einem weiteren, jedoch ondulierten Querbande
kurz vor der Spitze, die Seiten berührend und dort nach hinten verlängert,
die rotorange Färbung ist neben den blauen Bändern mehr oder weniger
aufgehellt, blaßrosa oder gelblich. Drei erste Fühlerglieder gelb, das 3.,
vergrößerte, mit einem kleinen schwarzen Flecken an der Spitze außen,
4. etwas aufgehellt. Beine schwarz, Vorderschenkel und manchmal auch die
Mittelschenkel gelblich aufgehellt.
Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, Stirne vom Oberrand
der Augen bis zwischen die Fühlerwurzeln, eine flache, kaum eingedrückte
Fläche, in der Mitte zwischen den Augen etwas stärker vertieft und mit
einem kleinen, punktförmigen Eindrucke versehen, Oberfläche gewirkt,
schwach matt. Fühler (Abb. 1) die Schulterbeulen etwas überragend, 1. kür-
zer als das 3., zur Spitze allmählich, stark verdickt, 2. fast ganz versteckt,
1
Abb. 1: Erste Fühlerglieder von Dicranolaius magniftcus n. sp. &
3. stark verbreitert, auf der Oberfläche mit einem breiten, tiefen Eindrucke
in der basalen Hälfte gelegen, nach außen, am Rande, durch eine sehr
dünne Wand abgegrenzt, gegen die Spitze nach außen, vor der kleinen,
dunkeln Makel gelegen, ein kleiner, wenig tiefer, etwas ovaler Eindruck,
viel weniger tief als der große basale Eindruck, folgende Glieder ziemlich
breit, je nach der Ansicht, breiter als lang, 4. etwas länger als breit, die
folgenden allmählich schmäler, jedoch alle gegen die Spitze ziemlich
326 W. Wittmer: Neue Malachiidae aus Australien (Col.)
stark verbreitert. Halsschild breiter als lang, in der vorderen Hälfte am
breitesten, nach beiden Seiten stark verengt, gegen die Basis fast einge-
schnürt-verengt, Seiten an der breitesten Stelle leicht abgeflacht, Oberfläche
glatt, glänzend. Flügeldecken mit ziemlich tiefer Punktierung, welche be-
sonders auf den blaßrosa oder gelblichen Stellen besonders deutlich ist,
Punkte auf den blauen oder violetten Stellen oft ineinanderfließend, da-
zwischen teils runzlich skulptiert. Behaarung des ganzen Körpers ziemlich
lang, gelblich, abstehend, zerstreut.
Länge: 3,8 mm.
Fundort: Australien, North. Terr., Katherine, 12. 1957. Holo- und
Allotypus im Museum G. Frey, Paratypus in meiner Sammlung.
Dicranolaius demarzi n.sp. 5 Kopf einfarbig schwarz, Clypeus gelb,
Fühler schwarz, die drei ersten Glieder, einschließlich des versteckten 2.,
rotorange, Basis des 4. aufgehellt, Halsschild rotorange, Schildchen schwarz,
Flügeldecken rotorange, Basis mit einer blauen Quermakel, das Schildchen
vollständig einschließend, die Seiten berührend, hinten, vor der Spitze, jeder-
seits eine fast runde, blaue Makel, die Naht freilassend, die Seiten berüh-
rend. Vorderbeine rotorange, Tarsen aller Beine schwarz mit Ausnahme des
l. Gliedes, Mittel- und Hinterschenkel schwarz.
Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, Stirne mit einer feinen
Mittellinie, welche sich vom Halsschildvorderrand bis in die Mitte zwischen
den Augen erstreckt und hier in einer leicht vertieften, punktartigen Grube
endet, Oberfläche grob punktiert, durch die greisen, kurzen Haare leicht
verdeckt. Fühler (Abb. 2) die Schulterbeulen erreichend, 1. Glied gegen
Abb. 2: Erste Fühlerglieder von D. demarzi n.sp. &
die Spitze keulenartig verdickt, an der dicksten Stelle fast so breit wie lang,
2. Glied versteckt, 3. länger als breit, auf der Oberseite tief ausgehöhlt,
Aushöhlung in drei Kammern aufgeteilt, Scheidungswand der beiden basalen
Kammern wenig hoch, Wand gegen die an der Spitze gelegene Kammer
hoch, mit scharfem Kamm, ungefähr in der Mitte tief eingeschnitten, 4.
breiter als lang, stumpf gesägt, folgende von abnehmender Breite. Hals-
schild breiter als lang, alle Ecken verrundet, basale stärker als die vorderen,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 321
Oberfläche glatt mit zerstreuten Haarpunkten. Flügeldecken auf der basalen
Hälfte deutlich, ziemlich grob punktiert, nach hinten von abnehmender
Stärke.
Länge: 3,5 mm.
Fundort: Australien, North. Terr., Beswick, 1. 1958, leg. H. Demarz.
Holotypus im Museum G. Frey.
Dicranolaius mainoroensis n.sp. ö Eine mit D. demarzi m. äußerst
nahe verwandte Art, genau wie diese gefärbt, sie unterscheidet sich leicht
durch den an der Basis weniger stark punktierten Kopf und die verschieden
geformten Fühlerglieder 1 und 3.
Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, in der Mitte zwischen
den Augen ein länglicher Eindruck, Punktierung vor dem Halsschildvorder-
rande fast vollständig erloschen, Punktierung in der vorderen Hälfte deut-
licher. Fühler (Abb. 3) die Schulterbeulen erreichend, 1. Glied gegen die
5
Abb. 3: Erste Fühlerglieder von D. mainoroensis n. sp. &
Spitze stark verdickt, deutlich länger als an der Spitze breit, 2. versteckt,
3. etwas breiter als lang, Oberfläche mit einem tiefen, langen Quereindruck
versehen und zwei kleineren länglichen, weniger tiefen Eindrücken, einen
in der Nähe des Innenrandes, der andere gegen den Außenrand, beide
gegen die Spitze gelegen, 4. Glied stumpf gesägt, folgende von abnehmen-
der Breite.
Q Wie das & gefärbt, 1. Fühlerglied etwas länger als das 3., beide
ungefähr gleich breit.
Länge: 4 mm.
Fundort: Australien, North. Terr., Mainoro, 1. 1958, leg. H. Demarz.
Holo-, Allo- und Paratypus im Museum G. Frey, 2 Paratypen in meiner
Sammlung.
Dicranolaius beswickensis n. sp. ö Gelborange Augen und ein kleiner,
schlecht begrenzter Flecken neben jedem Auge, Schildchen, Hinterschenkel,
Fühler vom 4. Gliede an, schwarz oder angedunkelt, 3. Fühlerglied mit
einer dunkeln Stelle auf der Oberseite, Hintertartarsen schwarz angedun-
328 W. Wittmer: Neue Malachiidae aus Australien (Col.)
kelt, Flügeldecken mit einem violettblauen Querband an der Basis, leicht
onduliert, Spitzen der Decken ebenfalls violettblau, an den Seiten und an
der Naht zieht sich die gelbe Färbung etwas nach hinten.
Kopf mit den Augen kaum merklich schmäler als der Halsschild, vor-
derer Teil der Stirne fast ganz flach, gegen die Wangen schwach, kaum
merklich abgesetzt, Oberfläche fast ganz glatt, mit einzelnen, aufstehenden,
schwarzen, borstenartigen Haaren besetzt. Fühler (Abb. 4) die Schulter-
Abb. 4: Erste Fühlerglieder von D. beswickensis n. sp. &
beulen knapp erreichend, 1. Glied langgezogen, etwas kürzer als das 3.,
gegen die Spitze allmählich, leicht verdickt, 2. versteckt, 3. länglichoval,
ziemlich flach, mit 3 Eindrücken versehen, einem basalen, am Innenrande
gelegenen, welcher in zwei Teile geteilt ist, der basale tiefer und zwei
flachen, fast runden Eindrücken, jederseits neben der Wurzel des 4. Gliedes
gelegen, 4. und 5. breiter als lang, 6. bis 10. fast so lang wie breit, wobei
das 10. vielleicht noch etwas länger ist als das 9., 11. fast so lang wie das
9. und 10. zusammen. Halsschild breiter als lang, Seiten gegen die Basis
stark, fast konisch verengt, Vorderecken verrundet, Scheibe nach vorne
stark aufgewölbt, Basis etwas abgesetzt, Oberfläche fast glatt, Behaarung
zerstreut, lang abstehend, falb. Flügeldecken nach hinten wenig verbreitert,
fast parallel, Punktierung grob, Punkte teilweise zusammenfließend, Be-
haarung zerstreut, lang abstehend, falb.
Q Fühler einfach, Kopf manchmal einfarbig rot, Hinterschienen manch-
mal angedunkelt.
Länge: ö 83,2 mm, $ 3,2-3,8 mm.
Fundort: Australien, North Terr., Beswick, 1. 1958, leg. H. Demarz.
Holo-, Allo- und Paratypen im Museum G. Frey, Paratypen auch in meiner
Sammlung.
Die Art ist charakterisiert durch die fast ganz einfarbig rote Färbung
des Kopfes, den aufgewölbten Halsschild, das Hache 3. Fühlerglied und die
dunkeln Spitzen der Flügeldecken. Durch diese Merkmale mit keiner der
bisher beschriebenen Arten zu vergleichen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 329
Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Coleoptera)
(9. Beitrag zur Kenntnis der afrikanischen Staphyliniden)
Von Otto Scheerpeltz
(Mit 2 Textabbildungen)
Herr Dr. E. HAAF vom Museum FREY in Tutzing bei München hat
mir einige Staphyliniden zum Studium übergeben, die von Herrn Dr. F.
ZUMPT am 13. VIII. 1961 in einem Nest des südafrikanischen Geiers
Gyps coprotheres (J. R. FORSTER) in der Umgebung vonRustenburg
(etwa 100 km NW von Johannesburg) in Transvaal aufgefunden worden
waren. Obwohl es sich im ganzen nur um elf Exemplare in drei Arten
handelte, fanden sich unter den drei Arten zwei bis heute noch unbekannt
gewesene Arten. Es ist meines Wissens das erste Mal, daß in Südafrika
versucht worden ist, in dem eigenartigen Biotop eines Geiernestes die
Zoocönosen zu erfassen und Herrn Dr. F. ZUMPT gebührt besonderer
Dank dafür, daß er diese Untersuchungen überhaupt in Angriff genommen
hat.
Bei den mir vorliegenden Staphyliniden handelt es sich um folgende
Arten:
Philonthus sordidioides nov. spec. - 4 66,32%
Staphylinus hottentotus NORDM. - 1 d,2 2? — Eine über Südafrika weit
verbreitete und ziemlich häufige Art, die bisher meist nur an Aas ge-
funden worden ist und deren Vorkommen in einem Geiernest daher
verständlich erscheint.
Atheta (Acrotona C. G. THOMS.) gyparionicola nov. spec. — 1 ö
Beschreibungen der neuen Arten
Philonthus sordidioides nov. spec.
Die neue Art steht dem altbekannten Philonthus sordidus GRAV.
außerordentlich nahe, ist etwas größer und kräftiger gebaut, sieht ihm aber
derart täuschend ähnlich, daß ich beim ersten Anblick der Tiere unter dem
Binokular zunächst wirklich glaubte, die weltweit verbreitete Art GRAVEN-
HORST’s in etwas kräftigeren Stücken vor mir zu haben. Ich brauchte auch
einige Zeit, bis mir unter fortwährenden Vergleichen mit Exemplaren des
Ph. sordidus GRAV. von den verschiedensten Fundorten doch klare ekto-
skelettale Unterschiede gegenüber der Art GRAVENHORST's zur Gewiß-
330 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera)
heit wurden. Schließlich aber brachte die Präparation des Aedoeagus des
Männchens und die andere Auszeichnung des Innensackes absolute Sicher-
heit für die Artberechtigung der vorliegenden Stücke und ihre Unterschei-
dung von der altbekannten Art GRAVENHORST's.
Es wird daher genügen, wenn im folgenden nur die wichtigsten Unter-
schiede der neuen Art gegenüber dem Ph. sordidus GRAV. hervorgehoben
werden.
Im ganzen etwas größer und kräftiger gebaut. Wie die verglichene Art
ganz tief schwarz, Mundteile, Fühler und Beine dunkler als dort, durch-
aus braunschwarz, nur die Tarsen etwas heller pechbraun.
Kopf in der Gesamtgestalt ähnlich jenem der verglichenen Art, aber
sehr deutlich etwas stärker quer, so daß seine größte Breite in einer Quer-
linie etwa durch die Mitten der Augen um etwa ein Viertel größer ist als
die Mittellänge vom Stirnvorderrande bis zur Halsquerfurche, wogegen sie
bei der verglichenen Art kaum um etwa ein Fünftel größer ist als die Mit-
tellänge. Augen etwas größer und noch stärker abgeflacht als bei der ver-
glichenen Art, Schläfen daher etwas kürzer und hinten stärker backenartig
ausgewölbt als dort. Oberseitengestaltung, Ausbildung der glatten, glän-
zenden Oberfläche und Anordnung der charakteristischen, längere schwarze
Borstenhaare tragenden Punkte ähnlich wie dort. Von den beiden hinteren
Nackenpunkten jederseits steht aber der vordere äußere Punkt etwas weiter
nach vorn gerückt, etwa in einer Querlinie durch die Hinterränder der
Augen, wogegen er bei der verglichenen Art weiter nach hinten, etwas
hinter die Querlinie durch die Hinterränder der Augen gerückt erscheint.
Fühler sehr deutlich etwas länger und schlanker, im allgemeinen
jenen des Ph. sordidus GRAV. im Gesamtbau und in den Verhältnissen der
einzelnen Glieder untereinander sehr ähnlich, das siebente bis zehnte Glied
aber sehr deutlich erkennbar nur so lang wie breit, wogegen diese gleichen
Glieder bei der verglichenen Art sehr deutlich etwas quer erscheinen.
Halsschild in der Gesamtform, in der Gestaltung seiner Ober-
seite, der Ausbildung der glatten, glänzenden Oberfläche und der Anord-
nung der charakteristischen, lange schwarze Borstenhaare tragenden Punkte,
besonders jener der vierpunktigen Rückenreihen, ähnlich jenen von Ph. sor-
didus GRAV., seine Seitenkonturen aber geradliniger und ausgeprägter zu-
einander parallel, seine Vorderwinkel breiter abgerundet, sein Vorderrand
von den Vorderwinkeln zur Mitte daher stärker schräg konvergent als dort.
Schildchen wie bei Ph. sordidus GRAV. geformt, etwas schwä-
cher punktiert als dort.
Flügeldecken in der Gesamtform, in der Gestaltung ihrer Ober-
seite, der Ausbildung der glatten, glänzenden Oberfläche und der groben,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33l
tief eingestochenen, ziemlich weitläufigen Punktierung ähnlich jenen von
Ph. sordidus GRAV., die Anordnung der Punkte jedoch noch etwas weit-
läufiger, die durchschnittlichen Zwischenräume zwischen den Punkten noch
‚etwas größer als dort.
Flügel wie bei der verglichenen Art voll ausgebildet.
Abdomenin der Gesamtform, der Ausbildung der Pleurite und Epi-
pleurite, somit der Seitenrandung, den Basalquerfurchen auf den ersten
drei freiliegenden Tergiten, der glatten, glänzenden Oberfläche und der
Punktierung, Behaarung und des Besatzes mit längeren, schwarzen Rand-
und Endborstenhaaren in Stärke und Anordnung jenen der verglichenen
Art sehr ähnlich.
Beine wie dort gebildet, behaart und bedornt.
Das Männchen trägt ähnlich wie bei Ph. sordidus GRAV. am
Hinterrande des sechsten Sternites einen seichten, flachen, stumpfwinkeligen
Ausschnitt, vor dem die Sternitfläche in schmalem Bereich punktfrei und
glatt erscheint. Die Tarsen an den Vorderbeinen des Männchens sind wie
bei der verglichenen Art nicht erweitert. Der Aedoeagus ist im Ge-
samtbau gleichfalls jenem von Ph. sordidus GRAV. zwar sehr ähnlich,
weicht aber in vielen Einzelheiten von ihm stark ab. Der aus dem Ventral-
und Dorsalblatt des Mittelkörpers zu einem Penisrohr verschmolzene Mit-
telteil ist zum Ende viel schwächer verjüngt, seine Dorsalseite ist mehr
abgeplattet und gleichmäßiger gewölbt und nicht mehrfach gebuckelt, das
Ventralblatt ist viel schmäler ausgebildet, so daß es die Paramere in der
A B ©
Abb. 1. -— Aedoeagus des Männchens — Links: Philonthus sordidus GRAV. -
Rechts: Philonthus sordidioides nov. spec. — A. Lateralansicht von rechts —
B. Ventralansicht — Halbschematisch — Maßstab in Millimetern
332 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera)
Ventralansicht seitlich nicht überragt. Die Paramere selbst ist breiter lanzett-
förmig geformt und deckt in der Ventralansicht seitlich den Mittelkörper
der ganzen Länge nach; beim Übergang ihrer Seiten zur Basis ist sie stär-
ker vorspringend gebuckelt, ihre Seitenkante selbst ist vor dem innen leicht
längsrinnig ausgehöhlten Ende in eine ausgeprägtere, nach einwärts gebuk-
kelt, ihre Seitenkante selbst ist vor dem innen leicht längsrinnig ausgehöhl-
ten Ende in eine ausgeprägtere, nach einwärts gekrümmte, scharf vor-
springende Ecke ausgebildet. Der Innensack trägt um die Ausstülpöffnung
des Ductus jederseits ein Feld deutlicher, kurzer Stachelbörstchen, die bei
der verglichenen Art nur durch eine feine, flache Körnelung angedeutet sind.
Länge: 8-8,5 mm (Ph. sordidus GRAV.: 6,5-7,5 mm).
Von der neuen Art liegen mir die Typen (1 ö, 1 $) und fünf Para-
typen (8.0 8,22) or.
Atheta (Subgen. Acrotona ©. G. THOMS.) gyparionicola nov. spec.
Die neue Art gehört zwar in die nächste Verwandtschaft der über die
paläarktische Faunenregion weit verbreiteten Atheta (Acrotona C. G.
THOMS.) laticollis STEPH., ist aber von dieser Art durch eine sehr große
Zahl von Eigenschaften sofort zu scheiden und auch mit keiner der bisher
aus Südafrika bekannt gewordenen Arten des Subgen. Acrotona C. G.
THOMS. zu vergleichen.
Ganz, einschließlich der Mundteile und Fühler braunschwarz, die
ersten beiden Glieder und die Basis des dritten Gliedes der Fühler etwas
heller braun, Beine ganz bräunlichgelb.
Kopf im Gesamtumriß quer-rechteckig, seine größte Breite in einer
Querlinie durch die Mitten der Augen um fast die Hälfte größer als seine
Mittellänge von einer Querlinie durch die Fühlereinlenkungsstellen bis zur
Halsquerfurche. Augen ziemlich groß und vorgewölbt, ihr von oben sicht-
barer Längsdurchmesser etwas größer als die Länge des ersten Fühler-
gliedes. Schläfen (vom Augenhinterrand über die Wölbungen bis zur
Schläfenrandungskante gemessen) von etwa zwei Dritteln der Länge des
von oben sichtbaren Augenlängsdurchmessers, ihre Konturen leicht backen-
artig gewölbt nach hinten konvergent. Oberseite des Kopfes leicht abge-
lacht. Oberfläche auf äußerst fein rundnetzmaschig mikroskulptiertem, trotz-
dem ziemlich glänzendem Grunde nicht sehr fein und nicht dicht punk-
tiert, die Durchmesser der Punkte um etwa die Hälfte größer als die
Durchmesser der Ommatidien der Augen, die durchschnittlichen Zwischen-
räume zwischen den Punkten etwa doppelt so groß wie die Punktdurch-
messer. In den Punkten inseriert eine schüttere, dunkle, schräg nach vorn
außen gelagerte Behaarung.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 333
Fühler ziemlich lang und kräftig, zurückgelegt etwa das vorletzte
Drittel der Flügeldecken erreichend. Erstes Glied keulenförmig, etwa dop-
pelt länger als breit; zweites Glied etwas schwächer und kürzer als das
erste Glied, auch keulenförmig, gleichfalls etwa doppelt länger als breit;
drittes Glied verkehrt-kegelstumpfförmig, so lang wie das zweite Glied,
von dünner Basis zum Ende verdickt und dort so breit wie das zweite Glied,
auch etwa doppelt länger als am Ende breit; viertes Glied kurz, im Umriß
fast quadratisch, halb so lang wie das dritte Glied und so breit wie das
Ende dieses Gliedes; fünftes Glied etwas länger und breiter als das vierte
Glied, noch etwas länger als breit, schwach verkehrt-kegelstumpfförmig;
die folgenden Glieder kaum an Länge, aber etwas an Breite zunehmend,
alle schwach verkehrt-kegelstumpfförmig, so daß das zehnte Glied schließ-
lich ganz schwach quer erscheint; Endglied lang-zylindrisch, zum Ende zuge-
spitzt, an der Basis so breit wie das zehnte Glied, etwa so lang wie die
beiden vorhergehenden Glieder zusammengenommen. Alle Glieder, beson-
ders die ersten glänzenden vier, mit lang abstehenden, feinen, dunklen
Borstenhaaren besetzt, vom fünften Glied an außerdem mit einer äußerst
dichten, feinen, schwarzen Pubeszenz bekleidet, dadurch matt.
Halsschild im Gesamtumriß quer-rechteckig, seine in einer Quer-
linie etwa durch die Mitte seiner Mittellänge gelegene größte Breite um
etwas mehr als um ein Drittel größer als seine Mittellänge und fast um die
Hälfte größer als die größte Kopfbreite; seine Seitenkonturen von den
Punkten der größten Breite nach vorn über die breit abgerundeten Vorder-
winkel zum fast gerade quer abgestutzten Vorderrande ziemlich stark kon-
vergent, nach hinten viel schwächer bis zur Anlage der nur angedeuteten,
äußerst stumpfwinkeligen Hinterwinkel konvergent und dann zum nach
hinten flach konvexen, von einer feinen Randleiste gesäumten Hinterrand
abgerundet. Oberseite des Halsschildes flach gewölbt, in der Längsmittel-
linie mit der Andeutung einer feinen, schmalen, seichten Längsfurche. Ober-
fläche auf einem ähnlich wie jener des Kopfes mikroskulptierten, ebenso
wie dort glänzenden Grunde in Stärke und Anordnung wie der Kopf punk-
tiert. In den Punkten inseriert eine feine, dunkle, in der ganz schmalen
Mittellinie gerade nach vorn, seitlich von ihr quer und leicht schräg nach
hinten außen, an den Seiten nach hinten gelagerte Behaarung. In den Vor-
der- und Hinterwinkeln steht jederseits ein längeres, schwarzes Borstenhaar.
Schildchen verhältnismäßig groß, auer-dreieckig, dicht und rauh-
körnelig punktiert, dicht behaart, fast matt.
Flügeldecken im Gesamtumriß quer-rechteckig, mit ausgepräg-
ten Schultern und nach hinten nur sehr schwach divergenten Seitenkonturen,
ihre Schulterbreite nur sehr wenig größer als die größte Halsschildbreite,
334 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera)
ihre Schulterlänge so groß wie die Schulterbreite, ihre größte Breite in
einer Querlinie vor den Hinterwinkeln um etwa ein Sechstel größer als
die Schulterbreite. Oberseite abgeflacht, mit einem schwachen Eindruck
hinter der Schildchenspitze, ihr fein gerandeter Hinterrand von den fast
rechtwinkeligen, nicht ausgerandeten Hinterecken senkrecht zur Nahtlinie
abgestutzt, der Nahtwinkel selbst ziemlich breit abgerundet. Oberfläche auf
fast glattem, daher ziemlich glänzendem Grund etwa doppelt stärker, aber
nicht dichter als Kopf und Halsschild, aber deutlich etwas körnelig punk-
tiert. In den Punkten inseriert eine feine, dunkle, gerade nach hinten gela-
gerte Behaarung, an den Schultern steht jederseits ein längeres, dunkles
Borstenhaar.
Flügel voll ausgebildet.
Abdomen an der Basis nur wenig schmäler als die Hinterrand-
breite der Flügeldecken, seine Seitenkonturen nach hinten zum Ende all-
mählich konvergent, Abdomen daher im Gesamtumriß langgestreckt keil-
förmig zugespitzt. Pleurite und Epipleurite gut entwickelt, das Abdomen
daher kräftig gerandet erscheinend; die ersten drei freiliegenden Tergite
mit je einer ziemlich tiefen Basalquerfurche, das siebente (fünfte frei-
liegende) Tergit an seinem Hinterrande mit einem kräftigen, hellen Haut-
saum. Oberfläche der Tergite auf einem äußerst fein querwellig mikro-
skulptierten, ziemlich stark glänzenden Grund auf den ersten freiliegenden
Tergiten in Stärke und Dichte etwa wie der Halsschild punktiert, die Punk-
tierung wird aber nach hinten zu rasch feiner und weitläufiger, so daß das
siebente (fünfte freiliegende) Tergit ziemlich weitläufig punktiert erscheint.
In der Punktierung inseriert eine ziemlich lange, dunkle, gerade nach hinten
gelagerte Behaarung, an den Hinterrändern der Pleurite und am Abdomi-
nalende stehen längere, dunkle Borstenhaare.
Beine wie bei den übrigen Arten der Untergattung Acrotona C. G.
THOMS. gebildet, die Schienen in der Mitte ihrer Außenkanten mit einem
etwas längeren Borstenhaar.
Abb. 2. - Hinterrand des 8. (6. freiliegenden) Tergites des ö von Atheta
(Acrotona) gyparionicola nov. spec. -— Halbschematisch — Maßstab in Millimetern
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 335
Beim Männchen trägt der Hinterrand des achten (sechsten frei-
liegenden) Tergites vier kräftige Zähnchen, von denen die beiden mittleren
Zähnchen etwas kürzer und stumpfer, die äußeren Zähnchen etwas länger
und spitzer ausgebildet sind und die mittleren Zähnchen mit ihren Enden
etwas hinter einer Querlinie durch die Enden der äußeren Zähnchen liegen.
Über den Aedoeagus des Männchens kann vorläufig noch nichts aus-
gesagt werden, weil das einzige vorliegende Männchen trotz aller aufge-
wendeten Vorsicht beim Herauspräparieren des Aedoeagus den möglichen
Verletzungen nicht ausgesetzt werden konnte. Der Aedoeagus wird erst
bekannt gemacht werden können, bis einmal weiteres Material an Männ-
chen der Art vorliegen wird.
Länge: 3 mm.
Von der neuen Art liegt mir die Type (1 Ö) vor.
Zum Schluß habe ich noch dem Museum FREY-Tutzing für die Über-
lassung eines Exemplares des Staphylinus hottentotus NORDM. und eines
Pärchens des Philonthus sordidioides m. für meine Staphyliniden-Spezial-
sammlung meinen herzlichsten Dank zu sagen.
336 Breuning: Zwei neue Lamiiden-Arten a.Somaliland (Ceramb. Col.)
Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Ceramb. Col.)
Von $S. Breuning, Paris
Mein lieber Kollege C. Koch, mit dem mich eine jahrzehntelange
Freundschaft verbindet, war so freundlich mir die Lamiiden seiner Aus-
beute aus Somaliland zum Studium zu überlassen, wofür ich ihm hier
meinen herzlichsten Dank ausspreche.
Unter dem gesammelten Material befanden sich zwei neue Arten,
deren Beschreibungen hier folgen und deren Typen sich im Museum Frey
befinden.
Chariesthes (s.s.) kochi, n. sp.
Gestreckt. Fühler um zwei Drittel länger als der Körper, das erste
Glied ohne Narbe, dorsal merklich konvex. Halsschild seitlich kräftig ver-
rundet. Decken parallelseitig. Prosternalfortsatz schmal, niedriger als die
Hüften.
Dunkelbraun, weißlich tomentiert. Auf jeder Decke sechs runde, weiße,
ziemlich schmal schwarz eingefaßte Makeln: eine seitlich unterhalb der
Schulterbeule, eine disko-laterale premediane, eine laterale leicht schief
hinter der zweiten gelegene, mit dieser zweiten mehr oder weniger ver-
bundene, eine postmediane diskale, eine laterale leicht schief hinter dieser
postmedianen gelegene und eine preapikale sublaterale. Fühler dunkel-
braun tomentiert.
Länge: 9-10 mm; Breite: 21/2-3 mm.
Typ von Somaliland: Migiurtinia, zw. Scusciuban & Bender Beila,
X-1959, leg. C. F. Hemming. — Ein Paratyp idem.
Die Art reiht sich neben gestroi Breun. ein.
Apomecyna (s. s.) kochi n. sp.
Sehr langgestreckt, cylindrisch. Fühler die Deckenmitte nicht errei-
chend, das dritte Glied etwas länger als das vierte, die Glieder fünf bis
elf zusammen merklich länger als die Glieder drei und vier zusammen.
Untere Augenloben merklich länger als die Wangen. Kopf und Halsschild
dicht und sehr fein punktiert. Halsschild quer. Decken apikal sehr schwach
abgestutzt (die Randecke wenig deutlich), dicht und fein punktiert.
Zi
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33
Dunkelbraun, gelbbraun, auf dem Kopf und den Schenkeln mit weiß
untermischt, tomentiert. Halsschild und Decken mit zahlreichen, ziemlich
großen, aber unscharf ausgebildeten weißen Flecken besetzt. Die Fühler-
glieder drei und vier weißlich tomentiert.
Länge: 16 mm; Breite: 5 mm.
Typ von Somaliland: El Dur, 8-VIII-1959, leg. C. Koch.
In meiner Bestimmungstabelle der afrikanischen Arten der Gattung
Apomecyna Latr. (1960, Bull. de !I.F.A.N., XXI, ser. A, p. 575) reiht sich
diese Art bei der Nummer 11 ein und unterscheidet sich von pseudotigrina
Breun. durch viel feiner punktierten Halsschild, feiner punktierte Decken,
die Färbung etc.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 22
338 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
(Coleopt. Heterom. Mordellidae)
(37. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden)
Von K. Ermisch, Leipzig
Herr Konsul Dr. G. Frey hat anläßlich seiner Reise nach Australien
(1956/57) auch eine große Zahl von Mordelliden gesammelt und mir zur
Bearbeitung zugänglich gemacht. Ergänzt wurde dieses Material durch Auf-
sammlungen der Herren Demarz und Nikitin. Aus verschiedenen Gründen
war und ist es mir zur Zeit noch nicht möglich, dieses umfangreiche Mate-
rial gründlich zu bearbeiten. In dieser Arbeit werden nur die ersten Ergeb-
nisse veröffentlicht.
An australischen Mordelliden sind bisher etwa 130 Arten beschrieben
worden, die Mehrzahl davon von Lea. Trotz der hohen Artenzahl haben
weder Lea noch andere Bearbeiter Bestimmungstabellen der australischen
Arten gebracht. Solche Tabellen wären nach den bisherigen Beschreibungen
auch kaum möglich gewesen. Bei diesen Beschreibungen spielte vor allem
die Färbung und die Art der Haarzeichnung auf den Flügeldecken eine
ausschlaggebende Rolle. Die große Variabilität der Haarzeichnung erschwert
die Feststellung der Arten ungemein, wenn keine ausreichenden ektoskelet-
talen Eigenschaften angegeben sind. Die bisherige miserable Präparations-
weise der Mordelliden trägt eine große Schuld an der ungenügenden Arten-
kenntnis in dieser an sich so schwierigen Familie. Die unterschiedlichen
Merkmale selbst äußerst ähnlicher Arten sind aber oft überraschend groß,
sie wurden oder konnten bisher nur nicht gesehen werden. Sie liegen beson-
ders im Bau der Fühler, Taster und Beine. Besonders in der Gattung
Mordella L., die artenmäßig am zahlreichsten vertreten ist, lassen sich dar-
aufhin gut begrenzte Gruppen von Arten bilden. Auffällig sind die großen
Unterschiede der männlichen Genitalarmaturen, besonders der Parameren,
selbst bei sehr ähnlichen Arten, wie das bei nahe verwandten Arten inner-
halb der paläarktischen Fauna selten festzustellen ist.
Alle bisher beschriebenen Arten wurden in den Gattungen Tomoxia
Costa, Mordella L. und Mordellistena Costa untergebracht.
Wie ich bereits früher betont habe, ist es nötig, alle bisher beschrie-
benen Arten nach ihrer Gattungszugehörigkeit zu überprüfen. Ich habe das
getan, soweit ich Material untersuchen konnte und die jeweiligen Arten
mit einiger Sicherheit beschriebenen Arten zuzuordnen vermochte. Dadurch
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
339
machten sich viele Umstellungen in andere Gattungen nötig. Ich bringe
deshalb in dieser Arbeit eine Liste jener Arten, die in andere Gattungen
versetztwerden müssen, bzw. deren Gattungszugehörigkeit bestätigt wurde.
In dem Material des Museums G. Frey und meinem eigenen fanden
sich auch eine Anzahl Arten, die zu keiner der bisher beschriebenen Arten
gehören. In dieser Arbeit werde ich zunächst 7 Neuheiten beschreiben.
Ich hoffe, in den kommenden Jahren mehr Zeit und Gelegenheit zu
haben, um mich mit der interessanten Mordellidenfauna Australiens ein-
gehender befassen zu können. Leider ist es mir unter den Zeitumständen
unmöglich, zu diesen Studien das Typenmaterial, das sich in Australien
befindet, heranzuziehen.
I. Verzeichnis der nach ihrer Gattungszugehörigkeit überprüften Arten
Name der Art
Tomoxia aterrima M’Leay
Tomoxia apicata Lea
Tomoxia melasoma Lea
Tomoxia obliquialba Lea
Mordella niveosuturalis Lea
Mordella verticordiae Lea
Mordella 18-maculata Lea
Mordella leucosticta Germar
Mordella multiguttata Lea
Mordella 8-maculata M’Leay
Mordella notabilis M’Leay
Mordella 10-guttata (F.)
Mordella 16-guattata Montr.
Mordella chrysophora Lea
Mordella 14-maculata M’Leay
Mordella vitticollis Lea
Mordella compacta Lea
Mordella elongatula M’Leay
Mordella promiscut (Er.) Lea
Mordella humeralis Waterh.
Mordella distincta Lea
(fulvonotata Champ.)
Mordella wiburdi Lea
derzeitige Gattungszugehörigkeit
Tomoxioda Ermisch
Tomoxioda Ermisch
Tomoxioda Ermisch
Plesitomoxia Ermisch
Austromordella Ermisch
Austromordella Ermisch
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Hoshihananomia Kono
Glipa Lec. (Macroglipa Franc.)
Ophthalmoglipa Franciscolo
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
340 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Name der Art
Mordella 4-maculata Lea
Mordella ruficollis Waterh.
Mordella elegantula Csiki
(elegans Waterh.)
Mordella nigrans M’Leay
Mordella parva Champ.
Mordella humeralis Waterh.
Mordella limbata Waterh.
Mordella waterhousei Champ.
(obligqua Waterh.)
Mordella baldiensis Blackb.
Mordella australis Boisd.
Mordellistena multilineata Lea
derzeitige Gattungszugehörigkeit
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Mordella L.
Glipostenoda Ermisch
II. Neue Arten
1. Trichotomoxia demarzi n. sp.
Abb. 1: Trichotomoxia demarzi n. sp.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 341
Diese ausgezeichnete Art entspricht in allen Eigenschaften der von
Franciscol gegebenen Gattungsdiagnose (Ann. Mus. Civ. Stor. Nat. Genova
LXIV, 1950, p. 130): Schildchen trapezförmig, Augen fein fazettiert und
behaart, 4. Glied der Vorder- und Mitteltarsen tief ausgeschnitten oder zwei-
lappig, die Hinterschienen außer dem Apicalkerb mit einem Dorsalkerb, das
1. Glied der Hintertarsen ohne Kerb. Die Gattung mit der bisher einzigen
Art (chubbi Franc.) wurde aus Südafrika beschrieben. Die vorliegende Art
ist der erste Gattungsvertreter aus Australien. In meiner Sammlung befindet
sich ein dritter Vertreter der Gattung aus Madagaskar, der in der Fußnote
kurz beschrieben sei.*)
Abb. 2: Trichotomoxia demarzi n.sp.: 1. Hinterschiene und erstes Tarsenglied,
2. Vordertarsus, 3. Mitteltarsus, 4. Kiefertaster 4, 5. Schildchen, 6. Fühler.
*) Trichotomoxia madagascariensis n.sp. Eine völlig schwarze Art, rostrot
sind allein der Vorderrand des Kopfschildes und der Oberlippe, die Taster, die
Fühler (gegen das Ende verdunkelt). Die Vorder- und Mittelschienen sowie die
342 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Abb. 3: Trichotomoxia madagascariensis n. sp.
Die Art entspricht keiner der als Tomoxia-Arten aus Australien beschrie-
benen. Eine völlig tiefschwarze Art, lediglich die Oberlippe ist hell gelbrot
und ein sehr schmaler Saum des Vorderrandes des Kopfschildes, die ersten
Glieder der Fühler sind etwas dunkel rostrot aufgehellt, schließlich sind die
Enddorne der Hinterschienen hell gelbrot. Die Oberseite ist schwarz behaart,
der Kopf grauweiß, vorn etwas heller und dichter. Der Halsschild ist an
jeweiligen Tarsen sind dunkel rotbraun, die Enddorne der Hinterschienen sind
gelbrot. Halsschild und Flügeldecken sind mit weißen Haarmakeln geziert. Der
Mittellappen des Halsschildhinterrandes ist jederseits von einer weißen Haarmakel
begrenzt, die längs des Hinterrandes sich verschmälernd ein Stück fortsetzt. Je eine
kleine, rundliche Makel befindet sich seitlich der Scheibe etwas vor der Mitte des
Halsschildes. Das Schildchen ist ganz silberweiß behaart. Auf den Flügeldecken
finden sich folgende Haarmakeln: Eine kleine, längliche Makel jederseits an der
Basis auf der Schulterbeule, vom Seitenrand unterhalb der Schulter zieht ein
lockerer Streifen weißer Haare schräg nach hinten zur Naht, eine schmale weiße
Haarlinie entspringt etwas vor der Mitte an der Naht und zieht in nach vorn
offenem Bogen zum Seitenrand. Die Basis des Pygidiums ist breit weiß behaart.
Die Unterseite ist außer auf den letzten Abdominalsegmenten locker grauweiß
behaart, die weiße Behaarung ist auf den Metepisternen und der vorderen Außen-
ecke des 1. Abdominalsegments makelartig verdichtet (Abb. 3).
Länge von der Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5 mm.
Holotypus (7) Madagaskar, Maroantsetra (in meiner Sammlung).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 343
der Basis und an den Seiten mit grauweißen Haaren bedeckt, außerdem mit
3 schmalen Längsstreifen von der Basis zum Vorderrand. Das Schild-
chen ist in der hinteren Hälfte grauweiß behaart. Die Flügeldecken
zeigen folgende grauweiße Haarmakeln: die Naht mit ziemlich breitem, hin-
ter dem Schildchen erweitertem und dann sich wieder verengendem Sutural-
streif, der knapp hinter der Mitte sich auf jeder Flügeldecke zu einem brei-
ten, queren Band erweitert, das den Seitenrand der Flügeldecken nicht
erreicht, im letzten Fünftel jederseits der Naht ein kleiner Längsfleck grau-
weißer Haare. An der Basis, innen neben dem Schildchen, ein kleiner heller
Haarfleck, dahinter, zwischen dem Suturalstreif und dem Seitenrand mit
2 hellen Makeln, die innere größer als die äußere (Abb. 1). Das Pygidium
ist an der Basis ebenfalls grauweil3 behaart. Die Unterseite ist grauweiß
behaart, in den vorderen Außenecken der Abdominalsegmente ist die helle
Behaarung makelartig verdichtet.
Der Kopf ist sehr querelliptisch, schmäler als der Halsschild. Die Augen
sind gattungsgemäß. Die Fühler sind ziemlich schlank, das 1. und 2. Glied
wie gewöhnlich walzig, das 3. und 4. Glied sind etwas dünner, von ungefähr
gleicher Länge, das 5. Glied ist breiter als das 4. und etwa !/s länger als
dieses, das 5.-10. ist untereinander von gleicher Länge, jedes etwa 1?/ı so
lang als an der Spitze breit, untereinander kräftig gesägt, das Endglied ist
1,3 so lang wie das vorhergehende Glied, lang elliptisch (Abb. 2 Nr. 6).
Das Endglied der Kiefertaster ist sehr breit beilförmig, schwarz (Abb. 2
Nr. 4).
Der Halsschild ist viel breiter als lang, der Vorderrand ist schwach vor-
gebogen, in der Mitte nur unwesentlich stärker vorspringend, die Seiten sind
sanft gerundet, nach vorn stärker eingezogen, die größte Breite liegt weit
hinter der Mitte, die Hinterwinkel sind stumpfwinkelig mit abgerundeter
Ecke, seitlich gesehen sind die Seiten fast gerade.
Das Schildchen ist quer trapezförmig, die hinteren Winkel sind abge-
rundet (Abb. 2 Nr. 5).
Die Flügeldecken sind etwa 1,7 so lang wie an den Schultern gemein-
sam breit, die Seiten sind sehr sanft gebogen, fast gerade, nach hinten stark
verengt, die Enden sind einzeln breit verrundet. Das Pygidium ist mäßig
lang, gerade und regelmäßig verengt, die Spitze aber abgestumpft, 1,7 so
lang wie das gestreckte Hypopygium.
Die Beine sind gattungsgemäß gebildet, Vorder- und Mittelschienen sind
schwach gebogen, das 1.-4. Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare
nehmen an Breite etwas zu (Abb. 2 Nr. 2, 3). Die gelben Enddorne der
Hinterschienen sind ungleich lang, der längere Dorn ist doppelt so lang wie
344 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
der kürzere Dorn. Die Mittelschienen besitzen am Ende zwei winzige gelbe,
sehr ungleiche Enddörnchen.
Länge von der Mandibelspitze bis zum Flügeldeckenende 3,8 mm, bis Pygi-
diumende 5 mm.
Holotypus 1 ö, Westaustralien, Umgeb. Perth, XII. 1958, leg. H. Demarz,
ihm zu Ehren benannt (Museum G. Frey).
2. Plesitomexia atra n. sp.
Die Art entspricht keiner der als Tomoxia von Australien beschriebenen
Arten. Sie ist der erste Vertreter der Gattung Plesitomoxia Ermisch aus
Australien: das vorletzte Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare
ist zweilappig (Abb. 4 Nr. 5, 6), die Hinterschienen und das 1. Glied der
Hintertarsen besitzen einen Dorsalkerb, die Augen sind fein fazettiert und
behaart, das Schildchen ist mäßig groß, bogig trapezförmig und in der
Mitte des Hinterrandes in ein feines Spitzchen ausgezogen (Abb. 4 Nr. 2).
Eine völlig tiefschwarze Art, lediglich die Oberlippe ist hell gelbrot, die
Kiefer sind rostrot mit schwarzen Spitzen, die Taster gelbrot, mit braunem
Endglied, die Fühler sind dunkelbraun mit einigen gelbroten, basalen Glie-
dern, die Vorderschenkel (5) sind gelbrot, die Schienen rostrot, die Tarsen
dunkler, die Mittelschenkel sind braunrot, die zugehörigen Schienen und
Tarsen braun, die Hinterbeine sind schwarz, mit gelbroten Enddornen der
Hinterschienen, diese sind sehr ungleich lang. Die Beine des $ sind dunkler.
Der Kopf ist schwarz, stark längs und quer gewölbt, sehr querelliptisch, das
Verhältnis von Länge zur Breite ist etwa 7:13, die Behaarung ist hellgrau,
gescheitelt, die Punktierung ist mikroskopisch fein, mäßig dicht, der Unter-
grund ist glänzend. Der Halsschild ist ebenfalls schwarz, viel breiter als
lang, größte Länge zu größter Breite wie 9:16, der Vorderrand ist bogig
vorgewölbt, in der Mitte kaum stärker vorgebogen, die Seiten sind, von
oben gesehen, schwach gebogen, nach vorn stärker eingezogen als nach hin-
ten, hinter der Mitte am breitesten, seitlich gesehen sind sie schwach konvex
gebogen, fast gerade. Die Behaarung ist aschgrau. Die Punktierung ist wie
auf dem Kopf mikroskopisch fein, aber etwas kräftiger, der Untergrund ist
schwach chagriniert.
Das Schildchen ist mäßig groß, bogig trapezförmig, der Hinterrand ist
in der Mitte in ein feines Spitzchen ausgezogen, die Behaarung ist etwas
heller grauweiß als die der Umgebung (Abb. 4 Nr. 2).
Die schwarzen Flügeldecken sind 1,85 so lang wie an den Schultern
gemeinsam breit, sie sind von den Schultern an fast gerade verengt, die
Enden sind einzeln breit verrundet. Die Punktierung ist zwar sehr fein,
aber wesentlich kräftiger als auf dem Halsschild, der Untergrund ist chagri-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 345
Abb. 4: Plesitomoxia atra n.sp.: 1. Umriß, 2. Schildchen, 3. Kiefertaster S,
4. Fühler, 5. Vordertarsus, 6. Mitteltarsus, 7. Lanzette des Penis, 8. Sklerit,
9. Parameren, einander zugekehrte Seite.
niert. Die Behaarung ist grauschwarz, auf der Scheibe und ein Stück längs
der Naht steht ein Streif wenig auffälliger heller Härchen, auch auf den
Schultern sind helle Härchen eingesprengt.
Das Pygidium ist gestreckt, zugespitzt mit abgestumpfter Spitze, etwa
doppelt so lang wie das letzte Abdominalsegment, schwarz behaart, an der
Basis und ein Stück längs der Seiten grauweiß behaart.
Die Unterseite ist schwarz, hellgrau behaart, an den vorderen Außen-
ecken der Abdominalsegmente etwas makelartig verdichtet. Die männlichen
Genitalarmaturen (Lanzette des Penis, Sklerit, Parameren, einander zuge-
kehrte Seite) zeigt die Abb. 4 Nr. 7, 8, 9.
Länge von der Mandibelspitze bis Flügeldeckenende ist 3,2 mm bis Ende
des Pygidiums 4 mm.
Holotypus (Ö). Queensland, Southport, G. Frey, leg. 1957 (Museum Frey).
346 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
3. Mordella humeropicta n. sp.
Eine sehr schön gefärbte Art mit einer großen, orangeroten Humeral-
makel, die schräg zur Naht zieht, ohne diese zu erreichen. Sie unterscheidet
sich von allen bisher beschriebenen australischen Arten, die auf den Flügel-
decken mit roten Makeln geziert sind (blanda Lea, calodema Lea, caloptera
Lea, caroli Lea, distincta Lea, humeralis Waterh., lepida Redtb., obliquirufa
Lea, 4-maculata Lea, trilobibasa Lea, V-fasciata Lea, wiburdi Lea) allein
schon durch andersartige Färbung.
Abb. 5: 1. Mordellistena luteofasciata n.sp., 2. Mordellistena luteovittata n. sp.,
3. Mordella humeropicta n. sp.
Kopf und Halsschild sind gelbrot, der Kopf etwas dunkler, die Flügel-
decken schwarz, mit einer großen orangeroten Humeralmakel, die schräg
zur Naht zieht, bis zum ersten Drittel, diese aber nicht erreicht. Die Behaa-
rung der Flügeldecken ist schwarz, aber auf den Makeln goldgelb, hinter
den Makeln zieht die goldgelbe Behaarung als Suturalstreif nach hinten und
erweitert sich im 3. Viertel zu einer breiten Haarquerbinde, die in nach vorn
offenem Bogen zum Seitenrand verläuft (Abb. 5 Nr. 3). Alle Beine sind
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 347
gelbrot, nur die feinen Dörnchenkränze am Ende der Hinterschienen und
der Glieder der Hintertarsen sind schwarz. Palpen und mehrere basale
Glieder der Fühler sind rostrot. Die Unterseite ist schwarz, die Hinterrän-
der der Abdominalsegmente sind schmal rostrot gesäumt, das letzte Abdo-
minalsegment ist ganz rostrot, in der Mitte verdunkelt. Das Pygidium ist
rostrot, gegen die Spitze schwach dunkler.
Der Kopf ist relativ groß, rundlich oval, schwach gewölbt, extrem fein,
kaum sichtbar punktuliert, mit sehr kurzer, sparsamer gelber Behaarung. Die
Kiefertaster sind hell gelbrot, das Endglied ist schmal beilförmig. Die Fühler
sind ziemlich lang und kräftig, die ersten 4 Glieder sind rostrot, die übrigen
schwarz, das 5. bis 10. Glied ist untereinander kräftig gesägt, jedes knapp
1,5 so lang wie an der Spitze breit, das Endglied ist parallel-elliptisch, etwa
1,5 so lang wie das vorhergehende Glied (Abb. 6 Nr. 3).
Der Halsschild ist sehr breit, größte Länge zu größter Breite wie 3:4,
der Vorderrand ist fiachbogig vorgewölbt, in der Mitte unvermittelt kurz
stärker vorgezogen, die Seitenränder, von oben gesehen, sind sehr schwach
Abb. 6: Mordella humeropicta n.sp.: 1. Vorderbein 5, 2. Kiefertaster d,
3. Fühler, 4. Lanzette des Penis, 5. Sklerit, 6. Parameren, einander zugekehrte Seite.
348 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
gebogen, nach vorn stärker eingezogen als nach hinten, hinter der Mitte am
breitesten, seitlich gesehen sind sie fast gerade, kaum konvex, die Hinter-
winkel sind stumpfwinkelig, verrundet, die Behaarung ist einfarbig hell
gelb, wenig dicht, aber viel länger als auf dem Kopf, der Untergrund ist
extrem fein punktuliert.
Das Schildchen ist klein, gerundet dreieckig, dunkel rostrot, gelb be-
haart. Die Flügeldecken sind schwarz, eine große, bleichorangefarbene Hu-
meralbinde zieht schräg zur Naht ohne diese zu erreichen bis zum Beginn
des 2. Drittels, beide schließen einen herzförmigen schwarzen Raum an der
Basis ein. Die Behaarung der Flügeldecken ist schwarz, auf den Makein
goldseidig, diese golden Behaarung verläuft hinter den Makeln auf schwar-
zem Grunde ein Stück als Suturalstreif weiter, der im 3. Viertel eine breite,
quere, bis zum Seitenrand verlaufende Haarbinde bildet, deren Vorder-
rand einen nach vorn offenen Bogen darstellt, während der Hinterrand
mehr gerade verläuft. Die Punktur der Flügeldecken ist sehr fein, schwach
raspelig, aber viel kräftiger als auf dem Halsschild. Die Seiten sind vorn
sanft gebogen, hinten mehr geradlinig schwach verengt, etwa 2,3 so lang
wie an den Schultern gemeinsam breit.
Die Unterseite ist mit Ausnahme der Vorderbrust schwärzlich, die Hin-
terränder der Abdominalsegmente sind schmal gelbrot gesäumt, das Anal-
segment ist ganz rostrot, in der Mitte leicht verdunkelt. Die Behaarung der
Unterseite ist grauweiß, nirgends makelartig verdichtet, aber längs der
Seiten etwas dichter und länger.
Das Pygidium ist rostrot, gegen die Spitze schwach verdunkelt, mäßig
lang, etwa !/s so lang wie die Flügeldecken, gleichmäßig verengt, ziemlich
spitz zulaufend, die Spitze aber abgestutzt, an der Basis gelbgrau, hinten
dunkler behaart.
Die Beine sind alle hell rostrot, lediglich die feinen Dörnchenkränze am
Ende der Hinterschienen und der Glieder der Hintertarsen sind schwarz.
Die gelben Enddorne der Hinterschienen sind ungleich lang, der längere
Dorn ist doppelt so lang wie der kürzere Dorn. Die Vorderschienen (Ö)
sind stark gebogen (Abb. 6 Nr. 1).
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 3,3 mm, bis Pygidiumende
4,65 mm. Genitalarmaturen des d Abb. 6 Nr. 4, 5, 6
Holotypus (5): Australien, Victoria, Warbuton, XII. 56-I. 57, G. Frey leg.
(Museum Frey).
4. Mordellistena luteofasciata n. sp.
Diese auffällige und interessante Art paßt zu keiner der bisher beschrie-
benen Mordellistena-Arten aus Australien. Bemerkenswert ist die Form des
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 349
Schildchens, es ist quer trapezförmig mit verrundeten Hinterecken. Solche
Schildchen finden sich häufig in dem Genus Neomordellistena Ermisch aus
Afrika, aber das 4. Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare ist bei
vorliegender Art anders geformt als bei den Arten der Gattung Neomordel-
lidtena, es ist nicht gerade abgeschnitten wie bei Mordellistena, sondern an
den Vordertarsen kurz dreieckig ausgeschnitten, aber nicht so wie in dem
Genus Falsomordellistena Ermisch, auch die Form des Halsschildes ist nicht
die übliche wie bei Mordellistena. Ich stelle deshalb diese Art nur unter Vor-
behalt zu Mordellistena Costa.
Eine sehr buntfarbige Art. Der Kopf ist rostrot mit großer schwarzer
Mittelmakel, auf dieser schwach dunkelblau irisierend. Der Halsschild ist
pechschwarz, schwach dunkelblau irisierend, seitlich mit je einer großen,
rundlich dreieckigen, dunkelgelbroten Makel. Das Schildchen ist dunkel-
braun. Die Flügeldecken sind pechschwarz, schwach blau irisierend, mit
einer breiten, orangroten Längsbinde, ausgehend von den Schultern, schräg
zur Naht verlaufend und dann längs der Scheibe bis etwa ?/a Flügeldecken-
länge, hier zur Seite umbiegend und diese fast erreichend. Die Unterseite
ist pechbraun bis pechschwarz, die Insertionsstelle der Hinterschenkel ist
aufgehellt. Die Hinterränder der Abdominalsegmente sind schmal rostrot
gesäumt. Das Pygidium ist schwarz. Die Vorderbeine sind hell orangrot,
desgleichen die Mittelschenkel, deren Spitze schwach verdunkelt ist, die
Mittelschienen sind rostrot, die zugehörigen Tarsen braun. Die Hinterschen-
kel sind dunkelbraun, an der Basis schwach aufgehellt. Die Hinterschienen
und deren Tarsen auf der Außenkante braun, innen heller rotbraun, die
Enddorne der Hinterschienen sind gelb. Die Taster sind hell gelbrot. Die
Fühler sind braun mit mehreren helleren basalen Gliedern.
Der Kopf ist queroval, mäßig längs und quer gewölbt, extrem fein und
wenig dicht punktuliert mit glattem Untergrund, mäßig dicht, in der Mitte
gescheitelt, gelbweiß behaart. Die Augen sind groß, oval, fein fazettiert
und ziemlich lang weißlich behaart. Die Kiefertaster sind bleichgelb, das
Endglied ist mäßig groß, gerundet beilförmig. Die Fühler sind wenig lang,
das 3. und 4. Glied ist klein, das 4. wenig länger als das 3., das 5. Glied ist
etwa 1,5 so lang wie das 4. und breiter, das 5.-10. ist untereinander von
etwa gleicher Länge, jedes ungefähr 1,5 so lang wie an der Spitze breit,
sehr schwach untereinander gesägt, das Endglied ist 1,5 so lang wie das
vorhergehende Glied, auf der Unterseite sind die Fühler beim 5 vom
>. Gliede an mit weißem, abstehendem Haarflaum besetzt.
Der Halsschild ist quer rechteckig, seine größte Länge verhält sich zu
seiner größten Breite wie 4:5. Der Vorderrand ist ziemlich gerade, aber in
der Mitte beträchtlich halsartig vorspringend, der Mittellappen des Hinter-
350 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
randes ist breit, regelmäßig flachbogig, die Seitenränder, von oben gesehen,
sind fast gerade, von den Hinterwinkeln wenig nach vorn verengt, seitlich
gesehen sind sie schwach S-förmig geschweift, die Hinterwinkel sind recht-
winkelig, scharfeckig. Die Punktierung ist wenig dicht, fein, aber viel stärker
als auf dem Kopf, der Untergrund ist fein chagriniert, die Behaarung ist
gelbgrau auf den hellen Seitenflecken, an der Basis etwas makelartig, ferner
ist ein schmaler Streifen heller Haare in der Längsmitte, von der Basis aus-
gehend und den Vorderrand nicht erreichend, vorhanden.
Das Schildchen ist quer trapezförmig, die Hinterwinkel sind abgerun-
det, dunkelbraun, hell behaart. Die Flügeldecken sind ziemlich parallel-
seitig, sehr schwach nach hinten verengt mit einzeln verrundeten Enden,
sie sind etwa 2,5 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit. Die Punk-
tierung ist dicht, fein, aber viel stärker als auf dem Halsschild, etwas raspe-
lig. Die Behaarung ist dunkel, auf der Mittellängsbinde goldseiden, am Ende
der Längsbinde greift die goldene Behaarung auf den schwarzen Unter-
grund über und bildet eine Querbinde zum Seitenrand. Die Unterseite ist
gelblich grauweiß behaart, nirgends makelartig verdichtet, nur längs der
Abb. 7: Mordellistena luteofasciata n.sp.: 1. Lanzette des Penis, 2. Sklerit,
3. Parameren, einander zugekehrte Seite, 4. Hinterschiene mit Tarsus.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 35l
Außenseiten dichter stehend und langhaariger. Das Pygidium ist schwarz,
mäßig lang, konisch, regelmäßig verengt, ziemlich spitz, reichlich doppelt so
lang wie das Analsegment.
Die Vorderbeine sind gelbrot mit dunkleren Tarsen, die Mittelschenkel
gelbrot, Schienen und Tarsen der Mittelbeine braun. Die Hinterschenkel
sind schwärzlich mit aufgehellter Basis, die entsprechenden Schienen und
Tarsen braun, stellenweise rotbraun. Die Enddorne der Hinterschienen sind
hell gelbrot, sehr ungleich lang, der längere Dorn ist 3,5 so lang wie der
kurze Dorn, der sehr dünn und schwer sichtbar ist. Die Hinterschienen
außer dem normalkurzen Apicalkerb mit 2 Lateralkerben, der untere ist
kurz, wenig länger als der Apicalkerb, der obere ist sehr lang und schräg,
die Schienenbreite ganz durchziehend. Das 1. Glied der Hintertarsen mit 2,
das 2. Glied mit 1 Kerb (Abb. 7 Nr. 4).
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 2,85 mm, bis Pygidium-
spitze 3,5 mm.
Holotypus (Ö): Queensland, Southport, I. 57, G. Frey leg. (Museum Frey).
5. Mordellistena luteovittata n. sp.
Eine buntfarbige Art, mit ähnlich langer heller Längsbinde auf den
Flügeldecken wie luteofasciata m., aber die Art ist viel schmäler und paral-
leler und auch kleiner als luteofasciata m., sowie in vielen anderen Eigen-
schaften anders.
Der Kopf ist gelbrot, mit schwärzlicher Mittelmakel, ziemlich halb-
kugelig gewölbt, fast rund, nicht querelliptisch wie bei luteofasciata m. Die
Augen sind länglich-oval, viel kleiner als bei verglichener Art. Die Kiefer-
taster sind bleich gelbrot mit beilförmigem Endglied. Die Fühler sind ziem-
lich lang und sehr dünn, die beiden walzigen Grundglieder sind etwa von
gleicher Länge, das 3. Glied ist etwas dünner und unwesentlich kürzer als
das 2. Glied, das 4. Glied ist wenig kürzer als das 3., aber etwas breiter,
das 5. Glied ist wenig breiter als das 4., aber etwa !/a länger als dieses, das
5.-10. Glied ist untereinander etwa gleich lang, jedes etwa doppelt so lang
wie breit, das Endglied ist an beiden Fühlern abgebrochen.
Der Halsschild ist schwarz, sehr parallelseitig, seine größte Länge ver-
hält sich zur größten Breite wie 1:1, der Vorderrand springt kräftig bogen-
förmig vor und ist in der Mitte stark halsartig vorgebogen, der Mittellappen
des Hinterrandes ist wenig breit, regelmäßig gerundet, die Seiten, seitlich
gesehen, sind S-förmig geschweift, die Hinterwinkel sind rechteckig und
scharf.
Das Schildchen ist klein, gerundet dreieckig, bleichgelb, hell behaart.
352 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Die Flügeldecken sind sehr parallelseitig, erst weit hinter der Mitte
sanft verengt, die Enden sind einzeln breit verrundet. Die Flügeldecken
sind etwa 3mal so lang wie an den Schultern gemeinsam breit, pechschwarz,
eine breite, hell orangfarbene Längsbinde, die die ganze Basis einnimmt,
ein Stück hinter den Schultern sich verengt und dann gegen das Ende sich
wieder erweitert, bleibt längs der Naht fast in gleichem Abstand von dieser
und reicht knapp bis zum letzten Viertel der Flügeldecken, die schwarze
Farbe beschränkt sich also längs der Naht auf ein mäßig breites Band, auf
das reichliche letzte Viertel und seitlich bis ein Stück vor den Schultern,
die Behaarung ist dunkel auf den schwarzen Stellen und goldgelb auf den
hellen Teilen.
Das Pygidium ist sehr lang und dünn, von der Basis zur Spitze ziemlich
kontinuierlich verengt, an der Basis gelbrot, dann schwärzlich und gegen
die Spitze wieder dunkel rötlich aufgehellt, es ist 21/2 so lang wie das
Analsegment, reichlich halb so lang wie die Flügeldecken.
Die Unterseite ist gelbrot, die Seiten der Brust sind breit geschwärzt,
das Abdomen ist auf den vorderen Segmenten schwach gebräunt.
Die Beine sind hell gelbrot, nur die feinen Dörnchenkränze der Mittel-
und Hinterschienen und die Kerbe der Hinterbeine sind schwarz. Die End-
dorne der Hinterschienen sind gelb, der größere Dorn ist reichlich doppelt
so lang wie der kurze Dorn, der längere ist reichlich halb so lang wie das
1. Glied der Hintertarsen. Die Hinterschienen außer mit dem normalkurzen
Apicalkerb mit 2 langen Lateralkerben, die in weitem Abstand stehen und
jeder die Schienenbreite völlig durchzieht. Auf dem 1. Glied der Hinter-
tarsen 2 kräftige, lange Kerben, das 2. Glied mit 2 kurzen Kerben.
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 2,35 mm, bis Ende des
Pygidiums 3,15 mm.
Holotypus: Geschlecht ?, Queensland, Rockhampton, Godefroy leg., in mei-
ner Sammlung.
6. Gliposienoda freyi n. sp.
Eine ganz rostrote Art, wie die meisten Vertreter dieser Gattung, nur
die Augen, die Dörnchenkränze der Mittel- und Hinterschienen und die
Kerbe der Hinterbeine sind schwarz. Die gesamte Ober- und Unterseite ist
mäßig dicht, anliegend hell goldgelb behaart, die Behaarung ist nirgends
makelartig verdichtet.
Der Kopf ist kräftig gewölbt, stark quer-oval, fast glatt, bei 70facher
Vergrößerung kaum sichtbar, weitläufig extrem fein punktuliert. Die Augen
sind sehr groß, gattungsgemäß grob fazettiert und behaart. Die Kiefertaster
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 353
sind hell gelbrot, das Endglied (P) ist schmal beilförmig mit verrundeten
Ecken, fast etwas keulig.
Die Fühler sind sehr lang und dünn, die beiden ersten Glieder wie
gewöhnlich walzig, das 2. Glied etwas kürzer als das 1. Glied, das 3. Glied
ist viel kürzer und dünner als das 2., schwach konisch, das 4. Glied ist
beträchtlich länger als das 3. und zur Spitze etwas breiter als das 3. daselbst,
das 5. Glied ist etwa doppelt so lang wie das 4. und etwas breiter, das
5.-10. Glied ist untereinander von gleicher Länge, jedes etwa 2,5 so lang
wie breit, sehr schwach gesägt, ziemlich fadenförmig, das Endglied ist kaum
länger als das vorhergehende Glied, gestreckt (Abb. 8 Nr. 1).
Der Halsschild ist viel breiter als lang, seine größte Länge verhält sich
zu seiner größten Breite wie 5:7, der Vorderrand ist flachbogig, in der
Mitte schmal und sehr wenig etwas stärker vorgebogen, die Seitenränder
sind, von oben gesehen, sanft gebogen, nach vorn stärker eingezogen als
nach hinten, weit hinter der Mitte am breitesten, der basale Mittellappen
ist breit flachbogig, regelmäßig gebogen, die Seitenränder, seitlich gesehen,
sind fast gerade, die Hinterwinkel sind schwach stumpfwinkelig mit kurz
abgerundeter Ecke. Die Punktierung des Halsschildes ist fast ebenso fein
wie auf dem Kopf, nur wenig dichter, der Untergrund ist kaum sichtbar
fein chagriniert.
Die Flügeldecken sind lang, ziemlich parallelseitig, erst weit hinter der
Mitte sanft eingezogen, die Enden sind fast gemeinsam verrundet. Die Flü-
geldecken sind etwa 21/2 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit.
Die Punktierung ist sehr fein und dicht, aber viel kräftiger als auf dem
Halsschild, etwas raspelig, der Untergrund ist fein chagriniert.
Das Pygidium ist wenig lang, kaum ?/5 so lang wie die Flügeldecken,
ziemlich regelmäßig verengt, spitz, aber die Spitze ist abgestumpft, reichlich
doppelt so lang wie das Analsegment.
Die Unterseite ist einfarbig gefärbt und behaart, die Hinterränder der
Abdominalsegmente, ausgenommen das Analsegment, sind schmal hell gelb-
rot gesäumt.
Alle Beine sind einfarbig gelbrot, die Vorder- und Mitteltarsen sind
gattungsgemäß gebildet. Die Hinterschienen (Abb. 8 Nr. 2) außer dem
normalkurzen Apicalkerb mit 2 langen, sehr schrägen Lateralkerben, der
obere etwas länger als der untere, hinter dem oberen Kerb, längs des
Schienenrückens ein angedeuteter Dorsalkerb. Das 1. Glied der Hintertarsen
mit 3 kräftigen, stark schrägen Kerben, das 2. und 3. Glied mit je 2 Kerben.
Die Enddorne der Hinterschienen sind sehr ungleich lang, der längere reich-
lich doppelt so lang wie der kürzere Dorn.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 23
354 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Abb. 8: Glipostenoda freyi.n. sp.: 1. Fühler, 2. Hinterschiene mit Tarsus, 3. Kiefer-
taster, 4. Vordertarsus. Glipostenoda incognita n.sp.: 5. Fühler, 6. Hinterschiene
mit Tarsus, 7. Kiefertaster, 8. Vordertarsus.
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 4,2 mm, bis Pygidium-
ende 5 mm.
Holotypus ($), Queensland, Southport, I. 1957, G. Frey leg. und ihm zu
Ehren benannt.
Eine Reihe einfarbig rostroter oder brauner Mordellistena-Arten, von
Lea und anderen Autoren beschrieben, dürften, der Beschreibung nach, wohl
ebenfalls Glipostenoda-Arten sein, aber von keiner paßte die Beschreibung
auf vorliegende Art.
7. Glipostenoda incognita n. sp.
Die neue Art entspricht keiner der von Lea und anderen Autoren be-
schriebenen einfarbig rostroten Mordellistena-Arten, die wohl zumeist Gli-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 355
postenoda-Arten darstellen. Die Art ist stellenweise heller oder dunkler rost-
rot bis dunkelbraun, die Extremitäten sind heller gelbrot.
Der Kopf ist stark längs und quer gewölbt, ziemlich halbkugelig,
schwarz, nach vorn rostrot aufgehellt, nicht blaugrün irisierend wie die mei-
sten Arten, sehr fein und weitläufig punktuliert mit glatter Oberfläche,
sparsam gelblich grauweiß behaart.
Die Augen sind gattungsgemäß sehr groß, rundlich, grob fazettiert und
behaart, hinter der Insertionsstelle der Fühler kurz dreieckig ausgerandet.
Die Kiefertaster (?) sind blaß gelbrot, das Endglied ist breit beilförmig
(Abb. 8 Nr. 7), der Innenwinkel ist verrundet und liegt mehr basalwärts.
Die Fühler (Abb. 8 Nr. 5) sind sehr lang, dünn und fadenförmig, ein-
farbig blaß gelbrot, das 5.-10. Glied ist etwa 3mal so lang wie breit.
Der Halsschild ist braun, seitlich, besonders nach vorn breiter rostrot
aufgehellt, viel dichter und etwas stärker punktuliert als der Kopf, die Punk-
tierung wird gegen die Basis etwas gröber, dicht gelbgrau behaart. Er ist
breiter als lang, seine größte Länge verhält sich zu seiner größten Breite
etwa wie 9:13. Der Vorderrand ist spitzbogenförmig vorgewölbt, in der
Mittelpartie kaum etwas stärker vorgebogen, die Seiten, von oben gesehen,
sind schwach gebogen, zur Basis kaum, nach vorn stärker eingezogen, seit-
lich gesehen sind sie sehr schwach konkav eingebogen, die Hinterwinkel
sind fast rechtwinkelig, scharfeckig. Der Mittellappen des Hinterrandes ist
breit flachbogig, in der Mitte des Hinterrandes etwas begradigt.
Das Schildchen ist klein, dreieckig, rotbraun, gelbgrau behaart.
Die Flügeldecken sind kastanienbraun und wie der Halsschild längs
der Außenseiten etwas rostrot aufgehellt, dicht gelbgrau behaart, sehr dicht
raspelig punktuliert, dichter und kräftiger als auf dem Halsschild, aber noch
sehr fein. Sie sind 2,3 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit, sie
bedecken hinten das Pygidium bis zur Hälfte seiner Länge, seitlich sind sie
sehr sanft gebogen, kurz hinter den Schultern an gering nach hinten ver-
engt, die Enden sind fast gemeinsam verrundet.
Das Pygidium ist braun, gelbgrau behaart, mäßig lang, in der apicalen
Hälfte ziemlich dünn, aber mit abgestumpfter Spitze, doppelt so lang wie
das Analsegment, von oben ist nur die hintere Hälfte zu sehen, da der
basale Teil von den Flügeldecken verdeckt wird. Die Unterseite ist heller
rostrot als die Oberseite, einförmig gelbgrau behaart, die Behaarung ist
nirgends makelartig verdichtet.
Die Beine sind hell gelbrot, die hinteren etwas dunkler rostrot. Die
Tarsen der beiden vorderen Beinpaare sind gattungsgemäß gebildet (Abb. 8
Nr. 8). Auf den Hinterschienen sind außer dem normal-kurzen Apicalkerb
2 sehr schräge und lange, die Schienenbreite ganz durchziehende Lateral-
356 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
kerben ausgebildet. Das 1. Glied der Hintertarsen mit 3 langen, schrägen
Kerben, das 2. und 3. Glied je mit 2 langen Schrägkerben (Abb. 8 Nr. 6).
Die Enddorne der Hinterschienen sind gelbrot, ungleich lang, der längere
Dorn ist etwa doppelt so lang wie der kurze Dorn.
Länge: Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 3,5 mm, bis Pygidiumende
3,85 mm.
Holotypus (?), Queensland (ohne weitere Angabe), in meiner Sammlung.
III. Revisionen beschriebener Arten
1. Austromordella verticordiae Lea und niveosuturalis Lea
In meiner Arbeit, die Gattungen der Mordelliden der Welt (Ent. Blät-
ter, Krefeld, 45/46, 1949/1950, p. 41 u. 63), habe ich die Gattung Austro-
mordella mit der Art tarsata m. beschrieben.
Diese Gattung unterscheidet sich von Mordella L. besonders dadurch,
daß die Augen kahl sind, die Vordertarsen der ö ö sind mehr oder weniger
verbreitert, das Pygidium ist dick, robust, an der Spitze deutlich bogig-
ar PR,
Sr 1% N ; =
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Abb. 9: Austromordella niveosuturalis Lea.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 397,
dreieckig ausgeschnitten, außerdem sind die Parameren der männlichen
Genitalorgane von ganz anderer Bildung als in der Gattung Mordella
(Abb. 11). Die Art tarsata Erm. beschrieb ich nach Stücken, die nur mit
„Australien“ bezettelt waren. In dem Material des Museum G. Frey fand
ich einige Exemplare, die ich als Mordella verticordiae Lea bestimmte
(Trans. Ent. Soc. London, 1902, p.7), sie stammten aus Westaustralien,
Demarz leg. Diese Stücke entsprachen völlig der Diagnose von Austro-
mordella Ermisch. Die Art unterschied sich aber in vielen Eigenschaften von
der von mir als tarsata m. beschriebenen Art. Lea hat später eine Mordella
verticordiae var. niveosuturalis Lea beschrieben (Trans. Roy. Soc. Austral.
41, 1917, p. 229). Die Beschreibung der niveosuturalis Lea entspricht in den
wesentlichen Eigenschaften der von mir als tarsata Erm. beschriebenen Art.
Ich stelle deshalb tarsata Erm. (1950) synonym zu niveosuturalis Lea (1917).
Austromordella niveosuturalis Lea (tarsata Ermisch) ist als Genotyp der
Gattung Austromordella Ermisch zu betrachten. Obwohl Lea der Meinung
war, niveosuturalis Lea nur als var. zu verticordiae Lea zu betrachten, ent-
spricht das nicht dem wirklichen Befund, beides sind gut getrennte Arten.
Die Gattung Austromordella Erm. scheint in Australien noch weitere Arten
zu besitzen, denn in meiner Sammlung befanden sich noch zwei weitere
Arten, die aber leider durch Kriegseinwirkungen vernichtet wurden.
Austromordella niveosuturalis Lea
Mordella verticordiae var. niveosuturalis Lea, Trans. Roy. Soc. S. Austra-
lien, 41, 1917, p. 229.
Austromordella tarsata Ermisch, Entom. Blätter, 45/46, 1949/50, p. 6%
Die Originalbeschreibung Lea’s lautet: “There are before me 33 specimens
from Western Australia (Capel River, Mount Barker, and Beverley) that differ
from the typical form in having the suture narrowly and conspicuously snowy-
white, in strong contrast to the rest of the clothing (the sides at the base where
they are concealed from above have pale clothing, but not so white as on the
suture, and on the typical form the clothing there is also paler than on the disc),
and each of the abdominal segments has a conspicuous dark spot on each side.
The specimen formerly recorded as verticordiae from Mount Barker belongs
to this variety: of the typical form I have seen specimens only from Mogumber
and Mullewa. The two forms are quite sharply defined and distinct, but as they
agree so closely in structure, especially as to the conspicuously-notched pygidium,
it does not appear desirable to treat the present form as more than a variety.”
Man vergleiche hierzu meine ausführliche Beschreibung der tarsata
Erm. (loc. cit. p. 63-65).
Die Abb. 9 zeigt den Umriß der Art, die Abb. 10 zeigt Fühler, Pygi-
dium und Kiefertaster im Vergleich zu verticordiae Lea, die Abb. 11 zeigt
die männlichen Genitalarmaturen der beiden Arten im Vergleich.
358 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Abb. 10: Austromordella niveosuturalis Lea: 1. Fühler, 2. Pygidium, 3. Kiefer-
taster &, Austromordella verticordiae Lea: 4. Fühler, 5. Pygidium,
6. Kiefertaster J.
Austromordella verticordiae Lea
Mordella verticordiae Lea, Trans. Ent. Soc. London, 1902, p. 7.
Mordella verticordiae Lea, Trans. Roy. Soc. S. Australien, 41, 1917, p. 228.
Die Originalbeschreibung lautet: “On typical specimens of this species the
elytral pubescence although paler on the suture than on the sides, is not sharply
defined there, the colour gradually changing; on the abdominal segments also
there are no conspicuous dark spots at the sides, although in some lights the
tips of the segments appear to be darker than the other parts. A specimen (from
the Blackburn collection) differs from the types in being somewhat larger (7 mm
to tips of elytra) and uniformly clothed all over with ashen white pubescence,
quite as pale on the sides of the elytra as on the suture.”
Zu dieser Beschreibung ist zu sagen, daß sie sich auch auf niveosuturalis
Lea bezieht. Bei der Beschreibung der niveosuturalis (siehe diese) geht Lea
darauf ein. Bei verticordiae Lea ist die Naht nicht abstechend weiß behaart
wie bei niveosuturalis Lea. Nach dem mir vorliegenden Material scheint
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 399
verticordiae kleiner zu sein als niveosuturalis Lea. Die Beschreibung der
verticordiae Lea ergänze ich im Vergleich zu niveosuturalis Lea durch fol-
gende Angaben:
Die Gestalt ist schmäler als bei niveosuturalis Lea, nicht so stark keil-
förmig verengt wie diese Art. Der Kopf ist rundlicher queroval, stärker längs
und quer gewölbt, der Vorderrand des Kopfschildes und die Oberlippe sind
ganz schwarz. Die Augen sind etwas kleiner. Die Punktierung des Kopfes
ist zwar sehr fein, aber wesentlich gröber als bei niveosuturalis Lea.
Die Kiefertaster sind schwarz, das Endglied ist gestreckter als bei ver-
glichener Art, der Innenwinkel ist verrundet und liegt mehr in der Mitte,
bei niveosuturalis Lea mehr basalwärts (Abb. 10). Während bei niveosutu-
ralis Lea das 3. Fühlerglied länger als das 2. Glied ist, ist bei verticordiae
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Abb. 11: Austromordella niveosuturalis Lea: 1. Lanzette des Penis, 2. Sklerit,
3. Parameren, einander zugekehrte Seite. Austromordella verticordiae: 4. Lanzette
des Penis, 5. Sklerit, 6. Parameren, einander zugekehrte Seite.
360 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Lea das 3. Glied nur so lang wie das 2. Glied, sonst sind die Fühler ähnlich
gebaut (Abb. 10). Der Halsschild ist etwas breiter als bei niveosuturalis
Lea, das Verhältnis größter Länge zu größter Breite ist 4:5, bei niveosu-
turalis Lea 6:7, sonst wie bei dieser Art, aber der Hinterrand des basalen
Mittellappens verläuft bei verticordiae in kontinuierlichem Bogen, bei
niveosuturalis Lea ist er in der Mitte schwach begradigt.
Die Flügeldecken sind ähnlich wie bei verglichener Art, der Eindruck
zwischen den Schultern ist bei verticordiae weniger ausgeprägt. Die Behaa-
rung ist weniger kontrastreich, längs der Naht ist die Behaarung zwar etwas
heller, bildet aber kein schneeweißes Nahtband. Das Pygidium ist etwas
schlanker, sonst wie bei niveosuturalis Lea (Abb. 10).
Die Vordertarsen des ö von verticordiae sind viel weniger stark ver-
breitert als bei niveosuturalis Lea, im übrigen sind die Beine ähnlich wie die
der verglichenen Art.
Die männlichen Genitalarmaturen (Abb. 11) sind außerordentlich unter-
schiedlich und von ganz anderem Typ als in der Gattung Mordella.
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5,8-6 mm, bis Pygidium-
ende 7,1-7,4 mm.
Meine Stücke der niveosuturalis Lea messen entsprechend 8,5-8,65 mm,
bzw. 10,15-10,35 mm.
Fundorte der Exemplare des Mus. Frey der verticordiae Lea: Westaustra-
lien, New Norola, X. 53, Demarz leg. u. Murchinow River, IX. 57,
Demarz leg.
2. Mordella waterhousei Champ. (obliqua Waterh.) und baldiensis Blackb.
Zwei sehr ähnliche Arten, deshalb hat Lea (Trans. Roy Soz. S. Austr.
41, 1917, p. 218) sie zu einer Art vereinigt und führt waterhousei Champ.
(obligua Waterh.) nur als var. von baldiensis Blackb. an. Das trifft nicht zu.
Beides sind gut zu trennende Arten, wie ich weiter unten ausführen werde.
Blackburn gibt für seine baldiensis als Größe 1V/2-13/a lin. an (Trans. Roy.
Soc. S. Austr. 14, 1890/91 (1891), p. 341), während Waterhouse die Länge
seiner obligua mit 2/2 lin. angibt (Trans. Ent. Soc. London, 1878, p. 236).
Das umfangreiche Material des Museum G. Frey enthält eine große Zahl
von Exemplaren beider Arten. Wenn man dieses Material allein schon nach
der Größe sortiert, erkennt man bei aufmerksamer Betrachtung (gute Präpa-
ration vorausgesetzt), daß zwei ektoskelettal unterschiedliche Arten vorlie-
gen. Ich betrachte deshalb die größere Art als waterhousei Champ. (obligqua
Waterh.), die kleinere Art als baldiensis Blackb. Lea hat noch die Arten
alboscutellata, ignota und inconspicua beschrieben (Proc. Linn. Soc. N. S.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 361
Wales (2) X, 1895, p. 294-296). Später hat er diese Arten als var. von
baldiensis Blackb. aufgefaßt (Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218).
Falls diese Arten wirklich zu den beiden oben genannten Arten gehören,
was der Beschreibung nach anzunehmen ist, so würden hinsichtlich der
Größe alboscutellata Lea und ignota Lea zu waterhousei Champ. und
inconspicua Lea zu baldiensis zu stellen sein.
Mordella waterhousei Champ (obliqua Waterh.)
Mordella obligqua Waterh., Trans. Ent. Soc. London 1878, p. 236 (nec
J. Lec. 1878).
Mordella waterhousei Champion, Trans. Ent. Soc. London 1895, p. 267 nota.
Mordella baldiensis Blackb. var. waterhousei Champ. (obligqua Waterh),
Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218.
Die Originalbeschreibung von Waterhouse lautet: “Fusco-nigra, griseo-flavo-
pubescens, elytris fusconigris, plaga basali triangularis, griseo-flavo-pubescenti.”
Long. 2!/: lin.
Rather an elongate, narrow species. Thorax convex and rather less broad then
any of the above described, Elytra rather long, clothed with yellowish pubescence,
with the sides pitchy-black. A line drawn from below the shoulder to the suture
a little way from the apex would be the line of demarcation between the yellow
pubescence and the dark margins. the abdomen is fuscous-black, with the usual
silky spots on the sides of the first, second and third segments. the base of the
antennae and the anterior femora are slightly pitchy.
Hab.-S. Australien (Backewell).”
Dieser Beschreibung entsprechen, eine artgemäße Variabilität einge-
schlossen, die zahlreichen Exemplare des Museums G. Frey von folgenden
Fundorten: Victoria, Warbuton XII. 56-1. 57, G. Frey leg., Victoria, Melton,
24. 1. 57, G. Frey leg. und Sydney, 1958, Nikitin leg. Die Beschreibung,
die Waterhouse gegeben hat, gegnügt aber nicht, um die Art von baldiensis
Blackb. abzugrenzen. Die Abb. 12 zeigt wesentliche Unterschiede der bei-
den Arten. Die Fühler von waterhousei Champ. sind vom 5. Gliede an
stark gesägt, das 5. Glied ist viel breiter als die vier vorhergehenden basalen
Glieder, das 2. Glied ist kürzer als das 1. Glied, bei baldiensis Blackb. sind
die Fühler vom 5. Gliede an geringer sägezähnig, das 5. Glied ist nicht so
viel breiter wie die vorhergehenden Glieder und das 2. Glied ist etwa so
lang wie das 1. Glied. Das Endglied der Kiefertaster ist bei waterhousei
breiter beilförmig als bei baldiensis. Die Vordertarsen des ö von water-
housei sind verbreitert, so breit wie die Schiene am Ende breit ist, bei
baldiensis sind die Vordertarsen des ö kaum verbreitert. Der Kopf von
waterhousei ist stärker queroval, mäßig längs und quer gewölbt, baldiensis
hat einen weniger querovalen Kopf, der aber kräftiger längs und quer ge-
3062 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
wölbt ist. Die ersten Fühlerglieder, die Taster und die Vorderbeine, aus-
genommen die schwarzen Tarsen, sind dunkel rotbraun die entsprechenden
Teile bei baldiensis sind hell rostrot. Die Größenunterschiede sind bereits
genannt worden. Die männlichen Genitalarmaturen (Abb. 12) der beiden
Arten zeigen entscheidende Unterschiede.
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Abb. 12: Mordella waterhousei Champ.: 1. Sklerit, 2. Lanzette des Penis, 3. Para-
meren, einander zugekehrte Seite, 4. Fühler, 5. Kiefertaster d, Mordella baldiensis
Blackb.: 6. Sklerit, 7. Lanzette des Penis, 8. Parameren, einander zugekehrte Seite,
9. Fühler, 10. Kiefertaster d.
Die Beschreibungen Leäs von alboscutellaia und ignota zeigen nichts
anderes als die Variabilität der Art hinsichtlich der Behaarung und deren
Färbung, sie scheinen beide nur ab. color. von waterhousei zu sein.
Mordella baldiensis Blackburn
Mordella baldiensis Blackb., Trans. Roy. Soc. S. Austr. 14, 1890/91 (1891)
p. 341.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 363
Mordella baldiensis Blackb., Trans. Roy. Soc. S. Austr. 17, 1893, p. 138.
Mordella baldiensis Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales X, 1895, p. 304.
Mordella baldiensis Lea, Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218.
Die Originalbeschreibung von Blackburn lautet: “Nitida, nigra; supra aureo,
subtus argenteo, pubescens, prothorace et elytris subcoeruleo-micantibus.
Long. 1!/2-13/4 1.
This little species is entirely devoid of distinct markings, but the evenly-
distributed pubescence has an appearance resembling a pattern which varies
infiniteky according to the way the light falls on it, if the insect be looked down
upon from above there seems to be a line running from each shoulder to the
suture at about a third of its length, and then continuing along the suture, and
as the point of view is moved backward the lines from the shoulder seem to
lengthen and meet the suture further from the base. from a certain point of view
there seems to be a facia behind the middle, which seems to move its position
as the point of view is shifted.
Victoria; on a mountain called Baldi, on flowers.”
Auch diese Beschreibung entbehrt der Angabe ektoskelettaler Eigen-
schaften, die sie sicher von waterhousei trennen ließen. Oben, bei water-
housei Champ. habe ich solche Unterschiede genannt, die auch zum Teil
die Abb. 12 zeigen. Es dürfte nunmehr keine Schwierigkeit geben, die
bieden Arten sicher zu trennen. Der Beschreibung nach steht dem nichts
entgegen, die Mordella inconspicua Lea als eine Form der baldiensis Blackb.
zu betrachten.
Fundorte des Materials des Museum G. Frey: Victoria, Melton, 24. I. 57,
G. Frey leg. und Warbuton, XI. 56 - I. 57, G. Frey leg.
Mordella sydneyana Blackb.
Mordella sydneyana Blackburn, Trans. Roy. Soc. S. Austr. 17, 1893, p. 137.
Mordella sydneyana Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales 10, 1895, p. 304. -
Trans. Ent. Soc. London, 1902, Tl. 1, Fig. 24. — Trans. Roy. Soc. S.
Austr. 40, 1917, p. 228.
Die Originalbeschreibung Blackburns lautet: “Nigra; dense nigro-pubescens;
capite, prothorace (linea media et macula utrinque exceptis), elytrorum basi
anguste sutura antice macula elongata discoidali basin attingenti maculi ante-
mediana lunata et macula postmediana rotundata laete argenteo-pubescenti; ore
palpis antennarum basi et femoribus anticis rufis. Long. 2,1, lat. %5 1.
This species is near M. communis Waterh., but it narrower and more elon-
gate, and with markings so different that even if the discovery of intermediate
forms should bring the two together it would be convenient to call it by a distinc-
tive name. The silvery markings of the elytra are extremely sharply defined and
364 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
conspicuous, consisting of a short narrow vitta on the front part of the suture,
and on each elytron the following: A short wide vitta running hindward from the
middle of the base, a semilunar spot (its convex site forward) close in front of
the middle, and a round spot distant from the suture considerably in front of the
apex. The markings differ from those of communis in there being no isolated spot
behind the base, in a large semilunar spot taking the place of the two small
spots in front of the middle, and in the hindmost spot being larger, rounder,
not nearly so close to the suture, and not quite so near the apex. This is not the
‘var. of communis from Sydney mentiones by M. Waterhouse (Tr. E. S., 1878,
p- 231).
N. S. Wales; near Sydney.”
Lea bringt (loc. cit. 1895) nur weitere Fundorte, und (loc. cit. 1902)
nur die Abbildung einer Flügeldecke, ferner (loc. cit. 1917) vergleicht er
Abb. 13: M ordella sydneyana Blackb.
Abb. 14: Mordella sydneyana Blackb.: 1. Sklerit, 2. Parameren, einander
zugekehrte Seite, 3. Fühler 3.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 365
M. sydneyana mit M. cara Blackb. und hebt die Schwierigkeit hervor, die
Arten sydneyana, cara und promiscua zu trennen, wenn die Haarzeichnung
variiert, das ist zutreffend, sofern man nur diese als Trennungsmerkmal ver-
wendet. Lea beschreibt noch eine var. cairuensis, die sich durch kleinere
Gestalt von der typischen Form unterscheidet und durch etwas andere Fär-
bung der Behaarung der Unterseite. Ob es sich hierbei um eine Form der
sydneyana handelt, kann ich zur Zeit nicht entscheiden.
Blackburn hebt in seiner Beschreibung hervor, daß die Haarzeichnung
der Oberseite silberfarben sei, bei cara Blackb. dagegen goldfarben und die
der Unterseite silbern. Die wenigen mir vorliegenden Exemplare der syd-
neyana haben aber schwach goldfarbene Makeln, müßten also zu cara zu
stellen sein, aber die Haarzeichnung entspricht ganz der, wie sie für syd-
neyana angegeben ist. Andererseits weist Blackburn bei cara auf das Fehlen
einer roten Farbe auf Fühlern und Beinen hin. Die mir vorliegenden Exem-
plare besitzen aber orangerote Vorder- und Mittelschenkel und mehrere ba-
sale Fühlerglieder und die Kiefertaster sind ebenfalls orangerot. Wie bereits
früher von mir ausgesprochen, ist die Färbung der Haarzeichnung bei einer
Art oft wechselnd, von silbern bis golden, so z.B. bei den paläarktischen
Arten der Gattung Variimorda, desgleichen stellte ich bei einer großen Serie
der australischen Mordella limbata Waterh. die gleiche Erscheinung fest.
Ich vermute, daß sich die Farbe der Behaarung bei den Einzelindividuen
im Laufe ihres Lebens ändert, wobei zunächst noch offen bleibt, ob sie bei
frischen Exemplaren golden ist und später ausbleicht oder umgekehrt. Ich
halte also die vorliegenden Ex. für sydneyana Blackb.
Zur Erkennung der Art seien noch folgende Angaben gemacht: Die
Vorderschienen des ö sind fast viertelkreisförmig gebogen wie bei vielen
australischen Arten, z. B. bei der in dieser Arbeit beschriebenen M. humer-
opicta m. (Abb. 6). Bei Mordella promiscua (Er.) Lea (communis Waterh.)
hat das ö völlig gerade Vorderschienen. Bei einer Reihe australischer Mor-
della-Arten sind die Fühler vom 5. Gliede an stark verbreitert, z. B. bei
M. waterhousei Champ. (Abb. 4), bei sydneyana ist das nicht der Fall, das
9. und die folgenden Glieder sind nur mäßig breiter als die vier vorher-
gehenden (Abb. 14). Auffällig im Vergleich mit etwa gleichgroßen Arten
sind die großen Parameren des männlichen Genitalapparates (Abb. 14).
Die Enddorne der Hinterschienen sind schwarz oder schwärzlich.
In meiner Sammlung ein Öö, N. S. Wales, Fettin leg., desgl. ein ?. In
dem Material der Sammlung G. Frey ein $: Vict. Warburton XII. 56,
G. Frey leg. Die Länge beträgt: Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5-5,3
mm, bis Pygidiumende 6,3-6,8 mm.
366 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Moerdelia limbata Waterh.
Mordella limbata Waterhouse, Trans. Ent. Soc. London 17, 1878, p. 235.
Mordella limbata Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 1895, p. 290. - Trans.
Ent. Soc. London 1902, p. 3, Tfl. 1, Fig. 7-9. - Trans. Roy. Soc. S. Austr.
41, 1917, p. 224.
Abb. 15: Mordella limbata Waterh.
Die Originalbeschreibung von Waterhouse (loc. cit. p. 235) lautet: “Nigra, vix
purpurascens, supra aureo-sericea, thorace linea mediana punctoque utrinque
nigris; elytris marginibus, apice, punctoque reniformi utrinque ante apicem nigris;
corpore subtus femoribusque griseo-auro-sericeis.
Long. 1/2 lin.
Black, clothed above with golden pubescence, leaving on the thorax a com-
plete medial line, and a round spot on each side of the disk black. The elytra are
clothed with golden pubescence, the margins and apex black, and an elongate-
oval black spot cut out of the side of the golden pubescence and confluent with
the black of the margin. The palpi and the anterior femora are obscure pitchy.
Hab.-Sydney (Salting).”
Lea (1895) weist auf die Variabilität der Haarzeichnung hin, auch daß
diese bei vielen Exemplaren silbern sein kann statt golden, bei reduzierter
heller Behaarung sei es zuweilen schwierig, festzustellen, ob diese Formen
zu limbata oder bella gehören. Später (loc. cit. 1902) ist Lea der Meinung,
das w-album Champ. nur ein Varietät der limbata Waterh. sei, desgleichen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 367
auch promiscua Er., aber (loc. cit. 1917) hält er bella, promiscua und limbata
für 3 gute Arten, was auch zutreffend sein dürfte. Ebenso scheint auch
w-album Champ. keine Varietät von limbata Waterh. zu sein, ob sie eine
Variante einer anderen Art oder eine eigene Art ist, kann ich zur Zeit nicht
entscheiden.
Zur Kennzeichnung der Art sei noch folgendes gesagt: Die Variabilität
der Haarzeichnung von limbata Waterh. ist nicht so groß, wie Lea (1902)
annimmt, weil er unterschiedliche Arten als Varianten von limbata auffaßte.
Bei etwa 100 Ex., die ich bisher sah, entspricht die Haarzeichnung bei der
weitaus größten Zahl der Ex. der, wie sie in der Abb. 15 wiedergegeben
ist, sie kann mehr oder weniger reduziert sein, selten sind Halsschild und
Flügeldecken einfarbig golden oder silbern behaart. Die Vorderschienen
des 5 sind völlig gerade. Die Beine und Fühler sind schwarz, bei ö und 9
sind die Vorderschenkel dunkel rostrot aufgehellt, die basalen Fühlerglieder
und das Endglied der Kiefertaster sind mitunter schwach braunrot aufge-
hellt, die Enddorne der Hinterschienen sind heller oder dunkler bräunlich
bis schwärzlich. Die Fühler sind dünn, das 5. und die folgenden Glieder
sind nur mäßig breiter als die vier vorhergehenden.
Abb. 16: Mordella limbata Waterh., Parameren, einander zugekehrte Seite.
Mir lag zur Untersuchung folgendes Material vor: 80 Ex. Umgeb.
Sydney, Nikitin Igt., 1958 in Sammlung G. Frey, ein Ex. Sydney, Lüdde-
mann leg., Lea det., 2 Ex. King Island, Tasmanien Lea leg. et det. davon
1 Ex. mit völlig golden behaarten Flügeldecken (Deutsch. Ent. Institut).
Mordella promiscua (Er.) Lea
Mordella promiscua Erichson, Arch. f. Naturgeschichte 15, 1842, p. 181.
Mordella promiscua Lea, Trans. Ent. Soc. London, 1902, p. 3. - Trans. Roy.
Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 226, Tfl. XIV, Fig. 85-90.
368 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Die Originalbeschreibung Erichsons konnte ich leider nicht einsehen.
Ob die Auffassung Leas hinsichtlich der Erichsonschen Art zutrifft, kann ich
nicht beurteilen, schließe mich aber der Auffassung Leas an. Lea hat (loc.
cit. 1917) folgende Arten als Synonyme bzw. Varianten von promiscua Er.
betrachtet: communis Waterh., trivialis Waterh., aemula Lea, fugitiva Lea,
raymondi Lea und simillima Lea. Nach dem mir vorliegendem Material,
das nicht sehr zahlreich ist, scheint die Art in der Haarzeichnung außer-
ordentlich variabel zu sein, siehe auch die von Lea gegebenen Abbildungen
für communis und die oben genannten Arten, die er loc. cit. 1917 als Formen
der promiscua betrachtet. Die Abb. 17 zeigt ein Ex., das in der Ausbildung
der Haarzeichnung etwa die Mitte hält.
0
Abb. 17: Mordella promiscua (Er.) Lea
Zur Erkennung der Art seien noch folgende Angaben gemacht: Die
Abbildung 18 zeigt Fühler und Kiefertaster des ö, sowie die Genitalar-
maturen. Die Fühler sind vom 5. Gliede an nur mäßig erweitert, die Vor-
derschenkel des ö sind ganz gerade. Die Vorderschenkel des 6 sind orange-
rot, die entsprechenden Schienen teilweise verdunkelt, Mittel- und Hinter-
beine sind schwarz, die Enddorne der Hinterschienen sind gelbrot. bis rost-
rot. Die Kiefertaster sind schwarz, das Endglied aber ist gelbrot mti ge-
schwärzter Vorderseite, mehrere basale Glieder der Fühler sind teilweise
gelbrot, beim $ sind die gleichen Teile meist etwas dunkler.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 369
Abb. 18: Mordella promiscua (Er.) lea: 1. Kiefertaster &, 2. Fühler, 3. Lanzette
des Penis, 4. Sklerit, 5. Parameren, einander zugekehrte Seite.
Die mir vorliegenden Ex. der weit verbreiteten Art stammen von West-
australien, Umg. Perth, XII. 53, Demarz leg. und Wanneroo, 31. X. 51,
Demarz leg. in Sammlung G. Frey.
Stenomordellaria nigra Ermisch
Stenomordellaria nigra Ermisch, Ent. Blätter 45/46, 1949/50, p. 57.
Der Beschreibung lag ein $ zugrunde. Die ausführliche Beschreibung
der Art kann in meiner oben zitierten Arbeit nachgelesen werden. In der
Aufsammlung des Herrn Konsul G. Frey fand sich ein ö, Neuseeland,
N.-Island Roforna, 1.-6. XII. 56, leg. G. Frey. Zur Ergänzung der Artbe-
schreibung dient die Abb. 19, die einen Fühler und die Lanzette des Penis
und die Parameren der männlichen Genitalarmaturen zeigt. Im übrigen
entspricht das Ex. der von mir gegebenen Beschreibung.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 24
-
370 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens
Abb. 19: Stenomordellaria nigra Ermisch: 1. Lanzette des Penis, 2. Parameren,
einander zugekehrte Seite, 3. Fühler d.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 371
Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst
Revision der Pteropliini der asiatischen Region
(Col. Cerambycidae)
Von $S. Breuning, Paris
I. Teil
Pteropliini Thoms.
Pteropliini Thomson, 1860, Ess. Class. Cer., pp. 43, 73.
Niphonini Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 7, 56.
Niphonini + Atossini + Pteropliini Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 414, 496,
519, 595.
Metagnomini Aurivillius, 1924, Ark. f. Zool., XVII, A/12, p. 13.
Niphonini Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVII, p. 49; 1951, Longic., II, pp. 326,
452.
Das erste Fühlerglied ohne Narbe (sehr selten mit einer offenen, nicht
vortretenden Narbe), niemals sehr lang und schmal (wenn dann mit seit-
licher Längskante). Mittelhüfthöhlen offen. Metasternum meist von normaler
Länge, selten kurz. Mittelschienen ohne Dorsalfurche und ohne mittleren
Dorsalhöcker. Klauen divergent (Tafel, Fig. 11).
Typ: Pteroplius Serv.
Die Pteropliini gehören zu den Tribussen mit divergenten Klauen (Fig.
10), welche untereinander durch folgende Merkmale getrennt werden
können:
1. Metasternum merklich verkürzt (Fig. 1)... 2:
— Metasternum nicht merklich verkürzt (Fig. 2) ....... eo. 1
2. Mittelschienen mit Dorsalfurche .............eeeee 3.
— Mittelschienen ohne Dorsalfurche (Fig. 3) ............. MRRHERNRR.: 4.
3. Mittelschienen mit leichter Dorsalfurche (Fig. 4), das dritte Füh-
lerglied höchstens ein wenig länger als das vierte, die Mittelhüft-
hohlen stets offen ...... nen Dorcadionini Thoms.
— Mittelschienen preapikal stark ausgeschnitten (Fig. 5) oder das
dritte Fühlerglied viel länger als das vierte oder die Mittelhüft-
höhlen geschlossen. ..................... Apomecynini Lac. part.
4. Mittelhüfthöhlen geschlossen (Fig. 7) ......... Gyaritini Breun. part.
== Nistelhuithohlen orten (Kre O\ San ee mern 3.
5. Halsschild mit hohen Scheibenhöckern oder großer Mittelbeule
Phantasini Hunt & Breun.
— Halsschild ohne derartige Höcker oder Beule ............ 6.
372
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
. Fühlerhöcker sehr weit auseinanderstehend, gar nicht vortretend,
die Augen ausgeschnitten .................. Compsosomatini Thoms.
Fühlerhöcker nicht so weit auseinanderstehend, leicht vortretend
oder die Augen unterteilt .................. Pteropliini Thoms. part.
. Erstes Fühlerglied mit stark ausgebildeter Narbe (Fig. 8) .................
Erstes Fühlerglied ohne derartige Narbe (Fig. 9) .........................
. Mittelhüfthöhlen geschlossen. ...................... Apomecynini Lac. part.
Mittelhüfthöhlen.. offen... re
. Die Narbe des ersten Fühlergliedes seitlich vortretend, so daß
dieses Glied apikal schief abgestutzt erscheint ... Mesosini Thoms.
Die Narbe seitlich nicht vortretend ................esaaasaseasssaae.
. Mittelschienen ohne Dorsalfurche ............. Pteropliini Thoms. part.
Mittelschienen mit Dorsalfurche ............... . 2er 2 ee
. Erstes Fühlerglied sehr lang und schmal; Körper schmal und sehr
langgestreckte Be a ee Agapanthini Muls. part.
Erstes Fühlerglied niemals sehr lang und schmal ....................
. Schultern seitlich vortretend; erstes Fühlerglied gekeult; ameri-
kanische Gattungen ur nat... Onciderini Thoms. part.
Schultern nicht so vortretend, das erste Fühlerglied nicht gekeult,
afrikanische Gattungen 2..2...un...2.2 Sternotomini Thoms.
„ Mittelschienen ohne Dötsalfurche. .......... en
Mittelschienen mit Dorsalfurche .............. ee
. Mittelhüfthöhlen geschlossen .......................... Gyaritini Breun. part.
Mittelhüfthöhlen offen... 0
. Mittelschienen mit dorsal vortretenden Mittelhöcker; Clypeus
meistizwellappier. Sr... ee Stenobiini Breun.
Mittelschienen ohne Dorsalhöcker, Clypeus niemals zweilappig ...
Tafel
Erklärung der Figuren:
Metasternum verkürzt
Metasternum von normaler Länge
Mittelschiene ohne Dorsalfurche
Mittelschiene mit leichter mittlerer Dorsalfurche
Mittelschiene preapikal stark ausgeschnitten
Mittelhüfthöhlen offen
Mittelhüfthöhlen geschlossen
. Erstes Fühlerglied mit Narbe
. Erstes Fühlerglied ohne Narbe
. Klauen divergent, von oben und von unten
m
HSsoenpsuromH-
. Klauen gesperrt, von oben und von unten
10.
11.
12.
14.
LS:
16.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 373
no Sn See
x ILS &
N
DR NE
S
SS
I
cc
IR
N
374
29.
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
. Erstes Fühlerglied nicht sehr lang oder mit seitlichem Längskiel
Pteropliini Thoms. part.
Erstes Fühlerglied sehr lang, ohne seitlichen Längskiel! ...................
. Jede Decke mit hohem Scheibendorn; amerikanische Gattung ......
Megabasini Lac.
Decken ohne derartigen Dorn; afrikanische Gattungen. .....................
Theocridini Lac.
. Jedes Fühlerglied vom fünften ab in einen seitlichen Lappen aus-
Bezogen „nie ee Cloniocerini Lac.
Fühlerglieder nicht in einen seitlichen Lappen ausgezogen. ..............
. Gestalt sehr langgestreckt; das erste Fühlerglied speziell lang und
AUNHN en ee ee ER
Das erste Fühlerglied niemals speziell lang und dünn. ......................
. Decken an den Schultern viel breiter als der Halsschild .......................
Onocephalini Lac.
Decken an den Schultern höchstens wenig breiter als der Hals-
scan ee Agapanthiini Muls. part.
. Die oberen Augenloben völlig rückgebildet ... Proctocerini Auriv.
Die oberen Augenloben nicht rückgebildet ................
. Prosternalfortsatz sehr schmal, viel niedriger als die Vorderhüften,
letztere stark vortretend 2.2 ea... ee Xylorhizini Lac.
Prosternalfortsatz nicht so schmal, nicht so viel niedriger als die
Vorderhüften, letztere weniger vortretend ...........eue
. Erstes Fühlerglied kurz, keulenförmig, im mittleren Teil stark ver-
dickt; Halsschild mit mittlerem Seitendorn ... Homonoeini Thoms.
Erstes Fühlerglied nicht so gestaltet, oder der Halsschild ohne
mittleren: Seitendom u.a... 2 ee
. Mittelhüfthöhlen geschlossen, oder offen, dann aber die Mittel-
schienen preapikal stark ausgeschnitten, oder die Stirn trapez-
förmig, oder die Decken mit abstehenden Haaren besetzt oder
das dritte Fühlerglied viel kürzer als das vierte ...........n..
Apomecynini Lac. part.
Mittelhüfthöhlen stets offen; Mittelschienen mit leichter mittlerer
Dorsalfurche 1.22. 2... ne
Stirn nicht trapezförmig; Decken ohne abstehende Haare, das
dritte Fühlerglied höchstens etwas kürzer als das vierte; afrika-
nische Gattungen tr an Tragocephalini Thoms.
Stirn häufig trapezförmig; das dritte Fühlerglied meist länger
als das vierte; amerikanische Gattungen. ....... Onciderini Thoms.
Gattungen in der asiatischen Region.
17.
19.
20.
2.
22.
24.
29.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
BENTELAStELNUM. KULZ . een een lag nn kn
Metasternum von normaler Länge...
2. Jede Decke mit einem ziemlich hohen postbasalen Scheibenhöcker
= "Decken ohne einen solchen ........un.ennnnnne
3. Halsschildscheibe mit hohen Beulen besetzt Brachyelasma Breun.
— Halsschildscheibe ohne solche... Pseudale Schwarz.
4. Augen tief ausgeschnitten ............. Pseudoparmena Breun.
Nu NUNteTte ER nern rer
9. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt
— Mesosternalfortsatz nach vorn allmählich geneigt .......................
6. Kopf nicht rückziehbar ...................... Aprophata Newm.
== Kopt müuckziehbar „......2..2.0e nen Dasyerrus Pasc.
7. Jede Decke mit einem großen Haarfascikel bewehrt .....................
Pterolamia Breun.
=U Decken ohne ein solches... en ne
. Fühler ziemlich dick, unterseits dicht gefranst Marmylaris Pasc.
Fühler wenig dick, unterseits kaum gefranst ... Niphosoma Breun.
9. Drittes Fühlerglied höchstens so lang als das vierte ...............
— Drittes Fühlerglied länger als das vierte ..............
10. Erstes Fühlerglied mit offener Narbe ...... Spinopraonetha Breun.
— Erstes Fühlerglied ohne Narbe ............nnnnnnn
ll. Drittes Fühlerglied nicht oder kaum länger als das erste ..............
- Drittes Fühlerglied merklich länger als das erste ..........
12, Ausenwausseschnitten ner. een
Er NIS EHE unterteilt. Mae Be ee an
13. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............ ne
— Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte ...............
14. Körper ohne abstehende Haare ............. een
— Der ganze Körper mit abstehenden Haaren besetzt ................
15. Halsschild mit kleinem, stark der Basis genähertem Seitendorn
Phesates Pasc.
= Halsseinldohne Seitendom 2... Desisa Pasc.
16. Jede Decke mit einer postbasalen Scheibenbeule ...............
Pseudomiccolamia Pic
— Decken ohne eine solche ............. Mispila Sg. Trichomispila Breun.
17. Decken ohne abstehende Haare aber mit Haarfascikeln .................
Eosthenias Breun.
= DeckenzohmerHlaartaseikel. 2 un. ee ee
18. Mesosternalfortsatz vorn nicht abgestutzt .............. Mispila Pasc.
— Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt
ee
18.
19.
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
. Decken mit abstehenden Haaren besetzt
. Fühler unterseits kurz gefranst
. Durchweg mit langen abstehenden Haaren besetzt
. Drittes Fühlerglied so lang als das erste
. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte
. Kopf nicht rückziehbar
Decken ohne abstehende Haare
Fühler unterseits lang gefranst
. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt
Mispilopsis Breun.
Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ......... Paramispila Breun.
Ohne abstehende Haare, außer zuweilen einigen wenigen sehr
kurzen
Egesina Pasc. Sg. Callienispia Fis.
Drittes Fühlerglied kürzer als das erste... ne
Egesina Pasc. Sg. Callegesina Breun.
Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte
. Halsschild mit je einem kleinen, unteren Seitenhöcker nahe dem
Vorderrand ....... Pterolophia Newm. Sg. Gibbopraonetha Breun.
Halsschild ohne einen solchen Höcker
. Kopf rückziehbar ............. Pterolophia Newm. Sg. Hylobrotus Lac.
Kopf nicht rückziehbar ....... Pterolophia Sg. Sociopraonetha Breun.
. Halsschild mit fünf stumpfen Scheibenbeulen Paranaches Breun.
Halsschild ohne solche Beulen
. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt .....
Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ...........neee
. Erstes Fühlerglied so lang als das dritte .................. Alidus Gah.
Erstes Fühlerglied länger als das dritte ........ Pseudalidus Breun.
Pterolophia Newm. Sg. Undulatopraonetha Breun.
Kopf rüuckziehbar"..2.......... 0. Dee
. Decken sehr lang, mit zahlreichen Höckern, die auf jeder in drei
Längsreihen angeordnet sind .............. Soridopsis Breun.
Decken mäßig lang, höchstens mit zwei Haarfascikeln besetzt ......
. Drittes Fühlerglied so lang als das erste ............ nn.
Pterolophia Newm. Sg. Armatopraonetha Breun.
Drittes Fühlerglied länger als das erste ................. na 0
Pterolophia Sg. Ovalopraonetha Breun.
. Mesosternalfortsatz vorn abgerundet oder allmählich geneigt .....
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand abgestutzt...............
20.
>].
23.
24.
27.
26.
28.
29.
30.
31.
32.
mm an m
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
34. Decken mehr weniger dicht mit abstehenden Haaren besetzt ......
— Decken ohne oder fast ohne abstehende Haare ...................
35. Erstes Fühlerglied im Mittelteil stark verdickt, stark gekeult ..........
Daxata Pasc.
- Erstes Fühlerglied niemals im Mittelteil stark verdickt .....................
36. Augen ausgeschnitten ._.................unnennnnnnn ke
Similosodus McK. Sg. Transversesodus Breun.
NUSCHBUNTETLENE ee nee er
37. Jedes der Fühlerglieder vier bis neun mit Apikaldorn .....................
Pterolophia Newm. Sg. Sordidopraonetha Breun.
Diese Glieder:ohne Apikaldorn „u...
Pterolophia Newm. Sg. Villosopraonetha Breun.
MKopE nicht ruckziehbar 2... 2.2... een ee
Kopf eruckziehbare nee ee nenn
. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............ Etaxalus Pasc.
Drittes Fühlerglied viel kürzer als das vierte ............
Pseudetaxalus Breun.
. Erstes Fühlerglied kurz, gekeult ............ueuu.
Erstes Fühlerglied nicht gekeult ......nennn na
. Halsschild mit großen Scheibenbeulen. ........... Parexarhenus Breun.
Halsschild ohne solche Beulen ... Daxata Pasc. Sg. Taxada Breun.
. Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte ..........uccc.
Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ........u.
. Halsschild mit Scheibenbeulen. ................u.ccoo..
Halsschild ohne Scheibenbeulen. ..........uucoeooooo
. Decken apikalwärts nicht verschmälert ...........eecca.
Sthenias Cast. S. Albosthenias Breun.
Decken apikalwärts deutlich verschmälert ..........ua..
Augen ausgeschnmitten. nennen Desisella Breun.
Augen unterteilt Pterolophia Newm. Sg. Pilosipraonetha Breun.
. Halsschild ohne unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand ......
Halsschild mit einem solchen Höcker ............ Exarrhenodes Breun.
. Augen ausgeschnitten. ..................... Mimodesisa Breun. & de Jong
us en untere ee
. Jedes der Fühlerglieder vier bis neun mit Apikaldorn ................
Pterolophia Newm. Sg. Sordidopraonetha Breun.
Diese Glieder ohne Apikaldorn ............ce
Pterolophia Newm. Sg. Pilosipraonetha Breun.
. Augen ausgeschnitten .......uueasaaaaaaaao Paradesisa Breun.
INISCHKÜNLEHEeN Eee
36.
37.
39.
40.
47.
48.
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
30. Augen grob facettiert ................ Pterolophia Newm. Sg. Ale Pasc.
- Augen fein facettiert .....nn. nennen
51. Decken mit großen höckerförmigen Kömern besetzt ...................
Eczemothea Schwarz.
— Decken ohne solche Körner... Stesilea Pasc.
52. Fühler die Deckenmitte nicht überragend, ab dem sechsten Glied
unterseits sehr dicht gefranst .................. Synelasma Pasc.
= „Bühlerandesnn..ere tete iR
03. Gestalt mäßig lang, gedrungen................ 2 Ss ne
— Gestalt sehr. lang, cylindrisch ......e..2...2..2 2 se
54. Augen ausgeschnitten „un... 2. Sybropis Pasc.
=. “Augen unterteilt. ae gs et Prosoplus Blanch
39. Augen vollständig und sehr weit voneinander geteilt Sesiosa Pasc.
— Augen normal unterteilt ................ ee
56. Viertes Fühlerglied in der Mitte verdickt ...... Paraphemone Gress.
— Viertes Fühlerglied nicht verdickt .......... m 2 2 EI
57. Jede Decke mit einer preapikalen, den Seitenrand leicht überra-
genden Seitenbeule ............euueaccce. Nipholophia Gress.
— Decken ohne eine solche Beule ................. Niphona Muls.
38. Prosternum stark nach’vorn verlängert ....un.... 0 en
— _Prosternum niemals stark verlängert ........n.e.. 2er een
59. "BE uhlerstein. N. ade 2 Se Pseudabryna Schultze
=» "Fühler ziemlich di .u..u.2u...L222 PRERHHERRRR EEE 2 2.00.22...
60. Drittes Fühlerglied apikalwärts stark verdickt, viel länger als alle
weiteren Glieder zusammengenommen. ..... Pseudeuclea Schwarz.
— Drittes Eühlerglied anders .............. nn. 20 Be 2
61. Drittes Fühlerglied mit Haarbürste .................. Metagnoma Auriv.
— Drittes Fühlerglied ohne Haarbürste ............. 2222 zen
62. Decken sehr lang, cylindrisch ..................... Callimetopus Blanch.
— Decken wenig lang, etwas nach der Mitte verbreitert ................
Acronia Westw.
63. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt ......
— Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ............ nn
64. Fühler ungleich, stellenweise sehr dicht, stellenweise weniger
dicht gefranst We. 22 nA HI en es
—- Fühler gleichmäßig gefranst"..... nme
65. Decken apikal ausgeschnitten ........ Mimectatosia Breun.
—, Decken apikal'verrundet..... un. ee
66. Gestalt ovalen er Zosmotes Pasc.
-— Gestalt sehr langgestreckt ............. Parazosmotes Breun.
Sl.
9%.
94.
9.
6.
97.
59.
63.
60.
oil
62.
64.
1:
69.
67.
66.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
Kopf nicht rückziehbar. ....nn..nenn Zen
Beopl snuckziehbar an. en ne nee
MBemerkurz ae. ee tan. Mimabryna Breun.
Bemermalıe lang en. nee een
Decken parallel... Pseudaprophata Breun.
Decken nach rückwärts von den Schultern ab verschmälert .............
Abryna Newm.
. Halsschild mit je zwei langen Seitenhöckern Mimoniphona Breun.
Halsschild ohne diese Höcker ............eueeeeeseeee
. Halsschild mit je einem kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem
IOLdeTLan ee en ne dee en
Halsschild ohne einen solchen Höcker .........ueeeee
. Decken ohne abstehende Haare...
Decken mit abstehenden Haaren...
. Jede Decke mit sehr hohem postbasalem Scheibenhöcker ...............
Moron Pasc.
Decken ohne einen solchen Höcker ..........ueeece.
Prosoplus Blanch. Sg. Setoprosoplus Breun.
. Das erste Fühlerglied lang und dünn. ............. Demodioides Breun.
Das erste Glied nicht dünn und höchstens mäßig lang ......................
. Jede Decke mit postbasaler Scheibenbeule ............. Niphona Muls.
Decken ohne solche Beule ............... Zaeeroides Breun.
. Decken apikal abgestutzt oder ausgeschnitten (die Randecke in
einensspitzigen Lappen ausgezogen) nu...
Decken apikal nicht stark abgestutzt (die Randecke nicht spitzig)
Beine maßigslang en. u en Mimatossa Breun.
Beimerkunzt e eeeeed Heterotaxalus Hell.
. Decken apikal leicht abgestutzt ........... Milothris Cast.
Decken apikal abgerundet ...................... Grammoechus Thoms.
. Mesosternalfortsatz vorn verrundet oder allmählich nach vorn
PEIET EU Ze RN ER Een ne Den An
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt
KAUSCHLAUSSEeSchnabten Me ee
INUSENSUNTETTe an ee ern
. Decken mit abstehenden Haaren besetzt .........eecee
Decken ohne abstehende Haare .....nnnennnnnnn
. Jede Decke mit einem hohen postbasalen Scheibenlängskamm ......
Decken ohne einen solchen Kamm. .........nesseseseneneniu
. Halsschild mit Seitendorn ............... Spinosodus Breun. & de Jong
Halsschild ohne Seitendorn .............. Gibbomesosella Pic
1
>
sd.
118.
8.
38
82.
90.
83.
84,
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
. Halsschild mit 'Seitendom 2 Falsoterinaea Matsush.
Halsschild ohne Seitendorn .......... nu... Seen
. Halsschild mit kleinem Seitenhöcker ...................... Xynenon Pasc.
Halsschild seitlich gleichmäßig verrundet ...............aecccasocß...
. Fühler unterseits kurz gefranst; das erste Fühlerglied sehr dünn
Fühler unterseits lang gefranst, das erste Glied nicht sehr dünn
‚Schenkel»gestielt. Hr mie Pseudodoliops Schwarz.
Schenkel nicht gestielt ............ Pentheopraonetha Breun.
. Halsschild mit zwei Scheibenhöckern .................... Sodopsis Breun.
Halsschild ohne Scheibenhöcker. .............2.2 2 ees1
. Das erste Fühlerglied mit Haarbürste in der Apikalhälfte ..............
Scaposodus Breun.
Das erste Fühlerglied ohne Haarbürste ... Similosodus Mc Keown
. Das dritte Fühlerglied mehr als zweimal so lang als das vierte,
im Apikaldrittel mit einem Haarfascikel bewehrt ......................
Lychrosimorphus Pic
Das dritte Fühlerglied weniger als zweimal so lang als das vierte,
ohne Haarfascikel:....2.u...2.e22... a
- Decken mit Haartaseikeln ...... ne Paramesosella Breun.
Decken ohne Haarfascikel ............. na.
. Erstes Fühlerglied mit feiner seitlicher Längskante ............
Leptomesosella Breun.
Erstes Fühlerglied ohne solche Längskante .......neeee
. Decken: ohne Scheibenkämme ....................2. ee
Decken mit hohen Scheibenkämmen. .............. er we
. Erstes Fühlerglied apikalwärts verdünnt ............... Mesosella Bat.
Erstes Fühlerglied apikalwärts nicht verdünnt .............o..
Desisa Pasc. Sg. Cylindrostorax Auriv.
. Decken mit Längskämmen auch in der rückwärtigen Hälfte ........
Decken ohne Längskämme in der rückwärtigen Hälfte ..............
. Halsschild mit zwei kleinen Scheibenhöckern ....................
Micropraonetha Breun.
Halsschild ohne solche Höcker ................... Macropraonetha Breun.
. Körperunterseite und Beine mit abstehenden Haaren .................
Cristodesisa Breun.
Körperunterseite und Beine ohne abstehende Haare. ...............
Daxata Pasc. Sg. Laodaxata Breun.
. Decken mit abstehenden Haaren besetzt...
Decken ohne- abstehende Haare... So
89.
91.
92.
93.
94.
95.
96.
97:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
38l
. Das erste Fühlerglied mit einem Haarfascikel bewehtt ....................
Paradiexia Hell.
Das erste Fühlerglied ohne Haarfascikel!........................
hühleredick ee rer. Aean neeeet
Bihler mehr weniger dünn... nenn nenn.
BIS kr mrLrApEZIORNIS ee Diexia Pasc.
Stirn nicht trapezförmig ...........ec Synixais Auriv.
rlıhler Ykurzu, getranstı. Alt Bee een
Fühler, zumindest die ersten Glieder, lang gefranst ......................
. Halsschild mit Haarfascikeln....................... Acanthetaxalus Breun.
Halsscuild ohne Haartascikeln ......n.n.enaneeeeen
Pterolophia Newm. Sg. Trichopraonetha Breun.
. Jede Decke mit kurzem basalem Scheibenlängskamm. ....................
Egesina Pasc. Sg. Cuphisia Pasc.
Decken ohne solchen Kamm .....an.n.a.uun.a.enanen aaa
. Drittes Fühlerglied höchstens so lang als das erste ........
Drittes Fühlerglied länger als das erste ...................
Egesina Pasc. Sg. Pseudenispla Breun.
. Erstes Fühlerglied gekeult ........... Thita Auriv.
Kirstes Fühlerglied nicht gekeult ... nennen
. Halsschild so lang als breit ...................... Trichopterolophia Breun.
Hlalsschildeeawer nennen ee Egesina Pasc.
BRoptnichtöruckzienbar ee
Kopi ruckziehbar ee N
. Decken mit Höckern und Kämmen. .............. Cyphoscyla Thoms.
Decken ohne Höcker und ohne Kämme ............. Parastesilea Breun.
. Erstes Fühlerglied mit apikalem Innendorn .......nss.
Pterolophia Newm. Sg. Scapopraonetha Breun.
Eirstes Fühlerglied ohne Dom... nn
. Fühler unterseits sehr dicht gefranst ............ Pseudolophia Breun.
Fühler nicht sehr dicht gerranst ........... nenne
. Decken sehr lang, cylindrisch, apikalwärts kaum verschmälert ......
Sthenias Cast.
Decken apikalwärts merklich verschmälert ..........
. Halsschild mit je einem sehr deutlichen unteren Seitenhöcker
meherdem’ Vorderrand N... ae en ee
Pterolophia Newm. Sg. Canopraonetha Breun.
Halsschild ohne derartigen Höcker.........nsnmsmsemeneeenee
FSUrmalrApeztonmioe en nn Agniolophia Breun.
Sbirmnicht GrADEZLOTIE ee ne
382
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
123.
. Decken durchwegs grob punktiert
. Erstes Fühlerglied ohne seitlicher Längskante
. Drittes Fühlerglied kürzer als das erste
Pterolophia Newm. Sg. Lychrosis Thoms.
Decken apikalwärts stets fein punktiert
Pterolophia Newm. s. s.
Erstes Fühlerglied mit feiner seitlicher Längskante
Pterolophia Newm. Sg. Paramimoron Breun.
Drittes Fühlerglied länger als das erste
Pterolophia Newm. Sg. Mimoron Pic.
= Auzen ausgeschnilten 0 ee Dystasia Pasc.
Augen unterteilt
. Kopf nicht rückziehbar ...........a.........e.. Paretaxalus Breun.
Kopf rückziehbar
. Erstes Fühlerglied mit langem, schmalem, inneren Apikaldorn ...
Dystasiopsis Breun. & de Jong
Erstes Fühlerglied ohne solchen Dom
. Halsschildscheibe mit zwei spitzen Dornen ... Tricholophia Breun.
Halsschildscheibe ohne Dornen
. Die Fühlerglieder fünf bis elf zusammengenommen so lang oder
länger als die vier ersten Glieder zusammengenommen
Tricheczemotes Breun.
Die Glieder fünf bis elf zusammengenommen viel kürzer als die
vier ersten Glieder zusammengenommen
Drittes Fühlerglied zweimal so lang als das vierte und mit einer
Haarbürstedbesetzt... a2. ea Cenodocus Thoms.
Drittes Fühlerglied weniger als zweimal so lang als das vierte,
ohne Haarbürste 0 cn... Cyardium Pasc.
1. Soridopsis Breun.
Soridopsis Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 161.
116.
117.
119.
120.
121.
122.
123.
Sehr langgestreckt. Fühler fein, merklich kürzer als der Körper, das
dritte und das vierte Glied unterseits schütter und sehr kurz gefranst; das
erste Glied lang und dünn, das dritte etwas kürzer als das vierte, so lang als
das erste. Fühlerhöcker mäßig vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt,
die unteren Loben stark gewölbt, leicht quer. Stirn etwas breiter als hoch,
leicht trapezförmig. Halsschild kurz, quer, basal dreigelappt, seitlich kaum |
verrundet, mit vier Querfurchen besetzt, zwei vorderen und zwei rückwär-
tigen. Decken sehr lang, dreimal so lang als Kopf und Halsschild zusam-
mengenommen, mäßig gewölbt, merklich breiter als der Halsschild, im Api-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 333
kaldrittel schmäler werdend, apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen
ziemlich langen Dorn ausgezogen), mit Kämmen besetzt. Kopf rückziehbar.
Prosternalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, gebogen. Meso-
sternalfortsatz zum Vorderrand leicht geneigt. Metasternum von normaler
Länge. Beine mäßig lang, Schenkel gekeult, die Mittelschienen am apika-
len Innenrand mit sehr kleinem Dorn bewaffnet.
Typ: biapicata Breun. Eine Art.
1. biapicata Breun.
Soridopsis biapicata Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 161.
Das erste Fühlerglied sehr dicht und fein punktiert. Die unteren Augen-
loben etwas länger als die Wangen. Kopf und Halsschild sehr dicht und
sehr fein punktiert. Schildchen viereckig. Auf jeder Decke ein kurzer und
hoher, postbasaler Scheibenlängskamm und zahlreiche Höcker und kurze
Längskämme, die in drei Längsreihen angeordnet sind; zwei davon ein-
ander stark genähert unweit der Naht und eine nahe dem Seitenrand,
welche etwas vor der Deckenmitte beginnen und vor dem Apikalende sich
vereinigen, um gemeinsam in den Apikaldorn einzumünden.
Schwarz, rotbraun tomentiert. Halsschild mit je einer, der Mittellinie
genäherten ziemlich breiten, schwärzlichen Längsbinde. Die Deckenpu-
bescenz stellenweise schwärzlich untermischt. Das Apikalende der Fühler-
glieder vom vierten ab schwärzlich tomentiert.
Länge: 11 mm !/2; Breite: 3 mm !/3.
Von mir nach einem Stück von Assam: Mishmi Hills, Lohit Valley (Bri-
tish Museum) beschrieben.
2. Niphona Muls.
Niphona Mulsant, 1839, Col. Fr. Long., p. 169.
Aelara + Ocheutes + Camptocnema Thomson, 1864, Syst. Cer., pp. 54, 55.
Falsoniphona Pic, 1925, Mel. exot. ent., LXIV, p. 27.
Hammatoniphona Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31.
Niphona Gressitt, 1951, Longic., II, p. 452. Ä
Langgestreckt, cylindrisch. Fühler mäßig dick, unterseits gefranst; das
erste Glied kurz, das dritte länger oder kürzer als das vierte, länger als das
erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend und wenig vortretend. Augen
grob facettiert, unterteilt. Halsschild kurz, quer, seitlich leicht verrundet, oft
mit je einem seitlichen unteren Höcker nahe dem Vorderrand und zuwei-
len auch mit je einem der Basis genäherten Seitenhöcker. Decken lang, ge-
wölbt, von den Schultern ab leicht verschmälert. Kopf rückziehbar. Proster-
nalfortsatz verrundet oder an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt.
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand schief bis senkrecht abgestutzt.
384 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Metasternum von normaler Länge. Beine ziemlich kurz, Schenkel gekeult.
Letztes Abdominalsegment bei den 2? mit tiefem apikalem Ausschnitt.
Typ: picticornis Muls. 50 Arten im eurasiatischen Gebiet, die sich auf zwei
Untergattungen aufteilen.
1. Die Vorderhüften der öd mit gebogenem, langem Dorn be-
wallnel oe ee Sg. Hammatoniphona Pic
- Die Vorderhüften der ö ö ohne Dorn ...... Sg. Niphona Muls. s. s.
Sg. Niphona Muls. s. s. * Sg. Sg. Hammatoniphona Pic
1. Halsschild mit je zwei langen spitzigen Seitendornen fuscatrix F.
— Halsschild ohne derartige Seitendorne ..........uce. 2.
2. Tomentierung der Oberseite größtenteils gelb oder strohgelb ........ 3.
- Tomentierung der Oberseite größtenteils weißlich und rostrot
MATMOTIELE nennen nen NOIR 16.
3. Drittes Fühlerglied viel kürzer als das vierte .................. lutea Pic
— Drittes Fühlerglied höchstens etwas kürzer als das vierte ............ 4.
4.. Decken mit braunen Makeln ....u..un....n of
— Decken ohne derartige Makeln ............. ee 10.
5. Auf jeder Decke zwei langgestreckte braune Makeln, eine im Ba-
salviertel, die andere im Apikaldrittel .................... longesignata Pic
— Auf jeder Decke eine große, langgestreckte mittlere, braune
Makel un... era ee SEN 6.
6. Die unteren Augenloben viel länger als die Wangen. ................. 7,
— Die unteren Augenloben so lang oder kürzer als die Wangen. ...... 8.
7. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen
plagiata White
— Die unteren Augenloben zweimal so lang als die Wangen. .........
plagiatoides Breun.
8. Die braune Deckenmakel überragt nicht die Deckenmitte nach
ruckwarlse ee ne en stoetzneri Breun.
— Diese Makel überragt stark die Deckenmitte nach rückwärts ..... 9.
9. Decken apikal fast gerade abgestutzt .................. ornata Gah.
— Decken apikal stark schief abgestutzt ............... ornatoides Breun.
10. Die unteren Augenloben mindestens viermal so lang als die
Wangen u. 2 Le IE EHER IH:
- Die unteren Augenloben weniger als viermal so lang als die
Wangen 1... a ne ES NREER 12. |
11. Auf jeder Decke eine helle postmediane Makel, die an der Naht |
breiter ist alssam Seitenrand 2 2a. en princeps Gah. |
- Die postmediane helle Deckenmakel nahtwärts nicht verbreitert
batesi Gah.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
383
12.
Die unteren Augenloben dreimal so lang als die Wangen. ..............
stramentosa Breun.
Die unteren Augenloben weniger als zweimal so lang als die
Dee er
. Die unteren Augenloben so lang oder höchstens etwas länger als
eV anSEn e e eian furcata Bat.
Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen ...
. Jede Decke mit einer posthumeralen weißen Seitenrandmake! ......
vicina Gah.
Decken ohne eine derartige Makel...
. Basaldrittel der Decken dicht punktiert ................... hookeri Gah.
Basaldrittel der Decken schütter punktiert ....... borneensis Breun.
. Auf jeder Decke eine runde oder viereckige, scharf ausgeprägte
weiße Seitenrandmakel hinter der Schulter oder eine weiße mehr
weniger lange Seitenrandlängsbinde ...............wnu
Decken ohne derartige Makel oder Binde ..............
. Halsschildscheibe mit je einer großen stumpfen Beule ...................
hepaticolor Hell.
Halsschild ohne derartige Beulen...
. Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen ...........
Die unteren Augenloben so lang oder länger als die Wangen. .......
. Die weiße Seitenrandmakel der Decke überschreitet nach rück-
wärts-die Deckenmitte 000 a lunulata Pic
Diese Makel überschreitet nicht die Deckenmitte .......
. Stirn und Wangen weißlichgelb tomentiert .......... dessumi Breun.
Stirn und Wangen rotbraun tomentiert ... lateraliplagiata Breun.
. Die unteren Augenloben mindestens zweimal so lang als die
Vans N alien
NE N TOR EREN
. Halsschildscheibe mit je drei kleinen Höckern ..........
micropuncticollis Breun. & Chujo
Halsschildscheibe ohne derartige Höcker ...... alboplagiata Breun.
. Die posthumerale weiße Deckenmakel ist rund oder viereckig ......
Diese Makel ist durch eine weiße Längsbinde ersetzt ..............
. Halsschildscheibe mit drei tiefen Längsfurchen. ...... lateralis White
Halsschildscheibe ohne derartige Furchen. .............. plagifera Auriv.
. Diese weiße Seitenrandbinde beginnt an der Deckenbasis ............
albolateralis Pic
Diese Binde beginnt merklich hinter der Basis ...........
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 25
13.
14.
Ir,
27.
18.
Ike):
2%
20.
386
Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
. Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen
. Im Basalteil jeder Decke mehrere Haarfascikel
. Halsschildscheibe mit drei tiefen Längsfurchen ... longicornis Pic
Halsschildscheibe bloß mit einer solchen Längsfurche
laterialba Breun.
Die unteren Augenloben so lang oder länger als die Wangen
Decken ohne Haarfascikel! ........................ 22 aa
. Decken apikal stark ausgeschnitten. ........................... proxima Breun.
Decken apikal gerade abgestutezt ................... sumatrana Breun.
. Decken apikal tief ausgeschnitten. ................... regis-fernandi Paiva
Decken apikal schwach ausgeschnitten. .............. albofasciata Breun.
. Die unteren Augenloben drei- bis fünfmal so lang als die Wangen
Die unteren Augenloben weniger als dreimal so lang als die
Wangen
. Halsschildscheibe mit Längswülsten, die durch tiefe Längsfurchen
geteiltssindene sa et te parallela White
Halsschildscheibe ohne Längswülste und ohne tiefe Längsfurchen
. Decken apikal leicht abgestutzt ................... nigrohumeralis Breun.
Decken apikal ausgeschnitten
. Die apikale Deckennahtecke und die Deckenrandecke in je einen
langen Dorn ausgezogen; jede Decke mit einer premedianen
dunkelbraunen Seitenrandmake! ................... malaccensis Breun.
Die beiden apikalen Deckenecken spitzig, aber nicht in Dorne
ausgezogen, die Decken ohne derartige Makel ... chinensis Breun.
. Die unteren Augenloben zweimal oder fast zweimal so lang als
die Wangen
Die unteren Augenloben höchstens um die Hälfte länger als die
Wangen
. Im Basalteil jeder Decke zwei dunkelbraune Haarfascikel .............
Decken ohne: Haarfascike| ...............2. m sr
. Halsschild mit tiefer Mittellängsfurche ............ andamanica Breun.
Halsschild ohne derartige Längsfurche
. Das dritte Fühlerglied etwas länger als das erste .... chapaensis Pic
Das dritte Fühlerglied viel länger als das erste janoi reducta Gress.
. Decken apikal sehr stark ausgeschnitten (die Randecke in einen
langen spitzigen Lappen ausgezogen .......uee excisa Pasc.
Die apikale Deckenrandecke abgerundet ..............eeeee
. Decken apikal ausgeschnitten (die apikale Deckennahtecke in
einen ziemlich langen Lappen ausgezogen) ............ indica Breun.
Decken: apikal verrundet \....... 2.22 SER AT, grisea Breun.
28.
31.
29.
30.
32.
30.
33.
34.
36.
41.
37.
39.
38.
40.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 387
41. Im Basalteil jeder Decke ein bis vier Haarfascikel! ...................... 42.
el Becken:ohne Haarfaseikel“.......n...n.en na. 48.
42. Decken apikal stark schief abgestutzt (die Randecke in einen lan-
SEN) Don, ausgezogen). nn neensneeineetieiiennninennienee 43.
— Decken apikal ausgeschnitten oder abgestutzt, die beiden api-
kalen Ecken ungefähr von gleicher Länge ..........cc..... 44,
43. Halsschildscheibe mit drei breiten Längswülsten, die durch tiefe
Längsfurchen geteilt sind ..........c. obliquata Breun.
— Halsschildscheibe ohne Längswülste und ohne Längsfurchen. ......
Yanoi Matush.
44. Die unteren Augenloben so lang als die Wangen fasciculata Pic
— Die unteren Augenloben länger als die Wangen... 45.
45. Decken apikal doppelt ausgeschnitten; jede mit dunkelbrauner
Piuwweralmakel: an. ee 46.
— Decken apikal nicht doppelt ausgeschnitten ........eeccco Ar.
46. Halsschildscheibe mit hohen Höckern ..................... tibialis Gah.
— Halsschildscheibe ohne Höcker ...........uu.. pannosa Pasc.
47. Halsschild fast nicht punktiert ................. arrogans Pasc.
— Halsschild grob punktiert ............................ celebensis Breun.
48. Die unteren Augenloben so lang als die Wangen...
picticornis Muls.
— Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen ... 49.
49. Decken fein punktiert, apikal kaum abgestutzt variegata Breun.
— Decken grob punktiert, apikal deutlich abgestutzt ................... 0.
50. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............. obscura Breun.
— Drittes Fühlerglied merklich kürzer als das vierte ...........
cantonensis Gress.
1. Sg. Niphona Muls. s. s.
Niphona Mulsant, 1839, Col. Fr. Longic., p. 169.
Aelara + Ocheutes + Camptocnema Thomson, 1864, Syst. Cer., pp. 54, 55.
Aelara Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 57, 81; 1866, Proc. zool.
Soc. Lond. p. 230.
Niphona + Aelara + Ocheutes + Camptocnema Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX,
pp- 522, 530-532.
Niphona Ganglbauer, 1882 Best. Tab., VII, p. 694.
Niphona Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agric. Hokk., XXXIV, p. 357.
Niphona Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVII, p. 71; 1942, Lingn. Nat. Hist.
Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20.
Die Vorderhüften der ö d ohne Dorn.
388 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Typ: picticornis Muls.
1. picticormis Muls.
Niphona picticornis Mulsant, 1839, Col. Fr. Long., p. 169, pl. III, fig. 6.
Niphona picticornis Fairmaire, 1868, Gen. Col. d’Eur., IV, p. 166, pl. L, fig. 233.
Niphona picticornis Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 531.
Niphona picticornis Ganglbauer, 1884, Best. Tab., VIII, p. 537.
Fühler etwas länger (Ö) oder etwas kürzer (?) als der Körper, unter-
seits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang als
das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, so lang
als die Wangen. Stirn breiter als hoch, dicht punktiert, die Wangen und
der Vorderrand des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild
dicht und grob punktiert und unregelmäßig gerunzelt, mit je einem kleinen
seitlichen, unteren Höcker nahe dem Vorderrand und je einem der Basis
genäherten Seitenhöcker. Schildchen kurz, sehr breit, apikal abgerundet.
Decken apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kur-
zen, spitzigen Lappen ausgezogen), durchwegs ziemlich dicht und wenig fein
punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Auf jeder Decke eine
kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz verrundet.
Mesosternalfortsatz vorn schief abgestutzt.
Dunkelbraun, durchwegs rotbraun und weißlichgrau marmoriert. Auf
jeder Decke zwei weißlichgraue Querbinden, eine breite premediane, die
nach der Schulterbeule beginnt und schief zur Naht absteigt und eine ziem-
lich breite postmediane, gewellte. Seitenrand der Decken im Apikaldrittel
weißlich gefranst. Die Fühlerglieder basal weiß geringelt.
Länge: 12-19 mm; Breite: 4-6 mm.
Von Mulsant nach Stücken aus Südfrankreich beschrieben. — Südeuropa:
Südfrankreich, Italien, Dalmatien, Balkanländer, Anatolien, Syrien, Spa-
nien, Marokko (Museum Paris etc.).
2. grisea Breun.
Niphona grisea Breuning, 1938. Festschr. E. Strand, IV, p. 241.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber kleiner, die unteren Augen-
loben zweimal so lang als die Wangen, die Halsschildscheibe mit ziemlich
großen, stumpfen Beulen besetzt, die Decken apikal verrundet (die Naht-
ecke kaum vortretend), etwas feiner punktiert, der Prosternalfortsatz rück-
wärts senkrecht abgestutzt.
Länge: 10 mm; Breite: 3 mm.
Von mir nach einem Stück von Arabien: Maskat (British Museum) be-
schrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 389
3. indica Breun.
Niphona indica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber etwas kürzer, das dritte Füh-
lerglied etwas kürzer als das vierte, die unteren Augenloben mehr als zwei-
mal so lang wie die Wangen, der Halsschild weniger gerunzelt und feiner
punktiert, die Decken apikal schwächer ausgeschnitten (die Nahtecke in
einen ziemlich langen Lappen ausgezogen, die Randecke verrundet), we-
niger dicht und feiner punktiert, der Prosternalfortsatz an seinem Vorder-
und an seinem Hinterrand fast senkrecht abgestutzt; die Grundtomentie-
rung etwas heller, mit strohgelb und weißlich untermischt; auf jeder Decke
eine hellbraune mittlere Seitenrandmakel.
Länge: 13 mm; Breite: 4!/2 mm.
Von mir nach Stücken aus Indien: Karachi (British Museum) beschrie-
ben. — Punjab (Museum Dehra Dun).
m. assimilis Breun.
Niphona assimilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239.
Wie die Stammform, aber die apikale Deckenrandecke viel stärker vor-
tretend.
4. stramentosa Breun.
Niphona stramentosa Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 57.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied nicht
birnförmig, das dritte etwas kürzer als das vierte, die unteren Augenloben
dreimal so lang wie die Wangen, die Stirn höher als breit, der Kopf kaum
punktiert, der Halsschild mit je einer premedianen, seitlichen oberen Beule,
aber ohne rückwärtigen Seitenhöcker, die Decken feiner punktiert, ihre api-
kale Randecke abgerundet, der Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand
senkrecht abgestutzt und die Tomentierung abweichend.
Dunkelbraun, durchwegs einfärbig strohgelb tomentiert.
Länge: 141/2 mm; Breite: 4%/ı mm.
Von mir nach einem Stück von Indien: Punjab (Museum Dehra Dun) be-
schrieben.
>. variegata Breun.
Niphona variegata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben um
die Hälfte länger als die Wangen, die Stirn gröber punktiert, das Schildchen
weniger breit, die Decken apikal kaum abgestutzt (die Randecke verrundet,
die Nahtecke in einen kurzen, abgerundeten Lappen ausgezogen).
Länge: 14 mm; Breite: 41/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Indien: Allahabad (British Museum) be-
schrieben.
390 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
6. obscura Breun.
Niphona obscura Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241.
Fühler so lang wie der Körper, unterseits schütter gefranst, das dritte
Glied so lang wie das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augen-
loben quer, um die Hälfte länger als die Wangen. Stirn breiter als hoch, so-
wie der Mittelteil des Scheitels schütter und grob punktiert und gerunzelt,
seitlich leicht verrundet, ohne Seitenhöcker. Schildchen sehr breit, apikal
abgerundet. Decken apikal abgestutzt (die Nahtecke deutlich, die Rand-
ecke spitzig), dicht und grob punktiert und mit kleinen Grübchen übersät.
Prosternalfortsatz verrundet; Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand
schief abgestutzt.
Schwarz, olivbraun tomentiert, unterseits und auf den Beinen mit
weißlich untermischt. Auf jeder Decke eine breite, unscharf ausgebildete,
premediane weiße Querbinde, die durch die Punkte und die Grübchen un-
terbrochen wird, sowie zwei weiße wenig deutliche Scheibenmakeln: eine
postmediane und eine preapikale.
Länge: 18 mm; Breite: 6 mm.
Von mir nach einem Stück von Östindien (British Museum) beschrieben. —
Surada, Pondichery (coll. Lepesme).
7. eantonensis Gress.
Niphona cantonensis Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVIIL, p. 71, pl. H, fig. 8;
1940, Philipp. Journ. Sc., LXXI, p. 140; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus.,
Spec. Publ., no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454.
Soweit aus der Beschreibung ersichtlich, der obscura Breun. nahe ste-
hend, aber kleiner, die Fühler etwas länger als der Körper, das dritte Glied
merklich kürzer als das vierte, die unteren Augenloben etwas länger als die
Wangen.
Länge: 9 mm; Breite: 2°/ı mm.
Von Gressitt nach einem Stück von China: Kanton beschrieben.
8. chapaensis Pic
Niphona chapaensis Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31.
Fühler viel kürzer als der Körper (P), unterseits gefranst; das erste
Glied mäßig dick, das dritte so lang wie das vierte, etwas länger als das
erste. Die unteren Augenloben quer, zweimal so lang wie die Wangen.
Stirn höher als breit, ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild fein
punktiert und grob gerunzelt, mit erhabenem Mittellängswulst, der jeder-
seits von einer tiefen Längsdepression begleitet wird und je einem unteren
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen halbrund. Decken apikal
leicht abgestutzt, sehr dicht und eher grob punktiert, jeder Punkt mit win-
ziger Sete am Grund. Jede Decke mit einer kaum angedeuteten, postbasa-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3gi
len Scheibenbeule und einer stumpfen, dem Seitenrand genäherten, preapi-
kalen Beule, die den Rand leicht überragt (die Decken daher vor dem Api-
kalende leicht verbreitert erscheinend). Prosternalfortsatz an seinem Hin-
terrand mit einem Höcker bewaffnet. Mesosternalfortsatz an seinem Vor-
derrand abgestutzt.
Schwarz, hellgrau tomentiert und dicht rotbraun marmoriert; diese
Marmorierung auf zwei Deckenquerbinden (einer premedianen und einer
postmedianen) sowie auf den Sterna fehlend.
Länge: 12 mm; Breite: 4 mm.
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Chapa beschrieben.
9. andamanica Breun.
Niphona andamanica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben mehr
als zweimal so lang wie die Wangen, die Stirn so hoch wie breit, schütterer
punktiert, sonst die Körperobserite gröber punktiert; der Halsschild auf der
Scheibe unregelmäßig gehöckert, mit einer Mittellängsfurche und überdies
mit je einem seitlichen oberen premedianen Höcker; seine Seitenhöcker
stärker vortretend, die Decken apikal etwas stärker ausgeschnitten, ohne
postbasale Scheibenbeule aber mit je zwei postbasalen, nebeneinander gele-
genen, dunkelbraunen Haarfascikeln; die Stirn, die Wangen, die Seitenteile
der Sterna und der Hinterrand der Abdominalsegmente rotbraun tomentiert,
auf jeder Decke eine kurze gebogene (nahtwärts konvexe) schmale, schwarze
mediane Seitenrandbinde.
Länge: 15 mm; Breite: 5 mm.
Von mir nach Stücken von den Andamanen (British Museum) beschrieben.
10. sumatrana Breun.
Niphona sumatrana Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 127.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied etwas
kürzer als das vierte, die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen,
der Halsschild schütter und sehr fein punktiert, ohne rückwärtigen Seiten-
randhöcker, aber mit je einem hohen, premedianem Scheibenlängskamm,
die Decken apikal gerade abgestutzt, schütter mit kurzen, abstehenden Haa-
ren besetzt; auf jeder Decke ein zahnförmiger Höcker auf der Basismitte
und eine postbasale Scheibenlängsbeule, die von einem langen Haarfascikel
überragt wird und ein kleineres Haarfascikel zwischen diesem und der
Schulterbeule, die Tomentierung abweichend.
Dunkelbraun, weißlichgelb tomentiert; die Stirn hellstrohgelb tomen-
tiert, sonst der Kopf, der Halsschild und das Schildchen rotbraun, stellen-
weise mit gelblich untermischt, tomentiert. Scheitel mit je einer länglichen
dunkelrotbraunen Makel. Halsschildscheibe mit je zwei schmalen dunkel-
392 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
rotbraunen Längsbinden. Auf jeder Decke eine große, dunkelrotbraune
Makel, die von der Schulterbeule bis zum Schildchen reicht, eine langge-
streckte, dunkelbraune Makel seitwärts der Schulterbeule, eine ziemlich
scharf ausgeprägte, weiße Seitenrandmakel hinter der Schulter und fünf
sehr kleine dunkelbraune Haarfascikel in der rückwärtigen Hälfte.
Länge: 15 mm; Breite: 5 mm.
Von mir nach einem Stück von Sumatra (Museum Stockholm) beschrieben.
11. fasciculata Pic
Ocheutes fasciculata Pic, 1917, Mel. exot. ent., XXVI, p. 7.
Niphona fasciculata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no.
8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber noch langgestreckter, die Füh-
ler viel kürzer als der Körper (7), das erste Glied weniger dick, die Hals-
schildscheibe mit je zwei Längswülsten, die durch tiefe Längsdepressionen
getrennt sind und je einem hohen Höcker, der vordere, untere Seitenhöcker
stärker vortretend, der rückwärtige Seitenhöcker fehlend; die Decken apikal
gerade abgestutzt (die Naht- und die Randecke spitzig), in der Basalhälfte
ziemlich grob, danach schütterer und feiner punktiert; die postbasale Schei-
benbeule langoval, stumpf vortretend und von einem großen Haarfascikel
überragt; auf jeder Decke überdies drei weitere Haarfascikel, ein kleines
basales, ein größeres zwischen der postbasalen Beule und der Schulterbeule
und ein kleines an der Naht hinter dem Schildchen.
Länge: 22 mm; Breite: 7'/a mm.
Von Pic nach Stücken aus Thibet beschrieben. — China: Prov. Yunnan,
Peyentsin.
12. albofasciata Breun.
Niphona albofasciata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 238.
Niphona albofasciata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ.,
no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas
kürzer als die Wangen, die Stirn etwas gröber punktiert, der Halsschild grö-
ber gerunzelt, die premediane weiße Deckenbinde besser ausgebildet, be-
sonders hinter der Schulterbeule eine sehr deutliche weiße Makel bildend.
Länge: 16!/a mm; Breite: 51/2 mm.
Von mir nach einem Stück von China: Prov. Petschili, Schönlung (coll. Itzin-
ger — Mus. Frey) beschrieben.
13. regis-fernandi Paiva
Niphona regis-fernandi Paiva, 1860, Descr. de 2 Ins. Col., p. 8, pl. II, fig. 1; Ann.
Mag. Nat. Hist., (3) VI, p. 361.
Aelara fernandi Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59.
Niphona regis-fernandi Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Gen., XXXIV, p. 61.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 393
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber schmäler, das elfte Fühler-
glied bei den 5 ö apikal stark einwärts gebogen, die unteren Augenloben
merklich kürzer als die Wangen, die Stirn schütter und ziemlich grob punk-
tiert, der Halsschild dichter und gröber punktiert, die Decken apikal stärker
ausgeschnitten (die Naht- und Randecke in je einen längeren, spitzigen
Lappen ausgezogen), sehr grob punktiert, die Vorderschienen der & auf
der Innenseite mit kleinem mittleren Dorn; Prosternalfortsatz am Hinter-
rand mit einem Höcker, Mesosternalfortsatz am Vorderrand mit einem
Höcker und die Tomentierung etwas abweichend.
Schwarz, rotbraun tomentiert und mit sehr kleinen weißlichen Seten be-
setzt. Körperunterseite und Beine mit kleinen schwarzen Flecken übersät. Der
Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente sowie die Unterseite der
Beine weißlich tomentiert. Zuweilen auf jeder Decke eine ziemlich große,
premediane weißliche Seitenrandmakel. Fühler rotbraun und weißlich mar-
moriert.
Von Paiva nach Stücken aus Cambodja beschrieben. — Assam (Thom-
son); Birma: Monts Carin (Gahan); Annam: Blao (Museum Paris).
14. arrogans Pasc.
Niphona arrogans Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 385.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die Fühler so lang (Ö&) oder
viel kürzer (7) als der Körper, das elfte Glied der ö 5 apikal stark einwärts
gekrümmt, die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen, der Hals-
schild fast nicht punktiert, aber mit sieben Scheibenlängskämmen besetzt,
die Seitenhöcker stärker vortretend, die Decken apikal stärker ausgeschnit-
ten (die Naht- und die Randecke in je einen längeren Lappen ausgezogen),
durchwegs sehr grob punktiert und mit einigen leicht erhabenen Längs-
linien besetzt; die postbasale Beule deutlicher ausgebildet und mit dunkel-
braunen Haaren überlagert; die Vorderschienen der 66 stark gebogen
und mit mittlerem Dorn auf der Innenseite besetzt; das letzte Abdominal-
segment der ö 6 in je einen sehr langen zahnförmigen Lappen ausgezogen;
der Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand mit Höcker; der Mesosternal-
fortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, die Tomentierung ab-
weichend.
Schwarz, rotbraun tomentiert, die Punkte auf den Decken ohne Tomen-
tierung. Stirn und Decken weißlichgrau marmoriert. Der Mittelteil der
Sterna und der Abdominalsegmente sowie die Beine weißlichgrau tomen-
tiert. Fühler braun, rotbraun marmoriert, die Glieder vom dritten ab basal
weißlichgelb geringelt.
Von Pascoe nach Stücken aus Borneo: Sarawak beschrieben. — Halb-
insel Malakka: Penang (British Museum).
394 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
15. excisa Pasc.
Niphona excisa Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 337.
Niphona excisa Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXI, pp. 141, 142; 1942,
Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 21; 1951, Longic., II,
p- 459.
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber gestreckter und schmäler, das
elfte Fühlerglied bei den 5 5 apikal stark einwärts gekrümmt, die unteren
Augenloben zweimal so lang wie die Wangen, die Stirn kaum punktiert,
die Halsschildscheibe fast nicht punktiert, mit je einem, der Mittellinie ge-
nähertem Längswulst, die Decken apikal sehr stark ausgeschnitten (die
Naht und die Randecke in je einen sehr langen, spitzigen Lappen ausgezo-
gen), schütterer punktiert; die Vorderschienen der ö& mit kleinem inne-
ren Dorn besetzt; der Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht
abgestutzt, der Mesosternalfortsatz mit mittlerem, vortretendem Höcker
versehen; die Grundtomentierung auf der Oberseite etwas dunkler, auf der
Unterseite heller; die Decken ohne premediane helle Binde.
Von Pascoe nach Stücken von Cambodja beschrieben. — Siam (British
Museum).
16. celebensis Breun.
Niphona celebensis Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII, no. 20,
P26.
Fühler so lang wie der Körper, unterseits wenig dicht gefranst; das
erste Glied kurz und dick, schütter und fein punktiert, das dritte kaum so
lang als das vierte. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die
Wangen. Stirn so hoch wie breit. Halsschild stark quer, jederseits nahe der
Mitte mit zwei Längswülsten, die durch tiefe Längsfurchen getrennt sind.
Kopf und Halsschild wenig dicht und grob punktiert. Schildchen halbrund.
Decken sehr lang, apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke stark
vortretend), durchwegs dicht und sehr grob punktiert. Jede Decke mit
einem kurzen basalen Scheibenlängskamm, der von dunkelbraunen aufge-
stellten Haaren überragt wird und ein kurzer Längswulst am Außenrand
dieses Kammes.
Dunkelbraun, braungelb, braun und weißlichgrau untermischt, to-
mentiert. Das basale Deckenfünftel dunkelbraun tomentiert, sonst die
Deckentomentierung mit braun, grau und rosafarben untermischt und auf
jeder zwei große unregelmäßig geformte, weiße Seitenrandmakeln, eine
premediane und eine postmediane. Fühler ziemlich dunkelbraun tomentiert,
die äußerste Basis der Glieder vom dritten ab weißlich geringelt.
Länge: 19 mm; Breite: 6 mm.
Von mir nach einem Stück von Celebes: Makassar (coll. Lepesme) be-
schrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 395
17. nigrohumeralis Breun.
Niphona nigrohumeralis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241.
Fühler viel kürzer als der Körper (P), das dritte Glied so lang wie das
vierte, etwas länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, viermal so
lang wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit, schütter und grob punktiert,
der Scheitel ziemlich dicht und eher fein punktiert. Halsschild grob punk-
tiert und unregelmäßig gerunzelt, seitlich leicht verrundet, in der vorderen
Hälfte mit feinem Mittellängskamm, Schildchen zweimal so breit wie lang.
Decken von den Schultern ab stark verschmälert, apikal leicht abgestutzt
(die Randecke verrundet), durchwegs dicht und grob punktiert. Auf jeder
Decke eine kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz
mit kleinem Höcker an seinem Hinterrand. Mesosternalfortsatz an seinem
Vorderrand senkrecht abgestutzt. Beine mit abstehenden Haaren besetzt.
Dunkelbraun, weißlich tomentiert und ockergelb und braun marmo-
riert, die braune Färbung auf dem Kopf und den Seitenteilen des Hals-
schildes überwiegend und auf jeder Decke zu einer breiten preapikalen
Querbinde verdichtet. Überdies auf jeder Decke eine, die Schulter deckende
schwarzbraune Makel, die gegen den Hinterrand des Schildchens eine
schmale Querbinde entsendet.
Länge: 11!/2a mm; Breite: 4 mm.
Von mir nach einem Stück von Sumatra: Merang (British Museum) be-
schrieben.
18. pannosa Pasc.
Niphona pannosa Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 337.
Ocheutes scopulifer Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 54.
Ocheutes scopulifer Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 523.
Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das
erste. Die unteren Augenloben merklich länger als die Wangen. Stirn brei-
ter als hoch, dicht punktiert. Wangen und der Hinterrand des Scheitels
schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild auf der Scheibe nicht punk-
tiert, auf den Seitenteilen dicht und grob punktiert, mit je einem kleinen
unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand, je einem der Basis genähertem
Seitenhöcker und je einem ziemlich hohen seitlichen oberen Höcker. Schild-
chen kurz und breit, apikal verrundet. Decken apikal ziemlich stark ausge-
schnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen Lappen ausge-
zogen, der Rand zwischen ihnen leicht vortretend und so eine dritte, mitt-
lere Ecke andeutend), durchwegs ziemlich dicht und ziemlich fein punk-
tiert. Auf jeder Decke eine kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule, drei
kleine dunkelbraune Haarfascikel (eines auf der Basismitte, eines knapp
396 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
hinter dem Schildchen und eines am Innenrand der Schulterbeule) und
ein sehr großes dunkelbraunes postbasalen Scheibenfascikel. Prosternal-
fortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz mit
mittlerem vortretendem Höcker.
Dunkelbraun, durchwegs rotbraun und weißlichgrau marmoriert. Jede
Decke mit zwei weißlichgrauen Querbinden, eine nach der Schulter begin-
nende und schief gegen die Naht zu absteigende, premediane und eine
ziemlich breite, gewellte, postmediane; überdies eine dunkelbraune Makel,
die vom großen postbasalen Haarfascikel bis zum Seitenrand reicht, der
Seitenrand im Apikaldrittel weißlich gefranst. Fühlerglieder basal weiß
geringelt.
Länge: 15-19 mm; Breite: 5-6 mm.
Von Pascoe nach Stücken von Cambodja beschrieben. — Siam (Thomson).
Scopulifer Thoms. ist ein Synonym.
19. tibialis Gah.
Niphona tibialis Gahan, 1893, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) XI, p. 257.
Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild mit einer tiefen
Mittellängsfurche, die jederseits von einem ziemlich hohen Längswulst be-
gleitet wird und mit je einem ziemlich hohen, stumpfen Scheibenhöcker,
der seitliche obere Seitenhöcker sehr breit und stark vortretend, die Miittel-
schienen der dö gebogen und apikal erweitert, die Vorderschienen der
ö 6 mit einem Innenzahn bewaffnet.
Länge: 21 mm; Breite: 6!/a mm.
Von Gahan nach einem Stück von Indien: Kanara (British Museum)
beschrieben.
20. obliquata Breun.
Niphona obliquata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246.
Niphona obliquata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8,
p. 21; 1951, Longie., II, p. 459.
Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber etwas breiter, die unteren
Augenloben so lang wie die Wangen, die Stirn dicht und fein punktiert, die
Halsschildscheibe mit drei breiten Längswülsten, die durch tiefe Längsde-
pressionen voneinander getrennt sind, der Mittelwulst mit tiefer Mittellängs-
furche; das Schildchen zweimal so breit wie lang, die Decken stärker ge-
wölbt, apikalwärts mehr verschmälert, gröber punktiert, apikal sehr schief
abgestutzt (die Randecke in einen langen spitzigen Dorn ausgezogen), die
Pubescenz mehr mit rostbraun untermischt.
Länge: 18 mm; Breite: 6 mm.
Von mir nach einem Stück von China (British Museum) beschrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 397
21. proxima Breun.
Niphona proxima Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240.
Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber die unteren Augenloben merk-
lich kürzer als die Wangen, die Halsschildscheibe mit Längswülsten, die
durch tiefe Längsfurchen voneinander getrennt sind, die Decken apikal stär-
ker ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in vortretende Lappen
ausgezogen).
Von mir nach Stücken aus Cochinchina: Baria (Museum Paris) beschrie-
ben. — Saigon (coll. Pic).
22. yanoi Matsush.
Niphona yanoi Matsushita, 1934, Trans. Nat. Hist. Soc. Formosa, XXIV, p. 240.
Niphona yanoi Gressitt, 1951, Longic., II, p. 455.
Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber etwas breiter, die unteren Augen-
loben so lang wie die Wangen, der Halsschild unregelmäßig gerunzelt, ohne
Seitenhöcker, das Schildchen etwas breiter als lang, die apikale Deckenrand-
ecke in einen langen Dorn ausgezogen, der merklich weiter zurückreicht als
der apikale Nahtlappen; die Tomentierung reichlicher rostrot untermischt.
Länge: 18 mm; Breite: 6 mm.
Von Matsushita nach Stücken von Formosa: Kuraru beschrieben.
m. reducta Gress.
Niphona yanoi Matsush. ssp. reducta Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXII,
pp. 141, 144, pl. VII, fig. 4; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ.,
no. 8, p. 21; 1951, Longic. II, p. 455.
Wie die Stammform, aber die apikale Deckenrandecke in einen kürze-
ren Dorn ausgezogen, die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die
Wangen.
Insel Hainan (Gressitt).
23. parallela White
Niphona parallela White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267.
Niphona minor Lameere, 1893, Ann. Soc. ent. Fr., LXII, p. 284.
Niphona parallela Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 65.
Niphona minuta Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8.
Niphona minor Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXII, pp. 141, 143; pl. IV,
fig. 3, Lingn. Sc. Journ., XIX, p. 10.
Niphona parallela + minor Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ.,
no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 455.
Sehr langgestreckt. Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht
gefranst; das erste Glied birnförmig, das dritte etwas kürzer als das vierte,
viel länger als das erste. Die unteren Augenloben sehr groß, mehr als vier-
mal so lang wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit und so breit wie einer
dieser Loben, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels
398 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild mit sieben hohen Längs-
wülsten, die mit tiefen Längsfurchen abwechseln, seitlich grob punktiert,
mit je einem kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je
einem der Basis genähertem Seitenhöcker. Schildchen kurz und breit, apikal
verrundet. Decken apikal ziemlich stark ausgeschnitten (die Naht- und die
Randecke in je einen kurzen spitzigen Lappen ausgezogen), dicht und grob
punktiert; jede Decke mit einigen leicht erhabenen Längslinien und einer
schwach ausgebildeten postbasalen Scheibenbeule. Prosternalfortsatz mit
Höcker an seinem Hinterrand. Mesosternalfortsatz am Vorderrand senkrecht
abgestutzt.
Schwarz, durchwegs rotbraun mit hellgrau untermischt tomentiert, die
hellgraue Pubescenz entlang der Naht und dem Seitenrand der Decken,
sowie entlang der Mittellinie der Unterseite, dominierend.
Länge: 10-13 mm; Breite: 3 mm '/>-4 mm.
Von White nach Stücken aus Indien beschrieben. Halbinsel Malakka:
Tenasserim, Penang (coll. Lepesme); Birma (Gahan); China: Prov. Yunnan,
Mongtze (coll. Itzinger — Museum Frey), Hongkong (idem); Cambodja
(Lameere); Annam, Tonkin (Museum Paris). Minor Lam. und minuta Pic
sind Synonyme.
24. malaccensis Breun.
Niphona malaccensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240.
Der parallela White nahe stehend, aber der Halsschild grob punktiert
und gerunzelt, aber ohne regelmäßige Längswülste, das Schildchen mehr
als zweimal so breit wie lang, die Decken apikal stark ausgeschnitten (die
Naht- und die Randecke in je einen langen, spitzigen Lappen ausgezogen),
der Prosternalfortsatz an seinem Vorder- und an seinem Hinterrand senk-
recht abgestutzt; die Pubescenz etwas heller; auf jeder Decke eine langge-
streckte, premediane, dunkelbraune Seitenrandmakel.
Länge: 11—17 mm; Breite: 3 mm '/2-5 mm V.
Von mir nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Penang beschrieben
(British Museum). — Tonkin: Cao-Bang (Museum Paris), Hoa-Binh, Mts.
Mauson (coll. Lepesme); Insel Ceylon, Indien: Madras, Punjab (Museum
Dehra Dun).
25. chinensis Breun.
Niphona chinensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240.
Niphona chinensis Gressitt, 1951, Longic., II, p. 455.
Der parallela White nahe stehend, aber die unteren Augenloben mehr
als fünfmal so lang wie die Wangen, der Halsschild grob punktiert und ge-
runzelt, aber ohne regelmäßige Längswülste, das Schildchen weniger als
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 399
zweimal so breit wie lang, die apikale Deckennahtecke sowie die Decken-
randecke in je einen abgerundeten Lappen ausgezogen, der Prosternalfort-
satz an seinem Hinterrand abgerundet, an seinem Vorderrand senkrecht
abgestutzt, die Grundtomentierung etwas heller.
Länge: 12 mm; Breite: 3 mm Vs.
Von mir nach einem Stück aus China (British Museum) beschrieben.
26. fuscatrix F.
Lamia fuscator Fabricius, 1792, Ent. Syst., /2, p. 291; 1801, Syst. El., II, p. 284.
Ocheutes spinicollis Bates, 1891, Ent., XXIV, Suppl., p. 22.
Fühler etwas länger als der Körper; das erste Glied kurz, birnförmig,
das dritte Glied etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste.
Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Stirn breiter als
hoch, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels schütter und
ziemlich fein punktiert. Halsschild dicht und grob punktiert und unregel-
mäßig gerunzelt, mit je einer ziemlich hohen Scheibenbeule, je zwei langen
und spitzigen Seitendornen, einem premedianem, unteren schief nach vorn
gerichtetem und einem der Basis genähertem, sowie je einem gut ausgebil-
detem oberen Seitenhöcker. Schildchen halbrund. Decken apikal fast gerade
abgestutzt (die Nahtecke leicht vortretend), ziemlich dicht und sehr fein
punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Auf jeder Decke drei
kleine, rotbraune Haarfascikel: eines auf der Basismitte, eines an der Naht
hinter dem Schildchen und eines am Innenrand der Schulterbeule, sowie
ein großes postbasales Haarfascikel auf der Scheibe. Schienen stark gebo-
gen, bei den 5 Ö& mit langem, mittlerem Dorn am Innenrand. Das letzte
Abdominalsegment der 2? mit je einem langen, zahnförmigen Lappen.
Prosternalfortsatz am Hinterrand mit einem Höcker besetzt. Mesosternal-
fortsatz mit einem Höcker an seinem Vorderrand.
Dunkelbraun, rostrot und weißlichgrau marmoriert. Auf jeder Decke
zwei weißlichgraue Querbinden: eine breite, premediane, die nach der
Schulterbeule beginnt und schief gegen die Naht zu absteigt, hinter der
Schulterbeule aber häufig deutlicher ausgebildet ist, und eine ziemlich breite
postmediane, gewellte. Der Deckenseitenrand im Apikaldrittel weißlich ge-
franst. Fühlerglieder basal weißlich geringelt.
Länge: 15-19 mm; Breite: 5-6 mm.
Von Fabricius nach Stücken aus Indien: Tranquebar beschrieben. — Sa-
lem, Punjab, Dehra Dun, Kaschmir: Kulu (British Museum und Museum
Dehra Dun). Spinicollis Bat. ist ein Synonym.
m. cylindracea White
Niphona cylindracea White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 268.
Wie die Stammform, aber die Halsschildscheibenbeulen noch höher, die
400 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Seitendorne noch länger, der vordere Seitendorn gerade, mit konvexem
Hinterrand, die Decken apikal leicht ausgeschnitten (die Nahtecke in einen
ziemlich breiten Lappen ausgezogen).
Indien: Punjab, Dehra Dun (Museum Dehra Dun); Tonkin: Bao-Lac
(coll. Pic); Insel Mauritius (British Museum).
m. excavata nov.
Wie die Stammform, aber jede Decke apikal zweimal ausgeschnitten
(die Naht- und die Randecke in je einen spitzigen Dorn ausgezogen, der
Apikalrand in der Mitte zwischen diesen beiden Dornen ebenfalls spitzig
vortretend).
Typ von Indien: Madras, im Museum von Dehra Dun.
27. plagiata White (Abb. 1, Fig. 1)
Niphona plagiata White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267.
Niphona plagiata Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 65.
Fühler etwas kürzer als der Körper, unterseits dicht gefranst, das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als
das erste. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen.
Stirn breiter als hoch, schütter und grob punktiert. Wangen und Vorderrand
des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild außer entlang
dem Vorderrand grob punktiert, auf der Scheibe mit tiefen Längsfurchen,
die unregelmäßig mit Längswülsten abwechseln, sowie mit je einem klei-
nen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen kurz und sehr
breit, apikal abgerundet. Decken von den Schultern ab schmäler werdend,
apikal ausgeschnitten oder eher stark schief abgestutzt (die Nahtecke in
einen kleinen Dorn, die Randecke in einen sehr langen Dorn ausgezogen),
sehr schütter und fein punktiert, apikal lang gefranst; auf jeder Decke eine
große postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz mit Höcker an seinem
Hinterrand. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt.
Mittelschienen gebogen.
Rotbraun, strohgelb mit etwas rotbraun untermischt tomentiert. Kör-
perunterseite und Beine größtenteils weißlichgelb tomentiert und mit sehr
kleinen gelbbraunen Flecken übersät. Auf jeder Decke eine große, lang-
ovale, dunkelbraune mediane Scheibenmakel, die vorn und seitlich weißlich-
gelb gerandet ist und nach rückwärts in zwei Längsbinden ausläuft.
Länge: 15—19 mm; Breite: 5—6 mm.
Von White nach Stücken von Östindien beschrieben. — Sikkim: Darjeeling
(coll. Lepesme); Tonkin: Hoa Binh (British Museum).
28. plagiatoides Breun.
Niphona plagiatoides Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 57.
Der plagiata White nahe stehend, aber die unteren Augenloben zwei-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 401
Abb. 1: Niphona plagiata White (Fig. 1), Grammoechus bipartitus Rits. (Fig. 2),
Milothris irrorata F. (Fig. 3), Callimetopus laterivitta Hell. (Fig. 4), Callimetopus
tagalus Hell. (Fig. 5), Acronia perelegans Westw. (Fig. 6), Aprophata eximia
Newm. (Fig. 7), Abryna rubeta Pasc. (Fig. 8).
mal so lang wie die Wangen, die Stirn kaum punktiert, die apikale Decken-
nahtecke kaum angedeutet, die apikale Deckenrandecke in einen langen,
dreieckigen Lappen ausgezogen, die postbasale Deckenscheibenbeule mit
Haaren überlagert; die Deckengrundtomentierung ziemlich stark mit weiß
untermischt, besonders hinter dem Schildchen und nahe dem Seitenrand vor
der Mitte; die dunkle Scheibenmakel auf eine schmale Makel reduziert.
Von mir nach einem Stück von Sumatra (coll. Heyrovsky) beschrieben.
29. furcata Bat.
Aelara furcata Bates, 1873, Ann. Mag. Nat. Hist., (4) XII, p. 314.
Niphona furcata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8,
p. 21; 1951, Longic., II, p. 459.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 26
402 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Der plagiata White nahe stehend, aber die unteren Augenloben so
lang oder etwas länger als die Wangen, der Halsschild ohne unteren Seiten-
höcker, die Decken dichter punktiert, apikal noch stärker schief abgestutzt
(die apikale Randecke in einen noch längeren Dorn ausgezogen), ohne
dunkle Scheibenmakel.
Von Bates nach Stücken von Japan: Hiogo beschrieben. — Insel Hondo und
Shikoku (Matsushita); Formosa (Bates); China: Zikawei (Museum Heude);
Prov. Szetschuan (Gressitt).
30. vicina Gah.
Niphona vicina Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Gen., XXXIV, p. 62.
Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn kaum punktiert, der
untere Halsschildseitenhöcker kaum angedeutet, die Halsschildlängswülste
ziemlich regelmäßig ausgebildet, die Decken apikal gerade abgestutzt,
dichter und gröber punktiert, ohne dunkle Scheibenmakel; auf jeder Decke
eine langovale, posthumerale weiße Seitenrandmakel.
Von Gahan nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Tenasserim,
Thagata beschrieben. — Birma: Ruby Mines (British Museum).
31. hookeri Gah.
Niphona hookeri Gahan, 1900, Ann. Mag. Nat. Hist., (7) V, p. 331.
Niphona hookeri Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVIII, p. 71; 1940, Philipp.
Journ. Sc., LXXII, pp. 141, 142; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec.
Publ., no. 1, p. 51, fig. 37; dto, no. 8, p. 142; 1951, Longic., II, p. 455
Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn schmäler, sehr fein
punktiert, der Halsschild ohne unteren, vorderen Seitenhöcker, die Decken
länger, im Basaldrittel dichter punktiert, apikal fast gerade abgestutzt, die
Mittelschienen stärker gebogen, die Decken ohne dunkle Scheibenmakel.
Von Gahan nach Stücken von der Insel Hainan, den Andamanen und
Sikkim beschrieben. — Tonkin: Hagiang (Museum Paris), Hoa-Binh (coll.
Lepesme); Laos (coll. Itzinger - Museum Frey).
32. borneensis Breun.
Niphona borneensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240.
Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn schmäler, sehr fein
punktiert, der Halsschild fast nicht punktiert, aber mit tiefen, schiefen
Furchen versehen, ohne unteren, vorderen Seitenhöcker, die Decken apikal
weniger schief abgestutzt (die Randecke nur schwach vortretend), die Mittel-
schienen stärker gebogen; die Decken ohne dunkle Scheibenmakel.
Länge: 18 mm; Breite: 6 mm.
Von mir nach einem Stück von Borneo: Kuching (Museum Sarawak) be-
schrieben. — Philippinen: Insel Luzon (coll. Itzinger -— Museum Frey).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 403
33. longesignata Pic
Niphona longesignata Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31.
Der plagiata White nahe stehend, aber die Fühler um ein Viertel län-
ger (Ö) oder etwas kürzer (P) als der Körper, das elfte Glied in beiden Ge-
schlechtern apikal einwärts gebogen, immerhin stärker bei den 56; die
unteren Augenloben so lang wie die Wangen, die Stirn höher als breit, kaum
punktiert, der Halsschild sehr breit; die Decken apikal schmal abgestutzt
(die Nahtecke in einen Lappen ausgezogen, die Randecke deutlich ausgebil-
det), jede mit einem ziemlich langen und feinen, mäßig hohen postbasalen
Scheibenlängskamm; die Mittelschienen stark gebogen und apikal bei den
ö 6 verbreitert, die Tomentierung abweichend.
Braun, strohgelb tomentiert, der mittlere Deckennahtteil weißlich to-
mentiert; auf jeder Decke überdies eine posthumerale weißliche Seitenrand-
makel, eine ziemlich große braune, ovale, bis zum Hinterrand des Längs-
kammes reichende, nach rückwärts leicht gegen die Naht zu gerichtete Makel
und in der rückwärtigen Hälfte eine braune Längsbinde nahe der Naht, die
sich nach rückwärts immer mehr verbreitert, um den ganzen Apikalteil zu
decken.
Länge: 23-28 mm; Breite: 8-10 mm !/».
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Hoa-Binh beschrieben.
34. princeps Gah.
Niphona princeps Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 63, pl. I, fig. 11.
Der plagiata White nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied etwas
länger als das vierte, die unteren Augenloben sechs bis achtmal so lang wie
die Wangen, die Stirn höher als breit, der Halsschild, außer entlang seinem
Vorderrand, dicht und sehr grob punktiert und gerunzelt, ohne Längswülste,
die Decken schütterer punktiert, jede apikal in einen einzigen spitzigen
Lappen ausgezogen, mit zwei postbasalen Haarfascikeln, dessen zweiter
klein ist und am Innenrand der Schulterbeule liegt; die Decken viel dunkler,
fast durchwegs braun tomentiert; strohgelb verbleiben bloß eine große drei-
eckige Basalmakel, die von einer Schulter zur anderen reicht, eine große
rhomboidale postmediane Makel, die jederseits die Scheibenmitte überragt
und, auf jeder, eine dreieckige premediane Seitenrandmakel.
Länge: 21-27 mm; Breite: 7!/2-9 mm.
Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben.
35. batesi Gah.
Niphona batesi Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 63.
Wie princeps Gah., aber die beiden postbasalen Haarfascikel kaum
ausgebildet, die strohgelben Deckenzeichnungen weiter ausgebreitet, die
dreieckige Basalmakel von der premedianen Seitenrandmakel nur durch
404 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
einen schmalen Raum geteilt, die postmediane gemeinsame Nahtmakel auf
jeder Decke durch eine Querbinde ersetzt, die schief gegen den Seitenrand
absteigt.
Länge: 23-28 mm; Breite: 8-9 mm.
Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben.
36. ornata Gah.
Niphona ornata Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 64.
Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst, das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als
das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter als
hoch, sehr fein punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels schütter
und ziemlich fein punktiert. Halsschild außer entlang des Vorderrandes, grob
punktiert, auf der Scheibe wenig tief gerunzelt, mit je einem kleinen, unteren
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen halbrund. Decken fast
parallel, apikal fast gerade abgestutzt, fein und sehr schütter punktiert, api-
kal gefranst. Auf jeder Decke eine sehr hohe, postbasale Scheibenbeule.
Prosternalfortsatz am Hinterrand mit einem Höcker. Mesosternalfortsatz an
seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Mittelschienen gebogen.
Rotbraun, strohgelb, mit etwas rotbraun untermischt, tomentiert. Kör-
perunterseite und Beine größtenteils weißlichgelb tomentiert und mit sehr
kleinen braungelben Flecken übersät. Auf jeder Decke eine große, mediane
quere, dunkelbraune Scheibenmakel, deren Vorderrand leicht gegen die
Naht geneigt ist.
Länge: 12-16 mm; Breite: 5-6 mm.
Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben. — Assam:
Shillong.
37. ornatoides Breun.
Niphona ornatoides Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 57.
Der ornata Gah. nahe stehend, aber die Decken apikal sehr schief ab-
gestutzt (die Nahtecke in einen kleinen Dorn ausgezogen, die Randecke in
einen langen, dreieckigen Lappen ausgezogen), die postbasale Scheibenbeule
weniger hoch, von Haaren überdeckt.
Länge: 21 mm; Breite: 7 mm.
Von mir nach einem Stück von Sumatra (coll. Heyrovsky) beschrieben.
38. stoetzneri Breun.
Niphona stoetzneri Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 57.
Niphona stoetzneri Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8,
p. 21; 1951, Longic., IL, p. 459.
Der ornata Gah. nahe stehend, aber schmäler, der Halsschild weniger
gerunzelt, die Decken sehr fein punktiert, apikal sehr schief abgestutzt (die
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 405
Nahtecke in einen kleinen Dorn ausgezogen, die Randecke in einen langen,
dreieckigen Lappen ausgezogen), die postbasale Scheibenbeule weniger
hoch, dicht mit Haaren überlagert; die Decken mit einer dunkelbraunen,
gemeinsamen Nahtmakel, deren Vorderrand in der Deckenmitte liegt und
die seitwärts die Scheibenmitte nicht überragt.
Von mir nach einem Stück von China: Prov. Szetschuan, Kwanshien (coll.
Heyrovsky) beschrieben.
39. lutea Pic
Falsoniphona lutea Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 27.
Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte viel kürzer als das vierte, etwas länger
als das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter
als hoch. Kopf und die Seitenteile der Halsschildscheibe fein punktiert. Hals-
schild mit kleinem unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen
ziemlich breit, apikal abgerundet. Decken apikal sehr schief abgestutzt (die
Nahtecke wenig vortretend, die Randecke in einen langen Dorn ausgezogen),
durchwegs ziemlich dicht und fein punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete
am Grund. Auf jeder Decke eine stumpfe postbasale Scheibenbeule, die von
einem sehr kleinen, dunkelbraunen Haarfascikel überlagert wird. Proster-
nalfortsatz gleichmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorder-
rand schief abgestutzt. Beine sehr kurz.
Dunkelbraun, ockergelb tomentiert. Auf der Halsschildscheibe eine
zweilappige, zuweilen wenig deutliche weiße Makel. Auf jeder Decke zwei
weiße, durch kleine rotbraune Flecken unterbrochene Längsbinden: eine an
der Naht, die andere am Seitenrand, hinter der Schulterbeule ziemlich breit
beginnend und nach rückwärts schmäler werdend bis zum Beginn des Api-
kalviertels reichend. Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente so-
wie die Unterseite der Beine weißlich tomentiert. Die vier ersten Fühler-
glieder mit weißlichen Flecken übersät.
Länge: 9-13 mm; Breite: 2!/2-3°/ı mm.
Von Pic nach Stücken von Tonkin beschrieben. — China: Hongkong (Museum
Stockholm)
40. lateralis White
Niphona lateralis White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267.
Camptocnema lateralis Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 54.
Camptocnema lateralis Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 532.
Aelara variolosa Pascoe, 1878, Ann. Mag. Nat. Hist., (5) II, p. 375.
Mylothris bimaculatus Brongniart, 1892, Nouv. Arch. Mus. Paris (3) III, p. 252,
pPEDCHe. 11.
406 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Fühler um ein Viertel länger (ö) oder etwas kürzer (?) als der Körper,
unterseits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang
wie das vierte, viel länger als das erste, das elfte apikal bei den 56 stark
einwärts gekrümmt. Die unteren Augenloben merklich länger als die Wan-
gen. Stirn breiter als hoch. Kopf ziemlich schütter und ziemlich grob punk-
tiert. Halsschild auf den Seitenteilen der Scheibe grob punktiert und gerun-
zelt, in der Mittelregion mit drei tiefen Längsfurchen, seitlich ohne Höcker.
Schildchen kaum breiter als lang. Decken apikal gerade abgeschnitten (die
Naht- und die Randecke in je einen kurzen Dorn ausgezogen), ziemlich dicht
und eher grob punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Proster-
nalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz
an seinem Vorderrand mit vortretendem Höcker. Hinterschienen der ö ö sehr
stark gebogen und apikal erweitert.
Schwarz, braun bis ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine große
runde oder viereckige, posthumerale weiße Seitenrandmakel, die Punkte auf
den Decken von je einem kleinen schwarzen Hof umgeben. Mittelteil der
Sterna und der Abdominalsegmente weißlichgrau tomentiert. Fühlerglieder
vom dritten ab basal weißlichgrau geringelt.
Länge: 17-22 mm; Breite: 6-8 mm.
Von White nach Stücken von Indien: Silhet beschrieben. — Assam: Khasi
Hills; Andamanen, Siam, Cochinchina (British Museum und Museum Paris;
Birma: Caren Hills (Museum Mailand). Variolosa Pasc. und bimaculatus
Brongn. sind Synonyme.
41. alboplagiata Breun.
Niphona alboplagiata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 441.
Der lateralis White nahe stehend, aber die Wangen mehr als zweimal
so lang wie die unteren Augenloben, die Stirn grob punktiert und gerunzelt,
der Halsschild gröber und unregelmäßig gerunzelt auch im Mittelteil, das
Schildchen breiter, die Decken apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen
abgerundeten Lappen, die Randecke in einen längeren Dorn ausgezogen);
die posthumerale Deckenmakel weniger regelmäßig geformt.
Länge: 21 mm; Breite: 7 mm.
Von mir nach einem Stück von Laos (British Museum) beschrieben.
42. laterialba Breun.
Niphona laterialba Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241.
Der lateralis White nahe stehend, aber die Fühler so lang wie der Kör-
per, die unteren Augenloben so lang wie die Wangen, auf dem Mittelteil
der Halsschildscheibe bloß eine tiefe Längsfurche, die Decken etwas weniger
grob punktiert, apikal kräftig schief ausgeschnitten (die Randecke in einen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 407
spitz dreieckigen Lappen ausgezogen) und die Tomentierung abweichend.
Dunkelrotbraun, ockergelb, auf den Decken weißlich untermischt, to-
mentiert. Auf jeder Decke überdies eine weiße Seitenrandlängsbinde, die
nach der Schulter beginnt und bis etwas über die Deckenmitte zurückreicht.
Der Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente weißlich tomentiert.
Von mir nach einem Stück von Annam: Langkion Peaks, 2000-2500 m
alt. (British Museum) beschrieben. — China: Prov. Szetschuan; Tonkin:
Chapa.
43. albolateralis Pic
Niphona albolateralis Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8.
Der lateralis White nahe stehend, aber schmäler, die Fühler so lang
wie der Körper, die unteren Augenloben kürzer, quer, aber ebenfalls
merklich länger als die Wangen, die mittlere Halsschildlängsfurche breiter
und tiefer, je ein gut ausgebildeter oberer premedianer Seitenhöcker vor-
handen, die Decken besonders in ihrer rückwärtigen Hälfte schütterer punk-
tiert, apikal stark ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen
langen Dorn ausgezogen); auf jeder Decke an Stelle der posthumeralen
Makel mit einer weißen Seitenrandlängsbinde, die von der Basis bis zum
Ende des Basaldrittels reicht, sowie eine schmale langovale, postmediane
gelbliche Scheibenmakel.
Länge: 16 mm; Breite: 4 mm !/2,
Von Pic nach Stücken von Laos: Louang Prabang beschrieben.
44. plagifera Auriv.
Camptocnema »lagifera Aurivillius, 1924, Ark. f. Zool., XVIV/A, no. 12, p. 15,
fig. 138.
Der lateralis White nahe stehend, aber etwas kürzer, die Fühler so lang
wie der Körper (P), der Halsschild im Mittelteil ohne tiefe Längsfurchen, die
Decken besonders in der rückwärtigen Hälfte weniger grob punktiert, die
apikale Nahtecke weniger vortretend; die posthumerale weiße Deckenmakel
weniger regelmäßig geformt, vorn und rückwärts ausgeschnitten.
Länge: 15-21 mm; Breite: 5-7 mm.
Von Aurivillius nach Stücken von Java: Soekaboemi, Preanger beschrieben.
45. hepaticolor Hell.
Mylothris hepaticolor Heller, 1923, Deutsch. ent. Zs., p. 422.
Der lateralis White nahe stehend, aber etwas breiter, die Fühler so lang
wie der Körper, die unteren Augenloben kürzer, ungefähr so lang wie die
Wangen, der Kopf und der Halsschild fein punktiert, letzterer ohne tiefe
Scheibenlängsfurchen, aber mit je einer großen, stumpfen Scheibenbeule;
die Decken apikal weniger abgestutzt (die Randecke abgerundet), viel feiner
punktiert und die Tomentierung abweichend.
408 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Rotbraun. Stirn, Scheitel, Decken, eine Mittellängsbinde auf den Sterna
und den Abdominalsegmenten, sowie alle Schenkel grau tomentiert; sonst,
die Fühler eingeschlossen ockergelb ins rötliche ziehend tomentiert. Auf den
Decken eine sehr kurze ockergelb-rötliche gemeinsame Nahtmakel, die jeder-
seits bis zur Schulterbeule reicht und auf jeder eine langovale weiße Seiten-
randmakel, die auswärts der Schulterbeule kurz nach der Basis beginnt und
bis etwas über die Mitte zurückreicht.
Länge: 11!/a-16 mm; Breite: 31/3-5 mm.
Von Heller nach einem Stück von den Philippinen: Insel Mindanao, Dapitan
beschrieben. — Molukken (Museum München); Borneo, Java (Museum
Sarawak).
46. micropuncticollis Breun. & Chujo
Niphona micropuncticollis Breuning & Chujo, 1961, Nature and Life in Southeast
Asia, I, p. 344, pl. IX, fig. 6.
Fühler merklich kürzer als der Körper (9), das dritte Glied kürzer als
das vierte, merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben zweimal
so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und eher fein punktiert.
Halsschild mehr als zweimal so breit wie lang, mit je drei, der Mittellinie
genäherten, kleinen stumpfen Höckern. Decken dicht und eher grob punk-
tiert, apikal schief abgestutzt, von den Schultern ab verschmälert.
Dunkelrotbraun, rotbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine breite weiße
posthumerale Seitenrandmakel, eine wenig deutliche, weiße postmediane
Scheibenmakel und eine kleine schwarze basale Seitenrandmakel. Der Mittel-
teil der Abdominalsegmente gelbbraun tomentiert. Beine und Fühler weiß-
lich marmoriert.
Länge: 11!/a mm; Breite: 3%/a mm.
Von Chujo und mir nach einem Stück von Thailand: Chieng-Mai beschrieben.
47. lateraliplagiata Breun.
Niphona lateraliplagiata Breuning, 1943, Atti Soc. ital. Sc. Nat., LXXXII, p. 49.
Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das
erste. Die unteren Augenloben halb so lang wie die Wangen. Stirn breiter
als hoch. Kopf durchwegs ziemlich grob punktiert. Halsschild sehr grob
punktiert und gerunzelt, mit je einer der Mittellinie genäherten, breiten und
tiefen Längsdepression, die in der Mitte unterbrochen ist, je einem kleinen
unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einem gut ausgebildeten
kleinen oberen Seitenhöcker. Schildchen sehr breit, apikal verrundet. Decken
apikal schief abgestutzt (die Naht- und die Randecke spitzig, die Nahtecke
stärker vortretend), durchwegs sehr dicht und grob punktiert. Prosternal-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 409
fortsatz gleichmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand
schief abgestutzt.
Schwarz, rotbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine große, viereckige,
posthumerale weiße Seitenrandmakel. Der Mittelteil der Sterna und der
Abdominalsegmente und die Beine mit Ausnahme der Dorsalfläche der
Schenkel strohgelb tomentiert. Fühlerglieder vom vierten ab basal gelblich
tomentiert.
Länge: 20 mm; Breite: 6 mm.
Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin, Biltan (Museum Mai-
land) beschrieben. — Tonkin: Bao-Lac (coll. Lepesme).
48. dessumi Breun.
Niphona (s.s.) dessumi Breuning, 1961, Bull. Mus. Nat. d’Hist. Nat., (2. ser.),
XXXII, p. 538.
Fühler viel kürzer als der Körper (P), unterseits kaum gefranst; das erste
Glied kurz und dick, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das
erste, das vierte fast zweimal so lang wie eines der weiteren. Die unteren
Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter als hoch, ziemlich
dicht und fein punktiert, der Mittelteil des Scheitels ziemlich grob punktiert
und gerunzelt. Halsschild dicht und grob punktiert und unregelmäßig ge-
runzelt, mit je einem nur sehr kleinem unteren Seitenhöcker nahe dem Vor-
derrand. Schildchen halbrund. Decken im Apikalviertel stark verschmälert,
apikal zugespitzt (die Randecke nicht angedeutet, die Nahtecke einen schma-
len, stark vortretenden Lappen bildend), sehr dicht und grob punktiert und
mit kleinen Körnern übersät, die jede von einer sehr kleinen, schief abstehen-
den Sete überragt wird. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand mit vortretendem
Höcker.
Schwarz, strohgelb tomentiert. Stirn, Wangen und einige Längsbinden
auf dem Scheitel weißlich tomentiert. Halsschildscheibe und Decken weißlich
gesprenkelt. Auf jeder Decke eine große, langovale premediane weiße Sei-
tenrandmakel. Das dritte die drei vorderen Viertel des vierten Gliedes und
die äußerste Basis der Glieder fünf bis acht weißlich tomentiert, das Apikal-
viertel des vierten Gliedes, die Glieder fünf bis acht außer basal und die
Glieder neun bis elf dunkelbraun tomentiert.
Länge: 12 mm; Breite: 3%/ı mm.
Von mir nach einem Stück von Annam: Blao (Museum Paris) beschrieben.
49. Junulata Pic
Camptocnema lunulata Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8.
Ziemlich schmal. Fühler um ein Viertel länger als der Körper (Ö), unter-
seits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie
410 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augenloben viel kürzer als
die Wangen. Stirn breiter als hoch, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand
des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild dicht und grob
punktiert und unregelmäßig gerunzelt, mit tiefer, vorn verkürzter Mittel-
längsfurche, je einer stumpfen Scheibenbeule und je einem der Basis genä-
herten Seitenhöcker. Schildchen halbrund. Decken apikal ausgeschnitten (die
Nahtecke in einen vortretenden Lappen ausgezogen, die Randecke verrun-
det), durchwegs wenig dicht und ziemlich grob punktiert, jeder Punkt mit
winziger Sete am Grund; auf jeder Decke ein kurzer, mäßig hoher postba-
saler Scheibenlängskamm. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand mit einem Höcker
versehen. Vorderschienen der öÖ stark gebogen und mit zahnförmigem
Höcker am Innenrand.
Schwarz, hellgrau, mit rostrot untermischt tomentiert. Decken, Schenkel
und Schienen mit kleinen schwarzen Flecken übersät. Auf jeder Decke eine
große langgestreckte, weiße Seitenrandmakel, die vom Hinterrand der
Schulterbeule bis etwas über die Deckenmitte reicht, innen stark ausgezackt
ist und seitwärts zweigelappt und schwarz eingefranst ist, sowie eine runde
schwarze Makel am Innenrand der Schulterbeule. Das Apikaldrittel der
Schienen und die Tarsen schwarz tomentiert. Die Fühlerglieder vom dritten
ab, basal und apikal weißlich geringelt.
Länge: 15-17 mm; Breite: 5--9'/2 mm.
Von Pic nach Stücken von Laos beschrieben. — Tonkin: Chapa (coll. Pic).
2. Sg. Hammatoniphona Pic
Hammatoniphona Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31.
Die Vorderhüften der ö ö mit je einem langen gebogenen Dorn ver-
sehen.
50. longicornis Pic
Camptocnema longicornis Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8.
Niphona thibetana Gressitt, 1951, Longic., II, pp. 455, 457, pl. XVII, fig. 5.
Fühler mehr als um die Hälfte länger (5) oder etwas länger (?) als der
Körper, das dritte Glied etwas kürzer als das vierte, länger als das erste. Die
unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter als hoch. Hals-
schild quergerunzelt, auf der Scheibenmitte mit drei Längsfurchen, die durch
zwei hohe Längswülste getrennt werden und mit je einem unteren Seiten-
höcker nahe dem Vorderrand. Schildchen trapezförmig. Decken sehr grob
punktiert, apikal schief abgestutzt (die Randecke in einen Dorn ausgezogen).
Prosternalfortsatz verrundet. Mesosternalfortsatz mit mittlerem Höcker. Mit-
telschienen der ö ö mit einem Mittelhöcker am Innenrand.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 411
Schwarz, grau, mit gelblich untermischt tomentiert. Auf jeder Decke
eine weiße Seitenrandlängsbinde, die bald hinter der Schulter beginnt und
bis zum Beginn des Apikaldrittels reicht und nahtwärts immer undeutlicher
wird.
Länge: 181/e-20 mm; Breite: 6-61/2 mm.
Von Pic nach Stücken aus Tonkin: Pho-vi beschrieben. — Nach der Beschrei-
bung zu urteilen ist thibetana Gress. (nach einem Stück aus Westchina
beschrieben) ein Synonym.
3. Mimoniphona Breun.
Mimoniphona Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 419.
Langgestreckt. Fühler mäßig dick, merklich kürzer als der Körper, unter-
seits gefranst; das erste Glied kurz und sehr dick, gekeult, das dritte merk-
lich länger als das vierte, viel länger als das erste. Fühlerhöcker weit ausein-
anderstehend, nicht vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren
Loben quer. Stirn höher als breit. Halsschild quer, gewölbt, mit vier Quer-
furchen (zwei vorderen und zwei rückwärtigen), je einem großen lappen-
förmigen, unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einem stumpf
konischen rückwärtigen Seitenhöcker. Decken lang, parallel, gewölbt, etwas
breiter als der Halsschild, apikal breit verrundet, mit Haarfascikeln besetzt.
Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abge-
stutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Me-
tasternum von normaler Länge. Beine kurz, kräftig, die Schenkel gekeult.
Typ: fasciculata Breun. Eine Art.
1. fasciculata Breun.
Mimoniphona fasciculata Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 420.
Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen. Kopf
schütter und fein punktiert. Der Halsschildmittelteil (innerhalb der zweiten
vorderen und der ersten rückwärtigen Querfurche grubig punktiert und ge-
runzelt. Schildchen viereckig, zweimal so breit wie lang. Decken durchwegs
dicht und grob punktiert; jede mit zahlreichen schwarzen Haarfascikeln, von
denen fünf auf jeder Decke stärker hervortretend: eines an der Naht hinter
dem Schildchen, ein postbasales sehr großes auf der Scheibe, eines am Innen-
rand der Schulterbeule und zwei am Beginn des Apikalviertels, wovon das
seitliche etwas hinter dem anderen liegt.
Rötlich, gelbbraun tomentiert. Scheitel mit je einer langgestreckten
dunkelbraunen Makel. Jede Decke mit drei, ziemlich breiten rotbraunen,
teilweise von kleinen dunkelbraunen Flecken umsäumten Querbinden: eine
basale, eine leicht gegen die Naht zu ansteigende mittlere und eine apikale.
412 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Körperunterseite und Beine mit sehr zahlreichen kleinen braunen Flecken
übersät. Fühler rotbraun tomentiert, die Glieder vom dritten ab basal gelb
tomentiert.
Länge: 15 mm; Breite: 51/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Süd-Indien: Kodai Kanal (coll. Tippmann)
beschrieben.
4. Nipholophia Gress.
Nipholophia Gressitt, 1951, Longic., II, pp. 452, 458.
Langgestreckt. Fühler mäßig dünn, merklich kürzer als der Körper, das
erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte so lang wie das vierte,
etwas länger als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vor-
tretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Halsschild
quer, seitlich leicht verrundet mit je einer der Mittellinie stark genäherten
tiefen Längsfurche. Decken mehr als dreimal so lang wie der Kopf und der
Halsschild zusammengenommen, merklich breiter als der Halsschild, apikal
verrundet, mit je einem leicht erhabenen kurzen basalen Scheibenlängskamm
und einer stumpfen, den Seitenrand etwas überragenden Beule am Beginn
des Apikalviertels. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz an seinem Hinter-
rand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senk-
recht abgestutzt. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die
Schenkel kaum gekeult, die Tarsen lang.
Typ: chujoi Gress. Eine Art.
1. chujoi Gress.
Nipholophia chujoi Gressitt, 1951, Longic., II, p. 458, pl. XVIII, fig. 7.
Das erste Fühlerglied fein punktiert, das vierte fast zweimal so lang wie
das fünfte. Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf
schütter und mäßig fein punktiert. Halsschild grob gerunzelt. Schildchen
trapezförmig. Decken basal gekörnt punktiert, danach ziemlich grob punk-
tiert. Abdomen und Beine fein punktiert.
Schwarzbraun, gelbbraun mit weißlich untermischt tomentiert. Decken
ockergelb mit weißlich untermischt tomentiert, basal undeutlich braun ge-
fleckt. Unterseite braun mit weißlich untermischt tomentiert, Abdomen viel-
fach ockergelb tomentiert. Fühler hellbraun und weiß marmoriert, letztere
Färbung auf den Gliedern vier bis sechs vorherrschend, die Glieder sieben
bis neun basal und apikal, die Glieder zehn und elf bloß apikal weiß ge-
ringelt.
Länge: 11!/3 mm; Breite: 4 mm.
Von Gressitt nach einem Stück von Formosa: Musha, 1000 m alt., beschrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 413
5. Paretaxalus Breun.
Paretaxalus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246.
Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, unterseits gefranst
ab dem zweiten Glied; das erste wenig lang und ziemlich dick, das dritte
viel länger als das vierte oder das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderste-
hend, kaum vortretend. Augen ziemlich grob facettiert, unterteilt, die unte-
ren Loben quer. Stirn breiter als hoch. Halsschild so lang wie breit oder quer,
stark gewölbt, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rück-
wärtigen und je einem, kaum angedeuteten unteren seitlichen Höcker nahe
dem Vorderrand. Decken lang, parallel, gewölbt. Kopf nicht rückziehbar.
Prosternalfortsatz ziemlich breit, etwas niedriger als die Hüften, verrundet.
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metaster-
num von normaler Länge. Beine wenig lang, kräftig, die Schenkel gekeult.
Typ: sandacanus Breun. Zwei Arten.
1. Jede Decke apikal in einen spitzigen Lappen ausgezogen ......oo
mucronatus Schwarz.
— Decken apikal nicht in einen Lappen ausgezogen. ........ sandacanus Breun.
1. sandacanus Breun.
Paretaxalus sandacanus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246.
Fühler die Deckenmitte wenig überragend, unterseits dicht gefranst;
das erste Glied ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Die unteren Augen-
loben so lang wie die Wangen. Der Mittelteil des Scheitels sehr grob punk-
tiert. Halsschild so lang wie breit, dicht und grob grubig punktiert und
gekörnt. Schildchen sehr breit, apikal abgerundet. Decken auf der Basis und
auf den Schultern sehr dicht gekörnt, danach sehr dicht und grob punktiert
(die Punkte apikalwärts etwas weniger grob), apikal fast gerade abgestutzt
(die Nahtecke kaum vortretend).
Rotbraun, durchwegs strohgelb tomentiert, die Tomentierung wenig
dicht auf den Decken. Die Schläfen, auf den Decken die Basis und eine
wenig breite postmediane Querbinde weißlichgrau tomentiert.
Länge: 17 mm; Breite: 5'/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Borneo: Sandakan (British Museum) be-
schrieben.
2. mucronatus Schwarz.
Niphona mucronata Schwarzer, 1931, Senckenberg, XIII, p. 207, fig. 20.
Fühler die Deckenmitte etwas überragend, unterseits mäßig dicht ge-
franst, das erste Glied ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Die unteren
Augenloben merklich länger als die Wangen. Der Mittelteil des Scheitels
sehr grob punktiert. Halsschild quer, basal dreigelappt, mit Grübchen über-
414 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
deckt und gekörnt. Schildchen halbrund. Decken vor der Mitte leicht nieder-
gedrückt, im Basaldrittel mit hohen Körnern übersät, danach sehr dicht und
grob punktiert (die Punkte apikalwärts etwas weniger grob werdend), jede
apikal in einen langen spitzigen Lappen ausgezogen.
Braun, strohgelb tomentiert. Auf jeder Decke zwei ziemlich große,
undeutliche weißlichgelbe, dem Seitenrand genäherte Flecken: ein preme-
dianer und ein postmedianer. Das vierte Fühlerglied, außer apikal, weißlich
tomentiert, der Apikalteil dieses Gliedes und alle weiteren Glieder dunkel-
rotbraun tomentiert.
Länge: 16 mm; Breite: 4!/a mm.
Von Schwarzer nach Stücken von Borneo: Long Petak beschrieben.
6. Acanthetaxalus Breun.
Acanthetaxalus Breuning, 1960, Zs. d. Arbeitsgem. österr. Entomol., XI, p. 133.
Sehr langgestreckt. Fühler wenig fein, unterseits wenig dicht und sehr
kurz gefranst, die Deckenmitte kaum überragend; das erste Glied sehr kurz
und dick, mit vortretendem Mittelhöcker auf der Dorsalfläche, das dritte
mehr als zweimal so lang wie das vierte, oder das erste, das vierte viel länger
als eines der weiteren Glieder. Fühlerhöcker ziemlich weit auseinanderste-
hend, stark vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben
quer. Stirn groß, flach, viereckig. Halsschild länger als breit, stark gewölbt,
basal dreigelappt, seitlich leicht verrundet, jederseits der Mittellinie am
Vorderrand mit einem nach vorn gerichteten Haarfascikel. Decken sehr lang,
stark gewölbt, parallel, kaum breiter als der Halsschild, vor dem Apikalende
plötzlich stark abfallend, apikal ausgerandet (die Nahtecke in einen kurzen
Lappen, die Randecke in einen langen, schmalen, apikal abgestumpften Lap-
pen ausgezogen); jede Decke mit zwei preapikalen Diskalhöckern, die neben-
einander gelagert sind. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal,
niedriger als die Hüften, regelmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz schmal.
nach vorn allmählich abfallend. Metasternum von normaler Länge. Mittel-
hüfthöhlen offen. Beine kurz und kräftig, die Schenkel stark gekeult, die
Mittelschienen mit mittlerer, leicht vortretender Dorsalbeule. Stirn und Dek-
ken mit wenig zahlreichen, kurz abstehenden Haaren besetzt.
Typ: bostrychoides Breun. Eine Art.
1. bostrychoides Breun.
Acanthetaxalus bostrychoides Breuning, 1960, Zs. d. Arbeitsgem. österr. Entom.,
XII, p. 133.
Untere Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf sehr dicht
und sehr fein punktiert. Halsschild und Decken durchwegs dicht und ziem-
lich grob gekörnt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 415
Schwarz, der Kopf strohgelb tomentiert. Halsschild und Decken fast
ohne Behaarung schwarz, nur der abfallende Apikalteil der Decken strohgelb
tomentiert. Abdomen und Beine dunkelrot, dicht strohgelb marmoriert. Die
drei Basalviertel des vierten Fühlergliedes strohgelb tomentiert.
Von mir nach einem Stück von Borneo: Pontianak (coll. Tippmann) beschrie-
ben. — Sarawak (Museum Frey).
Länge: 13-15 mm; Breite: 31/a-4 mm.
7. Etaxalus Pasc.
Etaxalus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 141, 153.
Etaxalus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 522, 534.
Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler fein, das Apikaldrittel der Dek-
ken erreichend, unterseits schütter gefranst; das erste Glied wenig lang,
mäßig dick, das dritte so lang; wie das vierte, viel länger als das erste. Fühler-
höcker nicht vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben
quer. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, gewölbt, seitlich kaum verrun-
det, mit vier feinen Querfurchen (zwei vorderen und zwei rückwärtigen).
Decken sehr lang, parallel, gewölbt, apikal leicht abgestutzt. Kopf nicht
rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Meso-
sternalfortsatz zum Vorderrand zu allmählich geneigt. Metasternum von
normaler Länge. Beine wenig lang, die Schenkel gekeult, die Vorderschenkel
der 8Ö sehr kräftig, die Vorderhüften der 56 mit je einem langen, ge-
bogenen Dorn.
Typ: iliacus Pasc. Eine Art in der eurasiatischen Region.
1. iliacus Pasc.
Etaxalus iliacus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 141, 153.
Etaxalus iliacus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 534.
Das erste Fühlerglied dicht und fein gekörnt. Die unteren Augenloben
so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und ziemlich fein ge-
körnt. Schildchen zweimal so breit wie lang, apikal verrundet. Decken im
Basaldrittel fein gekörnt, danach sehr dicht und ziemlich fein punktiert, jeder
Punkt mit winziger Sete am Grund.
Rot, fein rotbraun, mit ockergelb untermischt, tomentiert. Auf jeder
Decke eine große premediane, scharf ausgeprägte weißliche, unregelmäßig
geformte oder langovale, rückwärts schwärzlich eingefaßte Makel. Der Mit-
telteil der Sterna und das ganze Abdomen strohgelb tomentiert. Decken
zuweilen mit einer großen ockergelben gemeinsamen Nahtmakel um das
Schildchen und auf jeder Decke eine postmediane ockergelbe Querbinde, die
von der Naht schief zum Seitenrand absteigt; diese Zeichnungen aber un-
scharf ausgebildet.
416 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Länge: 13-15 mm; Breite: 4-4!/eg mm.
Von Pascoe nach einem Stück von Borneo: Sarawak beschrieben. — Java,
Preanger (Museum Leyden).
8. Pseudotaxalus Breun.
Pseudetaxalus Breuning, 1939, Mem. Soc. ent. It., XVIII, p. 62.
Sehr langgestreckt. Fühler fein, unterseits kaum gefranst; das erste
Glied lang und sehr schmal, das dritte viel kürzer als das vierte, etwas länger
als das erste. Fühlerhöcker kaum vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt,
die unteren Loben dreieckig. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, gewölbt,
seitlich leicht verrundet, mit zwei kaum angedeuteten Querfurchen, einer
vorderen und einer rückwärtigen. Decken sehr lang, mehr als dreimal so
lang wie der Kopf und der Halsschild zusammengenommen, etwas breiter
als der Halsschild, mäßig gewölbt, im Apikaldrittel verschmälert, apikal aus-
geschnitten. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüf-
ten, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand verrundet. Meta-
sternum von normaler Länge. Beine wenig lang.
Typ: angustus Gah. Zwei Arten.
1. Decken olivgelb tomentiert und mit sehr kleinen schwarzen Flecken
Übersate ee 2 NEE angustus Gah.
— Decken grau tomentiert und jede mit vier weißen ovalen Flecken besetzt.
alboguttatus Breun.
1. angustus Gah.
Lychrosis angustus Gahan, 1894, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 74.
Fühler etwas kürzer als der Körper. Die unteren Augenloben merklich
länger als die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und äußerst fein punk-
tiert. Schildchen fünfeckig. Decken sehr dicht und sehr fein punktiert, apikal
ausgeschnitten (die Randecke etwas mehr vortretend als die Nahtecke).
Schwarz, olivgelb tomentiert. Halsschild mit wenig deutlicher schwärz-
licher Mittellängsbinde. Decken mit zahlreichen sehr kleinen schwarzen
Flecken übersät. Fühler rotbraun, fein grau tomentiert.
Länge: 8-10 mm; Breite: 2-21/3 mm.
Von Gahan nach Stücken aus Birma: Monts Carin beschrieben.
2. alboguttatus Breun.
Pseudetaxalus alboguttatus Breuning, 1939, Mem. Soc. ent. It., XVIII, p. 62.
Dem angustus Gah. nahe stehend, aber die Fühler etwas länger als der
Körper, die Decken apikal tiefer ausgeschnitten (die Randecke in einen spitz-
dreieckigen Dorn ausgezogen) und die Tomentierung abweichend.
Dunkelbraun, äußerst fein grau tomentiert. Auf jeder Decke vier ziem-
lich große, ovale weißliche Makeln: zwei davon am Ende des basalen Vier-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 417
tels, eine an der Naht, die andere dem Seitenrand genähert und zwei knapp
nach der Mitte gelegen, eine an der Naht, die andere, viel größere nahe dem
Seitenrand. Fühler rötlich.
Länge: 7!/a mm; Breite: 1?/a mm.
Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin, Cheba (Museum Genua)
beschrieben.
9. Grammoechus Thoms.
Grammoechus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59.
Atossa Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 100.
Langgestreckt. Fühler fein, unterseits wenig dicht gefranst; das erste
Glied lang und sehr dünn, das dritte merklich länger als das vierte oder das
erste, das vierte Glied zuweilen in ganzer Länge leicht verdickt. Augen fein
facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn höher als breit, basal
verbreitert, mit feiner Mittellängsfurche. Halsschild quer, seitlich leicht ver-
rundet, mit 4 wenig deutlichen feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei
rückwärtigen. Decken lang, mäßig gewölbt, apikal verrundet. Kopf rückzieh-
bar. Prosternalfortsatz ziemlich breit, so hoch oder höher als die Hüften, an
seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz viel breiter als
lang, an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, eine breite glatte Platte
bildend. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel
gekeult, die Tarsen der 5 ö breit. Letztes Abdominalsegment der 5 ö mit
breiter Längsdepression.
Typ: polygrammus Thoms. 13 Arten, die sich auf zwei Untergattungen
aufteilen.
1. Das vierte Fühlerglied nicht verdickt ... Sg. Grammoechus Thomas. s. s.
— Das vierte Fühlerglied in ganzer Länge leicht verdickt ...............
Sg. Paratossa Breun.
1. Sg. Grammoechus Thoms. s. s.
1. Decken bloß mit ockergelben Zeichnungen... 2
— Decken nicht so gezeichnet ...........nnnnn 3.
2. Jede Decke mit einer breiten ockergelben Längsbinde, die nur durch
eine preapikale schwarze Querbinde unterbrochen wird...
strenuus Thoms.
— Decken mit zahlreichen ockergelben Flecken und kurzen Binden. ............
ochreovariegatus Breun.
3 Decken ohne helle Linien „N ee. ee ee 4,
= u Decken mit hellen Binien n.........cnn.ennenn eneetnnas 5)
4. Jederseits auf der Körperunterseite eine breite weiße Seitenrandlängs-
nee ee atomarius Pasc.
— Körperunterseite ohne derartige Binden. ............... leucosticticus Breun.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 2
418 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
9. Decken fein punktiert‘...........2........2. RR ee 6.
— Decken sehr grob punktiert .......un...un..n.. ee Be 7%
6. Der Basalteil der Fühlerglieder vier und fünf gelb tomentiert ...............
polygrammus Thoms.
— Das vierte Fühlerglied ohne gelbe Tomentierung das fünfte außer im
Basalviertel gelb tomentiert ....... nenn javanicus Breun.
-1
. Halsschild grob gerunzelt; Decken mit gelben Längslinien im Apikal-
Irittel n...2 a ze ee Pe bipartitus Rits.
— Halsschild sehr grob gerunzelt; Decken mit breiteren gelben Längs-
Binden... 2 ee ee cribripennis Breun.
2. Sg. Paratossa Breun.
1. Halsschild mit je zwei geraden weißen Scheibenlängsbinden. ..................
assamensis Breun.
— Halsschild mit je einer weißen Scheibenlängslinie, die nach rückwärts
schief auswärts verläuft... ee 2
2. Seitenteile der Sterna ohne weiße Länsgslinie ................... spilotus Gah.
— Jederseits auf den Sterna eine weiße Längslinie ..........uees 3.
3. Auf jeder Decke eine helle Längslinie seitlich auf der Scheibe, die von
der Basis bis zur postmedianen Querbinde reicht .................. ligatus Pasc.
— Decken ohne eine derartige Linie .....nnn ER 4.
4. Decken mit hellen scharf ausgeprägten Linien ............ triangulifer Rits.
— Decken ohne derartige Linien .........eeee albosparsus Breun.
1. Sg. Grammoechus Thoms. s. s.
Grammoechus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59.
Atossa Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 100.
Grammoechus Pascoe, 1869, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 681.
Grammoechus Atossa Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, pp. 497, 498.
Atossa Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 252.
Atossa Gahan, 1906, Journ. Mal. Stat. Mus., I, p. 118.
Das vierte Fühlerglied nicht verdickt.
Typ: polygrammus Thoms.
1. polygrammus Thoms.
Grammoechus polygrammus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 60.
Grammoechus polygrammus Pascoe, 1869, Trans. ent. Soc. Lond., (3) HI, p. 681.
Grammoechus polygrammus Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, p. 498.
Grammoechus polygrammus Gressitt, 1939, Proc. Haw. ent. Soc., X, p. 418.
Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (P) als der
Körper. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend. Die unte-
ren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Einige ziemlich grobe
Punkte in der oberen Hälfte der Stirn. Halsschild etwas gerunzelt und auf
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 419
den Seiten der Scheibe schütter punktiert. Schildchen breit, dreieckig. Decken
von den Schultern ab leicht verschmälert, in der vorderen Hälfte ziemlich
dicht, eher fein punktiert, in der rückwärtigen Hälfte sehr schütter und sehr
fein punktiert.
Schwarz, weißlich oder gelb gezeichnet. Stirn, Körperunterseite und
Beine fein grau tomentiert. Auf jeder Wange eine breite weiße Binde, die
sich längs dem Seitenteil des Halsschildes und dem Seitenrand der Decke
bis zum Apikalende der Decke fortsetzt. Jederseits auf der Halsschildscheibe
zwei schmale, weißliche Längsbinden, die sich nach vorn noch auf den Schei-
tel fortsetzen, die Zwischenräume zwischen diesen Binden ungefähr von
gleicher Breite (der mittlere leicht breiter als die seitlichen). Auf jeder Decke
fünf sehr schmale weiße Binden: zwei Längsbinden in der vorderen Hälfte,
die eine an der Naht, die andere am Innenrand der Schulterbeule, eine
mediane Querbinde und zwei Längsbinden in der rückwärtigen Hälfte, die
eine an der Naht, die andere auf der Scheibenmitte. Die zwei ersten Fühler-
glieder, das dritte Glied größtenteils und der Basalteil der Glieder vier und
fünf weißlich tomentiert.
Länge: 12-15 mm; Breite: 4-5 mm.
Von Thomson nach Stücken aus Malakka beschrieben. — Selangor (Gressitt);
Borneo, Sumatra (Aurivillius).
m. fulvus nov.
Wie die Stammform, aber die Grundtomentierung rot-orange, die Zeich-
nungen ockergelb, daher wenig auffallend.
Typ ein ö von Sumatra: Palembang im Museum Frey.
m. univittatus Breun.
Grammoechus polygrammus Thoms. m. univittatus Breuning, 1961, Bull. Mus.
Nat. d’Hist. Nat., (2) XXXIL p. 538.
Wie die Stammform, aber in der vorderen Deckenhälfte bloß eine
Längsbinde und in der rückwärtigen Hälfte ebenfalls bloß eine.
Sumatra: Medan (Museum Paris).
ssp. siporensis Breun.
Grammoechus polygrammus 'Thoms. ssp. siporensis Breuning, 1939, Mem. Soc.
ent. It, XVII, p. 37.
Wie die Stammform, aber die Stirn und der Halsschild wenig dicht und
sehr fein punktiert, der Halsschild nicht gerunzelt, die Decken sehr dicht
und sehr fein punktiert, die Punkte auch im Apikaldrittel ziemlich dicht
gestellt; im Apikaldrittel jeder Decke unweit des Seitenrandes eine dritte
schmale weißliche Längsbinde; die Grundfarbe der Fühlerglieder drei bis
neun rot, das vierte Glied weißlich tomentiert.
420 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Von mir nach Stücken von der Insel Mentawei: Sipora (Museum Genua)
beschrieben.
2. javanicus Breun.
Grammoechus javanicus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 238.
Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber schmäler, die unteren
Augenloben viel kürzer als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Hals-
schild seitlich fast gerade, auf der Scheibe fein quergerieft, das Schildchen
länger und weniger breit, die Decken gestreckter, fast parallel; die Grund-
tomentierung des Körpers rotbraun statt schwarz, das mittlere Halsschild-
intervall dreimal so breit wie eines der seitlichen; die premediane seitliche
Deckenlängsbinde mit der seitlichen postmedianen Längsbinde verbunden,
die beiden Nahtbinden, die premediane und die postmediane sehr wenig
ausgeprägt, zuweilen erloschen; der Grund der Fühlerglieder rotbraun, das
fünfte Glied außer im Apikalviertel hellgelb tomentiert.
Länge: 9 mm; Breite: 2!/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Java (British Museum) beschrieben.
3. atomarius Pasc.
Atossa atomarius Pascoe, 1866, Proc. zool. Soc. Lond., p. 254, pl. XXVI, fig. 6.
Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber etwas schmäler, die
Fühlerhöcker etwas vortretender, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild
dicht und fein, unregelmäßig gerunzelt, die Decken wenig dicht und wenig
grob punktiert, im Apikaldrittel mit leicht erhabenen Längslinien; die Kör-
peroberseite ebenfalls fein grau tomentiert, die Halsschildbinden linienför-
mig, die Decken ohne Binden, mit sehr kleinen weißlichen Flecken übersät,
die in der rückwärtigen Hälfte mehr oder weniger längsgereiht sind.
Länge: 12-14 mm; Breite: 4-4!/e mm.
Von Pascoe nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Penang beschrieben. -
Perak (British Museum).
4. leucosticticus Breun.
Atossa leucostictica Breuning, 1936, Festschr. E. Strand, I, p. 312.
Wie atomarius Pasc., aber etwas gestreckter, die Decken ohne erhabene
Längslinien; der Scheitel und der Halsschild ohne weißliche Linien; die
Flecken auf den Decken schärfer ausgeprägt, aber ganz unregelmäßig ver-
teilt, die Körperunterseite ohne weiße Binden.
Von mir nach einem Stück von Borneo: Matang beschrieben.
5. strenuus Thoms.
Atossa strenua Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 101.
Atossa strenua Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, p. 497.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 421
Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber die Fühlerhöcker ein-
ander ziemlich genähert und vortretend, die unteren Augenloben viel kürzer
als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild grob gerunzelt, auf
den Seiten der Scheibe schütter punktiert, die Decken basal gekörnt, danach
bis zum Apikalende dicht und sehr grob punktiert und die Tomentierung
abweichend.
Schwarz, glänzend. Stirn, Wangen, die Seitenteile des Halsschildes und
die Seitenteile der Sterna größtenteils ockergelb tomentiert; überdies auf
jeder Seite eine ockergelbe Längsbinde, die schmal am Hinterrand des Auges
beginnt und sehr breit entlang der Seite der Halsschildscheibe und entlang
der Deckenscheibe bis zum Apikalende der Decke reicht, auf der Decke aber
weniger scharf ausgeprägt ist und vor dem Apikalende durch eine mäßig
breite schwarze Querbinde unterbrochen wird. Überdies auf jeder Decke im
Apikaldrittel eine ockergelbe sehr schmale Nahtbinde. Auf jedem der vier
ersten Abdominalsegmente eine kleine, quere, ockergelbe Makel, das fünfte
mit je einer großen langovalen, ockergelben Makel. Beine und Fühler rot,
fein grau tomentiert. Die Basalhälfte des fünften Fühlergliedes und die
Basis der Glieder drei bis vier und sechs bis elf weißlichgrau tomentiert.
Länge: 13-18 mm; Breite: 4-5!/2 mm.
Von Thomson nach Stücken von Java beschrieben.
6. ochreovariegatus Breun.
Grammoechus (s. s.) ochreovariegatus Breuning, 1957, Bull. Soc. ent. Fr., LXIJI,
PU,
Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber die unteren Augenloben
etwas kürzer als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild nicht
gerunzelt, die Decken fast parallel, nur im Apikalviertel verschmälert, durch-
wegs wenig dicht und fein punktiert und die Tomentierung abweichend.
Dunkelrot, graubraun tomentiert. Kopf und Halsschild mit unscharf
ausgeprägten ockergelben Binden. Decken mit zahlreichen ockergelben Flek-
ken und ebensolchen kurzen Binden übersät. Fühler vom dritten Glied ab
rotbraun tomentiert, das Basaldrittel der Glieder drei und vier und die bei-
den Basaldrittel des fünften Gliedes weißlich tomentiert.
Länge: 16 mm; Breite: 5 mm.
Von mir nach einem Stück von der Insel Luzon: R. Bambo (Museum Paris)
beschrieben.
7. bipartitus Rits. (Abb. 1, Fig. 2)
Atossa bipartita Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 250; 1891, Not. Leyd.
Mus., XIII, pl. X, fig. 6.
Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (?) als der
Körper. Fühlerhöcker ziemlich einander genähert und mäßig vortretend. Die
422 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn gerunzelt und schütter
und grob punktiert. Halsschild grob und unregelmäßig gerunzelt. Schildchen
breit dreieckig. Decken von den Schultern ab leicht verschmälert, basal fein
gekörnt, danach bis zum Beginn des Apikaldrittels dicht und sehr grob punk-
tiert, im Apikaldrittel weniger dicht und sehr fein punktiert.
Schwarz, leicht glänzend. Stirn, Wangen, die Seitenteile des Halsschil-
des und die Seitenteile der Sterne größtenteils ockergelb tomentiert. Hals-
schild jederseits meist mit zwei gelben Längslinien, die nach vorn auf den
Scheitel verlängert sind und nach rückwärts leicht schief auswärts gerichtet
sind. Schildchen mit einer grauen Mittellängslinie. Decken äußerst fein grau
tomentiert; auf jeder Decke eine weißlich-gelbe mittlere, gewellte Querlinie
und einige ebenso gefärbte Längslinien und kleine gelbe Flecken in der
rückwärtigen Hälfte. Beine und Fühler rötlich, sehr fein grau tomentiert.
Länge: 12-15 mm; Breite: 4-5 mm.
Von Ritsema nach Stücken von Borneo beschrieben. — Java: Monts Gede
(coll. Lepesme).
m. vittatus Fish.
Atossa vittata Fisher, 1936, Tijdschr. v. Ent., LXXIX, p. 185.
Wie die Stammform, aber glänzender, die Punkte im Apikaldrittel der
Decken etwas gröber.
Java: Soekaboemi (Fisher, Museum Leyden).
8. eribripennis Breun.
Atossa cribripennis Breuning, 1936, Festschr. E. Strand, I, p. 312.
Wie bipartitus Rits., aber der Halsschild viel gröber gerunzelt, die
Decken noch gröber punktiert, die gelben Längslinien in der rückwärtigen
Deckenhälfte durch etwas breitere Binden ersetzt.
Von mir nach einem Stück von der Halbinsel Malakka: Singapore (British
Museum) beschrieben. Es ist das vielleicht auch nur eine Rasse von
bipartitus Rits.
2. Sg. Paratossa Breun.
Atossa Sg. Paratossa Breuning, 1935, Fol. zool. hydrob., VIII, p. 272.
Das vierte Fühlerglied in ganzer Ausdehnung leicht verdickt.
Typ: ligatus Pasc.
9. ligatus Pasc.
Grammoechus ligatus Pascoe, 1888, Trans. ent. Soc. Lond., p. 503.
Die Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (?)
als der Körper. Fühlerhöcker einander ziemlich genähert und vortretend. Die
unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn viel höher als breit,
sehr schütter und sehr fein punktiert. Halsschild auf den Seiten der Scheibe
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 49
ı 69
ziemlich fein und ziemlich regelmäßig quer gerunzelt und fein punktiert.
Schildchen dreieckig. Decken durchwegs sehr dicht und wenig grob punk-
tiert.
Dunkelbraun, durchwegs, inclusive der ersten drei Fühlerglieder fein
grau tomentiert, diese Tomentierung dichter und daher eher weißlich er-
scheinend auf der Stirn, den Wangen und der Unterseite. Halsschild mit je
einer weißlichgelben, nach vorn bis zum Hinterrand des Fühlerhöckers rei-
chenden, und nach vorn gegen die Mittellinie zu leicht geneigten Längslinie.
Auf jeder Decke drei weißlichgelbe Linien: eine Längslinie auf den Seiten
der Scheibe, die vordere Hälfte durchlaufend, eine mittlere Querlinie, die
nahtwärts leicht schief absteigt und eine sehr schiefe, am Seitenrand kurz
nach der Mitte beginnende und die Naht etwas vor dem Apikalende errei-
chende; überdies die Decken mit sehr kleinen weißlichgelben Flecken über-
sät, außer in dem Raum zwischen der zweiten und der dritten Linie. Jeder-
seits eine schmale weiße Längsbinde über den Seitenteil des Halsschildes,
die sich dann bis zum Hinterrand des Metasternums fortsetzt. Viertes Füh-
lerglied dunkelbraun, nur an der äußersten Basis weißlich tomentiert, die
Glieder fünf-elf rötlich, die Basalhälfte des fünften Gliedes und die Basis
des sechsten weißlichgrau tomentiert.
Länge: 10-15 mm; Breite: 31/2-5 mm.
Von Pascoe nach Stücken von Borneo: Labuan beschrieben. — Sumatra: Le-
bong-Tondai (British Museum); Insel Nias (Museum Frey).
m. cordiger Rits.
Phemone cordiger Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 137.
Atossa subspecularis Heller, 1923, Tijdschr. v. Ent., LXVI, p. 41.
Wie die Stammform, aber die kleinen weißlichgelben Deckenflecken
zahlreicher und über die ganze Deckenfläche ausgebreitet.
Subspecularis Hell. ist ein Synonym.
10. triangulifer Rits.
Phemone triangulifera Ritsema, 1908, No. Leyd. Mus., XXIX, p. 261.
Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild nicht punktiert,
die Decken schütterer und etwas gröber punktiert, die seitliche Scheiben-
längslinie der Decke auf eine langovale Basalmakel reduziert, die dritte
Deckenlinie quer gelagert und in einige Flecken aufgelöst; auf der Scheibe
bloß einige kleine helle Flecken vor der Mitte.
Von Ritsema nach einem Stück von Borneo: Djankang (Museum Leyden)
beschrieben.
11. spilotus Gah.
Atossa spilota Gahan, 1906, Journ. Malay. Stat. Mus., I, p. 118.
424 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild kaum gerunzelt
und die Tomentierung abweichend.
Dunkelbraun, außer auf den Decken dicht strohgelb tomentiert. Auf
dem Halsschild je eine weißlichgelbe Längslinie, die sich nach vorn bis zum
Hinterrand des Fühlerhöckers fortsetzt und sich nach vorn leicht gegen die
Mittellinie nähert. Decken dicht strohgelb marmoriert und mit gelben Linien
besetzt: auf jeder eine seitliche Scheibenlängslinie, die die vordere Hälfte
durchläuft, eine mittlere leicht gegen die Naht zu absteigende Querlinie und
eine schiefe Linie, die etwas nach der Mitte am Seitenrand beginnt und die
Naht etwas vor dem Apikalende erreicht, sowie eine kleine Zahl kurzer
Längsstriche in dem dreieckigen Raum zwischen der zweiten und der dritten
Linie. Das vierte Fühlerglied schwarz tomentiert, die Glieder fünf bis elf rot,
apikal angedunkelt.
Länge: 11-12 mm; Breite: 3!/a-4 mm.
Von Gahan nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Selangor und Perak
beschrieben.
12. assamensis Breun.
Atossa (Paratossa) assamensis Breuning, 1935, Fol. zool. hydrob., VIII, p. 272.
Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber schmäler und gestreckter, die
Fühler mehr als um die Hälfte länger als der Körper (5), die Fühlerhöcker
wenig vortretend, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild weniger quer,
kaum gerunzelt oder punktiert, die Decken in den beiden vorderen Dritteln
etwas dichter und etwas gröber punktiert, im Apikaldrittel schütterer und
feiner punktiert, sowie die Tomentierung abweichend.
Braun. Stirn, Körperunterseite und Beine fein grau tomentiert. Hals-
schildscheibe mit je zwei wenig breiten, weißen nach vorn noch auf den
Scheitel verlängerten Längsbinden. Decken dicht weißlichgelb marmoriert.
Auf jeder eine wenig breite, die vordere Hälfte durchlaufende weißlichgelbe
seitliche Scheibenlängsbinde und eine ebensolche preapikale Querbinde.
Jederseits eine breite weiße Binde, die über die Wange und den Seitenteil
des Halsschildes bis zum Hinterrand des Metasternums verläuft. Das ganze
dritte Fühlerglied, die äußerste Basis des vierten und das fünfte Glied bis
auf den Apikalteil strohgelb tomentiert, sonst das vierte Glied, der Apikalteil
des fünften und die Glieder sechs bis elf braun tomentiert.
Länge: 11-12 mm; Breite: 3'/2-4 mm.
Von mir nach einem Stück von Assam (British Museum) beschrieben. — Monts
Patkai. fl
13. albosparsus Breun.
Grammoechus (Paratossa) albosparsus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A,
no. 6, p. 32.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 495
Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber die Fühler um ein Drittel länger
(ö) oder nur etwas länger (?) als der Körper, die Fühlerhöcker einander
stärker genähert und stärker vortretend, die Wangen um drei Viertel länger
als die unteren Augenloben, die Stirn nicht punktiert, die Decken schütter
und sehr fein punktiert und die Tomentierung abweichend.
Dunkelbraun, hellbraun tomentiert. Scheitel mit je einer hellgelben
Linie, die nach rückwärts schief auswärts gerichtet ist und sich bis zur Hals-
schildbasis fortsetzt. Decken fein dunkelrotbraun tomentiert und mit zahl-
reichen kleinen gelben Flecken übersät, die bloß auf einer querovalen, dem
Seitenrand genäherten Makel am Beginn des Apikaldrittels fehlen. Die
Fühlerglieder zwei und drei, die Basis des vierten Gliedes und die beiden
basalen Drittel des fünften weißlich tomentiert, sonst das vierte Glied, das
Apikaldrittel der Glieder fünf und sechs dunkelbraun tomentiert, die beiden
basalen Drittel des sechsten Gliedes und die Glieder sieben bis elf hellrot.
Länge: 11-12 mm; Breite: 3%/s-4!1/4 mm.
Von mir nach Stücken von Borneo: Pontianak (Museum Stockholm) beschrie-
ben.
10. Demodioides Breun.
Demodioides Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX/A, no. 6, p. 17.
Langgestreckt. Fühler fein (beiderseits am vierten Glied bei dem einzig
bekannten Stück gebrochen). die ersten Glieder unterseits wenig dicht, sehr
kurz gefranst; das erste Glied dünn und lang, das dritte Glied merklich
länger als das vierte oder als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderste-
hend, nicht vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben
etwas höher als breit. Stirn höher als breit. Halsschild kurz, quer, basal drei-
gelappt, seitlich verrundet, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und
einer rückwärtigen und je einem kleinen, spitz-konischen unteren Seitendorn
nahe dem Vorderrand. Decken sehr lang, parallel, etwas breiter als der Hals-
schild, mäßig gewölbt, apikal verrundet. Kopf rückziehbar. Prosternalfort-
satz so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt.
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metaster-
num von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel leicht gekeult.
Type: transversevittata Breun. Eine Art.
l. transversevittata Breun.
Demodioides transversevittata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX/A, no. 6, p. 18.
Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn und Wangen
ziemlich dicht und fein, Scheitel sehr dicht und wenig fein punktiert. Hals-
schild sehr dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte stellenweise zu
426 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Runzeln verfließend. Schildchen halbrund. Decken sehr dicht und wenig
fein punktiert.
Dunkelbraun, sehr fein grau tomentiert. Halsschild mit sehr schmaler
weißer basaler Querbinde. Decken mit einigen sehr kleinen weißen Flecken
übersät; auf jeder überdies eine mäßig breite, postmediane, die Naht nicht
ganz erreichende, weiße Querbinde. Die Seitenteile der Sterna und je eine
Makel auf den Seiten der ersten vier Abdominalsegmente weißlichgelb
tomentiert. Fühler dunkelbraun tomentiert, die drei vorderen Viertel des
vierten Gliedes weiß tomentiert.
Länge: 11 mm; Breite: 4 mm.
Von mir nach einem Stück von Nord-Borneo (Museum Stockholm) beschrie-
ben.
ll. Mimatossa Breun.
Mimatossa, Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XI, p. 15.
Langgestreckt. Fühler fein, um ein Drittel länger als der Körper, un-
terseits gefranst; das erste Glied lang und dünn, das dritte merklich länger
als das vierte oder als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, sehr
wenig vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer.
Stirn höher als breit. Halsschild kurz, quer, basal dreigelappt, seitlich leicht
verrundet, mit zwei wenig deutlichen, feinen Querfurchen, einer vorderen
und einer rückwärtigen. Decken lang, von den Schultern ab leicht verschmä-
lert, mäßig gewölbt, apikal ausgeschnitten. Kopf rückziehbar. Prosternalfort-
satz wenig breit, so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt.
Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel leicht
gekeult.
Typ: flavolineata Breun. Eine Art.
1. flavolineata Breun.
Mimatossa flavolineata Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 15.
Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn schütter und
fein punktiert. Halsschild auf den Seiten schütter und fein punktiert. Schild-
chen zweimal so breit wie lang, apikal abgestutzt. Decken apikal ausge-
schnitten (die Nahtecke wenig angedeutet, die Randecke in einen spitz-
dreieckigen Lappen ausgezogen), dicht und fein punktiert, die Punkte api-
kalwärts schütterer und noch feiner.
Dunkelbraun, gelbbraun tomentiert. Halsschild jederseits der Mittel-
linie mit einer gelben, nach vorn bis zum Innenrand des Fühlerhöckers
fortgesetzten Längslinie und mit je einer seitlichen schmalen gelben Schei-
benlängsbinde, die sich nach vorn bis zum Augenhinterrand und nach rück-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 427
wärts bis zum Apikalende der Decke fortsetzt, aber etwas hinter der Decken-
mitte unterbrochen ist. Auf jeder Decke überdies eine mittlere gelbe Quer-
linie.
Länge: 12 mm; Breite: 4 mm.
Von mir nach einem Stück von Borneo (British Museum) beschrieben.
12. Eosthenias Breun.
Eosthenias Breuning, 1961, Cat. Lam. du Monde, 4. Lief., p. 233.
Neosthenias Breuning, 1938, Novit. Ent., VIII, p. 58.
Sehr langgestreckt. Fühler fein, in beiden Geschlechtern viel kürzer als
der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied wenig lang und ziemlich
dick, das dritte etwas kürzer als das vierte, so lang wie das erste, apikal
unterseits leicht verdickt. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, wenig vor-
tretend. Augen ziemlich fein facettiert, sehr stark ausgeschnitten, die unte-
ren Loben etwas höher als breit. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer,
gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet, mit je einem kleinen unteren Seiten-
höcker nahe dem Vorderrand, je einer ziemlich hohen, premedianen stump-
fen Scheibenbeule und je einer mehr seitlich gelagerten, weniger hohen,
postmedianen Scheibenbeule. Decken sehr lang, parallel, gewölbt, vor dem
Apikalende leicht verschmälert, apikal breit, leicht schief abgestutzt (die
Randecke verrundet), mit Haarfascikeln besetzt. Kopf rückziehbar. Proster-
nalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, regelmäßig verrundet.
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand abgerundet. Metasternum von
normaler Länge. Beine ziemlich kurz und gedrungen, die Schenkel gekeult.
Typ: fasciculosus Breun. Eine Art.
1. fasciculosus Breun.
Neosthenias fasciculosus Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 58.
Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Schildchen
breit, halbrund. Die ganze Körperoberseite dicht und fein punktiert. Auf
jeder Decke fünf Haarfascikeln, drei schwarzbraune, ein basales und ein
postbasales, auf der Scheibe und eines nahe der Naht am Beginn des Apikal-
viertels, und zwei rotbraune, ein diskales preapikales und ein preapikales
nahe dem Seitenrand.
Schwarz, grau tomentiert, stellenweise mit rotbraun untermischt, auf
den Sterna und den Beinen weißlich untermischt. Auf dem Halsschild jeder-
seits eine große unregelmäßig geformte weiße Makel, die sich gegen die
Mitte zu bis zu der postmedianen Scheibenbeule erstreckt, eine schwarze,
die premediane Scheibenbeule deckende Makel und einige kleine schwarze
Flecken um die weiße Makel. Am Beginn des Apikalviertels jeder Decke
eine quere, samtschwarze Makel, die sich vom dritten Haarfascikel bis etwas
die Scheibenmitte erstreckt und die vorn schmal hellgelb gerandet ist. Das
428 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
dritte Fühlerglied außer basal und das ganze vierte Glied schwärzlich, die
Apikalhälfte der Glieder fünf bis elf dunkelbraun, das zweite Glied und die
anderen Teile der Glieder drei bis elf weißlich tomentiert.
Länge: 7-9 mm; Breite: 2-2!/2 mm.
Von mir nach Stücken von Indien: Madras, North Salem, Ayur, Noganoor
und Denkanikotra (British Museum und Museum Dehra Dun) beschrieben.
13. Sthenias Cast.
Sthenias Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466.
Thysanodes Newman, 1842, Ent., I, p. 292.
Sthenias Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist., Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20;
1951, Long., II, pp. 453, 479.
Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler fein bis mäßig dick, unterseits
gefranst; das erste Glied wenig lang und dick, das dritte etwas länger bis
etwas kürzer als das vierte, viel länger als das erste. Fühlerhöcker weit aus-
einanderstehend, ziemlich vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt. Hals-
schild quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet. Decken sehr lang, parallel,
gewölbt, apikalwärts kaum verschmälert. Kopf rückziehbar. Prosternalfort-
satz schmal, niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz nach
vorn allmählich geneigt. Metasternum von normaler Länge. Beine kurz,
kräftig, die Schenkel gekeult.
Typ: grisator F. 22 Arten in der eurasiatischen Region, die sich auf zwei
Untergattungen aufteilen. Thysanodes Newm. ist ein Synonym.
1. Das dritte Fühlerglied ist länger als das vierte Sg. Sthenias Cast. s.s.
— Das dritte Fühlerglied kürzer als das vierte Sg. Albosthenias Breun.
1. Sg. Sthenias Cast. s. s.
l. Decken mit einer sehr breiten ockergelben durch kleine runde
schwarze Flecken unterbrochene Querbinde ...................... varius Ol.
— Decken ohne eine derartige Binde... 2.
2. Halsschildscheibe mit breiten schwärzlichen Längsbinden .................... 3.
— Halsschildscheibe ohne derartige Binden ...............enee 10.
3. In der rückwärtigen Deckenhälfte entlang der Naht zahlreiche
kleine schwarze Flecken auf weißlichem Grund ....... madurae Boppe
.. Rückwärtige Deckenhälfte ohne derartige Flecken ............. 4.
4. Basaldrittel der Decken ohne dunkle Binden .............e 5}
— Basaldrittel der Decken mit dunklen Binden
5. Das Apikalviertel der Decken dunkel tomentiert, in starkem Kon-
trast zu einer breiten weißlichgelben postmedianen Querbindee .........
persimilis Breun.
— Die Tomentierung des Apikalviertels der Decken wenig gegen die
davor liegenden Partien kontrastierend .......... grisator F.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
“tlalsschildscheibe dicht punktiert .........a...nn..n. nn
Halsschildscheibe höchstens schütter punktiert .........oae.o...
. Körperoberseite mit zahlreichen rosafarbenen Zeichnungen. .............
tonkineus Pic
Körperoberseite ohne rosafarbene Zeichnungen burmanensis Breun.
. Im Basaldrittel jeder Decke bloß eine helle Makel am Innenrand
dersschulterbeule...,. Set ee pascoei Rits.
Im Basaldrittel jeder Decke finden sich helle Binden. ............
. Basalregion aller Fühlerglieder hell geringelt ....................
longeantennatus Breun.
Die Fühlerglieder fünf bis elf durchwegs schwarz tomentiert ...........
franciscanus Thoms.
. Das erste Fühlerglied innen apikal verdickt ........... maculiceps Gah.
Das erste Fühlerglied nicht so verdickt...
. Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. ................. ee
Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen...
. Decken ohne preapikale Haarfascikel ............. pseudodorsalis Breun.
Jede Decke mit zwei preapikalen Haarfascikeln ................
. Halsschildscheibe mit schwarzen Flecken ................. angustatus Pic
Halsschildscheibe ohne schwarze Flecken. ............... yunnanus Breun.
. Jede Decke mit einigen preapikalen Haarfascikeln .......................
Decken ohne preapikale Haarfascikel ...............ccßoß
. Solche Haarfascikel bloß nahe der Naht ........................ pictus Breun.
Solche Haarfascikel auch auf der Scheibenmitte ................ gahani Pic
. Decken mit einer premedianen, langovalen weißen gemeinsamen
Nahtımakelben se en ann a ee javanicus Breun.
Wecken ohnerderartige, Makelwn.. nn ee en
. Decken auf den Schultern fein gekörnt ............ gracilis Breun.
Deckenenichtsgckorntn. ee ee ae
. Die postmediane weiße Deckenquerbinde von zwei ovalen schwar-
zen Makeln rückwärts begrenzt ............ gracilicornis Gress.
Diese Binde von einer einzigen, schmalen gebogenen schwarzen
Makel hinten begrenzt sa. une nn en cylindricus Gress.
2. Sg. Albosthenias Breun.
. Die unteren Augenloben länger als die Wangen leucothorax Breun.
Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen ............
. Die Decken apikal abgestutzt (die Randecke verrundet) .............
albicollis Gah.
Die Decken apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen breiten
Lappen ausgezogen) „un. microphthalmus Breun.
17.
18.
430 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
1. Sg. Sthenias Cast.
Sthenias Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466.
Thysanodes Newman, 1842, Ent., I, p. 292.
Sthenias Blanchard, 1845, Hist. Nat. Ins., II, p. 156.
Sthenias Pascoe, 1865, Trans ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 159.
Sthenias Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 552, 563.
Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte.
Typ: grisator F.
l. grisator F.
Lamia grisator Fabricius, 1787, Mant. Ins., I, p. 136.
Cerambyx grisator Olivier, 1795, Ent., IV, no. 67, p. 83, pl. XXII, fig. 173.
Sthenias grisator Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466.
Sthenias grisator Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 564.
Sthenias grisator Ritsema, 1888, Not. Leyd. Mus., X, p. 272.
Sthenias grisator Cotes, 1894, Not. Ind. Mus., IIV3, p. 110; 1906, Not. Ind. Mus.,
IIV/6, p. 7, fig.
Sthenias grisator Maxwell et Lefevre, 1909, Inst. Inst. Life, p. 375.
Sthenias grisator Fletcher, 1914, South Ind. Ins., p. 326, fig. 182.
Sthenias grisator Stebbing, 1914, Ind. For. Ins., p. 377, fig. 252.
Fühler ziemlich kräftig, etwas länger (&) oder etwas kürzer (P) als der
Körper, unterseits dicht gefranst; das erste Glied mäßig lang und wenig dick.
Der Oberrand der Manibeln bei den ö& in einen Lappen ausgezogen.
Die unteren Augenloben schief viel kürzer als die Wangen. Stirn breiter als
hoch. Kopf ziemlich dicht, sehr fein punktiert. Halsschild quer (besonders
bei den ??), mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwär-
tigen, dicht und mäßig grob punktiert. Schildchen halbrund. Decken sehr
lang, ziemlich dicht und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die
Nahtecke in einen kleinen dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke
einen sehr breiten, abgerundeten Lappen bildend), mit einigen leicht erha-
benen Längslinien und, im Apikaldrittel, mit einigen sehr kurzen schwarzen
Haarfascikeln.
Braun, weißlichgrau bis hell rosafarben tomentiert. Scheitel mit vier
dunkelbraunen Längsbinden und einigen ovalen dunkelbraunen Flecken.
Halsschild auf der Scheibe braun tomentiert und mit je einer dunkelbraunen
Längsbinde am Unterrand der Seitenteile. Decken mit einer premedianen
langovalen dunkelbraunen gemeinsamen Nahtmakel und auf jeder mit einer
kleinen dunkelbraunen Basalmakel, einigen kleinen dunkelbraunen Flecken
im Apikaldrittel und einer größeren dunkelbraunen Scheibenmakel am Be-
ginn des Apikaldrittels. Das letzte Abdominalsegment größtenteils dunkel-
braun tomentiert. Beine und Fühler braun marmoriert.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 431
Länge: 15-25 mm; Breite: 41/2-7 mm.
Von Fabricius nach Stücken aus Indien: Tranquebar beschrieben. — Nord-
wärts bis Dehra Dun verbreitet.
2. persimilis Breun.
Sthenias persimilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 368.
Dem grisator F. nahe stehend, aber kleiner und schmäler, die Fühler
etwas feiner, die Mandibeln ohne Lappen, die unteren Augenloben quer,
der Kopf gröber punktiert, die Halsschildscheibe in der Mitte ziemlich dun-
kelbraun tomentiert; auf jeder Decke eine breite weißlichgelbe postmediane
Querbinde, deren Vorderrand nahtwärts leicht ansteigt, deren Hinterrand
gerade verläuft und die sich sehr stark gegen das dunkelbraun tomentierte
Apikaldrittel abhebt; der basale Nahtteil der Decke ebenfalls dunkelbraun
tomentiert.
Länge: 10-17 mm; Breite: 31/a-5!/2 mm.
Von mir nach Stücken aus Indien: Dehra Dun (British Museum und
Museum Dehra Dun) beschrieben.
3. longeantennatus Breun.
Sthenias longeantennatus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369.
Dem grisator F. nahe stehend, aber die Fühler merklich länger in bei-
den Geschlechtern, die Mandibeln ohne Lappen, der Kopf dichter und grö-
ber punktiert, die Decken viel dichter punktiert; auf jeder Decke in der vor-
deren Hälfte mehrere dunkelbraune Längsbinden und im Apikaldrittel mit
einigen kleinen, dunkelbraunen Flecken, sowie mit einer größeren dunkel-
braunen Makel am Beginn des Apikaldrittels. Das Apikaldrittel der Schie-
nen, alle Tarsenglieder das Apikalviertel des dritten Fühlergliedes, die drei
vorderen Viertel des vierten Gliedes und alle weiteren Glieder außer an der
äußersten Basis, schwarzbraun tomentiert.
Länge: 14-21 mm; Breite: 4!/2-6°/ı mm.
Von mir nach einem Stück von Indien: Manipur (British Museum) be-
schrieben. — Sikkim: Darjeeling; Birma: Monts Carin (British Museum);
Cochinchina: Saigon (coll. Pic).
4. franciscanus Thoms.
Sthenias franciscanus Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 550.
Sthenias franciscanus Königs et Zimmermann, 1901, Meded. Plant., Java, XLIV/2,
p. 89, fig. 45.
Sthenias franciscanus Gressitt, 1951, Longic., II, p. 480.
Fühler sehr kräftig, kaum so lang (Ö) oder viel kürzer (?) als der Kör-
per, unterseits sehr dicht gefranst; das erste Glied wenig lang und dick, das
elfte Glied länger (ö) oder kürzer (P) als das zehnte. Die unteren Augen-
loben schief, viel kürzer als die Wangen. Stirn so hoch wie breit, schütter
432 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
punktiert. Halsschild quer (besonders bei den Pf), schütter und wenig fein
auf der Scheibe punktiert, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und
einer rückwärtigen. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken sehr lang, dicht
und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen klei-
nen dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, ver-
rundeten Lappen bildend), mit einer Anzahl kurzer schwarzer Haarfascikel
im Basaldrittel und im Apikaldrittel.
Schwarz, mehr oder weniger hell rosafarben tomentiert. Halsschild mit
je drei schwarzen Längsbinden, eine der Mittellinie genäherte breite, die
sich nach vorn bis zum Vorderrand der Stirn fortsetzt, eine schmale auf der
Seite der Scheibe und eine breite in der unteren Hälfte des Seitenteiles, die
sich nach vorn bis zum Unterrand der Wange fortsetzt. Schildchen teilweise
schwärzlich tomentiert. Auf jeder Decke drei schwarze Binden: eine die vor-
dere Hälfte durchlaufende Seitenrandlängsbinde, eine etwas vor der Mitte
am Seitenrand beginnende Binde, die schief gegen die Naht (sich gleich-
zeitig verbreiternd) ansteigt und die Naht am Außenrand des Schildchens
erreicht, dann sich zurückbiegt und sich entlang der Naht bis zum Ende des
Basaldrittels fortsetzt (auf der Scheibe ist diese Binde durch einige kurze
Längsstriche der Grundtomentierung unterbrochen) und eine dritte schmale
postmediane Binde, die leicht gekrümmt vom Seitenrand zur Naht zu an-
steigt. Das Apikalviertel der Decke schwärzlich tomentiert mit Ausnahme
des äußersten Apikalrandes und einer preapikalen queren Nahtmakel. Die
Sterna und die vier ersten Abdominalsegmente teilweise, das fünfte Abdo-
minalsegment größtenteils, die Basalhälfte der Schenkel, das Apikaldrittel
der Schienen, die Tarsen, die Unterseite des ersten Fühlergliedes, die Api-
kalhälfte des dritten und die des vierten Fühlergliedes und die Fühlerglieder
fünf bis elf schwarz tomentiert.
Länge: 14-22 mm; Breite: 4!/a-7 mm.
Von Thomson nach Stücken von Malakka beschrieben. — Borneo (Aurivil-
lius); Sumatra (Schwarzer); Nias (Museum Brüssel); Java, Preanger
(coll. Lepesme).
9. pascoei Rits.
Sthenias pascoei Ritsema, 1888, Not. Leyd. Mus., X, p. 272.
Sthenias grisator Pascoe (nec Fabricius), 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III,
p- 160.
Dem franciscanus Thoms. nahe stehend, aber die Wangen, die Stirn
und der Mittelteil des Halsschildes merklich dichter punktiert; die Grund-
tomentierung häufiger weißlich als rosafarben, die schwarzen Deckenzeich-
nungen weiter ausgebreitet; sie decken fast das ganze Basaldrittel (hell
bleibt bloß eine kleine Makel am Innenrand der Schulterbeule); der Apikal-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 433
rand der Decke dagegen in breiterer Ausdehnung weißlich tomentiert; das
vierte Fühlerglied schwarz tomentiert, außer auf der Unterseite des Basal-
drittels.
Von Ritsema nach Stücken von Sumatra beschrieben. — Medan (coll. Pic);
Halbinsel Malakka: Selangor, Bukit-Kutu (British Museum).
6. burmanensis Breun.
Sthenias burmanensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 368.
Dem franciscanus Thoms. nahe stehend, aber die Fühler feiner und
länger, etwas länger (5) oder merklich kürzer (?) als der Körper, der Hals-
schild merklich dichter punktiert, die dunklen Deckenzeichnungen leicht auf-
gehellt, besonders im Basaldrittel, die Fühlerglieder vom vierten ab basal
gelblich geringelt.
Länge: 14-18 mm; Breite: 4!/2-6 mm.
Von mir nach Stücken von Birma: Myitkina, Khankam, Pynchaung Res.,
S. Toungoo (British Museum und Museum Dehra Dun) beschrieben.
7. tonkineus Pic
Sthenias tonkineus Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26.
Fühler dick, merklich kürzer als der Körper (Ö5) oder die Deckenmitte
nicht überragend (9), unterseits dicht gefranst, das erste Glied wenig lang
und dick, das elfte länger (Ö) oder kürzer (7) als das zehnte. Die unteren
Augenloben schief, viel kürzer als die Wangen. Stirn so hoch wie breit, dicht
und wenig fein punktiert. Halsschild quer (besonders bei den Pf), dicht
und ziemlich grob punktiert, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen
und zwei rückwärtigen). Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken lang, dicht
und grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kleinen,
dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, abge-
rundeten Lappen bildend), im Basaldrittel und im Apikaldrittel mit einigen
kurzen schwarzen Haarfascikeln besetzt.
Schwarz, rosafarben tomentiert. Halsschild mit je drei schwarzen Längs-
binden: eine breite der Mittellinie genäherte, der ganzen Länge nach durch
eine leicht gewellte rosafarbene Längslinie unterbrochen, nach vorn bis zum
Vorderrand der Stirn fortgesetzte, eine schmale auf den Seiten der Scheibe
und eine breite in der unteren Hälfte des Seitenteiles, welch letztere sich
nach vorn bis zum Unterrand der Wange fortsetzt. Schildchen teilweise
schwärzlich tomentiert. Jede Decke mit drei schwarzen Binden: eine, die
vordere Hälfte durchlaufende Seitenrandlängsbinde, eine Binde, die am
Seitenrand etwas vor der Mitte beginnt, dann schief gegen die Naht, gleich-
zeitig sich verbreiternd ansteigt, welch letztere sie am Außenrand des Schild-
chens erreicht, dann sich entlang der Naht bis zum Hinterrand des Basal-
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 28
434 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
drittels fortsetzt und die auf der Scheibe stellenweise durch die Grundto-
mentierung unterbrochen ist und schließlich eine schmale, postmediane
Querbinde, die vom Seitenrand in leichtem Bogen zur Naht zu ansteigt. Das
Apikalviertel schwärzlich tomentiert, außer am äußersten Apikalrand und
einer preapikalen queren Nahtmakel. Die Sterna und die vier ersten Abdo-
minalsegmente zum Teil, das fünfte Abdominalsegment größtenteils, die
Basalhälfte der Schenkel, das Apikaldrittel der Schienen, die Tarsen, die
Unterseite des ersten Fühlergliedes, die Apikalhälfte des dritten Fühlerglie-
des, das vierte außer an der Basis, sowie die Glieder fünf bis elf, schwarz
tomentiert.
Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6 mm.
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Hoa Bing beschrieben. — Süd-China: Prov.
Kwei-chow, Nanning (coll. Itzinger - Museum Frey).
8. varius Ol.
Lamia varia Olivier, 1792, Enc. method., VII, p. 467.
Cerambyx crocatus Olivier, 1795, Ent., IV, no. 67, p. 92, pl. XII, fig. 80a, b.
Thysanodes jucundus Newman, 1842, Ent., I, p. 292.
Fühler ziemlich kräftig, etwas länger (ö) oder etwas kürzer (P) als der
Körper, unterseits dicht gefranst, das erste Glied kurz und ziemlich dick.
Die unteren Augenloben schief, etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter
als hoch, schütter punktiert. Halsschild quer (besonders bei den PP), wenig
dicht und wenig fein auf der Scheibe punktiert, mit vier feinen Querfurchen,
zwei vorderen und zwei rückwärtigen. Schildchen breit, apikal abgestutzt.
Decken sehr lang, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kleinen, drei-
eckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, abgerundeten
Lappen bildend), wenig dicht und ziemlich fein punktiert, im Basaldrittel
und im Apikaldrittel mit einigen kurzen schwarzen Haarfascikeln.
Schwarz, schwarz tomentiert. Auf jeder Wange eine sehr breite ocker-
gelbe, seitlich gezackte Binde, die sich nach rückwärts bis zur Halsschild-
basis fortsetzt und auf der Mitte der Halsschildlänge eine kleine schwarze
Makel umschließt. Auf jeder Decke zwei ockergelbe Querbinden: eine
sehr breite seitlich gezackte, die vom Ende des Basalviertels bis zum Beginn
des Apikaldrittels reicht und durch zahlreiche kleine runde schwarze Flecken
unterbrochen wird und eine schmale apikale. Das Apikalviertel der Schen-
kel, die Basis der Schienen, die beiden ersten Fühlerglieder und die äußerste
Basis des dritten Gliedes, ockergelb tomentiert.
Länge: 15-22 mm; Breite: 4'/3-6'/a mm.
Von Olivier nach Stücken von Madagascar (irrige Angabe) beschrieben. —
Philippinen: Insel Luzon (Newman). Crocatus Ol. und jucundus Newm. s'nd
Synonyme.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 435
9. madurae Boppe (Abb. 2)
Sthenias madurae Boppe, 1914, Bull. Soc. ent. Fr., p. 107, fig. 1.
Fühler mäßig dick, etwas länger (ö) oder etwas kürzer (P) als der Kör-
per, das erste Glied kurz und ziemlich dick. Die unteren Augenloben schief,
etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter als hoch und wie die Mitte des
Scheitels wenig fein und schütter punktiert. Halsschild quer (besonders bei
den 2), dicht und grob punktiert, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorde-
ren und zwei rückwärtigen. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken sehr
lang, wenig dicht und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Naht-
ecke in einen kleinen, dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen
sehr breiten, abgerundeten Lappen bildend, mit einigen sehr kleinen
schwarzen Haarfascikeln im Basaldrittel und im Apikaldrittel.
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5]
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Abb. 2: Sthenias madura Boppe
Schwarz, dunkelolivbraun tomentiert, die Wangen und der Hinterkopf
weiß marmoriert. Einige weiße Mittellinien im Mittelteil des Scheitels. Hals-
schild mit je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die zuwei-
len in ganzer Länge durch eine braune Längslinie geteilt ist, je einer breiten
samtschwarzen Längsbinde in der unteren Hälfte des Seitenteiles und mit
je einem kurzen, der Mittellinie genäherten weißen Längsstrich am Vorder-
rand und einem solchen am Hinterrand. Auf jeder Decke eine weißliche Ma-
kel am Innenrand der Schulterbeule, die zuweilen von anderen undeutlichen
weißlichen Flecken gefolgt wird, eine premediane weißliche Nahtmakel und
eine breite weißliche postmediane Querbinde, die nahtwärts leicht ansteigt
und sich zuweilen mit der Nahtmakel vereinigt, sowie eine Anzahl kleiner
436 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
schwarzer Flecken nahe der Naht in der rückwärtigen Hälfte. Das Apikal-
drittel der Decke weißlich marmoriert. Körperunterseite und Beine weiß
gefleckt. Das Apikaldrittel der Schenkel und das Basalviertel der Schienen
größtenteils weil tomentiert. Die beiden ersten Fühlerglieder schwarz, weiß
und rotbraun marmoriert; die Basalhälfte des dritten und vierten Gliedes
weiß marmoriert, die Basis aller weiteren Glieder weiß geringelt.
Länge: 15-20 mm; Breite: 5-6!/2 mm.
Von Boppe nach Stücken von Indien: Madura, Shembaganur, beschrieben.
10. maculiceps Gah.
Sthenias maculiceps Gahan, 1890, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) V, p. 62.
Fühler viel kürzer als der Körper, das erste Glied apikal innen merklich
verdickt. Die unteren Augenloben quer, viel kürzer als die Wangen. Stirn so
hoch wie breit, dicht und fein punktiert. Halsschild etwas breiter als lang,
äußerst fein punktiert. Schildchen breit, fünfeckig. Decken apikal breit ab-
gestutzt (die Randecke deutlich vortretend), ziemlich dicht und sehr fein
punktiert; jede mit vier kleinen dunkelbraunen Haarfascikeln: ein basales
auf der Scheibe, ein postbasales dahinter und zwei preapikale, eines auf der
Scheibenmitte und eines nahe dem Seitenrand.
Schwarz, grau mit braungelb untermischt, tomentiert. Scheitel mit je
zwei braunen Flecken. Auf jeder Decke eine postmediane gebogene,
schwarze Binde unweit der Naht.
Länge: 11 mm; Breite: 3!/2 mm.
Von Gahan nach Stücken von der Insel Ceylon beschrieben. — Indien:
Madras, Ganjam District, Cilka Lake (Museum Calcutta).
11. pseudodorsalis Breun.
Sthenias pseudodorsalis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369.
Sehr schmal. Fühler ungefähr so lang wie der Körper; das erste Glied
dick, das dritte viel länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, etwas
länger als die Wangen. Kopf wenig dicht und fein punktiert. Halsschild sehr
kurz, dicht und fein punktiert, auf der Scheibe mit je zwei kleinen Beulen,
einer premedianen und einer postmedianen. Schildchen breit. Decken schmal,
apikal leicht ausgeschnitten (die Randecke einen breiten verrundeten Lap-
pen bildend), im Basaldrittel ziemlich grob punktiert, die Punkte auf der
Scheibenmitte mehr oder weniger erloschen; jede mit einer länglichen post-
basalen Scheibenbeule, die von einem braunen Haarfascikel überlagert wird.
Schwarz, braun tomentiert, mit etwas weiß marmoriert, besonders auf
der Stirn, den Seitenteilen des Schildchens, im preapikalen Nahtteil der
Decke und auf den Seitenteilen der Abdominalsegmente. Am Beginn des
Apikalviertels der Decke zwei quere, schwarze, nebeneinander liegende
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 4:37
Scheibenmakeln und eine weiße Querbinde vor denselben, die die Naht nur
mit ihrem Hinterrand berührt und seitwärts stark verbreitert ist.
Länge: 13-16 mm; Breite: 4-5 mm.
Von mir nach Stücken von Buthan beschrieben. — Thibet, Sikkim, Laos:
Louang-Prabang (British Museum).
12. angustatus Pic
Sthenias angustatus Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26.
Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber die unteren Augenloben
merklich länger als die Wangen, die Halsschildbeulen sehr schwach ange-
deutet, die Decken in der ganzen vorderen Hälfte gröber punktiert, apikal
schief abgestutzt (die Randecke stärker vortretend); auf jeder Decke vor dem
postbasalen Scheibenhaarfascikel ein kleiner zahnförmiger Basalhöcker, der
mit schwarzen Haaren überlagert ist, ein schwarzes Haarfascikel am Beginn
des Apikalviertels und zwei kleine ockergelbe preapikale Haarfascikel (einer
auf der Scheibenmitte und einer nahe dem Seitenrand, sowie die Tomen-
tierung abweichend).
Schwarz, weil3 tomentiert, diese Tomentierung stellenweise weniger
dicht und diese Stellen dann grau erscheinend. Stirn, Wangen, Sterna und
Beine schütter rotbraun marmoriert. Der Hinterkopf, der Mittelteil des
Halsschildes, das Basalviertel und das Apikalviertel der Decke und das
Abdomen sehr dicht dunkelrotbraun marmoriert. Halsschildscheibe mit je
zwei ziemlich großen schwarzen seitlichen Makeln. Auf jeder Decke eine
querovale schwarze, vorn ockergelb eingefaßte Scheibenmakel am Beginn
des Apikalviertels, welche die weiße Partie von der dunkelrotbraun tomen-
tierten Partie trennt. Fühler dunkelrotbraun tomentiert und weiß mar-
moriert; das Apikalende des ersten Fühlergliedes, das zweite Glied und
die Basis des dritten weiß tomentiert, das Basalviertel der Glieder fünf bis
elf weißlich tomentiert.
Länge: 11 mm; Breite: 3!/a mm.
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Lang-song beschrieben.
13. yunnanus Breun.
Sthenias yunnanus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370.
Sthenias yunnanus Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8,
p. 23; 1951, Longic., II, p. 480.
Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch schmäler, Kopf
und Halsschild sehr fein punktiert, die Decken apikal schief abgestutzt (die
Randecke stark vortretend), in den beiden vorderen Dritteln fein punktiert
und mit zahlreichen sehr feinen Körnern übersät; die Körperoberseite nicht
weil marmoriert; auf jeder Decke ein großes schwarzes Haarfascikel nahe
der Naht am Beginn des Apikalfünftels, welches vorn ockergelb eingefaßt
438 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
ist und die beiden schwarzen Makeln ersetzt; die postmediane weiße Quer-
binde auf eine dreieckige Makel reduziert, welche die Naht nicht erreicht;
dagegen auf jeder Decke noch zwei sehr kleine schwarze preapikale Haar-
fascikel: eines auf der Scheibenmitte, das andere nahe dem Seitenrand.
Länge: 14 mm; Breite: 41/3 mm.
Von mir nach einem Stück von China: Prov. Yunnan, Fluß Soling-ho (coll.
Itzinger — Museum Frey) beschrieben.
14. gahani Pic
Anaches gahani Pic, 1912, Mel. exot. ent., III, p. 19.
Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch schmäler, die un-
teren Augenloben etwas kürzer als die Wangen, der Scheitel mit je einer
langovalen Beule, der Kopf und der Halsschild dicht und sehr fein punktiert,
die Halsschildbeulen schwächer ausgebildet, die Decken mehr als dreimal so
lang wie der Kopf und der Halsschild zusammengenommen, apikal schief
abgestutzt (die Randecke stark vortretend), im Basaldrittel sehr schütter
gekörnt, im zweiten Drittel dicht und fein punktiert; die Körperoberseite
nicht weiß marmoriert; auf jeder Decke ein großes schwarzes Haarfascikel
nahe der Naht am Beginn des Apikalfünftels, welches vorn ockergelb ein-
gefaßt wird und die beiden schwarzen Makeln ersetzt; die postmediane
weiße Querbinde auf eine kleine weiße Seitenrandmakel reduziert. Über-
dies auf den Decken eine langovale premediane weiße gemeinsame Naht-
makel und auf jeder zwei sehr kleine ockergelbe preapikale Haarfascikel,
eines auf der Scheibe, das andere nahe dem Seitenrand.
Länge: 17 mm; Breite: 4%/ı mm.
Von Pic nach Stücken von China: Prov. Yunnan, Yunnan-fu, Tali-fu be-
schrieben.
15. javanicus Breun.
Sthenias javanicus Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 424.
Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber die unteren Augenloben
etwas kürzer als die Wangen, die ganze Oberseite gröber punktiert, die
Halsschildbeulen quer gelagert, die Decken apikal ausgeschnitten (die Rand-
ecke einen breiten Lappen bildend); die postmediane weiße Deckenbinde
auf eine dreieckige Seitenrandmakel am Beginn des Apikalviertels redu-
ziert, hinter welcher ein querovale schwarze Makel liegt, überdies auf den
Decken eine premediane, langovale, weiße, gemeinsame Nahtmakel; die
Körperunterseite und die Beine fast nicht weiß marmoriert; die Basis der
Fühlerglieder vom dritten ab weißlich tomentiert.
Länge: 14-20 mm; Breite: 41/2-6 mm.
Von mir nach Stücken von Java: Soekaboemi (coll. Tippmann) beschrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 439
16. gracilis Breun.
Sthenias gracilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370.
Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch gestreckter, die
unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen, der Halsschild gröber
punktiert, fast ohne Scheibenbeulen, die Decken schütterer punktiert, auf
den Schultern fein gekörnt, das postbasale Haarfascikel kleiner, vor ihm ein
kleiner zahnförmiger Höcker auf der äußersten Basis; auf jeder Decke eine
quere schwarze Scheibenmakel am Beginn des Apikalfünftels, die vorn un-
deutlich weißlichgelb eingefaßt wird.
Von mir nach einem Stück von Östindien beschrieben. — Assam: Garo Hills,
oberhalb Tura, 1200 m alt. (Museum Calcutta).
17. gracilicornis Gress.
Sthenias gracilicornis Gressitt, 1937, Lingn. Sc. Journ., XVI, p. 602; 1951, Longic.,
II, p. 480.
Fühler fein, etwas länger als der Körper; das erste Glied dick. Die un-
teren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Stirn breit. Halsschild
schwach quer, so wie der Kopf schütter und sehr fein punktiert, mit je einer
premedianen, schwach ausgebildeten Scheibenbeule. Schildchen halbrund.
Decken sehr lang, apikal schwach ausgeschnitten (die Randecke in einen kur-
zen, stumpfen Lappen ausgezogen), in den beiden vorderen Dritteln wenig
dicht und ziemlich grob punktiert, jede mit einer kleinen postbasalen Schei-
benbeule.
Dunkelbraun, graubraun, mit weißlich untermischt tomentiert. Je eine
sehr kleine schwarze Makel auf dem Scheitel. Die postbasale Deckenbeule
schwarz tomentiert. Auf jeder Decke eine breite, postmediane weiße Quer-
binde, die nahtwärts sich verschmälert und hinter welcher zwei ovale,
schwarzbraune Makeln liegen. Fühler dunkelbraun tomentiert, die letzten
Glieder rötlich, apikal geschwärzt.
Länge: 17 mm; Breite: 4°/a mm.
Von Gressitt nach einem Stück von China: Prov. Kiang-si, Hong-shan be-
schrieben.
18. cylindricus Gress.
Sthenias cylindricus Gressitt, 1939, Not. d’Ent. chin., VV4, p. 114, pl. III, fig. 7;
Fich. Ent. chin., no. 62; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ.,
no. 8, p. 24; 1951, Longic., II, p. 481.
Fühler um ein Drittel länger (5) oder etwas länger (2) als der Körper;
das erste Glied mäßig dick. Kopf und Halsschild schütter und sehr fein
punktiert. Schildchen halbrund. Decken apikal schief abgestutzt (die Rand-
ecke in einen kurzen, stumpfen Lappen ausgezogen), jede mit einer kleinen
postbasalen Scheibenbeule.
440 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Dunkelbraun, rotbraun, mit weißlichgelb untermischt tomentiert. Je
eine kleine schwarze Makel auf dem Scheitel. Halsschild mit einer sehr
kleinen, runden schwarzen Scheibenmakel. Auf jeder Decke die postbasale
Beule schwarz tomentiert, eine breite weiße, postmediane Querbinde, eine
schmale, stark gebogene schwarze Makel hinter derselben und eine schmale
zickzackförmige, weiße preapikale, inkomplette Querbinde. Fühler gelb.
Länge: 11-14 mm; Breite: 3'/3-31/2 mm.
Von Gressitt nach Stücken von China: Prov. Chekiang, Tien-mu-shan be-
schrieben.
19. pictus Breun.
Sthenias pictus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369.
Fühler um ein Drittel länger als der Körper (Ö); das erste Glied mäßig
dick. Die unteren Augenloben leicht quer, etwas kürzer als die Wangen.
Stirn schütter und fein punktiert. Halsschild ziemlich schütter und eher fein
punktiert mit je einer großen, stumpfen, niedrigen, mittleren Scheibenbeule.
Schildchen fünfeckig. Decken apikal schief abgestutzt (die Randecke einen
breiten, schief vortretenden Lappen bildend), basal und auf der Schulter
fein gekörnt, danach sehr fein punktiert; jede mit einem kurzen Scheiben-
querkamm am Ende des Basalfünftels, eine wenig angedeutete Längsbeule
nahe der Naht am Beginn des Apikaldrittels und einige sehr kleine dunkel-
braune Haarfascikeln an der Naht, besonders im Apikaldrittel.
Rotbraun, strohgelb, stellenweise mit weißlich untermischt, tomen-
tiert. Auf jeder Decke eine schmale schwarze Querbinde, die den Querkamm
deckt und eine kurze, schief gelagerte schwarze Binde am Beginn des Api-
kaldrittels, die von der Naht zur Scheibe absteigt.
Länge: 14 mm; Breite: 4 mm.
Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin (British Museum) be-
schrieben.
2. Sg. Albosthenias Breun.
Sthenias Sg. Albosthenias Breuning, 1961, Bull. Mus. d’Hist. Nat., (2) XXXIJ,
p- 938.
Das dritte Fühlerglied etwas kürzer als das vierte.
Typ: albicollis Gah.
20. albicollis Gah.
Sthenias albicollis Gahan, 1890, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) V, p. 61, pl. VII, fig. 6.
Fühler etwas länger (6) oder merklich kürzer (7) als der Körper; das
erste Glied ziemlich dick. Die unteren Augenloben quer, merklich kürzer als
die Wangen. Stirn so hoch wie breit, wenig dicht und fein punktiert.
Scheitel mit je einem kleinen Haarfascikel. Halsschild quer, mit zwei leich-
ten Querdepressionen, einer vorderen und einer rückwärtigen, und je zwei
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 44]
Scheibenhöckern, einem premedianen und einem postmedianen. Schildchen
breit, fünfeckig. Decken apikal breit abgestutzt (die Randecke verrundet),
basal fein gekörnt, danach sehr dicht und fein punktiert; jede mit einem
kleinen zahnförmigen Höcker auf der Basismitte und fünf Haarfascikeln:
ein kleines postbasales auf der Scheibe, zwei nebeneinanderliegende am
Beginn des Apikalviertels, einem am Seitenrand am Beginn des Apikal-
fünftels und ein preapikales an der Naht.
Schwarz, gelbbraun mit ockergelb und braun untermischt, tomentiert.
Halsschild weißlichgelb tomentiert, mit je einer sehr kleinen dunkelbraunen
Basalmakel. Schildchen ockergelb tomentiert. Das postbasale Haarfascikel
dunkelbraun, die beiden Haarfascikel am Beginn des Apikalviertels schwarz
und vorn ockergelb, die beiden letzten Haarfascikel ockergelb; vor den bei-
den Haarfascikeln am Beginn des Apikalviertels ist die Deckentomentierung
weißlich. Fühler weißlichgelb marmoriert.
Länge: 13 mm; Breite: 4 mm.
Von Gahan nach Stücken von Indien: Nilghiri Hills beschrieben. - Madura,
Anamalai Hills (Museum Dehra Dun).
m. binotatus Pic
Sthenias binotata Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26.
Wie die Stammform, aber die Decken im Apikalteil gelb marmoriert.
21. leucothorax Breun.
Sthenias leucothorax Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370.
Sthenias leucothorax Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ.,
no. 8, p. 24; 1951, Longic., II, p. 480.
Dem albicollis Gah. nahe stehend, aber die unteren Augenloben viel
länger als die Wangen, der Halsschild so lang wie breit, sehr schütter punk-
tiert, bloß mit je einem kaum angedeuteten stumpfen Scheibenhöcker, die
Decken unregelmäßig gerunzelt, basal nicht gekörnt; ohne Haarfascikel in
der rückwärtigen Hälfte und die Tomentierung abweichend.
Rotbraun, fein grau tomentiert. Stirn und Wangen dicht ockergelb mar-
moriert. Scheitel und Halsschild dicht weißlichgelb tomentiert. Schildchen
mit kahler Mittellängslinie. Auf jeder Decke eine breite, nebelförmige weiß-
lichgelbe Querbinde. Die Seitenteile der Sterna und das Abdomen weißlich-
gelb tomentiert. Beine und Fühler gelblich tomentiert und braun marmoriert.
Länge: 13 mm; Breite: 31/2 mm.
Von mir nach einem Stück von China: Ou-hou (Museum Dresden) be-
schrieben.
22. microphthalmus n. sp.
Fühler so lang wie der Körper. Die unteren Augenloben halb so lang
wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit. Halsschild kaum quer, mit je einer
442 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
großen, nur schwach angedeuteten Scheibenbeule. Schildchen halbrund.
Decken apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen breiten, verrundeten
Lappen ausgezogen), dicht und fein punktiert und jede mit vier sehr kleinen
schwärzlichen Haarfascikeln besetzt: drei auf der Scheibe, ein basales, ein
postbasales und ein preapikales und eines nahe dem Seitenrand etwas vor
dem preapikalen gelegenes.
Dunkelbraun, weißlichgrau tomentiert. Der Apikalteil jeder Decke hin-
ter den beiden rückwärtigen Haarfascikeln ziemlich dunkelbraun tomentiert
und auf jeder Decke eine ziemlich große querovale postmediane dunkel-
braune Makel. Die Apikalhälfte der Fühlerglieder sechs bis elf dunkel-
braun tomentiert.
Länge: 11 mm; Breite: 23/4 mm.
Typ von Indien: Orissa, Puri, Balukhand Range, 13-V-1955, leg. R. N. Ma-
thur im Museum von Dehra Dun.
14. Paranaches Breun.
Paranaches Breuning, 1959, Bull. Ann. Soc. roy. Ent. Belg., XCV, p. 70.
Sehr langgestreckt, schmal. Fühler fein, unterseits gefranst; das erste
Glied wenig lang aber ziemlich dick, das dritte viel kürzer als das vierte, so
lang wie das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, sehr wenig vor-
tretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn
breiter als hoch. Halsschild kurz, quer, seitlich verrundet, mit vier tiefen
Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwärtigen, der erste vordere auf
der Scheibe erloschen, und mit je einer sehr deutlichen stumpfen Scheiben-
beule. Decken sehr lang, parallel, gewölbt, apikal sehr leicht ausgeschnitten
(die Nahtecke gut ausgebildet, die Randecke verrundet), apikal dicht ge-
franst. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz etwas niedriger als die Hüften,
verrundet. Mesosternalfortsatz mit kleinem mittleren Höcker, an seinem Vor-
derrand schief abgestutzt. Metasternum von normaler Länge. Beine kurz,
die Schenkel gekeult.
Typ: simplex Pic Eine Art.
1. simplex Pic
Anaches simplex Pic, 1928, Mel. exot. ent., LII, p. 20.
Fühler etwas länger (ö) oder viel kürzer (?) als der Körper, das erste
Glied dicht und fein punktiert. Die unteren Augenloben fast dreimal so
lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und fein punktiert. Schild-
chen zweimal so breit wie lang, apikal abgestutzt. Decken basal dicht und
fein gekörnt, danach sehr dicht und wenig fein punktiert, jeder Punkt mit
winziger Sete am Grund. Die Sterna und das Abdomen ziemlich dicht und
fein punktiert.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 443
Schwarz, die Körperoberseite und die Fühler rotbraun, mit dunkelbraun
und gelbbraun untermischt, tomentiert. Decken mit einer breit dreieckigen,
ockergelben basalen gemeinsamen Nahtmakel und auf jeder Decke eine
langgestreckte posthumerale ockergelbe oder seltener weißlichgelbe Seiten-
randmakel. Körperunterseite braungelb, auf dem Abdomen mit grau unter-
mischt tomentiert.
Länge: 12 mm; Breite: 3'/3 mm.
Von Pic nach Stücken von Annam: Dalat beschrieben.
m. niveoplagiatus nov.
Wie die Stammform, aber die Decken ohne gemeinsame ockergelbe
Nahtmakel; die posthumerale Seitenrandmakel rein weiß.
Typ ein ö von Laos in coll. Tippmann.
15. Thita Auriv.
Thita Aurivillius, 1914, Ark. f. Zool., VIIV29, p. 34.
Langgestreckt. Fühler mäßig fein, um die Hälfte länger als der Körper,
unterseits lang gefranst; das erste Glied lang, gekeult, das dritte merklich
länger als das vierte, so lang wie das erste, das vierte merklich länger als
eines der weiteren Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen fein facettiert, un-
terteilt, die unteren Loben etwas höher als breit. Stirn breiter als hoch.
Halsschild quer, gewölbt, basal dreigelappt, seitlich leicht verrundet, mit
zwei tiefen, geraden, von den Rändern stark entfernten Querfurchen, eine
vordere und eine rückwärtige. Decken lang, mäßig gewölbt, merklich breiter
als der Halsschild, apikal verrundet. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz
niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz zum Vorderrand
zu allmählich geneigt. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang,
die Schenkel gekeult. Durchwegs mit langen, abstehenden Haaren besetzt,
diese Haare kürzer auf den Fühlern vom vierten Glied ab.
Typ: glauca Auriv. Eine Art.
l. glauca Auriv.
Thita glauca Aurivillius, 1914, Ark. Zool., VIIV/29, p. 34.
Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild
dicht und fein punktiert, ziemlich grob im Mittelteil der Halsschildscheibe.
Schildchen halbrund. Decken dicht und eher grob, längsgereiht punktiert,
die Punkte nahtwärts etwas feiner, apikalwärts fast erloschen.
Schwarzbraun, leicht kupfrig schimmernd, weißlichgrau, auf der Hals-
schildscheibe mit dunkelbraun untermischt, tomentiert. Auf jeder Decke eine
breite dunkelbraune Seitenrandlängsbinde, die sich am Beginn des Apikal-
viertels bis zur Scheibenmitte verbreitert und eine sehr schmale, das apikale
Fünftel durchlaufende dunkelbraune Nahtbinde. Das dritte Tarsenglied
444 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
und die Apikalhälfte des vierten Gliedes, sowie das erste Fühlerglied, dun-
kelbraun. Fühler vom dritten Glied ab hellrot, gelblich tomentiert.
Länge: 10 mm; Breite: 3'/3 mm.
Von Aurivillius nach einem Stück von Borneo: Matang beschrieben.
16. Mimabryna Breun.
Mimabryna Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237.
Langoval, cylindrisch. Fühler fein, länger als der Körper, unterseits ge-
franst; das erste Glied lang und dünn, das dritte viel länger als das vierte
oder das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend.
Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn etwas brei-
ter als hoch. Halsschild quer, gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet, mit zwei
feinen Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und einer
rückwärtigen, und mit je einer kleinen stumpfen unteren Seitenbeule nahe
dern Vorderrand. Decken lang, parallel, etwas breiter als der Halsschild,
mäßig gewölbt, apikal breit verrundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternal-
fortsatz ziemlich breit, so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senk-
recht abgestutzt. Mesosternalfortsatz eine breite an ihrem Vorderrand senk-
recht abgestutzte Platte bildend. Metasternum von normaler Länge. Beine
wenig lang, die Schenkel gekeult.
Typ: nicobarica Breun. Eine Art.
1. nicobarica Breun.
Mimabryna nicobarica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237.
Fühler um die Hälfte länger (Ö&) oder etwas länger (P) als der Körper.
Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn, Wangen und
Vorderteil des Scheitels ziemlich dicht und wenig fein punktiert. Halsschild
dicht und eher grob punktiert. Schildchen breit, halbrund. Decken in der
vorderen Hälfte dicht und eher grob punktiert, in der rückwärtigen Hälfte
schütterer und immer feiner werdend punktiert.
Rotbraun, gelbbraun tomentiert. Auf jeder Decke zwei kleine braune
Scheibenmakeln: eine am Ende des Basaldrittels und eine quergewellte
postmediane.
Länge: 16-17 mm; Breite: 51/2-6 mm.
Von mir nach einem Stück von den Nikobaren beschrieben. -— Andamanen
(British Museum und Museum Calcutta).
17. Paraphemone Gress.
Paraphemone Gressitt, 1935, Philipp. Journ. Sc., LVIII, p. 278.
Sehr langgestreckt, cylindrisch. Fühler so lang wie der Körper, die
ersten vier Glieder dick, zusammengenommen so lang wie die sieben weite-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 445
ren Glieder; das erste Glied ziemlich lang und dünn, das dritte viel kürzer
als das vierte, um ein Viertel länger als das erste, in seinem Mittelteil ver-
dickt. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, wenig vortretend. Augen un-
terteilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, mit feinem Mittel-
längskamm. Halsschild etwas breiter als lang, basal dreigelappt, seitlich
leicht verrundet. Decken lang, apikal verrundet. Prosternalfortsatz so hoch
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternal-
fortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von nor-
maler Länge. Beine kräftig, die rückwärtigen kürzer als die übrigen, die
Schenkel nicht gekeult.
Typ: multimaculata Gress. Eine Art.
1. multimaculata Gress.
Paraphemone multimaculata Gressitt, 1935, Philipp. Journ. Sc., LVIII, p. 279.
Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen. Halsschild grob punk-
tiert. Schildchen halbrund. Decken besonders auf der Scheibe ziemlich dicht
punktiert und besonders hinter der Mitte mit einigen leicht erhabenen
Längslinien.
Schwarz, weiß, rotbraun und dunkelbraun untermischt, tomentiert.
Hinterkopf graubraun marmoriert und mit je zwei rotbraunen Längsbinden,
die sich dann nach rückwärts bis zur Halsschildbasis fortsetzen. Decken dicht
mit zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, die auf jeder in sechs bis
sieben Längsreihen angeordnet sind. Die Seitenteile des Halsschildes und
die der Sterna und der Abdominalsegmente weißlich tomentiert. Je eine
dunkelbraune dreieckige Makel auf den Seiten jedes Abdominalsegmentes.
Das vierte Fühlerglied außer basal, das Apikalende des fünften und des
sechsten Gliedes und die Glieder sieben bis elf, dunkelbraun tomentiert.
Länge: 131/a mm; Breite: 4'!/a mm.
Von Gressitt nach einem Stück von Siam: Trong beschrieben.
Ich kenne diese Art bloß nach der Beschreibung.
18. Milothris Cast.
Milothris Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 492.
Atmodes Thomson, 1857, Arch. Ent., I, p. 301.
Atmodes Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 151.
Langgestreckt, zylindrisch. Fühler wenig dick, etwas kürzer (ö) oder
viel kürzer (?) als der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied kurz, birn-
förmig, das dritte etwas länger als das vierte, viel länger als das erste. Füh-
lerhöcker nicht vortretend. Augen ziemlich grob facettiert, unterteilt, die
unteren Loben quer. Stirn viel breiter als hoch, in den Hinterkopf allmählich
übergehend. Halsschild quer, gewölbt, basal dreigelappt, seitlich leicht ver-
446 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
rundet, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwärtigen.
Decken sehr lang, gewölbt, kaum breiter als der Halsschild, zylindrisch,
apikal leicht abgestutzt. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal, so hoch
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternal-
fortsatz wenig breit, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Metaster-
num von normaler Länge. Beine wenig lang, ziemlich kräftig, die Schenkel
gekeult.
Typ: irrorata F. Eine Art.
l. irrorata F. (Abb. 1, Fig. 3)
Saperda irrorata Fabricius, 1801, Syst. El., II, p. 329.
Lamia lynx Dalman, 1817, Schönherr, Syn. Ins., /3, Append., p. 173.
Saperda marmorea Schönherr, 1817, Syn. Ins., V/3, p. 486.
Milothris marmorea Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., I, p. 492.
Atmodes marmorea Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (8) III, p. 151.
Atmodes marmorea Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 529.
Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Scheitel schütter und
fein punktiert. Halsschildscheibe dicht und sehr grob punktiert außer ent-
lang einem schmalen Mittellängswulst. Schildchen breit, sehr kurz, apikal
abgerundet. Decken wenig dicht und sehr grob punktiert, die Punkte ab der
Mitte nahtwärts feiner werdend; jede mit einer postmedianen Längsdepres-
sion unweit der Naht. Die Seitenteile des Abdomens schütter und fein punk-
tiert, das letzte Segment in beiden Geschlechtern apikal stark ausgeschnitten.
Schwarz, weiß tomentiert und dicht mit sehr kleinen Kahlflecken über-
sät, diese Flecken besonders zahlreich auf der Halsschildmitte und entlang
der Deckennaht, so daß sich eine Art breite schwarze Längsbinde bildet,
die vom Halsschildvorderrand bis zum Apikalende der Decken reicht. Fühler-
glieder mit sehr kleinen weißen Flecken übersät und basal und apikal weiß
geringelt.
Länge: 12-16 mm; Breite: 4-5!/2 mm.
Von Fabricius nach Stücken von Java beschrieben. — Sumatra (coll. Itzin-
ger — Museum Frey). — Lynx Dalm und marmorea Schönh. sind Synonyme.
19. Pseudeuclea Schwarz.
Pseudeuclea Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 205.
Gestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, ungefähr die Deckenmitte
erreichend; das erste Glied mäßig lang und dick; das dritte apikal stark
verdickt und sehr dicht, kurz schwarz gefranst, zweimal so lang wie das
erste; die Glieder vier bis elf zusammengenommen kaum so lang wie das
dritte. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen unterteilt, die unteren Loben
quer. Stirn allmählich in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittel-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 447
längskamm. Halsschild gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet. Decken sehr
lang, zylindrisch, stark gewölbt, apikalwärts plötzlich abfallend, apikal ver-
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternum stark nach vorn verlängert. Pro-
sternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt; Mesosternalfort-
satz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von normaler
Länge. Beine kurz, kräftig, die Schenkel gekeult. Jederseits auf dem zwei-
ten Abdominalsegment eine Querdepression.
Typ: cribrosa Schwarz. Zwei Arten.
ee Halsschildguen nennen an eanen cribrosa Schwarz.
— Halsschild etwas länger als breit .............. ...... roseolata Breun.
1. cribrosa Schwarz.
Pseudeuclea cribrosa Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 206, fig. 23.
Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf ziem-
lich schütter und grob punktiert. Halsschild quer, ziemlich dicht und grob
punktiert. Schildchen sehr klein, quer. Decken durchwegs dicht grubig punk-
tiert, ihr Apikalrand gefranst.
Schwarz, braun tomentiert. Auf jeder Decke zwei gelbliche Seitenrand-
makeln: eine knapp vor der Mitte, die bis zur Scheibenmitte reicht und eine
am Beginn des Apikalviertels. Körperunterseite und Beine hellrot tomentiert,
die Pro- und Mesepisternen und die ersten Abdominalsegmente weißlich to-
mentiert. Fühler gelblich tomentiert, nur der verdickte Teil des dritten Glie-
des schwarz.
Länge: 12-14 mm; Breite: 4!/2-5 mm.
Von Schwarzer nach Stücken von Borneo: Long Peak beschrieben.
2. roseolata Breun.
Pseudeuclea roseolata Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII,
no. 20, p. 7.
Der cribrosa Schwarz. nahe stehend, aber der Halsschild etwas länger
als breit, die Decken dicht und sehr grob, aber nicht grubig punktiert, apikal
nicht gefranst und die Tomentierung abweichend.
Schwarz, dunkelrotbraun tomentiert, auf der Körperunterseite und den
Beinen rosafarben untermischt, auf der Dorsalfläche der Vorderschenkel
weißlich untermischt. Schläfen rosafarben tomentiert. Stirn mit je einer
breiten rosafarbenen Längsbinde, die sich nach rückwärts über den Scheitel
bis zur Halsschildbasis fortsetzt. Je eine weiße Längsbinde in der unteren
Hälfte des Halsschildseitenteils. Auf jeder Decke drei rosafarbene Querbin-
den: eine basale, eine mediane und eine am Beginn des Apikalviertels, die
beiden ersten der Länge nach miteinander durch zwei rosafarbene Längs-
striche, einer nahe der Naht, der andere hinter der Schulter gelegen, ver-
bunden. Auf den Seiten des Prosternums und des Mesosternums weiße
448 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Flecken. Die vier ersten Fühlerglieder rosafarben tomentiert, das Apikal-
drittel des dritten Gliedes schwarz, die Unterseite des vierten Gliedes weiß,
die Glieder fünf bis elf braun tomentiert.
Länge: 14!/a mm; Breite: 41/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Sumatra: Dolok-Baros (Museum Bern) be-
schrieben.
20. Metagnoma Auriv.
Metagnoma Aurivillius, 1924, Ark. Zool., XVII, A/12, p. 13.
Gestreckt. Fühler wenig fein, etwas länger als der Körper, unterseits
gefranst, das dritte Glied unterseits in seiner Apikalhälfte mit dichter
Haarbürste, die letzten Glieder unterseits dicht und lang gefranst; das erste
Glied kurz, birnförmig, das dritte um die Hälfte länger als das vierte, mehr
als zweimal so lang wie das erste, das elfte apikal zugespitzt und stark ein-
wärts gebogen. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen grob facettiert, unter-
teilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, allmählich in den Hin-
terkopf übergehend, mit breiter Mittellängsfurche, die bis zum Hinterrand
des Kopfes reicht. Halsschild so lang wie breit oder leicht quer, seitlich von
der Basis bis zum Vorderrand leicht verschmälert, mit zwei wenig deutlichen
Querfurchen, einer vorderen und einer rückwärtigen. Decken lang, stark
gewölbt, apikal breit verrundet. Prosternum nach vorn stark verlängert, der
Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz sehr schmal, viel niedriger als die
Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz
wenig breit, an seinem Vorderrand mit einem schmalen Höcker. Metasternum
von normaler Länge, die Vorderhüften stark vortretend. Beine wenig lang,
ziemlich kräftig. Das zweite Abdominalsegment mit je einer dicht tomen-
tierten Seitenrandmakel am Hinterrand.
Typ: singularis Aur. Zwei Arten.
1. Wangen und Seitenteile der Unterseite ockergelb tomentiert .........
singularis Auriv.
— Diese Teile weiß. tomentiert ........nannen Bananen affınis Breun.
1. singularis Auriv.
Metagnoma singularis Aurivillius, 1924, Ark. Zool., XVII, A/12, p. 13, fig. 136.
Metagnoma singularis Schwarzer, 1921, Senckenberg., XIII, p. 206.
Das erste Fühlerglied dicht und ziemlich grob punktiert, der basale Teil
der Glieder acht und neun und die Glieder zehn und elf lang gefranst. Kopf
ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Halsschild so lang wie breit, dicht
und sehr grob punktiert. Schildchen zweimal so breit wie lang. Decken
durchwegs sehr dicht mit großen Gruben übersät; auf jeder Decke im rück-
wärtigen Nahtteil drei leicht erhabene Längslinien.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 449
Schwarz, fein gelb tomentiert. Die Wangen, die Seitenteile des Hals-
schildes, die Seitenteile des Prosternums, das Mesosternum und das Abdo-
men dicht ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine kleine postmediane
quere ockergelbe Seitenrandmakel.
Länge: 14 mm; Breite: 5 mm.
Von Aurivillius nach einem Stück von Borneo: Mont Kinabalu beschrieben.
2. strandi Breun.
Metagnoma strandi Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 19.
Dem singularis Auriv. nahe stehend, aber die Fühlerglieder sechs bis
elf unterseits sehr dicht gefranst, der Halsschild quer; die Grundtomentie-
rung rotbraun statt gelb, die ockergelbe Tomentierung durch eine weiße
Tomentierung ersetzt. Die Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die
weiteren Glieder ziemlich dunkelbraun tomentiert, die Basalhälfte des vier-
ten Gliedes und die Unterseite der Glieder vier bis sieben braungelb tomen-
tiert.
Länge: 14 mm; Breite 4°/3 mm.
Von mir nach einem Stück von Borneo (coll. Tippmann) beschrieben.
21. Callimetopus Blanch.
Callimetopus Blanchard, 1853, Voyage Pöle Sud Zool., IV, p. 303.
Euclea Newman, 1842, Ent., I, p. 290.
Euclea Pascoe, 1865. Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 149.
Euclea Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 521, 528.
Proteuclea Heller, 1915, Philipp. Journ. Sc., Sect. D, X, p. 245.
Niphonoclea Aurivillius, 1921, Cat. Col., pars 73, Lam, p. 247.
Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, unterseits schütter
gefranst, kürzer bis etwas länger als der Körper; das erste Glied wenig lang,
das dritte leicht gebogen, länger als das vierte, mehr als um die Hälfte länger
als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn sehr breit, allmählich
in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittellängskamm. Halsschild
leicht quer, selten länger als breit, basal dreigelappt (der Mittellappen wenig
deutlich), mit feiner gewundener Querfurche vor der Basis, vielfach mit je
einer kleinen stumpfen oberen Seitenbeule am Ende des vorderen Viertels,
sowie mit je einem kleinen, unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand.
Decken sehr lang, zylindrisch, stark gewölbt, basal zweigelappt. Prosternum
nach vorn stark verlängert, der Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz
ziemlich breit, niedriger als die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt
und mit zwei kleinen abgerundeten Höckern versehen. Metasternum von
normaler Länge. Beine wenig lang, die Schenkel leicht gekeult.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 29
450 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Typ: pantherinus Blanch. 25 Arten in der eurasiatischen Region. Da der
Name Euclea Newm. vergeben war, tritt der spätere Name von Blanchard
ein und wird der von Aurivillius vorgeschlagene Name Niphonoclea über-
flüssig. Proteuclea Hell. ist ein Synonym.
l. Decken rotbraun tomentiert und mit schwarzen Flecken besetzt ......
ornatus Schultze
— Decken ohne schwarze Flecken... REM se 2.
2. Decken ockergelb und rötlich marmoriert aber ohne deutliche Flek-
ken oder Binden ......nun.. nn 3.
— Decken stets mit deutlichen Flecken oder Binden. ................ 6.
3. Halsschild quer, rot in seinem Mittelteil ...................... ruficollis Hell.
— Halsschild kaum quer, in seinem Mittelteil nicht rot .............. 4.
4. Körperoberseite rötlich marmoriert und mit weiß untermischt ............
variolosus Schultze
— Körperoberseite gelblich marmoriert ..........eneee Sk
5. Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen...
longicollis Schwarz.
— Die unteren Augenloben nur etwas kürzer als die Wangen. .................
irroratus irregularis Breun.
6. Decken braungelb marmoriert und jede mit einer gelben Seiten-
tandlänssbindes 2 2.2. nen ren laterivittis Hell.
— Decken ohne eine derartige Binde ..........nnseensemeemeee 7%
7. Decken mit sehr kleinen weißen Flecken übersät und jede mit einer
langovalen weißen Seitenrandmakel im Basaldrittel sowie mit einer
gegen die Naht verschmälerten, postmedianen weißen Querbinde
palawanus Schultze
— Decken anders gezeichnet u... na nee 8.
8. Decken braun bis ockergelb tomentiert und jede mit einer großen
länglichen premedianen, weißlichgelben Seitenrandmakdl ................
cynthia Thoms.
=: Decken anders’ gezeichnet ........un..n... Dane ee 9.
9. Decken braun bis ockergelb tomentiert und jede mit einer bis etwas
über die Deckenmitte zurückreichenden weißen Seitenrandlängs-
binde 2. er 2 ne ee cynthioides Breun.
—:. Decken anders gezeichnet ....un.sunansiincm a 10.
10. Körperoberseite stark metallisch grün oder rotkupfrig schimmernd ... 11. |
— Körperoberseite nicht derartig schimmernd ..............ese 15: |
11. Decken mit zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, ohne Binden
multialboguttatus Breun.
- Decken mit’Binden:.:.......etn. a... au area 1:2:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
451
12.
23.
24.
Jede Decke mit zumindest zwei schmalen weißen Querbinden: eine
premediane und eine mediane .........uneueuene
Decken ohne eine von der Medianbinde getrennten Premedianbinde
. Decken in der Vorderhälfte auch mit Längsbinden principalis Hell.
Decken ohne Längsbinden in der Vorderhältte ...... superbus Breun.
. Halsschild mit zwei weißen Querbinden, eine vordere und eine
TÜCKWATUGE 1... Mean pulchellus Schultze
Halsschild mit zwei weißen Längsbinden und je einer seitlichen
weißen Scheibenmakel .............uccood. gloriosus Schultze
. Halsschild mit zwei gelben oder ockergelben Längsbinden. ..................
Halsschild ohne derartige Binden. .............ueccopasaao..
. Das vierte Fühlerglied schwarzbraun tomentiert ................
ochreosignatus Breun.
Das vierte Fühlerglied weißlich tomentiert .......ueacaoe
. Halsschild mit Ausnahme einer breiten Mittellängsbinde ockergelb
tomtentic ke ee ser illecebrosus Pasc.
Halsschild mit zwei breiten, am Vorderrand miteinander vereinigten
gelblichen. Längsbinden ....... nun rhombifer Hell.
. Körperoberseite stark blau schimmernd ..........uecccoooooo.
Körperoberseite nicht blau schimmernd .......ueenece
. Die postskutellare Nahtmakel mit einer Binde vereinigt, die schief
nach rückwärts gegen den Seitenrand sich erstreckt .......a......
siargoanus Schultze
Die postskutellare Nahtmakel bleibt isoliert ............... tagalus Hell.
. Auf jeder Decke eine weiße Binde, die kurz nach dem Schildchen
beginnt und nach einer breiten und langen Kurve wieder zur Naht
Zsnüicklsc nt ne erg
Decken ohne eine derartige Binde... enseneeene nen
. Die dunkle, von dieser Binde umgeschlossene Makel ist sehr klein
degeneratus Hell.
Die dunkle, von dieser Binde umschlossene Makel ist sehr groß ......
cordifer Hell.
. Decken ohne eine die Naht fast erreichende weiße Querbinde .........
Jede Decke mit einer solchen Binde...
Oberseite durchwegs ockergelb marmoriert ......... irroratus Newm.
Oberseite nicht ockergelb marmoriert ....... griseus Breun.
Jede Decke außer der breiten weißen Querbinde mit drei scharf
ausgebildeten weißen Makeln, eine basale, zwei im Apikalteil .........
panayanus Schultze
I®
18.
7
1).
20.
21.
22.
23.
24.
452 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
— Jede Decke außer der weißen Querbinde ohne scharf ausgebildete
weiße. Makeln ....... nn 25.
25. Decken: grob: punktiert „un... en On capito Pasc.
— Decken fein punküert a... nen albatus Newm.
l. irroratus Newm.
Euclea irrorata Newman, 1842, Ent., I, p. 290.
Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken (ö) oder nicht die
Deckenmitte (?) erreichend; das erste Glied apikalwärts leicht verdickt, dicht
und fein punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte, das vierte
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die
Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert. Hals-
schild quer, seine Hinterecken in eine Art kurzer Dornen ausgezogen, die
seitliche obere Scheibenbeule wenig angedeutet, der untere vordere Seiten-
höcker ziemlich breit. Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal
kaum ausgeschnitten (die Randecke fast abgerundet), dicht und grob punk-
tiert, die Punkte bloß apikalwärts etwas feiner werdend. Abdomen, Schenkel
und Schienen ziemlich dicht und fein punktiert.
Schwarz, durchwegs ockergelb, mit etwas grau untermischt marmoriert,
besonders dicht auf den Seitenteilen des Meso- und des Metasternums und
auf den Seiten der Abdominalsegmente. Die graue Tomentierung auf jeder
Decke zwei oder drei stark gewellte Querbinden bildend: eine premediane,
eine mediane und eine postmediane; der seitliche Raum zwischen den bei-
den ersten dieser Binden weiß tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder
weißlich marmoriert, das vierte Glied in den drei ersten Vierteln weiß
tomentiert, der Basalteil des fünften und des sechsten Gliedes zuweilen weiß
tomentiert.
Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6'/3 mm.
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Insel Min-
danao (Museum Hamburg;).
m. albidus Breun.
Callimetopus irroratus Newm. m. albidus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX,
A/6, p. 30.
Wie die Stammform, aber die Decken ohne helle Querbinden und ohne
weiße Tomentierung zwischen ihnen.
m. bifasciatus Fish.
Niphonoclea bifasciata Fisher, 1943, Bull. Mus. d’Hist. Nat. Belg., X, no. 15, p. 3.
Wie die Stammform, aber die hellen Querbinden sehr deutlich ausge-
bildet, nur die postmediane vielfach erloschen, der Raum zwischen den bei-
den ersten Binden ohne weiße Tomentierung.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 453
Luzon: Laguna, Mt. Makiling (coll. Lepesme), Insel Mindanao und Samar
(Fisher, Aurivillius); Insel Leyte (Museum Hamburg).
2. capito Pasc.
Euclea capito Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 149, nota.
Euclea albata Lacordaire (nec Newman), 1872, Gen. Col., IX, pl. CII, fig. 4.
Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied schütter
und grob punktiert, die seitliche obere Scheibenbeule des Halsschildes stär-
ker vortretend, der untere seitliche Höcker schmäler und spitzig, die Decken
durchwegs grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Rand-
ecke in je einen kurzen und breiten Dorn ausgezogen); die Seitenteile des
Mesosternums und die Metepisternes durchwegs ockergelb tomentiert, die
weiße Tomentierung bildet auf jeder Decke eine gewellte Querbinde, die
mit ihrem Hinterrand die Naht berührt und vom Ende des Basalfünftels bis
zur Deckenmitte oder etwas über diese hinaus reicht; überdies auf jeder
Decke eine schmale, stark gewellte postmediane ockergelbe Querbinde, die
grauen Querbinden dagegen fehlen.
Von Pascoe nach Stücken von der Insel Luzon: Manilla beschrieben. — Das
typische Exemplar war von Newman als aberrantes Stück seines albatus
erwähnte worden. Laguna (coll. Lepesme).
m. mesoleucus Pasc.
Euclea mesoleuca Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 150, nota.
Wie die Stammform, aber die Zeichnungen weiß statt ockergelb, die
weiße Deckenquerbinde noch breiter.
Insel Luzon und Sibuyan (British Museum und Museum Dresden).
3. albatus Newm.
Euclea albata Newman, 1942, Ent., I, p. 290.
Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber größer, das erste Fühlerglied
schütter und grob punktiert, die seitliche obere Scheibenbeule des Hals-
schildes stärker vortretend, der untere vordere Seitenhöcker schmal und
spitzig, das Schildchen breiter, die Decken durchwegs feiner punktiert, apikal
deutlich ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen und
breiten Dorn ausgezogen und die Tomentierung anders.
Braun, dunkelbraun tomentiert. Das erste Fühlerglied, der Kopf, der
Halsschild und die Decken ockergelb marmoriert. Auf jeder Decke eine sehr
breite weiße Querbinde, die seitlich vom Außenrand der Schulterbeule bis
zur Deckenmitte und an der Naht von der Basis bis zum Beginn des Apikal-
drittels reicht.
Länge: 25 mm; Breite: 9 mm.
Von Newman nach einem Stück von Luzon: Manilla beschrieben.
454 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
4. ochreosignatus Breun.
Callimetopus ochreosignatus Breuning, 1959, Mitt. Zool. Mus. Berl., XXXV, p. 160.
Fühler viel kürzer als der Körper, das vierte Glied sehr leicht verdickt
und viel dichter gefranst als die anderen, so lang wie das erste, das dritte
Glied um die Hälfte länger. Die unteren Augenloben merklich kürzer als die
Wangen. Kopf und Halsschild sehr dicht und wenig fein punktiert. Hals-
schild quer, seitlich gerade, mit je einem winzigen vorderen unteren Seiten-
höcker. Decken parallel, apikal verrundet, im basalen Fünftel sehr dicht und
fein gekörnt, danach dicht und ziemlich grob punktiert.
Rot, schütter ockergelb tomentiert. Je eine Längsbinde auf dem Seiten-
rand der Stirn, je eine Binde auf den Wangen und je eine nach rückwärts zu
stark mit derjenigen der Gegenseite divergierende Längsbinde auf der Hals-
schildscheibe, dicht ockergelb tomentiert. Das Apikaldrittel der Decken dicht
ockergelb marmoriert und auf jeder Decke eine ebenso marmorierte breite
premediane Querbinde. Das dritte Fühlerglied fahlgelb, das vierte Glied
schwarzbraun, die Glieder fünf bis elf rotbraun tomentiert.
Länge: 9 mm; Breite: 3 mm.
Von mir nach einem Stück von Luzon: Innugan (Museum der Humboldt-
Universität, Berlin) beschrieben.
5. longicollis Schwarz.
Niphonoclea ? longicollis Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 69, fig. 20, 21.
Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber die Fühler etwas feiner, die
Deckenmitte nur wenig überragend, das erste Fühlerglied apikalwärts we-
niger verdickt, die Glieder drei und vier zusammengenommen fast so lang
wie die Glieder fünf bis elf zusammengenommen; die unteren Augenloben
viel kürzer als die Wangen. Der Hinterkopf verlängert. Der Halsschild bei
den 86 viel länger als breit, die Seitenhöcker kaum angedeutet; die ganze
Körperoberseite etwas weniger grob punktiert. Vorderbeine der 86 ver-
längert und die Tomentierung abweichend.
Schwarz, durchwegs gelbbraun, mit weißlich untermischt, marmoriert;
die weißliche Tomentierung dichter auf einer breiten premedianen Decken-
querbinde, die ihrerseits seitlich stärker hervortritt als gegen die Naht zu;
die Basalhälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert.
Länge: 22 mm; Breite: 61/»-mm.
Von Schwarzer nach Stücken von Luzon: Mont Banahao beschrieben. — Mont
Makiling (coll. Lepesme).
6. variolosus Schultze
Euclea variolosa Schultze, 1920, Philipp. Journ. Sc., XVI, p. 198, pl. I, fig. 9.
Fühler wenig dick, den Beginn des apikalen Deckenviertels überragend
(ö) oder die Deckenmitte etwas überragend (9), das erste Glied apikalwärts
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 455
sehr wenig verdickt, die Glieder drei und vier zusammengenommen fast so
lang wie die Glieder fünf bis elf zusammengenommen, das dritte Glied
merklich länger als das vierte, das vierte merklich länger als das erste. Die
unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Halsschild viel breiter als
lang, die obere seitliche Scheibenbeule kaum angedeutet, der untere vordere
Seitenhöcker ziemlich breit, die Punktierung weniger grob. Decken apikal
kaum ausgeschnitten (die Randecke fast abgerundet), dicht und wenig grob
punktiert. Die Vorderbeine der ö ö verlängert.
Schwarz glänzend; die Körperoberseite rot-ockergelb marmoriert, auf
dem Scheitel, dem Halsschild und den Decken auch weiß marmoriert. Die
weiße Marmorierung auf zwei mäßig breiten Deckenquerbinden verdichtet,
eine premediane und eine postmediane, der Raum zwischen diesen beiden
Binden schwärzlich erscheinend, da fast nicht marmoriert. Die ockergelbe
Färbung dominiert im Basal- und im Apikalteil der Decken, wo sie Scheiben-
längslinien bildet. Körperunterseite sehr dicht ockergelb marmoriert, die
Beine ebenso aber auf den Schenkel und den Schienen mit weiß untermischt.
Tarsen ockergelb tomentiert. Das erste Fühlerglied weiß marmoriert mit
etwas ockergelb untermischt, die weiteren Glieder dunkelbraun tomentiert,
aber das zweite Glied, der Basalteil der Glieder drei, vier und sechs und die
basale Hälfte des fünften Gliedes dicht weißlich marmoriert.
Länge: 22-271/2 mm; Breite: 7-8°/ı mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Panay: Calasi beschrieben. —
Insel Luzon: Mont Banahao (Museum Hamburg).
7. panayanus Schultze
Euclea panayana Schultze, 1920, Philipp. Journ. Sc., XVI, p. 198, pl. I, fig. 3.
Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken erreichend (65); das
erste Glied apikalwärts leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte
Glied merklich länger als das vierte, das vierte merklich länger als das erste.
Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild
dicht und sehr grob punktiert. Halsschild quer, die seitliche obere Scheiben-
beule stärker vortretend, der untere seitliche Höcker kleiner und spitzig.
Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal verrundet, durchwegs
grob punktiert.
Schwarz. Stirn mit zwei nach rückwärts divergierenden und bis auf den
Scheitel reichenden, schmalen weißen Längsbinden und je eine kurze und
schmale basale, weiße Längsbinde auf dem Halsschild. Decken weiß tomen-
tiert außer in der Basalregion, im Apikalfünftel und auf einer sehr kleinen
Postskutellarmakel. Auf jeder Decke überdies drei kleine weiße Makeln:
eine dreieckige auf der Basismitte, eine preapikale am Seitenrand und eine
456 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
apikale an der Naht. Die Sterna, die Abdominalsegmente und die Schenkel
weiß tomentiert, diese Tomentierung noch dichter auf den Sterna.
Länge: 17 mm; Breite: 5'/a mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Panay: Yamindan beschrieben.
8. ruficollis Hell.
Euclea ruficollis Heller, 1915, Philipp. Journ. Sc., X, Sect. D, p. 244.
Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken (6) oder knapp die
Deckenmmitte (?) erreichend, das erste Glied apikalwärts leicht verdickt,
schütter und grob punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte,
das vierte etwas kürzer als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer
als die Wangen. Kopf sehr grob punktiert. Halsschild quer, dicht und grob
punktiert, mit einer basalen Mittellängsdepression, aber ohne Seitenbeule
und ohne Seitenhöcker. Schildchen sehr breit. Decken apikal sehr deutlich
ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen und breiten
Dorn ausgezogen), dicht und grob punktiert, die Punkte apikalwärts feiner
werdend.
Schwarz. Der Halsschild außer am Vorder- und am Hinterrand, rot. Der
Kopf und die ganze Körperunterseite gelbrot marmoriert. Der Halsschild
durchwegs fein weißlich tomentiert. Die Decken mit dunkelbraunen Flecken
übersät. Die beiden ersten Fühlerglieder und das dritte und vierte Glied
außer apikal, fein weißlich tomentiert, die übrigen Glieder braun tomenitiert.
Länge: 16 mm; Breite: 5 mm.
Von Heller nach einem Stück von Luzon: Mont Makiling beschrieben.
9. ornatus Schultze
Niphonoclea ornata Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIH, p. 31, pl. L, fig. 5.
Fühler etwas kürzer als der Körper (Öö), das erste Glied apikalwärts
leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte merklich länger als
das vierte, das vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben
etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und grob
punktiert (bloß auf der Stirn eher fein). Halsschild so lang wie breit, die
seitliche obere Scheibenbeule deutlich vortretend, der untere, vordere Seiten-
höcker schmal und spitzig. Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken
apikal deutlich ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kur-
zen und breiten Dorn ausgezogen, durchwegs dicht und grob punktiert.
Rotbraun. Der Kopf hellbraun tomentiert, die Apikalregion der Decken
und die Beine rotbraun tomentiert. Halsschild mit zwei sehr breiten, im Vor-
derteil miteinander verflossenen schwarzen Längsbinden. Auf jeder Decke
drei schwarze, hellbraun eingefaßte Makeln: eine postbasale auf der Scheibe,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 457
eine postbasale am Seitenrand und eine postmediane auf der Scheibe, die
beiden ersten klein, die dritte groß, rund.
Länge: 16!/a mm; Breite: 5/2 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Samar beschrieben.
10. eynthia Thoms.
Euclea cynthia Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 549.
Proteuclea sulphureomaculata Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D,
De 2097 pl. I, Be, 5.
Euclea cynthia Heller, 1926, Ent. Mitteil., XV, p. 196.
Die Fühler mäßig fein, den Beginn des Apikaldrittels der Decken (6)
oder kaum die Deckenmitte (7) erreichend; das erste Glied deutlich gekeult,
dicht und fein punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte, das
vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer
als die Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert.
Halsschild stark quer, die seitliche obere Scheibenbeule wenig angedeutet,
der untere vordere Seitendorn schmal. Schildchen länglich, apikal verrundet.
Decken apikal kaum ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kurzen Lappen
ausgezogen, die Randecke nicht angedeutet), durchwegs dicht und ziemlich
grob punktiert.
Schwarz, braun bis ockergelb tomentiert, die Mehrzahl der Punkte der
Oberseite von einem kleinen schwarzen Hof umgeben. Auf jeder Decke eine
premediane langovale weißlichgelbe, schwarz eingefaßte Seitenrandmakel.
Die vier ersten Fühlerglieder braunockergelb marmoriert, die weiteren Glie-
der fein braun tomenitiert.
Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6'!/3 mm.
Von Thomson nach Stücken von den Philippinen beschrieben. — Insel Luzon
(Schultze). Sulphureomaculata Schultze ist ein Synonym.
11. eynthioides Breun.
Callimetopus cynthioides Breuning, 1958, Bull. Soc. ent. Fr., LXIII, p. 32.
Dem cynthia Thoms. sehr nahe stehend, aber etwas gestreckter, die
Decken apikal verrundet, die weißlichgelbe premediane Seitenrandmakel
durch eine ziemlich breite, weiße Seitenrandlängsbinde ersetzt, die nach
rückwärts bis etwas über die Deckenmitte reicht.
Länge: 16 mm; Breite: 4?/a mm.
Von mir nach einem Stück von den Philippinen (Museum Paris) beschrieben.
Möglicherweise handelt es sich um eine Varietät des cynthia Thoms.
12. laterivitta Hell. (Abb. 1, Fig. 4)
Proteuclea laterivitta Heller, 1915. Philipp. Journ. Sc., X, Sect. D, p. 245, pl. I,
18417.
Fühler ziemlich fein, fast das Deckenende erreichend (ö) oder die
458 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Deckenmitte etwas überragend (), das erste Glied apikalwärts leicht ver-
dickt, schütter und grob punktiert, das dritte kaum länger als das vierte. Die
unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild
ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild quer, seine Hinterecken
in eine Art Dornen ausgezogen, die seitliche obere Scheibenbeule deutlich
ausgeprägt, die untere vordere Seitenhöcker kaum angedeutet. Schildchen
länglich, apikal verrundet. Decken apikal sehr schwach abgestutzt, durch-
wegs dicht und fein punktiert, mit Ausnahme einiger grober Punkte auf der
äußersten Basis.
Schwarz, durchwegs sehr dicht ockergelb-braun tomentiert. Auf jeder
Decke eine schmale weißliche, dem Seitenrand genäherte, das zweite Dek-
kendrittel durchlaufende Längsbinde.
Länge: 13-16 mm; Breite: 4-5 mm.
Von Heller nach Stücken von Luzon: Mont Banahao beschrieben. — Mont
Makiling (coll. Lepesme).
13. palawanus Schultze
Proteuclea palawana Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 313, pl. I, fig. 7.
Fühler ziemlich fein, etwas länger als der Körper (5), das erste Glied
apikalwärts leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte kaum
länger als das vierte. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen.
Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild quer,
seine Hinterecken ziemlich lang ausgezogen, die seitliche obere Scheiben-
beule gut ausgebildet, der untere vordere Seitenhöcker stark vortretend.
Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal sehr schwach abge-
stutzt, durchwegs dicht und fein punktiert, mit Ausnahme einiger grober
Punkte auf der äußersten Basis.
Schwarz. Kopf fein weißlich tomentiert, dichter auf den Seitenteilen der
Stirn und auf dem Scheitel. Halsschild sehr fein weißlich tomentiert, mit
zahlreichen kleinen weißen Flecken und einer schmalen weißen basalen
Querbinde. Decken durchwegs äußerst fein, weißlich tomentiert; jede mit
zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, diese Flecken im Apikalteil
besonders dicht gestellt, mit einer ziemlich großen langovalen weißen Seiten-
randmakel im Basaldrittel, die hinten spitz ausläuft und mit einer breiten,
postmedianen, nahtwärts stark verschmälerten, weißen Querbinde. Die Sterna
und die Seitenteile der Abdominalsegmente weiß tomentiert. Die Beine
weil3 marmoriert. Fühler braun tomentiert, das vierte Glied in den drei vor-
deren Vierteln weiß tomentiert.
Länge: 14 mm; Breite: 41/2 mm.
Von Schultze nach einem Stück von den Palawan-Inseln: Iwatnig beschrie-
ben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 459
14. griseus Breun.
Callimetopus griseus Breuning, 1960, Abh. & Ber. a. d. Staatl. Mus. f. Tierkunde
in Dresden, XXV, p. 4, fig. 3.
Fühler viel kürzer als der Körper (P), das erste Glied apikalwärts leicht
verdickt, das dritte etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste.
Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf sehr dicht
und fein punktiert. Halsschild stark quer, dicht und fein punktiert und fein
quergerieft, besonders auf den Seitenteilen der Scheibe, der untere vordere
Seitenhöcker kaum angedeutet, die obere seitliche Scheibenbeule fehlend.
Schildchen halbrund. Decken apikal verrundet, dicht und wenig fein punk-
tiert.
Glänzend schwarz, fein grau tomentiert. Die Seitenteile des Halsschil-
des weiß mit etwas rotbraun untermischt, marmoriert. Auf jeder Decke eine
weißliche posthumerale Seitenrandmakel und eine ziemlich breite sublate-
rale rotbraune oder weißlich mit rotbraun untermischte Scheibenlängsbinde,
die nach der Mitte breit unterbrochen ist und weder die Basis, noch den
Apikalrand erreicht. Die Seitenteile der Sterna weißlich tomentiert. Das
zweite Abdominalsegment am Hinterrand dicht weiß gefranst.
Länge: 15-20 mm; Breite: 51/2-7 mm.
Von mir nach Stücken von der Insel Panay: Yamindan und Mont Madiaas
beschrieben (Museum Dresden).
15. illecebrosus Pasc.
Euclea illecebrosa Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 150, pl. VIII,
fig. 3.
Fühler mäßig dick, die Deckenmitte kaum erreichend ($); das erste
Glied apikalwärts leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt, die
Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf bis
elf zusammengenommen, das dritte merklich länger als das vierte, das vierte
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die
Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und sehr grob punktiert mit
Ausnahme einer schmalen Mittellängsbinde auf dem Halsschild. Halsschild
stark gewölbt, quer, die Hinterecken ausgezogen, der untere vordere Seiten-
höcker stumpf, wenig vortretend, die obere seitliche Scheibenbeule fehlend.
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken stark gewölbt, apikal schwach
ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke vortretend, aber verrundet),
dicht und sehr grob punktiert, die Punkte in der Mitte etwas feiner. Abdo-
men, Schenkel und Schienen ziemlich dicht und fein punktiert.
Schwarz, blau schimmernd. Der Kopf mit Ausnahme des Scheitels, der
Halsschild mit Ausnahme einer sehr breiten Mittellängsbinde, sowie die
Sterna dicht ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine kleine, weiße Basal-
460 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
makel am Innenrand der Schulterbeule, eine sehr breite weiße premediane,
nahtwärts besonders an ihrem Vorderrand sehr stark verbreiterte, fast das
Schildchen rückwärts erreichende Querbinde, die an der Naht eine runde
gemeinsame, kahle Nahtmakel umschließt, und am Beginn des Apikalvier-
tels eine weiße oder gelbe Querbinde, die vom Seitenrand schief zur apika-
len Nahtecke absteigt. Abdomen und Beine fein weißlichgrau, auf den Hüf-
ten und am Hinterrand der Abdominalsegmente mit ockergelb untermischt,
tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder weißlich marmoriert, die drei vor-
deren Viertel des vierten Gliedes weiß tomentiert, die Glieder fünf bis elf
fein braun tomentiert.
Länge: 14 mm; Breite: 5-5!/2 mm.
Von Pascoe nach Stücken von Celebes: Menado und Tondano beschrieben. —
Todjamboe (coll. Lepesme).
m. casta Thoms.
Euclea casta Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 549.
Callimetopus celebensis Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 41.
Wie die Stammform, aber die runde kahle Nahtmakel viel größer.
Celebensis Breun. ist ein Synonym.
16. rhombifer Hell.
Euclea rhombifer Heller, 1913, Philipp. Journ. Sc., VIIV/2, Sect. D, p. 158, fig. 11.
Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber gestreckter, die Fühler feiner
und etwas länger, die Deckenmitte bei den PP überragend, die Decken apikal
verrundet, die ganze Punktierung noch gröber und die Tomentierung ab-
weichend.
Schwarz, weißlichgrau tomentiert. Stirn mit je einer gelblichen Seiten-
randlängsbinde, die sich nach rückwärts auf den vorderen Teil des Scheitels
fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen basalen gelblichen Querbinde und je
einer breiten seitlichen Scheibenlängsbinde, die in der vorderen Hälfte gegen
die Mitte des Vorderrandes geneigt ist und sich am Vorderrand mit der
anderen Seite vereinigt. Auf jeder Decke zwei gelbliche Binden: eine von
der Naht etwas hinter dem Schildchen beginnend und schief nach hinten
zum Seitenrand absteigend, den sie etwas vor der Deckenmitte erreicht, und
eine, die im umgekehrten Sinn vom Seitenrand knapp hinter der ersten
schief zur Naht absteigt, welche sie hinter der Mitte erreicht; eine kleine
quere weißliche Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels und eine
kurze weißliche preapikale Längsbinde nahe der Naht. Sterna dicht gelblich
tomentiert, die Abdominalsegmente und die Beine teilweise fein grau tomen-
tiert. Die Basalhälfte des dritten und des vierten Abdominalsegmentes weiß-
lich tomentiert.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 461
Länge: 131/2-17 mm; Breite: 4-5 mm.
Von Heller nach Stücken von den Inseln Ticao und Negros beschrieben. —
Insel Panay (Museum Dresden).
17. cordifer Hell.
Niphonoclea rhombifera Hell. ab. cordifera Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII, p. 202,
pl. XIII, fig. 16.
Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber gestreckter, die Fühler feiner
und etwas länger, die Deckenmitte bei den ?% überragend, die Decken
apikal verrundet, die Punktierung durchwegs noch gröber und die Tomen-
tierung abweichend.
Schwarz, die Oberseite weißlichgrau tomentiert. Auf der Stirn je eine
weiße Seitenrandlängsbinde, die sich nach rückwärts noch bis in den Vorder-
teil des Scheitels fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen weißen, basalen
Querbinde und je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die in
der vorderen Hälfte sich leicht gegen die Mittellinie neigt. Auf jeder Decke
eine halbkreisförmige weiße Binde, die etwas nach dem Schildchen beginnt,
den Seitenrand ungefähr am Beginn des zweiten Drittels erreicht und zur
Naht zurückkehrt, welche sie etwas hinter der Mitte erreicht, eine kleine
quere weiße Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels und eine kurze
weiße preapikale Längsbinde nahe der Naht. Die Sterna dicht gelblich
tomentiert. Die Abdominalsegmente zum Teil und die ganzen Beine fein
grau tomentiert. Die Basalhälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes
weißlich tomentiert.
Länge: 17!/a mm; Breite: 6 mm.
Von Heller nach einem Stück von der Insel Panay beschrieben.
18. degeneratus Hell.
Niphonoclea rhombifera Hell. ssp. degenerata Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII,
p- 203.
Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber kleiner, die Fühler feiner
und länger, die Deckenmitte bei den 2? etwas überragend, die unteren
Augenloben etwas länger als die Wangen, der Halsschild weniger quer,
schütterer und gröber punktiert, die Decken apikal verrundet, basal noch
gröber punktiert und die Tomentierung anders.
Schwarz, die Oberseite weißlichgrau tomentiert. Stirn mit je einer wei-
ßen Seitenrandlängsbinde, die sich nach rückwärts bis in den Vorderteil des
Scheitels fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen weißen basalen Querbinde
und mit je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die im vor-
deren Drittel leicht gegen die Mittellinie zu geneigt ist. Auf jeder Decke
eine breite weiße Binde, die an der Naht kurz hinter dem Schildchen be-
ginnt, in einem Bogen zum Seitenrand reicht, den sie ungefähr am Beginn
462 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
des zweiten Drittels erreicht, dann fast gerade zur Naht zurückkehrt (vor ihr
verbleibt eine mehr weniger kahle kleine Makel, die mit der anderen Decke
eine runde Makel bildet), eine kleine quere weiße Seitenrandmakel am
Beginn des apikalen Drittels und eine kurze weiße preapikale Längsbinde
unweit der Naht. Die Sterna dicht gelblich tomentiert. Die Abdominalseg-
mente teilweise und die Beine durchwegs fein grau tomentiert. Die Basal-
hälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert.
Länge: 101/2-13 mm; Breite: 3-4 mm.
Von Heller nach Stücken von der Insel Sibuyan beschrieben.
19. tagalus Hell. (Abb. 1, Fig. 5)
Euclea tagala Heller, 1899, Abhandl. Mus. Dresden, VII, no. 8, p. 6
Euclea tagala Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547, fig. 1, c.
Langgestreckt. Fühler mäßig dick, die Deckenmitte kaum erreichend
(?), das erste Glied apikal leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt,
die Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf
bis elf zusammengenommen, das dritte Glied merklich länger als das vierte,
das vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kür-
zer als die Wangen. Halsschild stark gewölbt, die Hinterecken ausgezogen,
mit einem wenig ausgebildeten, stumpfen unteren vorderen Seitenhöcker.
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken ziemlich gewölbt, apikal leicht
abgestutzt oder leicht ausgeschnitten. Die ganze Körperoberseite, das Ab-
domen, die Schenkel und die Schienen ziemlich dicht und fein punktiert,
etwas weniger fein auf den Decken außer in ihrem Mittelteil, die Punkte
fehlen entlang einer Mittellängsbinde auf dem Halsschild.
Schwarz, leicht bläulich schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Je eine
langgestreckte Makel auf der Stirn. Je eine Makel auf der Wange, die auch
die Schläfe überdeckt. Halsschild mit zwei in der Mitte unterbrochenen
Querbinden, eine vordere und eine gegen die Mittellinie auch verschmälerte
rückwärtige. Auf den Decken eine querovale postskutellare gemeinsame
Nahtmakel und auf jeder eine dreieckige posthumerale Seitenrandmakel,
eine große dreieckige Scheibenmakel, deren Basis mit der Deckenmitte zu-
sammenfällt und dessen Vorderecke der Basis genähert ist, eine schmale
postmediane leicht gewellte Querbinde und eine Preapikalmakel. Je eine
Makel vor der Vorderhüfte, je eine kleine Makel auf der Hinterhüfte. Je eine
breite Binde auf dem Metasternum. Die Mesepimeren, der Hinterrand des
ersten Abdominalsegmentes und die Seitenteile der anderen Segmente weils
tomentiert.
Länge: 16 mm; Breite: 51/2 mm.
Von Heller nach Stücken von den Philippinen beschrieben. — Insel Mindanao
(Schultze); Insel Basilan (Museum Brüssel).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 463
m. tricolor Hell.
Euclea tagala Hell. v. tricolor Heller, 1921, Philipp. Journ. Sc., XIX, p. 540.
Wie die Stammform, aber der Körper stärker blau schimmernd, die
Zeichnungen hellrot, nur die dreieckige Deckenscheibenmakel weiß.
Insel Mindanao und Basilan (Heller); Insel Mindoro (coll. Lepesme).
m. rufofasciatus Schultze
Euclea tagala Hell. ssp. rufofasciata Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547,
fig. 1b.
Wie m. tricolor Hell., aber die dreieckige Scheibendeckenmakel innen
stark ausgeschnitten, so daß von ihr bloß der basale und der seitliche Teil
übrig bleibt.
Insel Mindanao (Schultze).
20. siargoanus Schultze
Euclea siargoana Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547, fig. la.
Dem tagalus Hell. nahe stehend, aber auf den Halsschildseiten gröber
punktiert und die Tomentierung abweichend.
Schwarz, mit weißen Zeichnungen. Je eine ovale Makel auf der Stirn
und eine kleine Makel hinter dem Auge. Halsschild mit zwei breiten Quer-
binden, einer vorderen und einer rückwärtigen und mit je einer Makel auf
den Seitenteilen. Decken mit einer großen dreieckigen postskutellaren ge-
meinsamen Nahtmakel und auf jeder überdies zwei schiefe Binden, eine von
der Basis am Innenrand der Schulterbeule zum Seitenrand absteigend, die
andere von der Postskutellarmakel schief zum Seitenrand absteigend und
dort sich mit einer postmedianen Querbinde vereinigend, eine weitere Quer-
binde am Beginn des Apikalviertels und schließlich eine dreieckige preapi-
kale Scheibenmakel. Das Mesosternum, das Metasternum, der Hinterrand
des ersten Abdominalsegmentes, mehrere Flecken auf den Seitenteilen der
übrigen Segmente, das Basaldrittel des dritten Fühlergliedes und die Basal-
hälfte des vierten Gliedes weiß tomentiert.
Länge: 18!/2a mm; Breite: 6 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Siargao beschrieben.
21. gloriosus Schultze
Euclea gloriosa Schultze, 1922, Philipp. Journ. Sc., XXI, p. 571, pl. I, fig. 5.
Euclea opulenta Heller, 1923, Tijdschr. v. Ent., LXVI, p. 42, pl. I, fig. 10.
Gestreckt. Fühler mäßig dick, kaum die Deckenmitte erreichend (8);
das erste Glied apikal leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt, die
Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf bis
elf zusammengenommen, das dritte merklich länger als das vierte, das vierte
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die
464 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Wangen. Kopf und Halsschild schütter und fein punktiert, auf den Hals-
schildseiten die Punkte gröber und stellenweise zu Runzeln verfließend.
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken ziemlich gewölbt, apikal schwach
abgestutzt, in der vorderen Hälfte wenig dicht und grob punktiert, danach
die Punkte immer feiner werdend. Abdomen, Schenkel und Schienen ziem-
lich dicht und fein punktiert.
Metallisch grün, der Kopf, der Halsschild, die Beine und die Fühler
rotkupfrig schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Stirn mit je einer schmalen
Längsbinde, die sich nach rückwärts bis in den Vorderteil des Scheitels fort-
setzt. Je eine Makel auf der Schläfe. Auf dem Halsschild je eine seitliche
Scheibenmakel und je eine Längsbinde auf dem Seitenteil. Auf jeder Decke
drei sehr schmale Querbinden: eine premediane, eine mediane und eine am
Beginn des Apikaldrittels, die beiden ersten einander genähert, der Raum
zwischen ihnen fein schwarz tomentiert, eine kurze postskutellare Binde, die
schief von der Naht auf die Scheibe absteigt und vorn durch eine feine
schwarze Tomentierung begrenzt wird, zwei langovale Makeln, eine am
Innenrand der Schulterbeule und eine an ihrem Außenrand (diese Makeln
zum Teil rötlich gefärbt) und schließlich im Apikalviertel drei Längsbinden,
deren mittlere die kürzeste ist. Eine Mittelbinde auf dem Prosternum; je eine
Seitenrandmakel auf dem Metasternum; je eine Makel auf dem Vorderteil
der Metepisternen; der Hinterrand der vier ersten Abdominalsegmente, je
eine Seitenrandmakel auf dem zweiten Segment, je zwei Seitenrandmakeln
auf dem dritten Segment, je eine Seitenrandbinde auf dem fünften Segment,
die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes, die Unterfläche des dritten Gliedes
weiß tomentiert. Die Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die Glieder
fünf bis elf durchwegs schwarz tomentiert.
Länge: 15!/a-19 mm; Breite: 6-7 mm.
Von Schultze nach Stücken von der Insel Mindanao: Surigao beschrieben. -
Opulenta Hell. ist ein Synonym.
22. superbus Breun.
Callimetopus superbus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6, p. 30.
Dem gloriosus Schultze nahe stehend, aber der Halsschild sehr kurz,
stark quer und schütterer punktiert, die seitliche Halsschildscheibenmakel
fast bis zur Mittellinie reichend, die kurze schiefe postskutellare Decken-
binde durch eine dreieckige Makel ersetzt, die premediane und die mediane
Deckenbinde zu einer einzigen, breiten, weißen medianen Querbinde ver-
einigt, die an ihrem Vorderrand nahtweise sich stark verschmälert.
Von mir nach einem Stück von den Philippinen (Museum Stockholm) be-
schrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 465
23. principalis Hell.
Niphonoclea principalis Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII, p. 202, pl. II, fig. 15.
Dem gloriosus Schultze sehr nahe stehend und nur in Bezug auf die
Tomentierung leicht abweichend: Die Stirn durchwegs weiß tomentiert, die
seitliche Halsschildscheibenmakel teilweise auch auf den Seitenteil über-
greifend, die kurze postskutellare Deckenbinde durch eine dreieckige Naht-
makel ersetzt, die erste Deckenquerbinde weiter vorn gelagert und einen
kurzen Ast nach vorn absendend, der sich gegen die Postskutellarmakel
erstreckt, dieselbe aber nicht erreicht, die zweite Deckenquerbinde weiter
rückwärts gelagert, mit der ersten Querbinde durch zwei Längsstriche ver-
bunden, einer entlang der Naht, der andere auf dem Seitenteil der Scheibe.
Von Heller nach einem Stück von der Insel Samar beschrieben.
24. pulchellus Schultze
Euclea pulchella Schultze, 1922, Deutsch. ent. Zs., p. 36, pl. I, fig. 7.
Dem gloriosus Schultze nahe stehend, aber das erste Fühlerglied in
ganzer Länge dicker, apikalwärts weniger verdickt, der Halsschild schütterer
punktiert, die Decken schütterer und feiner punktiert und die Tomentierung
etwas abweichend.
Grün metallisch, der Kopf, der Halsschild, die Beine und die Fühler
rotkupfrig schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Je eine schmale Längs-
binde auf der Stirn, die nach rückwärts sich auf den Scheitel fortsetzt und
dort nach auswärts gerichtet ist. Je eine Makel auf der Schläfe. Halsschild
mit zwei Querbinden, einer vorderen und einer in der Mitte kurz unter-
brochenen rückwärtigen. Auf den Decken eine dreieckige postskutellare ge-
meinsame Nahtmakel und auf jeder eine kurze schiefe Längsbinde am
Innenrand der Schulterbeule, drei schmale Querbinden: eine premediane,
eine mediane und eine am Beginn des Apikaldrittels und im Apikalviertel
drei Längsbinden, deren mittlere die kürzeste ist. Eine Mittelbinde auf dem
Prosternum, je eine Seitenrandmakel auf dem Metasternum, je eine Makel
auf dem Vorderteil der Metepisternen, der Hinterrand der vier ersten Abdo-
minalsegmente, je eine Seitenrandmakel auf dem zweiten Segment, je zwei
Seitenrandmakeln auf dem dritten Segment, je eine Seitenrandbinde auf
dem fünften Segment, die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes, die Unter-
fläche des dritten Gliedes, weiß tomentiert. Die Tarsen dunkelblau. Die
Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die Glieder fünf bis elf durch-
wegs schwarz tomentiert.
Länge: 16 mm; Breite: 6 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Bukidnan beschrie-
ben.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 30
466 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
25. multialboguttatus Breun.
Callimetopus multialboguttatus Breuning, 1960, Abh. Ber. Mus. f. Tierkunde
Dresden, XXV, p. 5.
Fühler fast das Deckenende erreichend (6), das erste Glied apikal leicht
verdickt, das dritte merklich länger als das vierte, viel länger als das erste,
die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Stirn wenig dicht und
wenig fein punktiert mit feiner Mittellängskante. Halsschild stark quer,
schütter, auf den Seitenteilen ziemlich grob, im mittleren Teil der Scheibe
sehr fein punktiert, der untere vordere Seitenhöcker stark vortretend, stumpf
konisch. Decken apikal verrundet, wenig dicht und fein punktiert.
Grün metallisch glänzend. Die ganze Oberseite, die Schenkel und die
Schienen mit sehr zahlreichen, kleinen, unregelmäßig geformten weißen
Makeln übersät; dieselben fehlen bloß auf einer breiten Halsschildmittel-
längsbinde. Unterseite außer entlang der Mittellinie und Tarsen weißlich
tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder weiß marmoriert, die Glieder vier
bis elf ziemlich dunkelrot, fein graubraun tomentiert.
Länge: 21 mm; Breite: 7 mm.
Von mir nach einem Stück von der Insel Panay: Catarman (Museum Dres-
den) beschrieben.
22. Acronia Westw.
Acronia Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 632.
Acronia Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 550.
Gestreckt, gedrungen. Fühler dick, viel kürzer als der Körper, unterseits
schütter gefranst, dichter in der Apikalregion des ersten, des dritten und des
vierten Gliedes; das erste Glied mäßig lang und ziemlich dick, gekeult, das
dritte viel länger als das vierte oder das erste, die Glieder fünf bis elf zu-
sammengenommen kürzer als das dritte und das vierte Glied zusammen-
genommen. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breiter als
hoch, allmählich in den Hinterkopf übergehend. Halsschild quer, stark ge-
wölbt, seitlich leicht verrundet, zum Vorderrand zu leicht verschmälert, die
Hinterecken leicht ausgezogen, mit zwei feinen Querfurchen, eine auf der
Scheibe erloschene vordere und eine rückwärtige. Decken lang, stark ge-
wölbt, hinter den Schultern leicht eingezogen, hinter der Mitte leicht erwei-
tert. Prosternum stark verlängert. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz
schmal, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz
wenig breit, an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von
normaler Länge. Beine mäßig lang, kräftig, die Schenkel gekeult.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 467
Typ: perelegans Westw. Sieben Arten.
1. Decken mit einigen, scharf ausgeprägten, hellen runden Makeln ............. 2:
— Decken ohne derartige Makeln ............ 3)
2. Decken mit zwei oder drei hellen runden gemeinsamen Nahtmakeln ... 3.
— Decken ohne derartige Makeln .............uun 4,
3. Diese Makeln sind weiß oder grün ......... alboplagiata Schultze
— Diese Makeln sind hellrotbraun. ............................ decimaculata Schultze
4. Ein Teil der Makeln der Oberfläche rötlich ockergelb gefärbt ....................
perelegans Westw.
— Alle Makeln der Oberseite gelblichweiß oder rosafarben ..................
strasseni Schwarz.
5. Halsschild und Decken mit schmalen, scharf ausgebildeten weißen
Ouerbinden ren... sanieren pretiosa Schultze
— Halsschild und Decken ohne derartige Binden ......eee 6.
6. Jede Decke mit einer breiten, premedianen hellgrauen Querbinde. ......
luzonica Schultze
— Die Decke ohne eine derartige Binde .........e nigra Breun.
1. perelegans Westw. (Abb. 1, Fig. 6)
Acronia perelegans Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 633, pl. XXIV,
fig. 4
Fühler die Deckenbasis merklich (ö) oder kaum (?) überragend, das
erste Glied leicht gekeult, das dritte im Apikalviertel leicht verdickt. Die
unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf ziemlich dicht und
fein punktiert, sehr fein auf dem Scheitel außer am Rand der oberen Augen-
lappen. Halsschild wenig dicht, sehr fein punktiert. Schildchen breit, apikal
verrundet. Decken apikal leicht abgestutzt oder leicht ausgeschnitten (die
Naht- und die Randecke verrundet), auf den seitlichen zwei Dritteln ziem-
lich dicht und sehr fein punktiert, im Nahtdrittel die Punkte fast erloschen.
Auf jeder Decke eine stumpfe postbasale wenig angedeutete Scheibenbeule,
eine schwache premediane Scheibendepression und eine sehr deutliche De-
pression am Innenrand der Schulterbeule. Prosternum dicht quergerieft.
Schwarz, stark metallisch grün schimmernd. Der größte Teil der Stirn,
der Scheitel, die Halsschildscheibe und das Schildchen violett oder purpurn
schimmernd. Je eine rötlich-ockergelbe kleine Makel am Vorderrand der
Stirn, je eine größere gelbe Makel am Innenrand des Fühlerhöckers, je eine
gelbe Makel auf der Wange und je eine auf der Schläfe. Halsschild mit je
zwei gelbe Makeln auf der Scheibe, eine vordere und eine rückwärtige und
jederseits eine kleine gelbe Makel auf dem Seitenteil, die zuweilen mit der
rückwärtigen Scheibenmakel vereinigt ist. Die Deckengrundfarbe stellen-
weise blauviolett schimmernd, aber teilweise fein schwarz tomentiert. Auf
468 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
jeder Decke drei rötlich-ockergelbe Makeln: eine langovale postskutellare an
der Naht, eine kurze basale am Innenrand der Schulterbeule und eine quere
posthumerale am Seitenrand; zwei schmale gelbe Querbinden: eine in kleine
Flecken aufgelöste premediane und eine schief von der Naht zum Seitenrand
absteigende und seitlich eher rötlich gefärbte postmediane; ein kurzer Längs-
strich der entlang der Naht diese beiden Binden vereinigt; schließlich im
Apikalviertel zwei schmale, rötlich-ockergelbe, nach rückwärts konvergie-
rende und apikal miteinander vereinigte Längsbinden, deren innere sich
vorn in zwei Äste teilt. Die schwarze Tomentierung bildet zwei breite, ge-
wellte Querbinden: eine zwischen den Basalmakeln und der premedianen
Binde gelegene postbasale und eine schief von der Naht gegen den Seiten-
rand absteigende postmediane. Das Prosternum, das Mesosternum, sowie
Makeln auf den Seiten der Sterna und der Abdominalsegmente gelb tomen-
tiert, das erste Abdominalsegment am Hinterrand dicht gelb gefranst. Einige
weißliche Flecken auf den Schenkeln. Fühler schwarz, das erste Glied violett
und grün schimmernd; die Basalhälfte des dritten und des vierten Gliedes
weiß tomentiert, die beiden ersten Tarsenglieder weißlich tomentiert.
Länge: 17 mm; Breite: 6!/2 mm.
Von Westwood nach Stücken von Luzon: Casiguan beschrieben.
2. strasseni Schwarz.
Acronia strasseni Schwarzer, 1931, Senckenberg., XII, p. 70, fig. 22.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber die Fühler länger, nicht
ganz die Deckenmitte erreichend, das erste Glied etwas länger, stärker
gekeult und gerunzelt; alle Flecken weißlichgelb gefärbt; an Stelle der bei-
den schmalen Deckenquerbinden jeweils vier quere Makeln.
Von Schwartzer nach Stücken von Luzon: Paete beschrieben.
m. roseolata Breun.
Acronia strasseni Schwarz. m. roseolata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A,
n0..0,.9. 01.
Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen rosafarben, der Decken-
grund außerhalb der hellen Zeichnungen fast durchwegs schwarz tomen-
tiert; zwischen den premedianen und den postmedianen Deckenmakeln fin-
det sich eine wenig breite weißlichgraue Querbinde.
3. alboplagiata Schultze
Acronia ? alboplagiata Schultze, 1922, Philipp. Journ. Sc., XXI, p. 573, pl. I, fig. 3.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied län-
ger, apikalwärts nicht verdickt, das vierte dünner, die unteren Augenloben
kürzer als die Wangen und die Decken kaum punktiert. Die Tomentierung
abweichend.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 469
Dunkelblau, grün schimmernd. Der Kopf und der Halsschild matt, die
Zeichnungen weiß. Eine ziemlich breite Mittellängsbinde auf der Stirn, je
eine Makel auf der Wange. Auf der Halsschildscheibe je zwei runde Makeln,
eine vordere und eine rückwärtige, die teilweise miteinander verbunden
sind. Decken mit drei gemeinsamen Nahtmakeln: eine langovale postskutel-
lare, eine schmale mittlere und eine schmale preapikale; überdies auf jeder
Decke fünf Makeln: eine große ovale premediane auf der Scheibenmitte,
zwei hintereinander gelegene, mehr seitlich gelagerte und zwei postmediane;
eine auf der Scheibenmitte und eine größere am Seitenrand. Je eine große
Seitenrandmakel auf dem Mesosternum und je eine solche auf dem Meta-
sternum. Je eine Seitenrandmakel auf dem ersten, dritten, vierten und fünf-
ten Abdominalsegment (die auf dem dritten und dem vierten größer als die
anderen) und eine dreieckige Mittelmakel auf dem ersten Segment. Der
Unterrand des dritten Fühlergliedes weißlich tomentiert, die Basalhälfte des
vierten Gliedes weiß tomentiert, der Basalteil der Glieder fünf, sechs und
sieben weißlich tomentiert.
Länge: 22 mm; Breite: 8 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Bukidnan, Linda-
ban beschrieben.
m. viridimaculata Breun.
Acronia alboplagiata Schultze m. viridimaculata Breuning, 1947, Ark. f. Zool.,
XXXIX, A, no. 6, p.3l.
Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen metallisch grün.
4. decimaculata Schultze
Acronia ? decimaculata Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 548, pl. 1, fig. 17.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied län-
ger, apikalwärts nicht verdickt, das vierte Glied dünner, der Kopf fein punk-
tiert, der Scheitel fein gefurcht, der Halsschild und die Basalhälfte der Dek-
ken gröber punktiert und die Tomentierung abweichend.
Glänzend schwarz, blau schimmernd, mit hellbraunroten Zeichnungen.
Eine Mittellängsbinde auf der Stirn, je eine Basalmakel auf dem Halsschild.
Auf den Decken zwei gemeinsame Nahtmakeln: eine langovale im Basal-
viertel und eine kleine preapikale; überdies auf jeder Decke vier mäßig
große Makeln: zwei am Seitenrand, eine am Ende des Basaldrittels und eine
am Beginn des Apikaldrittels, eine basale am Innenrand der Schulterbeule
und eine auf der Scheibe am Beginn des Apikalviertels. Der Deckenseiten-
rand und der Apikalrand weißlich tomentiert. Mesothorax, Metathorax und
die Abdominalsegmente eins und fünf mit je einer großen Seitenrandmakel;
je eine kleine Seitenrandmakel auf dem vierten Segment. Das ganze Proster-
470 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
num rötlich tomentiert. Die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes weiß
tomentiert.
Länge: 18 mm; Breite: 7 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Surigao beschrieben.
5. pretiosa Schultze
Acronia pretiosa Schultze, 1917, Philipp. Journ. Sc., XII, Sect. D, p. 249, pl. I, fig.1.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber gedrungener, das erste
Fühlerglied apikalwärts gleichmäßiger verdickt, das dritte Glied apikal-
wärts stärker verdickt, das Schildchen länger, viereckig, die Decken apikal
verrundet und die Tomentierung anders.
Schwarz, stark metallisch grün schimmernd, mit weißen Zeichnungen.
Halsschild und Beine glänzend. Auf der Stirn eine vordere Querbinde, die
jederseits auf die Wange übergreift und je eine Längsbinde, die bis hinter
das Auge sich fortsetzt und vorn mit der Gegenbinde sich vereinigt. Hals-
schild mit drei schmalen Querbinden: eine auf der Scheibe erloschene vor-
dere, eine zweite knapp dahinter und eine etwas vor der Basis gelegene,
beide letzteren in der Mitte unterbrochen und seitwärts durch eine am Un-
terrand des Seitenteiles gelegene Längsbinde miteinander vereinigt. Dek-
ken blau schimmernd mit schmalen Binden: zwei quere, eine am Ende des
Basaldrittels, die andere am Beginn des Apikalviertels, seitwärts leicht nach
rückwärts gebogen, eine Binde, die unter der Schulterbeule beginnt, in
einem die Basis berührenden Bogen bis zur Naht reicht, dann entlang der
Naht bis zum Beginn des Apikalviertels sich fortsetzt, wo sie sich mit der
zweiten Querbinde vereinigt und schließlich zwei Längsbinden im Apikal-
viertel, die nach rückwärts konvergieren, um apikal sich zu verbinden, die
innere derselben vorn in zwei Äste geteilt. Der Raum zwischen den beiden
Querbinden sehr fein weißlich tomentiert. Sterna weißlich tomentiert. Eine
weiße Querbinde am Vorderrand des ersten Abdominalsegmentes, das
fünfte Segment fast ganz weil tomentiert. Je eine große weiße Makel auf
den Seiten des zweiten, des dritten und des vierten Segmentes. Schienen
violett schimmernd.
Länge: 18 mm; Breite: 7 mm.
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Catanduranes: Virac be-
schrieben.
6. luzonica Schultze
Acronia luzonica Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LI, p. 314, pl. I, fig. 1.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber gestreckter, das dritte Füh-
lerglied apikalwärts kaum verdickt, die Stirn dicht und sehr fein punktiert,
der Kopf breiter, der Halsschild etwas länger, zum Vorderrand weniger ver-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 471
engt, die Decken länger, nach der Mitte weniger verbreitert, apikal verrun-
det und die Tomentierung abweichend.
Glänzend schwarz. Je eine ovale weiße Makel auf der Wange, je eine
sehr kleine weiße Makel am Innenrand des Fühlerhöckers. Halsschild mit je
einem kleinen weißen Basalstrich. Decken matt, fein schwarz tomentiert (da-
her stark gegen die übrigen Körperteile kontrastierend), mit einer breiten,
premedianen, außer an seinem Vorderrand unscharf ausgebildeten hell-
grauen Querbinde; überdies auf jeder Decke eine kleine gebogene weiße
Makel nahe der Naht vor der premedianen Binde und eine kleine weiße
Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels. Der Apikalrand der Decke
weißlich tomentiert. Das erste Fühlerglied, der Unterrand des dritten Glie-
des und die Basalhälfte des vierten, weiß tomentiert. Das letzte Abdominal-
segment größtenteils weiß tomentiert.
Länge: 19 mm; Breite: 7 mm.
Von Schultze nach einem Stück von Luzon: Cayagan, Pena beschrieben.
7. nigra Breun.
Acronia nigra Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6, p. 31.
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber die Stirn mit feinem Mittel-
längskamm, der Halsschild basal verbreitert, weniger fein punktiert, die
Decken apikal verundet und die Tomentierung abweichend.
Glänzend schwarz. Decken mit einer sehr kleinen, postskutellaren
weißen gemeinsamen Nahtmakel; auf jeder Decke eine ziemlich breite mitt-
lere schwarz tomentierte, von der Naht leicht schief gegen den Seitenrand
absteigende Querbinde, die den Seitenrand aber nicht erreicht. Das fünfte
Abdominalsegment, außer in der Mitte, weiß tomentiert. Tarsen weißlich
tomentiert. Fühler schwarzbraun tomentiert, die vier vorderen Fünftel des
dritten Gliedes, die Basalhälfte des vierten und die Basis des fünften Gliedes
weiß tomentiert.
Länge: 18 mm; Breite: 7 mm.
Von mir nach einem Stück von der Insel Siargao: Dapa (Museum Stockholm)
beschrieben.
23. Aprophata Pasc.
Aprophata Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 341.
Aprophata Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 523, 548.
Aprophata Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agr. Hokk., XXXIV, p. 337.
Langoval. Fühler fein, unterseits schütter gefranst; das erste Glied
ziemlich lang und wenig dick, das dritte merklich länger als das vierte oder
als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, all-
4712 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
mählich in den Hinterkopf übergehend, mit feiner Mittellängskante. Hals-
schild leicht quer, stark gewölbt, mit zwei feinen Querfurchen, einer auf
der Scheibenmitte unterbrochenen vorderen und einer rückwärtigen, sowie
mit je einem mehr oder weniger vortretendem, konischem, unterem Seiten-
höcker nahe dem Vorderrand. Decken lang, stark gewölbt, nach der Mitte
verbreitert, im Apikalviertel stark verschmälert, apikal ziemlich breit ver-
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz wenig breit, fast so hoch
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Prosternum nach
vorn verlängert. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abge-
stutzt. Metasternum sehr kurz. Flügel reduziert, aber nicht atrophiert. Beine
mäßig lang, die Schenkel leicht gekeult.
Typ: notha Newm. Sieben Arten.
1. Decken durchwegs mit großen hellen Makeln oder Binden besetzt ........ I
— Decken fast ohne helle Zeichnungen .......... 6.
2. Decken mit ziemlich großen, weißen Makeln, ohne schmale helle
Binden
— Decken mit hellen Makeln und mit hellen Binden besetzt ...................... 4.
3. Auf jeder Decke 12 Makeln ............... vigintigquatuormaculata Schwarz.
— Auf jeder Decke sieben Makeln ........... quatuordecimmaculata Breun.
4. Kopf und Halsschild äußerst dicht punktiert .................. semperi Westw.
— Kopf und Halsschild anders und ungleich punktiert
5. Mittelteil des Halsschildes sehr fein punktiert ................. eximia Newm.
— Mittelteil des Halsschildes ziemlich grob punktiert eximioides Breun.
6. ‚Stimm, Scheitel und Halsschild rot... anne ruficollis Hell.
— Stirn, Scheitel und Halsschild schwarz ........................... notha Newm.
l. eximia Newm. (Abb. 1, Fig. 7)
Abryna eximia Newman, 1842, Ent., I, p. 298.
Abryna eximia Westwood, 1848, Cab. or. Ent., p. 60, pl. XXIX, fig. 5; 1863, Trans.
ent. Soc. Lond., (3) I, p. 629, pl. XXIV, fig. 6.
Wenig gestreckt. Fühler um ein Drittel länger (&) oder so lang (?) wie
der Körper, das erste Glied dicht und fein punktiert. Die unteren Augenloben
so lang wie die Wangen. Stirn dicht und fast grob punktiert, die Punkte stel-
lenweise zu Runzeln verfließend. Wangen und Hinterkopf weniger dicht
und feiner punktiert. Halsschild meist dicht und fast grob punktiert, der
Mittelteil der Scheibe sehr fein punktiert. Schildchen mehr als zweimal so
breit wie lang, rückwärts verrundet. Decken schütter und sehr fein punktiert,
die Punkte bloß basal etwas gröber. Metasternum, Schenkel, Schienen und
Seitenteile der Abdominalsegmente fein punktiert.
Grün metallisch, gelb schimmernd. Jederseits des Mittelkammes der
Stirn eine kurze, schmale weiße Längsbinde. Je eine kleine weiße Makel auf
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 473
der Wange und eine weitere solche langovale hinter jedem Auge. Halsschild
mit jederseits zwei oder zuweilen auch drei weißen Makeln: eine auf der
Scheibenseite, die andere auf dem Seitenteil, beide dem Vorderrand genä-
hert und, wenn vorhanden, eine auf der Seite der Basis der Scheibe. Decken
mit weißen Zeichnungen; auf jeder eine dreieckige postskutellare Nahtmakel,
eine kleine runde Scheibenmakel schief hinter der Schulter, eine ziemlich
große Scheibenmakel am Ende des Basalviertels der Naht genähert, eine
kurze gebogene posthumerale Seitenrandbinde, die nach rückwärts leicht
auf die Scheibe ansteigt, eine schmale postmediane leicht gebogene Quer-
binde, eine kleine runde Makel auf der Scheibenmitte am Beginn des Apikal-
viertels, eine preapikale Längslinie nahe der Naht, und eine kurze preapi-
kale Scheibenquerlinie, die seitlich nach vorn gebogen ist und in der Mitte
zuweilen mit der Längslinie verbunden ist. Der Apikalrand der Decke weiß
gefranst. Einige weiße Flecken auf den Seitenteilen der Sterna und der drei
letzten Abdominalsegmente. Das zweite Abdominalsegment an seinem Hin-
terrand weißlichgelb gefranst. Die Basalhälfte des dritten und besonders
des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert.
Länge: 14 mm; Breite: 5'/a mm.
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Casiguran
(Westwood).
m. purpureonigricans Westw.
Abryna eximia Newm. v. purpureo-nigricans Westwood, 1863, Trans. ent. Soc.
Lond., (3) I, pp. 629, 636, pl. XXV, fig. 1.
Wie die Stammform, aber durchwegs purpurrot bis weinrot schim-
mernd; auf jeder Decke verbindet eine Querbinde die große Scheibenmakel
mit der Posthumeralmakel.
m. cuprea Westw.
Abryna eximia Newm. v. cuprea Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I,
pp. 629, 636, pl. XXIV, fig. 1.
Wie die Stammform, aber durchwegs braunkupfrig schimmernd.
m. viridis Westw.
Abryna eximia Newm. v. viridis Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I,
pp. 629, 636, pl. XXIV, fig. 2.
Wie die Stammform aber durchwegs grün metallisch und blau schim-
mernd.
2. semperi Westw.
Abryna semperi Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 630, pl. XXIV,
fig. 3.
Der eximia Newm. nahe stehend, aber Kopf und Halsschild äußerst
dicht, wenig grob und etwas unregelmäßig punktiert, die Decken durchwegs
sehr dicht und wenig fein punktiert; der Körper schwarz, violett schim-
474 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
mernd, die Beine grün schimmernd, die Zeichnungen auf der Stirn, dem
Halsschild, dem Apikaldrittel der Decken und den Sterna ockergelb gefärbt;
die Fühlerglieder vom fünften ab basal weiß geringelt.
Länge: 18 mm; Breite: 7 mm.
Von Westwood nach einem Stück von Luzon: Angat beschrieben.
3. eximioides Breun.
Aprophata eximioides Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII, no.
20 pP. 7.
Der eximia Newm. nahe stehend, aber der Halsschild durchwegs sehr
dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte etwas ungleich verteilt, nicht
feiner im Mittelteil, die Decken dichter und feiner punktiert und die Tomen-
tierung abweichend.
Dunkelmetallisch grün, mehr oder weniger stark violett schimmernd,
mit weißen Zeichnungen: die Augen schmal weiß eingefaßt. Auf der Stirn
je eine sehr schmale, der Mittellinie genäherte Längsbinde. Je eine schmale
Querbinde auf der Wange. Je eine kleine Makel hinter dem Auge. Hals-
schild mit je einer ziemlich breiten Längsbinde an der Grenze zwischen
der Scheibe und dem Seitenteil und mit je einer Makel am Unterrand des
Seitenteiles. Auf jeder Decke eine sehr kleine, dreieckige postskutellare Naht-
makel, eine ziemlich große Basalmakel am Innenrand der Schulterbeule,
eine kleine runde Seitenrandmakel unterhalb der Schulterbeule, eine kleine
posthumerale quere, dem Seitenrand genäherte Makel und eine schmale,
apikalwärts leicht konkave Querbinde knapp hinter der Mitte, sowie zahl-
reiche punktförmige Flecken im Apikalviertel. Körperunterseite und Beine
fein weißlich tomentiert. Weiße Makeln auf den Seitenteilen der Sterna und
der Abdominalsegmente. Fühler braun tomentiert, die Basalhälfte des vier-
ten Gliedes und die Basis der Glieder fünf bis elf weißlich tomentiert.
Länge: 12-13 mm; Breite: 5-51/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Luzon: Dalapiri (British Museum) be-
schrieben.
4. notha Newm.
Abryna notha Newman, 1842, Ent., I, p. 290.
Aprophata notha Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 342.
Abryna notha Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 632, pl. XXV, fig. 2.
Aprophata notha Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 549, pl. CIII, fig. 1.
Der eximia Newm. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas
länger als die Wangen, der Kopf durchwegs sehr dicht punktiert, auf der
Stirn dicht und unregelmäßig gerunzelt, der Halsschild weniger quer,
dichter punktiert und die Färbung abweichend.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 475
Glänzend schwarz, leicht grün oder blau oder violett schimmernd, am
Grunde jedes Punktes eine winzige weißliche Sete. Das Basalviertel der
Decken sehr fein weiß tomentiert, die Körperunterseite und die Beine fein
weißlichgrau tomentiert. Das erste Abdominalsegment an seinem Hinter-
rand dicht ockergelb gefranst. Häufig auf jeder Decke eine postmediane
weiße gebogene Seitenrandmakel und einige undeutliche kleine ockergelbe
Flecken im Apikalviertel der Decke, zuweilen auch solche Flecken auf den
Seitenteilen des Halsschildes und der Sterna.
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Innugan
(coll. Lepesme).
5. ruficollis Hell.
Aprophata ruficollis Heller, 1916, Deutsch. ent. Zs., p. 308.
Abryna ? hoffmeisteri Schutze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D, p. 348.
Aprophata ruficollis Schultze, 1917, Philipp. Journ. Sc., XII, Sect. D, p. 249, notal.
Aprophata ruficollis Schwarzer, 1931, Senckenberg., XTII, p. 208.
Der eximia Newm. nahe stehend, aber etwas gestreckter, die Fühler um
ein Viertel länger (ö) oder so lang (?) wie der Körper, die unteren Augen-
loben etwas kürzer als die Wangen, der Kopf sehr dicht und fein punktiert,
die Punkte stellenweise zu feinen Runzeln verfließend, der Halsschild sehr
dicht und fein quergerieft, die Decken basal kaum breiter als der Halsschild,
dicht und fein punktiert, nur basal etwas gröber und die Färbung anders.
Schwarz, bläulich oder grünlich schimmernd. Stirn, Scheitel, Halsschild,
Schenkel, Schienen und Fühler rot. Jeder Punkt der Oberseite mit winziger
gelber Sete am Grund. Auf jeder Decke drei weiße Makeln: eine kleine
runde am Innenrand der Schulterbeule, eine sehr kleine postskutellare an der
Naht und eine ziemlich große postmediane quer auf der Seite der Scheibe
(eine oder die andere dieser Makeln häufig fehlend) und einige weiße
Sprenkel im Apikalviertel, unterseits je eine ziemlich breite weiße Längs-
binde, die die Seitenteile der Sterna und den Unterrand der Halsschildsei-
tenteile deckt. Mittelteil der Sterna fein weiß tomentiert. Erstes Abdominal-
segment seitlich am Hinterrand weiß gefranst. Jederseits einige weiße Flek-
ken auf dem zweiten und dem dritten Segment. Schenkel und Schienen sehr
fein weißlichgelb tomentiert, Tarsen fein weiß tomentiert.
Länge: 14-18 mm; Breite: 5-6!/2 mm.
Von Heller nach Stücken von Luzon: Baguet beschrieben. — Hoffmeisteri
Schultze ist ein Synonym.
6. vigintiquatuormaculata Schwarz.
Aprophata vigintigquatuormaculata Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIIL, p. 207,
fig. 21.
476 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Der eximia Newm. nahe stehend, aber kleiner, der Kopf dichter punk-
tiert, die Stirn dicht und unregelmäßig gerunzelt, der Halsschild dicht und
ziemlich grob punktiert und unregelmäßig quergerieft, die Beine kräftig, die
Schenkel nur schwach gekeult und die Tomentierung anders.
Schwarz, die Decken dunkel metallisch grün, mit weißen Zeichnungen:
Je eine Makel hinter dem Auge. Halsschild mit einer schmalen, in der Mitte
breit unterbrochenen, basalen Querbinde und jederseits eine oder zwei vor-
dere seitliche Makeln. Auf jeder Decke zwölf ziemlich große runde, wenig
scharf ausgeprägte Makeln: drei basale, eine langovale an der Naht, eine
am Innenrand der Schulterbeule, eine am Außenrand der Schulterbeule, drei
postbasale, eine nahe der Naht, eine seitliche auf der Scheibe und eine am
Seitenrand, letztere etwas vor den beiden anderen gelegen, drei postmediane,
eine schief hinter der anderen gelegen, drei preapikale, deren innere und
deren äußere sich nach rückwärts fortsetzen und sich dann vor dem Apikal-
ende vereinigen. Körperunterseite fein weißlich tomentiert. Große ockergelbe
Flecken auf den Seitenteilen der Sterna und am Unterrand der Halsschild-
seitenteile. Das erste Abdominalsegment am Hinterrand ockergelb gefranst.
Je eine gelbliche Makel auf des Seiten des dritten und des vierten Segmen-
tes. Tarsen fein weißlich tomentiert. Fühler vom dritten Glied ab rotbraun
tomentiert.
Länge: 12-13 mm; Breite: 4°/s-5 mm.
Von Schwarzer nach Stücken von Luzon: Innugan beschrieben.
7. quatuordecimmaculata Breun.
Aprophata quatuordecimmaculata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6,
p. 30.
Der eximia Newm. nahe stehend, aber der Kopf durchwegs dichter
punktiert, der Halsschild dicht und ziemlich fein punktiert und die Tomen-
tierung anders.
Schwarz, grünlich schimmernd, schwarz tomentiert, mit weißen Zeich-
nungen: eine Längsbinde auf der Stirn, die an ihren Enden etwas verbrei-
tert ist. Jederseits auf den Halsschildseitenteilen eine quere Vorderrand-
makel und eine untere Makel. Auf jeder Decke sieben Makeln: eine runde
knapp hinter der Basis neben dem Schildchen, eine halbmondförmige post-
basale auf der Scheibe, eine halbmondförmige postbasale am Seitenrand,
eine runde mediane neben der Naht, eine runde mediane am Seitenrand
und eine quere preapikale auf der Scheibe. Im Apikalfünftel der Decke die
Naht und der Seitenrand weiß tomentiert. Je eine große Makel auf den Sei-
ten des Pro-, des Meso- und des Metasternums; je eine kleine Makel am
Vorderrand der Metepisternen. Je eine kleine Seitenrandmakel auf dem
ersten Abdominalsegment. Die Segmente zwei bis fünf entlang ihrer Mitte,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 477
die Tarsen und die beiden Basaldrittel des vierten Fühlergliedes weiß to-
mentiert. Sonst die Fühler dunkelbraun tomentiert.
Länge: 13 mm; Breite: 4!/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Luzon: Cap Engano (Museum Stockholm)
beschrieben.
24. Pseudaprophata Breun.
Pseudaprophata Breuning, 1961, Bull. Mus. Hist. Nat., (2) XXXLJ, p. 539.
Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler mäßig fein, unterseits schütter
gefranst, das erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte länger als
das vierte oder das erste, das vierte viel länger als eines der weiteren Glie-
der. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen fein
facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breiter als hoch,
mit feinem Mittellängskamm. Halsschild quer, seitlich kaum verrundet, mit
zwei feinen Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und
einer rückwärtigen. Decken sehr lang, zylindrisch, stark gewölbt, kaum brei-
ter als der Halsschild, im Apikalviertel verschmälert, apikal verrundet. Kopf
nicht rückziehbar. Prosternum nach vorn verlängert. Prosternalfortsatz so
hoch wie die Wangen, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesoster-
nalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von
normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel gekeult.
Typ: newmanni Westw. Zwei Arten.
1. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. ....... newmanni Westw.
— Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen. ........ puncticornis Hell.
]. newmanni Westw.
Abryna newmanni Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 631, pl. XXV,
fig. 5.
Fühler den Beginn des apikalen Deckendrittels nicht überragend, die
vier ersten Glieder dicht und fein punktiert, das dritte etwas länger als das
vierte oder das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen.
Kopf sehr dicht und ziemlich grob punktiert. Halsschild außer auf einer
Mittellängsbinde und am Unterrand seiner Seitenteile dicht und fein punk-
tiert, auf den Seiten der Scheibe auch dicht quergerieft, die beiden Quer-
furchen seicht. Schildchen zweimal so breit wie lang, rückwärts abgerundet.
Decken in der vorderen Hälfte dicht und fein punktiert, noch feiner in der
rückwärtigen Hälfte und gegen die Naht zu. Die Seitenteile der Sterna und
der Abdominalsegmente, sowie die Schenkel und Schienen dicht und fein
punktiert.
Schwarz, glänzend, äußerst fein grau tomentiert.
Länge: 21 mm; Breite: 61/2 mm.
Von Westwood nach einem Stück von Luzon: Manilla beschrieben.
478 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
2. puncticornis Hell.
Aprophata puncticornis Heller, 1924, Deutsch. ent. Zs., p. 434.
Fühler merklich kürzer als der Körper, das erste Glied dicht und grob
punktiert, das dritte sehr wenig länger als das vierte, merklich länger als
das erste. Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf,
Halsschild und Decken gröber punktiert, die Seiten der Halsschildscheibe
gröber quergerieft, die beiden Querfurchen auf dem Halsschild tief und die
Tomentierung etwas anders.
Glänzend schwarz. Jeder Punkt der Körperoberseite und der Beine mit
winziger weißer Sete am Grund. Die Seitenteile des Halsschildes, der Seiten-
rand der Decken unterhalb der Schulterbeule, die Epipleuren und die Sei-
tenteile der Sterna weiß marmoriert. Der Apikalrand der Decken und der
Hinterrand des ersten Abdominalsegmentes weiß gefranst. Die Tarsen fein
weißlich tomentiert. Das einzige bekannte Stück ist wahrscheinlich teilweise
abgerieben. 2
Länge: 18'!/a mm; Breite: 6 mm.
Von Heller nach einem Stück von der Insel Panay beschrieben.
25. Pseudabryna Schultze
Pseudabryna Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D. p. 347.
Langgestreckt. Fühler fein, etwas kürzer als der Körper; das erste Glied
apikalwärts verdickt, das dritte etwas länger als das vierte oder als das erste.
Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen fein facet-
tiert, unterteilt. Stirn viel breiter als hoch. Halsschild etwas länger als breit,
zylindrisch, gewölbt, mit einer tiefen Querfurche vor der Basis. Decken lang,
stark gewölbt, merklich breiter als der Halsschild, im Apikaldrittel stark ver-
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternum nach vorn stark verlängert. Pro-
sternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternaltortsatz an
seinem Vorderrand abgerundet. Metasternum von normaler Länge. Beine
mäßig lang, die Schenkel gekeult.
Typ: luzonica Schultze. Zwei Arten.
l. Decken mit zwei weißen Querbinden ..........n.... luzonica Schultze
— Decken mit vier weißen Querbinden ............. hieroglyphica Schultze
1. Juzonica Schultze
Pseudabryna luzonica Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D, p. 347.
Stirn dicht und fein punktiert. Halsschild schütter und fein punktiert.
Decken verworren punktiert.
Schwarz, glänzend. Augen schmal weiß eingefaßt. Eine langovale weiß
liche Makel auf der Mitte der Stirn. Je eine runde weiße Makel am Vorder-
rand der Halsschildscheibe. Auf jeder Decke eine ovale postskutellare weiße
Nahtmakel, eine premediane weiße Querbinde und eine aus einer Anzahl
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 479
kleiner ovaler weißer Makeln zusammengesetzte postmediane Querbinde,
sowie im Apikalviertel vier nebeneinandergelagerte kurze weiße Längs-
linien. Der Apikalrand der Decke weiß gefranst. Die Seitenteile der Sterna
weiß tomentiert. Der Hinterrand des ersten Abdominalsegmentes weiß ge-
franst, das zweite und das vierte Tarsenglied weiß tomentiert. Das vierte
Fühlerglied außer basal weil tomentiert, die Glieder fünf bis elf fein grau
tomentiert.
Länge: 121/2 mm; Breite: 41/2 mm.
Von Schultze nach Stücken von Luzon: Benguet Mont Thomas beschrieben.
2. hieroglyphica Schultze
Pseudabryna hieroglyphica Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LII, p. 312, pl. I,
fig. 6.
Der luzonica Schultze nahe stehend, aber die Punktierung im Basal-
drittel der Decken, besonders hinter den Schultern, sehr regelmäßig; jede
Decke mit vier schmalen weißen Querbinden: eine postbasale, eine preme-
diane, diese beiden stark gewellt und miteinander entlang der Naht, ent-
lang der Scheibenmitte und entlang dem Seitenrand durch Längsstriche ver-
bunden, eine postmediane und eine preapikale, und mit zwei langgestreckten
weißen Scheibenmakeln vor dem Apikalende; die Schenkel weiß gefleckt,
das zweite und das vierte Tarsenglied nur teilweise weiß tomentiert.
Länge: 131/2 mm; Breite: 5 mm.
Von Schultze nach einem Stück von Luzon: Nueva Vizcaja, Bolete Paß be-
schrieben.
26. Abryna Newm.
Abryna Newman, 1842, Ent., I, p. 289.
Abryna Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 58, 81.
Abryna Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 521, 527.
Abryna Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agr. Hokk., XXXIV, p. 357.
Abryna Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20;
1951, Longic., II, p. 452.
Langgestreckt. Fühler mäßig dick, unterseits kurz gefranst; das erste
Glied mäßig lang, dünn an der Basis, das dritte länger als das vierte oder
das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen
grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breit, allmäh-
lich in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittellängskamm. Halsschild
quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet. Decken lang, ziemlich gewölbt, im
Apikalviertel stark verschmälert. Kopf nicht rückziehbar. Prosiernalfortsatz
wenig breit, niedriger als die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abge-
stutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, eine
ziemlich breite glatte Platte bildend. Metasternum von normaler Länge.
Beine ziemlich lang, die Schenkel dünn, nicht gekeult, die vorderen bei den
480 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
öö etwas verlängert, die Vordertarsen bei den $ & verbreitert und dicht
behaart.
Typ: coenosa Newm. Dreizehn Arten, die sich auf zwei Untergattungen
aufteilen.
1. Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte, die Decken von
den Schulter ab leicht verschmälert ............... Sg. Abryna Newm. s. s.
2. Das dritte Fühlerglied merklich länger als das vierte, die Decken
parallelen rs re Sg. Faustabryna Breun.
1. Sg. Abryna Newm. s. s.
l. Decken mit zwei Querbinden und dicht mit sehr kleinen weißlichen
Flecken übersät.........nnee nen OR 2:
— Decken niemals dicht mit kleinen weißlichen Flecken übersät ........... 6
2. Halsschildscheibe quergerieft ..................... buccinatrix Pasc.
— Halsschildscheibe nicht quergestreift .............222 2er 3.
3. Decken apikal abgerundet... 4.
— Decken apikal abgestutzt oder leicht ausgeschnitten .............. D
4. Wangen kaum länger als die unteren Augenloben ........ basalis Auriv.
— Wangen mehr als um die Hälfte länger als die unteren Augenloben
ziczac Hell.
9. Wangen zweimal so lang als die unteren Augenloben. ......................
regis-petri Paiva
— Wangen etwas länger als die unteren Augenloben grisescens Breun.
6. Jede Decke mit zwei hellen, voneinander völlig getrennten Quer-
binden: einer premedianen und einer postmedianen ............ 7.
— Decken mit undeutlichen, mehr weniger miteinander verfließenden
Querbinden- nn... en ee a RE 10.
7. Die Deckenzeichnungen sind rötlich... nee 8.
— die Deckenzeichnungen sind gelblich oder weißlich .......... 9,
8. Der obere seitliche Halsschildscheibenhöcker vortretend; Decken
apikal nur schwach ausgeschnitten ..............oo rubeta Pasc.
- Der obere seitliche Halsschildscheibenhöcker wenig vortretend,
Decken apikal ziemlich stark ausgeschnitten. ...... javanica Kriesche
9. Decken apikal abgerundet... loochooana Matsush.
— Decken apikalabsesutzr Ur een coenosa Newm.
10: Stim’sehrfein punkuert 2. 2 re ee affınis Breun.
— Stirn ziemlich srob’punktert .........2 me obscura Schwarz.
2. Sg. Faustabryna Breun.
1. Körperoberseite ohne Zeichnungen... fausta Newm.
— Körperoberseite mit zahlreichen weißen Makeln übersät ..............
metallica Breun.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 481
1. Sg. Abryna Newm. s. s.
Abryna Newman, 1842, Ent., I, p. 289.
Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte, die Decken von den
Schultern ab leicht verschmälert.
Typ: coenosa Newm.
l. coenosa Newm.
Abryna coenosa Newman, 1842, Ent., I, p. 289.
Abryna coenosa Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 628, pl. XXV,
fig. 3 a,b.
Fühler so lang (5) oder etwas kürzer (7) als der Körper, das erste Glied
stark gekeult, sehr fein punktiert, merklich kürzer als das dritte. Wangen
mehr als um die Hälfte länger als die unteren Augenloben. Kopf sehr dicht
und eher grob punktiert. Halsschild sehr dicht punktiert und gekörnt, un-
regelmäßig gerunzelt, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und
einer rückwärtigen, je einer stumpfen oberen seitlichen Scheibenbeule am
Ende des vorderen Viertels und je einem schmalem und spitzigem, unteren
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen sehr breit, apikal verrundet.
Decken apikal leicht schief abgestutzt (die Randecke vortretend), basal dicht
und grob punktiert, danach immer feiner und schütterer punktiert bis auf
einzelne grobe unregelmäßig verteilte Punkte; im Apikaldrittel jeder Decke
ist ein Nahtstreif ausgebildet.
Schwarz, braungelb und weißlichgrau marmoriert, diese Marmorierung
besonders dicht auf der Körperunterseite und auf den Decken, wo sie zwei
Querbinden bildet: eine am Ende des Basalviertels und eine zickzackförmige
postmediane, die beide stellenweise dunkelbraun eingefaßt werden; auf der
äußersten Deckenbasis ist die Marmorierung ebenfalls sehr dicht. Die drei
ersten Fühlerglieder braungelb und weißlichgrau marmoriert, das dritte bis
elfte Glied apikal in zunehmendem Ausmaß strohgelb tomentiert.
Länge: 19-24 mm; Breite: 6'/2-8 mm.
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Montalban
(coll. Itzinger -— Museum Frey), Los Banos (Museum Dresden); Insel
Formosa? (Matsushita).
m. superba Pic
Abryna superba Pic, 1932, Echange, XLVII, p. 24.
Wie die Stammform, aber größer, der Halsschild feiner punktiert und
feiner gerunzelt, die Decken etwas feiner punktiert, apikal sehr leicht aus-
geschnitten.
Länge: 28 mm; Breite: 10 mm.
Von Pic nach einem Stück von Formosa beschrieben.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 3l
482 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
3. loochooana Matsush.
Abryna coenosa Newm. ssp. loochooana Matsushita, 1933, Ins. Matsumur., VII,
p. 108.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die Decken fast ganz regel-
mäßig apikal verrundet und gleichzeitig feiner tomentiert.
Von Matsushita nach Stücken von den Inseln Loochoo: Okinawa beschrieben.
3. ziezac Hell.
Abryna ziczac Heller, 1925, Ent. Mitteil., XIII, p. 201, pl. II, fig. 14.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber der Halsschild nicht gerunzelt,
der Kopf und der Halsschild fein punktiert, die Decken etwas weniger grob
punktiert, apikal verrundet, die Marmorierung des Körpers heller, durch-
wegs weißlichgrau, die beiden Deckenbinden mehr zusammenhängend, die
zweite Binde etwas schmäler; überdies die Decken mit zahlreichen sehr
kleinen weißlichen Flecken übersät.
Von Heller nach einem Stück von der Insel Sibuyan (Museum Dresden)
beschrieben.
4. rubeta Pasc. (Abb. 1, Fig. 8)
Abryna rubeta Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 84.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die seitliche obere Halsschild-
scheibenbeule stärker vortretend, die Punktierung der ganzen Körperober-
seite etwas gröber, die Decken apikal leicht ausgeschnitten; die Marmorie-
rung des Körpers ockergelb-rötlich.
Von Pascoe nach Stücken von Borneo beschrieben. — Mont Kinabalu (Fisher),
Pontianak (coll. Lepesme).
5. obscura Schwarz.
Abryna obscura Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 65.
Abryna subuniformis Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIII, p. 30.
Abryna coenosa obscura Hirayama, 1940, Ins. Tab., pl. XL, fig. 7.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied weniger
gekeult, die Punktierung der Körperoberseite etwas gröber, die Decken api-
kal schwach ausgeschnitten; die Marmorierung des Körpers ockergelb-röt-
lich, die beiden Deckenbinden viel weniger auffallend, der Raum zwischen
ihnen ebenfalls dicht ockergelb marmoriert.
Länge: 19-21 mm; Breite: 6-7 mm.
Von Schwarzer nach Stücken von Formosa: Teihorin beschrieben. — Tonkin:
Songhai, Tuyen-Quang (Museum Paris), Hanoi (coll. Pic). Subuniformis
Pic ist ein Synonym.
ssp. oshimensis Breun.
Abryna obscura Schwarz. ssp. oshimesis Breuning, 1955, Bull. Soc. ent. Fr., LX,
p- 64.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 483
Wie die Stammform, aber die Stirn und der Halsschild feiner punktiert,
die obere seitliche Scheibenbeule des Halsschildes schmäler, und die Fühler-
glieder fünf bis elf basal breiter hell geringelt.
Inseln Riou-Kiou: Insel Oshima (Museum Paris).
6. affinis Breun.
Abryna affınis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 236.
Der obscura Schwarz sehr nahe stehend, bloß von etwas kürzerer Ge-
stalt, das erste Fühlerglied basal dünner, die Stirn, der Halsschild und die
Decken feiner punktiert.
Von mir nach einem Stück von den Philippinen (British Museum) be-
schrieben.
7. javanica Kriesche
Abryna javanica Kriesche, 1924, Deutsch ent. Zs., p. 353.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber der Halsschild zur Basis zu
weniger verengt, die Decken apikal stärker ausgeschnitten, die Schultern
etwas mehr vortretend, die Punktierung der ganzen Körperoberseite etwas
gröber, die Marmorierung des Körpers ockergelb-rötlich.
Von Kriesche nach Stücken von Java beschrieben.
8. regis-petri Paiva
Abryna regis-petri Paiva, 1860, Descr. de deux Ins. Col., p. 5, pl. I, fig. 1; Ann.
Mag. Nat. Hist., (3) VI, p. 360.
Abryna regis-petri Lacordaire, 1872, Gen. Cd., IX, pl. CI, fig. 3.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die Wangen zweimal so lang
wie die unteren Augenloben, der Scheitel schütterer und feiner punktiert,
die Halsschildscheibe und die Decken viel schütterer punktiert, die Decken
apikalwärts etwas weniger verschmälert; die Marmorierung des Körpers
heller, eher weißlich, die Decken mit sehr zahlreichen sehr kleinen weiß-
lichen Flecken übersät, die postmediane Querbinde viel weniger zickzackför-
mig verlaufend.
Von Paiva nach Stücken aus Cambodja beschrieben. — Birma: Monts Carin,
Pynchaung Res. (Britiih Museum und Museum Dehra Dun); Halbinsel
Malakka: Perak (Museum Brüssel); Laos (coll. Itzinger - Museum Frey).
9. buccinatrix Pasc.
Abryna buccinator Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 84.
Der regis-petri Paiva sehr nahe stehend, aber länger und schmäler, die
Halsschildscheibe fein quergerieft und die Decken dichter punktiert.
Von Pascoe nach Stücken von Sumatra beschrieben.
\
484 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
10. grisescens Breun.
Abryna grisescens Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 236.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas
kürzer als die Wangen, die Decken apikal stärker abgestutzt (die Randecke
in einen kurzen Dorn ausgezogen); die Marmorierung des Körpers heller,
weißlich, die Deckenquerbinden breiter und weniger deutlich; überdies
die Decken mit zahlreichen sehr kleinen, weißlichen Flecken übersät.
Länge: 18 mm; Breite: 61/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Luzon: Bagnio, Benguet (Museum Stock-
holm) beschrieben.
11. basalis Auriv.
Abryna basalis Aurivillius, 1908, Deutsch. ent. Zs., p. 221.
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber kleiner, die unteren Augenlo-
ben kaum so lang wie die Wangen, der Halsschild nicht gerieft, schütter und
ziemlich fein punktiert, mit feinem Mittellängskamm, die Decken etwas
weniger grob punktiert, apikal abgerundet, die Tomentierung etwas ab-
weichend.
Dunkelbraun, graugelb tomentiert, eher gelb auf der Stirn, dem Hals-
schild und dem Schildchen; die Seitenteile des Schildchens nackt. Decken
braun tomentiert und mit sehr kleinen, weißlichen Flecken übersät; auf jeder
eine weißliche, von der Schulter zur Naht reichende Querbinde und eine
wenig deutliche postmediane gewellte weißliche Querlinie.
Länge: 15 mm; Breite: 51/2 mm.
Von Aurivillius nach einem Stück von den Solomons. Inseln: Tailagi be-
schrieben. Ich kenne diese Art nicht und bezweifle die Richtigkeit der
Fundortangabe.
2. Sg. Faustabryna Breun.
Abryna Sg. Faustabryna Breuning, 1961, Bull. Mus. Hist. Nat., (2) XXXIJ, p. 539.
Das dritte Fühlerglied merklich länger als das vierte, die Decken sehr
lang, parallel.
Typ: fausta Newm.
12. fausta Newm.
Abryna fausta Newman, 1842, Ent., I, p. 289.
Abryna fausta Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 628, pl. XXV, fig. 4.
Fühler viel kürzer als der Körper; das erste Glied mäßig lang, dünn,
dicht und fein punktiert, merklich kürzer als das dritte. Die unteren Augen-
loben etwas länger als die Wangen. Stirn und Wangen dicht und wenig fein
punktiert, der Scheitel schütter und äußerst fein punktiert. Halsschild zwei-
mal so breit wie lang, wenig dicht und ziemlich grob punktiert und mit
feinen Punkten untermischt, im Mittelteil nicht punktiert, mit zwei feinen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 485
Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und einer rück-
wärtigen, je einem konischen oberen Scheibenseitenhöcker und je einem
kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen mehr als
zweimal so breit wie lang, apikal verrundet. Decken etwas breiter als der
Halsschild, apikal verrundet, mäßig dicht und ziemlich grob punktiert, die
Punkte nahtwärts und apikalwärts feiner.
Metallisch blau violett, glänzend, ohne Zeichnungen; das erste und das
letzte Abdominalsegment am Hinterrand gelblich gefranst.
Länge: 20 mm; Breite: 7 mm.
Von Newman nach einem Stück von den Philippinen beschrieben.
13. metallica Breun.
Abryna metallica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239.
Der fausta Newm. nahe stehend, aber der obere seitliche Halsschild-
scheibenhöcker stumpfer und weniger vortretend und die Färbung ab-
weichend.
Metallisch blaugrün, die Körperoberseite weiß gesprenkelt und mit
weißen Zeichnungen: je eine langgestreckte Makel auf der Mitte der Stirn,
je eine Makel auf der Wange und je eine hinter dem Auge. Halsschild mit je
zwei Scheibenmakeln, einer vorderen und einer rückwärtigen und mit eini-
gen Flecken auf den Seitenteilen. Auf jeder Decke zehn ziemlich große
weiße Makeln: eine postskutellare an der Naht, eine posthumerale auf der
Scheibe, zwei am Ende des Basaldrittels, eine davon auf der Scheibe, die
andere am Seitenrand, eine quere postmediane auf der Scheibe, drei am
Beginn des Apikalviertels, eine am Seitenrand und zwei auf der Scheibe,
eine preapikale nahe der Naht und eine knapp vor dem Apikalende. Körper-
unterseite und Beine dicht mit kleinen weißen Flecken übersät. Mittel- und
Hinterschienen dicht rotbraun gefranst. Tarsen weißlich tomentiert. Das
erste Fühlerglied schwarz, die weiteren rotbraun, fein weißlich tomentiert.
Länge: 20 mm; Breite: 7 mm.
Von mir nach einem Stück von der Insel Leyte (British Museum) beschrieben.
27. Pseudodoliops Schultze
Pseudodoliops Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 315.
Langgestreckt. Fühler mäßig dick, die Glieder drei bis fünf unterseits
gefranst; das erste Glied mäßig lang, leicht gekeult, das dritte länger als
das vierte oder das erste. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen grob facet-
tiert, stark ausgeschnitten, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch.
Halsschild quer, seitlich verrundet, mit vier geraden und tiefen Querfurchen,
zwei vorderen und zwei rückwärtigen. Decken lang, stark gewölbt, apikal
verrundet, dicht mit sehr kurzen, schief abstehenden Haaren besetzt. Kopf
486 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Meso-
sternalfortsatz zum Vorderrand allmählich geneigt. Metasternum von nor-
maler Länge. Beine ziemlich lang, die Schenkel gestielt.
Typ: elegans Hell. Zwei Arten.
1. Halsschild mit zwei runden hellen Makeln ...................... elegans Hell.
— Halsschild ohne solche Makeln .........eeeusce. griseus Breun.
1. elegans Hell.
Diatylus elegans Heller, 1916, Deutsch. ent. Zs., p. 310.
Die Fühler den Beginn des Apikaldrittels (ö) oder die Deckenmitte (®)
erreichend, das dritte Glied etwas länger als das vierte, merklich länger als
das erste. Die unteren Augenloben mehr als zweimal so lang wie die Wan-
gen. Stirn schütter und fein punktiert, der Mittelteil des Halsschildes dicht
und fein punktiert. Schildchen halbrund. Decken basal fein gekörnt, dann
dicht und fein punktiert, die Punkte schütterer im Apikalteil.
Schwarz, mit fleischfarbenen Zeichnungen: eine Mittellängsbinde auf
dem Kopf. Je eine Binde auf der Wange. Je eine runde Makel auf dem Hals-
schild. Auf jeder Decke eine breite, premediane, nahtwärts stark verschmä-
lerte und die Naht nur mit ihrem Vorderrand berührende Querbinde, eine
sehr schmale, postmediane, stellenweise fast unterbrochene Querbinde und
eine große, die Naht nicht erreichende Apikalmakel. Schildchen durchwegs
fleischfarben tomentiert. Eine ebenso gefärbte Marmorierung auf den Mete-
pisternen außer an ihrem Vorderrand und auf dem Abdomen.
Länge: 9-10 mm; Breite: 31/3-4 mm.
Von Heller nach einem Stück von der Insel Mindanao: Dapitan beschrieben.
m. schwarzeri Schultze
Pseudodoliops schwarzeri Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 315, pl. I, fig. 8.
Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen weiß und die premediane
Deckenbinde schmal.
Insel Mindanao: Zamboanga (Schultze).
2. griseus Breun.
Pseudodoliops griseus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237.
Dem elegans Hell. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied merklich
länger als das vierte, um drei Viertel länger als das erste und die Tomen-
tierung anders.
Schwarz, leicht blau schimmernd, weißlichgrau tomentiert. Auf jeder
Decke eine schmale, premediane, die Naht nicht erreichende, weiße Quer-
binde. Die Tomentierung sehr fein auf den Beinen und den drei ersten Füh-
lergliedern, das Apikaldrittel des dritten Fühlergliedes schwärzlich, die wei-
teren Glieder dunkelbraun, die beiden basalen Drittel des vierten Gliedes
weiß tomentiert.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 487
Länge: 9 mm; Breite: 3?/s3 mm.
Von mir nach einem Stück von Luzon: Paete (Museum Hamburg) be-
schrieben.
28. Marmylaris Pasc.
Marmylaris Pascoe, 1866, Journ. linn. Soc. Lond., IX, p. 89.
Marmylaris Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agric. Hokk., XXXIV, p. 357.
Marmylaris Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20;
1951, Longic., II, p. 452.
Langgestreckt, gedrungen. Fühler mäßig dick, etwas länger (ö) oder
viel kürzer (?) als der Körper, unterseits dicht und kurz gefranst; das erste
Glied mäßig lang, das dritte etwas länger als das vierte, viel länger als das
erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend. Augen grob
facettiert, unterteilt. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, kurz, zylindrisch,
seitlich sehr leicht verrundet mit wenig deutlichen Querfurchen nahe dem
Vorder- und dem Hinterrand. Decken lang, stark gewölbt, miteinander
verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften,
verrundet. Mesosternalfortsatz schmal, nach vorn allmählich geneigt. Meta-
sternum sehr kurz. Flügel atrophiert. Beine mäßig lang, kräftig.
Typ: buckleyi Pasc. Zwei Arten.
1. Decken weiß tomentiert ........eeneuee buckleyi Pasc.
— Decken rotbraun tomentiert ......eueeeeee truncatipennis Breun.
1. buckleyi Pasc.
Hathlia buckleyi Pascoe, 1857, Trans. ent. Soc. Lond., (2) IV, p. 107.
Marmylaris buckleyi Aurivillius, 1891, Ent. Tidskr., XII, p. 106, fig. 6.
Das erste Fühlerglied mäßig dick. Die unteren Augenloben quer, merk-
lich kürzer als die Wangen. Hinterkopf ziemlich dicht und grob punktiert.
Stirn und Wangen wenig dicht und fein punktiert. Kopf verdickt. Halsschild
dicht und fein punktiert. Schildchen dreieckig, mehr als zweimal so breit wie
lang. Decken durchwegs dicht und grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die
Nahtecke kaum angedeutet), die Randecke in einen ziemlich langen und
breiten, einwärts gebogenen Lappen ausgezogen.
Schwarz, weiß tomentiert, eher ockergelb auf der Stirn und der Hals-
schildscheibe. Decken mit sehr kleinen schwarzen Flecken übersät erschei-
nend, da die Punkte nicht tomentiert sind; dagegen auf jeder Decke eine
ziemlich breite, dem Seitenrand genäherte Längsbinde in den drei vorderen
Vierteln, auf welcher die Punkte von der weißen Tomentierung verdeckt
sind und häufig auch eine langovale dicht weiß tomentierte Makel auf der
Basismitte. Das Apikalende des dritten Fühlergliedes und die Glieder vier
bis elf schwärzlich tomentiert.
488 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
Länge: 17-18 mm; Breite: 4-5 mm.
Von Pascoe nach Stücken aus Nord-Indien beschrieben. — Assam (British
Museum); Formosa? (Matsushita).
2. truncatipennis Breun.
Marmylaris truncatipennis Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 140.
Dem buckleyi Pasc. nahe stehend, aber der Kopf weniger verdickt, das
erste Fühlerglied weniger dick, die Wangen um die Hälfte länger als die
unteren Augenloben, der Kopf und der Halsschild sehr dicht und fein punk-
tiert, die Punkte auf der Halsschildscheibe stellenweise zu Runzeln verflie-
Bend, die Decken apikal schief abgestutzt (die Randecke vortretend, aber
verrundet), durchwegs sehr dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte
stellenweise zu Runzeln verfließend, die Schienen mit abstehenden Haaren
besetzt und die Tomentierung abweichend.
Dunkelrot, rotbraun tomentiert. Jederseits auf der Halsschildscheibe
eine schmale, ockergelbe in der rückwärtigen Hälfte deutlicher ausgebildete
und etwas über die Deckenbasis nach rückwärts übergreifende, Längsbinde.
Die Seitenteile des Mesosternums ockergelb tomentiert. Das letzte Abdo-
ıninalsegment dunkelbraun tomentiert.
Länge: 91/2 mm; Breite: 3 mm.
Von mir nach einem Stück von Sikkim: Darjeeling, Gopaldhara, Rangbong
Valley (British Museum) beschrieben.
29. Dasyerrus Pasc.
Dasyerrus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 224.
Dasyerrus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 275.
Langgestreckt, gedrungen. Fühler mäßig fein, kaum so lang (ö) oder
merklich kürzer (?) als der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied
mäßig lang, wenig dick, das zweite Glied verhältnismäßig lang, das dritte
etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste. Fühlerhöcker nicht
vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn
vie] breiter als hoch. Halsschild kurz, leicht quer (&) oder stark quer (?),
gewölbt, seitlich leicht verrundet, mit zwei deutlichen feinen Querfurchen,
einer vorderen und einer rückwärtigen. Decken lang, stark gewölbt, kaum
breiter als der Halsschild, in ihrem Mittelteil leicht verbreitert, apikal ver-
rundet und miteinander verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz
so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Meso-
sternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum
kurz. Flügel atrophiert. Beine wenig lang, kräftig, die Schenkel gekeult.
Durchwegs mit langen abstehenden Haaren besetzt.
Typ: pilosus Pasc. Eine Art.
/ Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 489
1. pilosus Pasc.
Dasyerrus pilosus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 224, pl. X, fig. 8.
Dasyerrus pilosus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 275.
Die Wangen um drei Viertel länger als die unteren Augenloben. Kopf
und Halsschild dicht und ziemlich grob punktiert, nur der Hinterkopf sehr
fein punktiert. Schildchen kurz, sehr breit, apikal verrundet. Decken durch-
wegs dicht und fein punktiert.
Dunkelrotbraun, hellrotbraun tomentiert. Tarsen grau tomentiert.
Länge: 9-11 mm; Breite: 3-4 mm.
Von Pascoe nach Stücken von der Insel Flores und von Timor beschrieben. —
Insel Alor (coll. Lepesme).
30. Brachyelasma Breun.
Brachyelasma Breuning, 1958, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXIV, no. 22, p. 19.
Langoval. Fühler ziemlich dick, etwas kürzer als der Körper, die vier
ersten Glieder unterseits sehr kurz gefranst, die weiteren Glieder länger ge-
franst; das erste Glied kurz und dick, das dritte etwas länger als das vierte,
viel länger als das erste, das vierte zweimal so lang wie das fünfte, das elfte
apikal zugespitzt. Fühlerhöcker mäßig vortretend. Augen ziemlich fein facet-
tiert, unterteilt, die unteren Loben klein, quer. Stirn so hoch wie breit. Hals-
schild schwach quer, stark gewölbt, gegen den Vorderrand zu leicht ver-
schmälert, mit einer feinen Querfurche vor der Basis, je einem kleinen unte-
ren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einer großen premedianen
stumpfen aber hohen Scheibenbeule. Decken lang, stark gewölbt, etwas
breiter als der Halsschild, apikal schmal, leicht ausgeschnitten, am breitesten
am Beginn des Apikaldrittels. Auf jeder Decke drei kurze und hohe Längs-
kämme: ein postbasaler auf der Scheibe, einer am Beginn des Apikaldrittels
nahe der Naht und ein postbasaler, etwas niedriger als die anderen, am
Außenrand des ersten gelegen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz so hoch
wie die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand ab-
gerundet. Metasternum kurz, die Flügel aber gut entwickelt. Beine mäßig
lang, kräftig, die Schenkel leicht gekeult.
Typ: mindanaonis Breun. Eine Art.
1. mindanaonis Breun.
Brachyelasma mindanaonis Breuning, 1958, Bull. Inst. roy. Sc. Nat. Belg., XXXIV,
10:22, p.. 19, fig. 4.
Das erste Fühlerglied dicht und fein punktiert und gekörnt. Wangen
um die Hälfte länger als die unteren Augenloben. Kopf schütter und fein
punktiert und gekörnt. Halsschild dicht und grob punktiert und gekörnt, auf
den Scheibenbeulen grob gekörnt. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken
490 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
dicht gekörnt, sehr grob auf den Schultern und den drei Längskämmen, ein-
zelne dieser Körner, besonders zwischen dem inneren postbasalen Längs-
kamm und dem postmedianen Längskamm zu Dornen entwickelt. Beine
ziemlich dicht und fein punktiert.
Schwarz, hellbraun tomentiert. Das Schildchen und das Apikaldrittel
der Decken, die Tarsen, die zwei Apikaldrittel des dritten Fühlergliedes und
das Apikaldrittel des vierten Fühlergliedes, dunkler braun tomentiert.
Länge: 13 mm; Breite: 8 mm.
Von mir nach einem Stück von der Insel Mindanao: Lindabon (Museum
Brüssel) beschrieben.
31. Pseudale Schwarz.
Pseudale Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 67.
Langoval. Fühler fein. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, aber
vortretend. Augen unterteilt, die unteren Loben klein, schief gelagert.
Halsschild quer, seitlich leicht verrundet. Decken langoval, stark gewölbt,
apikal abgestutzt; auf jeder Decke ein großer langgestreckter postbasaler
Scheibenhöcker und im Mittelteil drei feine Scheibenlängskämme. Proster-
nalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz nach
vorn leicht geneigt. Metasternum sehr kurz. Beine ziemlich dünn.
Typ: fasciata Schwarz. Eine Art.
1. fasciata Schwarz.
Pseudale fasciata Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 67.
Die ganze Oberseite sehr grob punktiert, die Punkte bloß auf den
Decken apikalwärts feiner werdend.
Dunkelbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine weißliche, etwas hinter
der Mitte gelegene, seitwärts breiter werdende und am Seitenrand nach
rückwärts gebogene Querbinde. Unterseite grau tomentiert, der Hinterrand
der Abdominalsegmente gelb gefranst. Fühlerglieder grau marmoriert.
Länge: 9 mm.
Von Schwarzer nach einem Stück von Formosa: Tokoshu beschrieben. — Ich
kenne diese Art nur nach der Beschreibung.
32. Niphosoma Breun.
Niphosoma Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 29.
Langoval. Fühler fein, viel kürzer als der Körper, unterseits nicht ge-
franst; das erste Glied wenig lang und ziemlich dünn, das dritte merklich
länger als das vierte, etwas länger als das erste, das vierte viel länger als
eines der weiteren Glieder. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen ziemlich
fein facettiert, unterteilt, die oberen Loben weit voneinander getrennt blei-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 491
bend, die unteren Loben klein und quer. Stirn groß, breiter als hoch, ge-
wölbt. Hinterkopf stark gewölbt. Halsschild gewölbt, seitlich leicht verrun-
det, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und einer rückwärtigen.
Decken langoval, stark gewölbt, basal kaum breiter als der Halsschild, im
Mittelteil am breitesten, danach ziemlich stark verschmälert, apikal verrun-
det, verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal, etwas niedri-
ger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand
verrundet. Metasternum kurz. Flügel atrophiert. Beine wenig lang, die
Schenkel gekeult.
Typ: compacta Breun. Zwei Arten.
1. Die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die Wangen; Decken
ohne weiße Scheibenmakeln ............uouueeeee compacta Breun.
— Die unteren Augenloben nur etwas länger als die Wangen; Decken mit
kleinen weißen postmedianen Scheibenmakeln ............ sikkimensis Breun.
l. compacta Breun.
Niphosoma compacta Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 30.
Die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die Wangen. Stirn
ziemlich dicht punktiert. Scheitel und Halsschild sehr dicht und sehr fein
punktiert, die Punkte apikalwärts sehr fein werdend.
Rot, fein gelblich, goldglänzend tomentiert. Halsschildscheibe mit je
einer wenig deutlichen, weißlichen Basalmakel. Auf jeder Decke eine wenig
breite, weißliche Seitenrandlängsbinde.
Länge: 6!/z mm; Breite: 21/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Indien: Madras Prov., Ramadroog, 600 bis
1000 m alt. (coll. Lepesme) beschrieben.
2. sikkimensis Breun.
Niphosoma sikkimensis Breuning, 1957, Ent. Arb. Mus. Frey, VIII, p. 276.
Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf dicht und
sehr fein punktiert. Halsschild fast so lang wie breit, sehr dicht und ziemlich
fein punktiert. Decken in den beiden vorderen Dritteln dicht und grob punk-
tiert, im Apikaldrittel sehr dicht und fein punktiert und in der Apikalhälfte
mit einigen leicht erhabenen Scheibenlängslinien.
Dunkelrot, gelbbraun tomentiert. Halsschildscheibe mit je einer sehr
schmalen, hellgelben Längsbinde. Auf jeder Decke eine hellgelbe Basal-
makel, die die Halsschildbinde fortsetzt und drei kleine postmediane weiße
Scheibenmakeln, die in Form einer schief von der Naht zum Seitenrand ab-
steigenden Binde gelagert sind.
Länge: 8 mm; Breite: 21/2 mm.
Von mir nach einem Stück von Indien: Sikkim, Kurseong (Museum Frey)
beschrieben.
492 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.)
33. Pseudoparmena Breun.
Pseudoparmena Breuning, 1956, Bonn. Zool. Beitr., I-IIV/7, p. 235.
Langgestreckt. Fühler ziemlich fein, etwas länger als der Körper (6)
oder kaum so lang (P), unterseits wenig dicht und kurz gefranst; das erste
Glied ziemlich lang, wenig dick, das dritte etwas länger als das vierte oder
das erste, die Glieder vom fünften ab ziemlich kurz, die Glieder 5 bis 11 zu-
sammengenommen kaum so lang wie die ersten vier Glieder zusammen-
genommen. Fühlerhöcker mäßig hoch. Augen fein facettiert, stark ausge-
schnitten. Halsschild leicht quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet, mit vier
feinen, geraden Querfurchen, zwei nahe am Vorderrand, zwei nahe der
Basis. Decken lang, stark gewölbt, nur etwas breiter als der Halsschild, am
breitesten etwas hinter der Mitte, apikal schmal, sehr schwach abgestutzt,
die Schultern schwach ausgebildet. Flügel teilweise rückgebildet. Kopf rück-
ziehbar. Prosternalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, verrundet.
Mesosternalfortsatz mäßig breit, vorn verrundet. Metasternum sehr kurz.
Beine mäßig lang, Schenkel leicht gekeult.
Typ: borchmanni Breun. Eine Art.
1. borchmanni Breun.
Pseudoparmena borchmanni Breuning, 1956, Bonn. Zool. Beitr., I-IIV/7, p. 235.
Wangen zweimal so lang wie die unteren Augenloben. Kopf und Hals-
schild nicht punktiert. Schildchen halbrund. Decken ziemlich dicht und fein
punktiert, in der vorderen Nahthälfte dichter und gröber als sonst; auf der
rückwärtigen Hälfte mit je drei leicht erhabenen Scheibenlängslinien.
Dunkelbraun, hell gelbgrau tomentiert. Halsschild mit kleinen runden
braunen Flecken übersät. Auf jeder Decke das Apikalviertel und eine breite
premediane Querbinde ziemlich dunkelbraun tomentiert. Die Apikalhälfte
der Fühlerglieder vom fünften ab fast ohne Pubescenz.
Länge: 7!/a-8 mm; Breite: 2!/a-3 mm.
Von mir nach Stücken aus China: Prov. Fokien, Kuatun (Museum Bonn)
beschrieben.
34. Pterolamia Breun.
Pterolamia Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 128.
Langoval. Fühler mäßig dick, unterseits kurz gefranst, merklich kürzer
als der Körper; das erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte so
lang wie das vierte, kaum länger als das erste. Fühlerhöcker nicht vortre-
tend. Augen grob facettiert, unterteilt. Stirn viel breiter als hoch. Scheitel
leicht vertieft. Halsschild quer, seitlich stark verrundet, mit je einem kleinen
Scheibenhöcker. Decken langoval, stark gewölbt, basal kaum breiter als der
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 493
Halsschild, apikal verrundet, mit Haarfascikeln besetzt. Kopf rückziehbar.
Prosternalfortsatz schmal, niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternal-
fortsatz zum Vorderrand zu allmählich geneigt. Metasternum kurz. Flügel
atrophiert. Beine mäßig lang, die Schenkel gekeult. Durchwegs mit gelb-
lichen, abstehenden Haaren besetzt.
Type: strandi Breun. Eine Art.
1. strandi Breun.
Pterolamia strandi Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 128.
Wangen zweimal so lang wie die unteren Augenloben. Kopf und Hals-
schild dicht und fein punktiert. Schildchen kurz, sehr breit, apikal abgerun-
det. Decken in der vorderen Hälfte dicht und grob punktiert, in der rück-
wärtigen Hälfte dicht und fein punktiert. Auf jeder Decke zwei langovale
kleine Scheibenbeulen, eine postbasale und eine postmediane, jede von einem
großen schwarzen Haarfascikel überlagert, und eine leicht erhabene Längs-
linie seitlich dieser Beulen. Die Seitenteile der Sterna fein punktiert.
Braun, hellrotbraun tomentiert. Schildchen hellbraungelb tomentiert.
Auf jeder Decke eine große dunkelrotbraune Makel, die von der Schulter-
beule bis zum postbasalen Haarfascikel reicht und eine ziemlich breite dun-
kelrotbraune mittlere Querbinde, die sich seitwärts nach rückwärts biegt
ohne den Seitenrand zu berühren. Abdomen hellbraungelb tomentiert. Der
Basalteil und der Apikalteil der Fühlerglieder fünf bis elf hellgelb tomentiert.
Länge: 8 mm; Breite: 3'/a mm.
Von mir nach einem Stück ohne Fundortangabe (coll. Tippmann) be-
schrieben.
494 A. Jedli&ka: Neue Carabiden a. d. Sammilg. d. Mus. Frey (Col.)
Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey
in Tutzing (Col.)
Von A. Jedliöka, Prag-Bubene£.
(Mit 4 Abbildungen)
Bembidion (Peryphus) iranicum sp.n. (Abb. 1).
Kopf und Halsschild metallisch blaugrün, Flügeldecken vorne braun-
gelb, hinten gelbrot, hinter der Mitte mit pechbrauner Querbinde, welche
hinten bogenförmig ausgeschnitten und ziemlich scharf begrenzt ist, vorne
unbestimmt begrenzt verläuft längs des ersten Streifens bis zum Schildchen,
ganze Fühler und das vorletzte Palpenglied pechbraun, Schienen, Tarsen
und Knie gelbrot, Schenkel verdunkelt. Kopf mit ziemlich gewölbten Augen
und tiefen Stirnfurchen. Halsschild etwas breiter als der Kopf, etwas breiter
als lang, am Vorderrande wenig ausgeschnitten, an den Seiten nach vorn
deutlich gerundet, nach hinten ausgeschweift verengt, Basis gerade, etwas
schmäler als der Vorderrand, Fältchen in den Hinterecken deutlich, Basal-
grübchen tief, rundlich, ganze Basis grob punktiert. Flügeldecken länglich
oval, an den Seiten leicht gerundet, nach hinten leicht erweitert, drei innere
Streifen tief und deutlich punktiert, die äußeren Streifen aus Punktreihen
gebildet, der siebente Streifen nur fein angedeutet, die zwei ersten Streifen
reichen bis zur Spitze, die übrigen enden weit vor der Spitze. Am dritten
Streifen mit zwei Porenpunkten. Mikroskulptur: Kopfmitte und der ganze
Halsschild glatt, Hals isodiametrisch genetzt. Flügeldecken fein, fast isodia-
metrisch genetzt. Länge 4,5 mm. Iran: Schiras, ein Weibchen im Museum
Frey.
Pterostichus (Sbg. Trichotarsus nov.) pakistanus sp. n. (Abb. 2)
Tarsen auf der Oberseite fein behaart. Klauenglied unten mit Borsten.
Drittes Fühlerglied kahl. Episternen der Hinterbrust nur wenig länger als
vorne breit, nach hinten wenig verschmälert. Dritter Zwischenraum ohne
normale Punkte. (Sbg. Trichotarsus nov.)
Ganz schwarz, matt (Weibchen), nur die Palpenspitzen rötlich. Kopf mit
kleinen, wenig gewölbten Augen, nach hinten wenig verschmälert. Stirn-
furchen mäßig tief. Halsschild etwas breiter als der Kopf, nur wenig breiter
als lang. Vorderrand wenig ausgeschnitten mit stumpfen, etwas abgerun-
deten Vorderecken, mit größter Breite im vorderen Viertel, nach vorn gerun-
det, nach hinten geradlinig verengt, erst vor den rechteckigen Hinterecken
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 495
leicht ausgeschweift, Basis etwas schmäler als der Vorderrand, Scheibe nur
leicht gewölbt, fast flach, Basalgrübchen groß und flach, unpunktiert, Seiten-
randkehle etwas verflacht. Mittellinie fein, vollständig. Flügeldecken brei-
ter als der Halsschild, nach hinten erweitert, an den Seiten gerundet, Basal-
rand bildet mit dem Seitenrand einen stumpfen Winkel, an der Naht hinten
zugespitzt, Streifen mäßig tief, glatt, Zwischenräume sehr leicht gewölbt,
der dritte ohne Punkt, Scutellarstreifen lang, erster Streifen an der Basis mit
Porenpunkt. Unterseite unpunktiert. Mikroskulptur: Ganze Oberseite ziem-
lich grob isodiametrisch genetzt. Länge 16 mm. Pakistan: Mahagunass Pass,
drei Weibchen, Holotype und eine Paratype im Museum G. Frey, zweite
Paratype in meiner Sammlung. — Durch den flachen Halsschild mit flachenı
Basalgrübchen ohne irgendeine Wulst in den Hinterecken mit keiner mir
bekannten Art verwandt und durch die oben behaarten Tarsenglieder auf-
fallend und im System vielleicht am besten vor der Tapinopterus-Gruppe zu
stellen. - Wie Schatzmayer in seiner Tabelle der Pterostichus-Untergattun-
gen in Koi. Rundschau 1942. p. 46 angibt, kommen oben behaarte Tarsen-
glieder beim Eutrichopus canariensis Brull. und Trichopedius pantanellii
Fiori vor.
Platynus (Limodromus) wassulandi sp. n. Abb. 3.
Schwarz, glänzend. Kopf mit wenig vorragenden Augen und tiefen
breiten Stirnfurchen. Halsschild flach, deutlich breiter als der Kopf, etwas
breiter als lang, am Vorderrande flach ausgeschnitten mit abgerundeten
Vorderecken, an den Seiten nach vorn stark, nach hinten leicht gerundet ver-
engt, Basis breiter als der Vorderrand, an den Seiten leicht abgeschrägt,
Hinterecken sehr stumpf, leicht abgerundet, Basalgrübchen groß und flach,
unpunktiert, Seitenrandkehle breit, Mittellinie tief. Flügeldecken länglich
oval, nach hinten leicht erweitert, mit abgerundeten Schultern und Naht-
spitze, Streifen mäßig tief, undeutlich punktiert, Zwischenräume flach, der
496 A. Jedli£ka: Neue Carabiden a. d. Sammlg. d. Mus. Frey (Col.)
dritte mit drei Punkten, Scutellarsteifen mäßig lang, erster Streifen an der
Basis mit Porenpunkt, Episternen der Hinterbrust lang, Unterseite glatt.
Mikroskulptur: Kopf isodiametrisch, Halsschild in der Mitte und Flügel-
decken engmaschig genetzt. Länge 12 mm. China: Szetschuan: Wassuland,
ein Weibchen im Museum G. Frey.
Trichotichnus niger sp. n. Abb. 4
Ganz schwarz, glänzend, nur die Fühler, Palpen und Tarsen rötlich.
Kopf mit gewölbten Augen, und tiefen, grübchenförmigen, schräg gestell-
ten Stirnfurchen. Halsschild deutlich breiter als der Kopf, um ein Viertel
breiter als lang, leicht herzförmig, Vorderrand fast gerade mit etwas vor-
ragenden Vorderecken, mit größter Breite im vorderen Drittel, nach vorn
gerundet, nach hinten leicht ausgeschweift verengt, Hinterecken stumpf mit
sehr kleinen Zähnchen, Basis etwas schmäler als der Vorderrand, fein ge-
randet, der ganzen Länge nach fein punktiert, Basalgrübchen mäßig tief,
strichförmig, Seitenrandkehle sehr schmal, Mittellinie mäßig tief, Borste in
den Hinterecken fehlt. Flügeldecken etwas breiter als der Halsschild, an den
Seiten leicht gerundet, Basalrand bildet mit dem Seitenrand einen stumpfen
Winkel, Streifen mäßig tief, unpunktiert, Scutellarstreifen lang im zweiten
Zwischenraum, an der Basis mit Porenpunkt, Zwischenräume ganz flach, der
dritte ohne Porenpunkt. Unterseite glatt, Episternen der Hinterbrust sehr
lang und hinten schmal, Prosternalfortsatz ungerandet, letztes Abdominal-
segment jederseits mit zwei Borsten, Klauenglied unten mit Borsten. Mikro-
skulptur: Kopf und Halsschild sehr fein isodiametrisch genetzt, dazwischen
sehr fein punktuliert, Flügeldecken langmaschig genetzt. Länge 10 mm.
Korea: Soeul, ein Männchen im Museum G. Frey. — Von den zwei in Korea
vorkommenden Arten congruus Tsch. und corruscus Mor. durch die rein
schwarze Farbe der Oberseite, der Beine und die Halsschildform auffallend
abweichend und durch den Habitus noch dem Trich. chujoi Jedl. aus For-
mosa am ähnlichsten, aber diese Art hat auch die Beine und Fühler rotgelb.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 497
Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera
(Coleoptera: Chrysomelidae: Alticinae)
von Gerhard Scherer, Museum G. Frey
(mit 42 Abbildungen)
INHALT
Einleitung . . . RI RR BER u ee Er EG \: |
a ongsschlässel Be ee re TE Et
Gruppeneintellung‘ ; 2 bat. une. a RE nn ea an -AI8
Grupperl: (Monoplatini) . © u. u u en ea 499
Schlüssel zu den Abteilungen. . .. . 2. 2 2 m a a ne aan 90
Ja O1n E10 10V =: a ee u a Er er u Be ae a a ee
INbteilunee Bi len ee Eee ol
Abteilung C . . . . EA N Be le in a Ei mise
Diagnose von Meraaltica nov. gen... 2 2200 nn nen. 920
Diagnose von Meraaltica punctatan.sp. . . a er 92
Die Clark’schen Arten und ihre Stellung im Seen ee ae 52
Gruppe 2 (Oedionychmi) : 2 2. u u 0 nm Em a Mer 1002
4112 0,00 or ee N re > 7;
Eruppesiun FT. ee ee al 208)
Gruppema. en ee oil
EriippeBo Er u ca DE er a 5082
Gruppe ee Es ee 098
Iiteratupverzeichnis oe 2008
Inder an eh a m er ee EN
Hiermit übergebe ich einen Bestimmungsschlüssel der süd- und zentral-
amerikanischen Alticinen-Genera der Öffentlichkeit. Möge er sich als nütz-
lich erweisen, den Weg durch die Vielfalt dieser Genera zu finden. Zugleich
möge er dazu dienen, die zahlreichen Gattungen dieser Subfamilie zusam-
menfassend darzustellen. Leider gibt diese Publikation kein Bild der natür-
lichen Zusammengehörigkeit. Die Gattungsdiagnosen sind lediglich den süd-
und zentralamerikanischen Arten angepaßt und berücksichtigen nicht die
anderer Gebiete. Einzelne Genera sind der Bestimmung wegen mehrfach
aufgeführt. Lediglich das mir unbekannte, von Bechyn& 1960 beschriebene
Genus Ayalaia ist nicht berücksichtigt. Die Gattung Hemiglyptus G. Horn
wurde nicht aufgenommen; die unter diesem Genus im Junk-Schenkling-
Katalog, verzeichneten vier Arten aus Chile stehen jetzt in dem Genus Psi-
lapha Clark.
2
LO
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2
498 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Zu größtem Dank verpflichtet bin ich vor allem Herrn Dr. G. Frey,
durch dessen Hilfe es mir ermöglicht wurde, anläßlich eines mehrwöchent-
lichen Aufenthaltes in London, das reiche Material des Britischen Museums
(Nat. Hist.) zu studieren. Ohne diesen Londoner Aufenthalt wäre mir eine
vollkommene Übersicht der neotropischen Alticinen-Genera gar nicht mög-
lich gewesen. Mein aufrichtigster Dank sei ebenso an die Damen und Herren
des Britischen Museums (Nat. Hist.) beziehungsweise des Commonwealth
Institute of Entomology gerichtet. Vor allem sei recht herzlich gedankt Herrn
Dr. E. B. Britton, Fräulein C. M. F. von Hayek, den Herren J. Balfour-
Browne, G. E. Bryant, Pope und R. T. Thompson. Ganz besonders möchte
ich meinem lieben Kollegen Dr. B. J. Selman vom Commonwealth Institute
danken. Mein Dank gilt auch dem Direktor der Zoologischen Sammlung des
Bayerischen Staates Herrn Dr. W. Forster für so manche Hilfe als auch für
so manches fruchtbare Gespräch, den Damen Fräulein Dr. Gisela Mauer-
mayer und Fräulein Dr. Ina Leuthold für die Beschaffung teils schwer er-
reichbarer Literatur. Herrn E. Diller von der Zoologischen Sammlung des
Bayerischen Staates sei für die Anfertigung der Abbildung von Omototus
morosus CIk. herzlichst gedankt. Nicht zuletzt gilt mein Dank all denen hier
nicht genannten, die mir mit Rat und Tat beistanden.
Gruppeneinteilung
1 (12) Fühler elfgliedrig:
2 (5) Das Klauenglied der Hintertarsen ist mehr oder weniger kugelig
aufgetrieben (Abb. 1b):
Abb. 1: Rechtes Hinterbein von
a) Blepharida rhois Rog.,
b) Hypolampsis maculicollis (Jac.)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 499
3( 4 ) Die Elytren zieren neun durchgehende Punktreihen, die mar-
ginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt:
Gruppe 1 p. 499
(Monoplatini)
4 ( 3 ) Die Elytren sind nicht oder verworren punktiert:
Gruppe 2 p. 532
(Oedionychini)
5 ( 2 ) Das Klauenglied der Hintertarsen ist nicht kugelig aufgetrieben:
6 ( 7 ) Hintertibien vor dem Ende der Oberseite mit einem zum Teil
verrundeten Zahn, auf den eine bogige, kammartige, bewimperte
Ausrandung folgt (Abb. 1a):
Gruppe 3 p. 537
7 (6 ) Hintertibien ohne bewimperte Ausrandung:
8 ( 9 ) Die Augen sind stark nierenförmig ausgerandet (Abb. 21a):
Gruppe 4 p. 539
9 ( 8 ) Augen nicht oder nur mäßig ausgerandet (Abb. 21b):
10 (11) Vor der Basis des Halsschildes befindet sich ein Quereindruck:
Gruppe 5 p. 541
11 (10) Basis des Halsschildes ohne jeden Quereindruck:
Gruppe 6 p. 582
12 ( 1 ) Fühler zehngliedrig:
Gruppe 7 p. 598
Gruppe 1
MONOPLATINI
Die gemeinsamen Charakteristica der Monoplatini sind die geschlos-
senen vorderen Gelenkhöhlen, punktiert-gestreifte Flügeldecken und das
kugelig aufgetriebene Klauenglied der Hinterbeine.
Clark benutzte in seiner Monographie dieser Gruppe (Cat. Halt., I,
1860) zur Unterteilung in Genera die Form der Palpen. Da gerade die
Palpen der Variation sehr unterworfen sind, selbst einem Sexualdimorphis-
mus, und mit der Orthogenese wenig zu tun haben, wurde die Systematik
der Monoplatini so verwirrt, daß seit dem Erscheinen des Clark’schen Kata-
loges kaum mehr darüber gearbeitet werden konnte. Die Unbrauchbarkeit
der Palpen zur Unterteilung in systematische Einheiten zeigt sich schon
darin, daß Clark in ein und derselben Arbeit Arten in verschiedenen Genera
wiederholt beschrieb.
Weitere Unklarheit in die Systematik der Monoplatini brachte der Co-
leopterorum Catalogus von Junk-Schenkling (1940). Csiki legte — ohne das
500 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Material zu kennen — Genera mit solchen zusammen, in deren Diagnose auf
ein anderes Bezug genommen wurde. Da aber Clark die Palpen zur Unter-
scheidung herannahm, mußte die Verwirrung innerhalb der Monoplatini
noch größer werden.
Es war auf der Suche nach gemeinsamen Merkmalen für mich daher
manchmal sehr schwierig, aus der Anzahl der Arten diejenige Art als Geno-
typus zu wählen, auf die die Beschreibung Clarks einigermaßen zutrifft.
Innerhalb der Monoplatini finden sich jedoch schöne gekoppelte mor-
phologische Eigenschaften, die das Auseinanderhalten der Genera ermög-
lichen. Nur ist es manchmal schwer, solche gemeinsame Merkmale in Worten
auszudrücken, wie gewölbter, kürzer, schlanker: Eigenschaften die sich durch
ganze Reihen von Arten ziehen, was diese Gruppen auf den ersten Blick
erkennen läßt.
Es mußten dabei leider auch einige Genera fallen gelassen werden, wie
zum Beispiel das Genus Homammatus Clark. Bei letzterem war Euphenges
in derselben Arbeit prioritätsberechtigt, auch hat sich die Kopfbildung als
Charakteristicum für Euphenges in der Literatur bereits eingebürgert. Lei-
der konnte ich auch nicht umhin, einige neue Genera aufzustellen, wobei ich
mich jedoch an ein Mindestmaß zu halten bemühte, da ja die Aufgabe in der
Systematik in erster Linie Ordnung zu schaffen sein soll, das heißt eine
systematische Einheit nicht nur zu erkennen, sondern sie auch als ordnendes
Glied zu verwenden. So ließe sich nur als Beispiel das Genus Rhinotmetus
Clark nochmals teilen, denn die metallischen Formen haben eine etwas ab-
weichende Kopfbildung. Innerhalb der ganzen Monoplatini hat die metal-
lische Ausbildung der Elytren oder des ganzen Tieres weitere Merkmale
gemeinsam.
In dieser Arbeit bringe ich am Ende der Monoplatini (p. 523) eine Liste
der Clark’schen Arten, die mir zugänglich waren und die ich studieren
konnte. Unklarheit mag noch bei den Arten der Genera Hypolampsis und
Physimerus sein. Diese beiden Genera hielt ich zunächst für ein und das-
selbe, trennte sie dann erst, als mir das Artenmaterial nicht mehr zur Ver-
fügung stand. Ich bin sicher, daß noch das eine oder andere Synonym dar-
innen steckt. So dürften unter anderem noch allein eine oder zwei Arten
synonym zu Euphenges rufotestaceus (Clark) sein. Diese Art ist einer Varia-
bilität unterworfen, die selbst die Ausrandung auf der Oberseite der Hinter-
tibien derselben Population betrifft. Diese Art hat eine sehr weite Verbrei-
tung, als Allochroma hat sie Clark aus Rio de Janeiro beschrieben (ebenfalls
als Hypantherus turgidus), als rufotestaceus aus Brasilien ohne weitere An-
gaben, ein Stück steckt aus Santa Catarina im Britischen Museum, im Mu-
seum Frey befinden sich 44 Exemplare aus Marcapata in Peru. Hypolampsis
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >01
pumilio Clark war das ö zu Hypolampsis inaequalis, doch stecken im Bri-
tischen Museum bei inaequalis ebenfalls ö 5 als Paratypen. Diese Bemer-
kungen zu den Synonymen, die in dieser Liste aufgeführt sind, ließen sich
noch weiter fortführen.
Schlüssel zu den Abteilungen
1 ( 4 ) Elytren mit Humeralcalli und neun Punktreihen, die marginale
und kurze iuxtascutellare Punktreihe nicht mitgezählt:
2 ( 3) Die antebasale Querfurche auf dem Thorax sehr exakt, diese
Querfurche wird seitlich von exakten Längsfältchen begrenzt:
Abteilung A (p. 501)
3 ( 2 ) Thorax ohne antebasale Querfurche oder mit mehr oder weniger
deutlicher antebasaler Querfurche, die jedoch seitlich nicht von
Längsfältchen begrenzt wird:
Abteilung B (p. 501)
4 ( 1 ) Elytren ohne Humeralcalli und nur sieben Punktreihen, die mar-
ginale und kurze iuxtascutellare Punktreihe nicht mitgerechnet:
Abteilung C (p. 520)
Abteilung A
Die antebasale Thoraxquerfurche ist sehr exakt und wird seitlich von
einem Längsfältchen begrenzt. Vorderecken des Halsschildes etwas zahnartig
nach außen tretend; Seiten gerade, nur von der Mitte etwas gewinkelt,
schmal gerandet.
Antennalcalli miteinander verschmolzen; Ocularsulci dem Augeninnen-
rand sehr genähert.
Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Humeral- und
Basalcalli deutlich, seichte postbasale Querdepression.
Die Hinterfemora reichen fast bis zur Flügeldeckenspitze.
Monoplatus Clark 1860
= Sphaeronychus Dejean in litteris
(Metriotes Clark 1860)
Genotypus: Monoplatus nigripes Clark
Ca. 35 Arten: Verbreitung Süd- und Mittelamerika.
Abteilung B
1 ( 2 ) Auf der Mitte der Elytren findet sich jederseits der Naht ein
tiefer Eindruck, der sich in abgeschwächter Form nach vorne
902
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
außen zwischen Humeral- und Basalcallus zieht (Abb. 2); auf
dem Metasternum befindet sich ein zapfenartiges Gebilde:
Meraaltica nov. gen.
Abb.2: Habitusbild von Meraaltica meloeides (Clark)
(Vergrößerung 10 X)
Genotypus: Euphenges lemoeides Clark 1860 (Amazonas)
Eine weitere Art ist ebenfalls aus dem Amazonasgebiet bekannt.
Der Eindruck jederseits der Naht auf der Mitte der Elytren fehlt;
Metasternum ohne diesen Zapfen:
Kopf und Halsschild sehr runzelig, letzterer mit mehreren Hök-
kern, zumindest ein Höcker jederseits der Mitte nahe dem Vor-
derrand:
Die äußeren Antennite sehr verkürzt, meist kürzer wie breit:
Brachyscelis Germar 1834
(= Imatium Clark 1860 syn. nov.)
(= Leptotrichus Clark 1860 syn. nov.)
Genotypus: Brachyscelis vellerea Germar (Bras.: Rio de Janeiro;
Paraguay)
Die äußeren Antennite nicht derart verkürzt:
Halsschildseiten etwas winkelig nach den Seiten hervortretend;
Elytren ohne postbasale Querdepression (Abb. 3):
Ombototus Clark 1860
Lectogenotypus: Omototus morosus Clark 1860 (Cayenne)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 803
7(6)
Halsschildseiten gerade, Elytren mit deutlicher postbasaler Quer-
depression:
Abb. 3: Habitusbild von Omototus morosus Clark
Hometyphus Clark 1860
(= Sesquityphus Bechyn& 1959 syn. nov.)
Genotypus: Homotyphus holosericeus Clark 1860 (Bras.: Rio de
Janeiro)
Homotyphus lacunosus dürfte wohl als der typischste Vertreter
dieser Gattung anzusehen sein, auch Clark hat seine Gattungs-
diagnose ganz darauf abgestimmt. Doch hat Bechyn& (Ent. Arb.
Mus. Frey 9, 2, 1958, p. 706) auf dieser Art sein Genus Sesqui-
typhus begründet und für das Genus Homotyphus als Typus H.
holosericeus Clark vorgeschlagen. Homotypus lacunosus Clark
hat unter dem Humeralcallus völlig atrophierte Elytropleuren.
Die Epipleuren sind hier von der Flügeldeckenscheibe nur durch
eine Punktreihe getrennt. Die Elytropleuralcarina beginnt erst
kurz dahinter. Es gibt jedoch sämtliche Übergänge. Unter ande-
rem müßten dann Homotyphus antillarum Bechyn& 1956, H. ro-
seobrunneus Bechyn&e 1959 und H. aureonotatus Bechyn& 1959
auch in dem Genus Sesquityphus stehen.
Halsschild ohne Höcker jederseits der Mitte nahe dem Vorder-
rand, vor der Basis kann sich ein Quereindruck befinden:
904
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
9 (10)
10 (9)
11 (56)
12 (13)
Fühler cerambycidenähnlich, stets bedeutend länger als der Kör-
per; Clypeus gegen die Stirn mehr als rechtwinkelig geknickt und
konkav; Antennalcalli blasenförmig aufgewölbt.
Schmal und von länglicher Gestalt.
Loxoprosopus Guer. 1829-1844
Genotypus: Loxoprosopus ceramboides Gu£r. (Bras.: Minas Ge-
rais)
10 Arten: 5 Bras., 1 Boliv., 3 Ecuador, 1 Brit. Guiana.
Fühler nicht cerambycidenähnlich und von dieser Länge; Cly-
peus nicht derartig gegen die Stirn geknickt; Antennalcalli nicht
derartig aufgewölbt:
Halsschildseiten gerade, leicht gebogen oder geschwungen, nie
winkelig nach außen tretend:
Halsschild am Vorderrande sehr verengt, dem Kopf hinter den
Augen sehr eng anliegend (Abb. 4):
Abb. 4: Habitusbild von Rhinotmetus marginatus Clark
(Vergrößerung 9 X)
Hinter den Antennalcalli liegt meist eine Callosität, deren
hintere Begrenzung bogenförmig von einem Augenhinterrand
zum anderen läuft, hinter dieser Callosität zieht eine Längsleiste
median über den Vertex:
Rhinotmetus Clark 1860
Genotypus: Oedionychis leptocephalus Perty 1832 (Bras.: Rio de
Jan., Minas Gerais)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 905
13 (12)
14 (15)
15 (14)
16 (19)
aa)
18 (17)
19 (16)
20 (39)
Halsschild nicht derartig eng hinter den Augen dem Kopf anlie-
gend; Halsschildvorderecken stets nach den Seiten weisend:
Thorax schwarz mit breiten gelben Rändern; Elytren schwarz,
meist mit gelber Zeichnung; Kopf auch meist gelb-schwarz ge-
färbt:
Flache längliche Formen, stets chagriniert, matt und behaart;
Elytren stets mehr als doppelt so lang als breit; ohne eine deut-
liche postbasale Querdepression auf den Elytren:
Cerichrestus Clark 1860
Genotypus: Cerichrestus balyi Clark (Bras.: Rio de Jan., S. Ca-
tharina)
Einheitliche morphologische Kennzeichen für dieses Genus
sind schwer zu finden, so daß leider die Gelbfärbung auf den Tho-
raxseiten hiermit genügen muß. Diese Gelbfärbung ist jedoch mit
einem einheitlichen Habitusbild gekoppelt: flach, schmal, chagri-
niert. Die Kopfbildung, ein sonst bei den Halticiden sehr brauch-
bares Merkmal, ist hier sehr variabel.
Stets anders gefärbt:
Antennalcalli nach hinten in Richtung Augenhinterrand sehr ver-
längert, dahinter liegt ein Längskiel, der median über den Vertex
zieht:
Gewölbt, oval; Thoraxseiten meist gerade; auf den Elytren liegt
eine postbasale Querdepression.
Genae und Clypeus lang, Clypeus mit langer Längscarina:
Euphenges Clark 1860
—= Homammatus Clark 1860 syn. nov.
Genotypus: Euphenges sericeus Clark (Brasilien)
Genae und Clypeus kurz, Clypeus dreieckig gewölbt, ohne Längs-
carina; dicht behaart:
Apalotrius Clark 1860
Monotypisch: Apalotrius pubescens Clark (Bras.: Amazonas)
Antennalcalli nicht derartig nach hinten verlängert, Vertex ohne
medianen Längskiel:
Innenkante des Hintertibienendes nicht zahnförmig ausgezogen
(Abb. 5-9):
506 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Abb. 5: Rechtes Hintertibienende von Atyphus furcipes Clark
(Vergrößerung 40 X)
21 (30) Metallisch gefärbte Formen, dabei auch Formen über deren Ely-
tren auf der Mitte ein behaartes Querband zieht, bei letzterem
Merkmal sind auch die Elytrenspitzen gelb behaart. Verhältnis-
mäßig große Tiere von 4,5-9 mm Länge:
22 (27) Das ganze Tier ist metallisch gefärbt, oder mit behaarter Quer-
binde auf den Elytren:
23 (26) Elytren ohne behaarte Querbinde:
n—/
Fi
Abb. 6: Hinterbein von Palopoda parcepunctata Bech.
24 (25) Punktierung auf den Elytren sehr reduziert, diese ist meist nur
noch nahe der Flügeldeckennaht, in dem kräftigen postbasalen
Quereindruck und in der Senke zwischen Humeral- und Basal-
callus zu erkennen; sehr gewölbte Formen (ca. 4,5 mm lang):
Palopoda Erichson 1847
Genotypus: Palopoda tersa Erichson (Peru)
2 Arten: 1 Peru, 1 Bolivien.
Elytralpunktierung überall deutlich, Elytralintervalle gewölbt,
deutliche postbasale Querdepression; sehr gewölbte Formen
(Länge 6-8 mm):
25 (24
m
Atyphus Clark 1860
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 507
Monotypisch: Atyphus furcipes Clark (Kolumbien).
Diese ist gerade diejenige der vier von Clark beschriebenen
Atyphus-Arten, die Clark nicht recht in dieses Genus zu passen
schien. Doch gehören Atyphus carbonarius, flaviventris und vit-
tatus zu Physimerus, ja letztere ist sogar synonym zu Physimerus
vittatus. Diese Gattung hat bereits Bechyne (Ent. Arb. Mus. Frey
9, 2, 1958, p. 705) mit der Art furcipes Clark festgelegt.
26 (23) Elytren mit behaarter Querbinde:
Elytren metallisch oder nicht, mit deutlicher postbasaler Quer-
depression, quer über die Mitte zieht ein gelb behaartes Band,
auch die Elytrenspitzen sind behaart, vielfach auch der Rand und
der Elytrensaum, so daß das Band der Mitte und die behaarten
Spitzen dann an den Rändern und an der Flügeldeckennaht mit-
einander verbunden sind.
Clypeus auf der vorderen Hälfte mit deutlicher Querdepres-
sion, so daß die hintere Hälfte zur Stirn sehr abfallend ist, der
hintere wulstige Rand des Clypeus täuscht eine Quercarina vor;
Genae kurz; zwischen den Fühlern sehr kurze Längscarina; An-
tennalcalli groß, entsenden nach vorne zwischen Fühlergelenk-
pfanne und Clypeallängscarina einen spitzen Fortsatz, nach hin-
ten werden sie von einer Furche begrenzt, die schräg zum Augen-
hinterrand zieht.
Der dichtbehaarte Halsschild ist mindestens um die Hälfte
Abb.7: Habitusbild von Bellacincta rufolimbatus (Jac.)
(Vergrößerung 7 X)
908
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
29 (28)
breiter als lang. Die Seiten vor der Mitte etwas zu den Vorder-
ecken hin einbiegend; Basis leicht quer eingedrückt.
Innenkante des Hintertibienendes nahezu rechtwinklig und
mit feinen Zähnchen besetzt (Abb. 7 und 9b):
Bellacincta nov. gen.
Genotypus: Omototus rufolimbatus Jacoby (Peru, Brasilien: Acre)
Eine Subspezies zu rufolimbatus (chaparensis Bech.) ist aus
Bolivien bekannt, eine weitere Art (humeronotatus Clark) aus
Brasilien (Island of St. Paul).
Nur die Elytren sind metallisch gefärbt; ohne deutliche post-
basale Querdepression auf denselben:
Thorax ohne antebasale Querdepression, die Vorderecken wir-
ken aufgesetzt; Hintertibien vor dem Ende und noch vor der
Tarseneinlenkung etwas geschwungen und beide Randkanten
nicht miteinander verbunden (Abb. 8a):
Eupeges Clark 1860
Abb. 8: Hintertibie von
a) Eupeges praeclara Clk.
b) Hydmosyne inclyta Clk.
Monotypisch: Eupeges praeclara Clark (Brasilien: Amazonas).
Thorax mit antebasaler Querdepression; Vorderecken einfach
rechtwinklig gebildet, nur etwas gepreßt; Hintertibien nahe dem
Ende vor der Tarseneinlenkung nicht geschwungen, sondern
beide Ränder etwas miteinander verbunden (Abb. 8b):
Hydmosyne Clark 1860
Genotypus: Hydmosyne inclyta Clark
Formen ohne Metallfärbung, auch ohne behaartes Querband auf
den Elytren:
Ca. 5mm große Formen; Elytren stets pechbraun bis schwarz
mit gelbem oder grauem Seitensaum, die Naht kann ebenso ge-
färbt sein:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >09
32 (81)
a b
Abb. 9: Rechtes Hintertibienende von
a) Chaparena chacoensis (Bowd.),
b) Bellacincta rufolimbata (Jac.)
(Vergrößerung 40 X)
Der antebasale Eindruck auf dem Thorax ist nur jederseits
der Mitte, aber sehr deutlich, ausgeprägt und zieht nach vorne;
meist ist die Behaarung in diesen basalen Eindrücken jederseits
der Mitte wirbelfömig angelegt, was die Vertiefung noch betont;
Thorax stark gewölbt.
Keine deutliche postbasale Querdepression auf den Elytren;
Elytren bedeutend breiter als der Halsschild.
Clypeus dreieckig und entsendet nach hinten zwischen die
Fühler eine kurze Längscarina; die Antennalcalli entsenden
spitze Fortsätze nach vorne zwischen diese Clypeallängscarina
und die Fühlerwurzel, zwischen diesen Fortsätzen liegt meist ein
lanzettförmiger Spalt.
Kopf schwarz oder schwarz mit gelb, Elytren dunkelpech-
braun bis schwarz mit gelbem oder grauem Rand, die Naht
kann ebenso gefärbt sein.
Chaparena Bechyne 1959
Genotypus: Metriotes chacoensis Bowd. (Bolivien)
5 Arten, deren Verbreitung in Peru und Bolivien liegt.
Dieses Genus ist Cerichrestus Clark sehr ähnlich. Bei letz-
terer hat der Thorax einen gelben Seitenrand und ist weniger
gewölbt, der antebasale Thoraxeindruck erstreckt sich über die
ganze Basis, ist jedoch auch seitwärts tiefer.
Elytren ohne gelben Seitensaum, antebasaler Quereindruck auf
dem Thorax die ganze Basis einnehmend, dieser Quereindruck
910
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
33 (34)
34 (33)
35 (36)
kann auch sehr schwach ausgebildet sein oder ganz fehlen:
Meist kleine Formen, ca. 3 mm; Flügeldecken bedeutend brei-
ter als der Halsschild; postbasale Querdepression auf den Elytren
meist sehr deutlich:
Antennit fünf bis acht sehr verkürzt und verdickt, die letzten
drei Glieder wieder schlank, die verkürzten Glieder nur nahezu
so lang wie breit (Abb. 10):
Abb. 10: Habitusbild von Calipeges crispus Clark
(Vergrößerung 15 X)
Antebasaler Quereindruck auf dem Halsschild deutlich, sehr
exakt ist auch die postbasale Querdepression auf den Elytren
ausgeprägt.
Mit verhältnismäßig langen Haaren nicht allzu dicht bestan-
den, der Untergrund ist glatt und glänzend.
Kastanienbraun, ca. 3 mm.
Calipeges Clark 1860
Monotypisch: Calipeges crispus Clark (Brasilien: Parä)
Alle Antennite ab Glied vier verkürzt oder keines:
Fühler kurz, reichen nur bis auf die Flügeldeckenbasis, alle An-
tennite ab Glied vier sehr verkürzt; der Seitenrand des Hals-
schildes ist sehr weit nach unten gezogen und von oben betrachtet
nicht sichtbar, der Halsschild erhält dadurch ein zylinderförmiges
Aussehen; basaler Quereindruck deutlich; längs der Mitte nahe
dem Vorderrand befindet sich ein glatter nicht skulptierter Längs-
streifen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5ll
Elytren sehr breit, bedeutend breiter als der Halsschild und
verhältnismäßig kurz, die Länge verhält sich zur Breite ungefähr
wie 3:2; die postbasale Querdepression ist deutlich ausgeprägt.
Genae und Clypeus sehr lang, eine Clypeallängscarina läßt
sich nur vermuten.
Distigmoptera Blake 1943
Genotypus: Haltica pilosa Illiger (USA von Hudson Bay südlich
bis Mexiko)
14 Arten mit ihrer Hauptverbreitung in USA, davon eine Art
aus Kanada, eine aus Mexiko, zwei aus Costa Rica und nun liegt
mir eine neue Art aus Brasilien vor (Mato-Grosso).
36 (35) Fühler länger, reichen bis über die Flügeldeckenbasis, alle Glie-
37 (38)
der bedeutend länger als breit; matt, dicht behaart.
Der Halsschild nicht so stark gewölbt wie bei dem vorherge-
henden Genus ‚die Seitenränder von oben betrachtet gut sicht-
bar; basaler Quereindruck deutlich, gleichmäßig punktiert und
behaart.
Elytren bedeutend breiter als der Halsschild, verhältnis-
mäßig lang und schmal, die Länge verhält sich zur Breite unge-
fähr wie 2:1; eine postbasale Querdepression ist meist sehr
deutlich.
Basalcalli vor der postbasalen Querdepression auf den Elytren
deutlich, die Elytren hinter der postbasalen Querdepression noch-
mals etwas aufgewölbt, eine eigentliche apikale Abwölbung be-
ginnt erst auf dem letzten Drittel, wie auch hier die Seitenränder
erst zu den Spitzen einbiegen, so daß die Elytren dadurch ein
zylinderförmiges Aussehen bekommen (Abb. 11):
Abb. 11: Habitusbild von Hypolampsis balyi Clark
(Vergrößerung 13 X)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
838 (37)
39 (20)
40 (41)
Hypolampsis Clark 1860
— Hylodromus Clark 1860 syn. nov.
— Coelocephalus Clark 1860 syn. nov.
= Poebates Clark 1860 syn. nov.
Genotypus: Hypolampsis balii Clark (Brasilien: Rio de Janeiro)
Das Genus Hylodromus wurde wegen der erweiterten Füh-
lerglieder drei, vier, fünf und sechs aufgestellt, ist aber ein ty-
pischer Vertreter von Hypolampsis, Coelocephalus unterscheidet
sich nur durch die längeren Fühler, auch in Poebates kann ich
kein eigenes Genus erkennen.
Die Basalcalli vor der postbasalen Querdepression auf den Ely-
tren gut hervorgehoben; die Elytren fallen ab der Querdepres-
sion gleichmäßig bis zu den Spitzen hin ab; auch seitlich ver-
schmälern sich die Elytren bereits hinter der Mitte, so daß sie
ein keilförmiges Aussehen bekommen.
Aedmon Clark 1860
— Hadropoda Suffr. syn. nov.
Genotypus: Aedmon sericellum Clark (Porto Rico)
Clark beschrieb eine Art aus Porto Rico, Bechyn& drei aus
Guadeloupe (Hadropoda heikertingeri, orsodacnina, adumbrata),
Suffrian eine aus Kuba (Hadropoda ferrugineus), die Blake’schen
Hadropoda-Arten aus dem Caribischen Raum sind mir unbe-
kannt.
Innenkante des Hintertibienendes deutlich zahnförmig ausge-
zogen (Abb. 12—14):
Rundovale Formen von occinellidenartigem Habitus, geschlos-
sene Gestalt, gewölbt:
Halsschild an der Basis gut doppelt so breit als lang, Seiten
gerade und nach vorne konvergierend; Basis so breit wie die der
Flügeldecken, kein antebasaler Quereindruck.
Elytren sehr gewölbt, ohne jede postbasale Querdepression,
ohne Basalcalli.
Die Antennalcalli werden nach hinten nahezu waagrecht be-
grenzt, die Ocularsulei ziehen erst seitlich davon zum Augen-
hinterrand; Clypeus dreieckig und zur Stirn nur mäßig gebogen.
Die Fühler reichen auf die Flügeldeckenbasis, das dritte An-
tennit ist das längste, die folgenden alle verkürzt und dicker.
Sparnus Clark 1860
— Cyrton Clark 1860 syn. nov.
Genotypus: Sparnus globosus Clark (Brasilien: Amazonas)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 SS
41 (40) Nicht rundoval, nicht von coccinellidenartigem Habitus; Hals-
schild an der Basis nicht doppelt so breiit als lang:
Abb. 12: Rechtes Hintertibienende von
a) Sparnus chaparensis Bech.,
b) Anerapa aeneipennis (Bowd.)
(Vergrößerung 40 X)
42 (45) Nahezu unbehaarte Formen; die Elytren metallisch; Kopf und
Halsschild gelb- oder rotbraun:
Der antebasale Quereindruck auf dem Halsschild ist seit-
lich meist etwas nach vorne gezogen; Antennalcalli groß, vonein-
ander durch einen tiefen Spalt getrennt, sie senden nach vorne
zwischen Fühlergelenkpfanne und Ciypeallängscarina einen
spitzen Fortsatz, dessen Begrenzung zur Clypeallängscarina,
manchmal sehr undeutlich ist; Clypeus dreieckig, der seitliche
Rand wulstförmig, so daß es scheint, als wenn von der kurzen
Längscarina jederseits schräg nach vorne eine Carina ziehen
würde; der Platz zwischen der schräg nach vorne ziehenden
„Carina“ und dem Augenvorderrand ist gerade so breit, daß
das erste Fühlerglied daran angelegt werden kann, die Genae
sind also kurz.
43 (44) Ohne postbasale Querdepression auf den Elytren:
Elytren nicht auffallend gewölbt, von der Seite gesehen
flach.
Clypeus dreieckig, plan, von der Seite gesehen gegen die
Stirn sehr gewinkelt.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 33
14
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Thorax Querformat, sehr schmal gerandet, vor der Basis
etwas quer eingedrückt.
Länge ca. 6 mm.
Gethosynus Clark 1860
Monotypisch: Gethosynus sanguinicollis Clark (Brasilien: Espi-
rito Santo)
44 (43) Mit deutlicher postbasaler Querdepression auf den Elytren:
Elytren nicht auffallend gewölbt, von der Seite gesehen
flach.
Clypeus kurz und dreieckig, der Hinterrand täuscht eine
schräg nach vorne ziehende Quercarina vor, der Clypeus ist ge-
gen die Stirn nicht auffallend gebogen.
Thorax querformat, sehr schmal gerandet, vor der Basis deut-
lich quer eingedrückt, dieser Eindruck wird seitlich nach vorne ge-
zogen.
Länge ca. 5—6 mm.
Anerapa nov. gen.
Genotypus: Chaparena yungarum Bechyn&
Zwei Arten: Chaparena yungarum Bechyne und Metriotes
aeneipennis Bowd. (beide Bolivien).
Nicht metallisch gefärbte Formen, zum Teil glatt und nahezu
unbehaart oder auch dicht behaart und matt:
Glatte nahezu unbehaarte glänzende Formen:
Ohne deutliche postbasale Querdepression auf den Elytren:
Elytren nach hinten etwas verschmälert, nach den Seiten hin zu
den Rändern gleichmäßig abfallend, von der Seite gesehen Ely-
tren ab der Basis gleichmäßig bis zur Mitte gewölbt.
Der Clypeus liegt mit der Stirn in nahezu gleicher Ebene; Cly-
peus mit Längs- und Quercarina; Antennalcalli nach hinten waag-
recht begrenzt, nach vorne gehen sie teils ohne Unterbrechung
in den Clypeus über.
Thorax quer, an der Basis nicht verengt, die Seiten sind
etwas flach abgesetzt und nahezu parallel.
Leuchtend gelb gefärbt mit teils rot- bis pechbrauner Zeich-
nung. Länge 6—9 mm.
Exartematopus Clark 1860:
Genotypus: Exartematopus scutellaris Clark (Brasilien)
Zur obigen Art ist eine Rasse aus Santa Catharina, eine wei-
tere Art aus Espirito Santo bekannt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 515
49 (48) Elytren parallel, an den Rändern stärker abfallend, von der
Seite gesehen Elytren flach.
Halsschild etwas mehr als 1,5 mal so breit als lang, die zu-
nächst etwa parallelen Seiten sind vor der Mitte zu den Vorder-
ecken hin abgebogen; Basis nicht quer eingedrückt; Oberfläche
glänzend und sehr fein punktiert.
Die hintere Begrenzung der Antennalcalli zieht schräg zum
Augenhinterrand, nach den Seiten kaum begrenzt, nach vorne
entsenden sie einen langen Fortsatz; Clypeallängscarina sehr
lang und schmal und zieht auf der vorderen Hälfte über eine
Quercarina hinweg.
Antennit drei, vier und fünf lang, die folgenden kurz.
Eine Ausrandung vor dem Ende auf der Außenseite der
Hintertibien ist nicht immer sicher festzustellen.
3,2—4,5 mm große Tiere von verhältnismäßig flacher, ovaler, in
sich geschlossener Gestalt.
Pleurochroma Clark 1860
Genotypus: Pleurochroma balteatum Clark 1860 (Brasilien: Ama-
zonas)
50 (47) Mit deutlicher postbasaler Querdepression auf den Elytren:
Thorax meist auffallend quer, vielfach fein, selten grob
punktiert, doch nie runzelig.
Die äußeren Antennite meist verkürzt.
Allochroma Clark 1860*
Genotypus Allochroma coccineus Clark (Bras.: Rio de Janeiro)
5l (46) Dicht behaarte matte Formen:
52 (53) Halsschild nahezu so breit wie die Flügeldeckenbasis, Seiten
nach vorne konvergierend, eine antebasale Querdepression auf
dem Halsschild ist kaum wahrzunehmen:
Clypeus dreieckig gewölbt, ohne Längs- und Quercarina,
zur Stirn nur mäßig gebogen; die Antennalcalli werden nach hin-
ten von einer Furche begrenzt, die schräg zum Augenhinterrand
zieht.
*)_In der Nähe von oder unter der Gattung Allochroma würde ich auch die mir
nur nach der Beschreibung bekannte monotypische Gattung Cleophes Jacoby, 1886
aus Panama unterbringen.
916
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Abb. 13: Rechtes Hintertibienende von Phylacticus ustulatus Clark
(Vergrößerung 40 X)
Auf den Elytren keine postbasale Querdepression, gleich-
mäßig gewölbt; nach hinten verschmälert.
Bräunliche, vielfach olivgrüne Formen.
Phylacticus Clark 1860
Genotypus: Phylacticus ustulatus Clark (Cayenne)
Im Museum Frey befindet sich ein Exemplar von ustulatus aus
Costa Rica (Collection Schild-Burgdorf, Costa Rica, Tucurrique),
das mit dem Typus vollkommen übereinstimmt.
Halsschild schmäler als die Flügeldeckenbasis, Elytren parallel,
nach hinten nicht verschmälert:
Alle Antennite sind auffallend länger als breit.
Elytrenbasis breiter als der Halsschild und ohne deutliche
postbasale Querdepression.
Die Seiten des Halsschildes sind bis vor die Mitte nahezu
gerade und parallel, erst nahe den Vorderecken etwas geschwun-
gen; Oberfläche verhältnismäßig wenig gewölbt, die antebasale
Querfurche wird seitlich nach vorne gezogen.
Antennalcalli quer, entsenden nach vorne zwischen Clypeal-
längscarina und Fühlerbasis einen spitzen Fortsatz, der auch
manchmal in die Clypeallängscarina übergehen kann; seitlich ist
eine Begrenzung der Antennalcalli meist nur durch ihren Mangel
einer Punktierung betont; eine mehr oder weniger deutliche
Stirnseitenlinie zieht erst oberhalb der Antennalcalli zum
Augenhinterrand, die hintere Begrenzung ist nahezu waag-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 37.
Abb. 14: Hinterbein von
a) Physimerus flaviventris (Clk.)
b) Physimerus juvencus (Clk.)
(Vergrößerung 30 X)
recht. Clypeallängscarina kurz, der kurze dreieckige Clypeus plan
und gegen die Stirn etwas geknickt, die Hinterränder wulstartig
und täuschen eine jederseits schräg nach vorne ziehende Quer-
carina vor.
Über 4 mm große Tiere; Kopf gelb- bis rotbraun, teils ange-
dunkelt, ebenso der Halsschild; Elytren gelb-,. pechbraun oder
schwarz, teils mit gelben Flecken oder Streifen.
Physimmerus Clark 1860
= Thrasygoeus Clark 1860 syn. nov.
Genotypus: Physimerus vittatus Clark (Brasilien: Rio de Janeiro)
Ab Antennit sechs alle Glieder sehr verkürzt, so lang oder kürzer
als breit.
Halsschild ungefähr eineinhalb mal so breit als lang, Seiten
gerade und nahezu parallel; Basis deutlich quer eingedrückt;
dicht punktiert und kurz behaart.
Die Furche, die die Antennalcalli nach hinten begrenzt zieht
schräg zum Augenhinterrand, nach den Seiten sind die Anten-
nalcalli nicht begrenzt, nach vorne entsenden sie einen langen
Fortsatz; Clypeus sehr kurz ‚nach den Seiten wulst- oder quer-
carinaartig, am Vorderrand eine kräftige Querdepression.
Antennit drei, vier und fünf lang, die folgenden sehr kurz,
so lang oder kürzer als breit.
918
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
56 (11)
57 (58)
58 (57)
39 (62)
Auf der Außenkante der Hintertibien liegt hinter der Mitte
ein stumpfer Zahn, auf den eine Ausrandung folgt.
+ 6 mm große Tiere, verhältnismäßig hoch gewölbt.
Hypantherus Clark 1860
Genotypus: Hypantherus concolor Clark (Brasilien: Amazonas)
Halsschild mit einer Auswinkelung am Seitenrand etwas vor der
Mitte (Abb. 16):
Verhältnismäßig breite gewölbte Formen; Antennen sehr kurz,
vor allem die äußeren Antennite sehr verkürzt:
Kopf und Halsschild kräftig und dicht punktiert; Clypeus drei-
eckig mit sehr kurzer Längscarina zwischen den Fühlern; Cly-
peus gegen die Stirn etwas gewinkelt; Antennalcalli undeutlich
in der Punktierung zu erkennen; Frontalfurchen ziehen schräg
zum Augenhinterrand.
Halsschild schmal, etwa so breit wie die Augen; vor der Basis
mit Querdepression.
Elytren sehr gewölbt, mit postbasaler Querdepression. Innen-
ende der Hintertibien zahnförmig ausgezogen.
Panchrestus Clark 1860
Genotypus: Panchrestus pulcher Clark (Brasilien: Amazonas)
Verhältnismäßig schmale flache Formen; die äußeren Antennite
nie auffallend verkürzt:
Genae lang, bedeutend länger als das erste Fühlerglied
breit, so daß der Kopf ein eckiges Aussehen bekommt; über den
glatten Clypeus zieht eine lange Clypeallängscarina; Clypeus
und Stirn ungefähr in einer Ebene (Abb. 15).
Abb. 15: Vorderansicht des Kopfes von
Tetragonotes subanchoralis Clark
(Vergrößerung 30 X)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 919
60 (61)
61 (60)
Halsschild am Vorderrand sehr verengt, dem Kopf hinter
den Augen sehr eng anliegend, wird am Vorderrand von den
Augen deutlich überragt; jederseits von der Mitte auf halber
Länge ein mehr oder minder ausgeprägter Höcker; Halsschild
nicht quer; Basis mit Querdepression.
Metasternum jederseits oberhalb der Coxen stark tuberkelförmig
emporgehoben; Unterseite der Femora eine scharfe Kante bil-
dend; Tibien stark gebogen:
Roicus Clark 1860
(= Sterneugonia Bechyn& 1959 syn. nov.)
Genotypus: Roicus sexmaculatus Clark (Amazonas)
Zwei Arten (1 Amazonas, 1 Bolivien)
Metasternum jederseits oberhalb der Coxen nicht tuberkelförmig
emporgehoben; Unterseite der Femora mehr gerundet; Tibien
nicht gebogen (Abb. 16):
Tetragonotes Clark 1860
Abb. 16: Habitusbild von Tetragonotes elegans Clark
(Vergrößerung 9 X)
Genotypus: Tetragonotes elegans Clark (Brasilien: Rio de Jan.)
62 (59) Genae kurz, nur etwa so lang, daß das erste Fühlerglied bequem
daran angelegt werden kann.
Halsschild deutlich quer; am Vorderrand dem Kopf nie der-
art eng anliegend, stets breiter als die Augen; antebasale Quer-
depression; die beiden Höcker auf halber Länge jederseits der
Mitte fehlen.
520 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Clypeus kurz mit Längs- und Quercarina, liegt mit der Stirn
nahezu in derselben Ebene.
63 (64) Keine postbasale Querdepression auf den Elytren; Innenende
der Hintertibien zu einem deutlichen Zahn ausgezogen; die Füh-
ler reichen nicht bis auf die Elytrenspitzen:
Octogonotes Drapiez 1819
Genotypus: Octogonotes banoni Drapiez
64 (63) Postbasale Querdepression auf den Elytren deutlich; Innenende
der Hintertibien abgerundet; die Fühler reichen nahezu bis auf
die Elytrenspitzen:
Zeteticus Harold 1875
(Peribleptus Clark 1860)
Genotypus: Peribleptus laevigatus Clark (Bras.: Rio de Janeiro)
Abteilung ©
Antennalcalli fehlen; Stirnseitenlinien lassen sich nur vermuten; Stirn
und Vertex zerstreut punktiert; Clypeus zwischen den Fühlern flach und ver-
hältnismäßig breit, von der Stirn durch einen V-förmigen Eindruck geschie-
den; Augen nicht sehr stark gewölbt aber groß.
Halsschild groß, gleichmäßig gewölbt; die Länge verhält sich zur Breite
wie 3 : 5; Seiten gerundet und nach vorne konvergierend.
Elytren ohne Humeral- und Basalcalli; sieben durchgehende Punkt-
reihen, die marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt, dabei ist
auch bereits die siebte Reihe (die äußerste) auf einige Punkte reduziert und
erlischt gegen die Mitte zu; die Intervalle sind gewölbt; von der Seite be-
trachtet verschmälern sich die Elytren im Bereich der Hinterfemora.
Hinterfemora sehr verdickt; die Tarsen sind auf den Hintertibien nicht
ganz am Ende eingelenkt; die Oberkante des Hintertibienendes ist jederseits
noch vor dem Ende zu einer scharfen Ecke ausgebildet, das Hinterende ist
quer abgestutzt:
Ulrica nov. gen.
Monotypisch: Sparnus minutus Jacoby (Bolivien) (Abb. 17)
Sparnus minuius hat mit dem Genus Sparnus nichts gemeinsam. Spar-
rus hat sowohl Antennalcalli, wie auch Humeralcalli, auch ist der ganze
übrige Körperbau verschieden.
Meraaltica nov. gen.
(Abb. 2)
Antennalcalli nach hinten nahezu waagrecht begrenzt, zu den Augen hin nur
undeutlich, voneinander durch einen Spalt; Clypeallängscarina kurz und auf
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 924
Abb. 17: Habitusbild von Ulrica minutus (Jacoby)
(Vergrößerung 20 X)
den Raum zwischen den Fühlern beschränkt, Clypeus nach vorne dreieckig
erweitert, plan und gegen die Stirn deutlich geknickt, vor der vorderen Be-
grenzung des Clypeus liegt auf demselben eine Querdepression, zwischen
den Augeninnenrändern und dem erhabenen Clypeus ist gerade Platz zum
Anlegen des ersten Fühlergliedes; Kopf grob punktiert.
Die Fühler scheinen für dieses Genus als Charakteristicum nicht kon-
stant zu sein.
Halsschild schmal, an den Hinterecken nahezu nur so breit wie lang;
die Seiten divergieren nur sehr wenig nach vorne und sind gerade; ein ante-
basalaer Quereindruck ist ausgeprägt.
Auf der Mitte der Elytren befindet sich nahe jederseits der Naht ein
kräftiger Eindruck, der dann in abgeschwächter Form schräg nach vorne
außen zieht zwischen Humeral- und Basalcallus; durch diese Vertiefung
wird der Basalcallus sehr betont; die Punktierung erfolgt in neun Längs-
reihen, diese kann jedoch sehr reduziert sein.
Die Hintertibien (Abb. 18) sind sehr eigenartig gebildet und anschei-
nend innerhalb der Gattung nicht einheitlich, wie die bisher bekannten zwei
Arten zeigen. Die Hinterfemora sind auffallend verdickt und überragen
etwas die Elyirenspitzen.
Auf der Mitte des Metasternums steht ein spitzer, aufrechtstehender
Zapfen von der Länge bis zu eineinhalbmal der Länge des dritten Fühler-
gliedes.
Die Behaarung ist bei den bisher bekannten zwei Arten auf Kopf und
Halsschild kurz, auf den Elytren länger.
Genotypus: Euphenges lemoeides Clark 1860 (Amazonas)
522 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Abb. 18: Hinterbein von
a) Meraaltica lemoeides (Clk.)
b) Meraaltica punctata n. sp.
Meraaltica lemoeides wurde von Clark 1860 als Euphenges beschrieben.
Auch in der Gattungsdiagnose von Euphenges wurde auf diese Art Rücksicht
genommen. Euphenges sericeus, die zweite als Euphenges beschriebene Art
ist jedoch durch ihre Kopfbildung so charakterisiert, so daß sie mit mehreren
Arten aus anderen Genera eine gut umgrenzte in sich geschlossene Gattung
bildet.
Meraaltica punctata n. sp.
Länge 4,58 mm, Breite 2,3 mm
Gelbbraun, Fühlerglieder sechs, sieben und acht schwarz, Glied neun
nur wenig angedunkelt.
Kopf grob punktiert; Stirn knapp 1,5 mal so breit wie ein Augenquer-
durchmesser.
Die Antennen reichen gut über die Mitte der Elytren, die einzelnen An-
tennite verhalten sich wie 20:10:22 :22:22:19:15:13:13:11: 14.
Der Halsschild ist nahezu quadratisch, doch wird wegen der antebasa-
len Querdepression der Anschein eines Divergierens der Seiten nach vorne
hervorgerufen. Die Maße betragen: Basis an den Hinterecken 1,3 mm, kurz
vor den Hinterecken 1,2 mm, Vorderrand an den Vorderecken 1,3 mm, kurz
hinter den Vorderecken 1,24 mm, Länge 1,13 mm. Die Oberfläche ist grob
und dicht punktiert, längs der Mitte ist eine schwache Senke festzustellen,
die antebasale Querdepression ist seitwärts etwas nach vorne gezogen.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 923
Die Punktierung der Elytren erfolgt in kräftigen Längsreihen und ver-
blaßt nur etwas auf der apikalen Abwölbung; die Eindrücke sind wie für
dieses Genus charakteristisch ausgebildet.
Die Seitenrandkanten der Hintertibienoberseite (Abb. 18 b) sind nach
hinten etwas vorgezogen, das ganze Tibienende wirkt daher etwas ausge-
schnitten; neben dem Außenkantenende ist der Enddorn eingefügt, die
eigenartigste Bildung findet sich auf der Unterseite: kurz vor dem Tibien-
ende befindet sich ein abstehendes dornartiges Gebilde.
Von Meraaltica lemoeides (Clark) ist diese Art schon durch die dichtere
Punktierung, die Fühler und das Tibienende leicht zu trennen.
Fundort: Amazonas (Baly Coll.), ohne jede weitere Angabe 1 ö im Briti-
schen Museum (N. H.) in London.
Die Clark’schen Arten und ihre Stellung im System.
(Einschließlich einiger Arten anderer Autoren)
(Monoplatini)
Monoplatus Clark 1860
(Sphaeronychus Dejean in litteris)
(Metriotes Clark 1860)
Monoplatus angulatus Clark
apicatus Clark
bimaculatus Clark
croceus Clark
dimidiatipennis Clark
distinguendus Clark
grayi Clark
impunctatus Clark
jucundus Clark
melanurus Ol. (semichalybeus Clark)
miersii Clark
nigricans Clark
nigrimanus Clark
nigripes Clark
presidenciae Clark
quatuornotatus Clark
robinsoni Clark (Metriotes)
semiviolaceus Clark
sexsignatus Clark
Roicus Clark 1860
524 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
—= Sterneugonia Bechyn& 1959 syn. nov.
Roicus magna (Bechyne, 1959) nov. comb. (Sterneugonia)
sexmaculatus Clark
vittata (Clark, 1860) nov. comb. (Tetragonotes)
Tetragonotes Clark 1860
Tetragonotes angulicollis Clark
atra Clark
calceata Clark
elegans Clark
fasciaticollis Jacoby
hexagona Clark
militaris Harold
octomaculatus (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus)
rogersi (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus)
subanchoralis Clark
unifasciatus (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus)
Octogenotes Drapiez 1819
Öctogonotes banoni Drapiez
bicinctus Clark
binotatus Clark
brunneus Clark
fulvomarginatus Jacoby
quatuorlineatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
rufipennis Jacoby
sumptuosus Clark
thoracicus Clark
Zeteticus Harold 1875
(Peribleptus Clark 1860)
Zeteticus laevigatus (Clark, 1860) (Peribleptus)
Omototus Clark 1860
Omototus discoidalis Jacoby
generosum (Clark, 1860) nov. comb. (Allochroma)
morosus Clark
quadripes Clark
Homotyphus Clark 1860
—= Sesquityphus Bechyne 1959 syn. nov.
FHomotyphus albomaculatus (Jacoby) nov. comb. (Omototus)
artitus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
asper Clark
bituberculatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 525
braccatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
carinatus Jacoby
cayensis (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
cionoides Clark
dohrnii (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
erichsoni Baly
fuliginosus Clark
fulvopubescens (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
fuscatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
holosericeus Clark
lacunosus Clark
maculicornis Clark
nodosus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
nubilus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
squalidus Clark
suturalis Jacoby
transversonotataus (Clark) nov. comb. (Omototus)
tuberculatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus)
undatus (Clark, 1860) nov. comb. (Thrasygoeus)
varicornis Jacoby
veliereus Clark
virgatus (Clark, 1860) nov. comb. (Physimerus)
wollastoni Clark
Hypolampsis Clark 1860
= Hwylodromus Clark 1860 syn. nov.
— Coelocephalus Clark 1860 syn. nov.
= Poebates Clark 1860 syn. nov.
Hypolampsis adumbratus Clark nov. comb. (Physimerus)
aestivalis Clark
agilis Clark nov. comb. (Physimerus)
alboguttata Clark
ambiguus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
amoenus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus)
anceps Clark = Physimerus allardi Clark syn. nov.
angulatofasciatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
aira Clark
balyi Clark
basalis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
batesii (Clark) nov. comb. (Physimerus)
bilineatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
526 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
bituberculatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
brevicollis (Clark) nov. comb. (Physimerus)
brunneus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
campestris Clark
carbonarius (Clark) nov. comb. (Atyphus)
chiriquensis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus)
constricticollis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
costulata Clark
dilaticornis (Clark) nov. comb. (Hylodromus)
dohrni Clark
elegantulus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
ephippium (Clark) nov. comb. (Physimerus)
fallax Clark
fascicularis (Clark) nov. comb. (Physimerus)
flavipilosus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
flavonotata Clark
fragilis Clark = Hypolampsis ferrugineonotata Clark
syn. nov.
fryella Clark
fuscocostatus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus)
= (Coelocephalus pygmaeus Clark syn. nov.
gibba Clark
griseostriatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
humeronotatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
inaequalis Clark = Hypolampsis nana Clark syn. nov.
— Hypolampsis pumilio Clark syn. nov.
= Hypolampsis squamata Clark syn.nov.
inornatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
labialis (Clark) nov. comb. (Physimerus)
lacordairii Clark
luteicollis (Clark) nov. comb. (Physimerus)
maculicollis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
maculipennis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus)
melanotus Clark
meridionalis Clark
miersii Clark = Physimerus irroratus Clark syn. nov.
mimulus (Harold) nov. comb. (Physimerus)
minima Clark
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 927
minutus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
multicostata Clark
muraü Clark
nebulosus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
nigricornis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
nigrina Clark
nigripes (Clark) nov. comb. (Poebates)
obscuroplagiatus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
obscurus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
parallela Clark = Hypolampsis fusca Clark syn. nov.
pilosa Clark
porculus Clark
pruinosus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
pulchellus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus)
pygmaeus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
regia Clark
revisus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
robusta Clark
rubicunda (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
rusticus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
scutellatus (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus)
sericeopubescens (Clark) nov. comb. (Omototus)
sexnotatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
signaticornis Clark
simoni (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
suboculatus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
suborbicularis Clark
sylvatica Clark
thamni (Baly) nov. comb. (Cerichrestus)
tibialis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus)
trivialis (Clark) nov. comb. (Physimerus)
varicornis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus)
vicina Clark
zapotensis (Jacoby) nov. comb. Physimerus)
Distigmoptera Blake 1943
Distigmoptera albopillosus (Jacoby) nov. comb. (Rhinotmetus)
Brachyscelis Germar 1834
— Imatium Clark 1860 syn. nov.
= Leptotrichus Clark 1860 syn. nov.
Brachyscelis castaneus (Clark) nov. comb. (Leptotrichus)
528 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
vellerea Germar = Imatium tomentosum Clark syn. nov.
— Imatium rotundatum Clark syn. nov.
velutinum (Clark) nov. comb. (Imatium)
Calipeges Clark 1860
Calipeges crispus Clark
Aedmon Clark 1860
— Hadropoda Suffr. syn. nov.
Aedmon adumbrata (Bechyne) nov. comb. (Hadropoda)
ferrugineus (Suffr.) nov. comb. (Hadropoda)
heikertingeri (Bechyne) nov. comb. (Hadropoda)
orsodacnina (Bechyn&) nov. comb. (Hadropoda)
sericellum Clark
Rhinotmetus Clark 1860
Rhinotmetus assimilis Clark
canescens Clark
clarki nom. nov. et comb. nov. (Hypantherus deyrollii Clark)
cruciatus Clark
crucifer Clark
cyaneus Clark
cyanipennis Clark
depressus Clark
deyrollii Clark
elegantulus Clark
flavidus Clark
flavovittatus Jacoby
humilis Clark
inornatus Clark
jacobyi nom. nov. (canescens Jacoby)
leptocephalus (Perty)
marginatus Clark
minutus Jacoby
modestus Jacoby
neglectus Clark
nigricornis Clark
pallipes Clark
parvulus Jacoby
ruficollis Clark
spectabilis Clark
sulcicollis Clark
waterhousi Clark
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
929
Cerichrestus Clark 1860
Cerichrestus apicalis Clark
balyi Clark
batesii Clark
chevrolati Clark
deyrollii Clark
exiguus Clark
flavicans Clark
humilis Clark
marginicollis Clark
tenuicornis Clark
Euphenges Clark 1860
— Homammatus Clark 1860 syn. nov.
Euphenges assimilis (Clark) nov. comb. (Hypantherus)
Clarki nom. nov. et nov. comb. (Allochroma assimile) Clark
fuliginosus (Clark) nov. comb. (Homotyphus)
impressus (Clark) nov. comb. (Physimerus)
nitidus (Clark) nov. comb. (Homammatus)
rufotestaceus (Clark) nov. comb. (Hypantherus)
= Panchrestus inconspicuus Clark syn. nov.
= Allochroma nigromarginatum Clark syn. nov.
— Homammatus turgidus Clark syn. nov.
sericeus Clark
venustum (Clark) nov. comb. (Allochroma)
Apalotrius Clark 1860
Apalotrius pubescens Clark
Palopoda Erichson 1847
Palopoda parcepunctata Bech.
tersa Er.
Atyphus Clark 1860
Atyphus furcipes Clark
Bellacincta nov. gen.
Bellacincta clarki (Jacoby) nov. comb. (Hydmosyne)
humeronotatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
metallica (Jacoby) nov. comb. (Omototus)
rufolimbatus (Jacoby) nov. comb. (Omototus)
Allochroma Clark 1860
Allochroma apicicornis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes)
balyi Clark
basalis (Jacoby) nov. comb. (Hylodromus)
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2
34
530 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
bimaculatum Jacoby
biplagiatum Jacoby
castaneum Jacoby
chiriquensis Jacoby
coccineum Clark
fasciatum Clark
festivum Clark
flavicollis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes)
flavonotatum Jacoby
flavovittatum Clark
flohri Jacoby
frontale Jacoby
fulvoplagiatum Jacoby
godmani Jacoby
guatemalense Jacoby
högei Jacoby
lunatum Clark
mexicanum Jacoby
nigricollis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes)
piceum Clark
posticatum Jacoby
puncticolle Jacoby
quatuorpustulatum Clark
semipunctatum Jacoby
sexmaculatum Jacoby
sexsignatum Clark
teapense Jacoby
Meraaltica nov. gen.
Meraaltica lemoeides (Clark) nov. comb. (Euphenges)
punctata n. Sp.
Panchrestus Clark 1860
Panchrestus pulcher Clark
rubicundus Clark
rufescens Clark
Loxoprosopus Guer. 1829— 1844
Loxoprosopus caeruleus Clark
ceramboides Guer.
humeralis Clark
marginatus Clark
Hypantherus Clark 1860
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >31
Hypantherus ambiguus Clark
bimaculatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
binotatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
concolor Clark
sexmaculatus (Clark) nov. comb. (Omototus)
Physimerus Clark 1860
= Thrasygoeus Clark 1860 syn. nov.
Physimerus cordovensis Jacoby (Thrasygoeus)
femoralis Jacoby (Thrasygoeus)
flaviventris (Clk.) nov. comb. (Atyphus)
juvencus Clark
limbatus (Baly) nov. comb. (Octogonotes)
nigrifrons (Clark) nov. comb. (Eupeges)
nigripennis Jacoby
obscurus Clark (Thrasygoeus)
pollinosus (Clark) nov. comb. (Phylacticus)
salvini Jacoby (Thrasygoeus)
scabrosa (Clark) nov. comb. (Eupeges)
semipurpurea (Harold) nov. comb. (Hydmosyne)
sericeus (Perty) (eximius Clark)
tibialis Jacoby (Thrasygoeus)
vittatus Clark = Atyphus comes Clark syn. nov.
vulgaris Clark
Chaparena Bechyne 1959
Chaparena chacoensis (Bowd.)
lateralis (Bowd.)
limbata (Baly) (Octogonotes)
marginata (Bowd.)
sericeus (Bowd.)
Eupeges Clark 1860
Eupeges praeclara Clark
Phylacticus Clark 1860
Phylacticus amabilis Clark
humerale (Clark) nov. comb. (Allochroma)
maior Jacoby
modestus Clark
olivaceus Clark
prasinus Clark
ustulatus Clark
Pleurochroma Clark 1860
532 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Pleurochroma balteatum Clark
nitidulum Clark
pallidum Clark
Hydmosyne Clark 1860
Hydmosyne inclyta Clark = Zeteticus panamensis Jacoby syn. nov.
panamensis Jacoby
Gethosynus Clark 1860
Gethosynus sanguinicollis Clark
Anerapa nov. gen.
Anerapa aeneipennis (Bowd.) nov. comb. (Metriotes)
yungarum (Bechyn&) nov. comb. (Chaparena)
Exartematopus Clark 1860
Exartematopus nigroplagiatum (Jacoby) nov. comb. (Allochroma)
nobilis Clark
scutellaris Clark
Sparnus Clark 1860
= Cyrton Clark 1860 syn. nov.
Sparnus anisotomoides (Clark) nov. comb. (Cyrton)
apicalis Jacoby
chiriquensis Jacoby
flavicollis Jacoby
globosus Clark
intermedium (Jacoby) nov. comb. (Allochroma)
sanguineum (Clark) nov. comb. (Cyrton)
Ulrica nov. gen.
Ulrica minutus (Jacoby) nov. comb. (Sparnus)
Hypantherus batesii Clark ist mir in natura nicht bekannt.
Gruppe 2
Das Klauenglied der Hintertarsen ist mehr oder weniger kugelig auf-
getrieben; die Elytren sind nicht oder verworren punktiert:
Die ehemals sehr umfangreiche Gattung Oedionychus wurde von
Bechyne& in mehreren Arbeiten in zahlreiche neue Genera aufgeteilt. Die
Festlegung dieser Genera bereitet große Schwierigkeiten, was auch aus den
Diagnosen hervorgeht. Die Stellung der Epipleuren zum Beispiel ist ein
sehr unsicheres Merkmal. Punktierung des Kopfes, wie bei Kuschelina tritt
auch in den anderen Genera auf. So unsicher ist auch die Stellung mancher
Arten innerhalb dieser Gattungen. Trotzdem sei hier der Versuch gemacht,
diese schwer abgrenzbaren Genera tabellarisch zu erfassen.
1 (12) Hinterschenkel nicht übermäßig verdickt, der Querdurchmesser
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 933
Sn
entspricht ungefähr einer halben bis zwei Drittel Tibienlänge,
das Klauenglied der Hintertarsen ist angeschwollen, jedoch nicht
kugelig; das schienennächste Tarsenglied der Hinterbeine ist
ungefähr ein Drittel so lang wie die Tibie.
Von der Seite gesehen die Epipleuren gut sichtbar:
Stirn und Clypealquercarina weiß, der übrige Kopf dunkelpech-
braun bis schwarz gefärbt:
Vorderecken des Halsschildes (Abb. 19) spitz neben den Augen
nach vorne gezogen; keine antebasale Querfurche. Die vierecki-
gen Antennalcalli durch einen feinen Spalt voneinander getrennt;
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern sehr schmal, Quer-
carina breiter; die Stirn ist vom Vertex durch eine feine waag-
Abb. 19: Habitusbild von Homophoeta albicollis (F.)
(Vergrößerung 6 X)
rechte Punktreihe getrennt. Elytren ohne Basalcalli; braun mit
heller Zeichnung, oder gelb mit dunkler Zeichnung, auch metal-
lisch gefärbt mit und ohne Zeichnung, auch braun und ungezeich-
net. Länge über 5 mm.
Homophoeta Erichson 1847
Genotypus: Chrysomela albicollis Fabricius 1787
Ca. 50 Arten, über ganz Süd- und Zentralamerika verbreitet.
Stirn und Clypealquercarina wie der übrige Kopf gefärbt: Vor-
derecken des Halsschildes neben den Augen nach vorne gezogen;
Rand breit abgesetzt; antebasale Querfurche fehlt.
Elytren an der Basis wenig breiter als der Halsschild; Basal-
calli schwach entwickelt.
Antennalcalli dreieckig, mehr oder weniger gut abgesetzt,
ihre vordere Spitze liegt zwischen Fühler und Clypeallängscarina
(Abb. 20).
934
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
5(6)
6(5)
Abb. 20: Habitusbild von Aspicela unipunctata Latr.
(Vergrößerung 4 X)
Vorderrand des Metasternums wulstig erhaben:
Aspicela Clark 1865
Aspicela Dejean in litteris
Auch Clark gibt keine eigentliche Gattungsdiagnose, so daß
man fast Harold (Coleopt. Hefte XV, 1876, p. 95) als Autor an-
nehmen möchte.
Genotypus: Altica unipunctata Latr.
Ca. 12 Arten, deren Verbreitung auf Kolumbien und Ecua-
dor beschränkt ist.
Vorderrand des Metasternums nicht wulstig erhaben:
Asphaera Chevrolat 1843
(Litosonycha Clark 1865)
Genotypus: Asphaera auripennis Harold 1876 (Bras.: Rio de Jan.)
Mehr als 130 Arten über ganz Süd- und Zentralamerika ver-
breitet. Zwei Arten lustrans Crotch und abdominalis Chevr. drin-
gen bis in die USA ein.
Epipleuren sehr schräg nach innen oben gestellt, so daß sie von
der Seite nicht gesehen werden können.
1) Clypeus in seinem hinteren Teil nicht hoch nach oben gewölbt:
Seiten des Halsschildes stark gerundet; Elytropleuren schmal;
Elytren gerundet verhältnismäßig breit und kurz (6 : 7):
Pleurosphaera Bechyn& 1958
Monotypisch: Asphaera decipiens Clark 1865
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 935
10 (9
—
11(8)
Ber)
13 (28)
14 (15)
17 (16)
18 (21)
19 (20)
Brasilien: Rio de Janeiro, Minas Gerais; Argentinien: Misiones:
Loreto.
Seiten des Halsschildes nicht stark gerundet; Elytren parallel,
verhältnismäßig schmal und lang (3 : 5); die Epipleuren sind nur
auf dem vorderen Drittel ausgebildet:
Longasphaera Bechyn& 1955
Monotypisch: Longasphaera hispicornis Bechyn&
Brasilien: Minas Gerais.
Clypeus in seinem hinteren Teil hoch nach oben gewölbt, so daß
er die Form eines großen Tuberkels annimmt; Halsschildseiten
schwach gerundet; Elytropleuren breit:
Rhynchasphaera Bechyn& 1955
Genotypus: Rhynchasphaera orophila Bechyne 1955
3 Arten (1 Bolivien, 2 Peru).
Hinterfemora sehr verdickt, ihr Querdurchmesser entspricht un-
gefähr der Länge der Tibie; das Klauenglied der Hintertarsen ist
kugelig angeschwollen; das schienennächste Tarsenglied der Hin-
terbeine ist nur ungefähr !/> so lang wie die Tibie:
Ohne antebasalen Quereindruck auf dem Thorax, der an Philo-
pona erinnert, wenn zweifelhaft, dann siehe Nr. 26:
Fühler claviform, die Keule wird von vier stark erweiterten End-
gliedern gebildet:
Pyxidaltica Bechyne 1956
Monotypisch: Oedionychus variegatus Jacoby 1880.
Brasilien: S. Catarina, Paranä, S. Paulo, Rio de Janeiro, Minas
Gerais.
) Fühler filiform, nach den Enden zu nicht auffallend erweitert:
Stark gewölbte Formen, von der Seite betrachtet beträgt ihre
Höhe mehr als die Hälfte der Länge:
Große Formen, die kleinsten messen 6 mm; starke Elytral-
punktierung:
Paranaita Bechyn& 1955
Genotypus: Oedionychus opimus Germar
15 Arten mit zahlreichen Rassen (Argentinien, Paraguay und an-
schließendes Brasilien).
Weniger stark gewölbte Formen, von der Seite betrachtet be-
trägt ihre Höhe weit weniger als die Hälfte der Länge, beinahe
nur ein Drittel derselben:
Die Epipleuren sind von der Seite gesehen nicht sichtbar:
Epipleuren horizontal, daher von der Seite nicht sichtbar; von
936
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
22 (25)
23 (24)
oben gesehen Elytropleuren breit und rinnenförmig:
Walterianella Bechyn& 1955
Genotypus: Oedionychus interruptovittatus Jacoby (Rio Grande
do Sul, Santa Catarina)
Mehr als 100 Arten mit einer Verbreitung über ganz Süd- und
Zentralamerika.
Epipleuren nach innen oben schräg gestellt, daher von der Seite
nicht sichtbar; durch diese Schrägstellung können die Elytropleu-
ren nicht rinnenförmig aufgebogen sein, sondern sind schräg nach
unten gerichtet:
Alagoasa Bechyn& 1955
Genotypus: Oedionychus libentinus Germar (Est. Minas Gerais)
Ca. 150 Arten mit mehreren Rassen, deren Verbreitung sich über
ganz Süd- und Zentralamerika erstreckt.
Epipleuren schräg nach unten gestellt, so daß sie bei seitlicher
Betrachtung gesehen werden; Elytropleuren meist schmal, wenn
breiter dann doch nicht rinnenförmig:
Halsschild stark gewölbt, der breite Seitenrand ist scharf abge-
setzt und gegen den Halsschild bis 90° geknickt; Epipleuren seit-
lich bis zur Elytrenspitze sichtbar:
Die Metepisternen sind nicht nach hinten verschmälert, sondern
parallelseitig; bei allen anderen Oedionychinen verjüngen sie sich
nach hinten:
Nycteronychis Bechyn& 1955
Monotypisch: Oedionychus trivittatus Baly (Brasilien: Rio de Ja-
neiro, S. Paulo)
Dem vorhergehenden Genus sehr ähnlich, doch mit sich nach
hinten verjüngenden Metepisternen:
Araoua Bechyne 1955
Genotypus: Altica umbratica Olivier (Franz. Guayana)
Eine zweite Art ist aus Rio de Janeiro bekannt, deren Stellung
ich in diesem Genus bezweifle.
Halsschild verhältnismäßig flach, nur schwach gewölbt, die breite
Halsschildrandung ist gegen den eigentlichen Halsschild nicht ge-
knickt sondern nur schwach gebogen:
Epipleuren breit und von der Seite sichtbar; auf dem Thorax
befindet sich manchmal eine leichte Andeutung eines antebasalen
Quereindruckes. Der Halsschild ist in der Mitte am kürzesten, der
27 (26)
30 (29)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 537
Vorderrand wirkt wie für den Kopf ausgeschnitten und an den
Ecken nach vorne gezogen:
Wanderbiltiana Bechyn& 1955
Genotypus: Oedionychus nitidus Fabricius
Ca. 30 Arten: 1 Argentinien, 1 Paraguay, 1 Mato Grosso, alle
übrigen sind auf das südöstliche Brasilien beschränkt (S. Cata-
rina, Paranä, S. Paulo, Rio de Janeiro, Espirito Santo).
Epipleuren verhältnismäßig schmal; Halsschildvorder- und Hin-
terrand nahezu parallel, in der Mitte etwas länger; der Halsschild
wirkt wie ein querübergebogenes Rechteck, nur die Vorderecken
sind schräg nach vorne außen gerichtet:
Kuschelina Bechyne 1951
Genotypus: Oedionychus adjunctus Jacoby (Bolivien)
Mehr als 30 Arten: 1 Uruguay und Süd-Brasilien; 4 Paraguay;
1 Paraguay und Argentinien; 1 Paraguay und Brasilien (Rio
Grande do Sul, S. Catarina); Brasilien: 4 Rio Grande do Sul, 5
Santa Catarina, 1 Rio de Janeiro, 1 Pernambuco, 1 Paraiba, 2
Brasilien ohne weitere Angaben; 1 Argentinien und Chile; 1 Bo-
livien; 3 Mexiko; 1 Texas; 7 übrige U.S.A.
Deutlicher antebasaler Quereindruck auf dem Halsschild ähnlich
wie bei Philopona; im Gegensatz zu Philopona ist die Intercoxal-
platte breit:
Kleinere 3-7 mm (meist um 5 mm) große, verhältnismäßig
schmale Tiere, sehr flach. Epipleuren von der Seite sichtbar; In-
tercoxalplatte plan oder gewölbt:
Capraita Bechyn& 1957
Genotypus: Oedionychus sexmaculatus llliger (U.S.A.)
Ca. 60 Arten: Süd-, Zentral- und Nordamerika.
Größer, über 8 mm, mehr gerundet und stärker gewölbt; Epi-
pleuren so schräg nach hinten gestellt, daß sie von der Seite nicht
sichtbar sind; längs der Mitte der Intercoxalplatte läuft derart ein
scharfer Kiel, daß sich zu seinen Seiten Rinnen ergeben:
Callangaltica Bechyn& 1958
Monotypisch: Oedionychus batesi Baly 1859 (Peru).
Gruppe 3
Auf der Außenkante der Hintertibien befindet sich hinter der
Mitte ein stumpfer Zahn, auf den eine bewimperte Ausrandung
folgt:
Vom Hinterende des Clypeus zieht über die Stirn jederseits eine
gerade Furche zum Augenhinterrand, deren Vorderrand leisten-
938
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
D
rn
o
—
förmige Antennalcalli vortäuscht, dieses leistenförmige Gebilde
wird bis zum Augeninnenrand nicht unterbrochen.
Die Innenkante des Hintertibienendes ist nicht verlängert; kleine
1,5-3,5 mm lange, länglich-ovale, schwarz oder metallisch ge-
färbte Tierchen:
Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes;
Elytren verhältnismäßig wenig gewölbt und meist in sehr exak-
ten Längsreihen punktiert.
Halsschild meist punktiert; Seiten leicht gerundet und etwas
nach vorne konvergierend; Vorderecken abgeschrägt; die Mitte
der Halsschildbasis etwas nach hinten erweitert, daher leicht
doppelbuchtig.
Chaetocnema Stephens 1831
= Halticops Brethes 1928 syn. nov.
Genotypus: Altica hortensis Geoffroy (Palaearktis)
Ca. 80 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde verbreitet.
Die Innenkante der Hintertibien ist an ihrem Ende verlängert,
mit kleinen Zähnchen besetzt und überragt selbst den auf der
Unterkante der Außenseite eingefügten Hintertibiendorn; kleine
1,8-3,5 mm lange, rund-ovale, gewölbte, braun oder schwarz,
oder braun mit schwarz oder umgekehrt gefleckte Tiere:
Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes;
Elytren stark gewölbt; die Punktierung variiert von kaum punk-
tiert, über konfus bis zu regelmäßigen Punktreihen.
Halsschild glatt bis kräftig punktiert; Seiten nahezu gerade
und konvergieren auffallend nach vorne; Vorderecken abge-
schrägt; die Mitte der Basis ist nach hinten erweitert, daher auf-
fällig doppelbuchtig. |
Heikertingerella Csiki 1940
Genotypus: Homophyla adusta Harold (Peru)
Ca. 70 Arten: Brasilien bis Mittelamerika.
Diese geraden Frontalfurchen fehlen; Antennalcalli verrundete
Gebilde, die weit auseinander liegen; stets über 4 mm große, an
Chrysomela erinnernde Formen; fast immer gelb mit dunkel-
pechbrauner oder rotbrauner Zeichnung, selten umgekehrt:
Stirnlinien bogige Furchen, welche jederseits von der Füh-
lergelenkpfanne nach oben ziehen (= die innere und hintere Be-
grenzung der Antennalcalli); Halsschild am Vorderrand in Höhe
des Augenhinterrandes mit einer Reihe kräftiger Punkte, diese
Reihe ist auf halber Halsschildlänge winkelig gegen den Seiten-
ln nn nn
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 939
Qi
rn
©)
rand gebogen; eine weitere Punktreihe befindet sich jederseits an
der Basis; die Punktreihen am Vorderrand können zu einer ein-
fachen Reihe schwacher Punkte, die nicht gegen den Seitenrand
abgewinkelt sind, sehr reduziert sein; die Punktreihen der Basis
können vollkommen fehlen.
Die Elytrenbasis ist so breit wie die des Halsschildes, die
Punktierung erfolgt mit wenigen Ausnahmen in Einfachreihen:
Clypeus ohne auffällige Querdepression am Vorderrand:
Blepharida Rogers 1856
Genotypus: Chrysomela rhois Forst. (U.S.A. bis Mexiko)
2 paläarktische Arten; 1 nearktische Art; ca. 20 neotropische Ar-
ten: 15 Mexiko, 1 Guatemala, 1 Haiti, 1 Kuba und Puertorico,
1 Franz. Guayana, 1 Chile (?); ca. 40 afrikanische Arten; die An-
zahl der indo-australischen Arten ist ungeklärt (= ? Ophrida).
Clypeus mit auffälliger Querdepression auf dem Vorderrand, so
daß sich davor ein wulstiger Rand ergibt:
Notozona Clark 1865
Genotypus: Chrysomela bifasciata Olivier (Cayenne)
22 Arten: 9 Mittelamerika: 5 Mexiko, 2 Guatemala, 1 Nicaragua,
1 Honduras; 1 Venezuela; 3 Cayenne; 1 Peru (?); 4 Brasilien
ohne weitere Angaben 1 Amazonas; 1 Bahia; 1 Parä; 1 S. Paule,
E. Santo und Minas Gerais.
Man könnte diese beiden letzten Genera auch ruhig zusam-
menlegen.
Gruppe 4
Augen auffällig nierenförmig ausgerandet:
Ausrandung der Augen verhältnismäßig gering; ca. 4-5 mm
lange, chagrinierte, sehr schmale Formen:
Heikertingeria Csiki
(ausführlich p. 573)
Augen stark ausgerandet, breitere Formen, rund oder rundoval:
Ovale Formen, Flügeldecken mit parallelen Seiten:
Über 4Amm große Tiere; gelbbraun mit pechbrauner Zeichnung
auf den Elytren.
Halsschild mehr als doppelt so breit als lang; Seiten gerade
und nach vorne konvergierend; die Vorderecken wirken wie auf-
gesetzt; vor der Basis ein sanfter Quereindruck, der nach den
Seiten nicht begrenzt ist.
Flügeldecken mit Humeral- und Basalcalli; konfus punktiert.
540 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Clypeallängs- und Quercarina zusammen T-förmig, hoch ge-
wölbt und verhältnismäßig breit; die nebeneinander liegenden
Antennalcalli entsenden nach vorne spitze Fortsätze, die meist
ohne Unterbrechung in die Clypeallängscarina übergehen, ja
selbst der die Antennalcalli trennende Spalt setzt sich noch etwas
auf die Clypeallängscarina fort (Abb. 21a).
Abb. 21: Vorderansicht des Kopfes von
a) Nephrica kirschi Har.,
b) Phenrica aequinoctialiformis Bech. (p. 579)
(Vergrößerung a) 20 X, b) 32 X)
Sehr mit Phenrica Bech. verwandt (p. 579) Phenrica hat nur
schwach nierenförmige Augen.
Nephrica Harold 1877
(Cyclophysa Baly)
Genotypus: Nephrica kirschi Harold
Ca. 4 Arten: 1 Amazonas, 1 Bolivien, 1 Peru, 1 Peru und Ama-
zonas.
> ( 4 ) Ca. 6 mm groß; rotbraun mit dunkelpechbraunem Vertex:
Halsschild doppelt so breit als lang, Seiten gerade, nach
vorne konvergierend, Vorderecken abgeschrägt; exakte anteba-
sale Querfurche, die seitwärts von einem Längsfältchen begrenzt
wird.
Elytren kaum punktiert; Humeralcalli und mäßige Basalcalli.
Clypeallängscarina sehr lang, mit kurzer Quercarina T-för-
mig; Antennalcalli mäßig abgesetzt (Abb. 22).
Paralactica Bechyne 1961
Monotypisch: Haltica capitata Illiger (Amazonas)
6 ( 3 ) Runde bis rundovale Formen, Seiten der Flügeldecken gerundet:
9,5-6 mm große Tiere, gelbbraun.
Halsschild ähnlich denen der vorhergehenden Genera, eben-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Dal
Abb.
falls mehr als doppelt so breit als lang, nur kann die antebasale
Querfurche fehlen.
Elytren stark gewölbt; Punktierung konfus; Basalcalli nur
schwach ausgebildet.
22: Vorderansicht des Kopfes von Paralactica capitata (Nliger)
(Vergrößerung 20 X)
Keine antebasale Querfurche auf dem Halsschild, wirkt wie eine
Casside, schon wegen der Fühler, letztere bestehen aus kräftigen
zylinderförmigen Antenniten, die in sehr enger Folge aneinander
gereiht sind.
Sophranella Jacoby 1904
Monotypisch: Sophranella fulva Jacoby (Amazonas: Parä)
Mit sehr verloschener antebasaler Querfurche auf dem Halsschild,
die nur an den Seiten durch ein scharfes Längsfältchen deutlich
gemacht wird.
Pedilia Clark 1865
Genotypus: Pedilia rufa Clark (Parä)
3 Arten: 1 Parä, 1 Bahia, 1 Peru.
Gruppe 5
Vor der Basis des Halsschildes befindet sich ein Quereindruck:
Die antebasale Thoraxquerfurche reicht bis zu den Seitenrändern
oder verläuft in die Hinterecken, sie wird seitlich von keinem
Längsfältchen begrenzt: |
Flügeldecken ohne Humeral- und Basalcalli, ein Skutellum fehlt:
Die Thoraxseiten divergieren nach vorne zu den verdickten abge-
schrägten Vorderecken; Elytren mit neun durchgehenden Punkt-
reihen, die kurze iuxtascutellare Punktreihe ist trotz des fehlen-
den Skutellums ausgebildet, ebenfalls fehlt an der Stelle der feh-
lenden Humeralcalli die Punktierung; alle Punktreihen gleich-
mäßig und deutlich bis zu den Elytrenspitzen verfolgbar.
Die Fühler sind spitzenwärts verdickt und reichen über das
erste Viertel der Elytren.
942
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Ya
N
[e}
8(7)
9 (12)
1,8-2 mm lang, rotbraun:
Exaudita Bechyne& 1955
Monotypisch: Exaudita hilaria Bechyne& (Brasilien: Santa Catha-
rina).
Thoraxseiten divergieren nach vorne zu den verdickten Vorder-
ecken; Elytren sehr verloschen punktiert, die Punktierung ist nur
deutlich nahe der Basis; sehr charakteristisch ist eine tiefe sutu-
rale Linie. Antennen filiform, lang.
1,5-1,6 mm lang, rotbraun, Elytren pechbraun:
Aulonodera Champion 1918
Monotypisch: Aulonodera darwini Champ. (Chile).
Flügeldecken mit Humeralcalli:
Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun durchgehenden Ein-
fach- oder Doppelreihen, die marginale und kurze iuxtascutellare
ausgenommen:
Hinter den Antennalcalli liegt eine weitere Callosität, die auch
als eine Verlängerung der Antennalcalli nach hinten bis zum
Augenhinterrand angesehen werden kann:
Vorderecken des Halsschildes flach abgeschrägt, etwas zahn-
artig nach außen tretend; die Seiten divergieren stark nach vorne;
Basis verengt und quer eingedrückt; auf der vorderen Hälfte
befindet sich vielfach jederseits der Mitte ein Höcker.
Elytren an der Basis bedeutend breiter als die Halsschild-
basis; Basalcalli schwach; die Punktierung erfolgt in mehr oder
weniger ordentlichen Längsreihen bis zu Doppelreihen, zumal
nahe der Naht ist die Punktierung vielfach konfus.
Der Clypeus ist dreieckig und von der Seite betrachtet gegen
die Stirn rechtwinkelig geknickt; eine Clypeallängscarina ist, wenn
vorhanden, immer sehr schwach ausgebildet.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
4-6 mm lange sehr schmale Tiere, gelblich gefärbt, teils mit
rotem Nahtsaum auf den Elytren oder roter Längsbinde auf jeder
Flügeldecke (Abb. 23).
Nasigona Jacoby 1902
Genotypus: Nasigona pallida Jacoby (Peru, Bolivien).
4 Arten: 1 Bolivien, 1 Peru, 1 Bolivien und Peru, 1 Cayenne
Hinter den Antennalcalli liegt keine weitere Callosität:
Halsschild kräftig punktiert:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 543
( u \
Abb. 23: Habitusbild von Nasigona pallida Jac.
(Vergrößerung 10 X)
10 (11) Halsschild zerstreut mit breiten wenig tiefen Punkten besetzt
(Abb. 24):
Halsschildseiten nahezu gerade und scheinen nach vorne zu
divergieren, in Wirklichkeit ist der Abstand der Vorder- und Hin-
terecken gleich; die Basis ist in der Mitte nach hinten etwas
erweitert und daher doppelbuchtig; die antebasale Querfurche ist
nicht exakt und eher als eine Querdepression zu bezeichnen; das
Verhältnis von Länge zu Breite ist bei allen Arten ungefähr
22.29.
N NZ y
s f He NY
AN
Abb. 24: Habitusbild von Leptophysa batesii Baly
(Vergrößerung 15 X)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
11 (10)
Elytren lang und parallel, die Breite verhält sich zur Länge
wie 10 : 17; Humeral- und Basalcalli deutlich; neun exakt durch-
gehende Punktreihen.
Antennalcalli dreieckig; die Stirnfurchen ziehen zum Augen-
hinterrand; Clypeallängscarina sehr schmal und scharf ausgebil-
det. Die Fühler reichen auf die Elytrenmitte:
Überall - wenn auch spärlich — läßt sich eine Behaarung
feststellen.
2,6-3 mm lange, von gelb- über rot- bis pechbraun gefärbte
Tiere.
Leptophysa Baly 1877
—= Pseudoepitrix Jacoby 1885 syn. nov.
— Goianinha Bechyn& 1957 syn. nov.
Genotypus: Leptophysa batesii Baly (Parä) (Abb. 24)
Leptophysa batesi Baly = Systena deyrollei Baly syn. nov.
13 Arten, die über Zentralamerika und die Inseln des Karibischen
Raumes verbreitet sind, außerdem 4 Arten deren Verbreitung in
Argentinien und ganz Brasilien liegt.
Halsschild gleichmäßig kräftig punktiert:
Seiten des Halsschildes gerundet, konvergieren nach vorne;
Vorderecken verrundet, nicht abgeschrägt; Oberfläche gleich-
mäßig gewölbt; antebasaler Quereindruck schwach.
Stirnfurchen deutlich, ziehen zum Augenhinterrand, Cly-
peallängs- und Quercarina flach und verhältnismäßig breit.
Länge 2,6 mm, dunkelbraun mit Bleiglanz.
Aprea Baly 1877
Monotypisch: Aprea jansoni Baly (Jamaica).
Halsschild glatt oder sehr fein punktiert:
Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt:
Die Punktreihen der Elytren sind zum Teil oder alle doppelt:
Vorderecken des Halsschildes stumpfwinklig zum Vorderrand
hin abgebogen; Seiten schmal abgesetzt gerandet; Basis verengt;
teils undeutlicher antebasaler Quereindruck, der in der Mitte am
tiefsten ist; die Basis kann in der Mitte etwas nach unten gedrückt
sein, was eine Erweiterung nach hinten vortäuschen kann.
Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil-
des; Basalcalli deutlich.
Die Antennalcalli werden voneinander durch einen Spalt
getrennt, nach den Seiten reichen sie bis zu den Augeninnen-
rändern, nach hinten werden sie von einer waagrechten Quer-
16 (15)
17 (14)
18 (13)
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 945
furche begrenzt, zum Teil ist diese Begrenzung sehr undeutlich,
dann ist nur der gegenseitige Begrenzungsspalt sichtbar; Clypeus
dreieckig.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
2,0-4,5 mm lang, gelbbraun, Elytren mit pechbrauner Zeich-
nung.
Orodes Jacoby 1891
Genotypus: Orodes nigropictus Jacoby (Panama)
4 Arten: 1 Rio Grande do Sul, 1 Brasilien ohne weitere Angaben,
l Venezuela, 1 Panama.
Antebasale Querfurche des Halsschildes sehr schwach, meist nur
durch je einen punktierten Eindruck jederseits der Mitte ange-
deutet; Seiten regelmäßig gerundet.
Basis der Elytren wenig breiter als die des Halsschildes, die
kurze iuxtascutellare Punktreihe ist unregelmäßig und zum Teil
zu Doppelreihen gereiht, dies kann auch bei den durchgehenden
Reihen hinter der Mitte erfolgen; Bascalli sind sehr mäßig aus-
gebildet.
Antennalcalli groß, sie werden voneinander durch einen
Spalt und nach hinten von einer kräftigen, stufenartigen Quer-
furche begrenzt, die jederseits bis an den Augeninnenrand reicht;
eine eigentliche seitliche Begrenzung der Antennalcalli besteht
nicht, zum Augeninnenrand hin liegt nur eine flache Senke; der
Clypeus ist gegen die Stirn sehr geknickt; die schmale Clypeal-
längscarina ist auf den Raum zwischen den Fühlern beschränkt;
die kräftigen Fühler (5) überragen die Mitte der Elytren.
Länge 3,5-4,2 mm; rotbraun; Beine und Fühler schwarz;
länglich-oval.
Calliphron Jacoby 1891
Monotypisch: Calliphron ferrugineum Jacoby (Panama).
Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun sehr feinen ordent-
lichen Längsreihen:
Antebasale Querfurche des Halsschildes sehr exakt und deut-
lich; Seiten gerade und divergieren nach vorne; Basis verengt.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli sehr kräftig entwickelt.
Eine 4mm große, metallisch blau gefärbte Art des Genus
Chorodecta Harold 1875
Die typischen Vertreter dieses Genus folgen unter Nr. 27.
Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt:
ca
or
946
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
19 (22)
20 (21)
21 (20)
Basis des Halsschildes in der Mitte nach hinten erweitert daher
doppelbuchtig:
Elytren ohne postbasale Querdepression; Balascalli schwach aus-
gebildet:
Antebasale Querfurche des Halsschildes scharf ausgeprägt;
Seitenrand sehr schmal abgesetzt, Seiten nahezu gerade und par-
allel; Halsschild verhältnismäßig breit, die größte Länge in der
Mitte verhält sich zur Breite wie 19 : 29, an den Seiten wie 9 : 29.
Elytrenbasis kaum breiter wie die des Halsschildes, Elytren
sehr gewölbt.
Eigentliche Antennalcalli fehlen, an ihrer Stelle leistenför-
mige Gebilde vor den geraden Frontalfurchen, die vom Hinter-
ende der Clypeallängscarina zum Augenhinterrand ziehen; dieses
antennalcalliartige Feld ist weder nach vorne noch nach den Sei-
ten begrenzt, so daß es bis zum Augeninnenrand reicht; Clypeal-
längs- und Quercarina vorhanden. Die Antennen filiform und
knapp auf die Elytrenmitte reichend.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
Dodericrepa Bechyn& 1951
Genotypus: Crepidodera aenescens Boheman
3 Arten: Brasilien: 1 Rio de Janeiro, 1 Mato-Grosso, 1 S. Paulo.
Elytren mit postbasaler Querdepression, sehr gewölbte Basalcalli:
Antebasale Querfurche des Halsschildes scharf ausgeprägt
und in den Seitenrand nahe den Hinterecken mündend; nahe den
Hinterecken kann ein kleines Grübchen liegen, über das die
Querfurche dann hinwegzieht; sehr gewölbt; Seiten nahezu ge-
rade und divergieren nach vorne; die größte Länge längs der
Mitte verhält sich zur Breite wie 26:31, am Seitenrand wie
16 :31 (Genotypus!).
Die Elytrenbasis ist breiter wie die des Halsschildes.
Antennalcalli gewölbt, gut abgesetzt, nur manchmal schlecht
voneinander geschieden. Clypeallängscarina zwischen den Füh-
lern schmal, Clypeus lang, dreieckig und gegen die Stirn geknickt.
Die Antennen reichen etwas über die Mitte der Elytren; das erste
Glied ist sehr lang, so lang wie die folgenden zwei bis drei zu-
sammengenommen.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
2-3 mm lang, meist braun, aber auch metallisch gefärbt.
Exoceras Jacoby 1891
Genotypus: Exoceras facialis Jac. (Panama).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 547
22 (19)
10 Arten: 1 Guadeloupe, 1 Costarica, 1 Panama, 2 Venezuela,
1 Bolivien, 2 Rio de Janeiro, 1 Santa Catharina, 1 Paranä.
Basis des Halsschildes in der Mitte nicht nach hinten erweitert,
nicht doppelbuchtig:
Halsschildbasis verengt, Seiten nahezu gerade, nach vorne
divergierend; antebasale Querfurche exakt, nahe den Hinter-
ecken zur Basis mündend (Abb. 25).
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes;
Humeral- und Basalcalli gut ausgeprägt.
Antennalcalli dreieckige, aneinander liegende Gebilde, nach
hinten waagrecht begrenzt, die Begrenzung teilweise etwas un-
scharf; Stirnseitenlinien die zum Augenhinterrand ziehen, sind
nur durch eine flache Mulde angedeutet. Clypeus mit Längs- und
Quercarina. Die Fühler reichen nicht ganz bis auf die Elytren-
mitte.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; Klauen mit Basalanhang:
a (b) Die Hinterfemora erreichen nicht die Elytrenspitzen; die
Elytren sind nach hinten nicht auffallend verschmälert, sie
sind gut gewölbt und fallen erst nahe den Spitzen zu den-
selben steil ab; die Intervalle erweitern sich auf der hin-
teren Elytrenhälfte:
2,8-3,3 mm lang, gelbroter Vorderkörper und metallische
Elytren, auch ganz metallisch (Abb. 25):
Piobuckia Bechyn& 1956
Abb. 25: Habitusbild von
Piobuckia promecosomoides Bech. (9)
(Vergrößerung 10 X)
48
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
d (ce)
Genotypus: Piobuckia promecosomoides Bechyn& (Rio
Grande do Sul)
3 Arten: 1 Rio Grande do Sul, 1 S. Paulo, 1 Bolivien (bei
letzterer bezweifle ich die Zugehörigkeit zu dieser Gat-
tung).
Die Hinterfemora erreichen nahezu die Elytrenspitzen
oder stehen darüber hinaus; Elytren nach hinten verschmä-
lert und abgeflacht; die Intervalle verschmälern sich nach
hinten:
Unterseite der Hinterfemora mit einer Auswinkelung ver-
sehen; Tibien auffallend gebogen.
4,8 mm lang; rotgelb mit dunkelvioletten Elytren:
Tenosis Clark 1865
Monotypisch: Tenosis purpureipennis Clark (Rio de Ja-
neiro)
Unterseite der Hinterfemora ohne Auswinkelung; Tibien
nicht auffallend gebogen (Abb. 26).
2,8-3,5 mm lange Tiere; Vorderkörper rötlich; Fühler,
Beine, Unterseite und Flügeldecken schwarz, auch das
ganze Tier schwarz oder metallisch gefärbt, oder das ganze
Tier braun, teils mit schwarzer Elytrenbasis und Rändern:
Glenidion Clark 1860
— Sangaria Harold 1876 syn. nov.
(Ptinomorpha Harold)
Genotypus: Glenidion rubronotatum Clark
Abb. 26: Habitusbild von Glenidion haagi (Harold)
(Vergrößerung 10 X)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 549
27 (26)
Ca. 12 Arten: Bolivien, Kolumbien, Peru, nördl. Brasilien,
Venezuela und Mittelamerika.
Punktierung der Elytren konfus, teils mit Tendenz zur Längs-
reihung:
Stirnfurchen fehlen oder sind sehr undeutlich:
Die Vorderecken des Halsschildes sind deutlich abgeschrägt:
Seiten des Halsschildes nahezu parallel und sehr schmal geran-
det; antebasaler Quereindruck seicht und reicht bis zu den Seiten:
Elytren in unordentlichen, engen Einzel- oder Doppelreihen
punktiert; Basalcalli vorhanden.
Vertex verhältnismäßig grob punktiert, diese Punktierung
kann auch bis auf den Clypeus übergreifen; Antennalcalli nicht
abgesetzt, nur durch den Mangel einer Retikulierung erkennbar,
voneinander durch einen feinen Spalt getrennt, nach vorne mit
dem Clypeus eine einzige Fläche bildend. Die Fühler erreichen
nicht die Elytrenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Kleine schmale, 2-38 mm lange, hell- bis dunkelpechbraun
gefärbte Tierchen.
Neothona Bechyn& 1955
Genotypus: Neothona prima Bechyn&
12 Arten: 1 Rio Grande do Sul mit einer Subspezies in S. Paulo,
2 Rio de Janeiro, 2 Mato Grosso, 2 Bolivien, 2 Venezuela, 1 Ja-
maica, 1 Trinidad.
Seiten des Halsschildes gerade und divergieren nach vorne, Basis
verengt und deutlich quer eingedrückt:
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli sehr kräftig entwickelt; Punktierung konfus mit Ten-
denz zur Längsreihung.
Vertex zerstreut kräftig punktiert; Antennalcalli voneinander
durch einen kräftigen Spalt getrennt, nach den Seiten nicht, nach
hinten durch eine feine Furche, die aber auf die Antennalcalli
selbst beschränkt ist, das heißt nicht nach den Seiten zum Augen-
innenrand reicht; der Clypeus ist gegen die Stirn geknickt; die
Stirn sehr breit; die Fühler reichen auf das erste Viertel der
Flügeldecken.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
2,4-4 mm lange verhältnismäßig gut gewölbte kurze For-
men; ganz metallisch grün oder blau, oder schwarz mit Erzglanz.
Chorodecta Harold 1875
90
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
30 (29)
Genotypus: Chorodecta coarctata Harold (Kolumbien)
4 Arten: 1 Kolumbien, 1 Peru, 2 Bolivien.
Dieses Genus ist wegen der Vorderecken des Halsschildes
unter Nr. 34 nochmals aufgeführt.
Die Vorderecken des Halsschildes sind nicht abgeschrägt:
Kopf grob punktiert, vor allem nahe den Augeninnen- und Hin-
terrändern:
Seiten des Halsschildes nahezu parallel und gerade; die
Länge verhält sich zur Breite wie 5 : 6, was bei freier Betrachtung
einen quadratischen Eindruck hervorruft; antebasaler Querein-
druck sanft.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli kaum ausgebildet; Punktierung sehr fein und konfus.
Antennalcalli gut abgesetzt, etwas viereckig, nebeneinander
liegend; Clypeallängs- und Quercarina breit, zusammen T-för-
mig; von der Seite gesehen Clypeus gegen die Stirn nur schwach
gebogen. Die Fühler erreichen nicht die Elytrenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
4,5-7 mm lang, schwarz, Elytren mit gelben Längs- oder
Querbinden.
Agasicles Jacoby 1904
Genotypus: Agasicles vittata Jacoby
3 Arten: 1 Bahia, 1 Amazonas, 1 Brasilien, Argentinien und Peru.
Kopf nicht auffallend punktiert:
31 (32) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Die Halsschildseiten sind auf der vorderen Hälfte meist stär-
ker gerundet, was eine Verengung der Basis vortäuscht, die Basis
ist aber in Wirklichkeit etwas breiter als der Vorderrand; der
antebasale Quereindruck ist schwach.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; kon-
fus mit Tendenz zur Längsreihung punktiert; Basalcalli schwach.
Die Antennalcalli werden nur durch den sie trennenden
Längsspalt deutlich, nach hinten und nach den Seiten ist keine
Begrenzung vorhanden; irgendwelche Stirnfurchen fehlen voll-
kommen; neben einer Clypeallängscarina ist meist auch eine
Quercarina vorhanden; die Fühler reichen bis auf die Elytren-
mitte.
3-6 mm große Tiere, meist gelbbraun, auch grün bis schwarz;
meist ist auf gelbem Elytrengrund eine dunkle Längsstreifung
vorhanden (Abb. 27).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >51
Systena Melsheimer 1847
— Prasona Baly 1861 syn. nov.
Genotypus: Systena blanda Melsh. (USA)
Mehr als 70 Arten, davon 19 nearktische.
Abb. 27: Habitusbild von Systena S-littera (L.)
(Vergrößerung 10 X)
Bereits Jacoby (Biol. Centr.-Amer. Col. VI, 1, 1880-92
(1884), p. 321) bezweifelte die Güte der Gattung Prasona und
führte dann doch die folgenden Unterschiede an: robustere An-
tennen, besonders bei dem d& Geschlecht und das dritte Fühler-
glied sei länger als das vierte. Robuster sind die Fühler, da die
Tiere größer sind und das weitere Merkmal ist auch nicht kon-
stant. Man läßt sich bei Prasona durch die grüne Farbe täuschen
und glaubt einen einheitlichen Habitus dieser Arten vor sich zu
haben.
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
Halsschild verhältnismäßig breit, knapp doppelt so breit als lang;
Vorder- und Hinterrand nahezu gleich breit; Seiten gleichmäßig
gerundet; antebasale Querfurche seicht.
Antennalcalli schlecht begrenzt; Stirnseitenlinien meist sehr
undeutlich, das Feld zwischen ihnen und dem Augeninnenrand
durch Punkte markiert; Clypeus zwischen den Fühlern verhältnis-
mäßig breit; die Augeninnenränder konvergieren von vorne ge-
sehen nach hinten.
Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Punk-
tierung konfus mit Tendenz zur Längsreihung; Basalcalli kaum
ausgebildet.
2
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
34 (33)
2-3 mm lange, meist metallisch gefärbte Tierchen, aber auch
Arten mit schwarzen Elytren und gelben Vorderkörper.
Genaphthona Bechyn& 1956
Genotypus: Aphthona jessia Bechyn&
Ca. 13 neotropische Arten.
Seiten des Halsschildes gerade und divergieren nach vorne; Basis
verengt und deutlich quer eingedrückt.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli sehr kräftig entwickelt; Punktierung konfus mit Ten-
denz zur Längsreihung.
2,4-4 mm große, verhältnismäßig gut gewölbte kurze For-
men; ganz metallisch grün oder blau, oder schwarz mit Erzglanz.
Chorodecta Harold 1875
Genotypus: Chorodecta coarctata Harold (Kolumbien).
4 Arten: 2 Bolivien, 1 Peru, 1 Kolumbien.
Dieses Genus wurde wegen der Variabilität der Halsschild-
vorderecken bereits unter Nr. 27 aufgeführt.
Kopf mit deutlichen Stirnfurchen:
Antennalcalli quer und bis zum Augeninnenrand reichend, vor
dem Augeninnenrand liegt höchstens eine schwache Senke; nach
hinten waagrecht begrenzt:
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
Halsschild gleichmäßig gewölbt; Vorder- und Hinterrand
scheinen gleich breit zu sein, in Wirklichkeit ist die Basis breiter;
Seiten gleichmäßig gerundet und biegen an den Vorderecken et-
was verrundet zum Vorderrand ein, von der Rundung abgesehen
einen rechten bis spitzen Winkel zwischen sich einschließend.
Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli sehr schwach ausgebildet (bei den gelben Formen stärker);
Punktierung konfus, nur bei den gelben Formen ist eine Tendenz
zur Längsreihung vorhanden (auch gibt es bei diesen auch Unter-
schiede an den Antennalcalli).
Clypeus kurz und mit der Längscarina T-förmig; die An-
tennalcalli reichen bis zum Augeninnenrand und sind nur gegen
den Augeninnenrand zu etwas mehr punktiert.
Bis 18 mm große Formen; Kopf und Thorax meist gelb- bis
rotbraun; Elytren meist metallisch grün oder blau, aber auch
ganz gelbe Tiere.
Cacoscelis Chevr. 1843
Genotypus: Altica marginata Fabricius.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 553
Mehr als 30 Arten von Brasilien, Paraguay bis Mexiko verbreitet.
38 (37) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Vorder- und Hinterrand des Halsschildes scheinen gleich
breit zu sein, doch die Basis ist breiter; Seiten bis vor die Mitte
nahezu gerade und divergierend, dann zu den Vorderecken ein-
biegend; Vorderecken stumpfwinklig, nicht wie bei dem vorher-
gehenden Genus verrundet, in der Ecke sitzt lediglich die vordere
Borstenpore; antebasale Querfurche scharf.
Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli mäßig ausgebildet; Punktierung konfus mit Tendenz zur
Längs- und Doppelreihung.
Clypeallängscarina gut, Quercarina schwach ausgebildet.
Die Fühler reichen knapp auf die Elytrenmitte.
Auf der Rückenfläche der Tibien befindet sich ein Längskiel.
Gelbbraun, Elytren metallisch grün, Tibienende und Tarsen
geschwärzt (Abb. 28).
Itapiranga Bechyn& 1956
Abb. 28: Habitusbild von Itapiranga bicolor Bech.
(Vergrößerung 8 X)
Monotypisch: Itapiranga bicolor Bechyn& eier Rio Grande
do Sul).
39 (36) Die Antennalcalli werden seitwärts durch die Stirnseitenlinien
begrenzt, ihre hintere Begrenzung zieht nicht waagrecht bis zum
Augeninnenrand:
994
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
40 (49)
41 (42)
44 (45)
Antennalcalli Querformat, sie berühren sich mit ihrer kürzesten
Seite; auch rundliche bis eckige nebeneinanderliegende Gebilde:
Augeninnenrand etwas ausgerandet, daher die Augen deutlich
nierenförmig; Augeninnenränder nach vorne auffallend diver-
gierend:
Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken; Basis im
Bereich der Humeralcalli etwas abgeschrägt; Basis leicht quer
eingedrückt; Seiten leicht gerundet und sehr schmal gerandet, an
den Vorderecken einfach zum Vorderrand abgebogen, teils sind
die Vorderecken etwas zahnartig nach den Seiten gerichtet.
Elytren lang, parallel und meist nur schwach punktiert.
Stirn sehr breit, Antennalcalli auf die Mitte beschränkt, rund
bis eckig-rund nebeneinanderliegend, Clypeallängscarina von
vorne zwischen sie eindringend; Clypeallängs- und Quercarina
zusammen T- bis Y-förmig.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
4-9 mm lang, länglich-oval, Flügeldecken meist gelb mit
schwarzen Längsstreifen (auch umgekehrt) oder auch das ganze
Tier metallisch gefärbt; seltener Querstreifen oder beides kom-
biniert.
Disonycha Chevrolat 1844
Genotypus: Crioceris collata Fabricius
Mehr als 170 Arten, von Nord- bis Südamerika verbreitet.
Augeninnenrand kaum ausgerandet; Augen rundoval:
Halsschildseiten vor der Mitte stärker gerundet, so daß die Basis
verengt erscheint, in Wirklichkeit ist sie breiter als der Vorder-
rand; ist dies zweifelhaft, dann handelt es sich um über 5 mm
große Formen:
Kleine meist 2,5-3 mm, teils bis 4,8 mm lange Formen; meist
gelblich braun aber auch metallisch gefärbt:
Die Hinterecken des Halsschildes treten etwas nach der Seite
heraus; Seiten sehr schmal gerandet und an den Vorderecken ein-
fach zum Vorderrand hin abgebogen; antebasaler Quereindruck
sanft.
Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli vorhanden; Punktierung konfus, zum Teil kaum punktiert,
auch Tendenz zur Längsreihung.
Antennalcalli Querformat; Clypealquercarina schwach und
bildet mit der Längscarina ein T-förmiges Gebilde. Die Fühler
reichen knapp auf die Elytrenmitte.
45 (44
46 (43
47 (48
)
)
en
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 395
Der Metatarsus der Hinterextremitäten ist länger als die
folgenden Tarsite zusammengenommen und ist etwas länger als
ein Drittel der Tibie. Die Vorderhüfthöhlen variieren von offen
bis geschlossen.
Varicoxa Bechyn& 1955
Genotypus: Systena ustulata Harold
16 Arten: 2 Santa Catarina mit je einer Rasse in Rio de Janeiro
und Rio Grande do Sul, 1 Paranä, 1 S. Paulo, 2 Rio de Janeiro,
2 Venezuela, 1 Peru, 1 Kolumbien und Zentralamerika, 1 Ko-
lumbien und Venezuela, 1 Costa Rica, 2 Guatemala.
Verhältnismäßig große 5-7 mm lange Tiere; braun oder grün
gefärbt mit schwarzer Zeichnung, meist Längsstriche auf den
Elytren:
Die Hinterecken des Halsschildes treten nach den Seiten
nicht oder nur unbedeutend heraus; die Vorderecken wirken
etwas wie aufgesetzt oder zahnförmig nach außen tretend; ante-
basaler Quereindruck meist sanft.
Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli sind nicht ausgebildet; Punktierung konfus mit Tendenz zur
Längsreihung.
Die nebeneinanderliegenden Antennalcalli entsenden nach
vorne einen Fortsatz, der ohne Unterbrechung in den gewölbten,
tuberkelförmigen Clypeus übergeht; der Clypeus erweitert sich
nach vorne dreieckig. Die Fühler reichen knapp auf die Elytren-
mitte.
Der Metatarsus der Hinterbeine von normaler Ausbildung;
die Vorderhüfthöhlen sind hinten geschlossen.
Disonychodes Bechyn& 1955
Genotypus: Systena exclamationis Boheman 1859
l Art mit 3 Rassen: Argentinien, Paraguay und südliches Brasi-
lien.
Halsschildseiten gleichmäßig gerundet, Basis nur wenig breiter
als der Vorderrand:
Kleine 2-3 mm große, meist metallisch gefärbte Tierchen, aber
auch Arten mit schwarzen Elytren und gelbem Vorderkörper;
Körper kurzoval:
Halsschild verhältnismäßig breit, knapp doppelt so breit als
lang; antebasale Querfurche seicht.
Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Punk-
996
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
48 (47
=
tierung konfus mit Tendenz zur Längsreihung; Basalcalli kaum
ausgebildet. |
Die Stirnseitenlinien können sehr undeutlich sein; Antennal-
calli teils schlecht begrenzt; das Feld zwischen Augeninnenrand
und Stirnseitenlinie durch Punkte markiert; Clypeus zwischen
den Fühlern verhältnismäßig breit; die Augeninnenränder kon-
vergieren von vorne gesehen nach hinten.
Die Vorderhüfthöhlen sind hinten offen.
Genaphthona Bechyn& 1956
Genotypus: Aphthona jessia Bechyn&
Ca. 13 neotropische Arten.
Größere 3,5-8 mm lange, metallisch blau, grün oder auch schwarz
gefärbte Tiere; länglich-oval:
Seiten des Halsschildes gerundet; die Basis ist etwas breiter
als der Vorderrand; die antebasale Querfurche verläuft über ein
sanftes Grübchen zum Seitenrand.
Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; schwa-
cher Basalcallus; sehr unordentliche enge Längspunktierung.
Verhältnismäßig große, dreieckige bis verrundete Antennal-
calli; die Stirnseitenrinne zieht als kräftige Furche zum Augen-
hinterrand; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig.
Altica Fabricius 1775
Genotypus: Chrysomela oleracea L. (Europa)
Mehr als 50 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde ver-
breitet.
In dem Genus Altica vereinigen sich die von Bechyne auf-
gestellten Genera Conococha, Lysathia, Macrohaltica und Deu-
teraltica. (Bechyne: Beitr. z. Neotrop. Fauna, I, 4, 1959, p. 303 u.
305. — Pesquisas, Zoologia, nr. 6, 1960, p. 52, 53 u. 55). Im fol-
genden gebe ich den von Bechyn& (1960) veröffentlichten Schlüs-
sel in etwas abgeänderter Form wieder.
1 (2) Ungeflügelte Formen:
Conococha Bechyne 1958
Genotypus: Altica blancasi Bechyn&
2 Arten sind aus Peru bekannt. Conococha parva Bech. ge-
hört zum Genus Syphraea.
2 (1) Geflügelte Formen:
3 (4) Labrum mit mehreren setiferen Punkten ohne fixierte Lage
und Zahl. Körper über 5 mm:
Macrohaltica Bechyne 1959
1
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5
49 (40
)
50 (51)
51 (50
)
Genotypus: Altica plicata Erichson
4 (3) Labrum mit 6 setiferen Punkten (jederseits 3 Punkte) in
einer Querreihe geordnet:
5 (6) Fühler und Beine robust, auch die vier vorderen Femora
verdickt, Antennite 2-4 progressiv an Länge zunehmend,
das ‘erste ungefähr so lang wie die beiden folgenden zu-
sammengenommen. Vordercoxen getrennt:
Lysathia Bechyne 1959
Genotypus: Altica flavipes Boheman
6 (5) Beine und Fühler grazil, das vierte Antennit so lang wie
das dritte und so lang wie 1 und 2 zusammengenommen.
Vordercoxen sich berührend:
Deuteraltica Bechyn& 1960
Genotypus: Altica longicornis Jacoby
Antennalcalli Hochformat spitz- oder stumpfwinklige Dreiecke,
der Länge nach aneinanderliegend:
Basis des Halsschildes nahezu so breit wie die der Elytren; Vertex
runzelig punktiert, vielfach auf der Mitte des Vertex eine Stelle
unpunktiert:
Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet; Oberfläche
retikuliert und punktiert.
Elytren retikuliert und konfus punktiert; Basalcalli schwach
entwickelt.
Clypeallängscarina schmal und lang, Quercarina weniger
gut entwickelt; Genae sehr lang.
Länge 4-10 mm; metallische Elytren und roter Vorderkörper.
Phrynocepha Baly 1861
— Hemiphrynus G. Horn 1889 syn. nov.
Genotypus: Phrynocepha pulchella Baly
9 Arten, deren Verbreitung bis auf eine (Paraguay!) in Mittel-
amerika liegt.
G. Horn (Trans. Amer. ent. Soc. XVI, 1889, p. 200) begrün-
det das Genus Hemiphrynus, das pulchella als Typus hat, damit,
daß diese breite tiefgefurchte scharf gerandete Hintertibien hat.
Die Tibien von Phrynocepha sind jedoch nur schmäler, aber
ebenso gebaut.
Basis des Halsschildes stets merklich schmäler als die der Elytren;
Vertex glatt, höchstens fein, aber nie runzelig punktiert:
52 (53) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Die Vorderecken des Halsschildes wirken mehr wie aufge-
setzt als abgeschrägt, die Ecken weisen etwas nach außen; die
Seiten divergieren nach vorne bis vor die Mitte und biegen dann
zu den Vorderecken hin ein; Basis quer eingedrückt, der Eindruck
endet in einem muldenförmigen Eindruck an den Hinterecken;
Halsschild verhältnismäßig kurz, die Länge verhält sich zur
Breite ungefähr wie 5: 9.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli auffallend gewölbt; sehr spärlich und schwach konfus punk-
tiert; gegen die Spitzen zu ist eine feine, aber auch etwas spär-
liche Behaarung festzustellen.
Das Feld zwischen Antennalcalli und Augeninnenrand ist
tief eingedrückt, so daß die Fühlergelenkpfanne eine wulstartige
Begrenzung abgibt; Clypeus zwischen den Fühlern schmal und
flach, erweitert sich nach vorne, plan; von der Seite betrachtet ist
der Clypeus gegen die Stirn stumpf- bis rechtwinklig geknickt;
eine Längscarina fehlt. Die Fühler reichen bis auf die Mitte der
Elytren.
3—6 mm lange, gelb- bis rotbraune Tiere, meist mit ge-
schwärzten Tibien und Tarsen (Abb. 29).
Teresepolisia Bechyn& 1956
Genotypus: Teresepolisia callosa Bechyn&
5 Arten, die über die Staaten Rio de Janeiro und S. Paulo ver-
breitet sind.
Abb. 29: Habitusbild von Teresepolisia callosa Bech.
(Vergrößerung 7 X)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 559
53 (52)
534 (1
DS q
55 (80)
56 (77)
57 (68)
58 (65)
59 (62)
60 (61)
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
4—8 mm große, schlanke, verhältnismäßig flache Formen;
Kopf und Thorax braun; Elytren meist metallisch grün oder blau:
Thorax schmal, meist nur !/a breiter als lang; Seiten von der
Basis bis kurz vor die Mitte gerade divergierend, dann nach innen
zu den Vorderecken einbiegend; antebasaler Quereindruck seicht.
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; Ely-
tren parallel; Basalcalli mäßig ausgebildet; Punktierung völlig
konfus.
Clypeallängscarina lang; die Antennen reichen über die
Mitte der Elytren.
Der Metatarsus der Hinterextremitäten ist länger als die
folgenden Tarsite zusammengenommen und !/s so lang wie die
Tibie.
Acanthonycha Jacoby 1891
Genotypus: Pelonia elegantula Jacoby
Mehr als 60 Arten: verbreitet über ganz Brasilien, Bolivien, Peru,
Kolumbien, Venezuela und Mittelamerika.
Die antebasale Thoraxquerfurche wird seitlich durch ein Längs-
fältchen begrenzt, beziehungsweise sie mündet zur Basis oder
verebbt nach den Seiten: |
Die Halsschildbasis ist in der Mitte nach hinten erweitert, daher
doppelbuchtig:
Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun Längsreihen, die
marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt:
Die Vorderecken des Halsschildes sind nicht abgeschrägt:
Die Basalcalli auf den Elytren sind sehr deutlich:
Antennalcalli schmale Leisten und divergieren schräg nach hin-
ten, sie stoßen nicht aneinander, an ihrem Vorderende dringt die
Clypeallängscarina zwischen sie ein:
Seiten des glatten Halsschildes gleichmäßig gerundet; Halsschild
1,5 mal so breit wie lang.
Flügeldeckenbasis so breit wie die des Halsschildes; Basal-
calli gut ausgebildet, auf ihnen sind die Punktreihen etwas ver-
blaßt.
Die schmalen leistenförmigen Antennalcalli liegen vor den
geraden Frontalfurchen, die zum Augenhinterrand ziehen; Stirn
und Vertex glatt; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig; die
Fühler erreichen nur die Flügeldeckenbasis.
960
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
61 (60)
62 (59)
63 (64)
Vordertibien bei den ö 6 sehr auffallend erweitert; Vorder-
hüfthöhlen hinten geschlossen.
2,2 mm große pechbraune Formen mit Bleiglanz und rot-
braunen Beinen.
Yungaltica Bechyn& 1959
Monotypisch: Yungaltica schindleri Bechyn& (Bolivien)
Seiten des Halsschildes gerade bis etwas gerundet; Halsschild
nur um !/s breiter als lang, daher mit freiem Auge quadratisch
wirkend; die antebasale Querfurche wird nach den Seiten von
einem scharfen Längsfältchen begrenzt, läuft aber in geminderter
Form darüber hinweg bis zum Seitenrand.
Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil-
des; Basalcalli gut ausgebildet; Intervalle zum Teil sehr gewölbt,
vor allem die von den Humeralcalli nach hinten ziehenden; Ely-
tren verhältnismäßig lang und schmal. |
Vom Hinterende der Clypeallängscarina ziehen scharfe
Frontalfurchen zum Augenhinterrand, deren Vorfelder leisten-
artige Antennalcalli vortäuschen; diese beiden Frontalfurchen
schließen in ihrem Berührungspunkt zum Teil eine wulstartige
Erhöhung ein.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
Ca. 2 mm lange metallische Formen.
Diosyphraea Bechyn& 1959
Genotypus: Diosyphraea heikertingeri Bechyne&
Ca. 9 Arten: Bolivien und Peru.
Antennalcalli verhältnismäßig breit, nebeneinanderliegend, sich
gegenseitig berührend, die Clypeallängscarina dringt nur an
ihren Vorderenden zwischen sie ein; Stirnseitenlinien tief, die
zum Augenhinterrand ziehen: |
Seiten des Halsschildes gerundet; Flügeldeckenbasis kaum
breiter als die des Halsschildes; Basalcalli gut ausgeprägt, auf
ihnen sind die Punktreihen etwas verblaßt.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; die Vordertibien sind
bei den 6 ö erweitert.
Ca. 4,5 mm große pechfarbene Formen mit rotbraunen Extremi-
täten. Die Clypealquercarina trägt nach vorne zwei zahnartige
Fortsätze, die über das Labrum reichen:
Marcapatia Bechyne 1958
Genotypus: Crepidodera longicornis Jacoby (Peru)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >61
64 (63)
65 (58)
66 (67)
67 (66)
Zu dieser bisher monotypischen Gattung gehört auch Crepi-
dodera inflatipes Bechyne& aus Santa Catarina.
Ca. 3,5—6 mm große gelb- bis rotbraune Formen, teils mit
dunkler Zeichnung. Die Clypealquercarina trägt nach vorne keine
Fortsätze, die über das Labrum reichen:
Psilapha Clark 1865
Genotypus: Psilapha flava Clark (Kolumbien)
7 Arten, die ihren Platz zum Teil in einem anderen Genus haben
dürften. 4 Chile, 1 Kolumbien, 1 Peru (letztere zwei mit deut-
lichen Gattungsmerkmalen), 1 Argentinien.
Die Basalcalli auf den Elytren sind sehr schwach ausgebildet,
kaum zu erkennen:
Die antebasale Querfurche zieht seitlich nicht über das Längs-
fältchen zum Seitenrand:
Halsschildseiten gerundet; Halsschild verhältnismäßig breit,
die Länge verhält sich zur Breite wie 3 : 5; Oberfläche glatt.
Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes.
Antennalcalli nach hinten divergierend, nach vorne meist
vom Clypeus wenig geschieden; Stirnfurchen zum Augenhinter-
rand ziehend. Die filiformen Fühler erreichen nicht die Flügel-
deckenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
3—4 mm große, rotbraune Tiere.
Stegnea Baly 1879
Genotypus: Stegnea nigripes Baly (Peru)
In diese bisher monotypische Gattung gehören einige unter
Crepidodera und die unter Asiorestia beschriebenen neotro-
pischen Arten. Vergleiche Bechyne: Beitr. z. neotrop. Fauna, I, 4,
1959, p. 319.
Stegnea nigripes Baly 1879 = Crepidodera alwina Bechyne
1955 syn. nov.
Die antebasale Querfurche des Halsschildes zieht seitlich über
das Längsfältchen hinweg bis zum Seitenrand:
Halsschild sehr gewölbt; Seiten gleichmäßig gerundet und
nach vorne etwas konvergierend; die Länge verhält sich zur
Breite ungefähr wie 5 : 6.
Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes.
Das Feld, das Antennalcalli vortäuscht, zieht seitwärts bis
zum Augeninnenrand, es trägt manchmal einen seichten Ein-
druck, so daß Antennalcalli vorgetäuscht werden können. Cly-
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 36
62
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
68 (57)
69 (70)
70 (69)
ae
)
peallängscarina schmal, meist ist eine Quercarina vorhanden; die
Fühler reichen ungefähr bis auf die Elytrenmitte.
Meist kleine 2,5—6 mm lange Formen, oval, gewölbt, in sich
geschlossene Tiere, vielfach gelbroter Kopf und Thorax mit me-
tallischen Elytren, auch ganz metallisch gefärbt, selten ganz
braune Tiere.
Wenige Syphraea-Arten mit neun Punktreihen auf den Ely-
tren, der größte Teil der Arten ist konfus mit einer Tendenz zur
Längsreihung punktiert.
Syphraea Baly 1876
Genotypus: Syphraea pretiosa Baly
Mehr als 100 Arten, über Süd- und Mittelamerika verbreitet.
Die Vorderecken des Halsschildes sind deutlich abgeschrägt:
Flügeldecken dicht behaart:
Seiten des Halsschildes leicht gerundet; Halsschild meist
kräftig punktiert.
Flügeldeckenbasis nur wenig breiter als die des Hals-
schildes; die Behaarung ist zumindest an den Seiten und Spitzen
feststellbar; Basalcalli wenn vorhanden, nur mäßig ausgebildet.
Eigentliche Antennalcalli, wie auch bei den folgenden drei
Genera, nicht vorhanden, sie werden nur durch den Vorderrand
der geraden Frontalfurchen vorgetäuscht; Clypeallängs- und
Quercarina T-förmig. Die Fühler überragen meist das erste Drit-
tel der Flügeldecken.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
Kleine 2—-3 mm große, länglich-ovale, braun bis schwarze
Tiere mit heller Behaarung.
Epitrix Foudras 1859
Genotypus: Epitrix atropae Foudras (Europa).
Über die ganze Erde verbreitet.
Flügeldecken nicht dicht behaart:
Ovale kleine 1,5—3 mm lange Formen. Halsschild breit und
sehr gewölbt, Seiten leicht gerundet bis gerade. Elytrenbasis
nicht breiter als die des Halsschildes, Elytren stark gewölbt;
eigentliche Antennalcalli fehlen, sie werden nur von dem Vorder-
rand der exakten Frontalfurchen vorgetäuscht.
Clypeallängs- und Quercarina zusammen T-förmig; Basalcalli
auf den Elytren kaum ausgebildet:
72 (73) Halsschild glatt oder mikroskopisch fein retikuliert, daher matt
73:(72)
Ace)
75 (76)
77 (56)
78. (79)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 963
erscheinend, doch nie punktiert; antebasale Thoraxquerfurche
stets sehr exakt.
Flügeldecken stark gewölbt und gerundet, nach hinten sich
nicht verjüngend.
Margaridisa Bechyn& 1958
Genotypus: Crepidodera flavescens Baly 1876
8 Arten: 2 Santa Catarina, 1 Mato-Grosso, 2 Venezuela, 1 Nicara-
gua, 1 Mexiko.
Halsschild kräftig punktiert, vielfach mit etwas länglichen Punk-
ten; die antebasale Querfurche kann zwischen den exakten
Längsfältchen nur ein sehr schwacher Eindruck sein, dieser kann
auch fehlen.
die Flügeldecken verjüngen sich nach hinten.
Klein 1,3—2,2 mm lange, dunkelpechbraun bis schwarze
Tierchen mit rotbraunen Extremitäten.
Minotula Weise 1924
Genotypus Minotula nitens Weise
3 Arten auf den Juan Fernandez Isl. endemisch.
Clypealquercarina fehlend, Längscarina verdickt; Basalcalli auf
den Elytren deutlich:
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern breit, sich nach vorne
verjüngend; Halsschild kaum punktiert:
Hermenegilda Bechyne 1958
Genotypus: Hermenegilda clypeata Bechyn&
2 Arten: 1 Rio de Janeiro, 1 S. Paulo.
Clypeallängscarina sich nach vorne dreieckig erweiternd; Hals-
schild deutlich punktiert; vielfach metallische Formen:
Acallepitrix Bechyn& 1959
Genotypus: Chalcoides erichsoni Jacoby
Ca. 40 Arten, deren Verbreitung in Süd- und Zentralamerika
liegt.
Elytren konfus, teils mit Tendenz zur Längsreihung punktiert,
auch sehr enge Längsreihen treten auf, doch stets mehr als neun:
Antebasale Thoraxquerfurche schwach, aber sehr exakte und
deutliche Längsfältchen als seitliche Begrenzung, über die die
Furche nicht hinausragt; Elytren sehr breit und ohne Rand; die
Epipleuren stark nach innen oben umgeschlagen, so daß die Ely-
tropleuren von unten betrachtet sehr scharf sind; die Elytren sehr
an die von Cassiden erinnernd; Anitennalcalli sehr deutlich, nur
miteinander und mit der Clypeallängscarina etwas verschmolzen:
964
79 (78)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Vorderecken des Halsschildes verrundet, etwas zahnförmig
nach den Seiten hervortretend; Seiten leicht gerundet und nach
vorne konvergierend; verhältnismäßig breit, die Länge verhält
sich zur Breite wie 5:9.
Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes; Basalcalli
äußerst schwach; die Punktierung erfolgt in engen Längsreihen.
Stirnseitenlinien tief und ziehen zum Augenhinterrand; An-
tennalcalli nach den Seiten und hinten gut abgesetzt; die Cly-
peallängscarina verjüngt sich nach vorne etwas, eine Quercarina
ist nicht vorhanden. Die Fühler reichen auf das erste Drittel der
Flügeldecken.
Vorderhüfthöhlen hinten offen; Prosternalfortsatz schmal.
Etwas über 5 mm lange rundovale Tiere von gelbbrauner
Farbe mit pechbraunen Flecken auf Kopf, Halsschild und Elytren.
Parecynovia Bechyn& 1958
Monotypisch: Parecynovia expulsa Bechyn& (Rio Grande do Sul)
Antebasale Thoraxquerfurche scharf und deutlich, seitlich von
Längsfältchen begrenzt, über das sich jedoch die Querfurche bis
zum Seitenrand fortsetzt; Elytren stark gewölbt und deutlich ge-
randet, die Epipleuren stehen ungefähr horizontal; Antennalcalli
fehlen, sie werden nur durch den Vorderrand der Frontalfurchen
vorgetäuscht; Stirnseitenlinien fehlen:
Halsschild sehr gewölbt; Seiten gleichmäßig gerundet und
nach vorne etwas konvergierend; Vorderecken nur selten deutlich
abgeschrägt, doch liegt die vordere Borstenpore am Seitenrand
noch vor den Vorderecken, wenn die Schrägung nicht ausgeprägt
ist (von hinten betrachtet); die Länge verhält sich zur Breite un-
gefähr wie 5: 6.
Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes; Punktierung
konfus mit einer Tendenz zur Längsreihung (nur wenige Arten
mit neun Punktreihen); Basalcalli nur mäßig ausgebildet.
Das Feld, das Antennalcalli vortäuscht, vor den Frontalfur-
chen gelegen, zieht seitwärts bis zum Augeninnenrand und trägt
manchmal einen seichten Eindruck, so daß Antennalcalli vorge-
täuscht werden können; Clypeallängscarina schmal, meist ist eine
Quercarina vorhanden; die Fühler reichen ungefähr bis auf die
Elytrenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten offen; Prosternalfortsatz gerandet
und zwischen den Hüften breit.
Meist kleine 2,5—6 mm lange, ovale, gewölbte, in sich ge-
1 80 (55)
[
}
|
>
82 (83)
83 (82)
84 (85)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 565
schlossene Tiere, vielfach gelbroter Kopf und Thorax mit metal-
lischen Elytren, auch ganz metallisch gefärbt, selten ganz braune
Tiere.
Syphraea Baly 1876
Genotypus: Syphraea pretiosa Baly
Mehr als 100 Arten: über Süd- und Mittelamerika verbreitet.
Die Halsschildbasis ist in der Mitte nicht nach hinten erweitert,
daher nicht doppelbuchtig:
ı 81 (88) Fühler so lang oder länger als der Körper:
Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt; Seiten nahe-
zu gerade und parallel; die Breite verhält sich zur Länge unge-
fähr wie 7 : 5; antebasale Querfurche nicht sehr exakt.
Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes, die
Elytren erweitern sich etwas nach hinten, Basalcalli deutlich;
Elytren verhältnismäßig lang.
Antennalcalli aneinanderliegend, zusammen ein erhöhtes
gleichseitiges Dreieck bildend, dessen eine Spitze vor dem Hin-
terende der Clypeallängscarina liegt; hinter den Antennalcalli
liegt eine weitere Callosität; Stirnfurchen sind kaum vorhanden;
Clypeallängscarina auf eine tuberkelförmige Erhabenheit zwi-
schen den Fühlern reduziert; Clypeus dreieckig und vollkommen
glatt. Glied eins der Fühler sehr lang, bedeutend länger als Glied
zwei und drei zusammengenommen.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen.
2,5—3 mm lange, verhältnismäßig schmale gelbbraune Tier-
chen.
Stenophyma Baly 1877
Genotypus: Stenophyma elegans Baly (Brasilien ohne weitere
Angaben). Eine weitere Art ist ebenfalls aus Brasilien bekannt
(Parä: Amazonas, Taracua und Belem).
Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt:
Sehr kompakte, gewölbte, rundovale Formen; sieht man von den
Hinterfemora ab, dann mehr an Chrysomela erinnernd:
Stirn breit, mehr als 1,5 mal so breit wie ein Augenquerdia-
meter; der Vorderrand des Clypeus wulstartig, der eigentliche
Clypeus flach, auch zwischen den Fühlern und hier verhältnis-
mäßig breit; von dieser zwischen den Fühlern breiten Clypeal-
längscarina zieht sich eine nach hinten erweiternde Längscarina
über die Stirn, zu deren Seiten die verrundeten Antennalcalli
liegen; letztere werden seitlich von nicht sehr kräftigen Stirnsei-
566
85 (84)
86 (87)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
tenlinien begrenzt; die schlanken Fühler reichen bis auf die
Elytrenspitzen.
Seiten des großen und breiten Halsschildes gerundet und
nach vorne etwas konvergierend; die Breite verhält sich zur
Länge wie 9:5; vor der Mitte der Basis befindet sich ein kurzer
Quereindruck.
Elytrenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; Humeral-
calli normal, Basalcalli mäßig ausgebildet; die feine Punktierung
(Genotypus!) ist in mehr oder weniger ordentlichen neun durch-
gehenden Längsreihen ausgebildet, was nur bei Betrachtung von
der Seite sichtbar ist, von oben sieht es eigenartigerweise nach
einer konfusen Punktierung aus.
Die Vorderhüfthöhlen sind hinten geschlossen; sehr lang
sind die Hinterfemora und Tibien, erstere überragen die Elytren-
spitzen.
Gelbrot mit metallischen oder schwarzen Elytren; Länge des
Genotypus 7,2 mm.
Caloscelis Clark 1865
Genotypus: Caloscelis azureipennis Clark (Parä)
3 Arten: Brasilien, Peru, Mexiko.
Formen von schmälerem Habitus:
Elytren mit neun durchgehenden Punktreihen:
Seiten des Halsschildes auf der vorderen Hälfte etwas mehr
gerundet, so daß die Basis etwas verengt erscheint; die Breite
verhält sich zur Länge ungefähr wie 3:2; antebasale Quer-
furche sehr exakt und tief, endet seitlich kurz vor den Hinter-
ecken; Oberfläche glatt.
Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Ba-
salcalli mäßig; Elytralpunktierung sehr exakt.
Antennalcalli sehr stark gewölbt, nach hinten nahezu waag-
recht begrenzt, diese Begrenzungsfurche zieht zum Augenhinter-
rand; die seitliche Begrenzung der Antennalcalli bildet nur ein
Eindruck; der dreieckige Clypeus ist gegen die Stirn sehr ge-
knickt; die Fühler reichen bis auf die Elytrenspitzen, die ersten
Antennite sind bedeutend länger und kräftiger als die äußeren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
3,6 mm lang, gelbroter Kopf und Thorax, metallisch blaue
oder pechfarbene Elytren.
Mesodera Jacoby 1885
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 967
87 (86
—
Genotypus: Mesodera fulvicollis Jacoby (Guatemala)
2 Arten: 1 Guatemala, 1 Mexiko.
Elytren konfus punktiert:
Seiten des Halsschildes nahezu gerade; Halsschild verhält-
nismäßig kurz und breit, genau doppelt so breit als lang; an-
tebasale Querfurche des Halsschildes wenig exakt, wird seitlich
nach vorne gezogen, so daß sie von hinten betrachtet einem sehr
flachen V ähnelt.
Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli mäßig ausgebildet, Humeralcalli gut.
Antennalcalli nicht sehr gut abgesetzt, nebeneinanderlie-
gend; Stirnseitenlinien sehr schwach; Augen groß, etwas nieren-
förmig; Clypeus dreieckig, Längscarina nur angedeutet. Fühler
lang und dünn, überragen die Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen; Hinterfemora stark verdickt.
4,3 mm lang; gelb mit zwei schwarzen Makeln auf jeder
Flügeldecke.
Megasus Jacoby 1884
Monotypisch: Megasus bimaculatus Jacoby (Guatemala).
Die Fühler überragen höchstens die Mitte der Elytren:
Auf den Elytren befinden sich neun durchgehende Punktreihen,
die marginale und kurze iuxtascutellare Reihe nicht mitgezählt:
Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt; Elytren dicht
behaart:
Seiten des Halsschildes gerundet; Oberfläche teils stark
punktiert aber auch glatt; antebasale Querfurche sehr exakt. |
Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; Basal-
calli mäßig; der Vorderrand der Frontalfurchen durch die Punk-
tierung vor dem Augeninnenrand als Antennalcalli markiert, sie
bilden daher tropfenförmige Gebilde, ihren Fortsatz zum Augen-
hinterrand entsendend; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig.
Vorderhüfthöhlen hinten offen, Prosternalfortsatz verhält-
nismäßig breit.
1,8-3,8 mm lange Formen; meist gelber Vorderkörper und
metallische oder schwarze Flügeldecken, auch ganz metallische
Formen.
Trichaltica Harold 1876
Genotypus: Trichaltica denticollis Harold
Mehr als 30 Arten: von Argentinien bis USA verbreitet.
Brasilien: Rio Grande do Sul 1, Santa Catarina 2, Rio de Janeiro
968
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
95 (94)
3, Rio de Janeiro und Minas Gerais 1, Goias 1, Mato Grosso 1
und 1 Rasse, Rio Grande do Norte 3 und 1 Rasse, Amazonas ];
Argentinien 3; Uruguay 1; Bolivien 4; Ecuador 1; Peru 1; Ko-
lumbien 1; Venezuela 1; Kolumbien und Panama 1; Mittelame-
1ka22 USA
Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt; Elytren nicht
oder nur sehr wenig behaart:
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Halsschild sehr fein oder nicht punktiert:
Seiten des Halsschildes stark gerundet, nach vorne etwas kon-
vergierend, was jedoch dem freien Auge nicht auffällt; antebasale
Querfurche exakt und nahe den Hinterecken in die Basis mün-
dend.
Elytrenbasis auffallend breiter als die des Halsschildes; Ba-
sal- und Humeralcalli deutlich; die einfachen Punktreihen sind
auf der hinteren Hälfte gestört.
Die verhältnismäßig schmalen Antennalcalli werden seitlich
von sehr tiefen Stirnseitenlinien begrenzt; die zwar nicht sehr
großen Augen treten seitlich nahezu halbkugelig hervor; Clypeal-
längscarina schmal, eine Quercarina ist kaum vorhanden.
Hinterfemora nicht stark verdickt.
Rotbraun, hintere Elytrenhälfte schwarz; Antennen ab Glied
zwei bis drei, Tarsen, Tibien, die Femora zum Teil schwarz;
Länge 4,4 mm.
Eugoniola Csiki 1940
(Eugonia Baly 1879)
Monotypisch: Eugonia dimidiatipennis Baly (Peru)
Seiten des Halsschildes schwach gerundet, nach vorne etwas kon-
vergierend; antebasale Querfurche nicht sehr exakt.
Flügeldeckenbasis auffallend breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli mäßig; die durchgehenden Punktreihen können manch-
mal etwas gestört sein.
Antennalcalli groß, nebeneinander liegend, voneinander
durch einen Spalt getrennt; Stirnseitenlinien ziehen zum Augen-
hinterrand; Clypeallängscarina schmal, mit Quercarina; die Füh-
ler überragen die Mitte der Elytren.
Hinterfemora verhältnismäßig schlank.
Farbe gelb, schwarze Flügeldeckennaht, zum Teil schwarze
Flecken auf dem Thorax und schwarzer Vertex; Beine und Un-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 569
96 (93)
97 (92
Nr
98 (99)
terseite meist schwarz, ebenso vielfach die Mundwerkzeuge;
Länge 4—5,5 mm:
Iphitrea Baly 1864
Genotypus: Iphitrea limbata Baly
8 Arten: 1 Bolivien, 1 Bolivien und Peru, 1 Peru, 2 Kolumbien,
1 Kolumbien und Venezuela, 1 Venezuela, 1 Mittelamerika.
Halsschild grob punktiert:
Halsschild auf der vorderen Hälfte etwas stärker gerundet,
so daß die Basis verengt erscheint, in Wirklichkeit ist sie etwas
breiter; der Halsschild ist nahezu doppelt so breit als lang
(32 : 17); die antebasale Querfurche sehr schwach, die sie begren-
zenden Längsfältchen etwas deutlicher.
Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal-
und Humeralcalli deutlich; Längsreihen sehr exakt.
Antennalcalli kaum begrenzt, voneinander teils durch einen
feinen Spalt, aber als Callosität gut erkennbar; Stirnfurchen feh-
len; Clypeus gegen die Stirn sehr geknickt; Kopf wie der Hals-
schild grob punktiert. An den Fühlern der 565 sind die Anten-
nite 1—5 sehr vergrößert.
2,5—2,6 mm lang; pechschwarz gefärbt, Beine (die Hinter-
femora ausgenommen) und die Fühlerglieder 1—5 gelbbraun.
Erinnert auf den ersten Blick an das Genus Epitrix.
Suetes Jacoby 1891
Monotypisch: Suetes niger Jacoby (Mexiko)
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der Seite
heraustretend:
Eine gelbbraune Art, etwas über 8 mm lang, Beine und Füh-
ler schwarz.
Seitenrand des Halsschildes etwas abgesetzt, schwach ge-
rundet; antebasale Querfurche exakt aber wenig tief; die Breite
verhält sich zur Länge wie 3:2.
Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil-
des; Elytren schmal und lang, genau doppelt so lang wie breit;
Basalcalli mäßig; die Längspunktierung teils etwas aus der Reihe
tanzend.
Hinter den nebeneinanderliegenden Antennalcalli liegt eine
bogenförmige Callosität; eine seitliche Begrenzung der Antennal-
calli ist nur durch eine schwache Senke angedeutet; eine Clypeal-
970
99 (98)
100 (101)
101 (100)
102 (108)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
längscarina ist tuberkelförmig zwischen die Fühler beschränkt;
Clypeus quer eingedrückt.
Aphanocera Jacoby 1884
Monotypisch: Aphanocera fulveola Jacoby (Panama)
Vorderecken des Halsschildes zahnförmig nach den Seiten her-
austretend:
Der Seitenrand des Halsschildes flach bis rinnenartig abgesetzt:
Die Punktierung der Elytren erfolgt in Doppelreihen, meist
auf chagriniertem Grund, teils sind die Intervalle leistenförmig
gewölbt; Basalcalli nicht immer deutlich; Seiten teils gerundet,
auch nach hinten erweitert, aber auch nahezu parallel; die Basis
wenig breiter als die des Halsschildes.
Die antebasale Querfurche des Halsschildes meist sehr exakt
und scharf geprägt, doch gibt es auch einige Arten mit schwacher
Querfurche; die abgesetzten Seiten leicht gerundet und nach
vorne konvergierend.
Die großen Antennalcalli werden seitlich nur durch einen
Eindruck begrenzt, nach hinten und voneinander sehr scharf ab-
gesetzt; Clypeallängs- mit Quercarina.
Vorderhüfthöhlen hinten noch offen.
Meist 6—7 mm (auch 4 mm) lang und metallisch blau; auch
Arten mit rotem Vorderkörper, ganz braun oder auch metallisch
grün.
Chlamophora Chevrolat 1843
Genotypus: Chlamophora clypeata Clark (Bras.: Rio de Jan.)
Ca. 20 Arten, die alle ihre Verbreitung im Süden Brasiliens ha-
ben, zum Teil noch Argentinien, die von Jacoby aus Panama be-
schriebene Art, dürfte in ein anderes Genus gehören.
Der Seitenrand des Halsschildes ist nicht flach bis rinnenartig
abgesetzt:
Die verhältnismäßig schmalen Antennalcalli divergieren nach
hinten und werden seitlich von den Stirmseitenlinien begrenzt;
die Stirnseitenlinien können auch nur durch eine feine Punktreihe
angedeutet sein; auf dem dreieckigen Clypeus ist meist keine
Quercarina ausgebildet, die Längscarina verebbt nach vorne. Die
Fühler reichen auf die vordere Flügeldeckenhältte.
Seiten des Halsschildes schwach gerundet und konvergieren
sehr wenig nach vorne; antebasale Querfurche sehr exakt und
scharf, die sie nach den Seiten begrenzenden Längsfältchen sehr
kräftig.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 571
103 (102)
Flügeldeckenbasis wenig. breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli sehr deutlich; die neun durchgehenden Punktreihen
sind bei einigen Arten sehr reduziert.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
2,5—o mm lange Tiere, gelber Vorderkörper mit metal-
lischen Elytren oder auch ganz metallisch gefärbt.
Diphaulaca Chevrolat 1849
Genotypus: Altica aulica Olivier (Mexiko bis Kolumbien und
Guyana)
Mehr als 50 Arten: Süd- und Mittelamerika.
Die verhältnismäßig breiten Antennalcalli werden nach hinten
nahezu waagrecht begrenzt; Stirnseitenlinien fehlen, an ihrer
Stelle liegt eine flache Mulde; die Clypeallängscarina verebbt
nach vorne auf dem dreieckigen Clypeus, eine Quercarina ist
selten vorhanden.
Seiten des Halsschildes leicht gerundet, nach vorne etwas
konvergierend; antebasale Querfurche sehr exakt.
Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes; die
Punktierung erfolgt in neun Doppelreihen oder seltener in Ein-
fachreihen; Basalcalli deutlich ausgebildet; vor allem auf der api-
kalen Abwölbung mit zerstreut stehenden feinen Härchen be-
standen.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Abb. 30: Habitusbild von Plectotetra clarki Baly
(Vergrößerung 8 X.)
972
104 (89)
105 (106)
106 (105)
107 (110)
108 (109)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
3,5—0 mm lange Formen; gelber Vorderkörper und metal-
lisch gefärbte Elytren (Abb. 30):
Plectotetra Baly 1862
Genotypus: Plectotetra clarki Baly
16 Arten, deren Verbreitung in Mittelamerika liegt.
Elytren konfus, zum Teil mit Tendenz zur Längsreihung punk-
tiert:
Flügeldecken grob charginiert, auf jeder Flügeldecke vier Längs-
leisten; eigentliche Humeralcalli fehlen, an ihrer Stelle laufen die
äußeren zwei Längsleisten zusammen:
Vorderecken des Halsschildes rechtwinklig; Seiten mäßig ge-
rundet; Oberfläche fein chagriniert; antebasale Querfurche
scharf.
Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes, die
Flügeldecken verbreitern sich aber zur Mitte sehr.
Die Antennalcalli divergieren etwas nach hinten, ihre seit-
liche Begrenzung ist scharf, diese zieht als deutliche Stirnseiten-
linie zum Augenhinterrand; die Clypeallängscarina verläuft auf
dem Clypeus, eine Quercarina ist nicht vorhanden. Die Fühler
reichen über die Mitte der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
7—8 mm lang, metallisch grün.
Rhypetra Baly 1875
Monotypisch: Rhypetra costata Baly (Kolumbien, Bolivien)
Flügeldecken stets ohne diese vier Längsleisten:
Die Flügeldecken, meist auch das ganze übrige Tier, chagriniert;
eine weitere chagrinierte Gattung folgt unter Nr. 116. Sie unter-
scheidet sich von Heikertingeria allein schon durch die anders-
gestaltete antebasale Thoraxquerfurche (tief und exakt), von Lac-
tina durch die schlankere Gestalt:
Verhältnismäßig schmale und flache Formen von 4—5 mm
Länge; Kopf und Thorax meist gelbbraun bis rot; Elytren ein-
*”) Längsleisten auf den Elytren finden sich auch bei dem mir in natura unbe-
kannten Genus Hemilactica Blake, 1937. Nach der Beschreibung sind die Elytren
jedoch scheinbar nicht chagriniert, auch wird nicht von vier Längsleisten gesprochen
sondern von mehreren. Die antebasale Querfurche ist nicht sehr deutlich, meist nur
an ihren Enden und in der Mitte. Kopf grob punktiert. Anscheinend ist dieses
Genus auf Kuba beschränkt. Genotypus: Hemilactica pulchella Blake. 3—3,5 mm
lange Tierchen; gelb- bis rotbraun mit pechbraunen Flecken. Zwei Arten: Kuba.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 973
109 (108)
farbig dunkel oder hell mit dunklen Längsstreifen, diese Längs-
streifen können zu Flecken aufgelöst sein.
Vorderecken des Halsschildes zum Vorderrand hin abge-
rundet oder kurz abgestutzt; Seiten schwach gerundet, nach
vorne etwas konvergierend; Basis verhältnismäßig schwach quer
eingedrückt, dieser Quereindruck wird nach den Seiten nahe den
Hinterecken von einer scharfen Längsfalte begrenzt, die von der
Basis schräg nach vorne gegen die Mitte des Halsschildes ver-
läuft; Halsschild fein retikuliert, daher matt.
Flügeldecken an der Basis kaum breiter als der Halsschild;
Basalcalli nur sehr schwach ausgebildet; konfus punktiert mit
verhältnismäßig breiten aber sehr seichten Punkten, diese Punkte
können ein Härchen tragen.
Der Augeninnenrand ist ausgerandet, so daß die Augen auf-
fällig nierenförmig erscheinen; die nebeneinanderliegenden An-
tennalcalli setzen sich durch eine feinere Retikulierung gut ab,
seitwärts vielfach schlecht begrenzt; hinter den Antennalcalli
zieht eine Längsleiste über den Vertex; eigentliche Stirnseiten-
linien fehlen; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig. Die Füh-
ler überragen die Mitte der Elytren; Glied zwei und drei vielfach
annähernd gleich lang.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Heikertingeria Csiki 1940
(Pelonia Clark)
Genotypus: Pelonia nigripennis Clark (Amazonas, Peru)
14 Arten: Brasilien, Paraguay, Bolivien, Peru, Panama, Guate-
mala. Die meisten Arten konzentrieren sich dabei auf das Ama-
zonasgebiet.
Verhältnismäßig breite, rundovale, gewölbte Formen von 6—8
mm Länge; durchwegs metallisch grün oder blau gefärbt:
Vorderecken des Halsschildes wenig spitz vorgezogen oder
etwas nach der Seite heraustretend; Seiten wenig gerundet; ante-
basale Querfurche scharf.
Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli mäßig ausgebildet, chagriniert und dicht konfus punk-
tiert; vielfach kurz behaart.
Zwischen die Antennalcalli dringt von vorne die Clypeal-
längscarina ein, die seitliche Begrenzung bilden tiefe Stirn-
seitenlinien, die zum Augenhinterrand ziehen, auch nach hinten
gut abgesetzt; Clypeallängscarina verhältnismäßig breit, ohne
374
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Quercarina; Augen nicht nierenförmig ausgerandet. Die Fühler
reichen ungefähr auf die Mitte der Elytren; das dritte Antennit
bedeutend länger als das zweite.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Lactina Harold 1875
Genotypus: Lactina murina Harold (Ecuador)
14 Arten: 8 Kolumbien, 2 Kolumbien und Venezuela, 1 Peru und
Bolivien, 1 Peru, 2 Ecuador.
Elytren nicht auffallend chagriniert:
Halsschild an der Basis deutlich verengt:
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Halsschild sehr schmal, die Breite verhält sich zur Länge wie
7:6; der Vorderrand dem Kopf hinter den Augen sehr eng an-
liegend, so daß} er von den Augen nach den Seiten überragt wird;
antebasale Querfurche schwach, die Begrenzungsfältchen scharf
und nach außen geschwungen (Abb. 31):
Abb. 31: Habitusbild von Grammicopterus flavescens Blanch.
(Vergrößerung 10 X)
Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; schwache
Basalcalli; Punktierung konfus mit Tendenz zur Längs- und
Doppelreihung; Elytren nach hinten geradlinig verengt.
Antennalcalli gut abgesetzt, tropfenförmig, ihre Spitze nach
hinten außen gerichtet, das heißt, sie divergieren nach hinten;
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99
114 (113)
115 (112)
als seitliche Begrenzung tiefe Stirnseitenlinien, die zum Augen-
hinterrand ziehen und mit verhältnismäßig kräftigen Punkten
besetzt sind; hinter den Antennalcalli liegt eine ebenso kräftig
punktierte Callosität; Clypeallängscarina scharf, Quercarina
mäßig; der Clypeus ist gegen die Stirn sehr gebogen (von der
Seite betrachtet). Die Fühler reichen über die Mitte der Elytren.
Gelbbraun mit pechfarbener Stirn und Vertex, ein pech-
farbener Fleck auf dem Halsschild, pechfarbene Fiügeldecken-
naht und Rand, ebenfalls auf jeder Flügeldecke eine pechfar-
bene Längsbinde, auch Schwärzungen an den Beinen.
Grammicopterus Blanch. 1851
Monotypisch: Grammicopterus flavescens Blanch. (Chile)
Sehr ähnlich dem vorhergehenden Genus, Halsschild ebenfalls
schmal, die Breite verhält sich zur Länge wie 8:6 bis 10 : 7; bei
letzterem Verhältnis überragen die Vorderecken bereits die
Augen (z. B. consularis Har., auch sonst ist diese Art für dieses
Genus nicht sehr typisch). Der deutlichste Unterschied zeigt sich
in der antebasalen Querfurche, diese ist hier gut ausgeprägt und
die seitliche Begrenzung ist nach innen gebogen:
Die Elytren sind parallel und verschmälern sich nicht nach
hinten. |
Bei dem Genotypus fehlt eine eigentliche Clypeallängs-
carina, diese wird von den spitzen Fortsätzen gebildet, die die
Antennalcalli nach vorne entsenden; die Antennalcalli sind nicht
tropfenförmig gebildet, sie liegen nebeneinander und werden
voneinander durch einen Spalt, nach außen von den Stirnseiten-
linien begrenzt.
9,5—6,5 mm lange Tiere, gelb mit dunklen Tupfen auf den
Elytren oder auch mit violetten Elytren.
Iphitroides Jacoby 1891
Genotypus: Iphitroides quadrimaculata Jacoby
5 Arten: 4 Mexiko, 1 Kolumbien.
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
Antebasale Querfurche des Halsschildes nicht sehr scharf ge-
prägt, zumal ihre seitliche Begrenzung; die Seiten nahezu gerade;
die Breite verhält sich zur Länge wie 9: 6.
Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; mäßige
Basalcalli; konfuse Punktierung mit Tendenz zur Längsreihung.
Antennalcalli nebeneinanderliegend, voneinander durch
einen Spalt getrennt, nach außen und hinten ist die Begrenzung
576 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
nicht immer deutlich; hinter den Antennalcalli liegt eine geringe
Callosität; nach vorne entsenden die Antennalcalli einen spitzen
Fortsatz neben die verhältnismäßig breite Clypeallängscarina.
Die Fühler reichen auf die Mitte der Elytren.
4,5—6 mm lang; gelber Kopf und Halsschild, letzterer zum
Teil mit pechbraunen Flecken; Flügeldecken dunkel mit gelbem
Saum und Seitenrand.
Caeporis Clark 1865
Genotypus: Caeporis marginata Clark (Argent., Brasilien)
2 Arten: Argentinien und südl. Brasilien.
116 (111) Halsschild an der Basis nicht verengt:
117 (126) Seiten des Halsschildes gerade und konvergieren auffallend nach
vorne:
118 (119) Vorderecken des Halsschildes spitz nach vorne gezogen; Ober-
fläche glatt; antebasale Querfurche sehr exakt; die Breite des
Halsschildes verhält sich zur Länge wie 7 : 5.
Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil-
des; konfus und kräftig, mit einer Tendenz zur Längsreihung
punktiert; stark gewölbt; Basalcalli schwach.
Die Stirnfurchen ziehen in gerader Linie vom Hinterende
der Clypeallängscarina zum Augenhinterrand, die Antennalcalli
zwischen sich einschließend; Antennalcalli klein und nach hinten
divergierend; Clypeallängscarina kurz, eine Quercarina ist nicht
ausgebildet. Die Fühler erreichen nicht die Mitte der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Länge 5 mm; Beine schwarz, Kopf und Thorax rotbraun,
Flügeldecken gelb.
Idaltica Bechyn& 1955
Monotypisch: Idaltica boliviana Bechyne (Bolivien)
119 (118) Vorderecken des Halsschildes abgeschrägt; antebasale Querfurche
ebenfalls exakt; Halsschild sehr breit und kurz, die Breite ver-
hält sich zur Länge meist wie 10 : 5.
Flügeldeckenbasis wenig breiter wie die des Halsschildes;
Basalcalli mäßig.
Antennalcalli undeutlich, nebeneinanderliegend; die Fühler
reichen meist über die Mitte der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Tiere meist gelb, zum Teil mit Schwarzfärbung auf Kopf,
Thorax oder Flügeldecken, auch metallisch gefärbte Arten; teils
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 577
auch Schwarzfärbung an den Femora und Tibien, auch ganz
schwarze Extremitäten treten auf (Abb. 32):
Abb. 32: Habitusbild von Coroicona jacobyi (Baly)
(Vergrößerung 12 X)
120 (121) Halsschild und Elytren stets retikuliert, daher matt erscheinend;
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern meist breiter als eine
Fühlergelenkpfanne; Ocularsulci sehr tief, oberhalb der Stirn
sehr verbreitert, so daß der Vertex eingeengt wird (Abb. 32).
Coroicona Bechyn& 1956
Genotypus: Lactica jacobyi Baly 1879
9 Arten: Rio de Janeiro, Amazonas, Peru.
121 (120) Halsschild und Elytren nicht retikuliert, daher glatt und glän-
zend:
122 (123) Ocularsulci wie bei dem vorhergehenden Genus sehr tief, ober-
halb der Stirn sehr verbreitert, so daß Stirn und Vertex ein er-
höhtes Y-artiges Gebilde darstellen:
Dinaltica Bechyne 1956
Genotypus: Lactica fromonti Duvivier 1884 (Rio de Janeiro)
Ca. 25 Arten: Rio Grande do Sul 1, Santa Catarina 2, Paranä l,
S. Paulo 4, Rio de Janeiro 11, Espirito Santo 1, Amazonas 3, Boli-
vien 2, Peru l. |
123 (122) Ocularsulci erloschen, am Augenhinterrand befindet sich nur noch
ein Punkt:
124 (125) Hintertibien von der Seite gesehen mit gerader Unterkante:
Lactica Erichson 1847
(Monomacra Dejean in litteris)
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 37
978
125 (124)
126 (117)
127 (134)
128 (131)
129 (130)
130 (129)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Genotypus: Lactica melaleuca Erichson (Peru)
Mehr als 120 Arten, davon vier Arten in Nordamerika.
Hintertibien von der Seite gesehen mit gegen dem Ende zu nach
unten geschwungener Unterkante (bei den ö ö bis zahnförmig):
Utingaltica Bechyn& 1961
Genotypus: Haltica calcarata Iliger (Amazonas)
4 Arten: 1 Amazonas, 1 Peru, 1 Amazonas und Peru, 1 Bolivien.
Seiten des Halsschildes gerundet oder gerade, doch nicht auffal-
lend nach vorne konvergierend:
Auf und neben den Stirnseitenlinien liegen grobe Punkte:
Halsschild nie doppelt so breit wie lang:
Gelb- bis rotbraune rundovale Tiere, nur wenige Arten mit
metallischen Elytren; die punktierten Stirnseitenlinien können
den Vertex teils sehr einengen, doch ist der Vertex selbst, zu-
mindest ein Mittelstreifen stets frei von Punkten.
Seitenrand des Halsschildes stets gleichmäßig gerundet; der
antebasale Quereindruck auf dem Halsschild nicht sehr exakt und
vielfach schwach ausgeprägt, wird seitlich nicht von Längsfält-
chen begrenzt, sondern biegt einfach zur Basis ab, teils sind auch
schwache Perpendikulärgrübchen vorhanden.
Die Flügeldeckenbasis ist nicht breiter als die des Halsschil-
des; Basalcalli fehlen oder sind nur schwach entwickelt; Punk-
tierung konfus, teils sehr schwach, teils mit Tendenz zur Längs-
reihung.
Antennalcalli verrundete nebeneinanderliegende Gebilde;
vor den Augen liegen grobe Punkte; die Fühler reichen teils bis
auf die Mitte der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Stirn sehr breit, Augen klein, ein Augenquerdiameter paßt zwei-
und mehrmal in die Breite der Stirn.
Gelb- bis rotbraune Tiere mit meist schwarzen Tibien und
Tarsen, selten schwarzer Kopf; Länge 3—5 mm:
Strabala Chevrolat 1837
Genotypus: Altica ferruginea Olivier
Ca. 23 Arten, vom Süden Brasiliens bis in den Süden der USA
verbreitet.
Stirn weniger breit; Augen groß, ein Augenquerdiameter geht
höchstens einmal in die Breite der Stirn.
Gelb- bis rotbraune Tiere, nur wenige Arten mit metal-
lischen Flügeldecken, Tibien und Tarsen vielfach geschwärzt,
P\n 181 (128)
132 (133)
133 (132)
134 (127)
135 (136)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 579
vielfach schwarzer Kopf; Länge 2,5—3 mm:
Parasyphraea Bechyne 1959
Genotypus: Monomacra nigriceps Boheman
Ca. 17 Arten: Südliches Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien.
Halsschild meist mehr als doppelt so breit als lang, daher sehr
kurz wirkend:
Vorderecken des Halsschildes wirken aufgesetzt und treten
vielfach als kleines Zähnchen nach den Seiten heraus; Seiten fast
gerade, wenig gerundet; der antebasale Quereindruck meist sehr
schwach, exakt nach den Seiten begrenzende Längsfältchen sind
nicht vorhanden. |
Basalcalli auf den Elytren meist schwach aber stets deutlich;
wenn eine Punktierung vorhanden, dann sehr schwach und
konfus.
Antennalcalli viereckig, nebeneinanderliegend, vielfach mit-
einander verschmolzen; Augen mehr oder weniger schwach nie-
renförmig ausgerandet.
Körper flach gedrückt, jederseits nahe den Hinterecken des Hals-
schildes mit einem Höcker versehen.
Kopf und Halsschild gelb mit pechbraunen Makeln, Elytren
metallisch blau mit gelbem Rand; Länge 6,5 mm.
Balzanica Bechyne& 1959
Monotypisch: Balzanica cacoscelina Bechyne (Bolivien)
Körper von normaler Wölbung, Halsschild ohne Höcker:
Halsschild stets gelb, Kopf vielfach schwarz; Elytren meist
mit gelben Tupfen oder Bändern auf dunklem Grund; auch ganz
gelb oder selten dunkel metallisch gefärbt; über 4mm große
Tiere.
Phenrica Bechyne 1957
Genotypus: Disonycha austriaca Schauf.
Ca. 70 Arten, die über Süd- und Zentralamerika verbreitet sind.
Auf und neben den Stirnseitenlinien liegen keine groben Punkte,
wenn dies zweifelhaft, dann sind die Elytren zusätzlich abste-
hend behaart:
Kleine schmale 2,6—3,8 mm lange Tierchen, mit sehr schwachen
Basalcalli auf den Elytren und verschwommenen Antennalcalli;
gelb mit zwei schwarzen Flecken auf den Elytren, auch Thorax
und Kopf kann geschwärzt sein, ebenfalls die Gelenke der Beine,
Basis und Spitzen der Antennen:
Halsschild verhältnismäßig schmal, die Länge verhält sich
580
136 (135)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
zur Breite wie 6 : 7; Seiten sanft gerundet; antebasale Querfurche
exakt, schmal und nach den Seiten von einem Längsfältchen be-
grenzt; Oberfläche glatt und glänzend.
Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes;
Punktierung sehr schwach und in sehr engen Längsreihen; bei
allen Arten Elytren gelb mit je einem schwarzen Fleck auf dem
Humeralcallus, der sich nach innen rückwärts bis über die Mitte
erstreckt, ein weiterer schwarzer Flecken hinter der Mitte, der
bis kurz vor die Spitzen reicht, die Spitzen selbst können eben-
falls schwarz gefärbt sein.
Antennalcalli sehr verschwommen; Stirnfurchen fehlen; Cly-
peallängscarina breit und erweitert sich nach vorne; nahe dem
Augenhinterrand liegt ein kräftiger Punkt; die Fühler reichen
nicht ganz auf die Mitte der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Cornulactica Bechyne 1955
Genotypus: Cornulactica jacobyi Bechyn&
7 Arten: 1 Argentinien und Santa Catarina, 1 Rio Grande do Sul,
1 Para, 1 Bahia, 1 Amazonas, 1 Venezuela, 1 Mexiko und Gua-
temala.
Auf den Elytren deutliche Basalcalli; Antennalcalli nicht ver-
schwommen; auf den Elytren fehlen die vier schwarzen Makeln:
DyY\
Abb.: 33: Habitusbild von Wittmeraltica muriensis Bech.
(Vergrößerung 15 X)
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >8l
137 (138)
138 (137)
139 (140)
140 (138)
Elytren auffallend behaart; länglich ovale Formen (Abb. 33):
3,7 mm lang; leuchtend rotgelb mit schwarzen Tibien und
Tarsen.
Vorderecken des Halsschildes abgeschrägt; Seiten von hin-
ten nach vorne zunächst divergierend und dann zu den Vorder-
ecken hin einbiegend; antebasale Querfurche sehr exakt und seit-
lich von Längsfältchen begrenzt.
Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes; Ba-
salcalli deutlich; konfus und kräftig punktiert; abstehend behaart.
Antennalcalli groß, nach hinten divergierend; Stirnseiten-
‚linie dem Augeninnenrand sehr genähert; Clypeallängscarina
lang; die Fühler reichen auf das erste Drittel der Elytren.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Wittmeraltica Bachyn& 1956
Monotypisch: Wittmeraltica muriensis Bechyn& (Rio de Janeiro)
Elytren nicht auffallend behaart; rund-ovale Formen:
Antennalcalli zumindest nach hinten schlecht abgesetzt; Stimm
und Vertex punktiert; Vorderecken des Halsschildes zum Vorder-
rand hin abgerundet; eine Clypeallängscarina ist vorhanden:
Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet; der Hals-
schild ist doppelt, oder nahezu doppelt so breit als lang.
Die Flügeldeckenbasis ist kaum breiter als die des Hals-
schildes; konfus punktiert; Basalcalli deutlich.
Antennalcalli rundlich, nach der Seite und hinten schlecht
begrenzt; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig; die Fühler
reichen knapp auf die Elytrenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
Ungefähr 5 mm lang; alle Arten sind rotgelb mit blauen
oder blaugrünen Elytren.
Resistenciana Bechyn& 1956
Genotypus: Lactica clara Harold 1875 (Kolumbien)
5 Arten: 1 Panama, 1 Kolumbien, 1 Peru, 1 Bolivien, 1 Brasilien
(Chaco) und Paraguay.
Antennalcalli gut abgesetzt; Stirn und Vertex nicht punktiert;
Vorderecken des Halsschildes zahnartig nach den Seiten heraus-
tretend; auf dem Ciypeus ist nur eine Längscarina ausgebildet:
Seiten des Halsschildes etwas gerundet; antebasale Quer-
furche sehr exakt.
Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes;
Punktierung der Elytren konfus mit deutlicher Tendenz zur
982
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
D
Längsreihung (die wenigen braunen Arten sind in # ordentlichen
Längsreihen punktiert); Basalcalli deutlich.
Antennalcalli nach hinten divergierend, kleine rautenför-
mige Gebilde darstellend, nach allen Seiten gut abgesetzt; die
tiefen Stirnseitenlinien zum Augenhinterrand ziehend; die Cly-
peallängscarina verebbt nach vorne; die Fühler reichen knapp
auf die Elytrenmitte.
Vorderhüfthöhlen hinten offen.
2,5 —4,8 mm lang, meist blau oder metallisch grün, auch
mit gelbem Vorderkörper oder auch ganz gelb.
Diphaltica Barber 1941
Genotypus: Diphaulaca nitida Jacoby 1884 (Mittelamerika)
Ca. 16 Arten und Unterarten: 1 Santa Catarina mit 2 Rassen im
Amazonasgebiet und 1 in Minas Gerais, 4 Rio de Janeiro, 3 Bo-
livien, 3 Peru, 2 Mittelamerika.
Gruppe 6
Basis des Halsschildes ohne jeden Quereindruck:
Abteilung A
Enddorn der Hintertibien breit, am Ende ausgeschnitten zwei-
spitzig. Eiförmig geschlossene Gestalt; Kopf in den Halsschild
sehr zurückgezogen, von oben kaum sichtbar.
Augen am oberen Augeninnenrand weit getrennt:
Dibolia Latreille 1829
Genotypus: Haltica cryptocephala Koch 1803 (Europa)
4 mittelamerikanische Arten, 3 nearktische Arten, ca. 30 palaeark-
tische Arten, 17 afrikanische Arten.
Augen am oberen Augeninnenrand so stark genähert, daß nur
noch ein sehr schmaler Streifen dazwischen liegt:
Meist kleine 3-4,5 mm lange Tierchen von gelbbrauner
Färbung mit pechbraunen Streifen oder Flecken, auch umgekehrt
gefärbt.
Megistops Boheman 1859
Genotypus: Megistops quadrinotatus Boheman (Ecuador)
24 Arten: davon 11 zentralamerikanische Arten; 2 Ecuador, 1 Bo-
livien; 1 Bolivien und Argentinien; 1 Paraguay; 6 Brasilien; 1 Ve-
nezuela; 1 mit dem vermutlichen Fundort Südamerika.
Abteilung B
Enddorn der Hintertibien einspitzig, nicht verbreitert:
[ip]
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 583
%:30))
DEE)
3(4)
Halsschild in der Mitte nach hinten erweitert, daher doppel-
buchtig:
Elytren in neun durchgehenden Längsreihen punktiert, die mar-
ginale und kurze iuxtascutellare ausgenommen:
Elytren ohne Basalcalli und ohne ausgeprägte Humeralcalli:
Die Seiten des Halsschildes konvergieren stark nach vorne.
Basis der Elytren ebenso breit wie die des Halsschildes; Ely-
tren sehr gewölbt. Kopf wenig ausgeprägt, sehr flächig; Augen
wenig gewölbt; nahezu keine Stirnlinien. Hinterfemora sehr ver-
dickt; Hintertibien scharf gerandet, die Ränder dem Ende zu
gezähnelt; Enddorn auffallend lang (Abb. 34). 1,2-1,8 mm große
Abb. 34: Hinterbein von Pseudodibolia gouadeloupensis (Bech.)
(Vergrößerung 80 X)
schwarze Tiere von sehr geschlossenem etwas eiförmigem Habi-
tus; Beine und Fühler heller.
Pseudodibolia Jacoby 1891
— Monotalla Bechyn& 1956 syn. nov.
Genotypus: Pseudodibolia picea Jacoby (Mexiko, Costarica)
3 Arten (1 Mexiko, Costarica, 1 Guadeloupe, 1 Grenada)
Elytren mit Basalcalli und gut ausgebildeten Humeralcalli:
Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt, Seiten leicht
gerundet, subparallel; Oberfläche gewölbt, nur die Basis ist et-
was flacher, was fast den Eindruck einer schwachen Querfurche
hervorrufen kann.
Sehr exakte Stirnlinien, verlaufen vom Hinterende der Cly-
peallängscarina in gerader Linie zum Augenhinterrand; eigent-
liche Antennalcalli sind nicht ausgebildet; die kurze zwischen den
Fühlern liegende Clypeallängscarina erweitert sich nach vorne zu
einem dreieckigen Clypeus.
1,4-1,5 mm lang, gelbbraun.
Guadeloupena Bechyn& 1956
Monotypisch: Guadeloupena caduma Bechyn& (Guadeloupe).
584 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
6 ( 5 ) Vorderecken des Halsschildes verrundet nicht abgeschrägt; Seiten
gerundet, konvergieren nach vorne; Oberfläche grob punktiert,
gleichmäßig gewölbt, die Basis nicht gewölbt, was den Eindruck
eines Quereindruckes hervorrufen kann.
Stirnfurchen deutlich, ziehen zum Augenhinterrand; Cly-
peallängs- und Quercarina flach und verhältnismäßig breit.
Länge 2,6 mm, dunkelpechbraun mit Bleiglanz.
Aprea Baly 1877*)
Monotypisch: Aprea jansoni Baly (Jamaica)
7 (2 ) Elytren konfus oder mit Tendenz zur Längsreihung punktiert:
8 ( 9 ) Das Hintertibienende auf der Innenseite zu einem zahnartigen
Fortsatz verlängert, bei füchtiger Betrachtung erscheint daher
das Hintertibienende zweizähnig; die Randkanten der Hinter-
tibien am Ende mit feinen Zähnchen besetzt; alle Tibien bei den
ö 6 an ihren Enden sehr auffallend erweitert.” *)
Die Halsschildseiten konvergieren leicht gerundet nach vorne,
die Länge (in der Mitte) verhält sich zur Breite wie 7 : 10, an den
Seiten nur wie 4,5 : 10.
In der feinen Punktierung der Elytren ist eine Tendenz zur
Längsreihung zu erkennen; Basalcalli fehlen, Humeralcalli sind
*) Sehr ähnlich muß dieses Genus der mir unbekannten Gattung Glypto-
bregma Blake sein. Nach der Beschreibung hat Glyptobregma ebenfalls tiefe Stirn-
seitenlinien, einen grob punktierten Thorax, die in der Mitte nach hinten erwei-
terte Thoraxbasis, die kräftige Längspunktierung der Elytren und nach hinten
offene Vorderhüfthöhlen. Genotypus von Glyptobregma ist Glyptobregma portori-
cense Blake (Puerto Rico). 6 Arten: 5 Kuba, 1 Puerto Rico.
**) Ein Hintertibienende von ähnlicher Bildung besitzt das Genus Argopistes
Motsch. mit 4 paläarktischen, 17 indo-australischen, 9 afrikanischen und 2 neark-
tischen Arten (1 Florida, 1 Mexiko). 2 Arten sind aus dem Karibischen Raum be-
kannt, eine aus Kuba und eine aus Porto Rico. Dieses Genus ist aber sofort an
seiner coccinellidenartigen runden Gestalt erkennbar. Die Halsschildbasis schließt
mit der Elytrenbasis vollkommen ab. Die Halsschildseiten konvergieren viel stär-
ker nach vorne, die Halsschildbasis ist mehr als doppelt so breit wie lang, bei Dolo-
resa nicht mal 1,5 mal so breit. Auch die Elytren sind vollkommen gerundet und
Humeralcalli nur sehr schwach angedeutet. Die Epipleuren sind sehr stark nach
innen geschlagen, so daß der Elytrenrand messerscharfe Gestalt annimmt. Bei
Doloresa sind die Epipleuren mehr oder weniger horizontal gestellt und von der
Seite sichtbar. Genotypus ist Argopistes biplagiatus Motsch. (Ostsibirien bis Japan
und China).
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 585
or
nr
ir (14)
12 (35
nen]
13 (14)
gut ausgebildet; die Flügeldeckenbasis ist etwas breiter als die
des Halsschildes.
Vom Hinterrand der Clypeallängscarina zieht eine scharfe
nahezu gerade Stirnfurche jederseits zum Augenhinterrand; ober-
halb dieser Stirnfurchen, das heißt in dem rechten Winkel den
diese einschließen, liegen zwei antennalcalliartige Gebilde; Cly-
peus mit Längs- und schwacher Quercarina; die Fühler reichen
etwas über die Mitte der Elytren.
Dieses Genus ist sehr mit Heikertingerella Csiki verwandt,
doch fehlt auf den Hinterschienen der Zahn mit der darauffolgen-
den bewimperten Ausrandung. 4-4,6 mm lang, breit-oval, sehr
in sich geschlossen, metallisch grün.
Doloresa Bechyn& 1955
Monotypisch: Doloresa metallica Bechyn& (Venezuela).
Hintertibienende nicht spezialisiert; Oberseite der Hintertibien
nicht seitswärts von zwei Randkanten begrenzt sondern von einer
einzigen medianen kielartigen Erhabenheit geformt.
Halsschildseiten nahezu gerade und konvergieren nach vorne,
die Länge verhält sich längs der Mitte zur Breite wie 4 : 8,5, an
den Seiten wie 3 : 8,5.
Die Elytrenbasis ist wenig breiter als die des Halsschildes;
Basalcalli fehlen, Humeralcalli gut ausgebildet; Elytren sehr
gewölbt.
Stirnfurchen fehlen; Antennalcalli flache rundliche Gebilde;
die Ciypeallängscarina erweitert sich vor den Fühlern etwas und
wird an ihrem Vorderende von einer Quercarina begrenzt; die
Fühler reichen ungefähr auf die Mitte der Elytren.
Ca. 4,5 mm große Formen, gelb mit vielfach dunkler Zeich-
nung auf den Elytren.
Ptocadia Harold 1876
Genotypus: Ptocadia straminea Harold (Panama, Columbien,
Peru)
Eine weitere Art ist aus Costa Rica bekannt.
Halsschildbasis in der Mitte nicht nach hinten erweitert, daher
nicht doppelbuchtig:
Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt:
Längliche, nicht in sich geschlossene Formen, nicht von chryso-
melaartigem oder coccinellidenartigem Habitus:
Flugunfähige Tiere mit verkürzten Flügeldecken, die das sehr
986
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
große Pygidium und die darauf folgenden Tergite frei lassen
(Abb. 35):
Abb. 35: Habitusbild von Forsterita boliviensis Bech.
(Vergrößerung 15 X)
Die Flügeldecken vielfach etwas runzelig und mit verein-
zelten Haaren bestanden, nicht sehr gewölbt.
Die Seiten des flachen Halsschildes divergieren etwas nach
vorne; Oberfläche fast glatt oder chagriniert bis runzelig; Stirn
sehr breit; Antennalcalli verhältnismäßig groß, nebeneinander-
liegend, voneinander durch einen kräftigen Spalt getrennt; deut-
liche Stirnlinien sind nicht ausgeprägt; Clypeallängs- und Quer-
carina verhältnismäßig flach; die Fühler robust.
Die Hinterfemora sind nur mäßig verdickt; Vorderhüft-
höhlen hinten offen.
3-3,5 mm lange, metallisch gefärbte Formen.
Forsterita Bechyne 1959
Genotypus: Forsterita boliviensis Bechyne&
3 Arten: 1 Bolivien, 2 Peru.
Dieses Genus ist sehr verwandt mit denen in den Katalogen
als Galerucinen registrierten Genera Sjoestedtina Weise aus
Afrika (Kilimandjaro), Khasia Jacoby aus Indien (Nilgiri Hills
und Khasi Hills) und Marseulia Joannis aus Syrien.
14 (13) Flügeldecken von normaler Länge, nicht verkürzt:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 987
15 (34) Das erste Glied der Hintertarsen von normaler Länge, nicht län-
ger als die halbe Schiene:
16 (17) Antennalcalli nach hinten schlecht begrenzt, Stirnfurchen undeut-
lich ausgeprägt:!)?)
Stirn meist mehr oder minder punktiert; Kopf und Hals-
schild schwarz oder dunkel metallisch, Flügeldecken entweder
ebenso oder mit gelber Zeichnung; Hinterfemora sehr verdickt.
Phyllotreta Stephens 1839
Genotypus: Chrysomela nemorum L. (Europa)
15 neotropische Arten (Zentralamerika!), sonst über die ganze
Erde verbreitet.
17 (16) Antennalcalli auch nach hinten gut begrenzt:
1) Schlecht begrenzte Antennalcalli hat ebenfalls das mir in natura unbekannte
Genus Nasidia Harold, 1876, das in der Verwandtschaft des nächsten Genus (Oxy-
gona) steht. Die mittleren Antennenglieder sind die kürzesten (das fünfte das kür-
zeste, das achte das längste). Die Clypeallängscarina ist kurz und bogig aufgewölbt
und teilt sich nach vorne nicht in die nach vorne divergierenden Äste, die bei
Oxygona den hinteren Teil des Clypeus begrenzen. Auf der Mitte der Stirn befin-
det sich ein grübchenartiger Eindruck, oberhalb der Antennalcalli den Augen zu
höchstens ein paar Punkte. Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der
Seite weisend. Vor der Basis ist der Halsschild verflacht mit der Andeutung eines
Längskieles auf der Mitte der Basis. Oberfläche fein punktiert. Elytren bedeutend
breiter als der Halsschild; deutlich und dicht punktiert. Die Rückenfläche der
Tibien ist abgeflacht und mit einem scharfen Längskiel versehen (ähnlich wie bei
Itapiranga). Metatarsus der Hinterbeine so lang wie der übrige Fuß, Vorderhüft-
höhlen geschlossen. 7 mm lang; länglich oval; mäßig gewölbt; rostrot; Unterseite
und Femora gelb; Femora an den Spitzen und Außenkanten dunkelbraun; Tibien,
Tarsen und Fühler geschwärzt. Monotypisch: Nasidia haagi Harold (Kolumbien).
2) Das Genus Prosplecestha Weise, 1921 gehört nach der Beschreibung neben
Nasidia Har., weicht aber durch die Stirnbildung und den an eine breite Phyllo-
decta erinnernden Körperbau wesentlich ab. Die Antennalcalli setzen sich nur
durch ihre Glätte von der übrigen breiten Stirn ab. Fühler fadenförmig, reichen
über die Humeralcalli der Elytren, von den kurzen Gliedern 2-6 ist das zweite
wenig kleiner wie eines der übrigen, die folgenden längeren Glieder sind unter sich
gleich. Thorax breit, nach hinten wenig, nach vorne stark gerundet verengt Vorder-
ecken völlig verrundet. Elytren nur etwas breiter als der Halsschild, wenig dicht
äußerst fein punktiert; Nahtkante durch einen vertieften Streifen abgesetzt; zwei
Reihen von Punkten am Außenrande regelmäßig, die übrigen ziemlich verworren.
Vorderhüfthöhlen geschlossen; Tibien auf dem Rücken mit einer feinen Mittel-
leiste; Metatarsus so lang wie die beiden folgenden zusammen. 3,5 mm lang; rot-
braun, glänzend; Antennen ab Glied vier, Spitzen der Femora, Tibien und Tarsen
schwarz. Monotypisch: Prosplecestha rufula Weise (Amazonas: Manäos).
988
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
18 (19)
19 (18)
20 (29)
21 (22)
Vorderecken des Halsschildes zahnförmig nach der Seite gerich-
tet; galerucinenartig (Abb. 36):
Oxygona Chevrolat 1847
(Oxygonus Clark 1865)
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Abb. 36: Habitusbild von Oxygona acutangula (Chevr.)
(Vergrößerung 5 X)
Genotypus: Platyprosopus acutangula Chevr. (Zentralamerika)
Ca. 30 Arten, deren Verbreitung in Süd- und Zentralamerika
liegt.
Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der Seite
gerichtet:
Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet, so daß die Basis
ebenso breit erscheint wie der Vorderrand, in Wirklichkeit ist sie
etwas breiter:
Die Antennen reichen meist bis auf die Elytrenspitze oder dar-
über hinaus; Antennalcalli nebeneinanderliegend und Hochfor-
mat, nach hinten werden sie von einer dreieckigen Callosität be-
grenzt, dadurch wird der runzelige oder punktierte Vertex ein-
geengt:
Die Antennalcalli entsenden nach vorne Fortsätze, die meist
ohne Unterbrechung in den Clypeus übergehen; der dreieckige
Clypeus besitzt keine Längs- und Quercarina und ist von der
Seite betrachtet gegen die Stirn sehr geknickt.
Der Rand des 1,5mal so breiten als langen Halsschildes ist
meist etwas rinnenartig abgesetzt.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 589
Elytren breit, nach hinten etwas erweitert, konfus und ver-
hältnismäßig grob punktiert.
Innenkante des Hintertibienendes nahezu rechtwinklig ab-
gestutzt und mit sehr feinen Zähnchen besetzt. Vorderhüfthöhlen
hinten offen.
3-6 mm große Formen, braun oder braun mit metallischen
Flecken, auch ganz metallisch gefärbt (Abb. 37):
Ocnoselis Erichson 1847
Abb. 37: Habitusbild von Ocnoselis cyanoptera Er.
(Vergrößerung 7 X)
Genotypus: Ocnoselis cyanoptera Erichson (Peru).
Ca. 14 neotropische Arten (6 Peru, 3 Bolivien, 2 Kolumbien, 1
Venezuela, 2 Argentinien (Prov. Yujuy).
Die Antennen meist bedeutend kürzer, reichen höchstens auf die
Elytrenmitte; Antennalcalli immer Querformat und nach hinten
nie von einer Callosität begrenzt: |
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Halsschild gleichmäßig gewölbt und verhältnismäßig glatt; Vor-
derrand etwas mehr verengt als die Basis.
Antennalcalli lanzettförmig, deutlich abgesetzt, werden seit-
lich von den Stirnseitenlinien begrenzt, die zum Augenhinterrand
ziehen; zwischen den Antennalcalli liegt ein verhältnismäßig
breiter Spalt, der so breit ist wie die Clypeallängscarina zwischen
den Fühlern; letztere verbreitert sich etwas nach vorne, eine
Quercarina ist nur schwach ausgebildet.
590 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Die Antennen sind lang, die einzelnen Antennite ebenfalls,
der Durchmesser jedes Antennits geht mindestens viermal in die
Länge.
Elytren parallel, ohne deutliche Basalcalli; Punktierung
konfus.
3,9-0,5 mm lange Tiere; Kopf schwarz, Thorax gelb, Elytren
gelb mit schwarzer Zeichnung.
Pseudogona Jacoby 1885
Genotypus: Pseudogona panamensis Jacoby
2 Arten sind aus Panama bekannt.
25 (24) Halsschild gleichmäßig gewölbt und kräftig punktiert; die Seiten
an den Vorderecken verrundet zum Vorderrand hin abgebogen;
an den Seitenrändern nahe den Hinterecken ein Eindruck.
Die Antennalcalli werden nach hinten von einer nahezu
waagrechten, nur wenig geschwungenen Frontalfurche begrenzt,
die zum Augenhinterrand zieht; Stirnseitenlinien fehlen, so daß
die Antennalcalli seitwärts nicht begrenzt werden, sondern zum
Augeninnenrand reichen; Augen sehr klein; Stirn sehr breit, mehr
als zweimal so breit wie ein Augenquerdiameter; Clypeus zwi-
schen den Fühlern tuberkelförmig. Die Fühler reichen nur bis auf
die Basis der Elytren; die äußeren 5-6 Antennite sind nahezu
rund.
Die Elytren sind mit neun durchgehenden Punktreihen ge-
ziert (die marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt);
Basalcalli fehlen ganz; Humeralcalli sind nur sehr schwach ange-
deutet; ungeflügelt.
Kleine 2-2,3 mm lange Tierchen, erzfarben mit rotbraunen
Beinen und Fühlern.
Docemina Champion 1918
Monotypisch: Docemina crassipes Champ. (Feuerland)
26 (23) Vorderhüfthöhlen hinten offen:
27 (28) Antennalcalli nach hinten sehr exakt begrenzt, die hintere Be-
a —
grenzungsfurche zieht in gerader Linie zum Augenhinterrand,
eine eigentliche Stirnseitenlinie fehlt, an deren Stelle liegt eine
Senke; Fühler robust, Antennite kurz, ihr Durchmesser beträgt
mehr als die Hälfte der Länge.
Ca. Amm große Tiere; Kopf und Halsschild schwarz, ein
schwarzes Querband auf der hinteren Elytrenhälfte; Elytren kon-
fus punktiert.
Babiohaltica Bechyn& 1955
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 591
29 (20)
30 (31)
31 (30)
32 (33)
Monotypisch: Babiohaltica corumbana Bechyne& (Brasilien: Mato
Grosso; Argentinien: Buenos Aires)
Die hintere Begrenzungsfurche der exakten Antennalcalli zieht
schräg zur Stirnseitenrinne, letztere erst zum Augenhinterrand;
Antennalcalli meist als schmale Leisten ausgebildet; ein eigent-
liche Clypeallängscarina fehlt, der Clypeus ist breit und erweitert
sich nach vorne; die Fühler grazil, der Durchmesser der Anten-
nite ist kürzer als die Hälfte der Länge.
Elytren konfus mit Tendenz zur Längsreihung punktiert,
die bis zu neun durchgehenden Längsreihen führen kann.
Meist kleine 2-4 mm große Tiere, braun, aber auch metal-
lisch gefärbt:
Brasilaphthona Bechyn& 1956
Genotypus: Aphthona verticalis Baly
Ca. 45 Arten, die über Süd- und Zentralamerika verbreitet sind.
Seiten des Halsschildes auf der vorderen Hälfte stärker gerundet,
so daf3 der Eindruck hervorgerufen wird, die Basis sei verengt,
in Wirklichkeit ist sie etwas breiter als der Vorderrand:
Die hintere Begrenzungsfurche der Antennalcalli ist nur auf die
Antennalcalli selbst beschränkt, zieht nicht zum Augeninnen-
oder Hinterrand, sonstige Stirnfurchen fehlen oder sind sehr
undeutlich, die Antennalcalli sind auch seitlich begrenzt.
Ca. 5mm große Tiere, gelb- bis rotbraun gefärbt; die Fühler
neigen zu Hypertrophismus (Abb. 38).
Corynothona Bechyn& 1956
— Baialtica Bechyne syn. nov.
— Bryanthaltica Bechyn& syn. nov.
Genotypus: Systena antennata Jacoby (Amazonas, Parä)
Nach der Beschreibung (Ent. Arb. 7, 1956, p. 978) unterscheidet
sich Baialtica von Corynothona in offenen und geschlossenen
Acetabula antica und in der Ausbildung der Fühler. Baialtica
hat aber ebenfalls geschlossene Vorderhüfthöhlen, es sind nur die
Epimeren sehr schmal, so daß dies schwer sichtbar ist. Bryant-
haltica hat keine hypertrophierten Antennen, bei Corynothona
ist das erste Antennit hypertrophiert bei Baialtica andere.
Die Antennalcalli gewölbt und gut abgesetzt, nach den Seiten
von einer deutlichen Stirnseitenlinie begrenzt:
Antennalcalli quer, nierenförmig, sehr breit, die Stirnseitenrinne
liegt dem Augeninnenrand sehr nahe, nach hinten werden sie
von einer tiefen Furche begrenzt, so daß der Übergang zum
392
33 (32)
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Abb. 38: Habitusbild von Corynothona antennata (Jac.) (4)
(Vergrößerung 7 X)
Vertex stufenartig erfolgt, die Begrenzung voneinander erfolgt
mit einer tiefen aber sehr schmalen Furche; die Antennen sind
lang und reichen auf oder etwas über die Mitte der Elytren, auch
bis auf die Elytrenspitzen oder darüber.
2-4,5 mm große Tiere, Kopf und Thorax meist gelbbraun,
Elytren meist metallisch gefärbt oder mit metallischen Flecken:
Luprea Jacoby 1885
(Palaeothona Jacoby, 1885)*)
Genotypus: Luprea longicornis Jacoby
Ca. 29 Arten: Süden der U.S.A. und Zentralamerika, zwei Arten
im Amazonasgebiet.
Antennalcalli quer, rechteckig, die tiefe Stirnseitenlinie liegt dem
Augeninnenrand nicht so nahe wie bei dem vorhergehenden
Genus, vom Augeninnenrand nahezu so weit entfernt wie die
Antennalcalli breit sind, nach hinten von einer feinen wenig
tiefen Furche begrenzt, so daß der Übergang zum Vertex nicht
stufenartig vor sich geht; voneinander durch einen breiten und
tiefen Spalt getrennt.
Antennen lang, reichen auf oder etwas über die Mitte der
Elytren; die Fühler der ö ö neigen dazu, daß sich die Antennite,
besonders ab dem 3. Glied, nach außen erweitern, es können sich
sogar zahnartige Protuberanzen bilden.
3-4 mm große Tiere, meist braun gefärbt, Elytren teils mit
*) Bechyne, Pesquisas 1960, Zoologia, Nr. 6, p. 23.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 593
schwarzer Zeichnung, auch ganz schwarz.
Sanariana Bechyn& 1955
Genotypus: Sanariana rubra Bechyne
5 Arten (1 Argentinien; 2 Brasilien: 1 Santa Catarina, 1 Rio de
Janeiro; 2 Bolivien: davon eine mit einer Rasse in Argentinien.
34 (15) Das erste Tarsenglied der Hinterbeine so lang oder länger als die
halbe Schiene. Die Antennalcalli meist schlecht ausgeprägt. Die
Vorderhüfthöhlen hinten offen:
1-3,5 mm, meist 2 mm lange Tiere, gelbbraun, braun oder
schwarz gefärbt, wenige Arten ungeflügelt ohne Humeralcalli:
Longitarsus Latreille apud Berthold 1827
Genotypus: Chrysomela atricilla L. (Europa)
Ca. 50 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde verbreitet.
35 (12) Rundovale in sich geschlossene Formen von chrysomela- oder
coccinellidenartigem Habitus (Abb. 39-40):
36 (43) Sehr gewölbt und von chrysomelaartigem Habitus:
37 (40) Antennalcalli sich einander berührend; Vorderhüfthöhlen hinten
offen:
Clypeus sehr kurz, besteht eigentlich nur aus einer Quer-
carina; Vorderecken des Halsschildes spitz und nach vorne wei-
send; gelb- bis rotbraun gefärbt, selten mit schwarzer Zeichnung;
9-15 mm lang (Abb. 39):
38 (39) Klauen einfach:
Crimissa Stal 1858
(Strongylotarsa Dej. nom. nud.)
Abb. 39: Habitusbild von Crimissa cruralis Stal
(Vergrößerung 3 X)
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 38
994
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
39 (38)
40 (37)
41 (42)
42 (41)
43 (86)
Genotypus: Crimissa cruralis. Stäl
5 Arten: vom Süden Brasiliens, Paraguay bis Panama verbreitet.
Klauen gespalten:
Elithia Chap. 1875
Genotypus: Elithia grossa Chap.
5 Arten: 1 Brasilien, 1 Chile, 1 Ekuador, 1 Cayenne, 1 Cayenne,
Peru und Panama.
Antennalcalli weit auseinanderliegend; Clypeus von der Stirn
schlecht geschieden; Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen:
Vorderecken des Halsschildes etwas zugespitzt; Seiten ge-
rundet; zu beiden Seiten der Basis lassen sich teils leichte Ein-
drücke wie bei Blepharida erkennen.
Elytrenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; neun
Punktreihen, aber auch sehr enge Punktreihen treten auf, die
Punktierung manchmal sehr verloschen.
Clypeus breit.
Auf dem Vorderrand des Clypeus befindet sich eine Querdepres-
sion, so daß der Vorderrand wulstartig erscheint.
Ein Charakteristikum dieses Genus sind eigentlich die Hin-
tertibien, doch sind diese einer Variation unterworfen, so daß das
Genus in Gruppe 3 nochmals aufgeführt wird. Die Hintertibien
tragen meist eine bewimperte Ausrandung nahe ihrem Ende.
Gelbbraun mit rot- bis pechbrauner Zeichnung; 6-10 mm
lang; mit Blepharida verwandt:
Notozona Clark 1865.
Genotypus: Chrysomela bifasciata Olivier (Cayenne)
22 Arten: 9 Mittelamerika: 5 Mexiko, 2 Guatemala, 1 Nicaragua,
1 Honduras, 1 Venezuela; 3 Cayenne; 1 Peru (?); 4 Brasilien
ohne weitere Angaben; 1 Amazonas; 1 Bahia; 1 Parä; 1 S. Paulo,
E. Santo und Minas Gerais.
Auf dem Vorderrand des Clypeus befindet sich keine Querde-
pression; Hintertibien nicht gerandet; gelbbraun mit pechbrau-
nen Flecken; 5-8 mm lang; mit Ausnahme der Tibien sehr an
Blepharida erinnernd:
Acrocyum Jacoby 1885
Genotypus: Acrocyum dorsalis Jacoby
4 Arten: Mittelamerika.
Weniger gewölbt, nicht von chrysomelaartigem Habitus (Abb. 40):
Von coccinellidenartigem Habitus, ovaler Umriß, Elytren überall
gleichmäßig gewölbt; keine Basalcalli:
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 595
Abb. 40: Habitusbild von Sophraena peruviana (Har.)
(Vergrößerung 8 X)
a (b) Breite Clypeallängscarina, die vorne nach beiden Seiten zu einer
u
schmalen Quercarina ausläuft; der übrige Clypeus ist jederseits
hinter der Quercarina nochmals quercarinaartig gebildet; Anten-
nalcalli quer, seitlich nicht oder schlecht begrenzt. Fühler kurz,
die äußeren Antennite sind alle breiter als lang.
Sophraena Baly 1865
— Axiotheata Duponchel 1842 syn. nov.
= Cyrtosphaerus Clark 1865 syn. nov.
Genotypus: Sophraena ornata Baly (Amazonas)
6 Arten: 3 Amazonas, 2 Cayenne, 1 Peru.
Duponchel (Dict. univ. II, 1842, p. 390) gibt zwar eine kurze
Beschreibung, doch sind keine rechtkräftigen Arten dazu vorhan-
den. Clark veröffentlichte sein Genus Cyrtosphaerus acht Monate
später.
Breite Clypeallängscarina, die vorne von einer ebenso breiten
Quercarina begrenzt wird; Antennalcalli quer, seitlich von einer
sehr tiefen Stirnseitenlinie begrenzt, die mit kräftigen Punkten
besetzt ist. Die Fühler reichen auf die erste Flügeldeckenhälfte,
alle Glieder sind auffallend länger als breit.
4-6 mm lang und meist gelbbraun mit dunklen Flecken.
Chrysogramma Jacoby 1885
Genotypus: Chrysogramma octomaculata Jacoby (Guatemala)
5 Arten: 1 Guatemala, 4 Mexiko.
996
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
44 (11) Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt (Abb. 41 u.
45 (48)
46 (47)
47 (46)
42):
Elytren konfus punktiert:
Breitovale verhältnismäßig gut gewölbte Formen mit breitem
Halsschild, auf den Elytren deutliche Humeral- und Basalcalli.
Halsschild nicht oder sehr fein punktiert; die Stirnfurchen ziehen
im großen Bogen zum Augenhinterrand, berühren ihn aber nicht,
sondern laufen ihm parallel, wenn auch nur in sehr geringer Ent-
fernung; dieser Bogen engt den Vertex sehr ein, die setiferen
Punkte kommen darunter zu liegen; Länge 2-4 mm (Abb. 41):
Homoschema Blake 1950
+
G
s a
Y4
J N
Mu | N
&
f IN
J REN
/ \
17 K
y, \
/ 1)
Abb. 41: Habitusbild von Homoschema jamaicense Blake
(Vergrößerung 20 X)
Genotypus: Homoschema ornatum Blake
Ca. 18 zentralamerikanische Arten.
Halsschild grob und zerstreut punktiert; die Stirnfurchen enden
noch am Augeninnenrand, dort wo der Augeninnen- zum Augen-
hinterrand abbiegt, die setiferen Punkte liegen darüber; Länge
2-3 mm.
Gioia Bechyne 1955
Genotypus: Gioia wittmeri Bechyne
8 Arten: 2 Rio de Janeiro, 3 Venezuela, 3 Guadeloupe.
Dieses Genus ähnelt sehr dem afrikanischen Genus Mono-
daltica Bech., von dem es kaum zu trennen ist, lediglich der End-
dorn der Hintertibien ist bei Monodaltica zweispitzig.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 597
48 (45)
49 (50)
50 (49)
Elytren in neun durchgehenden Längsreihen punktiert — die mar-
ginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt:
Vorderhüfthöhlen hinten offen; Flügeldeckenbasis etwas breiter
als die des Halsschildes; die Basalcalli auf den Elytren — wenn
vorhanden — dann sehr mäßig ausgebildet; Antennalcalili deut-
lich; die Stirnseitenlinien sind vom Augeninnenrand ziemlich
entfernt und ziehen zum Augenhinterrand; Klauen einfach.
1,5-2 mm lange Formen, vielfach braun, aber auch metal-
lisch gefärbt.
Centralaphthona Bechyne& 1960
Genotypus: Aphthona deyrollei Baly
25 neotropische Arten: davon sind 21 Arten auf das Gebiet von
Kolumbien bis Mexiko und die Inseln des karibischen Raumes
verteilt; 1 Paraguay, 1 Bolivien, 1 Venezuela, 1 Bras.: Rio Grande
do Norte.
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; Flügeldeckenbasis deutlich
breiter als die des Halsschildes; der Halsschild erweckt den Ein-
druck, als wenn die Seiten von der Basis nach vorne divergieren
würden; die Basalcalli auf den Elytren sind sehr deutlich aus-
geprägt; die Antennalcalli werden von den Frontalfurchen und
den Stirnseitenlinien exakt begrenzt; die Stirnseitenlinien sind
dem Augeninnenrand sehr genähert und ziehen zum Augenhin-
terrand. Klauen gespalten.
Abb. 42: Habitusbild von Cyrsilus recticollis Jac.
(Vergrößerung 15 X)
998
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
2,5-3,5 mm lange Formen, braun bis schwarz gefärbt, aber
auch metallisch gefärbt (Abb. 42):
Cyrsilus Jacoby 1891
Genotypus: Cyrsilus recticollis Jacoby
10 Arten: 9 Mittelamerika, 1 Brasilien (S. Paulo und Parä) und
Bolivien.
Gruppe 7
Fühler zehngliedrig:
Körper geschlossen elliptisch; Fühler weit voneinander
entfernt; Halsschild ohne Eindrücke; Flügeldecken mit regel-
mäßigen Punktreihen; Hintertibien im hinteren Teil oberseits
rinnenförmig ausgehöhlt, der Rand der Aushöhlung oftmals mit
Zähnen besetzt; Hintertarsen nicht am Tibienende sondern oben
auf dem Schienenrücken, ein Stück vor dem Ende (zuweilen in
halber Länge der Tibie) eingelenkt; das erste Tarsenglied der
Hinterbeine ungefähr so lang wie die halbe Tibie; Vorderhüft-
höhlen hinten geschlossen. (Vergleiche Abb. 1 im Bestimmungs-
schlüssel der Alticinen-Genera Afrikas: Scherer, Ent. Arb. Mus.
Frey, 12, 1961, p. 254.)
Psylliodes Latreille apud Berthold 1827
Genotypus: Chrysomela chrysocephala L. (Europa)
13 nearktische Arten, die teils auf die neotropische Region über-
greifen (2 bis Guatemala, 4 Mexiko); 82 paläarktische Arten;
2 afrikanische Arten; 42 indo-australische Arten.
Angeführte Literatur
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- Rev. Chil. Ent., 1951, 1, p. 75-112.
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600 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Acallepitrix Bech.
Acanthonycha Jac.
Acrocyum Jac.
Aedmon Clark
Agasicles Jac.
Alagoasa Bech.
Allochroma Clark
Altica F.
Anerapa nov. gen.
Apalotrius Clark
Aphanocera Jac.
Aprea Baly
Araoua Bech.
Argopistes Motsch.
Asphaera Chevr.
Aspicela Clark
Aspicela Dej.
Atyphus Clark
Aulonodera Champ.
Axiotheata Duponchel
Ayalaia Bech.
Babiohaltica Bech.
Baialtica Bech.
Balzanica Bech.
Bellacincta nov. gen.
Blepharida Rogers
Brachyscelis Germar
Brasilaphthona Bech.
Bryanthaltica Bech.
Cacoscelis Chevr.
Caeporis Clark
Calipeges Clark
Callangaltica Bech.
Calliphron Jac.
Caloscelis Clark
Capraita Bech.
Centralaphthona Bech.
Cerichrestus Clark
Chaetocnema Stephens
Chaparena Bech.
Chlamophora Chevrolat
Chorodecta Harold
INDEX
Genera
863 Chrysogramma Jac.
559 Cleophes Jac.
594 Coelocephalus Clark
512, 523 Conococha Bech.
550 Cornulactica Bech.
536 Coroicona Bech.
515,529 Corynothona Bech.
556 Crimissa Stäl
514,532 Cyclophysa Baly
505,529 Cyrsilus Jacoby
570 Cyrton Clark
544,584 Cyrtosphaerus Clark
536
584 Deuteraltica Bech.
334 Dibolia Latr.
334 Dinaltica Bech.
834 Diosyphraea Bech.
506, 529 Diphaltica Barber
542 Diphaulaca Chevrolat
595 Disonycha Chevrolat
497 _Disonychodes Bech.
Distigmoptera Blake
590 Docemina Champion
591 Dodericrepa Bech.
579 Doloresa Bech.
508, 529
498,539 Elithia Chap.
902, 527 Epitrix Foudras
991 Eugonia Baly
591 Eugoniola Csiki
Eupeges Clark
552 Euphenges Clark
576 Exartematopus Clark
510,528 Exaudita Bech.
537 Exoceras Jac.
545
566 Forsterita Bech.
537
997 _ Genaphthona Bech.
305, 509, 529 Gethosynus Clark
938 Gioia Bech.
509,531 Glenidion Clark
570 Gleophes Jac.
545, 349, 552
Glyptobregma Blake
995
815
912, 525
906
980
977
91
993
940
998
312, 532
995
907
982
977
960
982
971
904
999
sll, 527
390
946
985
994
962
968
968
508, 531
500, 505, 529
914, 532
942
946
986
992, 996
514, 532
996
948
515
984
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
601
Goianinha Bech.
Grammicopterus Blanch.
Guadeloupena Bech.
Hadropoda Suftr.
Halticops Brethes
Heikertingerella Csiki
Heikertingeria Csiki
Hemiglyptus G. Horn
Hemilactica Blake
Hemiphrynus G. Horn
Hermenegilda Bech.
Homammatus Clark
Homophoeta Erichson
Homoschema Blake
Homotyphus Clark
Hydmosyne Clark
Hylodromus Clark
Hypantherus Clark
944
975
983
312, 528
938
938
939, 373
497
972
997
963
500, 505, 529
933
996
903, 524
508, 532
512, 525
518, 530
Hypolampsis Clark 498, 500, 512, 525
Idaltica Bech.
Imatium Clark
Iphitrea Baly
Iphitroides Jac.
Itapiranga Bech.
Khasia Jac.
Kuschelina Bech.
Lactica Erichson
Lactina Harold
Leptophysa Baly
Leptotrichus Clark
Litosonycha Clark 1865
Longasphaera Bech.
Longitarsus Latr.
Loxoprosopus Guer.
Luprea Jacoby
Lysathia Bech.
Marcapatia Bech.
Macrohaltica Bech.
Margaridisa Bech.
Marseulia Joannis
Megasus Jacoby
Megistops Boheman
Meraaltica nov. gen.
Mesodera Jacoby
976
502, 527
569
979
993
586
937
977
974
944
902, 527
934
939
993
504, 530
992
907
960
956
963
586
967
982
502, 520, 530
966
Metriotes Clark
Minotula Weise
Monodaltica Bechyne
Monomacra Dejean
Monoplatus Clark
Monotalla Bech.
Nasidia Harold
Nasigona Jac.
Neothona Bech.
Nephrica Harold
Notozona Clark
Nycteronychis Bech.
Ocnoselis Erichson
Octogonotes Drapiez
Oedionychus Berth.
Ombototus Clark
Omophoita Chevr.
Orodes Jac.
Oxygona Chevr.
Oxygonus Clark
Palaeothona Jac.
Palopoda Erichson
Panchrestus Clark
Paralactica Bech.
Paranaita Bech.
Parasyphraea Bech.
Parecynovia Bech.
Pedilia Clark
Pelonia Clark
Peribleptus Clark
Phenrica Bech.
Phrynocepha Baly
Phylacticus Clark
Phyllotreta Stephens
Physimerus Clark
Piobuckia Bech.
Plectotetra Baly
Pleurochroma Clark
Pleurosphaera Bech.
Poebates Clark
Prasona Baly
Prosplecestha Weise
Pseudodibolia Jac.
Pseudoepitrix Jac.
Pseudogona Jac.
Psilapha Clark
Psylliodes Latr.
501, 523
963
96
977
>01, 523
983
987
942
549
940
339, 594
336
989
920, 524
932
502, 524
934
945
988
988
992
506, 529
518, 530
940
939
979
964
941
973
320, 524
540, 579
997
516, 531
987
500, 517, 531
947
972
515, 531
934
312, 525
sol
387
983
944
990
497, 561
998
602
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
Ptinomorpha Har. 548 Strongylotarsa Dej. 393
Ptocadia Harold 985 Suetes Jac. 569
Pyxidaltica Bech. 535 Syphraea Baly 562, 565
Systena Melsh. sol
Resistenciana Bech. S8l
Rhinotmetus Clark 500, 504, 5238 Tenosis Clark 548
Rhynchasphaera Bech. 535 Teresepolisia Bech. 998
Rhypetra Baly 572 Tetragonotes Clark 519, 524
Roicus Clark 519, 523 Thrasygoeus Clark 517, 531
Trichaltica Harold 967
Sanariana Bech. 393
Sangaria Harold 548 Ulrica nov. gen. 520, 532
Sesquityphus Bech. 503, 524 Utingaltica Bech. 978
Sjoestedtina Weise 986
Sophraena Baly 595 Varicoxa Bech. 399
Sophranella Jac. 541
Sparnus Clark 512, 532 Walterianella Bech. 536
Sphaeronychus Dej. 501, 523 Wanderbiltiana Bech. 9937
Stegnea Baly 561 Wittmeraltica Bech. o8l
Stenophyma Baly 965
Sterneugonia Bech. 519, 534 Yungaltica Bech. 960
Strabala Chevr. 578 Zeteticus Harold 520, 524
Species
acutangula (Chevr.) (Oxygona) 988
adjunctus (Jac.) (Kuschelina) 537
adumbrata (Bech.) (Aedmon) 512, 528
adumbratus (Clk.) (Hypolampsis) 525
adusta (Har.) (Heikertingerella) 538
aeneipennis (Bowd.) (Anerapa) 514, 532
aenescens (Bohem.) (Dodericrepa) 546
aestivalis Clk. (Hypolampsis) 525
agilis Clk. (Hypolampsis) 329
albicollis (F.) (Homophoeta) 533
alboguttata Clk. (Hypolampsis) 525
albomaculatus (Jac.) (Homotyphus) 524
albopillosus (Jac.) (Distigmoptera) 527
allardi Clk. (Physimerus) 525
alwina Bech. (Crepidodera) 561
amabilis Clk. (Phylacticus) 531
ambiguus (Clk.) (Hypolampsis) 525
ambiguus Clk. (Hypantherus) ogl
amoenus (Clk.) (Hypolampsis) 525
anceps (Clk.) (Physimerus) 329
angulatus Clk. (Monoplatus) 323
angulicollis Clk. (Tetragonotes) 924
angulofasciatus Clk. (Hypolampsis) 525
anisotomoides (Clk.) (Sparnus) 532
antennata (Jac.) (Corynothona) 591, 592
antillarum Bech. (Homotyphus) 903
apicalis Clk. (Cerichrestus) 529
apicalis Jac. (Sparnus) 932
apicatus Clk. (Monoplatus) 523
apicicornis (Jac.) (Allochroma) 929
artitus (Clark) (Homotyphus) 924
asper Clk. (Homotyphus) 9324
assimilis (Clk.) (Euphenges) 929
assimilis Clk. (Rhinotmetus) 528
atra Clk. (Hypolampsis) 525
atra Clk. (Tetragonotes) 524
atricillus (L.) (Longitarsus) 593
atropae Foudras (Epitrix) 562
aulica (Oliv.) (Diphaulaca) 571
aureonotatus Bech. (Homotyphus) 503
austriaca (Schauf.) (Phenrica) 979
azureipennis Clk. (Caloscelis) 566
balteatum Clk. (Pleurochroma) 515, 532
balyi Clk. (Allochroma) 529
balyi Clk. (Cerichrestus) 505, 529
balyi Clk. (Hypolampsis) 512, 525
banoni Drapiez (Octogonotes) 520, 524
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962
603
basalis (Jac.) (Allochroma) 529
basalis Jac. (Hypolampsis) 525
batesi (Baly) (Callangaltica) 537
batesii Baly (Leptophysa) 543, 544
batesii Clk. (Cerichrestus) 529
batesii Clk. (Hypantherus) 332
batesii Clk. (Hypolampsis) 520
bicinctus Clk. (Octogonotus) 524
bicolor Bech. (Itapiranga) 353
bifasciata (Ol.) (Notozona) 539, 594
bilineatus Clk. (Hypolampsis) 925
bimaculatum Jac. (Allochroma) 530
bimaculatus (Clk.) (Hypantherus) 531
bimaculatus Clk. (Monoplatus) 523
bimaculatus Jac. (Megasus) 967
binotatus (Clk.) (Hypantherus) 531
binotatus Clk. (Octogonotes) 524
biplagiatum Jac. (Allochroma) 530
biplagiatus Motsch. (Argopistes) 584
bituberculatus (Clk.) (Homotyphus) 524
bituberculatus Clk. (Hypolampsis) 526
blancasi (Bech.) (Conococha) 556
boliviana Bech. (Idaltica) 576
boliviensis Bech. (Forsterita) 586
braccatus (Clk.) (Homotyphus) 525
brevicollis Clk. (Hypolampsis) 526
brunneus CIk. (Octogonotus) 924
brunneus (Jac.) (Hypolampsis) 326
cacoscelina Bech. (Balzanica) 579
caduma Bech. (Guadeloupena) 983
caeruleus Clk. (Loxoprosopus) 530
calcarata (Ill.) (Utingaltica) 578
calceata Clk. (Tetragonotes) 924
callosa Bech. (Teresepolisa) 558
campestris Clk. (Hypolampsis) 526
canescens Clk. (Rhinotmetus) 528
canescens Jac. (Rhinotmetus) 928
capitata (Ill.) (Paralactica) 540, 541
carbonarius (Clk.) (Hypolampsis) 507,
526
carinatus Jac. (Homotyphus) 925
castaneum Jac. (Allochroma) 330
castaneus (Clk.) (Brachyscelis) 527.
cayensis (Clk.) (Homotyphus) 525
ceramboides Guer. (Loxoprosopus) 504,
530
chacoensis (Bowd.) (Chaparena) 509, 531
chevrolati Clk. (Cerichrestus) 529
chiriquensis Jac. (Allochroma) 30
chiriquensis (Jac.) (Hypolampsis) 526
chiriquensis Jac. (Sparnus) 932
chrysocephala (L.) (Psylliodes) 398
cionoides Clk. (Homotyphus) 529
clara (Har.) (Resistenciana) 581
clarki Baly (Plectotetra) Sy
clarki (Jac.) (Bellacincta) 529
clarki n.n. (Euphenges) 529
clarki n. n. (Rhinotmetus) 528
clypeata Bech. (Hermenegilda) 963
clypeata Clk. (Chlamophora) 970
coarctata Har. (Chorodecta) 550, 552
coccineum Clk. (Allochroma) 515, 530
concolor Clk. (Hypantherus) osl
collata (F.) (Disonycha) 554
comes (Clk.) (Physimerus) 531
concolor Clk. (Hypantherus) 518
constricticollis Jac. (Hypolampsis) 526
consularis Har. (Iphitroides) 515
cordovensis Jac. (Physimerus) 531
corumbana Bech. (Babiohaltica) 591
costata Baly (Rhypetra) 972
costulata Clk. (Hypolampsis) 526
crassipes Champ. (Docemina) 590
crispus Clk. (Calipeges) 510, 528
croceus Clk. (Monoplatus) 923
cruciatus Clk. (Rhinotmetus) 528
crucifer Clk. (Rhinotmetus) 528
cruralis Stal (Crimissa) 593
cryptocephala Koch (Dibolia) 582
cyanoptera Er. (Ocnoselis) 989
darwini Champ. (Aulonodera) 542
denticollis Har. (Trichaltica) 567
depressus Clk. (Rhinotmetus) 528
deyrollei (Baly) (Centralaphthona) 597
deyrollei Baly (Systena) 544
deyrollii Clk. (Cerichrestus) 529
deyrollii (Clk.) (Rhinotmetus) 528
dilaticornis (Clk.) (Hypolampsis) 526
dimidiatipennis (Baly) (Eugoniola) 568
dimidiatipennis Clk. (Monoplatus) 523
discoidalis Jac. (Omototus) 324
distinguendus Clk. (Monoplatus) 523
dohrnii (Clk.) (Homotyphus) 525
dohrni Clk. (Hypolampsis) 526
dorsalis Jac. (Acrocyum) 594
604
elegans Baly (Stenophyma) 965
elegans CIk. (Tetragonotes) 519, 524
elegantula (Jac.) (Acanthonycha) 559
elegantulus Clk. (Rhinotmetus) 528
elegantulus (Jac.) (Hypolampsis) 526
ephippium (Clk.) (Hypolampsis) 526
erichsoni Baly (Homotyphus) 525
erichsoni (Jac.) (Acallepitrix) 363
exclamationis (Bohem.) (Disonychodes)
359
exiguus Clk. (Cerichrestus) 529
eximius Clk. (Physimerus) 531
expulsa Bech. (Parecynovia) 64
facialis Jac. (Exoceras) 546
fallax Clk. (Hypolampsis) 326
fasciaticollis Jac. (Tetragonotes) 524
fasciatum Clk. (Allochroma) 530
fascicularis (Clk.) (Hypolampsis) 526
femoralis Jac. (Physimerus) 531
ferruginea (Ol.) (Strabala) 578
ferrugineonotata Clk. (Hypolampsis) 526
ferrugineum Jac. (Calliphron) 45
ferrugineus (Suffr.) (Aedmon) 512, 528
festivum Clk. (Allochroma) 330
flava Clk. (Psilapha) 561
flavescens (Baly) (Margaridisa) 563
flavescens Blanch. (Crammicopterus) 574
flavicans Clk. (Cerichrestus) 529
flavicollis (Jac.) (Allochroma) 530
flavicollis Jac. (Sparnus) 932
flavidus Clk. (Rhinotmetus) 528
flavipes (Bohem.) (Lysathia) 597
flavipilosus (Jac.) (Hypolampsis) 526
flaviventris (Clk.) (Physimerus) 507, 517
flavonotatum Jac. (Allochroma) 330
flavonotata Clk. (Hypolampsis) 926
flavovittatum Clk. (Allochroma) 530
flavivittatus Jac. (Rhinotmetus) 528
flohri Jac. (Allochroma) 530
fragilis Clk. (Hypolampsis) 926
fromonti (Duv.) (Dinaltica) Su
frontale Jac. (Allochroma) 330
fryella Clk. (Hypolampsis) 926
fuliginosus (Clk.) (Euphenges) 529
fuliginosus Clk. (Homotyphus) 525
fulva Jac. (Sophranella) 541
fulveola Jac. (Aphanocera) 970
fulvicollis Jac. (Mesodera) 567
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
fulvomarginatus Jac. (Octogonotes) 524
fulvoplagiatum Jac. (Allochroma 530
fulvopubescens (Clk.) (Homotyphus)
525
furcipes CIk. (Atyphus) 506, 507, 529
fusca Clk. (Hypolampsis) 927
fuscatus (Clk.) (Homotyphus) 925
fuscocostatus (Clk.) (Hypolampsis)
526
generosum (Clk.) (Omototus) 524
gibba Clk. (Hypolampsis) 926
globosus Clk. (Sparnus) 5127532
godmani Jac. (Allochroma) 530
grayi Clk. (Monoplatus) 923
griseostriatus Clk. (Hypolampsis, 526
grossa Chap. (Elithia) 594
guatemalense Jac. (Allochroma) 930
haagi (Har.) (Glenidion) 548
haagi Har. (Nasidia) 587
heikertingeri (Bech.) (Aedmon) 512, 528
heikertingeri Bech. (Diosyphraea) 560
hexagona ClIk. (Tetragonotes) 924
hilaria Bech. (Exaudita) 542
hispicornis Bech. (Longasphaera) 535
högei Jac. (Allochroma) 930
holosericeus Clk. (Homotyphus) 503, 525
hortensis (Geoffroy) (Chaetocnema)
938.
humerale (Clk.) (Phylacticus) 531
humeralis Clk. (Loxoprosopus) 530
humeronotatus (Clk.) (Bellacincta) 508,
529
humeronotatus (Clk.) (Hypolampsis)
926
humilis CIk. (Cerichrestus) 529
humilis Clk. (Rhinotmetus) 528
impressus (Clk.) (Euphenges) 529
impunctatus CIk. (Monoplatus) 923
inaequalis Clk. (Hypolampsis) 501, 526
inclyta Clk. (Hydmosyne) 508, 532
inconspicuus (Clk.) (Euphenges) 529
inflatipes (Bech.) (Marcapatia) 561
inornatus Clk. (Hypolampsis) 926
inornatus Clk. (Rhinotmetus) 528.
intermedium (Jac.) (Sparnus) 532
interruptovittatus (Jac.) (Walterianella)
536
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 605
irroratus Clk. (Physimerus) 926 mexicanum Jac. (Allochroma) 530
miersii Clk. (Monoplatus) 523
jacobyi (Baly) (Coroicona) 577 miersii (Clk.) (Hypolampsis) 526
jacobyi Bech. (Cornulactica) 580 militaris Har. (Tetragonotes) 524
jacobyi n. n. (Rhinotmetus) 528 mimulus Har. (Hypolampsis) 526
jamaicense Blake (Homoschema) 596 minima Clk. (Hypolampsis) 926
jansoni Baly (Aprea) 544,584 minutus (Clk.) (Hypolampsis) 927
jessia (Bech.) (Genaphthona) 552,556 minutus Jac. (Rhinotmetus) 928
jucundus Clk. (Monoplatus) 523 minutus (Jac.) (Ulrica) 520,921, 582
juvencus Clk. (Physimerus) 517 modestus Clk. (Phylacticus) 531
modestus Jac. (Rhinotmetus) 528
kirschi Harold (Nephrica) 540 morosus Clk. (Omototus) 502, 524
multicostata Clk. (Hypolampsis) 527
labialis (Clk.) (Hypolampsis) 326 muraii Clk. (Hypolampsis) 527
lacordairii Clk. (Hypolampsis) 526 muriensis Bech. (Wittmeraltica) 980
lacunosus Clark (Homotyphus 503, 525 murina Har. (Lactina) 974
laevigatus (Clk.) (Zeteticus) 520, 524
lateralis (Bowd.) (Chaparena) 531 nanaialk (iIyDohme) 596
lemoeides (Clk.) (Meraaltica) 502, En ee en 597
leptocephalus (Perty) (Rhinotmetus) ee a En Es
504, 528
libentinus (Germ.) (Alagoasa) 536 ER ee . ss 2
limbata (Baly) (Chaparena) a ne op a) 2
limbata Baly (Iphitrea) 569 en a u
limbatus (Baly) (Physimerus) 531 a E a Dr) 508
longicornis (Jac.) (Deuteraltica) 537 one A zent)
; nigricornis (Jac.) (Hypolampsis) 927
longicornis Jac. (Luprea) ; Rn nigrifrons (Clk.) (Physimerus) 531
longicornis (Jac.) (Marcapatia) 960 1 >98
lunatum Clk. (Allochroma) 330 an ge 5 2) 597
luteicollis (Clk.) (Hypolampsis) 926 ne. ( ne ee 573
maculicollis Jac. (Hypolampsis) 498,526 Nigripennis Jac. (Physimerus) S31
maculicornis Clk. (Homotyphus) 525 nNigripes Baly (Stegnea) S6l
maculipennis (Jac.) Hypolampsis) 526 nigripes Clk. (Monoplatus) >01, 523
magna (Bech.) (Roicus) 594 nigripes (Clk.) (Hypolampsis) DH
maior Jac. (Phylacticus) 53] nigromarginatum (Clk.) (Euphenges)
marginata (Bowd.) (Chaparena) sl 329
marginata Clk. (Caeporis) 576 nigropietus Jac. (Orodes) 345
marginata (F.) (Cacoscelis) 552 nigroplagiatum (Jac.) (Exartematopus)
marginatus Clk. (Loxoprosopus) 530 332
marginatus Clk. (Rhinotmetus) 528 nitens Weise (Minotula) 563
marginicollis Clk. (Cerichrestus) 529 nitida (Jac.) (Diphaltica) 582
melaleuca Er. (Lactica) 578 nitidulum Clk. (Pleurochroma) 532
melanotus Clk. (Hypolampsis) 526 nitidus (Clk.) (Euphenges) 529
melanurus Ol. (Monoplatus) 523 nitidus (F.) (Wanderbiltiana) 537
meridionalis Clk. (Hypolampsis) 526 nobilis Clk. (Exartematopus) 532
metallica (Jac.) (Bellacincta) 529 nodosus (Clk.) (Homotyphus) 525
metallica Bech. (Doloresa) 585 nubilus (Clk.) (Homotyphus) 525
‘606
Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera
obscuroplagiatus Jac. (Hypolampsis)
527
obscurus Clk. (Hypolampsis) 927
obscurus Clk. (Physimerus) 53l
octomaculata Jac. (Chrysogramma)
595
octomaculatus (Jac.) (Tetragonotus)
924
oleracea (L.) (Altica) 556
olivaceus Clk. (Phylacticus) S3l
opimus (Germ.) (Paranaita) 939
ornata Baly (Sophraena) 895
ornatum Blake (Homoschema) 596
orophila Bech. (Rhynchasphaera) 535
orsodacnina (Bech.) (Aedmon) 512, 528
pallida Jac. (Nasigona) 542, 5483
pallidum CIk. (Pleurochroma) 532
pallipes Clk. (Rhinotmetus) 928
panamensis Jac. (Hydmosyne) 532
panamensis (Jac.) (Hydmosyne) 932
panamensis Jac. (Pseudogona) 390
parallela Clk. (Hypolampsis) 927
parcepunctata Bech. (Palopoda) 506, 529
parva (Bech.) (Syphraea) 996
parvulus Jac. (Rhinotmetus) 928
peruviana (Har.) (Sophraena) 995
picea Jac. (Pseudodibolia) - 583
piceum Clk. (Allochroma) 330
pilosa Clk. (Hypolampsis) 527
pilosa (Ill.) (Distigmoptera) oll
plicata (Er.) (Macrohaltica) 997
pollinosus (Clk.) (Physimerus) 531
porculus Clk. (Hypolampsis) 027
portoricense Blake (Glyptobregma) 584
posticatum Jac. (Allochroma) 530
praeclara Clk. (Eupeges) 508, 531
prasinus Clk. (Phylacticus) sl
presidenciae Clk. (Monoplatus) 523
pretiosa Baly (Syphraea) 562, 565
prima Bech. (Neothona) 549
promecosomoides Bech. (Piobuckia)
547
pruinosus (Clk.) (Hypolampsis) 927
pubescens Clk. (Apalotrius) 505, 529
pulchella Baly (Phrynocepha) 897
pulchella Blake (Hemilactica) 572
pulchellus (Clk.) (Hypolampsis) 927
pulcher Clk. (Panchrestus) 518, 530
pumilio Clk. (Hypolampsis) 501, 526
punctata n. sp. (Meraaltica) 922, 530
puncticolle Jac. (Allochroma) 330
purpureipennis CIk. (Tenosis) 948
pygmaeus Clk. (Coelocephalus) 526
pygmaeus (Jac.) (Hypolampsis) 527
quadrimaculata Jac. (Iphitroides 575
quadrinotatus Boh. (Megistops) 982
quadripes Clk. (Omototus) 924
quatuorlineatus (Clk.) (Octogonotes) 524
quatuornotatus Clk. (Monoplatus)
923
quatuorpustulatum ClIk. (Allochroma)
530
recticollis Jac. (Cyrsilus) 997
regia Clk. (Hypolampsis) 927
revisus (Clk.) (Hypolampsis) 927
rhois (Forst.) (Blepharida) 998, 539
robinsoni (Clk.) (Monoplatus) 523
robusta Clk. (Hypolampsis) 927
rogersi (Jac.) (Tetragonotes) 924
roseobrunneus Bech. (Homotyphus) 503
rotundatum (Clk.) (Brachyscelis) 528
rubicunda (Jac.) (Hypolampsis) 527
rubicundus ClIk. (Panchrestus) 530
rubra Bech. (Sanariana) 593
rubronotatum Clk. (Glenidion) 548
rufa Clk. (Pedilia) 541
rufescens Clk. (Panchrestus) 530
ruficollis Clk. (Rhinotmetus) 928
rufipennis Jac. (Octogonotes) 924
rufolimbatus (Jac.) (Bellacincta) 9508,
529
rufotestaceus (Clk.) (Euphenges) 500,
529
rufula Wse. (Prosplecestha) 587
rusticus Clk. (Hypolampsis) 527
salvini Jac. (Physimerus) sl
sanguinicollis Clk. (Gethosynus) 514,
532
sanguineum (Clk.) (Sparnus) 532
scabrosa (Clk.) (Physimerus) 531
schindleri Bech. (Yungaltica) 560
scutellaris Clark (Exartematopus) 514,
532
scutellatus (Jac.) (Hypolampsis) 927
Ent. Arb. Mus. Frey 15, 1962
semichalybeus Clk. (Monoplatus) 523
semipunctatum Jac. (Allochroma) 530
semipurpurea (Har.) (Physimerus) 531
semiviolaceus Clk. (Monoplatus) 523
sericellum Clk. (Aedmon) 512, 528
sericeopubescens (Clk.) (Hypolampsis)
Sa
sericeus (Bowd.) (Chaparena) 531
sericeus CIk. (Euphenges) 505, 529
sericeus (Perty) (Physimerus) 531
sexmaculatum Jac. (Allochroma) 530
sexmaculatus (Clk.) (Hypantherus)
531
sexmaculatus Clk. (Roicus) 519, 524
sexmaculatus (Ill.) (Capraita) 537
sexnotatus (Clk.) (Hypolampsis) SPA
sexsignatum ClIk. (Allochroma) 530
sexsignatus Clk. (Monoplatus) 923
signaticornis Clk. (Hypolampsis) 527
simoni (Jac.) (Hypolampsis) 927
spectabilis Clk. (Rhinotmetus) 328
squalidus Clk. (Homotyphus) 525
squamata Clk. (Hypolampsis) 526
straminea Har. (Ptocadia) 585
subanchoralis Clk. (Tetragonotes) 518,
524
suboculatus (Clk.) (Hypolampsis) 827
suborbicularis Clk. (Hypolampsis) 527
sulcicollis CIk. (Rhinotmetus) 928
sumptuosus Clk. (Octogonotes) 924
suturalis Jac. (Homotyphus) 525
sylvatica Clk. (Hypolampsis) 927
teapense Jac. (Allochroma) 830
tenuicornis Clk. (Cerichrestus) 529
tersa Er. (Palopoda) 506, 529
thamni (Baly) (Hypolampsis) 927
thoracicus Clk. (Octogonotes) 524
607
tibialis (Jac.) (Hypolampsis) 527
tibialis Jac. (Physimerus) 531
tomentosum (Clk.) (Brachyscelis) 528
transversonotatus (Clk.) (Homotyphus)
525
trivialis (Clk.) (Hypolampsis) Da,
trivittatus (Baly) (Nycteronychis) 536
tuberculatus (Clk.) (Homotyphus) 525
turgidus (Clk.) (Euphenges) 929
umbratica (Ol.) (Araoua) 536
undatus (Clk.) (Homotyphus) 520
unifasciatus (Jac.) (Tetragonotes) 524
ustulata (Har.) (Varicoxa) 555
ustulatus CIk. (Phylacticus) 516, 531
varicornis Jac. (Homotyphus) 925
varicornis (Jac.) (Hypolampsis) 927
variegatus (Jac.) (Pyxidaltica) 535
vellerea Germ. (Brachyscelis) 502, 528
vellereus Clk. (Homotyphus) 525
velutinum (Clk.) (Brachyscelis) 528
venustum (Clk.) (Euphenges) 529
verticalis (Baly) (Brasilaphthona) 591
vicina Clk. (Hypolampsis) 927
virgatus (Clk.) (Homotyphus) 525
vittata Jac. (Agasicles) 500
vittata (CIk.) (Roicus) 524
vittatus CIk. (Physimerus) 507, 517, 531
vulgaris Clk. (Physimerus) | sl
waterhousi Clk. (Rhinotmetus) 928
wittmeri Bech. (Gioia) 996
wollastoni Clk. (Homotyphus) 925
yungarum (Bech.) (Anerapa) 514, 532
zapotensis (Jac.) (Hypolampsis) 927
608 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.)
Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.)
von G. Frey
Herr Dr. Scherer hat im Mai 1961 eine 3-monatige Reise nach dem Himalaja
unternommen und von Assam bis Simla in den mittleren Höhenlagen gesammelt.
Besonders in Assam haben sich hierbei sehr interessante Resultate ergeben. Die
Fauna von Assam ist gegenüber den Faunen von Darjeeling und noch mehr von
Dehra-Dun verschieden. Auch gegenüber der burmesischen Fauna besteht ein er-
heblicher Unterschied.
Eine Reihe von Arten, besonders von den bis jetzt untersuchten Melolonthi-
den und Coprophagen dürfte neu sein. Nachfolgend ein erster Beitrag zur Erkennt-
nis neuer Arten. Siehe auch „Ent. Arbeiten aus dem Museum G. Frey“ Band 13,
Heft 1/1962.
Apogonia unidens n. sp.
Ober- und Unterseite bronze-schwarz, glänzend, Oberseite glatt, Unter-
seite fein anliegend, kurz und zerstreut, hell behaart. Die untere Hälfte des
Pygidiums ist fein lang und abstehend behaart. Clypeus kurz, vorne ein
wenig geschweift, fast gerade. Die Oberseite des Kopfes und der Halsschild
dicht und grob punktiert. Der Abstand der Punkte auf der Scheibe des Hals-
schildes entspricht etwa ihrem Durchmesser. Auf den Seiten des Halsschildes
ist die Punktierung dichter, auf der Stirn einige kleine kahle Stellen. Die
Flügeldecken noch gröber und dichter als der Halsschild punktiert. Einige
Rippen sind angedeutet. Das flache Pygidium ist sehr grob und runzelig
punktiert. Halsschildvorderecken sind spitz und vorgezogen, die Hinter-
ecken breit abgerundet. Die Basis des Halsschildes ist neben dem Scutellum
nicht ausgerandet. Das Scutellum ist kräftig punktiert mit glatter Mittellinie.
Die Vorder-Tibien haben nur einen Zahn ohne Andeutung eines 2.
Zahnes (siehe Abb. 1). Dadurch unterscheidet sich diese Art von allen übri-
gen indischen Arten. Die Gestalt ist flach, auch der Halsschild wenig ge-
wölbt.
Länge 9 mm.
2 Exemplare aus Assam: Khasi Hills, Cherrapunyi, ca. 1300 m, leg. G.
Scherer V. 1961. Type und Paratype in meinem Museum.
Apogonia schereri n. sp.
Ober- und Unterseite bronze bis schwarz. Oberseite glatt, die Punkte
auf der Unterseite tragen ganz kurze Härchen. Ober- und Unterseite ein-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 609
schließlich Pygidium glänzend. Oberseite einschl. Kopf und Halsschild wenig
gewölbt, Kopf und Halsschild flach. Clypeus kurz, vorne gerade, die schrä-
gen Seiten fast gerade. Vorderrand aufgebogen. Die Oberseite des Kopfes
dicht und ziemlich fein, etwas unregelmäßig punktiert, ebenso der Hals-
Abb. 1: Vorderbein von Apogonia unidens sp. n.
schild. Auf der Scheibe nach vorne ist die Punktierung etwas offener, sonst
ist der Punktabstand = ihrem Durchmesser. Vorderer Seitenrand des Hals-
schildes gerade, manchmal ein wenig konkav. Vorderecken rechtwinkelig
bis spitzwinkelig, sehr scharf. Hinterer Seitenrand gleichmäßig gerundet,
Hinterecken abgerundet. Scutellum sehr breit mit einigen Punkten. Flügel-
decken grob und dicht punktiert, mit 3 undeutlichen, nur wenig punktierten,
kaum gewölbten Rippen. Pygidium etwas gewölbt, grob und dicht punk-
tiert. Unterseite bis auf die Mitte des Metasternums dicht punktiert. Vorder-
Tibien mit 2 Zähnen. Geschlechtsorgane siehe Abb. 2. Länge 7,5—9 mm.
Von den übrigen in Assam vorkommenden Arten durch die dichte und
feine Halsschildpunktierung verschieden. Von der folgenden Art durch den
flachen Halsschild, den runden Clypeus und die Genitalien, von assamensis
Mos. vor allem durch das glänzende Pygidium zu unterscheiden.
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 39
610 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.)
12 S, Assam: Kaziranga nördl. Mikir-Hills/Brahmaputra, leg. G. Sche-
rer V. 1961. Type und Paratypen in meinem Museum.
Abb. 2: Aedoeagus (dorsal und lateral) von Apogonia schereri sp.n.
Apogonia convexicollis n. sp.
Ober- und Unterseite schwarz mit Bronzeschimmer, glänzend, Fühler
etwas heller. Oberseite glatt, Unterseite in den Punkten mit äußerst kurzen,
weißen Härchen ausgezeichnet, ebenso die Beine. Das Pygidium trägt dünne
aufrechte Haare, Länge 8—8,5 mm. Clypeus kurz, nahezu gleichmäßig flach
gerundet. Oberseite des Clypeus dicht und grob, aber nicht runzelig punk-
tiert, von der Stirn deutlich abgesetzt, Stirn vorne glatt mit ein paar groben
Punkten, hintere Stirn und Scheitel etwas feiner als der Clypeus punktiert.
Stirn und Scheitel flach.
Der Halsschild ist stark gewölbt, die Vorderseiten gerade, die hintere
Seite gleichmäßig gerundet, die breiteste Stelle des Halsschildes etwa !/s des
Durchmessers von den Hinterecken entfernt. Die Vorderecken nicht vorge-
zogen, rechtwinkelig, die Hinterecken stumpfwinkelig. Der Halsschild ist
gleichmäßig dicht und mittelmäßig fein punktiert. Der Abstand der Punkte
beträgt im Durchschnitt ein klein wenig mehr als ihr Durchmesser. Das
Schildchen ist wie der Halsschild punktiert.
Die Flügeldecken sind ebenfalls gewölbt. Sie sind gröber als der Hals-
schild und dicht punktiert. Die Schulterbeule und der Ansatz der Rippen an
der Basis sind glatt. Die Rippen sind nur markiert und undeutlich. Das Pygi-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 611
dium ist sehr grob und dicht punktiert, wenig gewölbt und hat in der Mitte
eine glatte Stelle, jedoch keinen ausgesprochenen Kiel. Genitalien siehe
Abb. 3. Von der vorhergehenden Art durch den gewölbten Halsschild, von
assamensis Mos. ebenfalls durch das glänzende Pygidium verschieden, auch
die Punktierung ist gleichmäßiger und feiner als bei den übrigen in Assam
vorkommenden Arten.
UA
Abb. 3: Aedoeagus von Apogonia convexicollis sp. n.
3 ö, Assam: Kaziranga nördl. Mikir Hills/Brahmaputra, leg. G. Scherer
V. 1961, Typen und Paratypen in meinem Museum.
Apogonia impressipyga n. sp.
Ober- und Unterseite gelbbraun, Tibien etwas angedunkelt, Oberseite
glatt, Unterseite fein dünn und hell behaart, Behaarung anliegend und kurz.
Clypeus vorne gerade, die Oberseite des Kopfes und die Flügeldecken mittel-
mäßig fein und dicht punktiert, Hals und Scheitel etwas feiner punktiert. Auf
den Flügeldecken sind auf der Scheibe Linien angedeutet, an den Seiten
der Flügeldecken sind die Punkte in Reihen angeordnet.
Das Pygidium ist von allen anderen, bis jetzt bekannten Apogonia-
Arten abweichend. Es trägt an den beiden Seiten eine doppelte Leiste, an
der Spitze eine 3-fache Leiste. An der Basis ist die Leiste einfach. Beiderseits
der Mittellinie und an der Spitze ist das Pygidium erheblich eingedrückt. Die
beiden oberen Eindrücke bilden eine flache Mulde, der untere Eindruck ist
612 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.)
etwas kleiner, da er vor der Spitze liegt. (Einige bekannte Apogonia-Arten
haben ebenfalls ein abnormes Pygidium, jedoch liegt hier der Eindruck in
der Mitte, also gerade umgekehrt wie bei Apogonia impressipyga. (Siehe
Abb. 4).
Abb. 4: Pygidium von Apog. impressipyga n. sp.
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen.
ö und $ sind nur durch den etwas schmäleren Clypeus und die etwas
längeren Fühler beim ö verschieden.
Länge 7—8 mm.
2:
Manjara See, Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und Bernhard
Frey im Dezember 1961 gesammelt.
Type und Paratype in meinem Museum.
Leucoserica assamensis n. Sp.
Ober- und Unterseite hell rotbraun, Kopf und Flügeldecken ein wenig
dunkler glänzend. Flügeldecken und Halsschild glatt, Seitenränder bewim-
pert, auf dem Clypeus einige aufrechte, dünne Haare. Metasternum in der
Mitte lang und dicht behaart. Die Ränder der Ventralsegmente sowie die
untere Hälfte des Pygidiums ebenfalls lang und hell behaart. Die Seiten des
Metasternums und die oberen Teile der Ventralsegmente sehr fein dünn,
kurz und zerstreut behaart. Clypeusrand aufgebogen, kaum geschweift,
Ecken gerundet, Seiten nur wenig apical divergierend, Oberseite in der
Mitte gewölbt, die Wölbung glatt, nur am Rande ziemlich grob und flach
punktiert. Stirn und Scheitel etwas gewölbt, mit zerstreuten groben Punkten.
Begrenzungslinie in umgekehrtem Bogen verlaufend, nicht sehr deutlich.
Halsschildseitenrand nur wenig geschweift, nach vorne verengt, Vorder-
ecken sehr spitz und vorgezogen, Hinterecken rechtwinkelig, Basis beider-
seits des Scutellums ein wenig ausgerandet. Oberseite des Halsschildes ziem-
lich fein und nicht sehr dicht punktiert. Abstand der Punkte etwa das Dop-
pelte ihres Durchmessers. Das Scutellum bildet ein gleichschenkeliges,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 613
spitzes Dreieck und ist wie der Halsschild punktiert. Die Flügeldecken tra-
gen ziemlich enge Streifen aus meist quergestellten Punkten. Die Zwischen-
räume sind etwas gewölbt und verflachen apical. Das Pygidium ist gewölbt,
ziemlich dicht und mäßig fein, aber flach punktiert. Die Fühler sind 10-
gliedrig. Die Fahne beim ö besteht aus fünf Gliedern, das 1. ist !/s kürzer
als die übrigen. Die Fahne ist so lang wie der Kiel.
Länge 6,8 mm.
Durch die Größe von den 2 bisher bekannten Arten dieser Gattung ful-
gida und lateralis Arr. (4.5—5 mm) deutlich verschieden. Bei assamensis ist
das Abdomen normal, bei fulgida ö mit Lappen, lateralis hat 4-gliedrige
Fühlerfahne.
1 5 Assam: Khasi Hills, Shillong 1500 m, leg. G. Scherer V. 1961.
Cephaloserica schereri n. sp.
Braun mit schwarzbraunen Streifen neben der Naht und dunklerem
Halsschild oder ganz schwarzbraun. Fühler gelb. Oberseite wenig, nur der
Clypeus stärker glänzend, jedoch wenig tomentiert. Oberseite glatt, Hals-
schild, Flügeldeckenrand und unteres Pygidium bewimpert. Unterseite leicht
bereift, in der Mitte dicht mit Borsten besetzt. Die Seiten des Metasternums
und die Ventralsegmente ebenfalls mit Borstenreihen ausgezeichnet. Clypeus
etwas abgesetzt, schwach dreizähnig, der mittlere Zahn meist kräftiger als
die Eckzähne. Clypeusrand aufgebogen. Die Oberfläche nach dem Rand ver-
tieft und grob runzelig punktiert. Stirn und Scheitel sehr seicht punktiert und
im Grunde chagriniert. Halsschild gewölbt, im Grund chagriniert, dann ziem-
lich dicht grob und flach punktiert, Vorderecken vorgezogen, spitz, Hinter-
ecken ganz verrundet. Die Halsschildbasis neben dem Scutellum ausgeran-
det. Schildchen wie der Halsschild punktiert und in der Mitte glatt. Flügel-
decken mit zahlreichen schmalen, manchmal ganz glatten und flachen Rippen
in den Zwischenräumen, wie der Halsschild teilweise doppelreihig punktiert.
Pygidium gewölbt wie die Flügeldecken, nur wesentlich feiner auf cha-
griniertem Grund punktiert. Vorder-Tibien mit 2 kräftigen Zähnen, Hinter-
schenkelränder nahezu parallel. Fühlerfahne (5) 3-gliedrig, beim ö nahe-
zu so lang wie der Stiel.
Länge 7—8 mm. 1 d, 2 29, Assam: Khasi Hills, Cherrapunyi, ca.
1300 m, leg. G. Scherer.
Von carinirostris Br. durch den fehlenden Kiel am Clypeus, von triden-
tata Mos. tridenticeps Mos. und rotunda Arr. durch die geringere Größe ver-
schieden. Diese Arten haben mindestens 9 mm Länge. Von parvula Mos. ist
die Art durch den grob punktierten Halsschild von quinquedens Brenske
durch die kürzere gewölbte Form und den Clypeus verschieden. Vulpectula
614 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.)
Arr. und mulmeina Br. haben ebenfalls einen feinpunktierten Halsschild.
Die Art steht am nächsten der Cephaloserica satrapa Br. aus Yunnan/China.
Diese Art ist jedoch ebenfalls um 2 mm kleiner.
Polyphylla nubecula n. sp. (Abb. 5)
Ober- und Unterseite, sowie Fühler und Beine dunkelbraun, fast matt.
Die ganze Oberseite einschließlich Kopf und Halsschild sowie Scutellum mit
Abb. 5: P. nubecula n. sp.
weißlichen kleinen, eiförmigen Schuppen bedeckt und zwar in unregelmä-
Biger Weise, so daß dieselbe gleichsam bewölkt erscheint. Außer den Wim-
pern am Halsschild ist keinerlei Behaarung vorhanden. Die Unterseite an-
liegend weißlich behaart, die Behaarung borstenförmig. Die Mitte der
Unterseite bis auf einige Haare an den Sterniträndern glatt, das letzte Ster-
nit durchgehend behaart.
Das Propygidium ist wie die Unterseite, das Pygidium wie die Ober-
seite, jedoch mit kahler Mittellinie bekleidet.
Clypeus etwas breiter als die an den Augen eingeengte Stirn, kurz,
vorne seicht ausgerandet, die Ecken abgerundet, der Vorderrand aufgebo-
gen und etwas abgesetzt. Die Begrenzungslinie Clypeus-Stirn wenig deut-
lich parallel zum Clypeusrand gebogen. Die Fühler zehngliedrig, die Fahne
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 615
ö 7-2 6-gliedrig, beim & die dreifache Stiellänge erreichend und gebogen.
Der Halsschild ist an der Basis nicht gerandet, die Seitenränder sind
ganz schwach krenuliert, der vordere und hintere Rand ist hellbraun bewim-
pert. Die Vorderecken sind nicht vorgezogen und stumpfwinkelig, die Hin-
terecken deutlich und rechteckig. Der hintere Seitenrand leicht konkav ge-
schweift. Die ganze Oberfläche des Kopfes und des Halsschildes ist nabel-
förmig runzelig, die Flügeldecken querrunzelig punktiert, die Skulptur je-
doch durch die Schuppen größtenteils verdeckt. Alle Klauen mit breiter
Basis, und in der Mitte mit einem scharfen, etwas gebogenen Zahn. Die
Tibien mit 3 scharfen Zähnen (P), mit 2 scharfen und einem kleineren
stumpfen Zahn (Ö).
Fundort: Swatow China, 1936.
Länge 38 mm.
Type und Paratype (1 ö,1 9) in meinem Museum.
Die Tiere befinden sich seit Jahren in meinem Museum. Ich habe sie
dem bekannten Spezialisten für pal. Melolonthiden, Herrn Tesar in Opava
übersandt, der sie ebenfalls als neu erkannte. Auch ein Vergleich mit der mir
vom Rijksmuseum Stockholm liebenswürdigerweise überlassenen Type von
Pol. tonkinensis Dew. ergab keine Ähnlichkeit. Durch die wolkenförmige Be-
schuppung und durch den 6-gliedrigen Fächer beim % ist sie von allen bisher
bekannten Polyphylla-Arten verschieden.
616 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.)
Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.)
von G. Frey
Ich erhielt vom Britischen Museum die dort befindlichen Vorräte an undeter-
minierten Onthophagen zur Bestimmung. Es befanden sich darunter zum Teil auch
alte Ausbeuten aus Gegenden, die heute schwer zu besammeln sind. Das Material
enthält sehr viele interessante Käfer, leider jedoch auch eine große Menge solcher,
die nur in einzelnen Exemplaren, darunter meist 9, vorhanden sind, weshalb eine
Beschreibung sich nicht durchführen ließ.
Folgende Arten konnten jedoch als neu festgestellt werden:
Onthophagus miricollis n. sp.
Gelbbraun, Kopf, Scheibe des Halsschildes, die Spitzen der Halsschild-
körner, einige Flecken auf den Flügeldecken, die vorderen Beine, sowie die
obere Hälfte der mittleren Schenkel kupferfarbig. Fühler gelb. Ober- und
Unterseite ziemlich dicht anliegend greis behaart, zwischen den Hörnern auf
dem Halsschild ist die Behaarung weniger dicht, das Pygidium ist sehr lang
und dicht behaart, dort verdeckt die Behaarung die Oberfläche. Ober- und
Unterseite mäßig glänzend.
ö: Clypeus Vorderrand gleichmäßig gerundet, Wangen nicht hervor-
tretend. Oberseite des Clypeus dicht granuliert. In der Mitte des Kopfes
erhebt sich eine breite, sich gleichmäßig verjüngende Lamelle, welche in ein
langes, nach rückwärts leicht gebogenes Horn übergeht. Der Kopf hat keine
Frontalleiste. Halsschild am Vorderrand gerade, vor den Vorderecken ein
wenig ausgeschweift, hinterer Seitenrand fast gerade. Vorderecken etwas
vorgezogen und abgerundet. Die Basis des Halsschildes ist gerandet. Die
Oberfläche des Halsschildes ist auf der Scheibe vor der mittleren Depres-
sion dicht und fein granuliert, die Seiten des Halsschildes und die Hörner
außen sind fein und zerstreut granuliert. Die Basis, die Depression selbst,
sowie die Vorderecken des Halsschildes und der Vorderrand sind fein und
zerstreut punktiert. Die Innenseite der Halsschildhörner ist glatt. In der
Mitte der vorderen Halsschildhälfte befindet sich eine starke Depression mit
etwas erhabener Mittellinie, welche von 2 breiten, sich gleichmäßig verjün-
genden und nach rückwärts gebogenen Hörnern flankiert wird. Die basale
Hälfte des Halsschildes hat eine deutliche, bis zum Rand reichende Mittel-
furche.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 617
?: Clypeus gleichmäßig gerundet, Oberfläche des Clypeus quergerun-
zelt, die Stirn und der Scheitel dicht und grob granuliert. Auf der Stirn eine
fast gerade, kräftige und kurze Leiste, in der Höhe der Augenmitte, in der
Länge des halben Augenabstandes eine 2. gerade Leiste, welche an den
Ecken und in der Mitte mit stumpfen Zähnen ausgezeichnet ist. Der Hals-
schild ist durchweg dicht granuliert, an der Basis sind die Körner feiner und
auf den Vorderecken einige rauhe Punkte. Die Kupferfärbung erstreckt sich
auf ?/s der Oberfläche, im gelben Seitenrand befindet sich noch ein dunkler
Längsfleck. Halsschild einfach, ohne Depression; nur eine kurze schwache
Leiste, jedoch wesentlich kürzer als die Scheitelleiste, befindet sich am Ab-
sturz. Die basale Mittelfurche ist ebenfalls vorhanden.
Die Flügeldecken sind nicht sehr breit gestreift, die flachen Zwischen-
räume dicht und rauh punktiert mit kleinen Körnern untermischt. Der Unter-
grund ist chagriniert. Das Pygidium hat keine erkennbare Basalleiste und ist
sehr dicht und grob punktiert. Die Flügeldecken haben an der Basis und
auch auf der Scheibe einige undeutliche dunkle, längliche Flecken, auch das
Pygidium ist in der Mitte dunkel, ebenso der Suturalstreifen und der Vorder-
rand der Flügeldecken, die Epipleuren sind gelb.
Länge 7—7,5 mm.
Diese Art ist schwierig einzuordnen. Trotz der fehlenden Pygidiumleiste und
den Punkten auf dem Halsschild beim & möchte ich sie wegen dem $ und
dem granulierten Kopf in die 24. Gruppe nach D’Orbigny einreihen zu
densipilis d’Orb. Von dieser Art deutlich durch die Armatur des Kopfes
beim d und $ und die Färbung verschieden. (? von densipilis hat sehr
lange, die Augen fast berührende Vertexleiste). 2 6 d,2 2%; Kenya, Watta
Hill Kedai, leg. C. Montagne Smyth.
Type im Britischen Museum. Paratypen in meinem Museum.
Onthophagus deccanensis n. sp.
Einfarbig schwarzbraun, Unterseite etwas heller, mäßig glänzend. Ober-
und Unterseite fast glatt, nur mit undeutlichen, kaum sichtbaren (x25)
Borsten.
ö: Clypeus etwas vorgezogen, der Vorderrand leicht ausgeschweift und
aufgebogen. Die Oberseite des Kopfes bis zum Ansatz der Hörner sehr dicht
und ungleichmäßig punktiert. In der Mitte sind die Punkte feiner und mehr
zerstreut, an den Seiten gröber. Es ist keine Stirnleiste vorhanden. Am In-
nenrand der Augen erheben sich 2 unten sehr breite, dann sich im letzten
Drittel verjüngend und im Winkel gegeneinander geneigte Hörner. Sie sind
zuerst nach hinten geneigt und dann etwas aufgebogen. Die Hörner sind
oben ziemlich spitz. Sie sind unten durch keine Leiste verbunden.
618 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.)
2: Der Clypeus ist nicht vorgezogen, gleichmäßig gerundet, der Vorder-
rand ebenfalls seicht ausgeschnitten und aufgebogen. Die Oberseite des Cly-
peus und der Stirn ist genau so punktiert wie das Ö, in der Höhe der unte-
ren Augenspitze befindet sich eine flache, distal gewinkelte Leiste. Der Schei-
tel ist zerstreut und sehr flach punktiert. Neben dem hinteren Augenrand
2 große, spitz zulaufende, nach hinten geneigte Tuberkel. Der Scheitel ist
etwas vertieft.
Der Halsschild ist sehr fein gerandet, ungleichmäßig und unregelmäßig
ziemlich dicht punktiert, die größeren Punkte sind alle sehr flach. Beim ö
eine tiefe glatte Grube am Absturz hinter den Hörnern. Das $ hat einen
einfachen Halsschildabsturz. Der hintere Seitenrand ist geschweift, der vor-
deren Seitenrand ist gerade. Die Ecken vorgezogen und ziemlich spitz ver-
rundet.
Die Flügeldecken (ö?) sind sehr fein und eng gestreift, die Streifen
etwas gekerbt. Die flachen Zwischenräume sind äußerst zerstreut granuliert,
der letzte Zwischenraum grob und zerstreut punktiert. Die Flügeldecken im
Grund chagriniert. Das Pygidium ist gerandet und sehr fein granuliert.
Länge 6,5-7 mm.
Die Art gehört zu taurinus, jedenfalls würde ich sie trotz des einfarbigen
Halsschildes infolge der ähnlichen Armatur des Kopfes dazu stellen. Sie
unterscheidet sich durch die Farbe, den anderen Clypeus (bei taurinus zu-
gespitzt), sowie durch den anders gearteten Halsschildabsturz eindeutig von
dieser Art. 3 d d&,1 9, Deccan Ahmaduagar, Indien, leg. J. E. M. Boyd.
Type im Britischen Museum.
Onthophagus saudiensis n. sp.
Vorder-Tibien und Tarsen braun. Kopf dunkelgrün erzfarben, mit rot-
braun gerandetem Clypeus. Der Halsschild hat 2 winkelige braune Flecken,
sowie einen braunen Tuberkel. Die Flügeldecken haben auf dem 2., 4. und
6. Zwischenraum gegeneinander versetzte braune Längsflecken, die Punkte
auf dem Halsschild und etwas weniger auf den Flügeldecken sind größten-
teils braun getönt, besonders die mittleren Halsschildpunkte. Fühler gelb.
Ober- und Unterseite äußerst fein und kurz hell behaart, auf dem Pygidium
ist die Behaarung etwas länger, schwach glänzend.
Kopf wie alle Arten dieser Gruppe (29. Gruppe ochreatus d’Orb.) nor-
mal geformt. Die breiteste Stelle etwas vor der Augenmitte. Clypeus auf-
gebogen und ziemlich tief flach dreieckig ausgeschnitten, Seiten gerundet,
Wangen ein wenig abgesetzt. Oberseite des Kopfes in der Mitte und vorne
feiner, auf den Wangen und Hinterecken gröber gerunzelt. Der Scheitel
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 619
fein gerunzelt. In der Mitte befindet sich eine gerade central erhöhte Stirn-
leiste. Im inneren Hinterrand der Augen 2 kräftige apical geneigte spitze
Tuberkel.
Halsschild Vorder- und Hinterseitenrand gerade, Vorderecken gerundet,
nicht vorgezogen, Basis deutlich gerandet. Die Oberfläche ist ziemlich dicht
und grob unregelmäßig und einfach punktiert, die Punkte sind ziemlich flach
und am Absturz etwas gedrängt. Auf dem Absturz befindet sich in der
Mitte ein querer abgerundeter Tuberkel. Die Flügeldecken sind fein und
eng gestreift, die Streifen fein gekerbt, die Zwischenräume äußerst zerstreut
granuliert, der letzte Zwischenraum ganz glatt. Das Pygidium ist sehr zer-
streut und fein punktiert, an der Basis fein und flachwinklig gerandet.
Länge 7-8 mm.
2 8 ö, Hedjas Buraimann 12 miles N. of Jidda, 8. XII. 1944, leg. A. R. Wa-
terston.
Die Art gehört in die 29. Gruppe nach d’Orbigny. Sie ist u. a. durch die
Größe, die Flecken auf den Flügeldecken und den Tuberkel auf dem Hals-
schild von den anderen Arten dieser Gruppe verschieden. Type im Britischen
Museum, Paratype in meinem Museum.
Onthophagus planifrons n. sp.
Dunkelbraun, Clypeus und Vorderecken des Halsschildes rotbraun
schimmernd. Beine und Fühler hell rotbraun. Oberseite äußerst fein, Pygi-
dium etwas gröber behaart.
Clypeus flach gerundet, vorne etwas abgestutzt. Die ganze Oberseite
des Kopfes fein und ziemlich dicht punktiert, vollkommen flach, ohne Leisten
oder sonstige Armatur. Halsschildvorderseitenrand gerade, hinterer Seiten-
rand geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen, abgerundet. Basis nicht er-
kennbar gerandet. Oberseite des Halsschildes auf der Scheibe und an der
Basis dicht mit sehr flachen etwas ungleichen Nabelpunkten bedeckt, die
Vorderecken und am vorderen Seitenrand einfach punktiert. Halsschildab-
sturz einfach. Die Flügeldecken breit gestreift, die Streifen mit breiten,
flachen, ringförmigen Punkten kettenähnlich geschmückt. Das Pygidium ohne
Basisleiste, im Grund chagriniert, ziemlich dicht mit flachen und groben
Punkten besetzt. Vordertibien mit normalen 4 Zähnen. Die Art gehört in die
26. Gruppe (n. Arrow Fauna of Br. India).
Länge 3-4 mm.
2 29, Assam Patkai Mts. (1), Sudiya (1), leg. Doherty.
Type im Britischen Museum.
620 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.)
Onthophagus caviceps n. sp.
Kopf, Halsschild und Pygidium erzgrün. Flügeldecken und Unterseite
schwarzbraun. Flügeldecken mit 2 Querreihen rotbrauner, nicht sehr deut-
licher Flecken, eine Reihe an der Basis, die andere in der Mitte der Flügel-
decken oder nur mit einem Schulterflecken (Type). Fühler braun, die Keule
gelblich, Ober- und Unterseite wenig glänzend. Oberseite bis auf 2 rot-
braune Haarbüschel an den Hinterecken des Halsschildes glatt. Die Seiten
des Metasternum lang hellbraun behaart, ebenfalls befinden sich Borsten-
reihen an den Ventralsegmenten.
ö.: Clypeus eiförmig zugespitzt, die Spitze etwas aufgebogen, die Ober-
fläche ohne Leisten, hinten gerade, zwischen den Augen nur wenig vertieft
und nicht ausgehöhlt. Der Clypeus fein quergerunzelt. Stirn und Scheitel
auf chagriniertem Grund fein und ziemlich dicht punktiert. Gestalt relativ
länglich.
?: Clypeus breiter, eiförmig zugespitzt, die Spitze etwas aufgebogen,
die Oberfläche ohne Leisten, der Hinterrand in der Mitte aufgebogen zu
einem kräftigen, oben runden Tuberkel. Vor dem Tuberkel, zwischen den
Augen, jedoch den Augenrand nicht erreichend, befindet sich eine breite
Grube. Clypeus, Stirn und Scheitel sind quergerunzelt, nur die Grube ist
ziemlich glatt und nur fein und zerstreut punktiert. Gestalt breiter.
ö@: Der Halsschild ist ziemlich flach, vorderer Seitenrand gerade, hin-
terer Seitenrand stark geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen, rechtwin-
kelig gerundet. Hinterecken ganz flach. Basis gerandet. Die Oberfläche des
Halsschildes ist mit ganz flachen Körnern bedeckt, welche an den Seiten ge-
rade noch als solche erkennbar sind, während sie auf der Scheibe allmählich
verschwinden und in eine ziemlich zerstreute Punktierung übergehen. An
den Hinterecken eine seichte Depression mit einem Haarbüschel.
Die Flügeldecken sind ziemlich fein gestreift, die Streifen etwas ge-
kerbt, die flachen Zwischenräume dicht und mittelfein punktiert. Der 7.
Streifen ist gekrümmt. Das Pygidium ist gerandet und dicht und ziemlich
fein punktiert.
Länge 10-12 mm.
1 8,3 29, Lebong Tandai W. Sumatra, leg. J. Brooks, 1917-22.
Die Art ist sehr nahe verwandt mit penicillatus Har., unterscheidet sich je-
doch durch die viel flachere Granulierung am Halsschild und die anders ge-
färbten Flügeldecken. Arrow gibt in der Beschreibung der Art penicillatus
(Fauna of British India S. 187) den Tuberkel als Kennzeichen des Ö an.
Ich vermute, daß der beschriebene penicillatus ein $ ist, da in meinem Mu-
seum das einzige Stück, ein $, genau den gleichen Habitus des Kopfes auf-
weist wie die PP von caviceps.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 621
Type $, Paratype 5 im Britischen Museum, 2 Paratypen (d ö) in meinem
Museum.
Onthophagus octogonus n. sp. (Abb. 1)
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Fühler, Mundwerkzeuge, die
Schulterbeulen, 2 Apicalflecken und das Propygidium rötlich hellbraun. Pygi-
Abb. 1: O. octogonus n. sp. Konturen der Vorderpartie.
dium schwarzbraun wie die Flügeldecken. Ober- und Unterseite fein hell
und kurz behaart, mäßig glänzend. Kopf in Form eines hinten etwas zu
breiten Achtecks gestaltet (siehe Abb.). Die schrägen Seitenränder sind etwas
geschweift, die geraden Seitenränder ein wenig apical divergierend. Der
Vorderrand ist gerade.
ö: Die Oberseite des Kopfes ist gleichmäßig fein punktiert. In Höhe
des hinteren Augenrandes erheben sich 2 gerade, parallele, unten flache,
dann gleichmäßig verjüngte, mittelhohe Hörner. Sie sind durch eine glatte
Leiste verbunden. Es ist keine Stirnleiste vorhanden, nur bei sehr kleinen
und ungehörnten ö eine Spur davon.
2: Der Clypeus ist quergerunzelt, Stirn und Scheitel fein und gleich-
mäßig punktiert. Es ist eine gerade Stirnleiste vorhanden, ebenso eine
gerade Scheitelleiste in Höhe des Hinterrandes der Augen. Beide Leisten
sind gleich lang und erreichen ungefähr !/3 des Kopfdurchmessers.
Der Halsschild ist beim ö am Absturz hinter den Hörnern glatt. Er trägt
beim $ dort einen undeutlichen Wulst. Der Halsschild ist gleichmäßig fein
und dicht punktiert. Der Abstand der Punkte ca. gleich ihrem Durchmesser.
Auf der Scheibe einige feinere Punkte dazwischen. Die Basis ist gerandet,
Vorderseitenrand gerandet, Hinterseitenrand geschweift. Vorderecken recht-
winklig verrundet und nicht vorgezogen. Die Flügeldecken sind ziemlich
eng gestreift, die Streifen sind mit Punkten gekerbt, die flachen Zwischen-
622 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.)
räume mäßig dicht und unregelmäßig fein granuliert. Der 7. Streifen ge-
krümmt. Das Pygidium ist gerandet, dicht und ziemlich grob punktiert.
Länge 5-6 mm.
4 66,1, Assam, Kaziranga, nördl. Mikir Hills/Brahmaputra, leg. G. Sche-
rer, V. 1961. Type und Paratypen in meinem Museum.
Die Art möchte ich zu O. falsus Gill. stellen (Gr. 25 nach Arrow). Sie ist
durch die Kopfform (falsus Clypeus zugespitzt) eindeutig verschieden.
Onthophagus ocellidorsis d’Orb. &
In einer Sendung des Museums Tervueren befanden sich 3 2? und 1
von ©. ocellidorsis d’Orb. Von dieser Art hat der Autor nur das $ beschrie-
ben, weshalb mir eine Kennzeichnung des 5 angebracht erscheint:
Clypeus halbkreisförmig, Wangen etwas hervortretend. Oberfläche des
Kopfes ziemlich grob und dicht punktiert, ohne Frontalleiste. Der Hinter-
rand des Kopfes ist in 2 Lamellen ausgezogen, die sich zu runden, etwas an
der Spitze gebogenen, ziemlich kurzen Hörnern verjüngen. Der Abstand der
nicht durch eine Leiste verbundenen, inneren Lamellenränder untereinander
beträgt etwa die Hälfte des Lamellendurchmessers.
Im übrigen wie das 9.
Wegen der Bewaffnung des ö muß diese Art zu illotus Per. gestellt
werden. Sie unterscheidet sich eindeutig durch die Nabelpunkte auf dem
Halsschild.
Fundort Lualoba: Kolwegi X. 1954. Typisches Exemplar des ö im Museum
Tervueren.
(Onthophagus leechi Frey) = Onthophagus posticus Er. (syn. nov.)
In einer größeren Serie aus dem Britischen Museum befand sich der von
mir im Jahre 1959 (Ent. Arbeiten aus dem Museum G. FREY 10) beschriebene
O.leechi und zwar nicht nur wieder aus Neuseeland, sondern auch aus Tas-
manien.
Eine erneute Überprüfung ergab, daß es sich bei dem O. leechi um die
alte Art O. posticus Er. handelt. Das Vorkommen in Australien und Neusee-
land ist immerhin so außergewöhnlich, daß die australischen Arten nicht
untersucht wurden, weshalb es zu einer Doppelbeschreibung kam.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 623
North Queensland-Sammelreise 1961 - 62
Von Herbert Demarz
Australien ist nicht, wie manche Europäer glauben, eine große, mono-
tone, menschenfeindliche Wüste. Es hat vielmehr ein sehr wechselvolles
Gesicht, und die Gegensätze der Landschaften kommen wohl in keinem Land
der Welt so stark zum Ausdruck. Der Wechsel zwischen üppigstem Regen-
wald bzw. Savanne und Halb-Wüste ist oft sehr abrupt. Ebenso verhält es
sich mit den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit. Der rapide Wechsel
dieser Landschaften hat eine Anzahl verschiedenster Biotope gebildet, inner-
halb welcher das Mikroklima eine besondere Rolle spielt. Diese speziellen
Biotope sind oft sehr klein und leicht zu übersehen. Die Insektenpopulation
ist nicht sehr groß, dafür aber um so interessanter. Es ist nicht im Rahmen
dieses Berichtes, eine umfangreiche Aufstellung der gesammelten Arten zu
geben. Ein eingehendes Studium der einzelnen Gebiete ist notwendig, um
hier einen kleinen Einblick zu geben. — Es liegt vielmehr im Interesse des
Verfassers, dem Leser einen allgemeinen Eindruck von Australien zu ver-
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624 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
mitteln und die Landschaften und Schwierigkeiten zu schildern, die der
Reisende in diesen Gebieten erwarten kann.
Im Auftrag von Herrn Dr. Frey trat ich am 4. November 1961 mit
meiner Frau eine fast viermonatige entom. Sammelreise an. Unser Hauptziel
war das Atherton Plateau in North Queensland. Die Reise wurde ausschließ-
lich mit einem Volkswagen (Personenwagen) durchgeführt. Die Gesamt-
strecke betrug rund 22 000 Kilometer und stellte oft höchste Ansprüche an
Fahrzeug und Fahrer.
Um eine Autoreise von Perth nach North Queensland zu unternehmen,
ist es zunächst notwendig, mit den Verhältnissen des Landes bekannt zu
sein. — Diese Voraussetzung erfüllt, steht man vor weiteren Problemen;
Unterbringung der Ausrüstung einschl. Wasser, Öl, Ersatzteile usw. Karten-
material und Listen, die endlos scheinen und doch für einen reibungslosen
Ablauf unentbehrlich sind. Der Volkswagen erscheint viel, viel zu klein und
ist letzten Endes doch groß genug. Das Zelt, die Betten und Decken gehen
aufs Dach, und da wir nur das Notwendigste mitnehmen, haben wir innen
noch genügend Platz.
Mit Kopfschmerzen und ein wenig durchgedreht, verlassen wir im
ersten Tagesdämmern Perth, die Metropole des Westens und unsere Wahl-
heimat. — Nach knapp 5 Stunden halten wir zum erstenmal 14 Meilen östlich
von Southern Cross und ca. 330 Kilometer von Perth. Wir sind inmitten
einem großen Sandgebiet, das mit 1-2 meterhohem Busch bestanden ist.
Die Blütezeit ist bereits vorüber und damit die Hauptsaison für Insekten.
Reich ist die Artenzahl der mittelhohen Eucalyptus-Arten, die stellenweise
ein typisches Landschaftsbild formen: den Mallee. Die honigschweren Blü-
ten dieser Büsche sind im Frühling (Ende September) der Treffpunkt vieler
Insektenarten. Obwohl der Boden des Mallee jeglichen Kräuterwuchses ent-
behrt, gibt es hier eine reiche und interessante Insektenfauna. Ganz beson-
ders da, wo der Mallee plötzlich in eine Halbwüste übergeht, wie hier,
östlich von Southern Cross.
In einem etwa 400 m langem Graben, in dem sich die Wasserleitung
von der Darling-Range nach Kalgoorlie befindet, gibt es der senkrechten
Wände wegen immer abgestürzte Käfer. Der große Macramycterus leich-
hardti ist hier nicht selten. Euryscaphus und Catadromus spec. sind häufig.
Auch große, flugfähige Tiere wie Bolboceras, Trox, Leptopius u. a. stürzen
hier ab. -— Wir werfen einen kurzen Blick in den Graben und wissen, daß die
Konkurrenz bereits ganze Arbeit geleistet hat. Ein 1,20 m langer Waran
(Varanus Guildii) hat unsere Sammelarbeit weitgehend erleichtert.
Wir zerschlagen einen alten Grevillea-Stamm, der mit ausgewachsenen
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 625
Stigmodera gespickt ist. Leider sind alle Tiere tot und zerfallen uns in den
Händen.
Es ist schon dunkel im Mallee, als wir endlich unseren ersten Reisetag
beschließen und uns zur Ruhe legen. Wir haben 800 Kilometer gefahren und
noch an einigen anderen Lokalitäten gesammelt. Im Kopf ist es noch durch-
gedrehter als am Morgen; dann hört plötzlich alles auf. —
Im Gegensatz zum ersten Reisetag sind wir am folgenden Morgen frisch
und ausgeruht. — Vor uns liegt die gefürchtetste Strecke Australiens; der
Nullarbor Plain. Von dieser etwa 1200 km langen Piste, die von Norseman
nach Ceduna führt, und von da weiter nach Adelaide, erzählt man sich selbst
hier Schauermärchen. Die Wirklichkeit ist nicht ganz so grau, wie es die
meisten machen. Die Mehrzahl der Reisenden legen die Strecke zwischen
Kalgoorlie und Port Augusta mit der Eisenbahn zurück. Sie verladen dann
ihr Auto an der jeweiligen Bahnstation. — Die Zeit, da nur abenteuerliche
Typen diese Strecke befuhren, ist vorbei, obwohl man selbst heute noch in
diese Kategorie eingereiht wird, sobald es bekannt wird, daß man den Nul-
larbor per Auto überquerte.
Der Name Nullarbor besteht aus zwei lateinischen Wörtern; „nulla“ -
kein, „arbor“ — Baum. Eine baumlose Ebene, in der nur vereinzelt einige
kümmerliche Mulga- oder Sandalholz-Bäume stehen. Die eigentliche Vege-
tation wird vom sog. Salz- und Blue-Busch gebildet.
Die Straße ist schlecht und zum Teil liegt der Staub 50 cm dick. Die
Hauptgefahr bilden tiefe, staubgefüllte Schlaglöcher, die man oft erst dann
feststellt, wenn man bereits drin sitzt.
Hier in dieser Halbwüste lebt in seinen Erdbauten der Wombat-Bär
(Lasiorhinus Latifrons). Er ist neben dem Koala wohl das zutraulichste
Beuteltier Australiens und auch nicht kamera-scheu.
Über den Madura-Paß steigen wir vom oberen aufs untere Plateau und
machen in einem geschützten Winkel Camp für die Nacht. Von der großen
Australischen Bucht weht kalter Wind und die Hoffnung auf eine gute
Leuchtnacht verlöscht. In der Tat kommen auch nur einige gemeine Lamelli-
cornia ans Licht, von denen einige als Belegstücke mitgehen.
Der nächste Tag bringt uns nach Eucla, direkt an der großen Austr.
Bucht. Gegründet 1877, gehörte Eucla einst zu den geschäftigsten Verbin-
dungszentren Australiens. Um diese Zeit hatte es eine Einwohnerzahl von
etwa 50. Mit der Verlegung der Telephonleitung entlang der Trans-Austra-
lian-Railway, ist die Bevölkerung abgewandert. Heute lebt hier, inmitten
der schneeweißen Wanderdünen nur noch eine Familie. Mauerreste und alte
Kamine, die einsam aus dem Sand ragen, erinnern an die alte Zeit.
Über den Eucla-Paß steigen wir vom unteren wieder auf das obere
Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 40
626 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
Plateau. — Wir lassen unseren Blick noch einmal zurückschweifen über die
trostlose Ebene, hinüber zu den schneeweißen Dünen und dem tiefen Blau
des Meeres. Klein und unwirklich erscheint uns alles dort unten und verleitet
zu philosophischen Betrachtungen. —
Einige Meilen östlich von Eucla erreichen wir die South Australia-
Grenze und sind auch bald in Koonalda Station, das wegen seiner großen
Höhlensysteme weit bekannt ist. In der Hoffnung, einige Höhlenkäfer zu
finden, stiegen wir auf halsbrecherische Weise etwa 100 m tief ab, wo wir
auf einen unterirdischen See stießen. Von hier folgten wir für einige hundert
Meter einem Wasserarm, ohne jedoch die sehr begehrten Höhlenkäfer zu
erbeuten. Unsere Zeit war knapp und so mußten wie leider aufs Ködern
verzichten.
1219 km östlich von Norseman erreichen wir Ceduna, unseren ersten
Ort. Verstaubt und verschwitzt werden Benzin und Wasser aufgetankt, und
die Fahrt geht weiter. — Trostlos ist die Gegend von hier nach Adelaide. -
Viele Stunden später erscheinen in der Ferne die kahlen Ausläufer der Flin-
ders Ranges. Nur entlang der Landstraße konnte sich ein schmaler Streifen
der einheimischen Flora behaupten. Dahinter hatte der Pflug seine Arbeit
getan. Einige Callistemon-Sträucher, hier wegen der Form ihrer tiefroten
Blüten „bottle brush“ oder Flaschenbürste genannt, sind letzte Zeugen einer
einst interessanten Buschlandschaft. Von den Blüten einiger Acacias können
wir einige Curculioniden und Chrysomeliden klopfen. Unter Steinen finden
wir Vertreter der weit verbreiteten Tenebrioniden Gattung: Cardiothorax
und Adelium. Tannenzapfenechsen (Trachydosaurus rugosus), kriechen be-
häbig über die Piste. Gegen Abend begegnet uns noch ein Dingo, der in aller
Ruhe einen Karnickel zu seinem Bau trägt.
Adelaide liegt am Fuße einer Bergkette, auf dessen Höhen europäische
Bäume gedeihen. Neben Kirschen, die hier erfolgreich angepflanzt werden,
finden wir Birken, Silbertannen, Zitterpappeln und vieles andere. — Ein
großer Teil der Bevölkerung ist deutschen Ursprungs. Wir kommen durch
Hahndorf, dessen Name keine Erklärung braucht. Die Gegend ist angenehm
grün und wir begegnen hier einem alten Bekannten; dem Sperling, den es
in West-Australien nicht gibt.
Über Bordertown erreichen wir Victoria. Die Vegetation ist dichter
geworden und die Ausbeuten reichlicher. Dem Wettergott scheint unsere
Reise nicht sehr zu gefallen, und so erreichen wir etwas feucht Melbourne. —
Nach zwei Tagen sagen wir auch hier wieder good bye und passieren in
Albury die N.S.W.-Grenze, froh, endlich Victoria zu verlassen.
Es ist kalt und es regnet, und auf den Kulturflächen Victorias hatten wir
kaum Gelegenheit zum Sammeln. Auf der gesamten Strecke säumten Farm-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 627
zäune die Straße und wir konnten erst um zwei Uhr nachts in einer Kiefern-
pflanzung unser Zelt aufstellen. —
Zunächst führt unser Weg nach Gundagai, dann entlang der Snowy
Mountain Highway über Tumut nach Cooma. Von hier in einem spitzen
Winkel nordwärts nach Canberra. Die Vegetation ist sehr wechselhaft und
stellenweise sehr üppig. Alle Creeks führen Wasser, was auf reichere Nieder-
schläge schließen läßt.
Canberra A.C.T., (Australian Capital Territory) der Regierungssitz, ist
modern und teuer. Die Stadt besitzt die Atmosphäre eines modernen Bades.
Breite Straßen, gepflegte Anlagen und Gärten, moderne Verwaltungsge-
bäude und saubere Wohnhäuser. Der normale Geschäftsbetrieb ist langsam
und ruhig, fast zu ruhig, so daß man das Gefühl hat, daß hier nicht viel
gearbeitet wird.
Unser erster Besuch gilt der C.S.I.R.O., Devision of Entomology um
Carabiden-Material des Museums Frey zu bestimmen. Unser Hauptinteresse
galt der Sloan-Collection, die jedoch zum größten Teil Anthrenen und Mot-
ten zum Opfer fiel. Dadurch ist ein großer Teil der von Sloan aufgestellten
Typen vernichtet worden. Die Bestimmung des Carabidae-Materials ge-
staltete sich dadurch äußerst schwierig. Glücklicherweise nahm uns Dr. B. P.
Moore diese schwierige Arbeit ab, und wir verließen Canberra mit der Über-
zeugung, das Material in gute Hände gelegt zu haben.
Über den Maquarie-Paß steigen wir zur Küstenniederung ab. Hier auf
dem engen, gewundenen Paß offenbart sich die Fülle einer reichen, feucht-
warmen Vegetation. Dominierend sind hohe Farnbäume, Palmen und eine
Anzahl verschiedener Farne, die in Felsspalten und an Abstürzen Fuß gefaßt
haben. Der Regen wird intensiver, und es wird rasch dunkel. An einer Stelle
des Passes gelingt es uns einige Meter weit in den Busch zu fahren. Unter
anhaltendem Regen errichten wir unser Camp. — Gegen Mitternacht entdeckt
meine Frau plötzlich einen großen Carabiden im Zelt. Draußen heult der
Wind und der Regen klatscht durch die Bäume. Regenmäntel über die Pyja-
mas gezogen, gehts gemeinsam auf die Jagd. Nach etwa einer Stunde haben
wir schließlich zwei Dutzend dieser prächtigen Tiere gefangen. Gut gebadet,
legen wir uns dann endlich, nachdem wir die Blutegel von den Füßen ge-
zogen haben, zu Bett. —
Auf eine Regennacht im Paß folgt ein noch schlimmerer Regentag. Vom
Pazifik jagt starker Wind dunkle Regenwolken ins Land. Es ist Freitag
Mittag und wir nähern uns Sydney. Der Regen nimmt immer noch an Stärke
zu. Wir müssen langsam und zeitweise sogar mit Licht fahren. Um vier Uhr
nachmittags erreichen wir Sutherland, einen südlichen Vorort 24 Kilometer
vom Stadtkern. Der starke Verkehr in Sydney ist überall berüchtigt und
628 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
gefürchtet, und tatsächlich fährt uns auch ein Lieferwagen hinten auf, der
glücklicherweise nur geringen Schaden anrichtet.
Am nächsten Tag erfahren wir, daß fast sämtliche Ausfahrtstraßen
wegen des schweren Regens gesperrt sind. Es regnet ununterbrochen, und
der Wind jagt heulend über die hohen Steilküsten. Wir verbringen vier Tage
bei Freunden in Vaucluse und Cronulla, bevor wir unsere Reise fortsetzen
können.
Zwei Tage später erreichen wir Wingen. Nur wenigen Australiern be-
kannt, befindet sich nördlich des kleinen Ortes Mount Wingen, der z. Z.
einzige noch tätige Vulkan Australiens! Seine Tätigkeit beschränkt sich aller-
dings nur noch auf Rauchschwaden und Gase. Seine Besteigung ist nicht
schwierig, und wir haben beim Aufstieg Gelegenheit unter Schafdung eine
Anzahl Onthophagus und Aphodius-Arten zu erbeuten. Der Gipfel des Vul-
kans ist ausgeglüht und nur an wenigen Stellen finden wir noch glühendes
Gestein.
Von hier führt unser Weg weiter über Tamworth, Gunnedah, Narrabri
nach Bellata. Einige Meilen nördlich von Bellata werden wir von schweren
Regenfällen zum Umkehren gezwungen. Die Straße ist zum größten Teil
unter Wasser und das Überqueren der Creeks unmöglich. An Insektensam-
meln ist nicht zu denken. Wir sind froh, hier noch heraus zu kommen und
fahren 220 Kilometer zurück nach Tamworth.
Über Warwick erreichen wir auf der New England Highway Cunnig-
ham’s Gap, einen hoch in den Bergen gelegenen National Park. Die Flora ist
üppig und ähnelt der Regenwaldformation North Queenslands. Am auffal-
lendsten sind riesige Baumfarne und andere Epiphyten, die sich hoch in den
Bäumen angesiedelt haben. Lianen und Palmen fallen auf. Der Gympie-
Baum ist häufig und wegen seines gefährlichen Nesselgiftes sehr gefürchtet.
Hier leben Riesenschlangen, und seltene Beuteltiere treiben ihr verstecktes
Dasein. Auf einigen eng begrenzten Stellen gibt es zahlreiche Insekten, die
jedoch zum Großteil gewöhnlichen Arten angehören.
In langen Serpentinen steigen wir nach Nordosten ab und erreichen das
schöne Städtchen Ipswich, etwa 40 Kilometer westlich von Brisbane. Vor uns
liegt das große Land Queensland, und wir haben keine Zeit zum Verweilen.
— Auf der Inlandstraße über Nanango, Gayndah und Banana gehts nach
Rockhampton. Große Flaschenbäume säumen die Straße und gigantische
Opuntien haben das Landschaftsbild über große Landstriche entstellt.
Wir erreichen Mackay, am Südrand des großen Barriere Riffs. Traum-
hafte Namen erscheinen auf unserer Landkarte; Whitsunday Island, Linde-
mann, Hayman, Daydream Island u. a. Tummelplätze der Urlaubsreisenden,
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 629
paradiesische Inseln des Korallenmeeres. Für uns aber bleibt nur die Land-
straße, heiß und staubig. —
Etwa 40 Kilometer nördlich von Townsville erfahren wir zum ersten-
mal, was Queensland Mosquitos sind. -— Kaum aus dem Auto gestiegen, über-
fällt uns eine Wolke dieser blutrünstigen Tierchen, und noch bevor wir uns
mit Öl einschmieren können, sind wir mit Stichen übersät. Es sind große
Tiere und sie stechen durch Hemd und Hose. Das hält selbst der stärkste
Neger nicht aus, wir springen in den Wagen und fahren, was das Zeug hält,
um die Biester rauszublasen. — In tiefer Nacht passieren wir Ingham und
machen südlich der Zuckerstadt Tulley Camp für die Nacht. — Am folgen-
den Morgen erreichen wir das tropische Innisfail, unser erstes Ziel.
Es ist der 22. November, und das Wetter ist immer noch günstig zum
Reisen. Aus diesem Grunde unternehmen wir eine längere Exkursion ins
Inland. — Der Palmerston National Park, wohl der größte und schönste des
Atherton Tablelands, hält uns zunächst für einige Tage fest. Inmitten der
luxuriösen Vegetation tropischen Regenwaldes finden wir verhältnismäßig
wenig Käfermaterial. Besser werden die Ausbeuten erst am Rande des Ur-
waldes und auf größeren Lichtungen, die allerdings sehr selten sind. Der
tiefblaue Papilio ulysses ist ein alltägliches Bild, jedoch schwer zu erbeuten,
da er hoch in den Bäumen fliegt. Durch Zufall entdecke ich, daß mir jedesmal
nach dem Baden im Wildbach diese schönen Falter folgen. Zunächst denke
ich an die Feuchtigkeit, dann aber kommt mir ein anderer Gedanke; meine
blaue Badehose! Ich legte nun meine Badehose vors Zelt und konnte tat-
sächlich einige Minuten später zwei prächtige Tiere erbeuten. Sobald die
Falter von ihrer luftigen Höhe in den Urwaldriesen die Badehose entdeckten,
stürzten sie förmlich ab und der Fang war eine Leichtigkeit. Wir wieder-
holten das Experiment auch an einigen anderen Stellen, mit demselben
Resultat. Leider fehlte die Zeit, weitere optische Experimente mit anderen
Faltern vorzunehmen. Gar zu gerne hätte ich eine Methode gefunden, die
große Zahl der Melolonthinae aus den Baumwipfein zu locken, die oft mit
dumpfem Brummen in der Abenddämmerung über unseren Köpfen dahin-
zogen. — Einige von ihnen kamen nachts ans Licht, einige holten wir von den
Bäumen herunter, aber die Mehrzahl schien allen unseren Künsten gewach-
sen zu sein. Weniger flüchtig waren dagegen die holzzerstörenden Arten in
den gefallenen Urwaldriesen. Neben zahlreichem Curculionidae-Material
sammelten wir große Elateridae, Lucanidae, Dynastidae u. a. Häufige Gäste
unserer Starklichtlampe waren große, grüne Singzikaden und die aus dem
tropischen Amerika eingeführte Riesenkröte (Buffo marinus).
Eines Nachts, unterwegs zur Inspektion alter Baumstämme, werden wir
630 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
Zeugen eines seltenen Naturschauspiels. Durch schlagende Geräusche und
das Bewegen einer Liane angelockt, entdecken wir im dichten Unterwuchs
eine Teppichschlange (Python spilotes), die gerade dabei ist, ein kleines
Känguruh zu erwürgen. Die Schlange ist fest im Oberschenkel des Tieres
verbissen, eng umschlungen und läßt sich selbst von unserer starken Lampe
nicht stören. Das Känguruh schlägt noch einige Male und ist tot, bevor wir
die Schlange abrollen können. Es ist ein stattliches, gut drei Meter langes
Tier und wird lebend mitgenommen. Nach eingehender Untersuchung des
Känguruhs finden wir noch ein nacktes, lebendes Junges im Beutel. Wir
stecken es in den Schlangensack und am nächsten Morgen wissen wir, daß
die Schlange bereits ihr Frühstück hatte. Wir sandten sie zwei Tage später
an einen Zoologen in Sydney.
Einer unserer ergiebigsten Sammelplätze ist ein frischer Holzschlag, der
an den Palmerston Nationalpark angrenzt. Leider gibt es auch hier den sehr
gefürchteten Stinging Tree, bei dessen Berührung man sehr langanhaltende
und äußerst schmerzhafte Verbrennungen erhält. Auf der Jagd nach einem
Käfer streifte meine Frau nur leicht an einer Pflanze und hatte fast einen
ganzen Monat mit Schmerzen zu kämpfen. Besonders, wenn die Hand mit
Wasser in Berührung kam, verstärkte sich der Schmerz, und die Verbren-
nungsspuren waren deutlicher zu sehen. Stärkere Verbrennungen können
nur mit Morphium ausgehalten werden und sollen sogar tödlich sein. — In
den schwülen Nächten, besonders vor Gewittern, flogen hier herrliche große
Böcke, Brenthiden, Dynastidae, Melolonthinae u. a. Der stattliche Batocera
frenchi (Blackb.) ist zahlreich. Vertreter der Gattungen Phacodes, Diham-
mus, Platyomopsis u. a. fingen wir entweder im Flug, oder auf geschlagenem
Holz.
Der nächtliche Regenwald ist sehr geräuschvoll. Beständig fallen Samen
und Nüsse aus den Kronen, die ein geschlossenes Dach bilden. Verschiedene
Beuteltiere hüpfen neugierig um unser Lager und stehlen, was ihnen in die
Quere kommt. Selbst eine tote Baumschlange, die ich als Köder auslegte, ist
am Morgen weg. Fremdartig ist das Verhalten einiger Onthophagus-Arten,
die in Anzahl auf verschiedenen Blättern sitzen. Leider wird unser nächt-
liches Sammelidyll immer wieder von starken Gewittern gestört. Aber auch
andere Dinge sind auf die Dauer störend; so z. B. Blutegel, die wir dutzend-
weise von den Beinen ziehen, Bremsen am Tage und Mosquitos des Nachts,
dazu ist es heiß und feucht wie in einer Sauna! —
Große Farnbäume säumen die Straße und geben uns letztes Geleit auf
unserer Reise ins Inland. — In Ravenshoe ist die Regenwald-Formation plötz-
lich zu Ende, und es beginnt nach einem schmalen Streifen Sclerophyll-
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 631
Waldes die Savanne. Diese schmale Grenzzone ist sehr interessant und bedarf
eingehenden Studiums. In trockenen Jahren kann sich der Sclerophyll in
Savanne wandeln und gibt ein krasses Bild. Verschiedene Mikrobiotope
haben sich hier auf engem Raum gebildet, und ebenso interessant sind die
Tiere, die hier leben. Neben typischen Vertretern tropischen Regenwaldes
findet man Arten der trockenen, heißen Semi-Wüsten und Savannen. Elateri-
dae (meist kleine Arten), Tenebrionidae, Phalidurinae, um nur einige zu
nennen. Ein eingehendes Studium dieser Zone wäre eine sehr lohnende
Aufgabe.
Mount Garnet liegt bereits inmitten heißer, trockener Savanne und hier
scheint auch die Grenze der Zivilisation zu sein. Die Straße ins Inland ist nur
noch eine gemeine Waschbrettpiste, die von hunderten kleiner Creeks zer-
schnitten ist. Kurze, heftige Gewitter gehen nieder und machen das Reisen
gefährlich. Streckenweise ist Lehmboden da, der so rutschig ist, daß an ein
normales Fahren nicht zu denken ist. Die Creeks führen Wasser und sind
schwierig zu überqueren. Oft müssen wir tiefausgespülte Rinnen einfüllen
und große Steine in den Creeks beseitigen. Wir begegnen Riesentrappen
und Wildschweinen. — Von Lindhurst Station geht unser Weg west-nord-
west. Entgegen allen eindringlichen Warnungen der Farmer setzen wir
unseren Weg fort. Der Regen nimmt zu, und manchmal frage ich mich ins-
geheim, ob wir auch wieder zurückkommen. Es wird Nacht, und die Creeks
sind hoch angestiegen. Die Uferbänke sind zerrissen, und wir arbeiten, was
das Zeug hält. Bei der Überquerung der Creeks kann nur immer einer fahren
und der andere muß hinten kräftig schieben und anheben. Wir sind in einer
alten Vulkanlandschaft, die auch jetzt noch wild und zerrissen ist. Der Regen
hat nachgelassen, und wir machen um ein Uhr nachts Camp. — Der nächste
Morgen macht alle unsere Hoffnungen zunichte. Es hat die ganze Nacht
geblitzt, und die Wolken hängen tief und schwer. Aber wir wollen nicht auf-
geben. Noch haben wir genügend Benzin und Verpflegung. Unter viel
Mühen erreichen wir einige Stunden später Spring Valley, eine kleine, abge-
legene Farm. Zunächst werden wir bestaunt, als kämen wir von „outer
space“, dann erfahren wir, daß hier die Welt zu Ende ist und die „Straße“
nicht weiter geht. Wir haben uns auf Grund ungenauen Kartenmaterials
festgefahren. Es bleibt uns nur eins; nämlich das beste aus der Situation zu
machen. So besuchen wir mit dem Yeep der Farm Agate Creek, ca. 50 Kilo-
meter quer durchs Land. Wir brauchen für die Strecke 3 Stunden, obwohl
wir fahren, was der Wagen hergibt. Agate Creek führt Massen kleiner
Achate und Chalcedonys.
Wir finden bunte Festungsachate und rote Carneole, Ribbon stones und
Geoden mit kleinen Amethysten und klaren Quarzkristallen. Es ist ein faszi-
632 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
nierendes Bild und wir vergessen Regen und schlechte Straße. Aber unser
Aufenthalt ist nur kurz, wollen wir noch am selben Tag wieder die Farm
erreichen. — Zur Farm zurückgekehrt, werden wir eingeladen, da zu bleiben.
Wir schlagen die freundliche Einladung ab, denn wir müssen einsehen, daß
wir hier so schnell wie möglich heraus müssen, wenn wir nicht die ganze
Regenzeit über hier bleiben wollen. Der alte Farmer beteuert uns, daß es
dazu bereits zu spät sei. Noch in derselben Nacht brechen wir auf und
erreichen zwei Tage später abgekämpft das Atherton Tableland.
Zurück auf dem Atherton Plateau besuchen wir zunächst die Black
Mountain Range bei Kuranda. Hier fangen wir die typischen Vertreter tro-
pischen Regenwaldes, und es wird Tag und Nacht gesammelt. Leider bleibt
uns der Fang des sehr begehrten Phalacrognathus mülleri (Macl.) versagt.
Dafür fangen wir einige andere Lucanidae in faulen Hölzern und an der
Lampe. Ergiebig sind auch die alten Stümpfe der Grasbäume (Xanthorrhoea
preissi). Es ist Weihnachten, und wir haben uns in einer alten Holzfällerhütte
einquartiert. Possums und ein Heer von Ameisen spielen mit uns ein end-
loses Geduldsspiel. Unaufhörlich klatscht der Regen auf das Wellblechdach
und unser größter Luxus ist eine Büchse warmes Bier. — Es regnet nun jeden
Tag, und unsere Ausbeuten werden mager. Wir verlegen unser Camp in die
Nähe von Mareeba. Aber auch hier ist es nicht besonders gut, da große
Flächen mit Tabak und Mais bepflanzt und dann von Flugzeugen aus regel-
mäßig mit Insecticides gespritzt werden. Wir durchstoßen diesen Gürtel und
gelangen nach Chillagoe. Aber auch hier erleben wir eine Enttäuschung und
kehren bald wieder um. Danach zirkeln wir noch einige Male das Atherton
Plateau ab und machen auch weitere Vorstöße in die Nähe von Cooktown,
Mt. Garnet und der Koralleninsel Green Island. — Der Regen hat auch den
Farmern ihr schmutziges Handwerk gelegt. Bei unserer Ankunft brannten
überall größere oder kleinere Flächen prächtigsten Regenwaldes. Die Brand-
rodung ist das größte Verbrechen, das gegenwärtig auf den Atherton Table-
land ausgeübt wird. —
Am 20. Januar verlassen wir nach fast 2!/g Monaten das Atherton Pla-
teau und setzen uns nach Süden ab. Zuckerrohrfelder, soweit das Auge reicht,
säumen die Straße. Schwere Gewitter gehen nieder, und wir sind im Grunde
froh, den Blutegeln good bye zu sagen. Das Sammeln in diesen Kulturstep-
pen hat nur geringen Erfolg. — In Nyngan (N.S.W.) besuchen wir Mr. Jack
Armstrong, wohl einen der besten Entomologen Australiens. Gemeinsam
unternehmen wir einige sehr erfolgreiche Exkursionen in die nahe Um-
gebung.
Unser nächstes Ziel ist White Cliffs, das wegen seiner Opalfelder weit
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 633
berühmt ist. Die Felder sind erschöpft, und nur noch eine Handvoll alter
Digger leben in schmutzigen Höhlen, die in die Hügel geschlagen sind. Das
Trinkwasser ist grün und wimmelt von Mosquitolarven. Dazu ist es heiß und
die Fliegenplage sehr groß. Als ein neuer Opalgräber angesehen, weist mir
ein Digger eine Höhle an und erklärt mir das Gelände. — Mit einbrechender
Dunkelheit überfallen uns Schwärme blutdürstiger Mosquitos. Vor der
Höhle erleben wir dann eine recht interessante Leuchtnacht. Dutzende der
herrlichen Calosoma Schayeri fliegen an. Harpalus-Arten, Catadromus und
andere Carabidae, die wir tagsüber vergeblich suchten. Es ist Mitternacht
und immer noch herrschen 40 Grad Celsius. An Schlaf ist nicht zu denken.
Die Mosquitos setzen uns derart zu, daß wir nicht mehr dazu kommen, das
Zelt aufzustellen, und einfach im Wagen übernachten. Früh sind wir wie
gerädert und wundern uns, wie die Leute hier das alles aushalten. —
Über Broken Hill erreichen wir in Cockburn die süd-austr. Grenze.
Die Strecke zwischen Broken Hill und Adelaide, eine Entfernung von rund
550 Kilometern führt durch eine Halbwüste, die kaum eine Pflanzendecke
aufweist. Fast auf der ganzen Strecke begleiten uns starke Staubstürme, und
wir sind endlich froh, Adelaide zu erreichen. — Nach eintägigem Aufenthalt
geht es weiter. Unser nächstes Ziel ist Andamooka, das reichste Opalfeld der
Welt. Von der Raketenstadt Woomera nach Andamooka führt eine elende
Fiste. Hier sieht es ähnlich aus wie in White Cliffs, nur daß die Anzahl der
Digger größer ist. Es gibt sogar zwei Geschäfte und einen richtigen Brunnen
mit Windrad. Wasser ist natürlich rationiert und ein Bad eine Unmöglichkeit.
Reiche Opalfunde werden gemacht, und wir sind selbst versucht, einen
Claim zu stecken. — Auf unseren Streifzügen durch die Opalfelder schauen
wir mehr nach Opalen als nach Käfern. Letztere sind auch in der Minderheit.
— Der Rückweg ist wieder gemein. Staubstürme und dann endlich kurz vor
Port Augusta Regen.
Vor uns liegt wieder der Nullarbor Plain, und wir machen gute Fahrt.
Kurz vor Eucla entdecken wir den sehr scheuen und großen Buprestiden
Stigmodera heros, der immer wieder aus den Wipfeln der Eucalyptus-Bäume
auffliegt. Leider bleiben alle unsere Mühen, ein Stück zu erbeuten, unbe-
lohnt. Die letzte Nacht im Nullarbor ist nochmals interessant und bringt
viele kleine Böcke und Lamellicornier ans Licht. — Wir machen die Bekannt-
schaft mit drei Gangstern, die mit einem gestohlenen Wagen von Süd-
Australien nach West-Australien unterwegs sind. Am nächsten Tag erreichen
wir Norseman und erfahren auf der Polizeistation, daß die Gangster bereits
verhaftet sind. Sie wurden wegen 14 Vergehen gesucht.
Wir haben eine kalte Dusche und setzen zu unserer letzten Etappe an.
Es ist der 20. Februar und Hochsommer. Grau und braun ist der Busch, und
634 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62
dennoch fühlt man sich wohl. Es ist eine vertraute Landschaft, ein Stück
Heimat. — Nur noch 723 Kilometer nach Perth! Eintönig singen die Reifen
auf der monotonen Asphaltstraße, die sich wie eine riesige, graue Schlange
über den Horizont schlängelt. Bilder und Eindrücke ziehen in unserer Er-
innerung vorüber und wir erwägen, wo es uns auf dieser Reise wohl am
besten gefallen hat, und erst als wir vor der hohen Hecke unseres Gartens
halten, wissen wir die Antwort.
Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 635
Personalien
Kurz vor Redaktionsschluß erreichte uns die Nachricht vom plötzlichen
Tod von
Hofrat Josef Breit, Wien,
einem Freund und Mitarbeiter des Museums Frey. Seine Sammlung palae-
arktischer Koleopteren befindet sich, wie bekannt, schon seit vielen Jahren
im Museum Frey.
Einen Nachruf für den Verstorbenen bringen wir im nächsten Heft.
E.H,
Die „Entomologischen Arbeiten“ dienen als Publikationsorgan für die Mitarbeiter
resp. Bearbeiter der wissenschaftlichen Sammlung des Museums G. Frey. Entspre-
chend den Aufgaben des Museums Frey werden vornehmlich Arbeiten veröffent-
licht, die Beiträge zur Förderung der systematisch-morphologischen Coleopterologie
darstellen.
Die Autoren werden um Beachtung folgender Punkte gebeten:
a) Manuskriptsendungen und Anfragen bezüglich der Drucklegung sind an den
Schriftleiter Dr. E. Haaf, Museum G.Frey, Tutzing bei München, zu richten.
b) Die Manuskripte sollen druckfertig in Maschinenschrift in doppeltem Zeilen-
abstand mit breitem Rand auf einseitig beschriebenen Blättern abgefaßt sein.
c) Art- und Gattungsnamen, die in Kursivschrift erscheinen, sind zu unterschlän-
geln, zu sperrende Textstellen mit unterbrochener Linie zu unterstreichen.
Der in Kleindruck erwünschte Text ist am Rande mit einer vertikalen ge-
schlängelten Linie zu kennzeichnen.
d) Textzeichnungen können nur in klischierfertigem Zustand angenommen werden.
e) Die Verfasser sind für Form und Inhalt ihrer Arbeiten allein verantwortlich.
f) Jedem Autor werden 30 Sonderabdrucke seiner Arbeit gratis zugesandt.
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